Abendblatt Newspaper Archives Oct 25 1894, Page 1

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Abendblatt (Newspaper) - October 25, 1894, Chicago, IllinoisHerausgegeben von der Illinois Staats-Aeitungs-Eo. Lhicago, Donnerstag, 25. Oktober 1894. Preis 1 Cent. 47. Jahrgang. No. 254. Uevevviick Und Kurzg efa Kies. Es giebtRegen beute und daun wird's kalt, indem der Wind nach Nordwesten umspringt. Aus Livadia wird omttich gemeldet, daß der Zustand des Czaren sich etwas ge- bessert hat. Der Czarewitsch und die Prin- zessin Alix haben gestern einem Seelenamt für den 1892verstorbenen Onkel des Czaren, Großfürsten Konstantin, bcigewohnt und hierauf gclneinsam einen Ausflug unter- nommen. Der verkehrten Diagnose des Dr. Szacharjin wird jetzt die ganze Schuld an der schweren Krankheit des Czaren zu- geschrieben. ln Brest sind bei einer Damvfkessel- explosion 6 Menschen um's Leben gekom- men und 20 schwer verletzt worden. Aus Jokohama wird ein großes Erd- beben gemeldet, dem 260 Menschen zumOpfer fielen. - Ein ganz harmloser, närrischer Kauz, der sich einbildet, in Deutschland in einer Erbschaftsangelegenheit betrogen worden zu sein, hat deute früh in New Jork dem Präsidenten Cleveland sein Anliegen per- sönlich vorzutragen versucht, und ist von dem Leibärzte Cleveland's abgewiesen worden. Ein japanisches Heer hat in der Nähe von Port Arthur eine Landung bewerk- stelligt und die Chinesen haben diesen Ort geräumt. ln New Jork setzten die Kurse auf der Effektenbörse fest an und gingen als- bald um Prozent in die Höhe. Um Zehn wurde nochmals eine Avance von H Proz. verzeichnet, doch stellte sich alsdann eine weichende Stimmung ein und hielt dieielbe bei Abgang dieser Depesche noch Stand. Wie sich nachträglich herausstellt, hat die Nerv Jorker Polizei, um dem Lexow- Comkte die Beweise zu entziehen, mehrere Zeuginnen, lauter Bordellwirthiunen, ver- anlaßt, aus einige Wochen nach Chicago zu gehen. Die betreffenden Frauenzimmer, welche bis zu §IOOO jährlich von der New Jorker Polizei-gebrandschützt wurden, sind der Mehrzahl nach wieder nach New Jork zurückgekehrl. Herr Randolph, Ingenieur der Ab- wasserbehörde, prophezeit dem Städtchen Lockport am Abwassercanal eine große Zukunft. Er vergleicht es betreffs der benachbarten Wasserbetriebskrast mit Minneapotis und ist der Ansicht, daß nach Fertigstellung des Canals hier eine Stadt entsteht, die Minneapolis bald an Einwoh- nerzahl übertrifst. Die „American Book Company", welche außer für Chicago auch für andere Städte die Schulbücher liefert, hat sich vom hiesigen Schutrath bei einem sehr unreellen Geschäft ertappen lassen. Sie verkauft nämlich die Schulbücher in anderen Städten billiger, wie in Chicago. Nach- dem sie ertappt wurde, hat sie sich bereit erklärt, der Stadt Chicago die betreffenden Preisdifferenzen bis zum 1. Januar 1893 zurückzubezahlcu. Das ist recht. Die Spitzbuben müssen auch ihren Raub wieder herausgeben, wenn sie ertappt werden. Tekegraplnstks Depes-Aen. Protest der Mralideralen. Sie protestiren geczen die Aufhebung der sozialistischen Vereine. Gründung eines Bundes zur vertheidigung der Freiheit. Mailand, 25. Okt. Es ist ein von acht Deputaten von der äußersten Linken unterzeichnetes Manifest veröffentlicht worden, worin gegen den Er- laß über die Auflösung der sozialistischen Vereine in Italien Protest erheben und die Errichtung eines Verbandes zur Vertheidi- gung der Freiheit angekündigt wird. Beinahe in einem Brunnen er- trunken. Wie ein vierjähriger Junge vor einem nassen Grabe gerettet wurde. Moline, Jll., 25. Okt. Daß der kleine vierjährige Charlie, ein Sohn von Lars Larsen, heute noch am Le- ben ist, ist als ein halbes Wunder zu be- trachten. Gestern siel er beim Spielen in einen einunddreißig Fuß tiefen Brunnen, in welchem das Wasser neun Fuß hoch stand. Einige Frauen, die sich zufällig in der Nähe befanden, kamen eiligst herzu und ließen an einem halbzölligen Strick einen Eimer in den Brunnen, den der kleine Bursche auch erfaßte, und worau er in die Höhe gezogen wurde. Er hatte beinahe schon die Oberfläche erreicht, als er plötzlichaus Angst seinen Halt verlor und wieder in die Tiefe hinabstürzte, wobei er sich an der Seite des Brunnens den Kopf verletzte. Wiederum wurde nun der Strick mit dem Eimer hinuntergelassen, aber ;>um zweiten Wale ließ ihn der Kleine los. Mittler- weile waren in Folge der Hülferufe der Frauen Männer herbeigceilt, die zum dritten Male den Strick hinabließen und deM kleinen Jungen Muth cinsprachen,was auch zu Helsen schien; denn so krampf- haft hatte er mit seinen kleinen Fingern denStrick umklammert, daß man, als er glück- lich gerettet war, dieselben kaum losmachcn konnte. Der Junge war tüchtig erschreckt und gehörig durchgefroren, hatte auch ein ar Beulen davongetragen, aber sonst hatte ihm das Abenteuer keinen Schaden gethan« Hat resignirt. dickster Field resignirt als „Trustee" der Stanford Universität. San Jose, Cal.. 25. Okt. Der Richter Stephen I. Field hat sein enmt als Verwaltungsmitglied der Aland Stanford-Universität niedergelegt. Vom Krankenbette des Haren. widersprechende Nachrichten. Erbitterung in St. Petersburg gegen den Dr. Zacharin. Beileidsschreiben des Kaisers Wilhelm und seiner Mutter an die Lzarin. London, 25. Okt. Die aus Livadia heute 'Morgen hier ein- getroffeucn Nachrichten sind äußerst wi- dersprechend, denn die Telegramme wider- sprechen sich derartig, daß Niemand im Stande ist, sich über den wahren Zustand des Czaren ein Urtheil zu bilden. Eine Depesche aus Frankfurt sagt, daß die Kai- serin Friedrich besonders schmerzlich durch die Krankheit des Czaren berührt wird, weil ihr dadurch der verbättnißmäßig erst vor Kurzem erfolgte Tod ihres Gatten in's Gedächtniß zurückgerufen wird. Es wird hluzugefügt, daß sie uud ihr Sohn, der Kaiser, brieflich der Czarin ihre Theil- nahme ausgedrückt haben. Die Depeschen aus St. Petersburg brin- gen heute Morgen die Mittheilung, daß sich gegen den Dr. Zacharin eine allgemeine Entrüstung kund giebt, weil mau an- nimint, daß der in Folge der anfänglich tatschen Diagnose angerichtete Schaden durch die Nachlässigkeit desselben und durch seinen Mangel au medizinischem Wissen nach nachhaltiger gemacht wurde. Der Professor Zacharin wird scharf ge- tadelt und es wird behauptet, daß wenn der Czar sterben sollte, dies dem Mangel einer rechtzeitigen richtigen Behandlung zuge- schriebcn werden wird. In der betreffen,den' Depesche heißt es ferner, daß die Czarin seit der Krisis an fortwährenden Ohnmachtsanfällen und starker Nervösitüt leidet. Ebenso wird gemeldet, daß der Zustand des Czaren gestern mit Schläfrigkeit und verhüttnißmäßigem Wohlbefinden abwech- sclte. Während des letzteren soll der Czar mit dem Czarewitsch eine lange Unterredung gehabt und ihm eine Abschiedsadresse an Rußland diklirt haben, welche nach seinem Tode veröffentlicht werden soll. Dieselbe ist, wie es heißt, rein persön- licher Natur und behandelt keine politischen Fragen. Der Czar ist durch die Theilnahme des russischen Volkes äußerst angenehm berührt und ist sich, wie es heißt, seines Zustandes wohl bewußt. . Berlin, 25. Okt. Die hiesige russische Gesandtschaft hat heute morgen eine Depesche aus Livadia er- halten, worin es heißt, daß im Zustande des Czaren eine leichte Besserung einge- treten ist. St. Petersburg, 25. Okt. In dem amtlichen Bulletin von heute morgen wird nicht gesagt, daß eine wirtliche Veränderung im Zustande des Czaren ein- getreten ist. S t. P e t e r s b u r g, 25. Okt. Laut heute Morgen hier aus Livadia eingetrofsencn Nachrichten hat der Czare- witsch gestern mit derPrinzessin Alix einem Secleuamt zum Andenken an den Groß- Coustaittiu, den Onkel des Czaren, welcher im Jahre 1892 starb, beigcwohnt. Das Secleuamt wurde im Schlosse Orianda gefeiert; später besuchte derCzarewitsch mit seinerBraut den Wasserfall bei Umshuussu. Ein abhanden gekommenes Ver- mögen. Lin Nachlaßverwalter, dem siebzig tausend Dollars durch die Hand gehen. San Francisco, Col., > 25. Okt. s Das Snperiorgericht beschäftigt sich jetzt mit der Frage, was aus der Nachlassen- schaft der Frau Sophie Dali, welche einen Werth von §70,000 hatte, geworden sein mag. Frau Dall starb vor zwanzig Jah- ren und hinterließ ihrem minderjährigen Sohne ihr aus Wcrttipapieren und baarem Gctde bestehendes Vermögen. Zum Ver- walter des Nachlasses wurde ihr Schwager John H. Dall ernannt; im Falle des Todes des Sohnes, sollte das Vermögen unter die drei Schwestern der Frau Dall vertheilt werden, von denen eine, Frau Enima Compton iu Plainsield, N. 1., wohnt. Der Sohn der Frau Dall starb achtzehn Monate nach seiner Mutter uud der Onkel verlangte zum Nachlaßverwaltcr ernannt zu werden, indem er vor Gericht erklärte, daß die einzige Erbin des jungen Mannes dessen Großmutter, Susann« Dall in Brooklyn sei, welche damals 70 Jahr alt war. Daraus stellte John U. Dall, als Anwalt der Frau Susann« Dali, sich selbst als Nachlaßverwalter eine Quit- tung für das hinterlassenc Vermögen aus. Im letzten Januar starb er uud hiuterließ ein aus werlhtosen Wechseln und schlechten Werthpapieren, nebst zehn Dollars in baarem Gelbe bestehendes Vermögen. Testamentarisch hatte er dies seiner in New Jork wohnenden Schwester, der Frau Dünn nnd seinen in Brooklyn wohnenden Halbschwestern, Susan Brown und A. Halset) vermacht. Die im Osten wohnen- den Erben möchten jetzt gern wissen, was aus dem ursprünglichen Vermögen gewor- den ist. Ein schönes Alter. Line Frau erliegt in ihrem zo2. Lebensjahre der Altersschwäche. St. Joseph, Mo., 25. Okt. Frau Nosetta Sarton, die Mutter des verstorbenen reichen Bankiers A. M. Sax- ton, ist an Altersschwäche gestorben. Siewurde am 12. Oktober 1792 in Virginien geboren, und erreichte daher ein Alter vonmehr als 102 Jahren. Sie war bis zuletztim Besitze ihrer Geisteskräfte, und erinnerte sich noch mancher Ereignisse, welche An- fangs dieses Jahrhunderts stattfanden. M ÄmreMM ilkß Mr- schalk IliM«. Dasselbe soll bei Oort Arthur gelandet sein. Warschau tzamagata in die Wand- schurei eingedrungen. Die bisherigen Verluste der Japaner. lokoüama, 25. Okt. Es wird hier behauptet, daß das Armee- corps des Feldmarschalls Grafen Oyama, des früheren Kriegsministers, bei Seikiosso, in der Nähe von Port Arthur, eine Lan- dung bewirkt hat. Ferner heißt es hier, daß die japanische Armee unter dem Befehle des Feldmar- schalls Jamagata den Jalu überschritten hat, und in die Mandschurei eingedrungen ist. Am 26. September wurde mitgetheilt, daß der Feldmarschall Oyama mit dem zweiten japanischen Geschwader von Hiro- shima abgegangen sei. Seitdem wurde wiederholt behauptet, daß die Japaner in der Nähe von Port Arthur gelandet seien, und daß jener wichtige Platz genommen sei. Ebenso wurde mehrere Male gemeldet, daß die Japaner den Jalu überschritten hätten, und zurückgetrieben worden seien. Wenn aber die Japaner stets so erfolg- reich waren, ist es schwer verständlich, wie sie so viele Verwundete haben konnten, wie berichtet wurde. Eine Depesche aus Che- mulpo, vom 22. Oktober, theilt mit, daß dort 1800 verwundete Japaner angekom- men sind, daß sich in Seoul eine große An- zahl von Verwundeten befindet, uud daß bereits 2100 verwundete Soldaten nach Japan zurückgcsandt worden seien. Neuer Getreidespeicher. Derselbe wird von der Northern Pacific-Bahn gebaut und soll zwei Millionen Bü- schel Getreide fassen. Tacoma, Wash., 25. Okt. Die Northern Pacisic-Bahn hat mit der „Tacoma Land Company" ein Ucberein- kommen getroffen, für die Gesellschaft einen zwei Millionen Büschel haltenden Speicher zu bauen. Derselbe wird 750 Fuß lang, 200 Fuß breit, zwei Stockwerke hoch, und soll bis zur nächsten Ernte fertig werden. Der Speicher wird an der Straßenfront, unterhalb des Hauplbureaus der Bahn, er- baut werden, und durch denselben wird die örtliche Lagerfähigkeit aus fünf Millionen Büschel erhöht. Ein alter Seemann gestorben. Lommodore Hopkins mit dem Tode abge- gangen. S a n Fr a n c i s c o, 25. Okt. Der Commodore William Evly Hopkins ist in seinem dreiundsiebzigsten Lebensjahre gestorben. Er wurde vom Staate Vir- giuien nach der Seeakademic gesandt. Zu- letzt befehligte er das zur Aufnahme von Rekruten bestimmte Schiff „Jndependence," welches bei Mare Island stalionirt ist. Verhängnisvolle Unvorsichtigkeit. Lin Brückenbauer das Dpfer des „ungelade- nen Revolvers". Joliet, Jll., 25. Okt. Gestern verlor John Becker von hier, ein Brückenbauer an der Elgin, Joliet L Eastern Bahn, in dem sechszehn Meilen westlich von hier gelegenen Orte Devine durch einen unglücklichen Zufall das Leben. Er handierte mit seinem Revolver, den er nicht für geladen hielt, als sich derselbe plötzlich entlud uud er von der Kugel so unglücklich getroffen wurde, daß er sofort todt nicderstürzte. Becker hinterläßt eine Familie: seine Leiche wurde gestern Abend hierhergebrachl. Japaner landen bei j)ort Arthur Und die Lhiuesen drücken sich. Shanghai, 25. Okt. Die Chinesen haben Port Arthur ge- räumt. Ein japanisches Herr soll unweit Port Arthur, in der Tabiau Wan Bai, aus der coreanischeu Seite der Halbinsel Kwang-Tung, gelandet seien. Die in Rede stehende Truppenmacht ist die von Oyama befehligte. Zwanzig Jahre auf der Suche nach seinen: Bruder. Lr findet ihn endlich arm und krank in Kansas Lity. Kansas City, Mo., 25. Okt. Seit den letzten zwanzig Jahren hat E. F. Stapley, ein reicher Bewohner von Lon-don, England, den Aufenthalt seines Bru- ders, James Stapley, zu ermitteln ver- sucht. Er erließ massenhafte Anzeigen in den Zeitungen, und nahm auch Geheim- polizisten iu Dienst, um ihm bei seinen Nachforschungen zu helfen. Kürzlich schickte Stapley seine zwei Stiefsöhne nach Amerika, um die Nachforschungen hier forlzusetzen. Sie erließen Anzeigen in den Zeitungen und ersuchten auch die Polizei in allen großen Städten des Landes, sie bei ihren Nachforschungen zu unterstützen. Bald darauf ermittelte der Polizeichef Speers von hier durch Nachfragen unter den hier wohnenden Engländern den Mann. Stapley wurde arm und krank aufgcfunden, und wohnte seit längerer Zeit bei dem Bauunternehmer W. W. Taylor. Er wird demnächst nach England zurückkehren undmit seinem Bruder zusammenwohuen, dessen langjährige Nachforschungen doch endlich den gewünschten Erfolg halten. Ein harmloser Narr Spricht beim Präsidenten Cleveland in New Jork vor Um sein Anliegen vorzubringen. Ivird aber nicht vorgelassen. New York, 25. Okt. Heute stellte sich ein bekannter „Crank" in der Wohnung des Dr. Joseph Bryant ein, wo der Präsident Clcveland abgestie- grn ist, und verlangte den Präsidenten zu sehen. Es war Richard Goerdeler aus New 'Jork, derselbe 3 kann, welcher vor eini- gen Monaten den Kaiser Wilhelm zum Zweikamps hcrausgc-ordert Halle. Gegen 9 Uhr zog Goerdeler heftig die Klingel an Dr. Bryant's Wohnung, und als ein Diener erschien, verlangte er, den Präsidenten zu sehen;. Der Diener erwi- derte, daß Cleveland nicht zu sprechen sei, worauf Goerdeler erwiderte, daß er ein Ge- schäft von internationaler Wichtigkeit habe. Darauf erschien Dr. Bryant an der Thüre und versuchte dem „Crank" begreif- lich zu machen, daß derPräsident noch nicht zu sprechen sei, woraus Goerdeler schließlich wegging. Der „Crank" ist ein Mann mittleren Alters und war gut gekleidet; er ist kräftig gebaut und spricht mit nervöser Aufregung. Daß Präsident Clevcland keine Geheim- polizisten um sich hat, hat sich hierdurch herausgestcllt. Es hieß, daß er von Leib- wächtern begleitet wäre, aber es war heute, wo deren Dienste vielleicht nothwendig ge- worden wären, Niemand anwesend. Unruhen in Venezuela. Das Eabinet will zurücktreten. Allgemeine Unzufriedenheit mit der Regie- rung des Präsidenten Lrespo vor- herrschend. Caracas, Venezuela, 25. Okt. Das Cabinet wird, da es der Ueber- zeugung ist, daß es unmöglich sein wird, den Präsidenten Crespo zu unterstützen, seine Resignation cinreichen. Gestern versammelte sich in der Nähe des Gefängnisses eine bedeutende Menschen- menge, um den General Pinango zu be- freien. Es entstand ein Kampf mit der Polizei, bei welchem mehrere Personen das Leben verloren. Schließlich wurde die Menge durch Truppen auseinandcrgetrie- ben. Es sind noch mehrere Zeitungsheraus- geber, welche die Regierung" einer Kritik unterzogen hatten, verhaftet worden. Fünf zu einer Schaar gehörige Personen, die den Präsidenten Crespo zu entführen beabsich- tigten, sind bei einem Aufstande in Mara- caibo getödtet worden, während sieben ge- fangen genommen wurden. Die letzteren verrielhen einen Plan zur Proklamirung einer provisorischen Regierung, mit dem General Pinango an der Spitze. Die Negierung hat die Beschlagnahme von Waffen und Munition in den Ver- kaufslädcn angeordnet. Viele Häuser werden nach verdächtigen Personen durchsucht, uud die Straßen werden von Truppenabtheilungen durch- zogen. Gegen sieben hohe Offiziere sind Haft- befehle erlassen worden. Böller Hoffnung. Der Flüchtling Lienfucgos hofft durch den Präsidenten Lleveland seine Freiheit wieder zu erlangen. Oakland, Col., 25. Okt. Der Oberst Juan Cienfuegos, einer der Ezeta'schen Flüchtlinge, hat von seinem Advokaten de Quesada die Versicherung er- halten, daß er nach der Rückkehr des Präsidenten Cleveland nach Washington in Freiheit gesetzt werden wird. Er beab- sichtigt sodann, sich sofort nach Acapulco zu begeben, wo sich seine junge Frau bei der Familie des Generals Gosochos be- findet. Opfer von Erdbeben. Dreitausend Häuser zerstört und gegen drei- hundert Menschen umgekommen. lokohama, 25. Okt. Durch eine Reihe von heftigen Erd- stößen sind dreitausend Häuser zerstört worden. So weit bis jetzt ermittelt ist, sind 260 Menschen umgekommen nnd hat eine große Menge der Bevölkerung Ver- letzungen davongetragen. Verhaftung einer chinesischen Spionin. Dieselbe war von Li-Hung-Lhang nach Hiro- shima gesandt worden. Vancouver, B. C., 25. Okt. Unter den mit dem Dampfer „Empreß of Japan" überbrachten Postnachrichten be- findet sich auch der Bericht über die in Hiroshima vorgenommeue Verhaftung einer chinesischen Spiouin, Namens Olaia. Die- selbe hatte es verstanden, mehrere japanische Beamte und Offiziere in ihr Retz zu ziehen und von denselben eine Menge wichtiger Nachrichten zu erhalten, welche dem alten schlauen Li-Huug-Chang, zu dessen Haus- haltung sie gehörte, zugestellt wurden. Olaia ist eine chinesische Schönheit, die fließend japanisch sprach uud iu den Ver- führuugskünsten wohl bewandert war, so eignete sie sich zu der ihr zugetheilteu Rolle ganz vortrefflich. Die Offiziere und Be- amte, welche ihren Künsten zum Opfer fie- len, werden aber dafür wahrscheinlich schwer büßen müssen. Menschliche Gesteine in der Wüste gefunden. Wahrscheinlich sind es die Ueber- reste eines Btannes Namens Straubenmüller, welcher vor mehreren Jahren verschwand. Sanßernarvino, Col., ( 25. Okt. s Wiederum sind die Gebeine eines Gold- suchers im Sande der Wüste gefunden wor- den. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß es die Ueberreste eines Mannes sind, welcher bei dem Versuche, die lange verlorene „Bonanza", die „Peg Leg"-Grube zu finden, umkam. I. T. und T.T.Blair von hier sind soeben von einer Forschungsreise in der Wüste zurückgekehrl und hatten dort die Ueberreste eines Menschen gefunden. Als sie sich etwa 16 Meilen östlich von Canon Spring befanden, stießen sie auf die Ge- beine eines Mannes, welche von der Sonne gebleicht über eine Strecke von hundert Jards entfernt zerstreut umherlagen. Hier und dort fanden sie auch Theile von des Mannes Kleidung. An einem Stück des Rockkragens war das Abzeichen der Tempel- ritter befestigt. Man glaubt, daß es die Ueberreste eines Mannes, Namens Strau- benmüller, sind. Derselbe verschwand vor etwa 3 Jahren und ließ seitdem nichts wieder von sich hören. Im Jahre 1891 machte sich Strau- benmüller von Cottonwood Springs nach Walters, einer 25 Meilen entfernten Station, auf den Weg. An der Mündung des Cottonwood Canon, wandte sich Strau- benmüller nach Osten statt nach Südwesten, und ein paar Tage später verfolgte man seine Spur zwölf Meilen weit in die Wüste hinein, wo sie verloren ging. Seit der Zeit aber wurde der Mann nicht wieder ge- sehen. Kessel Explosion. An Bord eines französischen Areu- zers explodirte ein Dampfkessel. Sechs Todte und zwanzig schwer verletzte. Brest, Frankreich, 25. Okt. Während der Kreuzer „Arethuse" heute vor seiner Abfahrt nach dem Osten, um das französische Geschwader in den chinesischen Gewässern zu verstärken, seine Maschinen probirte, fand an Bord desselben eine Dampfkessel-Explosion statt, wodurch sechs Personen das Leben verloren, und zwanzig schwere Brandwunden davontrugen. Der Schatz eines Banditen entdeckt. Lin mexikanischer Schäfer macht einen guten Fund. Durango, Mex., 25. Okt. Während Jose Herrera auf der, vierzig Meilen westlich von hier gelegenen Farm von JnlioFlore eine Herde Schafe hütete, entdeckte er eine Höhle, welche er theilweise erforschte. Er fand in derselben eine mit Goldmünzen und Schmncksachen gefüllte Kiste, deren Werth auf §30,000 veranschlagt wird. Man glaubt, daß der Schatz einen Theil der Beute bildet, welche der Bandit Benito Marez, welcher vor etwa 30 Jahren jene Gegend unsicher machte, und auf einen seiner Raubzüge das Leben verlor, znsam- mengeraubt hatte. Zehn v. H. vom Werth des Fundes fällt der Slaatsregierung zu. Grenzregulierung. Der Sultan läßt die Regulierung der Grenze zwischen Spanien und Marokko vornehmen. Tanger, Marokko, 25. Okt. Der Sultan hat Mulev Amin den Be- fehl gegeben, mit 700 Mann Infanterie, 700 Mann Reiterei und vier Geschützen die Grenzen zwischen spanischen und marokka- nischen Gebiete festzustcllen. Die Niss- mauren hatten sich bisher der Erfüllung dieses Thciles des zwischen Spanien und Marokko getroffenen Uebereinkommens widersetzt. Selbstmord eines Lehrers. Lr durchschneidet sich mit einem Rasirmesser den Hals. Brookings, S. D., 25. Okt. Profesjor Wylie Mellette, der Sohn des früheren Gouverneurs Mellette und Lehrer in der mechanischen Ablheilung der Ackcr- bauschule, hat sich heute Morgen mit einem Rasirmesser den Hals abgeschnilten. Er war während der Nacht krank gewesen und hatte am Morgen in einen: Stalle die Thal begangen. Als er gefunden wurde, war er bereits todt. Die Veranlassung zu dem Selbstmorde ist bis jetzt noch nicht er- mittelt. Städtisches. Das Wetter. Optiker Kleine, 76 Washington Str., berichtet für Chicago die folgenden Baro- meter- und Thecmometerstände: Um 8 Uhr Morg. 56 Gr., um 9 Uhr 58 Gr., um 10 Uhr 62 Gr., um 11 Udr 62 Gr., um 12 Übr 64 Gr. Barometerstand um 8 Uhr Morg. 29.40,12 Uhr 29.40. W. C. Hall nnd Patrick McGill, welche gestern Früh an der Ecke der Went- worlh Ave. und 66. Str. die 6750 Wcnt- worth Ave. wohnende Frau W. C. Long- ford ihre etwa §ls enthaltende Börse aus der Hand rissen, dann mit dem Raube da- vonliefen und nach langer Jagd einge- fangcn wurden, wurden heute von Richter Quinn unter je §4OO Bürgschaft dem Kri- minalgericht überwiesen. Bruder und Schwester. Lin Streit mit verhängnißvollem Ausgang. Mit einer Kugel in der Schläfe wurde Charles Powell gestern Abend aus der Wohnung seiner Schwester Frau Sweet- man, No. 320 Robeystraßc, nach dem Countyhospital befördert. Wie und von wem er die Wunde erhielt, ist zur Zeit noch ein Näthsel. Powell, der ein junger Mann von 25 Jahren ist, wohnte bei- seiner Schwester, die von ihrem Mann seit zwei Jahren ge- trennt lebt. Die Nachbarn wollen gestern Abend in Frau Swectman's Wohnung zornige Worte vernommen haben. Gleich darauf stürzte Frau Swcctman auf die Straße und sagte, daß ihr Bruder geschos-sen worden sei. Sie wurde in Haft ge- nommen, weigerte sich aber, irgend welche Angaben über den Vorgang zu machen. A. Wolf von No. 940 W. Harrisonstraße begab sich in's HauS und fand neben dem verwundeten Powell zwei Revolver, einen kleinen und cuien größeren. Aus dein ersteren war ein Schuß abgcfeuert worden. Nachforschungen, welche durch die Polizei angestcllt wurden, ergaben, daß ein Mann in der Uniform eines Straßenbahn-Con- dukteurs um 7 Uhr Abends Frau Swect- man's Wobnung betrat. Bald darauf fiel der Schuß und derselbe Mann lief die Treppe hinunter und verschwand bald in der Dunkelheit. Die Theorie der Polizei ist dahingehend, daß der Eondukteur dcrSchwester Powcll's Aufmerksamkeiten erwies, die dem Letzteren verwerflich erschienen, daß zwischen ihm und dem Eondukteur ein Streit ausbrach, daß er möglicherweise seinen Revolver zog und der Gegner ihm zuvorkam. Dem Richter Eberhardt wurde heule früh Frau Nellic Sweelman (welche, wie wir an anderer Stelle d. 81. sagten, ihren Bruder Chas. Powell anschoß und lebens- gefährlich verletzte) unter der Anklage des Mordversuchs vorgeführt und bis zum 3. November unter §SOOO Bürgschaft gestellt. Die Frau hüllt sich iu düsteres schweigen und ist weder durch Capt. Barcall noch durch die neugierigen Berichterstatter zu einer Aussage zu veranlassen. So viel wir ermitteln konnten, war die Schwester schon seit einiger Zeit auf ihren Bruder nicht gut zu sprechen, weil sie ihn ernähren mußte und er sich nicht die ge- ringste Mühe gab, Arbeit zu nehmen oder zu suchen. Die Sweetman leb! mit einem m Sporlkrcisen wohlbekannten Manne in 320 S. Nobey Str. zusammen und diesem Zusammenleben opponiere Chas. Powell fortwährend. Beide Geschwister standen sich bereits seit einiger Zeit derartig feind- lich gegenüber, daß sie sich in der Voraus- setzung, daß es zu einer bösartigen Aus- einandersetzung kommen würde, mit Schieß- eisen versahen. Daniel B. Hubbard von Richter Mahoney unter rzsoo Bürgschaft dem Lriminalgericht überwiesen. Daniel B. Hubbard, welcher vor etwa vier Wochen auf seine Gattin und deren Verehrer Frank Gorsuch schoß und beide verwundete, wurde heuteMorgen vonNichter Mahoney unter §ISOO Bürgschaft dem Cri- minalgericht überwiesen.FrauHubbard und Gorsuch sind von ihren Wnnden genesen. FrauHubbard war bei dcrVerhandlung nicht anwesend und Gorsuch verzichtete auf ein Verhör. Ein abgefeimter Spitzbube wird vier Diebstähle überführt. Nicht weniger als vier Diebstahls-An- klagen lagen heute Morgen gegen Charles Fergusan vor Richter Kersten vor. Dem Patrick Follen, No. 241 Indiana Straße wohnhaft, hatte er eine goldene Uhr im Werth von §4O, eine Kette §8 gestohlen; die Uhr wurde bei einem Pfandonkel gefunden und Fallon zurückgcgebcn. Bei Patrick Coneford, Öko. 244 Indiana Straße, stahl Ferguson Kleider imWerrh von §3O, welche noch nicht aufgrfunden sind, John Cham- perS büßte einen Ueberzieher von §25 ein und John Semple beklagt den Verlust von §3O Silberzeug. Ferguson verzichtete auf ein Vorverhör und wurde in jedem Falle unter §SOO Bürgschaft dem Criminalgericht überwiesen. Der Hauseinsturz an der Wells Str. Städtische Gebäude-Inspektoren über- wachen gegenwärtig sorgfältig die Weg- räumung der Trümmer des zusammengc- stürzten Neubaues No. 469 Wells Str., um dte wirkliche Ursache des Zusammen- bruchs des Gebäudes zu ermitteln. Es steht soweit fest, daß das Nachgeben oder das Brechen eines Stützpfeilers der Mittel- wand Schuld an dem Zusammensturz der Mauern war. Wen die Verantwortung dafür trifft, wird die weitere Untersuchung erst zu ergeben haben. Gcbäude-Commis- sär Eisendrath erklärte heute Vormittag, daß sein Departement keine Schuld treffen könne, da ein Gebäude-Inspektor alle drei Tage den Neubau inspizirt und den vor- schriftsmäßigen Bericht abgestattet habe. Die Behauptung, daß der Gebäude-In- spektor Brennan den Bau in den letzten vier Wochen überhaupt nicht mehr betreten habe, stellt Herr Eisendrath als gänzlich unbegründet in Abrede. Bestreitet seine Schuld. Edward Carlson stand heute uor Richter Kersten unter der Anklage, auS der Adams West Lake Mfg. Co., Ontario und N. Franklin Str., drei Barren Kupfer und einen Barren silberhaltiges Roherz gestoh- len zu haben. Als Kläger erschien Jsaac Van Hagau, Vertreter der Firma; es wurde festgestellt, daß Carlson im Besitz eines der Roheisenstücke angelrosfen wurde und die anderen in seiner Werkstatt, 110 Ontario Str., halte, wo sie gefunden wurden. Carlson ersuchte um einen Aufschub, um Zeugen beibringen zu können, daß er aus gesetzliche Weise in den Besitz des Metalles kam. Die Verhandlung wurde deshalb auf den 2. November verschoben. Aus dem Lriminalgericht. Lrläßt einen vorsührunqsbeschl. Richter Dünne erließ heute Morgci einen Vorsührungsbefeul gegen die Sviel. haushaltcr von No. 175 W. Madisonstraße, George Neichotd, Weslcy Schimmel. Her- nian Sigel und Patsy King, welche rnorgcr im Criminalgcricht anwesend sein sollen, um das Urlhcil zu empfangen. Muß in Freiheit gesetzt werden. Nachdem Louis Graham gestern Nach mittag einen Alibibcweis gegen die Anklage bcigebrachl hatte, daß er am 27. Juli früh- morgens um 3 Uhr aus Joseph Warkmar in dem Haus No. 73 Manistce Ave. zwe Schüsse, Warkman schwer verletzend, abge feuert habe, wurde die Jurv heute Morgei von Richter Dünne instruirt, ein aus „nich schuldig" lautendes Verdict abzugeben. Der Prozeß begonnen. Gestern Nachmittag wurde vor Richte- Chetlain die Jury in dem Prozesse gegcr Joseph Hensbaw vervollständigt. Henshan ist ein Deutscher und hieß früher Henschel Er ist angeklagt, dem Harry Lcvitan eir Fuhrwerk im Werthc von §450 geraubt zr haben. Seine Genossen Owansky uni NtcDaniels haben sich schuldig bekannt. Heule Morgen wurden vor Richter Ehetlain verschiedene Gerichtsbüchcr vorge- lcgt, aus welchen hervorging, das Hcnshaw am 29. September 1891 wegen eines ande- ren Fuhrwerks-Diebstahl zu drei Jahr Zuchthaus verunbeitt wurde. Er wird setzt also nach dem Gesetz für rückfällige Verbrechen proesssirt. Um köooo prozessirt. Vor Richter Dünne begann heute Mor- gen der Prozeß gegen Don C. Thatcher, welcher angeklagt ist, während der letzten Hälfte des Jahres 1893 den Josiah T.Hair, für welchen er gewisse Patente verkaufte, um §3OOO beschwindelt zu haben. Thatcher ist gegenwärtig in Sl. Louis ansässig, er- stellte sich jedoch zur Verhandlung seines Prozesses. Angeblicher Landschwindel. Vor Richter Adams begann heute Mor- gen die Verhandlung des Prozesses gegen Truman M. Dellamattcr, welcher durch falsche Vorspiegelungen von John I. Mc- Hewilt eine Summe Geldes für ein Grund- stück verlangte, dessen Eigenthümer er nicht war. Einbrüche auf der Westseite. Nicht weniger als dreiEinbrüche wurden im Laufe des gestrigen Tages auf der Max- well Str.-Station angcineldet. Den Nei- gen der Anmeldungen eröffnet«: der Barbier S. H. Scheibli, der in 763 Ogden Ave. Bärte verschönert und Haare zustutzt. Als er am Dienstag Abend seinenLaden verließ, packte er sein Material nebst Utensilien in ein Kosfcrchen und schloß dieses-und eine werlhvolle Violine in einen Schrank ein. Als er gestern früh seinen Laden betreten wollte, fand er die Thür erbrochen, und Unheil witternd, lies er schnell nach seinem Schranke, in welchem er am Abend sein Handwerkzeug verschlossen Halle. Doch, o weh, dasselbe war ver- schwunden und ebenso die Violine. Die Detectivs Moore und Miller, denen die Aufarbeitung des Falls übergeben wurde, faßten John Marshall, einen alten Spitz- buben, mit dem Kosserchen und der Violine in einem Pfandladen ab, als er es bereits versilbern wollte. Marshall wurde ver- haftet und heute von Richter Eberhard! bis zum 3. November unter §BOO Bürgschaft gestellt. Aus dem Kosserchen war bereits der größte Theil der Utensilien, die einen Werth von §125 repräsentiren sollen, hcr- auSgenommen worden. Jke Greenberg, -ein 18jähriger Hausircr, hatte vor etwa sechs Wochen bei dem Flei- scher Samuel Newell, 82 Wilsonstr., als Geselle gearbeitet. Weil er es mit den Be- griffen von Mein und Dein nicht genau nahm, wurde er entlassen. Einen Lag nach seiner Entlassung soll er sich nun mittelst eines Nachschlüssels Eingang in den Fleischerladen verschafft und dann ans einem milgebrachlen Hausirwagen einen Viertel-Ochsen und eine Hängewaagc weg- geschasft und ferner §lO, die in der Schub- lade lagen, in seine Tasche haben gleiten lassen. Nach vollbrachtem Raube verzog er in eine andere Gegend, und erst gestern gelang es dem Dcleenve Tyrrell, den Bur- schen, als er sich wieder einmal in der Ge- gend zeigte, einzuiperrcn. Richter Eber- hardt wird sich morgen mit ihm beschäfti- gen und stellte ihn bis dahin unter §3OO Bürgschaft. Jos. Dose, Aug. Clemens, Gabriel Lohn- stein und Hugh Reilly, drei verwegene Burschen der Westseite, beschlossen das Diebshandwerk auszugebeu und einFuttcr- gcschäft zu etabliren. Doch dazu brauchten sie Vorrath von Futter aller Art, und da sie mir Geld nicht gut versehen waren, so brachen sie gestern Adend, nach 11 Uhr zum allerletzten Riale in den Stall der Frau Bridgel Hansen, 262 W. Polkstr. ein, be- spannten cincnWagcn derselben und beluden denselben mit einer gehörigen Ladung Hafer und Heu. Dann wurde die Beute forlgeschasfr und in irgend eitlem Schlups- ! Winkel unlergcbrachl. Hugh Reilly wurde beim Zurückbringen des leeren Wagens von Polizisten gesehen und aus allgemeine Vcrdachlsgründe bin verhaftet. Heute früh wurde der Einbruch und Diebstahl ausge- sunden, berichtet und Neillcy sofort wegen Einbruchs dem Richter Eberhard! vorgc- führt. Da auch gegen die anderen drei Parier Neilley's Haftsbesehle ausgefertigt wurden, so wurde Reilly's Fall bis morgen verschoben und er unter §BOO Bürgschaft ge- stellt. Selbstmord durch Gift. Martin Cilck, ein Böbuie, No. 975 Van Horn Str. wohnhaft, 45 Jahre alt, vergif- tete sich in der verflossenen Nacht in seiner Wohnung. Viehmarkt. Schweine sind im Preise um 5GlOc. gewichen und brachten schwere 4.40(z;4.80, leichte 4.25G4.60, durcheinander 4.35(ai 4.70. Rindvieh und Schafe fest und um s(a) 10c. tbeuerer. Zufuhr 12,000 Stück. Rindvieh, 32,000 Schweine und 11,000 SAase.

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