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Abendblatt Newspaper Archives Nov 21 1894, Page 1

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Abendblatt (Newspaper) - November 21, 1894, Chicago, IllinoisHeransgegeben von der Illinois S>taats-Zeitungs-Lo. Lchicago, Mittwoch, 21. November 1894. Preis 1 Cent. 47. Jahrgang. No. 277. UekevbliiLr Und Kurzgefaßtes. Laue Lüfte sollen heute und morgen und der Himmel bleibt heiler. Der Wind springt morgen nach Südosten umund nimmt im Lause des Tages an Heftig- keit zu. '— In Barcelona ist heute der Anarchist und Verüber des Bombenattenlats daselbst um 7. November v. 1., Jose Salvador Franch, hingerichlet worden. Unser neuer Departements-Befehls- haber, General Ruger, ist nach Chicago unterwegs. Der Königin Victoria wird infolge ihrer Gicht das Gehen schwer. -- Japan will von einer Vermittelung Zwischen ihm und China nichts wissen. Pfarrer Ducey läßt sich vom Erz-dischof Corrigan in New Bork nicht den Besuch der Lerow'schen Ausschußsitzungen verbieten und ruft die Entscheidung des Päpstlichen Legaten an. ln Deutschland will man jetzt auchdem gedörrten Obst aus Amerika, wegen zu starken Zinkgcbalts den Eingang ver- bieten. Consu! Robertson in Hamburg räth deshalb den amerikanischen Obstzüch- tern, statt der Zinkplatten sich hölzerner zu bedienen. Auch gegen die aus Amerika eingeführten Sämereien, die verfälscht Wären, wird drüben Stimmung gemacht. ln New Bork setzten Kurse auf der Fondsbörse fester an, doch gingen nur die Zuckertrustaktieu und die Aktien der Chi- cago L Alton-Balm um 1 und die dcsßlei- lrust um 1 Procent in die Höhe. Der Großherzog von Sachsen-Wei-mar-Eiscnach, Karl Alexander, 1818 ge- boren, est heule gestorben. ln der Eivic Federation ist ein Zwie-spalt ausgebrochen. Das konnte allerdings in einer Gesellschaft, in welcher Politiker und Heuchler eine Rolle spielen, nicht aus- bleiben. Mayor Hopkins ist nicht sehr erbautvon der gegenwärtigen Grandjury. An- stalt auf seine Klagen gegen Tauner vorzu- gchen, erkundigt sich dieselbe nach den Campagnegelderu. Sie besteht größten- lheils aus Republikanern. Ex-Seuator O'Malley wurde heute von der Anklage, einen Angriff auf den Griechen Nicholas Varlos gemacht zu haben,sreigcsprocheu, da Vartos so „freundlich" war, nicht als Zeuge gegen ihn auszutretcu. Varlos ist ein netter Mensch! lLelesirapEnUrr Sepescüen. Uorliiusig noch keine Amnestie. Dabei soll Peixoto seine Hand im Spiele haben. Die Kriegsschiffe „Aquidaban" und „Bahia" kaum noch seetüchtig. Rio de Janeiro, 21. Nov. Der Präsident Moracs wird dem Eon- greß in nächster Zeit noch keine Amnestie- Bill vorlegcn. Es heißt, daß er dabei von dein Ex-Präsideuten Peixoto beeinflußt worden sei. Der Kricgsminister hat besohlen, daß sich das Militär von der Politik fern halte. Die Kriegsschiffe „Aquidaban" und „Bahia" lecken so stark, daß es zweifelhaft ist, ob sie die Fahrt nach Europa werden machen können. ES sind Umstände cingetreten, die cs zweifelhaft machen, ob der Plan des Präsi- denten Moraes, den Gouverneur Castilho zumRücktritt von seinem Amte zu bewegen, ausgesübrt werden kann, da dem Plane bedeutender Widerstand entgegen gesetzt wird. Vergnügte Zöllner. Ihre Stellungen sür die Zukunft einiger- maßen gesichert. San Franucisco, 21. Nov. Die Zollhausbeamten sind über einen soeben von der Eivildienst-Commission er- lassenen, und vom Präsidenten Eleveland nnd Sekretär Earlisle gutgeheißcncn Be- fehl auf das höchste erfreut, wonach fast jede Anstellung im Zollhause den Civil- dienstgesetzcn unterstellt wird. Dadurch werden die Folgen der demokratischen Nie- derlage einigermaßen gemildert und wird dem Aolleinuehmer ein großer Theil seiner Patronage entzogen. Sparbank geschlossen. Die „portlaud Savings Bank" stellt ihre Geschäfte ein. Portland, Ore., 21. Nov. Die „Portland Savings Bank" hat ihre Tdüren gestern geschlossen. Die Aus- stünde der Bank sollen §1,650,000 betra- gen, während sich die Schulden aus §l,- 430,000 belaufen. Die Bank stellte be- reits während der Panik im Jabre 1893 ihre Geschalte ein, Halle aber im letzten Mai ihre Lhätigkeil, in Folge einer Ver- einbarung mit den Depositoren, wonach dieselben vierteljährlich 10 v. H. ihrer Ein- lagen herauszieheu sollten, wieder ausge- nommen. Der Gesundheitszustand der uigin. Sie leidet stark an Rheumatismus und soll sehr gealtert haben. London, 21. Nov. Laboucherc's „Truth" sagt in einem Ar- tikel über die Gesundheit der Königin, daß die Königin während des Herbstes sehr ge- altert hat und in Folge der Wiederkehr des Rheumatismus in den Kineen nur im Stande ist. wenige Schritte zu machen. - EM in San Z-rancisco ange- kommen. Er beabsichtigt New Bork undWas- hington zu besuchen, Und dann in Geschäften nach London zu reisen. San Francisco, 21. Nov. Antonio Ezeta ist von Mexiko ange- kommen. Er sagt, daß der einzige Zweck, seiner Reise sei, mit seinen zwei Kindern, welche am 18. d. M. von San Salvador abrcisen sollten, znsammenzulresfen. Er hegt Zweifel darüber, ob denselben die Ab- reise gestattet worden sei, da er gehört habe, daß der Präsident Guitcrrez beabsichtige, sie als Geißeln zurückznbehalten, im Falle er, Ezeta, den Versuch machen würde, nach San Salvador zurückzukehreu. Der General sagt, daß cs seine Absicht sei, sich wenigstens einen Monat hier auf- zuhalten, und dann New Bork, Washing- ton und London zu besuchen, um Freunde zu sehen, und Gelder für die Kassce-Ernle einzulreiben, welche er vor seinem Miß- geschicke von San Salvador abgcsandt habe. Ezeta erklärt, daß Mexiko durch einen Krieg mit Guatemala nichts gewinnen können. Der Grenzstreit wird auf diplo- matischem Wege beigelegt werden und eine Delegalion befindet sich, wie er sagt, jetzt zu dem Zwecke auf dem Wege nach Mexiko. Das Scheusal Franch garottirt. Im letzten Augenblicke verläßt ihn der Muth. Barcelona, 21. Nov. Jan Salvador Franch. der Anarchist, welcher am Abend des 7. November 1893 eine Dynamilbombe in das Lyceum-Theater warf, wurde heute Morgen hiugerichtet. Franch trug auf dem Wege zur Hiurich- tungsstälte ein herausforderndes Benehmen zur Schau, rief „nieder mit der Religion", und starb mit den Worten eines anarchisti- schen Liedes auf den Lippen. Nach spanischem Gebrauche verbrachte er die letzten vieruudzwauzig Stunden seines Lebens in der schwarz ausgeschlagenen Ge- füugnißkapelle, und schlief während der Nacht kaum eine Stunde. Gegen alle Er- wartung wurde seiner Frau und seiner kleinen Tochter der Eintritt in die Kapelle gestattet, obgleich deren Anwesenheit und Theilnahme nur geringen Eindruck auf den Anarchisten zu machen schienen. Auch die Tröstungen der Priester, welche die Nacht in der Kapelle bei ihm zubrachten, wies er zurück. Er verlachte dieselben, ebenso wie deren Hinweisungen auf ein zukünftiges Leben. Die Frau des Anarchisten machte einen letzten Versuch, sein Herz saust zu stimmen, aber in rauher Weise befahl er ihr, sich zu entfernen, und mit Thräucu in den Augen sagte sie ihm Lebewohl. Nachdem seine Frau die Kapelle verlas-sen hatte, fuhr Franch fort, die Priester mit Verachtung zu behandeln, indem er unter anderen sagte: „ich habe euch nett zum Narren gehabt. Heuchelei ist eine neue Waste, deren Benutzung ich den An- archisten gelehrt habe." Um acht Uhr Morgens betrat der Rich- ter mit seinen Uitterbcamleu, und anderen Beamten die Kapelle, uuo forderte Franch auf, sich aut den Tod vorzubereiten. Bald darauf erschien auch der Scharfrichter mit seinen Gehülfen, welche sofort begannen, den Gefangenen für die Hinrichtung vor- zubereileu. Während dies geschah rres Franch: „Thut eure elende Arbeit: ihr seid ja nur die Werkzeuge der Bourgoisie". Sodann formirle sich der Zug nach dem Hiurichtungsplatze. French befand sich in der Mitte einer Äbthcilung Soldaten, und wurde von Ordenspriestcrn begleitet. Zitternd stieg er auf das Schaffst, wel- ches in dem großen Gefänguißhose errichtet war. Es waren einige Zuschauer zuge- lassen worden, und starke Lruppenabthei- lnngen umringten das Schafott, um die Zuschauer in einer gewissen Entfernung von demselben zu halten. Während der Anarchist die zum Schaffst führenden Stufen hiilaufstieg, rief er: „Nieder mit all und jeder Religion, es lebe die Anarchie!" Darauf wurde er bei den Armen er- griffen, und während er sich sträubte, mit Gewalt nach dem Stuhle geführt, hinter welchem sich die Garotte befand, und dort festgebunden. Trotz seiner anarchistischen Rufe und des Versuches, ein anarchistisches Lied zu singen, verließ ihn der Muth im letzten Augenblicke, und er bal den Henker, seine Arbeit schnell zu thnn. Dies geschah, und Wenige Augenblicke später war vaS Werk geschehen; der Tod erfolgte fast augenblicklich. Die Leiche des Hingerichteten mit dem eisernen Ring der Garotte wird bis Son- nenuntergang auf dem ec-chassote verblei- ben, und voi: einer großen Menschenmenge besichtigt werden, denn die Einwohner von Barcelona und ans der Umgegend strömen in Schaaren herbei, um die Leiche des Mannes zu scheu, welcher vor einem Jahre die Stadt in Schrecken und so viele Fami- lien in Trauer versetzte. Der Hingerichtete Anarchist war etwa 32 Jahre alt und in Castclsares, in der Pro- vinz Ternat geboren; er war der Sprößling einer anständigen Familie, war aber von Jugend ans ein Taugenichts gewesen. In seinem 14. Jahre kam er nach Barcelona, wo er niemals eine regelmäßige Beschäfti- gung hatte, sich schließlich den Anarchisten anschloß, und einer ihrer Führer wurde. Nach seiner Gefangenschaft machte er zwei Mal Selbstmordversuche; einmal versuchte er sich zu erschießen, und das zweite Mal versuchte er vermittelst Giftes den Henker zu betrügen. Schiffsnachrichten. Liverpool - „Ccphalonia" von Boston. Havre „Zaandam" von New Bork nach Amsterdam. New Bork „Werra" von Genua, „Aurania" von Liverpool. H ull „Hindoo" von New Bork. Southampton „Havel" von New Bork. Antwerpen „Sorrenlo" von New Bork. Bankmtterschleif. Ein langjährigerBeamter der Bank verleiht Gelder derselben an persönliche Freunde. Und diese lassen ihn schließlich im Stich. NewUork. 21. Nov. Die „Chemical National Bank", eine der erfolgreichsten und couservativsten Ban- ken des Landes, ist seit einem halben Jahr- hundert zum ersten Male das Opfer eines betrügerischen Beamten geworden. Die unterschlagene Summe beträgt, soweit bis jetzt ermittelt werden konnte §15,715, und John R. Tait, der Zahlclerk ist der Be- amte, der des Untcrschleises beschuldigt wird. Die Sache ist einigermaßen eigenthüm- lich, da die Bankbeamten erklären, daß er nicht einen Cent von dem Gelde zu seinem eigenen Gebrauche verwandt babe. Als Beweis dafür liegt die Thalsache vor, daß Tait, wenn er gewollt hätte, gerade so leicht eine Million als ein Paar tausend Dollars nehmen konnte. Drei Viertel der Summe, heißt cs, hat er ohne Sicherheit an persönliche Freunde ausgeliehen, und nur in einigen Fällen hat er einen Schuldschein für das Geld erhal- ten ; der andere Theil des Fehlbetrages ist eine Folge von Jrrthümern, welche Tait bei dem Auszableu von Geldern machte. Präsident Williams und der Kassirer Quinlan sind der Ansicht, daß Tait durch diese Anleihen so nervös gemacht wurde, daß er kaum noch nir seine Handlungen verantwortlich gemacht werden konnte, und in Folge dessen viele Fehler machte. Ob- gleich die ersten Anleihen vor länger als einem Jahre gemacht würden, war der Fehlbetrag sorgfältig verdeckt worden, und wurde vom Bankinspektor William H. Kimball, als derselbe im letzten Mai seine amtliche Untersuchung machte, nicht ent- deckt. Erst später, als Kimball privatim von der Bank angcstellt wurde, um die Bücher zu untersuchen, gelang es ihm, diese eigenrhümlichen Geldgeschäfte zu entdecken. Tait, welcher beinahe fünfzig Jahre alt ist, war acht und zwanzig Jahre in der Bank, in welcher er zuerst als Bote beschäf- tigt wurde. Sein Gehalt betrug §4500 nebst einem Weihnachtsgeschenk von 10 v. H. von jener Summe, und damit war er im Stande, sür seine Familie in ausgiebi- ger Weise zu sorgen. Mau weiß, daß er niemals spckulirte und datz seine Ausgaben seine Einnahmen nicht überschritten. Ob- gleich bis jetzt noch nicht in Erfahrung ge- bracht werden konnte, wer die Anleihen ge- macht hat, wurde doch am ersten Tage der Untersuchung eine von C. H. Babcock aus- gestellte Anweisung aus die 12. Ward Bank, im Betrage von §13,250, in der Kasse ge- funden. Babeock soll ein Schwager von Tait und ein hiesiger Bauunternehmer sein. Die von Tait gegebene Bürgschaft beträgt nur §5000; von einer gerichtlichen Klage gegen ihn hat die Bank Abstand genommen. Reue aus Noch. Lin junger Dieb liefert sich selbst aus. Milwaukee, Wis., 21. Nov. Gestern kam der etwa zweiundzwanzig- jährige F. T. Best zum PolizelrichterNiemer, und verlangte, daß er in Haft ge- nommen werde. Nachdem seinem Wunscheentsprochen worden war, erzählte Best, daß als er vor ungefähr zwei Jahren bei einem Juwelier in Ogdeusburg, N. B-, in der Lehre gewesen sei, in ihm Plötzlich der Wunsch rege wurde, den Osten zu ver- lassen; da er aber kein Geld gehabt habe, so habe er seinem 80ß §209 gestohlen, und sei damit nachdem Westen gegangen. Seil der Zeit habe er sich im Lande umherge- lriebeu, und vor zwei Tagen sei er nach Milwaukee gekommen. Nun aber sei er vollständig mittellos, könne auch keine Be- schäftigung finden, und deshalb habe er sichselbst den Behörden ausgelicsert, um nach dem Osten zurückzukehreu und seine Strafe entgegeuzunehmeu. Die Wahrheit seiner Aussagen wurden telegraphisch bestätigt,woraus den Behörden in Ogdensburg die uölhige Mittheiluug gemacht wurde. Bedeutende Feuersbruust. Der Geschäftstheil einer Ortschaft fast gänz- lich abgebrannt. St. Io seph, Mo., 21. Nov. In Savannah, Mo., vierzehn Meilen nordöstlich von hier, sind im Mittelpunkte der Stadt eine Menge Geschäftshäuser durch Feuer zerstört worden. Dasselbe entstand in einer Restauration; aus der nordöstlicheu Seite des Platzes wurden elf aus Hol; gebaute Geschäftshäuser mit sämmtlichen Inhalt eiugeüschert und viele Personen entgingen nur mit knapper Noih dem Tode. Der Verlust beträgt §50,000 bei nur sehr geringer Versicherung. Abhanden gekommen. Lr war etwas aus dem Häuschen und hat vielleicht Selbstmord begangen. SanFran cis c o, 21. Nov. Daniel Murphy, welcher vor sechs Mo- naten von Elmira, N. B-, hierher kam, wird seit fünf Tagen vermißt und die Po- lizei ist der Ansicht, daß er Selbstmord be- gangen habe. Murphy Halle eine gute Empfehlung von I. Fassen;' er schien zeitweilig irrsinnig zu sein, bildete sich ein, Millionen zu besitzen und kaufte dann für Tausende von Lollars Schmuck- sachen ein. General Ruger auf der Reise nach Lhicaqo. San F r a u c i s c o, 21. Nov. General Thomas H. Ruger ist nachChicago abgereist, wo er den Befehl über das Departement des Missouri übernehmen wird. Onkel Sam als Vermittler. In einer Erwiderung auf die Ver- mittelungsvorschläge anerkennt Japan den guten Willen der per. Staaten. Ls scheint Willens sein, durch Vermittelung des amerikanischen Gesandten in Tokio mit China zu unterhandeln. Washington, 21. Nov. Das Staatsdepartement hat aus den Vorschlag der Ver. Staaten, zwischen Japan und Ehma zu vermitteln, durch den amerikanischen Gesandten in Tokio, vonJapan eine Erwiderung erhalten. ' Auch die japanische Gesaudlschaft in Washington ist von dem auswärtigen Amte in Japan benachrichtigt worden, daß eine Antwort erfolgt ist und welche Bedingungen gestellt worden sind. Beide Telegramme trafen hier am Sonntag Nachmittag ein. Die Thalsache, daß sie abgesandt wurden, wurde zuerst durch eine Depesche au die Afsoc. Presse aus Tokio bekannt, und in Folge dessen machen die hiesigen Beamten aus dem Wortlaute der Antwort kein wei- teres Geheimuiß. Die Kabcldepesche an den Sekretär Gresham ist in einen ungewöhnlich formellen und würdevollen Wortlaut ge- kleidet, da sie die feierliche Bestätigung Sr. Majestät, des Kaisers von Japan, enthält. Es ist selten, daß der Kaiser bei diplo- matischen Unterhandlungen selbst spricht, so daß es in diesem Falle als Beweis gellen kann, daß Japan den Wunsch hegt, seine Anerkennung des Verhaltens der Ver. Staaten zum Ausdruck zu bringen. Die Depesche besteht aus zwei Theileu; in dem ersten wird das kaiserliche Wohlwollen kundgegcbeu, und gesagt, daß der Erfolg der japanischen Waffen ein derartiger ge- wesen sei, daß Japan wohl erwarten könne, daß Ehrna direkt mit Japan in Unter- handlung trete. Der zweite ist mehr direkt vom Gesandten Dun und drückt die Ansicht des japanischen auswärtigen Amtes aus, daß, da Ebina keinen Gesandten in Tokio habe, um un- mittelbare Vorschläge zu machen, dies von Seilen Ehina's durch den Gesandten Dun geschehen könne. Die Depesche au den Gesandten Kurino ist dein Inhalte nach dieselbe wie die oben angegebene. Die Tharsache, daß die De- peschen am Sonntage cinlrafen, und erst jetzt der Oeffentlichkeil übergeben werden, wird lheilweise dadurch erklärt, daß sie in Zeichen abgesaßt und von solcher Wichtig- keit waren, daß es nicht rathsam schien, etwas Unbestimmtes darüber mitzutheilcu. Rudinstem's Tod. Derselbe trat unerwartet und plötz- lich kurz nach zwei Uhr Bor- gens ein. Am Abend hatte sich der Künstler noch im besten Wohlsein befunden. St. Petersburg, 21. Nov. Nubinstein's Tod in Peterhof erfolgte vollständig unerwartet. Er hatte bis elf Uhr Karten gespielt, und befand sich in bester Laune. Gegen Mitternacht ging seine Frau in sein Zimmer, um ihm „gute Nachi" zu wünschen, und auch daun befand sich Nubinstein noch ganz w'ohl. Um zwei Uhr Morgens hörte Frau Nu- binsteiu Geschrei, weiches aus dem Zimmer ihres Gatten drang. Als sie hiuzueilte, stand er mit einer Bettdecke um die Schul- tern in der Nähe der Thür. Er klagte über Schmerzen und ries: „einen Doktor holen, ich ersticke." Es wurden sofort zwei Aerzte gerufen, aber trotz aller Bemühungen, den Leidenden zu retten, starb derselbe in Ge- genwart derselben. Bedeutender Feuerschaden. Ein Wohnhaus und eine Scheune mit großen vorräthen eingsäfchert. Arcola, Jll., 21. Nov. Gestern wurde eine großcScheuue, Eigen- thum des in diesem Bezirke in die Gesetz- gebung gewählten Abgeordneten W. H. Wallaee, durch Feuer zerstört. Mil dem Gebäude wurden siebzig Tonnen Beieucoru, eine große Quantität Heu, Pferde und Farmgeräthschafleu ein Raub der Flam- men. Der Verlust beträgt §12,000, ist je- doch durch Versicherung völlig gedeckt. Elkhart, Jud., 22. Nov. Das in der Nähe der Stadt gelegene Wohnhaus nebst Stallung von Alfred Nelson ist gestern Nachmittag mit der gan- zen Einrichtung uiedergebrannt. Dem etwa §IO,OOO betragenden Verluste ftehl eine Versicherung von §6OOO gegenüber. Das Feuer entstand durch Funken einer Dampfmaschine. Auch Dänemark Schließt sich der Sperre gegen Rindvieh aus Amerika an. Kopenh age n, 21. Nov. Die amtliche Bekanntmachung des Ver- bots der Einfuhr von ausgeschlachlelem und lebendigem Schlachtvieh aus Amerika ist heule erfolgt. Das Verbot wird damit begründet, daß bei Rindvieh, das kürzlichaus Amerika in Kopenhagen aulangte, mit lexauischcm Fieber behaftete Thiere gefun- den worden seien. Tod des Großherzogs von Sachsen- Weitnar. Derselbe erreichte ein Alter von 7ü Jahren. Berlin, 21. Nov. Der Großherzog von Sachsen-Wcimar- Eisenach ist gestern Abend in Eap Martin gestorben. Derselbe wurde am 24. Juni 1818 in Weimar geboren. Pfarrer Ducey und ErMschof Corrigan. Eine Rleinungsverscbiedenheit zwi- schen den beiden Geistlichen. Line Appellation an Satolli. Newßork, 21. Nov. Die Freunde von Thomas I. Ducey, dem Pfarrer von St. Leo, thcilen mit, daß sich derselbe an Satolli gewandt hat, um von demselben die Erlaubniß zu erhalten, den Sitzungen des Lexow'schen Ausschusses beizuwohucn, was ihm vom Erzbischof Corrigan verboten worden war. Der Pfarrer Ducey hat eingestanden, daß der Erzbischof ihm jenes Verbot habe zugehen lassen, und die Angelegenheit nimmt jetzt insofern einen ernsten Charakter an, als sich der Pfarrer Duccv wahrscheinlich gegen den Befehl des Erzbischofs auslehnen wird. Es ist ferner auch möglich, daß sowohl der Erz- bischof, als auch der Pfarrer Ducey ersucht werden, vor dem Ausschuß zu erscheinen. ErzbischofCorrigan wird, wie cs heißt, aui- gefordert werden, eine Abschrift des Briefes vorzulegcn, den er über die Angelegenheit an den Pfarrer Ducey geschrieben hat. Es verlautet, daß sich der Pfarrer Ducey mit dem Erzbischof Jreland und dem Dr. Burtsell über die Sache berathcn hat. Auf Befragen sagte Pfarrer Ducey, daß er weder dem Erzbischof, noch irgend einem anderen Manne das Recht zugcstehe, sich in Sachen einzumischen, wo es sich nur die Freiheit eines unabhängigen Bürgers han- delt, ob dieser Priester oder Laie sei, so lange derselbe nicht die Gesetze Gottes, die Gesetze eines Staates oder irgend einer Nation verletze. Wieder einer von jenen Schatz- meistern. Lr batte sich nur etwas zu seinen Gunsten verrechnet. Ellsworth, Kan., 21. Nov. Seit einigen Tagen bereits waren Ge- rüchte im Umlauf, daß bei dem früheren Schatzmeister von Ellsworth County, Ja mes L. Dick, nicht alles in Ordnung ge-wesen sei und eine von den Counytccom- missüren vorgenommene Untersuchung hat denn auch ergeben, daß die Bücher dessel- ben eilten Fehlbetrag von über §II,OOO aufweisen. Dick soll sich in Kansas City aushallen und es sind bereits Haftbefehle und Auslieferungspapiere ausgeserUgl worden, um ihn zurückbringcn. Schlimme Lollision. Fünf Personen verletzt, eine derselben mög- licherweise tödtlich. Pittsburg, Pa., 21. Nov. In Folge eines Zusammenstoßes eines elektrischen Bahnwagens mit einem Kabel- bahnwagen heule Morgen um halb elf Uhr, trugen fünf Personen Verletzungen davon, eine derselben eine wahrscheinlich tödtliche. Die Namen derselben sind: Frau CH. Jones, schwerverletzt, der Führer des Greif- Wagens Harry Rea, Michael Konbaull, Frl. Brown und eine unbekannte Frau. Städtisches. Das Wetter. Optiker Klein-, 76 Washington Str., berichtet für Chicago die folgenden Baro- meter- und Thecmometerstände: Um 8 Uhr Morg. 34 Gr., um 9 Uhr 33 Gr., um 10 Uhr 33 Gr., um 11 Übr 33 Gr., um 12 Übr 33 Gr. Barometerstand um 6 Uhr Morg. 29.35,12 Uhr 2940.. Widerstand gegen Sanitätsbeamte. Dem Gesundheitsamt ging gestern von dem an der Ecke der 55sten und Halsted- straße wohnhaften Arzte Dr. McNamara die Meldung zu, daß in der Familie von Thomas Walsh, 3110 Emerald Ave. zwei Blatternfälle zum Ausbruch gekommen seien. Mehrere Beamte des Gesundheits- amtes wurden sofort beauftragt, die beiden Kranken nach dem Blatteruhospital zu schaffen. Das war jedoch nicht ganz leicht, denn die Ellern der erkrankten Kinder wi- dersetzteu sich sehr energisch der Ueberfüh- ruug derselben nach dem Hospital, und die Beamten mußten beinahe Gewalt auweu- deu, um ihren Auftrag ausfüyreu zu kön- nen. Der verreist. Mayor Hopkins ist gestern Abend nach Buffato abgcreift, um feiner Hcimathssladt erneu auf eine Woche berechneten Besuch abzustatten und sich von den Strapazen seiner Amtsthätigkeit zu erholen. Er wird für nächsten Mittwoch zurückerwartet. Tod in den Wellen. Heute Morgen um 9 Uhr wurde von dem See in South Chicago die Leiche eines Mannes an's User gespült, dessen Name nach den bei ihm geführten Papieren Nt. G. Liusley ist: die Papiere waren auf Linsley guittirtc Rechnungen des Metro- pole Hotel. Im Adreßbuch ist Liusley als Verkäufer No. 101 State Str. angeführt. Der Manu war etwa 50 Jahre alt; die Leiche halte fünf Tage im Wasser gelegen. Die Bridewell - Schule. Unter den gestern Nachmittag im Ge- bäude-Aml erwirkten Bauerlaubuißscheiueu befindet sich auch einer für den Bau einer Handfertigkeits-Schule aus dem Grund- stücke der Bridewell zum Kostcnvoranschlage von §60,000. Der Schulrath hat die Angelegenheit betreffs des Baues der Händserligkeitsschule sehr lange erwogen, trotzdem der Stadttath die Genehmigung zu dem Bau gegeben halte. Der Superintendent derBridewell, Mark Erawford, halte bereits die Hoffnung aufgegebeu, daß der Bau überhaupt zu Staude kommen werde. Sheppard's Erlebnisse. Der Droschkenkutscher beschreibt seine Erleb- nisse mit O'Malley und dessen Freunden. Der Colliander-Jnquest wurde gestern abermals verschoben, um der Polizei Ge- legenheit zu geben, ihre Beweise zu stärken, ehe sie dieselben der Oeffentlichkeil über- geben werde. Inspektor Schaack erklärte, daß die in seinen Händen befindlichen Be- weise Personen beträfen, die ihre Haut sofort in Sicherheit bringen würden, sobald sie davon Wind bekämen. DerDroschkenkutscher Chas. H.Sbeppard, welcher von O'Malley früh am Morgen nach der Wahl zweimal verwundet wurde, bat dem Geheimpolizisten Louis Bock die Einzelheiten über sein Zusammentreffen mit O'Malley, Ald. Kelly und verschiede- nen Mitgliedern des Market Str.-Gang mitgetheilt. Demnach wurde sein Gefährt um halb zehn Uhr in der Nähe des Nath- bauseS von O'Malley und einem anderen Mann in Beschlag genommen. Sheppard mußte zunächst zu Mike Hopkin's Saloon, Ecke Huron- und Wells-Str., fahren, wo O'Malley und sein Begleiter sich eine halbe Stunde aufhicllcn. Als O'Malley wieder einstieg, halte er zwei Männer als Begleiter, welche sich zu-sammen mit ihm nach Martins Haus an State Str., der Kathedrale gegenüber, fah- ren ließen. Hier hielten sie sich etwa 10 Minuten auf, worauf O'Malley allein wieder einstieg, während seine bisherigen Begleiter in nördlicher Richtung davon- gingen. Der nächste Halteplatz war Hen- dersons Lokal, Ecke Illinois- und Stale Str. In Lyons Wirthschaft, Ecke Kiuzie- und Clark Str., wo er sich zunächst hlnfah- ren ließ, hielt sich O'Malley eine volle Stunde auf. Nach ihm waren zwei Frauenzimmer, von denen die eine als die berüchtigte Minnie Dalcy erkannt wurde, in dieselbe Wirthschaft gegangen. In Begleitung dieser beiden Frauenzimmer fuhr O'Malley dann nach Bergers Wirth- schaft, Ecke Wells- und Oak Str. Hier mußte Sheppard in den Schallen eines Hauses fahren, nachdem die Frauenzimmer mit O'Malley ausgcstiegeu waren und bald darauf stieg John Bingham, ein Mit- glied des Gang, mit einem Manne ein, der nur mühsam gehen konnte und offenbar verwundet war. Der Verwundete wurde nach dem Hause No. 47 Ontario Str., der Wohnung Santry's gebracht. Santry wurde bekanntlich von dem Polizisten Michaels verwundet. Nachßerger's Wirth- schafl zurückkehrend, fand Sheppard seinen Fahrgast nicht mehr vor. Er fuhr nach Lyons Wirthschaft und hier fand er O 'Mal- ley, Mite Hughes und Johnnie Dougherty, welche sich jetzt nach der Ecke der Market- und Whiting Str. fahren ließen. Unterwegs stiegen „Major" Sampson und Harrington ein. O'Mallev traf noch mit verschiedenen anderen Männern zusammen, die Sheppard aber nicht kannte. Schließ- lich hielten sie abermals vor Bergers Lokal. O'Malley und seine Bekannten gingen hinein und ließen Sheppard draußen, der endlich entschlief. Um 6 Uhr Morgens weckte ihn W.Kelln. Gleich darauf kam O'Malley heraus und Kelly fragte Sheppard, wieviel O'Malley ihm schuldig sei. Der Kutscher verlangte §lO. „Hier sind die §10", sagte O'Malley, ihm eine Banknote hinhaltend und zugleich seinen Revolver ziehend. Er zielte und drückte ab. Die Kugel drang in Shcppard's Hand, der darauf die §lO mit den Worten O'Malley entgegenhielt: „Hier ist Ihr Geld, wenn Sie glauben, daß ich es nicht verdiente." O'Malley erwiderte: „Gehen Sie fort" und feuerte einen zweiten Schuß ab, der in Shcppard's Knie drang. Der Verwundete wurde dann von Ald. Kelly und Harrington nach dem Emcrgcncy Hospital gebracht. O'Mallcy's Freunde sollen seitdem Shcppard's Vater besucht und ihn gefragt haben, ob Charlcy ein „Squealer" sei. Die Personal - Peränderungen im Rathhause. Moyor Hopkins ernannte gestern Nach- mittag den Hülfs - Obcrbaucommissär Moody offiziell zum dienstthuenoen Chef des Obcrbaucommissariats bis zur defini- tiven Ernennung und Bestätigung eines Nachfolgers für den zum Comptroller ernannten bisherigen Oberbaucommiffär Jones. Die Folge dieser Ernennung ivar, daß Herr Jones noch gestern Abend die Complrollers Office übernahm, und daß er heute früh damit begann, sich in die Oblie- genheiten seines neuen Amtes hineirzu- arbeitcn. Seine erste Amtshandlung war die Verfügung, daß die Löhne der entlasse- nen städtischen Arbeiter sofort ausbezahlt würden. Wer der definitive Nachfolger des Herrn Jones als Oberbaucommiffär sein wird, ist noch nicht bestimmt. Außer Herrn Moody, der sich seiner hervorragenden Kenntnisse auf dem Gebiet des Civilin- genieurwesens wegen ganz besonders für das Amt eignet, wird noch der Straßensuperin- lendcnl McCarthy als muthmaßlicherNachfolger des Herrn Jones genannt. Durch die Beförderung des bisherigen ersten Hülfscorporationsanwalts Palmerzum Corporationsanwalt sind übrigens die Gehüsten des Corporationsanwalts um je eine Stelle herausgerückt. W. S. Johnson ist jetzt nominell der erste Hülfscorpora- tionsanwalt, doch wird er bei seiner bishe- rigen Arbeit dcrVerlrctung derSladt in den durch Geschworene abzuurtheilendeu Pro-zessen verblieb. Jesse B. Barlon und Byron Boyden werden nach wie vor ihre bisherigen Geschäfte, die Bearbeitun- gen der Chancery-Fälle, bezw. die allge- meinen Gcrichtsgeschäfie verseilen, und Hr. Gnerin u. ein noch zu ernennender Hülss- anwalt, werden dieselben bei ihren Arbei- ten unterstützen. Herr Harry Rubens wird insofern mit dem städtischen Justiz-Departement ist Verbindung bleiben, als Um der Mayor zum Spezialanwalt der Stadt bei der Verfechtung der Schaden- ersatzklagen ernannt hat, welche gegen ver- schiedene Eisenbahngescllschaften zur Nück- erlangung der an Grundeigenthümer aus Aitlaß des Balles von Viadukten allsge- zahlten Entschädigungsgelder schweben. Alle städtischen, in- und ausländischen Neuigkeiten im Abendblatt für 1 Cent per Nummer, oder 6 Cents per Woche. O'Ntalley's Fall. vor Richter Kersten gestrichen. Der Grieche Nicholas Varalos erscheint nicht sür die Anklage. Die von dem Griechen Nicholas Varalosvor Richter Kerstcn gegen Ex-Senalor John F. O'Malley angehängte Klage wurde heule Morgen gestrichen, da Laralos nichtzur Verhandlung erschienen war. Anwalt Wickerham, welcher in dieserKlagesache den Marguette Club vertrat, ersuchte um einen Aufschub- Richter Ker- ! stcn erklärte, daß von den Polizeistationenaus Varalos ausgesucht, aber nicht gefunden worden sei. Der Bruder des Klägers habeden Polizeibcamten gesagt, dich er Nicholasmehrere Lage nicht gesehen habe. Es scheint also die Absicht des Varalos zu sein, sagte Richter Kertlen, diesen Verhaftsbcsehl we- gen Bedrohung nicht zu verfolgen. Es er- folgte deshalb die Streichung der Anklage. Morgen kommt die Mordangriffklage gegen O'Malley vor Richter Hamburghcr zur Verhandlung; O'Malley ftehl unter §3OOO Bürgschaft. Aus dem Lriminalgericht. Lin Jabr Gesängniß. < Vor Richter Brentano bekannte sich heute Morgen Charles E. Anderson schul- dig, Charles N. Fan um §IOOO bestohlen zu haben. Anderson erhielt ein Jahr Gesängniß dudictirl. Heute keine Wahlgeschichteu vor der Grand- jury. Da für heute eine große Anzahl von Zeugen in Crim-nalprozessen vor die Grandjury geladen waren, wurde die Untersuchung gegen Eapl. Daniel Duffy auf morgen vertagt. Aleiderdiebe. Der 18jährige notorische John MeGraw, der schon wiederholt wegen Einbruchs und Diebstahls unter Anklage stand, aber, weil die Belastungszeugen, der vielen Laufereien müde, nicht zur End-Prozefsirung erschie- nen waren, straffrei auf die Menschheit losgelassen wurde, stand heute wieder ein- mal vor Richter Ebcrhardt unter der An- klage des Diebitabls. Er hatte dem Sohne der Frau Maria Knoda von 380 S. Halsted-Str. einen Ueberzicher und einen Anzug, für welche derselbe einige Zeit vor- her §45 bezahlt baue, gestohlen und die gestohlenen Gegenstände semem Kumvan Chas. Reminglon verkauft. Der bestohlene Knoda fand später seinen Ueberzicher und Anzug im Besitze Nemington's und erfuhr von diesem, daß derselbe diese Kleidungs- stücke von MeGraw sehr billig gekauft hätte. Er ließ alle Beide einsperren und zwar MeGraw wegen Diebstahls, den An- deren wegen Hehlerei. Richter Eberhardt überwies lue Beiden heule unter je §4OO Bürgschaft dem Criminalgericht. Der angebliche Hauürer Robert Adams, ein Mitglied der berüchtigten „Henry Slr.- Räuberbande" Halle mit zwei anderen Kumpanen gestern vor acht Tagen, kurz nach Schluß des Geschäftslokales, der Klciderhandlung von Schroeder Bros, einen Besuch abgestaltct, und aus derselben 27 Ueberzicher im Wcrlhc von §lB5 gestohlen. Die bestohlene Firma hatte den Diebstahl in der Canalport Ave.-Station angemeldet, und war cs dem Detectiv Fcceze gelungen, einen der gestohlenen Ueberzicher an der Person des Adams zu ermitteln. Nach und nach fand der Geheimpolizist aus, daß vier andere Ueberzicher sich im Besitz gewis-ser, ihm wohlbekannter Mitglieder der ge- nannten Bande befänden. Zu allererst wurde Adams verhaftet, und um seine Ucberführung sicher zu machen, des Ein- bruchs und der Hehlerei beschuldigt. Richter Dooley verschob den Fall bis zum 28. d. Mts. und stellte Adams unter §I6OO Bürg- schaft. Der dritte Kleiderdiebstahls-Fall der heute zur Kenmniß des Richters des Max- wcllslr.-Polizeigerichts gelangte, war der des chronischen Diebes Tonn Desmond, der erst vergangene Woche mit knapper Roth auf eine Anklage des Wagen- und Pserdediebstahls freikam. Tony, der wie uns die Delectives des Marwcll-Polizci- stations-Distriets mittheilcn, bereits im Zuchthaus und wiederholt in der Bridewcll war, halte dem in 87 5. Ave. wohnenden William Taylor einen werthvollen Ueber- zieher und ferner einen Anzug, ingcfammi im Wertbe von §BS gestohlen und in irgend einen Pfaudladen verkauft. Um den De- teelives Mäher und Maddis Gelegenheit zu geben, auch die Kumpane habhaft zu wer- den und den Trödler zu ermitteln, dem Desmond die Gegenstände verkauft, ver- schob Richter Ebcrhardt, dem er vorgeführt wurde, die Verhandlungen bis zum 27. und stellte den Angeklagten bis dahin un- ter §4OO Bürgschaft. Der Protest ist nicht genügend unterstützt. Der stellvertretende Oberbaucommiffär Moody schickte heute Vormittag den von einer Anzahl Grundeigenthümer, aber wie der Vorsteher des Kartenamls ermittelt hat, nicht von der Majorität der inlcrcsfirten Grundeigenthümer Unterzeichneten Protest gegen eine Straßenbahn an der Ave. K., zwischen der 95. und 118. Straße, an das stadträthliche Comilc für Straßen der Südseite, welches ermitteln soll, ob ine Majorität der Grundeigenthümer sich zu Gunsten der von der „South Chicago City Nailway Co." erklärt. Lebenslänglich. John Fowler, welcher seine Schwester ermordete, weil sie ihm keine 10 Cents lei- hen wollte, wurde im Criminalgericht zu lebenslänglichem Zuchthaus verurtheilt. Er ist 24 Jahre alt. Viehmarkt. Schweine sind besserer Dualität und um s(stlo Cent billiger. Schwere brachten leichte 3.85(04.40, durchein- . ander 4.15(«A.70. Rindvieh und Schafe fest; letztere um 5 > (n-10 Cent theuerer. Zufuhr 47,000 Schweine, 23,000 Stück j Rindvieh, 13,000 Schafe.

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