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Abendblatt Newspaper Archives Nov 22 1894, Page 1

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Abendblatt (Newspaper) - November 22, 1894, Chicago, Illinoisvon der Illinois Staats-leitungs-Lo. Lhicago, Donnerstag, 22. November 1894. Preis 1 Lent. 47. Jahrgang. Als. 278 Uebevvlick Und Kurzgefaßtes. und regnen. Morgen wird's in ganz Jlli-nois kalt und klar. Der Wind schlägt um von Südosten nach Nordwesten China soll Japan eine 75 Millionen Dollars Entschädigung zahlen und außer- dem noch sämmiliche Kriegskosten Japans ersetzen wollen.—Bei Porr Arthur hat eine gewaltige Seeschlacht stattgefunden, derenAusgang noch unbekannt ist. ,7-7Die Weizenpreise sind auf der heutigenBörse um eine Kleinigkeit gestiegen, im Maitermin aus 59A und wieder aus 59K zurückgegangen. Die Maispreise haben Üch nicht verändert und standen für Mai-lieserung 49049 j. Hafer ist flau zu 32Z lAH Per Mai. Schweinefleisch ist steigend;per Januar 12.35, Schmalz 7.10, Ripp-chen 6.20. Der Zinsfuß der Bank von England rst nach wie vor 2 v. H. '— Die Reservefonds der Bank von Eng- land haben gegen die Vorwoche um 1,035,-000 Dollars abgenommen. Der Ankunft des Cunard-Dampfer „Catalonia" wird seit dem Montag in New Bork vergeblich entgegengesehen. Der Erzbischof Chapelle in Santa Fö ist an der Lungenentzündung schwer er- krankt. Die vom Mayor Hopkins ernannte Polizeicommission ist der Ansicht, daß die einzusührenden Dienstregeln rückwirkende U Kraft haben sollen. Da nun alle sich zum Polizeidienst meldenden Personen sich einer Civildienstprüfung unterziehen sollen,so müssen sich auch die bereits im Dienst befindlichen Blauröcke dieser Regel fügen. Da ist's mit der "Influonoo" nicht mehr weit her. Die Abwasserbehörde hat die Frage, ob feste oder Drehbrücken über den Canal führen sollen, vernünftigerweise durch den Beschluß erledigt, vorläufig überhaupt keine Brücken zu bauen und damit zu warten, bis der Canal fertig ist. Einige sehr unangenehme Fragen wurden dem Eapt. Dussy von der Grand- jury vorgelegi. Dieselbe wollte nämlich wissen, ob er H40,000 von den Spielern erhielt und dafür eine Quittnng ausstellte. Dussy verneinte Beides. Eekegraxlnsekre DepeWen. Der Versicherunqsschwindel. . Der junge Advokat Howe in angekomm/u. Philadelphia, 22. Nov. Jcphta D. Howe, der junge St. Louiser Advokat, welcher in Verbindung mit H. H. Holmes beschuldigt ist, eine hiesige Ver- sicherungsgesellschaft um Plo,ooo beschwin- delt zu haben, ist heute Mittag von Wash- ington, wo er sich aus der Reise von St. Louis gestern ausgehalten hatte, hier angc- kommen. Er wurde am Bahnhofe von Marshal F. McDonald von St. Louis, dem Geschäststheilhaber von Howe's Bruder, empfangen und Beide begaben sich darauf zum Polizeiches Linden, dem sie sich überlieferten. Der Advokat McDonald äußerte sich heute einem Berichterstatter der assoc. Presse gegenüber folgendermaßen: „Die- ser Erzverschreicr 3k. H. Holmes, oder H. M. Morgan, unter welchem Namen er in St. Louis bekannt war, kam in mein Bureau, während ich in Colorado war, und sagte, daß Frau Pitgcl Jemanden als ihren Vertreter wünsche. Es war der erste Fall, den der junge Mann hatte, der griff mit beiden Händen danach. „Er wartete nicht aus meine Rückkehr, und die Folge war, daß er von dem schlauen Betrüger hintergangen wurde. Mein jun- ger Freund mag unklug gehandelt haben, aber ein Verbrecher ist er nicht." Der Polizeiches Linden schenkt den Aus- sagen McDonald's über den jungen Howe vollen Glauben und ist der Ansicht, daß derselbe von Holmes getäuscht wurde. Der Advokat McDonald hat den bekann- ten Criminaladvokcuen A. S. L. Shields als Anwalt für den jungen Howe gewon- nen; der letztere wird wahrscheinlich gegen Bürgschaft aus der Haft entlassen werden. Für Astronomen. Ldu>. Swift vom Lowe-Dbservatorium hat einen neuen Loineten entdeckt. Boston, Mast., 22. Nov. Dom Lowe Observatorium in Calisor- nien ist dem Harvard College telegraphirt. worden, daß Edward Swift einen Comelen entdeckt hat. Derselbe zeigte sich am 20. November, nm halb nenn Uhr Abends, in einer Rektascension von 22 Stunden, 18 Minuten und 25 Sekunden, bei südlicher Deklination von 13 Grad, 7 Min. Der Comet erscheint nicht sehr deutlich, hat einen kurzen Schweis und bewegt sich lang-sam in östlicher Richtung. Glückliche Goldsucher. Awei Amerikaner finden ein fabelhaft reiches spanisches Bergwerk wieder ans. SierraMojada, Mer., - 22. Nov/ s Frank Payson und George Brill, zwei amerikanische Goldsucher, haben scchszig Meilen nördlich von hier ein altes spa- nisches Gotdbergwerk entdeckt, und nach den Erzproben glaubt man, daß das Berg- werk, welches vor einem Jahrhundert be- arbeitet wurde, fabelhafte Neichthümer ent- hält- Tod des Philanthropen und Aunst- sammlers Walters. Baltimore, 22. Nov. T. Walters, der bekannte Kunft- tamrnler und Philanthrop ist heute morgen, um 10 Uhr 1ü Min. gestorben. Zn Angst und Schrecken. Die Look'sche Banditenbande bei Muskogee. Mitglieder derselben dringen bis in die Straßen des Ortes. Znndsmilitär zum Schutze verlangt. Muskogee, I. T., 22. Nov. Gestern Abend wurden aus der Straße mehrere Männer von hiesigen Bürgern als Mitglieder der Cook'schen Banditenbaude erkannt. Die Nachricht verbreitete sich schnell, und die ganze Ortschaft gerieth darüber in die wildeste Aufregung; aus allen Theilen des Ortes eilten bewaffnete Bürger herbei, aber das war auch Alles was geschah, und die Banditen zogen zogen ab, ohne daß ihnen ein Leid zugesügt wurde. , Gegen halb acht Uhr kam James French, eines der verwegensten Mitglieder der Cook'schen Baude, nach Muskogee hinein- gerillen, und stieg in einem übelberüchtig- ten Hause ab. Tom Cordey, einer der Marschälle, welcher die Banditen verfolgt hatte, sammelte eine Schaar von zehn Leu- ten, begab sich mit ihnen nach dem Hause, und durchsuchte dasselbe gründlich, aber James French war verschwunden. Poli- zisten, welche gestern Abend die Banditen verfolgt hatten, kamen gegen Morgen zu- rück und sagten, daß sie dieselben in die Flußniederungen getrieben und dort ihre Spur verloren hätten. Heute wurde Che- rokee Bill sechs Meilen nördlich von MuS- kogee gesehen; er war mit zwei Winchester- büchsen uud zwei Revolvern bewaffnet. Lan Cook, eine Schwester von Bill und Jim Cook, ist in Muskogee; man glaubt, daß sie sich hier befindet, um Pläne zur Befreiung von Wade Chamblie einzufädeln, dem Räuber, der sich jetzt hier im Gefäug- niß befindet. Zur Bewachung desselben sind außergewöhnliche Vorsichtsmaßregeln getroffen worden. Die Leute hier befürchten bei der Nähe und der Schnelligkeit der Bewegungen der Banditen, daß ihnen irgend ein Unheil be- vorstcht. Der Bundesanwalt Gockson hat au den Gcneralanwalt Otney telegraphirt, daß seiner Ansicht nach die Anwesenheit von BuudeStruppen hier dringend noth- wcudig sei. Der Lexow'sche Ausschuß. Derselbe wird am 5. Dezember seine Arbeiten wieder aufnehmen. New Bork, 22. Nov. Der Lexow'sche Ausschuß wird seine Un- tersuchung in Sachen des Polizeideparte- meitts am Montag, den 3. Dezember, wieder ausnehmen. Diese Mitlhcilung kam gestern Abend vom Advokaten Frank 810ß, dem Beirathe des Ausschusses. Moß hatte mit Jcrome eine lange Be- rathung über die Fälle, welche zuerst ver- handelt werden sollten, und über die vor- zuladenden Zeugen. Keiner der Anwälte wollte über Gofs's, oder die eigenen Pläne sprechen, aber wie verlautet, wird der Aus- schuß mit Beweisaufnahmen über das Ver- halten einiger hoher Beamten den Anfang machen. Moß sagte, daß der Ausschuß hinreichen- des Material an „grüner Waare", Spiel- höllen, lüderlichen Häusern und anderen Mitteln zu gelegentlichen Erpressungen vorrüthig habe, und fügte hinzu, daß die nächste Sitzung interessantere und über- raschendere Resultate zur Folge haben Werve, als irgend eine frühere. Der Rückkehr des Dr. Parkhurst nach New Aork wird Ende dieser Woche er- wartet. Denkmal für den Dr. Granier. Dasselbe möglicherweise noch die Veranlassung zu einer Mordthat. Montreal, Que., 22. Nov. Der Recorder de Montigny hat einen anonymen Brief erhalten, in welchem er mit dem Tode bedroht wird, weil er eine, gegen die Errichtung eines Standbildes des Dr. Granier, gerichtete Petition unter- schrieben hatte. Gestern Abend erhielt er wiederum einen derartigen Brief, welcher diesmal von einer Dynamitbombe begleitet war. In dem Briese hieß es, daß die Pa- trone andeute, auf welche Weise er aus dem Wege geräumt werden würde. Der be- treffende Dr. Granier war einer der sran- zösifch-canadischen Führer bei der Revo- lution gegen die britische Herrschaft im Jahre 1837. Das beabsichtigte Denkmal ist vielen Französisch-Cauadiern deßbalb verhaßt, weil Granier außerhalb des Schooßes der römisch-katholischen Kirche gestorben war. Unheimliche Entdeckung. Dreißig Leichen in einer Höhle autqesundeu. Mexiko, Mex., 22. Nov. In der Nähe von Churintzio, im Staate Michoacan, hat man eine unheimliche Ent- deckung gemacht. In einer Höhle wurden dreißig menschliche Leichen in vorgeschritte- nem Zustände der Verwesung aufgefunden. Kürzlich wurde Cleofos Gomez seines Gel- des wegen beraubt und ermordet; Pascaul, ein Bruder von ihm, welcher Nach- suchungen nach ihm anstellte, machte die Entdeckung, welche - das geheimnißvolle Verschwinden vieler Personen erklärt. Harte Strafe. Lin Amerikaner in London verurheilt. London, 22. Nov. In Old Baileh wurde heute B. L. Win- txr, ein Organist aus Denver, Col., wegen Meineid zu einer sechsjährigen Zuchthaus- strafe verurtheilt. Ein unprovisirtes Duell. Zwei Grubenarbeiter gehen aus Revolver los. M Liner bleibt todt auf dem Platze. Shamokin, Pa., 22. No. Am Scott-Schachte, in der Nähe von hier, ist Sam. Franklin in einem unpro- vozirten Duell von William Taylor er- schossen worden. Beide Leute sind Gru- benarbeiter und waren unbedeutender Sa- chen wegen, eifersüchtig aufeinander. Am letzten Samstag wurde Taylor von Frank- lin angegriffen und mit einer Axt verwun- det, worauf der Verwundete erklärte, daß er seinen Gegner bei der ersten Gelegenheit niederschießen werde. Wenige Minuten vor der Schießerei kam Taylor aus der Wohnung eines Freundes, in welcher dieLeiche eines Verwandten lag, welche beerdigt werden sollte. Frank- lin kam vom Schachte her herange- schritten, und zog einen Revolver hervor; Taylor, gegen einen Pfosten gelehnt, holte ebenfalls einen Revolver aus der Tasche. Aus zwanzig Schritte Ent- fernung begannen Beide zu feuern. Tay- lors erster Schuß zerschmetterte die rechte Hau'd seines Gegners, nachdem Frauklin's erster und einziger Schuß Taytor's Kopf gestreift halte. Darauf feuerte Taylor vier Schüsse ab, von denen dreiFranklin trafen, uud einer unmittelbar über dem Herzen eindraug. Er ging nach der Office der Grubengesellschafl, und brach dort, ohne ein Wort zu sprechen, todt zusammen. Taylor entkam in die Berge, und wird jetzt verfolgt. Wüthende Eifersucht. Mörderischer Angriff aus ein junges Mädchen. Noblesville, Jnd., 22. Nov. Gestern Abend, um sieben Uhr wurde von eiuer unbekannten Frau auf Farie Crull ein mörderischer Angriff gemacht. Farie ist ein Dienstmädchen im Hauseeines Mannes Namens Sophrr, und Bern Wirker, der Lokalredakteur des „Ledger" machte ihr in allen Ehren den Hof. Kürzlich erhielt sie mehrere anonyme Briefe, in de- nen Wickcr alle möglichen Schlechtigkeiten nachgesagt wurden, und in einem der Briese wurde Farie zu einem Stelldichein an einem entlegenen Platze eingeladen. Sie thcilte dies dem Herrn Sopher mit, und dieser versteckte sich mit dem Polizei- Capitän Harris in der Nähe des für das Stelldichein bezcichneten Platzes. Als Farie Crull dort erschien, trat ihr eine Frau entgegen, drückte einen Revolver aus sie ab, der jedoch versagte, schlug sie dann mit der Waffe in das Gesicht, und goß ihr schließlich Schwefelsäuere in das Gesicht und auf den Hals. Die in der Nähe ver- steckten Männer eilten dem Mädchen zu Hülse, aber mittlerweile war es dem un- bekannten Frauenzimmer schon gelungen, sein Entkommen zu bewerkstelligen. Gerüchte von einer Seeschlacht. In der Nähe von Port Arthur soll es zwi- schen der japanischen und der chinesischen Flotte zu einer Schlacht gekommen sein. Nokohoma, 22. Nov. Es heißt, daß das Pie Aang-Geschwader die japanischen Truppen, welche sich auf dem Marsche nach Port Arthur befinden, beschossen hat. Darauf soll zwischen der chinesischen und japanischen Flotte eine blutige Schlacht stattgefundeu haben, über deren Resulat noch keine Nachrichten vor- handen sind. Doppelmord. Lin alter Farmer und dessen Schwester von Landstreichern umgebracht. Galesburg, Mich., 22. Nov. Gestern Abend wurde William Wickwire und dessen Schwester, welche fünf Meilen südlich von hier wohnen, von Landstreichern ermordet. Am Nachmittage waren zwei Männer in der Nähe der Wohnung der Er- mordeten gesehen worden, und eine Schaar von Männern hat sich sofort aufgemacht, um jene verdächtigen Personen zu finden. Wickwire war ein alter Ansiedler und ein angesehener Mann. Olme Zweifel war Raub der Zweck des Doppelmordes. Vielleicht ein neuer Verrath. Mißlungener versuch, die Modelle eines neuen Geschützes zu stehlen. Paris, 22. Nov. Der „Figaro" sagt heute Morgen, daß ein Versuch gemacht worden sei, die Mo- delle zu dem neuen Geschütze, welche in verschlossenen Killen vom Kriegsminister nach Calais und Bourges abgeschickt wor- den waren, zu stehlen. Am 10. November wurde bereits ein Versuch gemacht in den Besitz dieser Modelle zu gelangen, obgleich, wie hinzugesügt wird, Niemand außer den Präsidenten der Ausschüsse für Artillerie- versuche, von der Absendung unterrichtet sein konnten. Rußlands Getreideernte. Die Abschätzung noch fast für alle Getreide- arten geringer als letztes Jahr. S t. P e t e r s b u r g, 22. Nov. Die Getreideernte in Rußland wird vom hiesigen Ackerbauminister folgendermaßen angegeben: Weizen, 272 Millionen Büschel, gegen 336 Millionen Büschel im letzten Jahre; Roggen, 792 Millionen Büschel, gegen 752 Millionen im Vorjahre; Gerste, 176Millionen Büschel, gegen 224 Millionen letzten Jahres; Hafer, 664 Millionen Bu., gegen 672 Millionen; dieMaisernte beträgt nur die Hälfte des letztjührigen Ertrages. Immer noch Hoffnung. RlcAane hofft binnen Kurzem wie- der ein freier Wann zu sein. In Sing Sing gilt er als Muster-Sträfling. Newßork, 22. Nov. Es heißt, daß John U. McKane die Hoffnung hegt, durch eine Entscheidung des Appellations-Gerichtes aus Sing Sing befreit zu werden. Trotzdem interessirt er sich als Aufseber einer Äbtheilung Sträf- linge für den Bau von neuen Gebäuden im Gefüngnißhofe, als ob er seinen vollen Ter- min von sechs Jahren, zu welchem er vor sieben Monaten verurtheilt wurde, abzu- sitzen erwartete. Der Zuchlhausdirektor Sage sagte gestern, daß McKane ein Mustersträsling und bei den Bauten im Gefängniß präch- tig zu verwerlhen sei. Nachdem McKane mit seiner Tagesarbeit für den Staat fertig ist, bringt er jeden Abend zwei Stunden mit seiner GeschäftScorrespondenz zu. Line Unsitte abgeschafft. wie Gnkel Sam zum Lieferanten von Gold- fischen für seine zahlreichen Neffen wurde. Washington, 22. Nov. Privatpersonen, welche bisher von der Fischcommission mit Goldfischen versorgt wurden, werden von jetzt au ihren Bedarf aus anderer Quelle beziehen müssen, weil es sich herausgestellt hast daß die unentgelt- liche Vertheilung dieser Fische sich allmäh- lig für die Commission zu einem Uebcl entwickelt hat, welches deren ganzen Zweck in Frage zu stellen droht. Von jetzt an werden Goldfische nur noch an Slaals- commissüre und an öffentliche Parks für das große Publikum, aber nicht mehr an Privatpersonen geliefert werden. Die Verschickung von Goldfischen entstand ur- sprünglich dadurch, daß Congreßabgeord- nete die Commission baten, ihren Freunden einige derselben aus ihrem Vorrath zuzu- schicken. Dies wurde später als selbstverständlich verlangt und wurde zur förmlichen Ge- wohnheit, so daß während der letzten fünf Jahre jährlich 20,000 Goldfische von Wash- ington aus über das ganze Land hinaus geschickt wurden. In Washington selbst und in der nächsten 'Nachbarschaft ist, wie die Commissäre sagen, fast jedes dritte Haus auf NegierungSunkosten mit Gold- fischen versorgt worden und die Sache nahm derartig überhand, daß sich die Händlermit Goldfischen bitter darüber beklagten, daß die Regierung ihnen das Geschäft ver- derbe. Die schließlich- Folge war, daß beschlossen wurde, dem zum Gemeinschaden gewordenen Gebrauch ein Ende zu machen und es den Goldfischfreuuden zu überlassen, ihre Privataquarien aus anderen Quellen zu kompletiren. Lin kleines Erdbeben. Tacoma von leichten Erdstößen hcimgesucht. T a c o m a, Wash., 22. Nov. Gestern Abend um halb sieben Uhr wur- den hier mehrere leichte Erdstöße wahr- genommen, wodurch sämmtliche Fenster uud Fensterläden in der ganzen Stadt in bedenklicher Weise zu klappern begannen. Zugleich wurde ein dumpfes rollendes Ge- räusch wie von einer fernen Explosion ver- nommen, während am östlichen Himmelein Heller Feuerschein beobachtet wurde. Der Erzbischof LhapeUe schwer krank. Seine Freunde in äußerster Besorgniß. SantaF 6 , N. M., 22. Nov. Der Erzbischof Chapelle von der Diöcese liegt schwer krank an der Lungenentzün- dung darnieder und seine Freunde befinden sich seinetwegen in größter Besorgniß. Der Erzbischof wohnt neun Meilen von Santa Fe, uud Genaueres über seinen Zustand ließ sich nicht m Erfahrung bringen. Aus der Hast entlassen. Präsident Moraes gibt politischen Gefange- nen die Freiheit wieder. Rio de Ia ne ir o, 22. Nov. Präsident. Moraes hat sechsundvierzig politische Gefangene aus dem Gefängnisse entlassen. Der Minister des Auswärtigen, Carvalho, hat mit verschiedenen auswär- tigen Gesandten in Rio eine Konferenz ab- gehalten, und eine schleunige Erledigung der Ansprüche sämmtlicher Nationen ver-sprochen. Hat resignirt. Gouverneur Lastilho legt sein Amt nieder, um Gesandter zu werden. RioGrandedoSul, - 22. November. s Castilho hat sein Amt als Gouverneur des Staates Rio Grande do Sul niederge- legt; er wünscht als Gesandter nach Argen- tinien zu gehen. Einem Gerüchte nach ist Barbosa zu seinem Nachfolger ernannt worden. Lhina möchte „setteln". Ls erklärt sich angeblich bereit, zoo Millionen Entschädigung und lapan's.Ariegskosten zu bezahlen. H i r o s h ima, 22. Nov. Es wird berichtet, daß China angedeutct hat, daß es bereit sei, eine Kriegsentschä- digung von 100 Millionen Taels zu bezah- len uud außerdem die sümmllichenUnkosten, welche Japan in Folge des Krieges gehabt hat, zu decken. Interessante Schachturniere. Das europäische will sich mit dem asiatischen Rußland messen. Und Frankreich mit Deutschland. New Yor k, 22. Nov. Zwischen den russischen Schachclubs im europäischen und asiatischen Rußland soll telegraphisch ein großes Schachturnier ab- gehalten werden. Jeder Club macht mit seinem Gegner zwei Parlieen, und der Präsident des St. Petersburger Schach- clubs wird dem gewinnenden Club einen silbernen Becher überreichen. Der Pariser Schachclub hat den Nürn- berger Club zu zwei telegraphischen Par- tien, um 3200 Franken Entsatz von jeder Seite, herausgefordert. Nun kann's losgehen. Mexiko sängt an, sich allmählich gegen Guate- mala ans die Hinterbeine zu stellen. Mexiko, Mex., 22. Nov. Die Zeitung „Universal" enthält heute über die Grenzstreitigkeiten zwischen Mexiko und Guatemala einen kriegerischen Artikel. Das Blatt sagt: „In Folge der fortwähren- den Angriffe der amtlichen Presse Guate- mala's gegen Mexico und dessen Negierung verlautete es gestern, daß Mexiko die diplo- matischen Beziehungen mit Guatemala ab- brechen werde." ' Uebcr die kriegerischen Eigenschaften der mexikanischen Truppen sagt jenes Blatt: „In Guatemala heißt es, daß die Mexika- ner vor den Amerikanern und Franzosenstets geflohen seien; aber die Welt weiß, daß der mexikanische Soldat dem Feinde nicht den Rücken zeigt; davon sind Cherubusco, Chapultepec, Puebla:c. Zeugen gewesen. In einem Kriege mit Guatemala können wir keine Lorbeeren ernten; wir haben ihm Freundschaft angeboren und werden mit Undank belohnt. Wir befinden uns aber nicht in der Gcmüthsverfassung, uns die Ausfälle der Presse von Guatemala länger gefallen zu lassen." Dampfer-Nachrichten. Bremen : Havel von New Bork. Hamburg: Danta von New Aork. London : Mohawk von New Bork. New B ork; Spaarndam von Rotter- dam, Massachusetts von London. Städtisches. DasWetter. Optiker Kleine, 76 Washington Str., berichtet für Chicago die folgenden Baro- meter- und Thecmometerstände: Um 8 Uhr Morg. 42 Gr., um 9 Uhr 46 Gr., um 10 Uhr 46 Gr., um 11 Uür 48 Gr., um 12 Übr 54 Gr. Barometerstand um 8 Uhr Morg. 29.40,12 Uhr 2930.. Lin Polizist !Vie er nicht sein soll. Ein unverschämter Sicherheitswächter ist§er von der Milwaukee L St. Paul-Bahn angestellte Specialpolizist E. W. Sparum und je schneller diesem sein Amtsstern und Knüppel abgenommen wird, desto besser wird es um die Sicherheit des Bahneigen- thums und der Menschheit, die er zu be- schützen hat, bestellt sein. Gestern früh kurz vor 6 Uhr versuchten einige Burschen den Zug, welcher die Angestellten der Bahn an den verschiedenen Stationen aufnahm und absetzle, und der zuletzt nach derßepara- turwerkslätte fuhr, zu besteigen. Der Kon- ducleur verbot ihnen dies, doch ließen sich die Burschen nichts sagen und während zwei derselben auf eine vordere Platformaussprangcn, schwang sich ein Dritter auf die Hintere Platform eines Wagens hinauf. Der Konducteur ließ den Zug halten, stieg ab und jagte die Drei wieder fort. Nun begannen diese Drei ein Bombardement auf den Zug und der in der Nähe patroul- lirende Specialpolizist Sparum hatte nichts Eiligeres zu thun, als ohne jeglichen Zuruf und Warnung loszufeuern. Selbstredend ergriffen die Burschen nun- mehr die Flucht. Anstatt nun des grausa- men Spiels genug sein zu lasten, schoß der wüthcnd gewordene Sparum immer flott weiter und verfolgte die Flüchtigen. Als er zwei Burschen in ein Haus, 1114 W. 16. Str. hineinlaufen sah, folgte er diesen und stieß, als er die Thür verschlossen fand, dieselbe aus. Er durchlief das Haus von einer Ecke zur andern, stürmte treppauf und treppab und traf endlich auf die beiden Brüder Edward und Henry Vickers, die allerdings in der Nähe des Zuges standen, aber wie Augenzeugen beschworen, nicht auf den Zug sprangen und mit den Bombar- deuren nichts zu thun hatten. Trotz des Protestes der Angehörigen der Beiden wurden dieselben verhaftet und heute dem Richter Eberhardt vorgeführt. Dieser sprach sie, als er den Sachverhalt hörte, ehrenvoll frei. Die Eltern der Juugens wollen die Angelegenheit dem Polizeiches zur Erledigung unterbreiten. Lin Plan der Grundeigenthums- Börse. Vertreter des Spczialsteuer-Comites der hiesigen Grundeigeuthumsbörse sprachen heute Vormittag beim Corporatiousanwalt vor und legten ihm ein Gesuch des von ihm vertretenen Comites vor, daß in der Zeit vom 1. Dezember 1894 bis zum 1. März keine weiteren Ordinauzen für Spezial- steuern für öffentliche Verbesserungen ein- berichlct werden sollen, wenn nicht die Ma- jorität der interessirten Grundcigenthümer beim Stadtrath die betreffenden Verbesse- rungen verlangt, oder wenn das Oberbau- commissariat solche Verbesserungen nicht im Interesse der öffentlichen Sicherheit für dringend geboten hält. Herr Palmer wird die Altgelegenheit mit dem Mayor besprechen, sobald derselbe von seiner Reise zurückkehrt. Abendblatt 1 Cent, 6 Cents die Woche. Lin Landonkel Um 2ZOO Dollars bestohlen. Unter der Anklage derBeraubung machte heute die notorische Diebin Ella La Motte dem Richter Fostcr ihre Aufwartung. Die schöne Ella hatte gestern Nachmittag in der Tatlersall-Vieh-Ausstellung einen Mann kennen gelernt, in dem sie mit Kenner- miene einen reichen Laudonkel witterte. Sie sahen sich eine Zeit lang gemeinsam die schönen Ausstellungsobjekte au, und endlich machte die „Dame" dem Herrn den Vor- schlag, eine Restauration zu besuchen. Ella hatte auf den Landonkel einen so gutenEindruck gemacht, daß er ihranstands- und arglos nach einer Wirthschaft an Slate- straße, zwischen Congeß- und Taylorstr., folgte. Dort wurde nun nach Herzenslust ge- trunken und geschäkert und bald hatte die Sirene den Mann soweit, daß er den Him- mel für eine Baßgeige ansah. In diesem Zustande zog Ella ihrem Opfer eine P2300 enthaltende Brieftasche aus der Innenseite der Weste, nahm die Banknoten heraus und steckte dann wieder das leere Porte- feuille an seinen alten Platz. Mit dem Gelde begab sie sich in den Saloon, hän- digte es ihrem Zuhälter aus und dieser verschwand damit. Als der Landoukel, I. D. Brown ist sein Name, und seine Heimath Cairo, Jll., nun Spektakel zu machen ansing, verschwand auch Ella. Doch Brown lies aus die Straße, ries um Hilfe und bald jagte der Polizist Flannery hinter der flüchtigen Ella her. Es gelang diesem, der Diebin an der Wabash Ave. Habbast zu werden und sie einzusperren. Richter Foster hielt sie unter tzlöOO Bürgschaft zum Prozeß fest. Die Polizei sucht jetzt nach dem Zuhälter Ella's und den H2300. Vermöbeln sich. Richard Faith und John Lannon verwunden sich gegenseitig. Heute Morgen gegen ein Uhr gerieth Richard Faitli, ein 40jähriger, lediger Arbeiter, mit Mike Kane und John Cannon in Streit. Die drei Männer wohnten in dem Logirhaus 95 Wells Straße. Als Faith sich bemühte den betrunkenen Mike Kane in sein Bett zu balanciren, erhielt er plötzlich einen Stich in die rechte Seite zwischen der scchsslcn und siebenten Rippe. Der Thüler war der ebenfalls sinnlos betrunkene John Cannon. Die Wunde, welche Faith davontrug, war anderthalb Zoll tief. Nun schlug Faith seinerseits den Cannon zu Boden und bearbeitete ihn derart, daß der Mißhandelte einen Bruch des Nasenbeins, eine erhebliche Wunde am rechten Auge und eine anderthalb Zoll tiefe Schäöelwundedavontrug.Beide wurden nach dem Alexianer-Hospital gebracht. Cannon, der schlimm aber nicht lebensgefährlich verwundet ist, wird noch einige Zeit im Alexianer-Hospital verweilen. Faith wurde verbunden und dann nach der O. Chicago- Ave.-Station gebracht, wo er in einer Zelle der Genesung Cannon's harrt. Auf der Stelle getödtet. H. S. Harrison kommt aus den Geleisen der L. B. 6c I-'Bahn um's Leben. H. S. Harrison, Hauptredacteur des „Advance", wurde gestern Nachmittag aus den Schienen der Chicago, Burlington L Quincy-Bahn in La Grange von einer Lokomotive überfahren und auf der Stelle gelödret. Er stand gerade mit seinem Hülfsredakieur Heinr. Miller in der Nähe des La Grange-Bahnhofs auf den Geleisen der erwähnten Bahn, als ein Passagierzug heranbrauste, dessen Lokomotive ihm in die Hüfte traf und etwa zwanzig Schritt weit schleuderte. Als man ihn aushob, war das Leben bereits entflohen. Der Leichnamwurde nach seiner Wohnung gebracht. Er hinterläßt eine Frau und zwei Kinder. Miller hatte sich durch einen Sprung zur Seite gerettet. Er halte seinenFreund auchvor der drohenden Gefahr gewarnt, leider jedoch zu spät. Hoher Besuch. Frank H. Jones, der erste Hülfs-Ge- ncral-Postmeister stattete gestern dem Post- meister Hesing auf der Durchreise nach Washington einen Besuch ab. Hr. Hesing führte seinen Vorgesetzten durch das Post- amt uud zeigte ihm vor allen Dingen, wie das neue System, das im Juli milder Ge- nehmigung des Generalpostmeisters einge- sührt wurde, arbeitete. Ferner besah sich Herr Jones die erst kürzlich eingerichteten Lesezimmer der Briefträger und wohnte schließlich der Sitzung des Beschwerde-Untersuchungs- rathes bei. lieber die Einführung eines solchen sprach sich Herr Jones sehr befrie- digt aus und er meinte, es wäre sehr gut, wenn andere Postmeister dem Beispiele des Herrn Hesing folgen würden. politische Argumente mit dem Messer. Als der 21jährige, 550 W. Polk Str. wohnende William Hartnetl gestern Abend gegen 12 Uhr aus einem südwärts fahren- den Wagen der Paulina Str. Straßen- bahnlinie sich heimwärts begab, gerieth er mit einem ihm fremden Manne in eine politische Kontroverse. Die beiden „Bür- ger" wurden so laut und ungemüthlich, daß der Conductcur ihnen vorschlug, als sie sich der Bork Str. näherten, abzusteigen und auf der Straße weiter zu discutiren. Dies leuchtete den Politikern ein. Sie stiegen ab und setzten dann den Streit aus der Straße weiter fort. Aus dem Wort- gefecht wurde ein solches mit Fäusten undals der Fremde sah, daß er zu kurz kommen dürfte, zog er sein Messer aus der Tasche und brachte dem Hartnetl zwei tiefe und gefährliche Schnittwunden, die eine ober- halb des Herzens und die andere in die linke Hüfte bei. Der Messerheld entfloh und Hartnetl schleppte sich nach dem County-Hospital, woselbst seine Ver- letzungen für lebensgefährlich erklärt wur- den. Die Polizei hat eine ziemlich guteBeschreibung des Messerhelden und fahndet jetzt auf ihn. Aus dem städtischen Laboratorium Die versuche zur Herstellung von Diphtheritis Heilserum. Die städtischen Chemiker Dr. Gehrmannund Prof. Kennicotl haben bekanntlich voreinigen Wochen Versuche zur Herstellung von Dyphtheritis - Heilserum begonnen. Die Herstellung der Heilflüssigkcit ist eine Arbeit, die nur sehr langsam fortschreitet,und Dr. Gehrmann erklärte heule Vormit- tag, daß es im Ganzen 5 bis 6 Monate erfordern werde, bis das Blut, bezw. das Blutserum der zu den Versuchen benutztenThiere, eines im städtischen Pferdestalle untergebrachlen Pferdes und zweier Ziegen, die aus dem Grundstück des Eountyhospi- lals untergebracht sind, soviel sein wird, daß es für die Zwecke der Bekäm- pfung der Dyphtheritis wird gebraucht wer- den können. Dr. Gehrmann ist der Ansicht, daß in Chicago das Heilserum sehr gut im Großen hergestellt werden könne. Cs würde dazu etwa eine kleine Farm nölhig sein, auf der die nölhigen Thiere, die mit dem Produkt der Diphlcritis Bakterien imprägnirl wer- den, gehalten werden können. Eventuell könnte dann soviel von dem heilsamen Serum produzirt werden, daß dasselbe nicht nur allen Aerzlen zugänglich gemacht werden kann, sondern daß dann noch gegen Bezahlung an andere Städte abgegeben werden könnte. Der Gesundheitscommissär Dr. Neynold wartet noch immer aus die Proben desBehring'schen Heilserums, die er aus New Bork verschrieben hat. Die Abwasserbehörde. Line Aufgabe für den Sanitäts-Inspektor. verschiedene Angelegenheiten. Die Abwasfer-Commissäre beauftragten in ihrer gestrigen Sitzung den Sanitäts- Inspektor, eine genaue Untersuchung der sanitären Zustände in den „Camps" der Conlrakroren, der für Fälle von Erkran- kungen von Arbeitern getroffenen Maß- regeln anzustcllen und darüber zu berichten, welche Contraktoren nicht für die Verpfle- gung ihrer erkrankten Arbeiter sorgen, trotz- dem sie denselben Lohnabzüge für Verpfle- gung in Krankheitsfällen machen. Der Behörde lag auch eineResolution von einem Arbeitcr-Comite auf, durch welche die Ab- wasjerbchörde ersucht wird, die Anordnung zu treffen, daß aus den den Arbeitern ge- machten Lohnabzügen ein eigenes Hospital unterhalten werde. Der Bericht über die von den Contrak- torcn während des Monats Oktober ge- leisteten Arbeiten zeigt, daß 944,641 Kubik- yard Erdreich und 401,281 Kubikyard Fels forlgeschafft wurden, und daß die Kosten dafür betrugen. Die Frage, ob es zweckmäßiger sein würde, feste oder Zugbrücken über den Ab- wasfereanal zu bauen, wurde vorläufig da- hin erledigt, daß beschlossen wurde, bis auf Weiteres überhaupt von dem Bau von Brücken über den noch nicht fertigen Canal abzusehen und die Beschlußfassung über die Frage, welche Art vonßrücken zweckmäßiger sei, bis dakin zu verschieben. Lin Bierkrieg in Aussicht. Die bisherigen Bemühungen der Chica- goer und Milwaukee'r Brauer, in ihren eigenen Reihen die Harmonie zu erhalten und dann die bis jetzt nicht zur Organisa- tion gehörigen auswärtigen Brauer heran- zuzichen, haben keinen besonderen Erfolg gehabt und aus diesem Grunde ist an eine Erhöhung des Bierpreiscs vorläufig schwer- lich zu denken. Die nicht zum „Pool" ge- hörigen Brauereien bieten eine zu mächtige Coneurrenz. Unter ihnen nimmt nament- lich die Waukesha Brauerei eine hervorra- gende Stelle ein. Dieselbe hat eine Capa- citüt von 60,000 Faß jährlich und man spricht bereits von einer Vergrößerung. Die nicht zum „Pool" gehörigen Brauer- eien haben eine Gesammt-Capacität von etwa 700,000 Faß jährlich und sind somit ein sehr beachlenswerther Faktor. Ein Versuch, die Waukesha Brauerei anzukau- fen, ist sehlgeschlagen. Man behauptet, daß wenn ein Kamps zwischen den rivalisiren- den Brauereien wirklich zum Ausbruch kommen sollte, der Preis des Biers bis aus HI.OO das Faß sinken werde. Fort mit den Drehkreuzen. Ein an den Mayor gerichtetes Schreiben des in 164 Dearbornstraße wohnhaften Herrn George W. Thomas,in welchem dieser unter Hinweis darauf, daß eine Dame vor einigen Tagen beim Passiren eurer der Drehbarrieren der Illinois Centralbahn an der Oakland-Station sich schwere Ver- letzungen zugezogen hatte, die sofortige Entfernung der Drehkreuze im Interesse der öffentlichen Sicherheit verlangt, wurdegestern an den Corporatiousanwalt Pal- mer verwiesen. Herr Palmer erklärte, daß er mit allen ihm zu Gebote stehenden Mit- teln auf eine günstige Entscheidung in der von der Stadt gegen die Illinois Central anhängig gemachten Prozesse wegen der Drehkreuze hinarbeiten werde. Gelder für die Stadtkasse. County - Schatzmeister Kern versprach heute Vormittag den Comptroller Jones, noch im Lause des heutigen Tages die Summe von G40,000 an die Sladtkafse abzuführcn. Comptroller Jones erklärte, daß das Geld dazu verwandt werde, um die noch rückständigen Oktobergehälter der städtischen Beamten, so weit cs angehe, auszuzahlen. Woher das für die Auszahlung des Restes der Gehaltsansprüche der Beamten nöthige Geld genommen werden wird, wußte Herr Jones noch nicht anzugcben, er hofft aber, daß binnen Kurzem alle Oktober- gehälter ausbezahlt werden werden. Viehmarkt. Schweine sind besserer Qualität und um 5 Cents theurer. Schwere brachten 4.45G4.90, leichte 3.85(«4.50, durchein- ander 4.20G4.70. Rindvleh und Schafe fest; erstercs um 5 (110 Cent billiger. Zufuhr 41,000 Schweine, 17,000 Stück Rindvieh, 12,000 Schafe.

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