Order a high-quality 18"x24" poster print of this page. Add to Cart

Abendblatt Newspaper Archives Nov 28 1894, Page 1

Low-resolution version. To view a high quality image

Start Free Trial
Abendblatt (Newspaper) - November 28, 1894, Chicago, Illinoisvon der Illinois Staats-Aeitungs-To. Chicago, Mittwoch, 28. Vlovember 1894. Preis 1 Gent. 47. Jahrgang. No. 283. Morgen, als am Danksagnrigs- -I"Se, erscheint kein „Abendblatt", t Die Geschäftsoffice bleibt von 12 Uhr Mittags bis 7 Uhr Abends ge- schlossen. Uevevvlick And Krrrzgefaßles. Kalt und klar soll die Nacht werden, der Danksagungstag aber heiter und mild. Der Nordwind schlügt morgen früh nach Südosten um. ln New York wird an der Verbesse- rung sozialer Zustände durch Errichtungvon Muster-Miethskasernen gearbeitet. ln der Mandschurei herrschenschlimme Zustände. Die Bevölkerung flieht in Hellen Schaaren aus dem Lande und Mord und Diebstahl sind an der Tages-ordnung. China entschließt sich dazu, mitJapan direkt zu unterhandeln. '— In der brasilianischen Provinz Rio deJaneiro tritt die Cholerine seuchartig auf. Sozialdemokraten Hallen in Mün- chen eine stark besuchte Versammlung ab,in welcher mit Bebel sehr unglimpflich ver- fahren wird. Welche Uebegriffe und Unverschämt-heiten die großen Korporationen sich gestat- ten dürfen, geht am besten aus der kürzlich entdeckten Thatsache hervor, daß die Chi- cago L Alton-Bahn auf der Südwestseite sich ganze Straßen aneignet, um einen Ran- girbahnhof anzulegen. Werden die städti- schen Behörden dem gingen Monopol das Handwerk legen? Der Milchhändler Hastings hat den Advokaten und Geldverleiher Hilliard er- schossen, nachdem derselbe ihm das Fell über die Ohren gezogen hatte. Die Stadtväter von Evanston haben durch einen Beschluß ihre Gehälter um 50 >»- Prozent erniedrigt, damit eine Spritze an- geschafft werden kann. Der Antrag wurde mit 7 gegen 6 Stimmen angenommen. Der Termin der 7 Aldermen, welche die Tugend der Sparsamkeit üben, läuft nächsteüs ab, die anderen Sechs bleiben noch im Amte. 866? Cekegrnpsiiscüe Depescsieri. Die Beerdigung der Mrsiiu Bis- marck. Dieselbe soll in stiller, einfacher Weise in Varzin stattfinden. Zahlreiche Beileids-Telegramme an den Alt- Reichskanzler. Berlin, 28. Nov. Die sterblichen Ueberreste der Fürstin Bismarck werden in Varzin beerdigt wer- den; das Begräbnis; wird still und einfachvon Statten gehen. Fürst Bismarck hat ans allen Gegenden Beileids-Telegramme erhalten, unter Anderem vom Kaiser Wil- helm, von der Kaiserin Franz Joseph von Oesterreich; von der verwillweten Kaiserin Friedrich, vom Fürsten Hohenlohe; von Crispi, dem italienischen Ministerpräsi- denten ; vom Grafen Kalnoky, dem öster- reichischen Ministerpräsidenten; vom Prin- zen Luitpold von Baiern, vom Großherzoge von Baden, dem Könige von Sachsen, dem Ex-Kanzler Caprivi, dem Bremer Senat und von den meisten deutschen Fürsten und hervorragenden Persönlichkeiten. Die Untersuchung der armenischen Greuel. Dieselbe wird wahrscheinlich verlaufen wie das „Hornberger Schießen." Kd nstanii nop e l, 23. Nov. Die türkische Commission zur Unter- suchung der armenischen Greuel ist mildem französischen Dampfer „La Bonrdonnais" nach Trapeznnt abgereist. Statt die Handlungsweise der türkischen Beamten zu untersuchen, sollen die Kommissäre den Auftrag erhallen Haben, den Uebslibaten der armenischen Räuber nachzuforschen, und der Glaube, daß die Untersuchung ir- gend ein Resultat haben werde, wird da- durch stark erschüttert. Line ganze Ortschaft eingeäschert. Fünfundzwanzig Familien obdachlos. Detroil , 28. Nov. . Von Blißfield wird der „News" be- richtet, daß die Ortschaft Metamore in Ohio, fünf Meilen südlich von hier, voll- ständig niedergebrannt ist. Fünfund- zwanzig Familien sind obdachlos; es weht ein orkanartiger Sturm. Gemeine Niedertracht. Ein Kabelbahnwagen entgleist und viele Per- sonen schwer verletzt. SanFranc is co, 28. Nov. Durch einen eisernenBolzen, welcher von einem nichtsnutzigen Schurken aus dem Geleise der Kabelbahn angebracht war, wurde einKabelbahnwagen zur Entgleisung gebracht und zwanzig Personen trugen Ver- letzungen davon, einige derselben sogar sehr- ernstliche. Schiffsnachrichten. In der Nacht anqekommen: Southampton „Chester" voir New York.Kopenhagen „Polynesia" von New . York.D Queenstown „Teutonic" von New York. Rio de Janeiro „Galileo", via Per- nambuco. Philadelphia - „Indiana" von Liver- York „Stuttgart" von Bremen.Liverpool „Michigan" von Boston. Ankunft des Dampfers „Oceanic". Mit demselben sind eine Menge Missionäre aus Tlsina an- gekommen. Dr. Bloodgett über die Lage in China. Dev Datvrotisrnirs irr Icrpcrrr. San F ran ci sc o, 28. Nov. Mit dem Dampfer Oceanic sind mehr als ein halbes Dutzend Missionäre aus ver- schiedenen Theilen von China angckom- men. Unter denselben befand sich Dr. H. B. Bloodgett von der amerikanischen Missiousgefellschaft, welcher vierzig Jahre lang im Orient als Missionar gearbeitet hat. Derselbe glaubt nicht, daß für Missionäre, oder andere Ausländer in China Gefahr vorhanden ist, und befindet sich nur aus einer Erholungsreise; er sagt, daß die Ermordung Mylies die einzige Gewaltthat war, die vorgekommcn ist. Die Chinesen, sagte er, hielten Port Arthur für uneinnehmbar, weil es nach allen Regeln der neueren Kriegskunst befestigt warv Er glaubt daß die Japaner Peking einneh- men werden, obgleich die Truppen dreißig Tage lang marschiren müssen, um cs zu er- reichen; durch die Einnahme von Port Arthur wird die Beförderung der japani- schen Truppen erleichtert; das Endziel der Japaner ist nach Ansicht des Dr.Bloodgett, mehr Gebiet zu erlangen. Ein amerikanischer Flottenosfizier wel- cher mit dem „Oceanic" ankam, sagt, daß er noch niemals in einem Kriege einen solchen Patriotismus gesehen habe, wie er von den Japanern gezeigt wurde. Reiche und Arme haben zum Kriegsfoud beigetra- geu und sind der Gesellschaft zum Rothen Kreuz bcigetreten, welcher königliche Prin- zen und Edellenle angchören. Die Gesell- schaft hat in jedem Theile des Reiches Hospitäler, und hat auf dem Schlachttelde viel Gutes gethan. Aergerliche Sozialdemokraten. Bebel von ihnen arg geinaßregelt. Die Führer der süddeutschen Sozialisten mit einem Vertrauensvotum bedacht. Berlin, 28. Nov. Gestern Abend wurde in München eine starkbesuchte Versammlung von Sozial- demokraten abgehallen. Vollmar äußerte sich in einer längeren Rede tadelnd über Bebel, und es kam zu stürmischen Scenen, als einige Redner den Versuch machten, Bebel zu vcrtheidigcn. Als die anwesen- den Polizeibcamten einem Amerikaner das Wort verbaten, entstand ein wülhender Skandal. Schließlich wurde ein Beschluß ange- nommen, worin Bebel getadelt, und den Führern der süddeutschen Sozialisten ein Vertrauensvotum ausgesprochen wurde. Streit um ein Gastmahl. Lnglische Arbeiterführer und Parlaments- mitglieder sollen durch ein Festmahl geehrt werden. New York, 28. Nov. In einer in Clarendon Hall abgehallenen Versammlung von Abgeordneten der ver- schiedenen Gewerkschaften und Arbeiler- verbände, um Bestimmungen für den Empfang für die Parlamentsmitglieder John Burns und David Holmes, zwei be- kannten englischen Arbeiterführern, zu treffen, entstand eine lebhafte Debatte da- rüber, ob mau denselben ein Mittagessen zu 75 Cents die Person geben solle. Der Abgeordnete Jacob Schaeser von der sozia- listischen Arbeiterpartei sagte, daß Arbeiter nicht den Aristokraten nachässen sollten, in- dem sie John Burns zu einem Festmahle einlüden. Sie brauchten alles Geld, was sie verdienten, um für sich selbst und ihre Familien Mahlzeilen zu beschaffen; es würde besser sein, ihm zu zeigen, in welcher Armulh sich die arbeitenden Klassen in New York bewegten. Der Delegat Calla- nan, von derselben Partei, sagte, daß es besser sein würde, die 75 Cents die Person den streikenden Mäntclmachern zu geben, welche im Erdgeschoß der Walhalla Halle Hunger litten. Sam. Gompers, der Präsident der „American Federation os Labor," welcher den Vorsitz führte, sagte, daß es eine grobe Beleidigung von Seiten der Sladl New York sein würde, den Herrn Burns nicht zu einem Gastmahle einzuladen. Er sagte, daß die Leute, welche darüber zeterten 75 Cents für dieses Mittagessen auszugeven, nicht zögern würden, den doppelten Betrag in einer Wirthschaft zu vertrinken. Ein anderer Delegat sagte, daß, wenn es den Sozialisten gestattet würde, das Gast- mahl in ihrem eigenen Hauptquartiere ab- zuhaltcn, kein Einwand dagegen erhoben werden würde. Nach beträchtlichem Tu- multe wurde der Antrag, das Gastmahl abznhalten, mit 70 gegen 9 Stimmen an- genommen. Ohne Glanz und ohne Fracht. Die Amtseinführung des Gouverneurs Mor- ton wird eine möglichst einfache werden. Albanh, N. Y., 28. Nov. Der erwählte Gouverneur Morton hat dem Staatssekretär Palmer brieflich mit- gelheilt, daß es sein Wunsch sei, daß die Feier seiner Amtsübernahme möglichst ein- fach sein möge, und hat den Staatssekretär beauftragt, die Sache in die Hand zu neh- men. In Folge dessen wird sich die ganze öffentliche Feier darauf beschränken, daß das zehnte Mitizbataillon den Gouverneur von seiner Amtswohnung nach dem Capi- tol geleitet. Die übrige Feier wird inner- halb des Capitols abgehalten werden. Blljfiiiii«e Wimile i» Ser MaiiWnm. Die Bevölkerung flieht massenhaft ans dem Lande. Räubereien an der Tagesordnung. Lhina will direkt mit Japan unterhandeln. London, 28. Nov. Der „Times" wird von Tien-Tsin ge- meldet, daß in der Mandschurei unsichere Zustände herrschen und daß eine allgemeine Auswanderung der Bevölkerung stattsindet. Die Dampfer von Nu-Chwang und die Eisenbahn von Shan-Hay-Kwang nach Tien-Tsin befördern Hunderte von Flücht- lingen ; durch die chinesischen Truppen, die sich aus dem Rückzuge befinden, oder die sich aufgelöst haben, werden bedeutende Un- ruhen hervorgerusen. Der gewöhnliche Handelsverkehr ist unterbrochen und Räu- bereien sind sowohl außerhalb der chi- nesischen Mauer, wie innerhalb derselben an der Tagesordnung. Die flüchtigen Bauern suchen in den englischen Nieder- lassungen Sicherheit. Von Shanghai wird berichtet, daß die Regierung einen Gesandten direkt nach Japan schicken wird, um Friedensunler- handlungen anzuknüpfen. Die Cyolenne in Brasilien. Dieselbe tritt in der Provinz Rio de Janeiro epidemisch auf. Line Anleihe von sechs Millionen Dollars. R i o I a n e i r o, 28. Nov. Es herrscht eine gewaltige Hitze, und die Epidemie, welche hier grassirt, wird all- gemein als Cholera Morbus bezeichnet. Bis jetzt sind in Folge derselben in der Stadt noch keine Todesfälle vorgekommen,obgleich die Epidemie in der Proviuz meh- rere Opfer verlangt hat. Der Lxnat har die Regierung ermächtigt, Angebote für eine Anleihe von P6,000,000 auszuschreiben, um das Defizit zu decken, welches durch die Unterdrückung der letzten Revolution verursacht wurde. Der Cougreß hat eine Gesetzvorlage an- genommen, wodurch Ausländern zwei Jahre lang gestattet wird, Küstcnhandcl zu trei- ben. Nach Ablauf dieser Zeit wird dies nur Fahrzeugen unter brasilianischer Flagge erlaubt sein. Assis Brazil begiebt sich»demnächst nach Lissabon, um die unter Peixoto's Verwal- tung unterbrochenen diplomatischen Be- ziehungen wieder herzustellen. Dynamit als letzter Trumpf. Heroisches Mittel entrüsteter Bürger gegen eine Spiel- und Schnapskncipe. M onmouth, Jll., 28. Okt. In der Samstagsnacht, gegen Mitter- nacht, wurden die Bewohner der benach- barten Ortschaft Liltle York durch eine ge- waltige Explosion aus dem Schlafe auf- gefchreckl und bei späterer Nachforschung stellte es sich heraus, daß ein kleines Ge- bäude, in welchem ein junger Mann, Na- mens James Richmond wohnte, mit Dynamit in die Luft gesprengt worden war. Von dem ganzen Gebäude war we- nig, oder nichts übrig geblieben, während der Eigenthümer verschwunden war, und auch seitdem nichts wieder von ihm gehört wurde. Einer der Bewohner jedoch war bei der Explosion schlecht weggekommen, und wurde schwer verletzt aus den Trüm- mern des Hauses herausgeschafst. DerVer- über der Schandlhat ist unbekannt. Es heißt, daß Richmond in Verbindung mit einer, Spielhölle auch eine Schnapskneipe betrieb; die guten Leute in der Nachbar- schaft aber hatten schon mehr als einmal erklärt, daß sie unter keinen Umständen irgendwelchen Schnapsverkauf, ob derselbe nun gesetzlich oder ungesetzlich betrieben würde, dulden würden, und wahrscheinlich schließlich zum Dynamit gegriffen, um zu zeigen, daß es ihnen mit ihrer Drohung bitterer Ernst sei. Reisen wieder nach Hause. Die fürstlichen Hochzeitsgäste verlassen St. Petersburg. St. Pet ers b u rg, 28. Nov. Der Prinz Heinrich von Preußen, der Bruder des Kaisers, hat gestern mit seiner Frau, der Prinzessin Irene, die Rückreise nach Berlin nngetrelen; in seiner Beglei- tung befand sich auch der Großhcrzog von Hessen, der Bruder der neuen Czarin. Der Czar und die Czarin gaben ihnen nach dem Babnhos das Geleit. Auch die anderen fürstlichen Gäste werden heute die Rückreise nach ihrer Heimalh anlrcten. Selbstmord. Lin Schneider aus Chicago schießt sich eine Kugel in den Kopf. Troy, N. Y., 28. Nov. Der Schneider Joseph Trasky, welcher, vor einigen Tagen von Chicago hier an- kam, hat sich gestern im Eldorado Hotel erschossen. Zusammenstoß mit einem Dampfer. Sechs Personen ertrunken. Bostvn, Mass., 28. Nov. In Folge eines Zusammenstoßes mit dem Dampfer „Reading" von der Phila- delphia L Reading Linie, wurde heute Morgen ander Hafenmündung der Fischer- Schooner „Gracie Benson" zum Sinken gebracht. Sechs Personen von der Be- mannung des Schooners ertranken. Eine Denkschrift an den Kaiser. Dieselbe von hundert und zwanzig hohen Beamten unterzeichnet. Schwere Beschvidigangen gegen Li-Hnng- Läang und andere hohe Beamten. London, 28. Nov. Laut einer Depesche aus Shanghai, hat dort eine Denkschrift an den Kaiser, welche von 120 hohen Beamten unterzeichnet war und in welcher Lk-Hung-Chang der Be- stechung, der Unterschlagung von Geldern und des Betruges beschuldigt wird, eine bedeutende Aufregung hervorgerusen. In der Denkschrift heißt es ferner, daß Li- Hung-Chang über die japanischen Siege gejubelt babe und den Erfolg der Chinesen verhindert habe; er soll China als vorbe- reitet zum Kriege geschildert haben, wäh- rend das Gegentheil der Fall war. Außer- dem soll er mit dem Prinzen Kung, dem Onkel desKaisers, Präsident des Geheimen Rathes, welcher kürzlich zum Diktator er- nannt wurde und dcm Befehlshaber der chinesischen Truppen in Port Arthur im Einverständniß gehitndelt haben; und alle diese Beamten werden von den Unterzeich- nern der Denkschrift als Hochverräther be- zeichnet, welche an den Feind Slaatsge- heimniße und Kriegsmaterial verkauften. Außerdem werden sie beschuldigt, in Japan Gelder angelegt, Verschwörungen ange- zettelt und den Umsturz des Reiches geplant zu haben. In der Dcnskschrifl wird die sofortige Bestrafung und Dienstentlassung sämmtlicher, an der Verschwörung belhei- ligter Personen verlangt. Jur Derkesserung socialer Zu- stände. Das sociale Nebel. Errichtung von Muster-Miethskasernen. New York, 28. Nov. In der Schlußsitzung der vom Bürger- meister ernannten Commission für Mieths- kascrnen, trat Dr. Felix Adler als erster Zeuge auf und legte einen Plan zur Er- richtung von Mustcr-Miethskasernen vor. Pfarrer W. S. Rainssord von der St. Georgiakirche befürwortete das Offenhalten von Wirthschaften am Sonntag Nachmit- tag als ein Mittel gegen die Verbreitung des Lasters unter Kindern, welche von ihren Eltern gezwungen würden, durch Seitenthüren aus den Wirthschaften Schnaps und Bier zu holen, lieber die lüdcrlichen Frauenzimmer, welche kürzlich nach der Ostscite übergesicdelt sind, sprach sich Dr. Rainsford folgendermaßen aus: „Die Ankunft solcher Frauenzimmer übt einen nachtheiligen Einfluß aus die jungen Mädchen des Bezirkes aus. Die jetzige Idee, das Hebel anszurottcn, ist schlim- mer als irgend ein anderer Plan. Nach meiner Ansicht sollte das Uebel auf Bezirke beschränkt, aber nicht lizensirt werden." „Sollte die Polizei das Uebel rcguliren '?" fragte der Vorsitzer Gilder. „Das habe ich nicht gesagt." erwiderte Dr. Rainsford, „und obgleich ich meine eignen Ideen über die Sache habe, möchte ich dieselben doch jetzt nicht mittheilen." Die Commission vertagte sich'darauf bis zum 7. Dezember. Die schreckliche Tollwuth. Zwei Personen in FrauklinviUe, N. 1., von derselben befallen. Se a Gale City, N. 1., s 28. Nov. s John Turpin und William Cassidy aus Franklinville, N. 1., sind an der Hunds- wuth erkrankt und werden wahrscheinlich nicht gerettet werden können. Sie wurden am 16.November von einem tollen Hunde, der sich in der Ortschaft zeigte, gebissen; und auch noch mehrere andere Personenwurden gebissen. Obgleich die Wunden sofort ausgebrannt wurden und gut geheilt waren, bemerkte Turpin in letzter Woche eine rotde Anschwellung um die Narbe, und bald trat eine so heftige Entzündung ein, daß er sich zu Belt legen mußte. Der Arzt konnte nichts thuu, um sein Leiden zu lin- dern, und sein Zustand verschlimmerte sich von Tag zu Tag. Gestern Abend traten heftige Krampte ein, so daß er an das Bett gefesselt werden mußte. Schaum trat ihm vor den Mund, und er bellte wie ein Hund; die Aerzte erklären seinen Fall für hoffnungslos. Bei Cassidy baden sich dieselbeit Symp- tome, wenn auch nicht so heftig eingestellt, und seineFamilie befürchtet dasSchlimmste. Explosion in einer Kohlengrube. Drei Arbeiter lebensgefährlich verletzt. Albia, Ja., 28. Nov. Gestern Morgen um acht Uhr fand in der drei Meilen von hier gelegenen Koh- lengrube eine vcrhängnißvolle Explosion statt, wodurch drei Arbeiter lebensgefähr- liche Verletzungen davontrugen. Die Na- men derselben sind James Dyan, John A. Jones und Henry S. Taylor. Die Explosion war die Folge von einer gewöhn- lichen Sprengung mit Pulver, wodurch Gase zur Entzündung gebracht wurden. Der dadurch der Kohlengrube zugefügte Schaden ist sehr bedeutend. Geschieht ihm Recht. Line kurze The zwischen einem fast hundert- jährigen Mummelgreis und einem jechs- zehnjährigen lUädel. Orang evi l l le, Ont., 28. Nov. Der achtundneunzigjährige und sehr reiche John Kidd will sich von seiner sechs- zehnjährigen Frau, welche er im letzten August heirathete, scheiden lassen. Ein halbes Dutzend der angesehensten jungen Leute sind in der Geschichte verwickelt. Jur Einnahme von Port Arthur. Zwei chinesische Kriegsschiffe, meh- rere Torpedoböie und Trans- portschiffe fallen den Sie- gern in die Hände. Der Bundeskrenzer „Baltimore" in Port Arthur angckommen. London, 28. Nov. Die „Times" veröffentlicht folgende vongestern dattrte Depesche ihres Correspon- denten in Tschi-Fu: Die Japaner haben mit Port Arthur zwei chinesische Kriegs- schiffe, mehrere Torpedoböte und Trans- portschiffe erbeutet. Admiral Jlo, der Be- fehlshaber der japanischen Flotte, befindet sich mit seinem Flaggenschisse noch in Port Arthur; einige zur Flotte gehörigen Schisse stnd nach Talienwau zurückgekehrt, während andere nach Japan abgegangen sind. Die Stadt hat bei dem Kampfe nur ge- ringe Beschädigungen erlitten, und es wur- den nur einige Hütten niedergebrannt. Am Sonntag ist der amerikanischeKreu- zer „Baltimore" in Port Arthur ange- kommen. Sechs Offiziere desselben gingen an Land und besichtigten die Stadt; es wurde ihnen aber nicht erlaubt, Depeschen nach Washington abzuschicken. Der Korrespondent des Reuter'schen Telcgraphenbureaus, welcher von den Ja- panern gefangen genommen, und anfäng- lich für einen chinesischen Offizier gehalten wurde, ist auf Ehrenwort aus der Haft ent- lassen worden. Der Korrespondent fügt hinzu: Aus glaubwürdiger Quelle habe ich Folgendes erfahren: Die hügelige Halbinsel eignete sich vortrefflich zur Verlheidigung, aber die Chinesen wußten ihren Vortheil nicht zu benutzen. Die Japaner rückten langsam vor; am 6. Nov. wurden sie bei Kinchonzurückgcschlagen, aber am 8. waren sie siegreich. Der KeXow'sche Ausschuß. Line wichtige Zeugin nach Europa abgereist. Ls heißt, daß sie von polizeibcamten aus dem Lande geschafft wurde. New York, 28. Nov. Frau Auguste Thurow ist nach Europa abgereist. Es ist dieselbe Frau, welche am 4. Juni vor dem Lexow'schen Ausschüsse so genaue Aussagen machte. Sie gab Daten, Namen, Geldbeträge und die genauen Um- stände an, unter welchen die Polizei in der Station an der 15. w.traße, die Erpressun- gen in's Werk setzte. Sie verwickelte auch den Friedensrichter Rocsch in die Angele- genheit, indem sie ihn als den Vermittler zwischen ihr und der sie schröpfenden Po- lizei bezeichnetc. Frau Thurow's Schwester, die Frau Frederick Seyd, hat die Wahrheit der Nach- richt, daß dieselbe nach Europa abgcreist ist, bestätigt und sagt, daß sie eine bedeu- tende Geldsumme mitgenommen habe. Es wird die Behauptung ausgestellt, daß die Polizeibeamten, denen daran gelegen ist, sic aus dem Lande zu schassen, Geld auf- gebracht haben, um sic nach Europa zu schicken. Städtisches. Das Wetter. Optiker K l eine, 76 Washington Str., berichtet für Chicago die folgenden Baro- meter- und Thecmometerstände: Um 8 Uhr Morg. 39 Gr., um 9 Uhr 18 Gr., um 10 Uhr 22 Gr., um 11 Übr 26 Gr., um 12 Übr 28 Gr. Barometerstand um 8 Uhr Morg. 30.05, 12 Uhr 30.05. Feuer an N. Wells Straße. r;oo Schaden in No. )20 Wells Str. §BSO Verlust in den Häusern )2— Wells. Str. Heute Morgen um halb drei Uhr brach in dem zweistöckigen Holzhaus mit einem Erdgeschoß No. 120 Wells Str. ein Feuer aus, welches einen Schaden von HIOO an- richtele. Die Besitzerin ist Fr. Kchoe; A. Pfeiffer betreibt eine Wirthschaft und Re- staurant in dem Haus. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt. Fünf Minuten vor drei Uhr entdeckte Polizist Wm. Sederberg Flammen aus der Häuserreihe No. 12—18 Wells Str. her- vorschlagen und er alamirte sofort die Feuerwehr. In No. 12 betreibt O. H. Schult ein Fleischergeschäft, welches einen! Schaden von H2OO erlitt. No. 14 Wells Str. ist voit E. W. Roll, der eine Wirth- schaft dase bst betreibt, benutzt. Hier brach das Feuer hinter dem Eisschrank aus und beschädigte die Wirthschaft um H250. L. Wmdmüller und Co. haben das Haus No. 10 Wells Str. als ein Groccry-Ge- schäft inne, Schaden H2OO. John Biccios Restaurant No. 18 Wells Str. kam ohne Schaden davon. Der Eigenthümer der Hauser ist A. P. Spencer. Die Gebäude wurden im Betrage von H4OO beschädgt. Die Ursache des Feuers konnte nicht fcstge- stcllt werden. Der Schaden, der sich im Ganzen auf HBSO beläuft, ist durch Ver- sicherung gedeckt. Zur Vervollkommnung des Oost- diensts. Aus Washington traf heute Morgen die Nachricht ein, daß der General-Postmeister fünfzehn weitere berittene Träger für das hiesige Postamt bewilligt habe. Postmeister Hesing hatte noch keine ofsicielle Benachrich- tigung erhalten, doch zweifelte er nicht, daßes mit der Bewilligung seine Richtigkeit habe, denn er ersuchte den Hülfs - Generalpost- meister Frank Jones, als dieser vor ungefähr einer Woche hier war, dem hiesigen Postamte einige weitere Träger zuzuweisen und bewies ihm auf dem städtischen Plane, daß dieselben namentlich für den Einsammlungsdienst in den nördlichen Vorstädten unbedingt noth- wendig seien. Herr Jones sah das auch ein und erklärte, dß er es durchsetzen werde, daß Herr Hesing die gewünschten Leute erhalte. Ein Advocat Will einen geständigen Verbrecher zuin Widerruf zwingen, Hat aber kein Glück damit. Vor Richter Eberhardt stand heute unter der Anklage des Einbruchs und böswilligen Vermögensschädigung der etwa 25jährige Ex-Kutschrr William S. O'Brien. Er ist einer der schlimmsten Raufbolde der Stadl und hat noch überall, wo er bisher gear- beitet, Spuren seiner Rohheit und des ihm angeborenen Vandalismus zurückgclasscn. Vor etwa 1ä Jahren schoß er im Verlaufe eines Streites auf feinen Bruder und wurde hierfür zu einer sechsmonatlichen Gefängnißstrafe verurtheilt. Kaum hatte er diese abgesessen, als er mit seinem Qnkel Streit anfing und diesen fürchterlich ver- messcrte. Auf inständiges Bitten O'- Brien's nahm der Onkel von der Prozes- sirung Abstand. Trotz seines schlechten Charakters fand er immer wieder Arbeit. Vor etwa drei Mo- naten engagirte ihn der Lcihstallbesitzer und Lcichenbestatter E. I. McGeeneh von No. 355—357 Haldstedstr. als Kutscher. An- fangs hielt sich O'Brien sehr gut. Doch bald geriet!) er in feine alten Fehler, sprach zu viel der Flasche zu und vernachlässigte seinenDienst. McGeeney entließ ihn darauf und seit dieser Zeit trieb sich O'Brien wuth- schnaubend und mit seiner Rache drohend vor dem Leihstall umher. Als McGecuep vergangenen Sonntag früh seine Wagen- remise aufschloß, entdeckte er, daß die sämmtlichcn Equipagen, 7 an der Zahl, und sein werthvolleS Pserdegeschirr total zerstört war. Mil einem scharfen Messer hatten der oder die Vandalen das Lcderzcug und die Kissen zerschnitten und McGeeney dadurch einen Verlust von HIOOO zugefügt. McGeeney's Verdacht fiel sofort auf Wil- liam O'Brien und zwei andere entlassene Kutscher. Er thcilte dies den Dctectivs Hall, Creed und McLaughlin, denen die Ausarbeitung des Falles übergeben wurde, mit und sie verhafteten die Drei gestern früh in einem Stalle an Polk Str. Lieutenant Mahoney nahm gestern einen nach dem anderen in sein Zimmer, unterwarf sie dort in Gegen- wart der Dctectivs und McGeeneys einer rigorisen Auspumpung und nach Verlauf von einer halben Stunde hatte er von O'Brien nicht nur ein mündliches, sondern auch von einem Notar gemachtes schristt liches Geständnis; in Händen. Nach die-sem war H'Bricn durch ein Lichtfenster von hinten in den Stall eingebrochen und hatte dann den beschriebenen nichlswürdi- gen Racheakt begangen. Als hente früh William O'Brien dem Richter Eberhardt vorgeführt wurde, ver- zichtete er auf ein Vorverhör. Doch siehe da, seine Freunde hatten einen Vertheidi- ger gefunden und dieser versuchte das Ge- ständniß als durch Drohungen und Miß- handlungen seitens des Lieutenants Ma- honey abgerungeu hinzustellen. Doch hatte er damit kcrt Glück, denn der Angeklagte selbst stellte diese Behauptung in Abrede und gestand nochmals, daß er die Thal vollbracht, um sich an McGeeney zu rächen. Hierauf erfolgte O'Brien's Uebcr- weifung an das Criminalgericht unter einer Bürgschaft von H3OOO. War es Selbstmord? Gin Kleiderfund am Michigan-See deutet daraus hin. Die Chicago Ave.-Polizei bemüht sich, in einem Falle fcstzustellen, ob ein Selbst- mord vorliegt, oder nicht. Am Ufer des am Fuße von Bellevue Place, wur- den die Schuhe, Kleider, und die Weste mit einer silbernen Uhr aufgefunden, und es hatte den Anschein, als ob der Mann die Kleider abgcworsen und sich in selbstmör- derischer Absicht in den See gestürzt habe. Die Kleider waren schon ziemlich abge- tragen und die Schuhe waren nach einem darin gefundenen Stempel in dem Ge- schäft von Allfwede 712 Milwaukee Ave. gekauft. Die Polizei hat festgestcllt, daß ein dieser Beschreibung entsprechender Mann am gestrigen Morgen an Bellevue Place gesehen wurde. Die Leiche ist aber noch nicht gefunden. Für den Danksagungstag. Sheriff Gilbert, der am nächsten Montagaus seinem Amte ausscheidet, hat vor eini- gen Tagen dem Gesängnißdirektor Morris den Auftrag gegeben, diesmal am Danksa-gungstage den Countygefangenen das beste Mittagsmahl zu servieren, das noch im County - Gefängniß je serviert wurde. Herr Morris hat daher Vorberei- tungen getroffen, dieser Anordnung des Sheriffs in ihrem ganzen Umfange nachzu-kommen. Ganz besonders sind für die Speisung und Unterhaltung der jugendlichen Insassen der Knaben-Abtheilung Vorkeh-rungen getroffen. Im Countyhospital und in den County- anstalten in Dunning werden die Insassen ebenfalls mit einem guten „Turkey-Dinner" auf Kosten des Countys bewirthet werden. Für die Abfütterung der Straßenaraber hat der Superintendent Daniels von der Waifs Mission bereits umfangreiche Vorbe- reitungen getroffen. Herr Daniels erwartet noch in dem Heim der Waifs' Mission, 44 Statestr., das Eingehen großer Mengen von Victualien aller Art, welche für das Turkey- Mahl der Waisen mit verwandt werden sol- len. In den öffentlichen Schulen werden heute Nachmittag Kollektionen veranstaltet, deren Ertrag dazu bestimmt sein soll, armenSchu- lkindern morgen eine Festfreude zu bereiten. In allen Hospitälern und sonstigen Wohl- thätigkeitsanstalten wird der Danksagungs- tag wie üblich begangen werden. Die Grandjury machte gestern einen Anlauf, sich auch mit dem Treiben der Win- kelbörsen zu beschäftigen, fand aber, daß dazu eine kleine Geldsumme nöthig sei. Die Sache wurde dem Richter Brentano vor- gelegt, doch erklärte dieser, daß er kein Recht habe, Geld zu bewilligen. Die Sache wurde dann aufgegeben. Vor den Großgeschworenen ! wurden heute vormittag Zeugen in den Mordauqriffeu M'Mallev's und der Ver- letzung des Wahlgesetzes auf der Nord- seite vernommen. j Vor den Großgcschworcnen erschienen heule Morgen die Anwälte Wickcrsham und Cbartcs E. Antbonv mit einer Anzahl von Augenzeugen, welche die Mordangriffe des John F. O'Mallcv auf den Cabkutscher Shcpard und den griechischen Schankkellner Nicholas Varolas sahen. Die letzteren Beiden haben ihre Anklagen bekanntlich verfallen lassen und sowohl Richter als Richter Hamburger mußten O'Malley ffeisprechen. Anwalt Charles E. Anlbouv hatte heule Morgen mit Staatsanwalt Kern eine Un- terredung über die Erhebung von Anklagen gegen O'Malley. Der Staatsanwalt räumte dem Anwalt das Recht ein, sowohlim O'Malley-Fall wie in den Fällen, in welchen der Marquelte Club Bestrafung wegen Wahlgesetz-Verletzungen verlangte, die Zeugen vorzuladen. Unter den Augenzeugen der Mordangriffe O'Malley's befinden sich Theo. Gestcseld, John Parker und Andere. Zur Untersuchung der Wahlgesetz-Ver- letzungen auf derRordseilewaren alle Poli- zisten der Ost Chicago Ave. vorgcladen. Am 17. November wurde F. W. Boebn uni HIOO vor Richter Kcrften gestraft, welcher den Aldermann Thomas H. Cur- rier am Stimmplatz No. 113 Illinois Str. in's Genick geschlagen halte. Gegen ihn soll eine Anklage erhoben werden. Als Zeugen traten Frank Gilbert, 10 Waltou Place wohnhafl, eiußedacleur des Inter Ocean, und der Polizist James F. Abbey auf. Gegen die Angreifer des republikanischen Challengers C.M.Diron sind die Anklagen bereits erhoben. Ein weiterer Fall der Anklageerhebung ist der von John Harringlon, welcher auf das Zeugnrß von H. I. Fink, No. 00 Huron Sir., und H. I. Harms, No. 391 Erie'Ltr. wohnhaft, vor Richter Kcrsten am 19. November überführt wurde, den beiden Zeugen mit seinem Revolver die Köpfe blutig geschlagen zu haben. Harring- lon wurde unter HISOO Bürgschaft dem Criminalgericht überwiesen und mit H75 wegen Tragens verborgener Waffen be- straft. Der Polizist Anderfon wird einen Mann Namens McCormick als Verletzer des Wahlgesetzes identificiren. Lin interessantes Gutachten. Die Pittsburg äc Fort Waxue-Bahn darf keine weiteren Geleise an der 75. Str. und Greenwood Ave. legen. Cvrporationsanwalt Palmer hat über das von dcm Oberbancommissär an ihn zur Begutachtung verwiesene Gesuch der Pills- burg L Fort Wahne Bahngcscllfchaft um die Erlaubniß, an der 75. Straße unv Greenwood Ave. weiter Nangirgeleise zu legen, heute Vormittag ein Gutachten ab- gegeben, in welchem er dem Oberbauainl rälh, die gewünschte Erlaubniß zur Legung der Geleise nicht zu erlhcilen. Das Gutachten ist in einer Antwort an Frank I. Loesch, den Anwalt der Pitls- burg L Fort Wahne-Bahn, welcher das Gesuch um die Erlaubniß zur Legung der Geleise cinrcichte, enthalten. Herr Palmer spricht der Bahngesellschaft das Recht ab, ohne Genehmigung des Stadtraths die ge- wünschten Geleise zu legen. Er erklärt, daß das stävtische Justiz-Departement den Standpunkt vertrete, daß der Stadtrath in allen Füllen von Annexionen von Gebieten die Jurisdiction über alle öffentlichen Straßen erhalte, und daß in allen Fällen, in denen eine Corporation die Benutzung einer Straße wünscht, sie erst die Zustim- mung des Stadtraths dazu einholcn muß. Der Umstand, daß» die Staatslcgislalur Eisenbahn-Gesellschaften ermächtigt bat, unter einander Verbindungen herzustellen, kann die Haltung des Justizdepartemenls nicht beeinflussen. Dieses Slaalsgesetz kann den Eisenbahngcscllfchaftcn nicht das Recht geben, Straßen innerhalb der Stadt- grenzen zu conlrolliren, oder den Sladt- ralh von der Verpflichtung entbinden, die öffentlichen Straßen für den öffentlichen Verkehr offen zu halten. Das Gutachten schließt mit der Erklä- rung, daß aus diesen Gründen der Bahn- gesellschaft die Erlaubniß zum Legen der gewünschten Geleise nicht erlheilt werden könne. Zn Stücke gerissen Wird der Baucontractor Sylvester N. Bil- lings von einem Zuge der Chicago 6c Northwestern-Bahu. Shlvester N. Billings, ein No. 2733 N. Robey Str. wohnhafter Conlractor, wurde gestern Abend an der Kreuzung der Diver-sen Str. von einem Zug der Chicago Norlhwestern-Bahn uiedergerannt und in schrecklicher Weise zu Tode zermalmt. Heute Morgen um 5 Uhr war der gräß- lich verstümmelte Leichnam, der über hundert Fuß fortgeschleppt worden war, in Stücken aufgclescn. Sein Oberkörper war an der Brust durchgeschnitten und Theile der Beine lagen über die blutbefleck- ten Schienenstränge verstreut. Das Gesicht ist derart zugerichtet, daß es zur Unkennt- lichkeit entstellt ist. Die Reste wurden zu- sammengesucht und nach Rolston's Mor- gue, 11 Adams Str. gebracht, wo heuleder Jnqueft abgehallen wird. ' Billings war 40—45 Jahre alt; 'einHaupt war fast kahl und das verbleibende Haar"war braun. Er hatte blaue Augen und trug einen braunen Ucberrock, einen leichten Rock und einen schwarzen Hut. Viehmarkt. Schweine sind guter Qualität und um 5(«10 Cent gestiegen. Schwere brachten 4.50(g4.85, leichte 3.75(a4.50, durchein- ander 4.17(« 4.75. Rindvieh und Schafe fest und um 10 gestiegen. Zufuhr 30,000 Schweine, 0500 Stück , Rindvieh, 0000 Schafe.

Search all Chicago, Illinois newspaper archives

Explore other publications from Chicago, Illinois

All newspaper archives for November 28, 1894

Browse
Order a high-quality 18"x24" poster print of the page above.