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Abendblatt Newspaper Archives Nov 30 1894, Page 1

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Abendblatt (Newspaper) - November 30, 1894, Chicago, Illinoisvon der Illinois Chicago, Freitag, 30. November 1894. Preis 1 Lent. 47. Jahrgang. No. 284. M Uebevblick M Und Kurzgefakles. 8 F" Der Wettermann prophezeit uns heute 8 "b auch in der Nacht noch Regen, morgen8 anhes Wetter und klarer Himmel. >/ "FÄN Mexiko hat wiederum ein Aus- M vruch des Vulkans Colima stattgefunden. 8 Erzbischof Jreland läßt sich über den 8 /Zlveck seines längeren Aufenthalts in New > « Bork vernehmen. 8/ "7- Die New Borker Polizei wird denM k'-nie Rohheiten ge-8. flatten. 8 —ln Los Angeles setzt ein St. Pauler8 Deutscher seinem Dasein ein Ziel. 8 Die dänische Prinzessin Louise, eine 8 des Königs, ist im Alter von 74K wahren gestorben. I Mittheilungen der „Pall Mall Ga- k aus Tschi-fu zufolge, wären dieFrie-W acnsbcdingungen zwischen Japan und U China durch amerikanische Vermittelung so 8> gut wie vereinbart. 8 Das Gesuch des Gouverneurs von 8 -L-eras um Auslieferung von John D.8 Rockefeller, William Rockcfeller, Benjamin 8 u. a. m., an die Gerichte in Texas, U/ ist am 25. d. Mts. an GouverneurFlowcrI- abgegangen. 8 -7- In New Bork gingen Zuckertrust- M akticn gegen Mittwoch um »Pro;, zu- Dß rück, und Schnapstrustaklien um 11 Pro;.;die übrigen Aktien stehen niedriger, „Tabak" um 22, „Blei" um 12, „Gas" Mum 2 Proz. Die Weizenpreise setzten fest an und stiegen im Maitcrmin auf 602, worauf W gegen Elf der Preis um 2 Cent herabgesetztM wurde. Corn stieg auf 40ß und ging auf8 402 zurück, Hafer 32Z(A2. Schweine- > fleischwaaren veränderten sich kaum. 8t Der Verwirklichung eines groß- städtischen Verkehrsmittels sind wir dadurch W um einige Schritte nähergerückl, als bereits U schon die genaue Route für eine gemeinsameD Schleife aller in das Stadtcenlrum ein- U mündenden Hochbahnen festgcstellt wurde. 8 Eine recht unangenehme Störung er-U litten gestern Mittag sieben Spitzbuben inI dem Hause No. 81 Aberdeen Str., welche I sich inmitten gestohlenerSachen zum Trut- > hahnschmaus niedergelassen hatten. Sie U mußten von dem leckeren Mahle aufstehen » und den Polizisten nach der Station fol--8 gen. Das war bitter, doch schwerlich un- D verdient. I Den gestrigen Danksagungstag haben I unsere anglo-amerikanischen Mitbürger I - durch verschiedene Fußballspiele gefeiert, die zahlreich besucht waren. Dieses rohe, nur 8k auf Bewunderung körperlicher Rücksichls-WF losigkcil begründete Vergnügen scheint M immer mehr Anklang zu finden. I Telegraplnseke Depefckeru Ligenthümlicher Fall. » wahrscheinlich liegt ein Giftmord vor. R Rockford, Jll., 30. Nov. Allem Anschein nach ist Rcent Vander- D werf aus Foreston vorgestern Abend er- U mordet worden. Er war nach der Scheune I gegangen, um seine Pferde zu füttern, als » gehört wurde, daß er einen Schrei aus- I stieß, worauf er bald darauf unter fnrcht- I baren Schmerzen starb. Vanderwerf hatte » Geld eingenommen, und ein Fremder k wollte sich ihm als Begleiter aufdrüngen. » Zur Zeit seines Todes sah man, wie ein i Unbekannter von der Scheune weglief, des- ! sen Persönlichkeit nicht festgestelll werden ' konnte. Man glaubt, daß Vanderwerf an .i Gift starb, das ihm in Whiskey verabreicht wurde. M Weißkappenarbeit. Zwei Nlänner fürchterlich durchgeprügelt. Nockford, Jll., 30. Nov. Gestern Abend wurde der in Leas River wohnende Conrad Hurst von Weißkappen > aus semer Wohnung geholt, furchtbar durchgeprügelt und dann in einer Scheune > eingesperrt, wo er die ganze Nacht unbe- kleidet zubringen mußte. Auch Simon Dünn wurde derartig ausgepeitscht, daß cs ihm heule unmöglich ist, sich auf einen Stuhl zu setzen. Gute Natur. Trotz Revolver und Rasirmesser erreicht er seinen Zweck nicht. Los Angeles, Cal., 30. Nov. I. K. Koch, ein kürzlich von St. Paul zugereister junger Deutscher, hat in Gegen- wart von vielen Vorübergehenden in der Rosa Str. einen verzweifelten Selbstmord- versuch gemacht. Er setzte sich einen Re- volver an den Kopf, und feuerte drei Schüsse ab, von denen zwei durch den Schädel drangen, während einer die linke Seite traf. Da der Tod wicht sofort einlrat, holte Koch ein Rasirmesser hervor, und brachte sich Schnitte am Handgelenk bei. Er wurde nach dem Hospital gebracht, und wird zur Verwunderung sämmtlicher Aerzte wahrscheinlich mit dem Leben davon- kommen. Nachtzüge abgeschafft. Die Schreckensherrschaft im ludianergebiet Schuld daran. St. L 0 uis, 30. Nov. Die Bctriebsdirektion der Missouri Pacific Bahn hat bekannt machen lassen, daß in Folge der im Jndianergebiete herr- schenden Schreckensherrschaft vom 9. Dez. au zwischen Coffeyville und Van Buren auf der Kansas L Arkansas Valley Zweigbahn keine Nachträge mehr laufen werden. Ermnmmiim nn Kutan Zstlbiustein. Mittheilungen von William S>teinway. Wie Rnbinstein den „Erlkönig" spielte. Line Gesellschaft von Kennern bis Mitter- nacht iin Banne der Töne des Meisters. Newßork, 30. Nov. William Steinway hat aus seinen per- sönlichen Erinnerungen an Anton Nubin- stein einer Musikzeitung Beiträge geliefert, welche morgen veröffentlicht werden. Be- treffs des Besuches Rubinstein's in diesem Lande sagt er: „Eines Tages trat Rubin- stein mit einem großen Sack voll Gold und Silber bei mir ein. Er sagte mir, daß er in Europa gehört habe, daß die Mehrzahl der Bevölkerung in Amerika Schurken seien, daß das hiesige Papiergeld meistens nichts Werth sei, und daß er sich deshalb in seinem Contrakte ausbedungen habe, daß er halbmonatlich im Voraus in Gold und Silber ausbezahlt werde. In dem Sacke befand sich sein Gehalt für die ersten vier- zehn Tage, und er hatte keine Idee davon, was er damit anfangen solle. Ich gab ihm Aufschluß über unser entwerthetes Papier- geld, sagte ihm, daß dasselbe immer noch besser sei, als das russische, was nur 60 v. H. Werth sei, und rieth ihm, sein Gold und Silber sofort zu verkaufen. „Ehe er von New Bork seine Rundreise durch das Land antrat, kam er eines Nach- mittags um fünf Uhr nach Steinway Hall, um seine Postsachen abzuholen. Es war ein dicker eingeschriebener Brief für ihn an- gekommen, welcher Briefe von seinen Kin- dern, ein langes Schreiben von seiner Frau und Photographien von seiner Familie enthielt." Die Thränen traten ihm in die Augen und er sagte zu mir: „Freund Steinway, ich fühle mich so glücklich, daß ich Ihnen etwas Vorspielen muß." „Mittlerweile war es dunkel geworden und Alles war für den Tag geschlossen. Es hatten sich noch vier musikalische Herren eingefunden, die er persönlich kannte. Die Thüren wurden geschlossen und er setzte sich vor einen Steinway'schen Flügel nieder und begann zu spielen. Die Mitternacht fand uns noch beisammen, denn ein solch' herrliches Spiel hatten wir noch niemals gehört." „Dann erst wurde cs mir klar, was vier berühmte Männer thun konnten. Goethe, welcher den „Erlkönig" verfaßte; Franz Schubert, der ihn in Musik setzte; Franz Liszt, welcher ihn für das Piano bearbei- tete, und Anton Rubinstein, der ihn spielen konnte." Auf die Gefahr hin, sentimental genannt zu werden, muß ich gestehen, daß es mir in jener bemerkenswerthen Nacht erschien, daß ich die Stimme des Kindes und die Huf- fchläge des Pferdes vernahm und die Trost- worte des Erlköniges hörte, und als ob wir selbst Zeugen des wilden Rittes gewesen wären." „Am Mittwoch, den 14.September 1892 besuchte ich Dresden, und erhielt eine Ein-ladung, ihn in feinem Hotel, dem „Europäi- schen Hof" zu besuchen. Er empfing mich in der freundlichsten Weise, und sagte: /,Jetzl, Freund Steinway, wollen wir uns von Amerika unterhalten, über das Land, das ich niemals vergessen habe, und von wo ich beinahe jede Woche Beweise der Freundschaft erhalte. „Nachdem ich ihm die ungeheueren Fort- schritte beschrieben hatte, welche Amerika in musikalischer Richtung gemacht habe, und daß es hauptsächlich den amerikanischen Damen zu verdanken sei, daß die Kunst zuso hoher Entwickelung gelangt sei, war ich über Rubinstein's Antwort auf das höchste betroffen. „Freund Steinway," sagte er, nach meiner Ansicht sollten Damen niemals Musik als Kunst studiren. Wenigstens sollten sie nicht den Lehrern die Zeit rau- ben, welche im Stande sind zu lehren und wahre Künstler auszubilden. Und ich will Ihnen auch die Gründe dafür angebcn, fügte er hinzu. Es unterliegt keinem Zweifel, daß es zwanzig musikalische Damen gegen einen musikalischen Herrn giebt, und ich weiß aus Erfahrung, daß sic schneller lernen, poetischer angelegt und fleißigere Schüler sind, als Männer. Aber was ist das unabwendbare Resultat? So- bald aus einer jungen Dame eine vollendete Künstlerin geworden ist, erscheint irgend ein hübscher Bursche auf der Bildflache, und sie giebt diesem den Vorzug vor der Kunst." -— Recht so! Sie dürfen Ball spielen, aber sich nicht gegen- seitig die Knochen zerbrechen. Newßork, 30. Nov. Der Polizeichef Byrnes hat heute erklärt, daß er bei dem morgigen Fußballspiel auf dem Manhattan Felde zwischen Bale und Princeton keine Rohheiten dulden werde. Er hat den Inspektor Conlin angewiesen, das Spiel sofort zu unterbrechen, wenn sich dasselbe nicht als ein rein wissenschaftlicher Kampf erweist. Byrnes sagt, daß er nicht gestatten werde, daß sich die Ballspieter wie eine Bande von Klopffechtern betragen und sich gegenseitig auf Lebenszeit verstümmeln. Dem Spiele wird bei dem ersten Zulage- treten von Rohheiten ein Ende gemacht werden. Wollen nicht mehr mitthun. Zweihundert Rebellen möchten gerne zu Mut- tern gehen. Rio Grande do Sul, f Brasilien, 30. Nov. j Zweihundert Rebellen haben sich im Hauptquartier der Negierung eingefundcn und um Erlaubniß gebeten, sich in ihre Heimath zu begeben. Gen. Firmino bat nach Rio de Janeiro um Verhaltungsmaß- regeln lelegraphirt. Der Bankdied Seeley. Derselbe wird sich wahrscheinlich übermorgen den Behörden stellen. was der Advokat pershall über die Ange- legenheit miltheilt. New B o rk, 30. Nov. Samuel C. Seeley, der flüchtige betrü- gerische Buchhalter der „Shoe L Leather Bank", wird sich, wie Chas. I. Pershall, der Criminaladvokat von Jersey City sagt, innerhalb der nächsten achtnndvierzig Stun- den den Bundcsbehörden stellen. Pershall äußerte sich einem Berichterstat- ter gegenüber folgendermaßen: „seeley wird sich innerhalb der nächsten 48 Stun- den oder früher stellen." „Ist etwas über seine Bürgschaft be- stimmt worden?" lautete die Frage. „Dieselbe ist in der Hauptsache festgesetzt, und wird etwa H20,000 betragen." „Wird er die Bürgschaft stellen?" „Dieselbe wird besorgt werden." Auf die Frage, wo Seeley sich aufhaltc, erwicderte Pershall lächelnd, daß einige Zeitungen behaupteten, daß er in Canada sei. Gefragt, ob dies wahr sei, sagte Per- shall, daß Seeley nicht in Canada sei, und auch nicht dort gewesen sei, sondern daß er sich keine hundert Meilen von seiner Woh- nung befinde. Auf weitere Mitthcilungen über Sccley's Aufenthalt wollte sich der Advokat nicht einlassen. Derselbe deutete nur an, daß der Flüchtling seit seinem Verschwinden am letzten Freitage den Rathschlägen seines Anwaltes Folge leiste, und zu irgend einer Zeit zur Stelle gebracht werden könne. Per'hall erklärte, daß Seeley's Sache gar nicht so schlecht stehe, und daß er gute Beweisgründe zu feiner Vertheidigung Vorbringen könne. „Es stehen interessante Enthüllungen bevor, sagte er, und ein gut Theil von dem Bankraube ist noch nicht bekannt gewor- den, wird aber bekannt werden. Die Bank hat lange nicht so viel Geld verloren, wie angegeben ist. Seeley und Baker waren nur die Werkzeuge von anderen Personen; wer diese aber sind, kann ich jetzt nicht sa- gen. Morgen wird Seeley's Anwalt viel- leicht in der Lage sein, etwas Bestimmtes darüber mitzutheilen." Es heißt, daß Seeley seit mehreren Jah- ren ein Theilhaber von Peter Delacey und Andrew Boyd in der Wettbude für Wett- rennen in No. 33 Park Row war, die seit einem Jahre geschlossen ist, und daß Seeley seitdem mit Andrew Boyd als „Buch- macher" auf den Rennplätzen Geschäfte ge- macht habe. Diphtherieepidemie. Line Erziehungsanstalt für 'Mädchen ge- schlossen. Princeton, N. 1., 30. Nsv. In dem Evelyn College für Mädchen, dreiviertel Meilen vom Princeton College, ist die Diphtherie epidemisch ausgetreten und die Anstalt ist in Folge dessen geschlos-sen worden. Orma Lindsay, aus Utica, N. I)., war das erste Opfer; Dr. A. Mc- Donald wurde gerufen, erklärte die Krank- heit für Diphtherie und ordnete die Schließung der Anstalt an. Viele der Schülerinnen, deren Anzahl fünf und drei- ßig beträgt, sind nach Hause gereist. Zwei derselben jedoch mußten in Quarantäne bleiben; Fräulein Lindsay ist mittlerweile gestorben und die Leiche wird zur Beerdig- ung nach Utica gesandt werden. Es blieben nur zwei Mädchen in dem Gebäude zurück, ein Frl. Hill aus St. Louis, Mo., eine Zimmergenossin von Orma Lindsay, und Mary Burroughs. Beide wurden in Quarantäne gehalten; Mary Burroughs erkrankte ebenfalls an der Diphtherie und ist derselben erlegen. Frl. Hill ist jetzt die einzige in der Anstalt zurückgebliebene Schülerin. Sie erfreut sich der besten Gesundheit und befürchtet nichts Böses. Als Leiche aufgefunden. Ein bekannter Politiker das Vpfer von Schnaps und Morphium. Ca rb on d a le, Jll., 30. Nov. Charles Kirkham wurde gestern auf einem Ackerfelds unmittelbar vor der Stadt als Leiche aufgefunden. Er hatte sich während der letzten Tage auf einer Sauflour befun- den und es wurde Morphium und Schnaps bei ihm gefunden. Kirkham war ein be- kannter Politiker und war vier Jahre lang Hülfs-Countyclerk, fünf Jahre lang Conntyclerk und zwei Jahre lang County- Schatzmeister gewesen. Er scheint in letzter Zeit aus Niedergeschlagenheit zur Schnaps- flasche gegriffen zu haben; der Verstorbene war erst vierundvierzig Jahre alt. Der Vulkan Lolima. In der Nacbt vom Mittwoch zum Donnerstag hat ein neuer, heftiger Ausbruch stattgcfunden. Guada lajara, Mex., 30. Nov. In der Mittwoch Nacht hat wiederum ein furchtbarer Ansbruch des Vulkans Co- lima stattgcfunden. Derselbe wurde von hier ans beobachtet und gewährte einen großartigen Anblick. Aus der unmittel- baren Nachbarschaft des Vulkans sind noch keine näheren Berichte cingelroffcn, aber es wird befürchtet, daß schwere Ver- luste an Eigenthum und vielleicht auch an Menschenleben stattgefunden haben. Schiffsnachrichten. In der Nacht anqekommen: New Aork „Runic" von Liverpool. New Bork „Mississippi" von London. Baltimore „Otranto" von Ant- werpen. Liverpool „Southwark" von Phila- delphia. Die Gefahren der Zahnbürste. Borsten setzen sich iin Halse fest, dringen in die Lunge und haben den Tod zur Folge. Camdcn, N. 1., 30. Nov. Eines Morgens im letzten März, als sich Dr. George R. Fortncr von hier die Zähne putzte, setzten sich einige Borsten der Zahn- bürste im Halse fest und heute morgen starb er in Folge dieses scheinbar unbedeu- tenden Umstandes. Dr. Forlner war einer der bekanntesten Aerzte der Stadt und 52 Jahre alt; seine College» haben sich für den Fall sehr be- deutend interessirt, und es ist wahrschein- lich, daß seine Frau, welche ebenfalls eine praktizirende Aerztin ist, ihre Zustimmung zur Untersuchung der Leiche giebt. Obgleich Dr. Fortner sein Möglichstes that, um die Bürstenborsten zu entfernen, verschlimmerte sich sein Zustand fortwäh-rend, obwohl er im Stande war, seinen Berufsgeschäften nachzugehen. Als er be- reits schwer krank war, wurde er um Mit- ternacht zu einem Patienten gerufen, wel- cher an der Lungenentzündung todtkrank darniederlag. Der Doktor vergaß sein eigenes Leiden und blieb drei Stunden an dessem Krankenbette, ehe er nach Hause zu- rückkehrte. Darauf erkrankte er selbst an der Lungen- entzündung, und kein einziges von seinen Kollegen angewandtes Mittel war im Stande, ihm irgend welche Linderung zu verschaffen. Lrzbischof Jreland in New tzork. Der Zweck seines Aufenthaltes daselbst war, eine Anleihe aufzunehmen. New 3) ork, 30. Nov. Der Erzbischof Jreland von St. Paul, welcher sich seit Ende September als Gast des Fifth Ave.-Hotels und später des Brevoort House fast fortwährend in New Bork aufgehalten bat, ist nach St. Paul abgereist. Es ist in Erfahrung gebracht worden, daß der Aufenthalt des Erzbischofs in New Z)ork den Zweck halte, eine Anleihe von H500,000 auf Grundeigenlhum in St. Paul aufzunehmen, um damit die Schulden der Erzdiöcese St. Paul abzulragen. In Folge des unsicheren Gefühles, welches vor der Wahl unter den Kapitalisten herrschte, ge- lang es dem Erzbischof erst kürzlich, seinen Zweck zu erreichen. Bon Dieben ermordet. Lin zweiundachtziajährigtzr Mann mit zer- schmettertem Schädel im Bette ge- funden. Lansing, Mich., 30. Nov. Soeben trifft hier die Nachricht von der Ermordung von Michael Goyt, einem zweiundachtzigjührigem Geizhalse, ein. Der Ermordete war ein harmloser Mann, wel- cher allein auf seiner sechs Meilen nord- westlich von Williamstown gelegenen Farm lebte. Ilm Dienstag Morgen war er lodt in seinem Bette gefunden worden. Bei dem Jnqueste stellte es sich heraus, daß der alte Mann in seinem Keller ermordet wor- den war, da sich auf der Treppe Blutspuren befanden und auch Alles auf einen stattge- fundenen Kampf hindentete; eine weitere Untersuchung ergab, daß Goyt's Schädel durch einen Schlag mit einem stumpfen Instrumente eingcschlagcn worden war. Zum Mörder geworden. Lin zwanzigjähriger junger Mann von einem Nachbaren erstochen. Southßend, Jnd., 30. Nov. Am Dienstag Abend versetzte bei einem Streite über Familienangelegenheiten Perry Emerick, ein anrüchiger Bursche, dem zwanzigjährigen Frank Huenumer in dem nahegelegenen Mishawaka zwei Messer- stiche, an welchen derselbe gestern starb; Emerick befindet sich ohne Zulassung von Bürgschaft im Gefängnisse. Es scheint, daß Emerick betrunken nach Hause kam, und daß seine Frau den Nachbar Huenumer hcrbeirief, um ihn in das Haus bringen zu helfen und zu beruhigen. Dies vergalt Emerick dadurch, daß er ihm niit einem scharfen Instrumente zwei Stiche bei- brachte. Huenumer hintcrläßt eine ver- witlwete Mutter. Uebersälliger Dampfer. Der Dampfer „Lydian Monarch" sieben Tage überfällig. New York, 30. Nov. Der Dampfer „Lydian Monarch" von der Wilson-Linie, welcher am 7.November von London nach dem hiesigen Hafen abging, ist jetzt sieben Tage überfällig. . Der „Lydian Monarch" ist ein Fracht- dampfer, hat aber in der Regel einige Ca- jütenpassagiere an Bord, und macht die Ueberfahrt gewöhnlich in fünfzehn Tagen. Wahrscheinlich hat sich die Fahrt des Dampfers in Folge des überaus schlechten Wellers, welches von allen ankommenden Dampfern gemeldet wird, in ungewöhn- licher Weise verzögert. Das kürzliche Lrdbeben. Die Kathedrale in Mexiko und andere öffent- liche Gebäude erheblich beschädigt. Mexiko, Mex., 30. Nov. Die hiesige Kathedrale wird wahrschein- lich geschlossen werden, um den durch das kürzliche Erdbeben angerichteten Schaden auszubessern. Ein Theil des Fußbodens der National- bibliothek ist in Folge der Erderschütterung eingesunken. Der durch den Einsturz des Daches des Teatro Principal angerichtete Schaden be- trägt PIB,OOO. Gewaltige Weizenladung. lieber sechstausend Tonnen Weizen in einem Schiffe verladen. Sa n Fr anei Sc o, 30. Nov. Das britische Schiff „Somali" ist von hier mit der größten Weizenladung ab- gegangen, welche jemals von hier, odervon irgend einem anderen Hafen klarirt wurde. Das Schiff geht nach Liverpool, und die Ladung besteht aus 6124 Tonnen Weizen, deren Werth P 110.240 beträgt. Line Neberraschung. Zum Schutze seiner Interessen in China will England morgen etwas Außergewöhn- liches loslassen. New A o r k, 30. Nov. Von Shanghai wird gemeldet, daß sich England mit der Absicht, seine Interessen in China zu schützen, auf eine außerge- wöhnliche Demonstration vorbereitet. Die- selbe soll am 1. Dezember in Chusan in's Werk gesetzt werden. Städtisches. Das Wetter. Optiker Kleine, 76 Washington Str., berichtet für Chicago die folgenden Baro- meter- und Thecmometerstände: Um 8 Uhr Morg. 36 Gr., um 9 Uhr 37 Gr., um 10 Uhr 38 Gr., um 11 Uhr 38 Gr., um 12 Übr 40 Gr. Barometerstand um 3 Uhr Morg. 29.65,12 Uhr 29.60. Gestrichene Anklagen. Die gegen Charles Tindall und Genossen vor Richter Kersten werden hinfällig. Vor Richter Kersten wurden heute Mor- gen die Anklagen gegen Charles Tindall, Mathew Riley, Wm. Moffatl, George Mc- Guire, Philip Trimble, alias Skeggens, gestrichen, da gegen alle Anklagen vor den Großgeschworenen kein Einwand erhoben wurde. Der Fall von Burney Birch wurde auf den 4. Dezember verschoben. Eddie O'- Bricn steht noch unter HIO,OOO Bürgschaft auf die Anklage hin, an der Ermordung Gustav Colliander's bethciligt gewesen zu sein. Es liegt kein verläßliches Beweis- material gegen ihn vor. Auf abschüssiger Bahn. Der Sohn des Sheriffs Laffivant von Sioux City zum Einbrecher geworden. Gestern Abend kurz nach neunUhr sah Po- lizist Kiley von der Harrisonstr.-Station an der Ecke der Van Buren- und Clarkstr. zwei Kerle stehen, die ein so verdächtiges Aeuße- res hatten, daß er beschloß, sie nach der Station zu bringen. Dort durchsuchte man ihre Taschen und fand eine Anzahl Einbre- cherwerkzeuge. Lieut. Collins, der bei der Untersuchung zugegen war, schien plötzlich in einem her Kerle einen Spitzbuben zu erkennen,auf deffenGefangennahme seitLä- ngerem eine hohe Belohnung ausgesetzt war. Er frug denselben deshalb auf's Schärfste aus und brachte ihn schließlich zu einem Geständniß. Der Gefangene ist demnach der Sohn des Sheriffs Paul Cassivant von Sioux City, lowa. Vor ungefähr zwei Jahren lief er von Hause fort, weil sein Va- ter ihn zwingen wollte, die Schule zu besu- chen, trotzdem er bereits das neunzehnte Le- bensjahr erreicht hatte. Er floh zuerst nach New Orleans, wo er mit P4O in der Ta- sche, welche er von zu Hause mitbrachte, an- kam. Bis zum Beginn der Weltausstel- lung hier in Chicago arbeitete er in NewOrleans, kam dann hier her und erwarb sein täglich Brod durch den Verkauf von Zeitun- gen. In dieser Zeit stieß ihm ein Unglück zu. Als er eines Tages über die Schienen der Illinois Central-Bahn ging, wurde er von einer Lokomotive getroffen, wobei er ei- nen Schädelbruch erlitt. Nach Belauf meh- rerer Wochen erholte er sich wieder und be- gann von neuem das Zeitungsgeschäft. Es wurde Winter und er brauchte nöthig einen Ueberzieher. Kaufen konnte er sich aber ei- nen solchen nicht und versuchte er deshalb einen zu stehlen. Allein er wurde dabei ab- gefaßt und mußte 60 Tage in der Bride- well zubringen. Auf diese Weise nun ein für alle Mal zu einem Spitzbuben gestem- pelt, ging es darauf bergab mit ihm,bis er jetzt als Einbecher m de Harrisonstr.-Sta- tion eingesperrt worden ist. Bei der Arbeit gestört. Unter der Anklage des Raubanfalls und schwerer Körperverletzung standen heule John Anderson und Robert Bell, zwei gemeingefährliche schwarze Individuen vor Richter Bradwell. Am Mittwoch Abelch, kurz nach 8 Uhr kamen die zwei Burschen in den Trödlcrladeu des Jos. Nagilsky, No. 1713 Stalestr. und boten dem Eigen- lhümer einige werthlose Gegenstände zum Verkauf an. Während er sich dieselben besah, erhielt er plötzlich von den Kerlen mehrere wuchtige Hiebe mit einem Rcvol- verkolben auf den Kopf. Er wankte zu- rück und fiel dann zu Boden. Eben inachte sich die Neger daran, Ra- gitskys Taschen auszuleeren, als eine Frau Freedman von 1530 Wabash Ave., eintrat und die Situation überschauend, um Hilfe rief. Der in der Nähe patrouillirende Polizist Korlh eilte herbei, doch an ihm vorbei rannten die beiden Räuber. Erst nach langer Jagd gelang es Koxth, einen derselben, Henderjons, habhaft zu werden und ihn einzusperren. Bell wurde eine Stunde später in 2106 State Str. ver- haftet. Beide wurden heute von Ragilsky und Frau Freedman aufs Entschiedenste identificirt. Richter Bradwell sandte sie unter je HISOO Bürgschaft nach dem Cri- minalgericht. Alle städtischen, in- und ausländischen Neuigkeiten im Abendblatt für 1 Cent per Nummer, oder 6 Cents per Woche. Schauerliche Muttljat. William P). Frisch bringt seinem Schwiegersohn und dessen Gat- tin gefährliche Schuß- wunden bei, Und jagt sich dann selber eine Kugel in den Kopf. Ein schreckliches Familien-Drama kam heute früh um 11 Uhr in dem Hause 430 N. Ashland Ave. durch eine schauerliche Blutthat zu einem jähen Abschluß. William P. Frisch, ein Schlosser von Beruf, schoß daselbst auf seinen Schwieger- sohn Theo. Eckart, verwundete denselben wie es scheint tödtlich in der linken Schläfe, brachte außerdem seiner Tochter eine Ku- gelwuude in der linken Seite bei und jagte sich selber schließlich eine Kugel in den Kopf, was wahrscheinlich feinen Tool zur! Folge haben wird. Alle drei liegen au- i genblicklich in bedenklichen Zustande im i County Hospital darnieder und zweifelt l man auch an ein Wiederaufkommcn i Eckarl's. Dem gräßlichen Vorfälle scheinen die verabscheuungswidrigsten Ursachen zu Grunde zu liegen. Nach Auslagen der Frau Eckart, die jetzt kaum 17 Jahre alt ist, hat Frisch, ihr Vater, schon seil ihrem 12. Jahre Blutschande an ihr begangen. Im vorigen März fühlte sie, daß sie bald Mutter werden würde und theilte dies ihrem Vater mit. Dieser gerieth darüber in Zorn und drohte ihr mit dem Tode, wenn sie ihn vcrrathen würde. Um jedoch allen Verdacht von sich abzu- lcnken, ließ ihr Vater einen jungen Mann Namens Eckart, der längere Zeit mit seiner Tochter verkehrt halte, vor Richter Sever-son der Vergewaltigung derselben anklagen und setzte es auf diese Weise durch, daß sie zu einem rechtschaffenen ehrlichen Gatten kam, denn Eckart mußte sie, um sich aus der Affaire zu ziehen, heirathen. Er ge- wann sie auch in der Zeit, die seitdem ver- strichen ist, recht lieb. Als seine Gattin aber vor einigen Wochen, da sie sich einer Niederkunft nahe fühlte, verriet!) was ihr Vater ihr angethan Und daß er eigentlich der Vater des bewußten Kindes sei, begab er sich sofort nach dem nächsten Friedens- richter und erwirkte gegen Fisch einen Haftbefehl. Erst heule Morgen aber erfuhr Frisch dieses und sofort stellte er seinen Schwie- sohn zur Rede. Es kam zu einem heftigen Wortwechsel und schließlich zu Thätlichkci- len, bei denen Eckhart aber den Kürzeren zog. Frisch warf ihn zur Erde und packte ihn an der Gurgel io fest an, daß er beinahe dem Erstickungslodc nahe war. Da eilte ihm aber seine Gattin mit einem Revolver in der Hand zu Hilfe und schoß blindlings auf Frisch. Die Kugel drang diesem in die linke Seite des Rückens, oberhalb der Hüfte. Mit einem bezweifelten Aufschrei, aus dem Wuth und Schmerz zugleich heraus- klang, stürzte sich Frisch nun auf seine Tochter und suchte ihr die Waffe zu ent- reißen. Dies gelang ihm aber erst, dem Eckhart wieder zu sich gekommen war und nun seinerseits seiner Gattin zu Hülse eilte. Frisch war jedoch bereits in einer an Wahnsinn erenzende Wuth geralhen und liefen Eckhart und seine Gattin deshalb in wilder Flucht die Haustreppe hinunter. Kaum fühlte Frisch seine Arme frei, so richtete er auch schon die Waffe auf die Fliehenden, schoß ihnen zweimal nach und sagte sich selber dann eine Kugel in den Kopf. Fast gleichzeitig brachen alle Drei blut- überströmt zusammen, Eckart mit einer Kugelwunde in der linken Schläfe, seine Frau mit einer solchen im Rücken und Frisch mit einer tödtlichen Wunde am Kopfe, hinter dem linken Ohre. Die Po- lizei war sofort zur Stelle und brachte die Verletzten nach dem County - Hoipital. Frisch wird wahrscheinlich sterben, während sich Eckart möglicher Weise erholen kann; Frau Eckart ist nicht lebensgefährlich ver- letzt. Das Haus No. 430 N. Ashland Ave., in dem die blutige Tragödie passirle, ist ein zweistöckiges Holzhaus, gehörte dem Frisch und wurde von diesem, feiner Frau, sowie Eckarl's bewohnt. * Line bittere Pille. Das stadträthliche Finanzcomite wird sich heule Nachmittag mit einer für die Stadt ziemlich unangenehmen Geschichte zu befassen haben. Vor etwa 4 oder 5 Jahren ließ die Stadt gewisse an die Parks der Westseite an- grenzende Straßen pflastern, und versuchtedie West-Parkbehörde zur Zahlung eines Theiles der Kosten heranznziehen. Die Westparkbehörde weigerte sich, zu denKosten der Pflasterung etwas beizutragen, und die Stadt wurde gegen sie klagbar. Das Slaatsobergericht hat nun den Prozeß zu Ungunslen der entschieden und er-klärt, daß die Stadl kein Recht habe, die Parkbehörde zu besteuern. Die Contrak- toren, welche die Verbesserungsarbeilen ge- leistet haben, verlangen ihre Bezahlung, etwa H70.000, und das Finanzcomite steht jetzt vor der heiklen Aufgabe, auf Mittel und Wege zu sinnen, wie die Schuld be- zahlt werden iönne. Beraubte seinen Lr-80ß. Der 33jährige Sam Glaser arbeitete längere Zeit für den Schneider Wm. Korn von 134 Taylorstr. Vor einigen Tagen legte Glaser Lohndifferenzen wegen die Arbeit nieder, hielt sich aber nahezu jeden Tag in der Nähe der Korn'schen Schneider-werkstätte auf. Am Mittwoch ging Glaser nach dem aufgegcbenen Arbeitsplätze und den Ex-80ß allein findend, fiel er über ihn her, miß- handelte ihn und nahm ihm fein Geld, H25 und einen Ueberzieher fort und lief dann davon. Korn berichtete den Raubunfall an die Maxwellstr.-Station und bie Detec- tivs Harding und Shaugnesfy verhafteten heute Glaser auf die Anklage des Rauban- falls, thätlichcn Angriffs und Diebstahls. Richter Eberhard! stellte ihn auf Antrag der Delectivs bis morgen unter HllOO Bürg- schaft. Abendblatt 1 Cent, 6 Cents die Woche. Wash. j?orter's j?läne. Mie er den Seeufcr-Park zu verschönern wünscht. Lin Boulevard und ein Kanal bis zur sisten Straße. Platz für ein Museums- und ein Ausstellungs- qebäude. Washington Porter, der vor etwa einem und einem halben Jahre mit dem großarti- gen Vorschläge an die Oeffentlichkeit trat,den Jndustriepalast vom Weltausstellungs- platze nach dem Seeufer-Park zu schaffen, und in eine große Halle für große Ver-sammlungen einzurichten, hat sich jetzt einen neuen Plan für die Verbesserung und Ver- schönerung des Seeufer-Parks zurecht- gelegt. Die Grundidee in dem Plane Wash- ington Porter's ist dieselbe wie die in dem Plane des Ald. Madven, und will Herr Porter noch etwas weiter gehen, um das ganze Seeufer nördlich von der 51. Straße umzugestalien, einen großen Boulevard und einen Canal zu bauen und die jetzt öde „Lake Front" in einen hübschen, mit einem Museum, einem Ausstellungsgebäude und anderen Bauten für Park- und andere Zwecke geschmückten wirklichen Park umzu- wandeln. Die Pläne Porter's schließen ein Arrangement mit der Illinois Centralbahn für die Tieferlegung ihrer Geleise, sowie die Benutzung des dabei und bei den Arbei- ten am Abwasscrkanal ausgegrabenen Ma- terials ein. Herr Porter meint, es würde der Stadt nicht schwer fallen, mit der Illinois Central- Bahn die nöthigen Vereinbarungen zu tref-fen, damit die Geleise der letztere n so tief gelegt würden, daß das Publikum nicht mehr die häßlichen Bahnzüge stets vor Au- gen zu haben braucht. Dann schlägt Herr Porter die Anlegung eines 150 Fuß breiten Kanals gerade östlich von dem Wegerecht der Illinois Central- Bahn auf der Strecke zwischen der 51. und der 12. Straße vor. An der 51. Straße, gerade östlich von dem Kanal, soll dann ein großer Boulevard beginnen, der etwa 300 bis 400 Fuß breit sein und sich nördlich bis zum Lake Shore Drive hinziehen soll. Der Kanal soll an allen passenden Stellen überbrückt werden, und der Boulevard soll außer den Fahrstraßen auch einen beson- deren Fahrweg für Radfahrer haben. Der Kanal könnte für Bootfahrten, Regattas, Gondeln u. s. w. benutzt werden. Der eigentliche „Lake Front"-Park soll den Platz hergeben für die Errichtung eines Gebäudes für die Aufnahme des Field-Mu-seums, für ein großes Ausstellungs- Ge- bäude und für andere Gebäude. Das Material für den Bau des Boule- vards würde, wie Herr Porter meint, der Stadt nichts kosten, da dazu das aus dem Abwasserkanal geförderte Material benutzt werden könnte, so daß die Stadt nur den Arbeitslohn zu zahlen hätte. Gesetzliche Be- denken stehen nach der Ansicht des Herrn Porter der Ausführung seiner Pläne nicht im Wege. Nur eins hat Herr Porter vergessen, an- zuführen. Er hat nämlich nicht angedeutet, woher das zur Ausführung seiner' groß- artigen Pläne nöthige Geld hergenommen werden soll. Schott-Aonzert aufgeschoben. Ls findet am nächstnächsien Sonntag in Brand's Halle statt. In Folge eines Versehens seines New Borker Agenten war Herr Schott nicht rechtzeitig benachrichtigt worden, daß er für ein am nächsten Sonntag stattfinden- des Konzert bereits verpflichtet ist. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als seine Reife nach Chicago um einige Tage binaus- zuschiebcn und sein für nächsten Sonntag angekündigtcs Konzert ans den darauf- folgenden, den 0. Dezember, zu verlegen. Die Vorbereitungen bleiben wie sie ge- troffen wurden; die bereits verkauften Sitz- karten haben für den 9. Dezember Gül- tigkeit. Das Programm lautet: Erster The i l. 1. Chorlied „Waldmorgeu" Kellner «, )n) „Archibald Doualas" , . -l b) „Tom, der Rdymer." -LaUade.i.. .Lta.l Anton Schölt. » i») Konzert-Etude Liszt ' ) Gavotte. Ronery Hans von Schiller. . ia) Lohengrin s Abschied » , ''s d) „Liebeslied" (Walküre» s Anton Schott. Zweiter Theil. 5 Bolkslieder- f-0 ..Heimath". T'chirschs b> lager's Morgenbeinch InnaikFidelia-Mannerchor. 0 ) a) „Murmelndes Lüftchen" Jcnsen ' '< V) Walzer Strantz-SchütrHans von Schiller. l n) ' Komm', wir wandeln zusammen" l 7. - v> .C,n Ton" > Cornelia.so) Zwei Grenadiere SchumannAnton Schott. Eintrittskarten nummerirte Sitze Hl und nichlnummcrirle 75 Cents sind zu haben bei: Henry Detmer, deutsches Mu- sikgeschäft im Schiller-Gebäude; Adolph Georg, Nordseile-TurnhaUe, und Gustav Laads, Brand's Halle. Frank Lawler's letzte Zuflucht Frank Lawler hat heute Vormittag an seinen aus dem Wahlkampfe siegreich her- vorgegangenen Gegner Charles W. Wood- man nachstehendes Schreiben gerichtet: „An Charles Woodman. Angesichts des Ergebnisses der offiziellen Stimmenzählung werden Sie das Certi- fikat als erwählter Congreßvertreter des vierten Bezirks von Illinois erhalten. Es ist dies eine der ehrendsten Stellungen, welche das amerikanische Volk zu vergeben hat, und jeder Bürger, der eine solche Stel- lung annimmt, sollte fühlen, daß er die Wahl des Volkes in dem Bezirk ist, in wel chem er erwählt wurde. Da ich glaube. Sie würden die Stellung nicht annehmen, wenn Sie der Ueberzeugung wären, daß Sie nicht auf rechtmäßige Weise erwählt wurden, und da ich fest davon überzeugt bin, daß ich die Stimmen der Majorität der Stimmgeber des vierten Congreßbezirks erhalten habe, so appellire ich an Ihre Ehrenhaftigkeit und ihre Man- nesehre und ersuche Sie, mit mir zusammen die Angelegenheit dem Countygericht zu unterbreiten, damit die bei der letzten Wahl abgegebenen Stimmen nochmals richtig ge- zählt werden und die Wünsche des Volkesso zum Ausdruck kommen können, wie sie gemeint waren. Achtungsvoll Frank Lawler."

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