Die vielen Geigenbauer des Vogtland-Stidtchens sind sehr stolz auf ihre Kunst _ Wenn der Geigenbauer aus Mittenwald in der Bundesrepublik, berihmter ist’ als sein Kollege’ aus Markneukirchen, dann liegt es eineswegs daran, dab die Geigen vom Ufer der Isar schénerklingen als die aus dem vogtlandisch erzgebirgischen Winkel. Nur gibt das Elstergebirge optisch leider nicht soviel er wie die Mittenwalder Alpenkulisse. Wah rend Ungezahite das Mittenwalder Denkmal des Matthias Klotz kennen, der 1743 dort die Instrumentenmacherei einfuhrte und damit den Ruhm des Dorfes in der Musik -und Filmwelt begkindete, weil hierzulande kaum mand, daß die Geigenbauer im sachsischen arkneukirchen sich schon 1677 zu einer In ung zusammenschlossen. Seit dieser Zeit hat sich aus dem bescher Ackerburgerstidtchen~ ein Musikzen* trum entwickelt, in dem Instrumentenbauter und Musizieren untrennbar geworden. sind. In jedem zweiten Haus der heute 8500 Ein wohner zahlenden Gemeinde soll es eine musikalisch Werkstatt geben. Man verfertigt in Markneukirchen nicht nur Geigen und Zithern, Hand- und Mundharmonikas, son dern seit kurzem atch transportable elektro nische Orgein. Die Muster der in Markneukirchen her ge stellten Musikinstrumente werden in einer Sammlung aufbewahrt, die im spitbarocken ..PaulusschleBchen* untergebracht ist und um deren Verwolktsandigung sich die Stadt schon zu königlich-sachsischer Zeiten bemicchte. Heute zahit die Sammlung etwa 1500 Musik instrumente aller Art und, aus allen Zeiten — “angéefancen ‘Vor der fermanischen” Lire Un seinen, Auf als Stadt der Instrumentenbauer zu unterstreichen, wird Markneukirchen dem naichst ein. Geigenbauerdenkmal _aufstellen. Ein, finnf undsiebzig Zentimeter hohes _Gips modell hat der Bildhauer Franz Matuska be reits fertig. Es zeigt einen Geigenbauer des Spat-Barock, der seine Arbeit priifend gegen den Himmel halt. In der Bundesrepublik hitte das in streng konventioneller Form gehaltene Denkmal sicherlich keine Chancen, mit stad tischen Mitteln realisiert zu werden. Aber moderne Kunst ist in der DDR nur in Aus nahmefillen gefragt. Der acht und achizigjah rige Bildhauer, der aus Szeged in Ungarn stammt und schon mehr als ein Menschen alter in Markneukirchen lebt, burgt seinen Auftragsgebern dafur, das das Markneukir chener Geigenbauerdenkmal den Forderungen des sozialistischen Realismus bis in die letzte Welle der Haarfrisur entspricht.