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Abendblatt Newspaper Archives Oct 31 1894, Page 1

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Abendblatt (Newspaper) - October 31, 1894, Chicago, Illinois-Herausgegeben von der Illinois Staats-Aeitungs-To. Chicago, Mittwoch, 31. Oktober 1894. Preis 1 Cent. 47. Jahrgang. Vlo. 259. UevevvlicLr Krrd Kvrzgefaßles. Heute trüber, morgen klarer Him- mel. Es wird rauh, indem der Wind von Süd- nach Nordwesten umsetzt. Der Czar geht rasch seiner Auflösung entgegen. ltalien und Brasilien rufen in ihrem Streit das Urtheil Clevelands an. Die Kaiserin von China hat sich, von ihrem hohen Gemahl geohrseigt, das Leben genommen. ln Milwaukee ist der Speicher der „Milwaukee Malt L Grain Company" mit 40,000 Dollars Schaden, abgebrannt. An der Küste von England sind 21 Schiffsleute ertrunken. Bei Scranton in Pennsylvanien stößt ein Schnellzug mit einem Güterzuge zu-sammen und 3 Menschen finden den Tod. Bei Buffalo wird ein Uebcrfall aus einen Zug der Lake Shore-Bahn zu Schan- den gemacht. ln Newburyport in Massachusetts äscherte eine Feuersbrunst die Werkstätte der „Ncwbury Car Factory" und das fünfstöckige Fabrikgebäude der Schuh- Waaren-Fabrikanten Burly L Usher ein. Bei Sherman in Wyoming ist ein 800 Fuß langes Schneeschutzdach der Union- Pacific-Bahn vom Feuer zerstört worden. Zu Seattle in Washinglon ist Charles T. Cowden, der 1865 an der Gefangen- nahme des Jeff. Davis theilgcnommen, einem Herzleiden erlegen. Was moderne Einbrecher und Spitz- buben durch Frechheit und Entschlossenheit zu erreichen vermögen, bewiesen gestern zwei Burschen, welche um 2 Uhr Nach- mittags dem Juwelier Brethaucr, No. 71 Washington Straße, einen Besuch ab- statten, Breihauer Ir., welcher allein im Geschäft war, in die Safe sperrten, dann in aller Gemüthsruhe Schmucksachen im Werth von etwa H4OOO zu sich steckten und sich entfernten. Als Herr Brethauer wieder aus seiner Lage befreit war, waren die Diebe längst über alle Berge. Die Alley Hochbahn wird nächstens dem Stadlrarh ihre Pläne für eine nörd- liche Verlängerung bis zur Adams Straße vorlegen. Die Einwilligung der betreffen- den Grundeigenthümer soll bereits erfolgt sein. Als eiim moderner Bilderstürmer hat sich Alderman Hepvurn enlpuppt. Er Null dem Sladtralh eine Ordinanz vorlegen, wonach alle großen Anschlagbretter ent- fernt werden sollen, weil dieselben nicht nur keine Verschönerung der Stadt bilden, sondern auch den Raubansällen, der Un- reinlichkeit und der Gefahr durch Feuer Vorschub leisten. TeleMapknsckle Depeschen. Brasilien soll zahlen. Italien verlangt für seine Angehörigen Schadenersatz für die denselben durch die Revolution entstandenen Verluste. Rio Janeiro, 31. Okt. Die italienischeßegierung macht,wie amt- lich mitgetheilt wird, folgende Ansprüche an Brasilien: Ein Schadenersatz für die Aufhebung der Eiienbahn-Contrakte und für die Verluste der Dampfer der Veloce- Linie; ferner heißt es,, daß Italiener wäh- rend der Revolution in die Armee gepreßt wurden, und außerdezn werden auch von verschiedenen italienischen Firmen Ent- schädigungssummen verlangt. Das Quirinal hat vo'rgeschlagen, die Forderungen der Entscheidung des Präsi- denten Cleveland zu überlassen, und hat dies, oder die Bezahlung der Forderungen zu einem Ultimatum gemacht, welches mor- gen abläuft. Es heißt, daß Brasilien mit viner schieds- richterlichen Entscheidung einverstanden ist, und daß auch das Verhalten des italieni- schen Geschäftsträgers bei diesen Unter- handlungen in Nom vollständige zflnerken- nung gefunden hat. Die Loutsianalotterie. Dieselbe wird von dem Sohne eines frühe ren Theilhabers verklagt. New York, 31. Okt. John Morris, der Lotterieköuig; les H. Murray von New York, und Z. Simmons von Kentucky, welche die Firma Murray L Co. bildeten, und seit achtund- zwanzig Jahren die Louisiana-Lotterie be- trieben, sind von Harry F. Watson für einen Antheil am Gewinn, im Betrage von H500,000 verklagt worden. Der Kläger ist der Verwalter des Nachlasses von James S. Watson, welcher angeblich Thetthaber der Firma war. Watson starb im Jahre 1872, und sein Sohn Harry ist soeben majorenn geworden. Die Klage wurde gestern im Bundeskreisgericht anhängig gemacht. Die Herren Murray, Simmons und Morris mögen jetzt gezwungen wer- den, mitzutheilen, wie hoch der Gewinn der Lotteriegesellschaft während der letzten 25Jahre war. Wurden zu Rlördern. Ein junger Mann den Mißhandlungen von zwei Strolchen erlegen. Freeport, Jll., 31. Okt. Gestern Morgen erlag August Altemeier den Mißhandlungen, welche er am Samstag Abend in Folge eines Streitesmit Otto Herbig und Thomas Beverly da- vongelragcn hatte. Die beiden Letzterenbefinden sich im Gefängniß. Dieselbenwaren mit Hermann Balles, einem jungen Brauer, in Streit geralhen, und es wird allgemein angenommen, daß es ihre Absichtwar, diesen, statt Altcmeier, gehörig zu ver- hauen. Gegen die Verhafteten, welche als gefährliche Strolche bekannt sind, herrscht große Erbitterung, und es wird sogar von Lynchen gesprochen. In Folge dessen wird das Gefängniß scharf bewacht. Der sterbende Czar. Sein Anstand ist hoffnungslos, Und die Todesnachricht kann jeden Augenblick eintreffen. Die linke Lunge stark entzündet. London, 31. Okt. Gestern Nachmittag wurde der „Pall Mall Gazette" aus Livadia gemeldet, daß der Czar im Sterben liegt. Ferner heißt es in der Depesche, daß die linke Lunge der- artig entzündet ist, daß man alle Hoffnung aufgegeben hat und daß die Nachricht von seinem Tode jeden Augenblick erwartet wer- den kann. St. Petersburg, 31. Okt. Laut heute Morgen aus Livadia einge- troffcnen Nachrichten hat der Czar gestern Abend einige Stunden geschlafen; der blu- tige Auswurf soll etwas nachgelassen haben, während sonst in dem Zustande keine Aenderung eingetretcn ist. Kopenhagen, 31. Okt. In Folge einer dringenden Aufforderung wird der König morgen mit seiner Gattin nach Livadia abreiscn. Unterwegs werden sie mit dem Prinzen und der Prinzessin von Wales Zusammentreffen. St. Petersburg, 31. Okt. Ein heute Morgctz um zehn Uhr ver- öffentlichtes Bulletin sagt, daß der Czar in letzter Nacht einige Stunden geschlafen hat und daß die Blutung etwas nachgelassen hat. Im Allgemeinen ist der Zustand des Patienten unverändert. Das Bulletin ist von den behandelnden Aerzten unter- zeichnet. Washington, 31. Okt. Der hiesische russische Botschafter bat vom russischen Minister des Auswärtigen folgende Kabeldepesche erhalten: S t. P e t e r s b u r g, 31. Okt. Der blutige Auswurf dauert fort. Schüttelfrost. Temperatur 100; Puls 90, etwas schwach. Athemholen schwie- rig, wenig Appetit; große Schwäche; die Anschwellung nimmt zu Gezeichnet „Gicrs." S t. P e t e r s b u r g, 31. Oct. Die Aufregung über den Zustand des Czaren steigert sich, und die Plätze, an denen die Bulletins über denselben vertheilt wer- den, sind von gewaltigen Menschenmassen uinringt, welche bei jeder neuen Nachricht auf die Kniee fallen und für die Wieder- herstellung des Czaren beten. Heute Nachmittag um ein Uhr betete der Metropolit von St. Petersburg, der Pfarrer Polladius, der Präsident des heiligsten Synod, umgeben von der ganzen Geistlichkeit in der Kathedrale des heiligen Isaak für die Genesung des Czaren, und die Feierlichkeit war eine äußerst eindrucks- volle. Die Theater in St. Petersburg, und in allen großen Städten, waren gestern Abend fast leer, und keine einzige Uniform war unter den wenigen Anwesenden sichtbar. Bombenattentat. Zwei Bomben zur Lxplosion ge- bracht. Jedoch Niemand dadurch verletzt. Mailand , 31. Okt. In letzter Nacht wurden vor zwei hie- sigen Polizeiwachen zwei Bomben zur Ex- plosion gebracht. Die Gebäude wurden beschädigt, aber es wurde Niemand ver- letzt. Zum Schwindler geworden. Der Schwiegersohn eines früheren Gouver- neurs von Louisiana auf dem Ivege zuin Zuchthause. New York, 31. Okt. Heute wurde ein Mann vom Richter Martine verurtheilt, welcher seit zehn Jahren ein bewegtes Leben geführt hat. Sein Name ist Henry Gwynne; er war des großen Diebstahles überführt. Gwynne ist der Schwiegersohn des früheren Gou- verneurs von Louisiana, McHenry. Er hatte am 18. August 1893 Frau Annie Oliphant, eine Wahrsagerin, um HISOO beschwindelt, indem er sagte, daß er an der Spitze der „Manhattan Wrecking, Diving Lighting Company" stehe. Er veran- la Ble sie, wie sie erklärte, HISOO in Aktien anzulegen, welche werthlos waren. Der Richter wird später das Urtheil über den Mann aussprechcn, auf dessen Vergehen als höchste Strafe eine zehnjährige Ein- sperrui.'g im Zuchthause steht. Gwynne halte deiä Bau einer Eisenbahu in Georgia geleitet, und war nach Paris gesandt worden, w o er Fräulein McHenry kennen lernte und heirathete. Er war der Ver- treter von Wusfalo Bills „Wild West" im Auslande. Laeyar Thompson. ' Erstes Auftreten des Violinvirtkosen m Amerika. New Y or k, 31. Okt. Caesar Thompson, der belgische Violin- virtuose, hat gestern Abö'nd in der „Car- negie Music Hall" sein amerikanisches De- büt gemacht. Er wurde enthusiastisch be- grüßt, und errang einen Erfolg. Das Haus war gefüllt und er erzielte durch sein Spiel lebhaften Beifall. Zrrenhaus niedergebrcMnt. Fünfzehn der Insassen desselben verbrannt. Stockholm, Schweden, 31. Och.Das Irrenhaus in Jon Koeping ist niedergebrannt und fünfzehn Insassen des- selben sind in den Flammen umgekommtn. Dran; Koffutl) in Bucharest. Seine Rede an seine ungarischen Landsleute. Der Zweck seinerRückkehr und das Ziel sei- nes Streben-. F London, 31. Okt. Depeschen aus Bncharest bringen eine interessante Schilderung von dem Empfang von Franz Kofsuth. dem ältesten Sohne des verstorbenen ungarischen Patrioten daselbst. Kossuth hatte vor einiger Zeit die Absicht ausgesprochen, sein italienisches Bürgerrecht aufzugeben und in das Land seines Vaters zurückzukchren, um sich dort lebhaft an den politischen Angelegenheiten zu betheiligen. Am Bahnhofe wurde er von einer starken Schaar ungarischer Unabhängigen empfan- gen und hielt eine wohlübcrdachte Rede. Er sagte, daß er lange gezögert habe, sich nach dem Tode seines Vaters zu dem zu entschei- den, was er während dessen Lebenszeit nicht gethan haben würde. Obgleich er niemals dieGrundsätze seines Vaters aufgeben werde, müsse er doch zur Verwirklichung derselben andere Mittel wählen. Er habe erkannt, daß sein Vater einfach durch das Festhalten an seinem Ideal, während eines Zeitraums von mehr als zwanzig Jahren, nicht im Stande gewesen sei, Ungarn der Unabhän- gigkeit, welche er angcstrebt habe, näher zu bringen. Zur Erreichung dieses Zweckes sei eine loyale Basis nothwendig, und er müsse friedliche Mittel, Mittel innerhalb der Grenzen des Gesetzes suchen, um jene Un- abhängigkeit zu erlangen. Dies sei das Ziel seines Lebens und seiner Thätigkeit als Bürger. Er erklärte, daß der Zweck, den er im Auge habe, ein gesetzlicher sei, denn es sei derselbe, wie der des Reichs- tages vom Jahre 1790, wonach die Ungarn außer der Pflicht der guten Nachbarschaft Oesterreich nichts schuldeten. Er kehre ohne irgendwelche unloyale Absicht in sein Vaterland zurück. Und wäre selbst aus praktischen Gründen eine derartige Absicht zulässig, so müßte dieselbe Angesichts eines Herrschers, welcher von allen Herrschern seit den letzten 350 Jahren durch seine Treue zur Verfassung eine Ausnahme bilde, hinfällig werden. Er gestehe offen ein, daß er hoffe, daß der Monarch, welcher die Tra- ditionen seines Hauses bereits bei Seite ge- setzt habe, schließlich anerkennen werde, daß der Geist der Zeit die Unabhängigkeit Un- garns verlange und daß der Fortschritt jenes Landes eine wahre und dauernde Grundlage zur Sicherheit seines Thrones bilde. Er achte den König, als Herrscher sowohl als auch als Mann. Der Tod habe dem Zwist zwischen dem Herrscher und seinem Vater ein Ende gemacht. Wollte sich in der Zelle verbrennen. verrückte That eines Schnapssöffels. Brazil, Jnd., 31. Okt. Vorgestern Abend kam der in Harmony, in diesem County wohnhafte John Cewell nach Knightville, betrank sich dort und griff dann den Dr. Sever an. Als der Townmarschall dazwischen trat, wandte sich Cewell gegen diesen und brachte ihm mit einem Messer mehrere Wunden bei. Schließlich wurde der betrunkene Strolch überwältigt und in's Gefängniß geworfen. Einige Stunden darauf brach in dem Ge- fängniß Feuer aus; Cewell hatte nämlich das Bettzeug in Brand gesteckt und war gerade dabei, sich bei lebendigem Leibe zu braten, als sein Vorhaben entdeckt und er noch rechtzeitig gerettet wurde, obgleich er bereits schwere Brandwunden davon ge- tragen hatte. Später wurde er in dem hiesigen Gefüngniiß sicher untergebracht. Der Streit über die Grenze von Guyana. Venezuela besetzt das von ihm beanspruchte Gebiet. Pana m a, Columbia, 31. Okt. Venezuela fährt fort, seine Truppen an der Grenze von Guyana zu verstärken; die Besatzung in Urnan, am oberen Cayani, hat den Fluß überschritten, und einen neuen Militärposten in dem Gebiete, wel- ches thatsächlich von britischen Grubenar- beitern in Beschlag genommen wurde, er- richtet. Die englischen Behörden und die Polizei räumten das Gebiet ohne Einwand. Die Venezuelaner haben den Grubenarbei- tern die Versicherung gegeben, daß ihnen voller Schutz zu theil werden werde. Die Zeitungen in Georgetown dringen in den Lord Rosebery, die Angelegenheit zur Entscheidung zu bringen, ehe weitere Schwierigkeiten entstehen. Dampfkesselexplosion. Zwei Todte und ein schwer verletzter die Folge. P arkersburg, W.Va., 31. Okt. Durch die Explosion des Dampfkessels der A. T. Kreps'schen Sagemühle in South Parkersburg, verloren gestern John Kreps, der Sohn des Eigcnthümers und David Jones, auf der Stelle das Leben, während Benjamin Mounts schwer ver- letzt wurde. Am Vorabende der Revolution. Allen Anzeichen nach geht es in Venezuela bald wieder los. Caracas, Venezuela, 31. Okt. Das Militär hat, statt der Polizei, die Bewachung der Stadt übernommen. Die Gefängnisse sind mit verdächtigen Personen angesüllt, und die freie Rede ist gefährlich. Die Stadt wimmelt von Spionen. In Maracaibo haben wiederum Unruhen statt- gefunden. Anschlagezettel, „Ybarra" unter- zeichnet, fordern die Bevölkerung zum Auf- stande auf. Es heißt, daß Crespo's Flucht nahe bevorstehl. Der "Amtstwte" über das Leiden des C;aren. Schilderung der Entwickelung der Arankheit. Der Tag der Trauung des Lzarewitsch mit der Prinzessin Alix noch nicht bestimmt. St. Petersburg, 31. Okt. Der „Amtsbote" veröffentlicht folgenden Bericht über die Krankheit des bzaren: Die beunruhigenden Erscheinungen, welche sich in Spala zeigten, traten in den ersten Tagen des Aufenthaltes des Czaren in Livadia weniger scharf hervor. Der Czar war im Stande, nach seiner Ankunft dort dem Gottesdienste beizuwobnen, und auch auszufahren. Dann traten mit Mangel an Appetit, Schlaflosigkeit, ab- nehmender Herzthätigkcit, vermehrter Ei- weißausscheidung und Anschwellung der Glieder, Symptome von Schwäche ein. Am 19.'Oktoberbesserte sich sein Appetit, und am 20. war er im Stande ruhig zu schlafen, wodurch eine Zunahme von Kraft und eine Verminderung des Eiweißes herbeigeführl wurde. An demselben Tage kam die Königin von Griechenland an, uud auch derPfarrer Iwan traf aus Kronstadt ein, und der Czar empfing das heilige Abendmahl, welches zur Beruhigung seines Gemüthes diente. Am 22. Oktober betete der Czar mit dem Pfarrer Iwan. Am Abend desselben Tages kam die Prinzessin Alix von Hessen an, und wurde auf Befehl des Czaren von einer Ehrenwache mit Militürmusik empfangen. Die Begrüßung der Prinzessin Alix, deren Ankunft der Czar dringend gewünscht hatte, regte den Patienten stark auf, und trotz der Freude desselben darüber, befürch- teten die Aerzte böse Folgen von der Auf- regung; aber die Nacht verlief günstig. Die Anschwellung der Füße nahm zu, und war der freien Bewegung hinderlich. Während dieser ganzen Zeit, und trotz seiner Leiden vernachläßigle der Czar die Staatsgcschäfle nicht, bis er schließlich auf Drängen der Aerzte dieselben dem Czare- witsch überließ. Die wichtigsten Fälle wurden jedoch von ihm selbst entschieden, und ebenso Unterzeichnete er auch die Ver- fügungen. Heute wird halbamtlich mitgetheilt, daß die sämmtlichen Berichte über die sofortige Heirath des Czarewitsch mit der Prin- zessin Alix unbegründet sind, und daß nie- mals seil der Krankheit des Czaren beab- sichtigt wurde, die Heirath zu beschleuni- gen. Selbstmord einer Kaiserin. Die Kaiserin von China vergiftet sich. Lin Tadel und eine Ghrfeiaedes Kaisers die Veranlassung dazu. New York, 31. Okv. . Eine Spezialdepesche aus Shanghai sagt, daß die junge Kaiserin von China Selbst- mord begangen bat. Sie wurde vom Kaiser ausgcscholten und erhielt von ihm ein Schlag in's Gesicht, worauf sie Gift nahm. Der Fall „Favette". Derselbe reicht eine eigenthümliche Rechnung gegen dieRegierung ein und wird seines Amtes enthoben. Paris, 31. Okt. In der heutigen Cabinetssitzung wurde der Fall des Herrn Favette in Beralhung genommen, jenes hohen Beamten, welcher durch seine Rechnung von 460 Mahlzeiten und sechs Fahrgelder für Miclhskutschen gegen die Negierung beinahe das Mini- sterium gestürzt Hütte. Auf Antrag von Lourties, dem Handelsminister, Unterzeich- nete der Präsident Casimir-Perier eine Verfügung, wodurch Favette seines Amtes enthoben wurde. Der Justizminisler Gerin erklärt, daß die Belege für Favette's Mißverwaliung dem Generalanwalt unter- breitet werden sollen. Lin Axtduell. Leide Duellanten bleiben todt auf dem Platze. Way Croß, Ga., 31. Okt. Von Perrien County wird berichtet, daß dort ein blutiges Duell mit tödtlichem Ausgange stattfand. Die Betheiligten sind William Grisfin und Leroy Moores, zwei benachbarte Farmer und beide Fami- lienväter. Der Sohn deS einen hatte seit einiger Zeit der Tochter des Nachbars Auf- merksamkeiten erwiesen, und beide Väter waren damit durchaus nicht einverstanden. Vorgestern trafen sie sich, ergriffen jeder eine Axt und gingen sich damit zu Leibe. Die Folge war daß sie sich gegenseitig die Schädel spalteten, zu Boden stürzten, und daß in der nächsten Minute aus zwei rüsti- gen Farmern zwei Leichen geworden wa- ren. Bahnüberfall. Die Räuber haben aber, wie es scheint, keine Beute gemacht. Cleveland, 0., 31. Okt. Das Gerücht von dem Bahnüberfall auf der Lake Shore-Bahn in der Nähe von Buffalo wird in der hiesigen Hauptoffice der Bahugesellschaft bestätigt. Die Be- amten verhallen sich jedoch sehr schweigsam darüber und. haben die Einzelheiten des Vorfalles noch nicht in Erfahrung gebracht. Es befand sich kein Geld auf dem Zuge, undwenn ein Raub beabsichtigt worden war, so hatten die Banditen keinen Erfolg. Der Zug kam heute Morgen um 4 Uhr durch die Stadt, aber keiner der Passagiere machte hier irgend welche Meldung von der An- gelegenheit. Gerüchte Uder Veränderungen in den Ministerien. Der preußische Rcinister für Land- wirthschaft will sein Amt niederlegen. Errichtung von landwirthschaftlichen Bureaur und eines Eolonial-Ministeriums. Berlin, 31. Okt. Ueber die möglichen Veränderungen in den Ministerien sind allerlei Gerüchte im Umlauf. Ein's der letzteren scheint einiger- maßen glaubwürdig zu sein. Es ist das Gerücht, daß Graf Herbert Bismarck bei einer der großen Mächte Gesandter werden soll, während er, einem anderen Gerüchte nach, zuin Rath des Kanzlers ernannt werden wird. Die Zeitungen bestätigen beute das Ge- rücht, daß Karl, Heinrich v. Heyden-Ca- dow, der preußische Minister für Land- wirthschaft, Forsten und Domänen, sein Amt niederlegen wird, ein Schritt, welcher mit der Bcrathung der Minister am 29. Oktober über die Präsidentschaft des Dr. Karl Heinrich von Boetticher in Verbin- dung stehen mag, bei welcher Gelegenheit die Unruhen unter den Bauern in Weißau in Baiern zur Besprechung kamen, welche durch Truppen unterdrückt werden mußten. Bei der Gelegenheit wurden zwei Bauern getödtet. Es heißt, daß Fürst Hohenlohe mit dem Kaiser übereingekommen ist, die Politik in mehreren Punkten zu ändern. Die erste Andeutung davon giebl die Verfügung, daß in Verbindung mit den Gesandtschaf- ten in London, Washington, Paris, Wien und St. Petersburg landwirthschaftliche Bureaus errichtet werden sollen. Ferner heißt es, daß ein kaiserliches Kolonial- Ministerium errichtet werden soll, was aus eine lebhafte Kolonialpolitik hindeutet. Ligenthümlicher Unfall. Der Leiter eines elektrischen Wagens verun- glückt. Nashville, 31. Okt. Ein sonderbarer Unfall ereignete sich gestern Abend in Eastern Nashville. Page, der Leiter eines elektrischen Wagens, siel über die vordere Schutzwand des Wagens, und wurde eine lange Strecke weit ge- schleift, ehe der Unfall bemerkt wurde. Ais er aufgehoben wurde, war er bewußtlos, und starb eine halbe Stunde darauf, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben. Wodurch das Unglück herbeigeführt wurde, konnte nicht ermtttelt werden. Lin netter Friedensrichter. Er schneidet seiner jungen Frau den Hals ab. WhiteSulphurSprings, ) Georgia, 31. Okt. s Die ganze Ortschaft befindet sich infolge eines gestern in der Nähe von hier be- gangenen scheußlichen Mordes in größter Aufregung. In einem Anfall von wahn- sinniger Eifersucht nämlich hat der Frie- densrichter W. T. Magruder seiner Frau mit einem Taschenmesser den Hals abge- schnitlen. Frau Magruder war erst zwan- zig Jahre alt, während er zweiundzwanzig Jahre älter war. Gras Herbert Bismarck in Berlin. Demselben ist, wie es scheint, ein hohes Amt zugedacht. Berlin, 31. Okt. Es scheint, daß noch weitere Ueber- raschungrn bevorstehen. Graf Herbert Bis- marck ist unerwartet hier eingetroffen. Man glaubt, daß er einen Gesandtschafts- Posten erhält, oder daß er zum Rath des Kanzlers ernannt werden wird. Städtisches. Das Wetter. Optiker Kleine, 76 Washington Str., berichtet für Chicago die folgenden Baro- meter- und Thermomelerstände: Um 8 Uhr Morg. 48 Gr., um 9 Uhr 48 Gr., um 10 Uhr 50 Gr., um 11 Ukr 50 Gr., um 12 Übr 50 Gr. Barometerstand um 8 Uhr Morg. 29.10,12 Uhr 29.10. Kleine Nachrichten. Edward E. Egan, ein hier wohlbe- kannter Einbrecher uns Halsabschneider, wurde am Sonntag Abend in Kansas City von einem Polizisten erschossen. Der 19jährige Walter Nodmann und die 15jährige JennieWeaver verheiralheten sich gestern mit Einwilligung ihrer resp. Eltern, da sie beide noch minderjährig sind. Eine eigenthümliche Sorte von Die- ben macht sich augenblicklich in Highland Park bemerkbar. Sie stehlen nämlich nur Lebensmittel. Wie es scheint, haben die armen Schelme Hunger. „Halloween" beginnt heute mit Son- nenuntergang. Wer sich gegen die Unthaten jugendlicher Schelme schützen will, thut wohl daran, seiüen Hund loszulassen und alle nicht niet- und nagelfesten Gegenstände anzuketten. Es wird behauptet, daß die Pullman Company ihren Arbeitern unter der Hand mittheilen ließ, daß eine demokratische Mehrheit in der Gesetzgebung eine aber- malige Schließung der Pullman'schen Werkstätten bedeute. Das ist ein Wink mit dem Zaunpfadl. Die siebenjährige Lizzie Wilcoosky, deren Pflegeeltern, Jsaac und Sarah Wil- coosky in No. 3839 Lincolnstraße wohnen, wurde am Montag von einer Frau mit rothen Haaren aus der Brighton Part Schule entführt. Die Frau kam unter dem Vorgeven nach der Schule, daß Frau Wilcoosky sich verletzt und sie gesandt habe, um Lizzie nach Hause zu bringen. Seit- dem hat man von dem Kinde nichts ge- sehen. Der Wayor beleidigt. John R. Tanner, der Vorsitzer des republika- nischen Staatscentralcomites wird sich vor den Großgeschworenen wegen ver- brecherischer verläumdung zu verant- worten haben. Mayor Hopkins hat sich bisher um die üblichen Eampagnelügen, soweit sie ihn und die gegenwärtige städtische Administra- tion berührten, blutwenig gekümmert. Gestern aber kam ihm ein von dem Vorsitzer des Organisalionscomites des republikani- schen Slaats-Ccntral-Comites, John R. Tanner, untcrzeichnetes Circular in die Hände, in welchem er mit direkten Worten beschuldigt wird, Gelder aus den städti- schen Beamten in Chicago herausgepreßt zu haben. Als der Mayor dieses Circular gelesen hatte, stieg ihm denn doch etwas die Gallein das Blut. Er begab sich mit dem Schriftstück sofort zu seinem Anwalt, Adams A. Goodrich, der nach dem Durch- lesen desselben erklärte, daß dasselbe ein krasses Beispiel böswilliger und verbreche- rischer Verläumdung im vollen Sinne des Gesetzes darstelle. Anwalt Goodrich ermunterte den Mayor zur Ausführung seiner Absicht, gegen den Verläumder energisch vorzugchen. Der Mayor wünschte aber nicht vorzugehen, ohne Tanner Gelegenheit gegeben zu haben, entweder seinen Fehler männlich wieder gut zu machen und die Verläumdung zurückzu- zichen, oder falls er das Circular nicht ge- schrieben habe, dieses festzustellen. In Begleitung der Anwälte Goodrich und H. T. Gilbert begab sich der Mayor am Nachmittage nach dem Hauptquartier des republikanischen Staats-Central-Co- mites in Grand Pacific Hotel, um Tanner zur Rede zu stellen. Tanner war aber nicht anwesend, und der Mayor erhielt den Bescheid, daß derselbe um 3:30 Uhr zurückkehren würde. Um die bezeichnet«: Stunde war Herr Hopkins mit seinen Begleitern wieder im Grand Pacific Hotel anwesend, wo sein Erscheinen im Lager des Feindes natur- gemäß großes Aufsehen erregt halte. Es gelang dem Mayor, Herrn Tanner noch gerade abzusassen, als derselbe das Hotel verlassen wollte. Nach einer steifen Be- grüßung erklärte Herr Hopkins Herrn Tanner den Grund seiner Anwesenheit und hielt dem letzteren das ominöse Circular vor Augen. Tanner gab zu, das Circular unterzeichnet zu haben, und erklärte, daß er die darin enthaltene Anklage nicht wider- rufen werde. Daraufhin erklärte ihm der Mayor, daß er ihn unter der Anklage der böswilligen Verläumdung heute Morgen verhaften lassen werde und daß er mit allen ihm zur Verfügung stehenden gesetzlichen Mitteln die Anklage betreiben werde. Von einer augenblicklichen Verhaftung würde er ab- sehen, um seinem Verläumder keine un- nöthigen Unannebmlichkeiten zu bereiten. Jetzt war das Erstaunen an Herrn Tan- ner, der blaß wurde und kaum eine Ant- wort stammeln konnte. Später erkürte Tanner, daß er nichts zu der Sache zu sagen habe. Auch der Mayor wollte wenig über die Angelegenheit äußern. Er er- klärte nur, daß er ein Exempel statuiren wolle. Von der Ausführung seiner ursprüng- lichen Absicht, Tanner verhaften zu lassen, hat der Mayor heute Vormittag Abstand genommen. Er hat die Angelegenheit direkt den Großgeschworenen unterbreitet und dieselben ersucht,' gegen Tanner eine An- klage zu erheben. Im klebrigen zeigte Mayor Hopkins auch heute Vormittag keine Lust, sich weiter über die Angelegenheit zu äußern. Verbrannt. Der zzjährige Henry Seavers wird durch das Lrplodiren einer Kerosinflasche tödtlich verletzt. Ein schreckliches Unglück ereignete sich heute früh in dem Hause 288 9k. Curtis Straße. Dort wohnt Herr Henry Seavers mit seiner Gattin und seinem 13jührigen Sohn Henry. Um neun Uhr heule früh begab sich Letzterer in die Küche des Hauses um in dem daselbst befindlichen Ofen Feuer anzumachen. Da das Holz, welches er hineinlegte, nicht gleich anbrennen wollte, nahm er eine Flasche Kerosin zur Hand und goß den Inhalt derselben aus das Feuer. Kaum waren aber die ersten paar Tropfen auf Letzteres gefallen, als das Oel in der Flasche selbst in Brand gerieth und diese dann nach wenigen Augenblicken mit einem ohrenbetäubenden Knall barst. Bin- nen weniger Momente stand die ganze Küche in lichterlohen Flammen. Frau Seavers kam hinzu und mehrere Nachbarn, doch vermochte man nicht in den brennen-den Raum einzudringen und den darin be- findlichen unglücklichen Henry zu retten. Die Feuerwehr war unterdessen alarmirt worden und dieser gelang es, die Flam- men rasch zu unterdrücken und den nun- mehr halb verkohlten Knaben, der aber noch am Leben war. zu retten und nach dem St. Elizabeth-Hospital zu bringen, wo er wahrscheinlich vor Abend seinen Verletzun- gen erliegen wird. Straßen-Verbesserungen. Im städtischen Oberbaucommissariat wurden heute Vormittag die Angebote für die Pflasterung und sonstige Verbesserung einer kleinen Anzahl von Straßen, bezw. Gassen geöffnet. Die Straßen, welche baldigst in einen guten Zustand versetzt werden sollen, sind: die AUey zwischen der 30. und 31. Straße, Cottage Grove Ave. und Groveland Ave.; die Lincoln Avenue von Montrose Boulevard bis zur Bowman- ville Road; die Roscnmerkelstraße von der Wrightstr. bis zur Wallacestr., und die Sheridanstraße, von Bloomingdale Road bis zur Armilage Ave. Zn's Haus zum guten Hirten. Aus den Antrag von William Schultz, No. 52 Clybourn Ave. wohnhaft, wurde seine auf Abwege gerathcne etwa dreizehn- jährige Tochter Paulina Schultz unter einer Strafe von HIOO dem Haus zum guten Hirten zugewiesen. Der „Vorwärts Turnverein" be- stohlen. Einbrecher machen sich über die für die Fair bestimmten Aachen her. Ter Turnverein „Vorwärts" veranstaltet bekanntlich in einigen Tagen eine große Fair in seiner Halle an der W. 12. Str. Die massenhaft zu derselben eingegangenen Geschenke sind bis zur Beendigung aller nolhwendigcn Einrichtungen in dem neben der großen Halle befindlichen Schankzim- mer aufgespeichert. Diese Geschenke, unter denen sich viele kostbare und werthvolle be-finden, ersah sich die Sheevlin-Bande als Beute. Gestern Abend gegen 10 Uhr schli- chen sich einige Mitglieder derselben durchdie offene Hallenlhür in diese hinein, von da in das Gardcrobenzimmer und durch dieses in das Schankzimmer. Dort hausten sie ganz gehörig unter den aufgespeicherten Ausstellungs- und Ver- kaufsgegenständen. Mit der Beute ver- schwanden sie ungesehen. Kühn gemacht durch den ersten Erfolg, gingen sie noch- mals hin und sandten Eddy Clisford, einen zwar erst 10jährigen aber verwegenen Burschen nach dem Schankzimmer hinauf um aus diesem noch mehr Geschenke heraus- zuliolen und ihnen durch ein Fenster aus die Straße hinanszureichen. Doch Eddie war von dem in der Halle zufällig anwesenden Fred. Adenburg gesehen worden. Der in der Nähe stalionirte Polizist Michael Har- nett wurde berbeigcrufen und als dieser sich der Halle näherte, nahmen Clisfords Cum- pane schnellstens Reißaus. Eddie wurde mit einer Kiste, enthaltend 6 Flaschen edlen Rebensaftes, aus dem Arme abgefaßt, und nach Numero Sicher ge- bracht. Richter Eberhardt stellte ihn bis zum 7. November unter HBOO Bürgschaft. Er ist im Jahre 1893 bereits sechsmal wegen Diebstahls verhaftet gewesen, aber stets mit geringen Strafen davongekommen. Vor etwa 6 Wochen legte ihm Richter Eber- Hardt wegen Taschendiebstahls eine Strafe von HSO auf. Kaum war das Urtheil ver- kündet, als seine Mutter zum Alderman Powers lief und durch diesen eine Nieder- schlagung der Strafe seitens des Polizei- anwalts Asay erwirkte. Hoffentlich geht cs dem Burschen dieses Mal an den Kragen. Zweimal bestohlen während eines Wonats wird der Kleiderhändler 5. Wood. Der Klciderbändler S. Wood von 19 Blue Island Ave. ist bei der Einbrccher- zunft der Westseite als einer derjenigen vermerkt, denen man nicht oft genug uner- betene Besuche abstatten könnte. Am 29. September statteten Mitglieder dieser Zunft seinem Geschäftslokale einen Besuch ab und erbeuteten Kleider und Stoffe im Werlhe von H2OOO. Ein kleiner Theil der Beule wurde bald darauf in dem leeren Erdgeschoß des Hauses, Nordwest-Ecke Har- rison und Desplaines'Str., ausgesunden. Die mit der Aufarbeitung des Falles be- trauten Detectives Harding und Shaugh- nessey ermittelten später, daß am Abend vorher zwei Personen von dem Grocer und Kohlenhändler D. W. Prustmann, 254 S. Desplaines Str., für den Morgen dessen Kohlenwagen geliehen hatten und dieser, als der Wagen zurückgcbracht worden war, in demselben zwei Kleiderhalter aus Draht gesunden hätte. Nach der ihnen von den zwei Leuten ge- gebenen Beschreibung, verhärteten die De- tcctives die berüchtigten Einbrecher Chas. Fielding und John Rodgers. Der in der Gegend Harrison- und Desplainesstraße patrouillirende Polizist Mahoney von der Desplainesstr.-Station halte in der Nacht, als der Einbruch verübt wurde, einen Wa- gen in verdächtiger Weise umhersahren sehen, d. h. ihn aus dem Stalle der Prust- man herausholen, etwa 2 Stunden in eine AUey, hinter dem Hause, Nordwest- Ecke Harrison- und Desplainesftr. hinein- fahren und bald darauf wieder heraus- fahren sehen. Der war es auch, der einen Theil der Wood gestohlenen Sachen dort ermittelte. Fielding, welcher von Prust- man als einer derjenigen idenlisicirt wurde, der den Wagen geborgt, wurde am Sam- stag von Richter Eberhardt unter H2OOO Bürgschaft an's Criminalgericht verwiesen, Rodgers aber straffrei entlassen. Gestern verhafteten die genannten Detectives „Red" rüins Dav. Conroy, den Prustman als den anderen idenlisicirte, welcher den Hagen geborgt. Eonroy wurde heute von Richter Eber- hardt bis Freilag unter HBOO Bürgschaft gestellt. Als unser Berichterstatter heute Prustman fragte, ob er Eonrop, der hell- rothes Kopfhaar hat, wirklich als den Zwei- ten idenlificiren könnte, der den Wagen ge- borgt, war er sich noch nicht recht klar da- rüber. Er glaubte, daß der zweite Mann dunkelrothes Kopfhaar gehabt hätte. Noch nicht geug mit dem einen Einbruch, statte- ten die Mitglieder der Bande Wood's Wohnung, die sich neben dem Geschüfts- locale befindet, einen Besuch ab und stahlen dort Herren- und Damen-Kleider im Werlhe von über H2OO. Eine in demselben Hause wohnende Kleidermachcrin will einige mtt Kleidern beladene Personen die Wood'sche Wohnung haben verlassen sehen, aber an- genommen, daß die L-achen von Wood's Leuten nach dessen Geschäft geschafft wür- den. Conroy trägt seine Hand in einer Binde. Er soll sich beim Einbruch die Hand beim Zerschneiden der Glasscheiben arg verletzt haben. Richter Waterman vom Appellations- gericht ist von seiner Reise nach Japün zurückgekchrl. Er war 14 Wochen ab- wesend und ist voll des Lobes über die ge- ordneten und friedliche«: Zustände in jenem Lande. Ob es den dortigen Richtern Wohl auch gestaltet ist, 'zu ihrem Vergnügen 14 Wochen zu verreisen und während dieser Zeit ihr Salär ruhig weiter zu beziehen. ? Viehmarkt. Schweine sind fest im Preise, und gute Qualität im Preise um 5(A10 Eis. stiegen und brachten schwere 4.45(ck4.85, lesMe 4.20(a4.65, durcheinander 4.35(«-75. Rindvieh und Schafe fest. Zufuhr 21,000 Stück Rindvieh, 27,000 Schweine und 15,000 Schafe.

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