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Abendblatt Newspaper Archives Nov 17 1894, Page 1

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Abendblatt (Newspaper) - November 17, 1894, Chicago, Illinoisvon der Illinois Staats-Aeitungs-Lo. Chicago, Samstag, 17. November 1894. Preis 1 Lent. 47. Jahrgang. No. 274. Ueverblick Und Kurzgefa Btes. Der Himmel bleibt heute und morgen Die Kälte nimmt ab, indem der nach Südosten umschlägt und mor-6en an Heftigkeit zunimmt. Der neue Präsident von Brasilien, Moraes, wird keine Schiffe mehr bauen, sondern die von seinem Vorgänger bestell-ten abbestellen. Er ist friedlich gesinntund wird den Verpflichtungen seines Lan-des gegenüber dem Auslande Nachkommen. '— In Syracuse hat gestern Abend Robert Fitzsimmons den Eon Riordanbeim Klopffechter: durch einen Schlag ansKinn so schwer verletzt, daß derselbe heulefrüh gestorben ist. ln demKosthause No. 322 W. Mon-roe Str. erschoß I. Higgins, ein Kost-Sänger, Frau McLaughlin, die Eigenlhü- vierin, welche nach der Trennung von shrem Manne sich und ihren kleinen Sohnselbstständig ernährte. Sie war erst32 Jahre alt und sehr hübsch. Der Mör-der erschoß sich selbst, nachdem sein Opfergestorben war. Die Gründe zu der Blut- lhal sind nicht bekannt. Es wird jetzt mit Bestimmtheit be-hauptet, daß Ex-Senalor O'Malley nie die Stadt verließ, sondern sich in einer Ernüch-terungsanstall in Hyde Park aufhielt, wo er das graue Elcud mit nur zweifelhaftemErfolge bekämpfte. Der Market Str.-Gang hat durch eine „Dame" dem Inspektor Schaack an-kündigen lassen, daß er sich unter gewissenBedingungen ergeben werde. Er betrachtetsich also als kriegführende Partei. Richter Gibbons hat betreffs derKlage des Generalauwalts gegen Pullman dem Letzteren ein ettnnM ok vsnus bewil-ligt, da Pullman der Ansicht war, daß er dem genannten Richter keinen unpar- Prozeß erhallen werde. Am lieb-sten möchte wohl Herr Pullman sich einen Richter nach seinem Herzen aussuchen, aber das geht nicht immer. Cekeirrapsliscks Depesckreu. Wunderlicher „Crank". Lr verlangt von dem Präsidenten eine Drehorgel, Um sämmtliche Städte des Landes damit unsicher zu machen. Washington, 17. Nov. M Unter den vielen an den Präsidenten Clevetaud gerichteten Briefen, welche nicht beantwortet wurden, befand sich einer, der nur von einem bedenklichen „Erank" her- rühren konnte. Ein Mann, der seine Adresse als „Emil Krcy, Ecke von Barrell und Dower Str., Milwaukee, Wis.", an- gab, bat den Präsidenten, ihm eine Dreh- orgel zu schicken, und ihm zu erlauben, in jeder Stadt der Ver. Staaten dieselbe zu spielen. Der Brief war augenscheinlich in gutem Glauben geschrieben; wenn aber der Privat - Sekretär Thurber alle Briese, die in das Weiße Haus geschickt werden, beantworten wollte, dann hätte er ein kleines Heer von Stenographen nölhig. Augenblicklich befinde! sich nur ein Ste- nograph im Weißen Hause. Der Präsi- dent diktirt niemals, und alle persönlichen Mittheilungen, Unterschritten unter öffent- liche Dokumente, und seine Congreßbot- schasten schreibt er selbst. Scheußliche Mordthat. Lin Arzt aus dem Hause gelockt und er- mordet. Charleston, W. V., 17. Nov. Gestern wurde in Moutgomcry, Fayette County, ein Arzt ermordet. Gegen drei Uhr Morgens war Dr. A. E. Asett zu -mein angeblich schwer Kranken auf der ruderen Seile von Morris Creek gerufen vorden. Als der Doktor um 7 Uhr noch licht wieder zurückgekehrt war, begann seine Familie nach ihm zu suchen. Um 9 Uhr bemerkte ein Mann von der über Morris Creek führenden Brücke die Leiche des Doktors, welche auf dem felsigen Ufer des fünfzig Fuß unter der Brücke fließenden Stromes lag. Eine Untersuchung ergab, daß auf der Brücke ein verzweifelter Kamps staltgefundcn hatte; es lagen abgerissene Stücke vom Rocke des Doktors umber, und er selbst hatte mehrere Schläge auf den Kopf erhallen. Durch den Sturz auf die Feksen in der Tiefe, waren fast sämmtliche Knochen im Körper zerbrochen. Personen, die in der Nähe der Brücke wohnen, halten -wischen 3 und 4 Uhr Geschrei ans der Brücke gehört; aber in der Annahme, daß dasselbe von betrunkenen Grubenarbeitern hcrrühre, hatten sie demselben keine Auf- merksamkeit geschenkt. Die Veranlassung zu der scheußlicheu Mordlhat ist unbe-kannt, aber es ist die Möglichkeit vorhan- den, daß Freunde von Leuten, welche bei dem letzten Kohlengräberstreik beteiligt waren, den Doktor bei Seite geschafft ha- ben, um ihn zu verhindern, Aussagen ge- gen dieselben zu machen. Die Silberproduktion Laliforniens. Die Ausbeute von f6ys bat sich gegen frühere Jahre verdoppelt. S a n F r a n c i s c o, 17. Nov. Der Bericht des Staatsmineralogen er- aicbt, daß Californ-ien im Jahre 1893 mehr als doppelt so viel Silber zn Tage gcför- b--z7 155 gegen 4262,550 im Jahre 1892. Zunahme ist fast nur den Gruben in Bernardino Eonnty zuzuschreiben, nelcüe billiger bearbeitet werden können, ts irgend welche andere Silbcrbergwerkc an der pacifischen Küste. Die Ausbeute an Gold war in beiden Jahren thcttsüchlich eine gleiche. In diesem Jahre werden 40 Gruben mit hydraulischer Kraft, welche lang keine Ausbeute ergaben, wieder dearbeitel werden. Der neue Präsident. Derselbe verspricht, die Forde- rungen von Ausländern so- fort zu erledigen. Seinem Vorgänger Peixoto singt er ein Loblied. Peireots evchlikt einen Vsteensntret. New York, 17. Nov. Eine Morgenzeitung veröffentlicht eine Spezialdepesche von Rio Janeiro, worin cs heißt, daß Präsident Moraes den aus- wärtigen Diplomaten mitgetheilt habe, daß fämmttiche von denselben cingereichtcn Forderungen sofortige Berücksichtigung fin- den würden. In seiner Antrittsrede hatte Präsident Moraes die Revolution der Admiräle Mello nno da Gama als direkt gegen republika- nische Einrichtungen verdammt. Das Land wurde, wie er sagte, nur durch die Energie Peixoto's, dem die patriotischen Brasilianer zur Seite standen, gerettet. Das Cabinet des Präsidenten Moraes beabsichtigt vielfache Veränderungen in Militär- und Civilämtern, sowie im diplo- matischen und Confulardienste vorzu- nehmen. Die Ernennung von Andres Canal Canti aus Albuquerque znm Chef der Polizei in Rio Janeiro hat bei allen Klassen der Be- völkerung großen Anklang gefunden. Der Expräsident Peixoto hält sich in einem Privathause aus. Einer Deputation, welche ihm ein Ehrenschwert überreichte, sandte er ein Schreiben, worin er sagte, daß er Alles, was in seiner Macht stand, gethan habe, um das Land vom Verderben zu retten. Er habe seinem Gewissen nach gehandelt, ohne sich um die Verleumdungen seiner Feinde zu kümmern; sein Verhalten, fügte er hinzu, habe sich streng innerhalb der ihm durch seiuen Amtseid vorgcschrie- bencn Grenzen gehalten, und er werde bis zu feinem Lebensende Brasilien seine Dienste widmen. Die von Peixolos Cabinet abgeschlossenen Contrakte mit europäischen Schiffsbauern für dcn Ban von Schlachtschiffen, zwei Kreuzern und sechs Torpedobölen, werden von der Negierung des neuen Präsidenten rückgängig gemacht werden. Lin Wächter überfallen. Lin wahnsinniger Sträfling schlägt den Wäch- ter nieder und bewerkstelligt seine Flucht. Chester, Jll., 17. Nov. Gestern Morgen um drei Uhr wurde C. I. Richards, ein Wächter in dem zum Zuchthause gehörigenJrrenhause, von einem wahnsinnigen Zuchthäusler, einem Neger Namens Thomas Cook, schwer verwundet. Cook halte sich den eisernen Fuß einer Badewanne verschafft und damit die Thür seiner Zelle aufgebrochen. Als Richards seineRunde machte, wurde er von Richards überfallen und erhielt mil dem eisernen Fuß einen schweren Schlag ans den Kopf. In dem sich daraus entwickelnden Kampfe erhielt er noch mehrere Schläge ans den Kopf, bis er bewußtlos zusammcnbrach. Der Sträfling versuchte daraus, durch ein Fenster seine Flucht zu bewerkstelligen, und es gelang ihm auch, zu entkommen, obgleich ihm Richards fünf Schüsse nachsandte, von denen jedoch keiner traf. Cook ist ein stark- gebauter Neger und war vor etwa einem Jahre wegen Mordes in das JolicterZucht- baus geschickt worden; von dort kam er, nachdem er für irrsinnig erklärt worden war, im letzten August nach Chester. Der Obstbau in Lalifornien. was der Lisenbahnstreik den Gbstzüchtern geschadet hat. SanFancisco, Cal., 17. Nov. Der Bericht der Staatsgartenbaubehörde enthält die Mittheilung, daß die calisor- uischcn Obstzüchter in Folge des Eisen- bahnstreikes über eine Million Dollars verloren baben und daß, wenn der Eisen- bahnstrcik nicht dazwischen gekommen wäre, der Sommer für die Obstzüchler der beste noch je dagewescne gewesen wäre. Die Verschickung von frischen Früchten nach London wird für unzweckmäßig er- klärt, so lange nicht die Absender billgere und bessere Beförderung erhallen können, obgleich die nach England gesandten Früchte einen guten Markt fanden. Die im Frühjahre 1894 mit Obstbäumen be- pflanzte Fläche, hat sich um siebzehn lau- send Acker vcrmebrt. Vermißte Personen. vier Ausländer in Mexiko abhanden gekom- men. Mexiko, Mex., 17. Nov. In der Liste der vermißten Ausländer ist jetzt noch Hermann Sleinmann, ein Architekt aus Los Angeles anzusühren, von welchem, seitdem er Californien verlassen hat, nichts wieder gehört worden ist. Außerdem werden noch vermißt, Arthur Adam, ein Maschinist und Elektriker; fer- ner ein bei der Zeitung „Railway Age" in Chicago Angestellter, dessen Namen nicht angegeben wird, und von dem man zuletzt in Simulco, Mex., gehört ha:, und Geo. W. Alexander, ein Engländer, welcher seit dem 1. September nicht gesehen worden ist. Pulvererplosion. Lin Mann wahrscheinlich tödtlich verletzt. S p r i n g f i e l d, Jll., 17. Nov. Gestern explodirte in Stearn's Kohlen- schacht ein fünfundzwanzig Pfund enthal- tendes Pulverfaß, und Nathan Kühl, wel- cher das Faß öffnete, trug dadurch so schwere Verletzungen davon, daß er schwerlich mit dem Leben davon kommen wird. Das Geyeinmiß der „Wiirger- gasse". Derßkörder der drei Mädchen immer noch aus freien Füßen. Lin geheimnißvoller Deutscher mit röthlichem Schnurrbart. Denver, Col.. 17. Nov. Der Mörder von Lena Tagger, dem deutschen Mädchen in No. 1911 Market Str., der Französin Marie Conlassoit in No. 1925, und der Japanerin in No. 1955, befindet sich immer noch auf freien Füßen. Daß die Mordthaten von einem Menschen begangen sind, welcher es besonders auf Frauen und Mädchen abgesehen hat, wird von den meisten Leuten als unzweifelhaft angenommen. Die Polizei ist dnrch sorg- fältige Nachforschungen zu derUeberzeugnng gekommen, daß alle drei Morde von ein und derselben Person begangen wurden. Gegen Demadh, welcher der Ermordung der Lena Tagger beschuldigt wird, liegen nach Ansicht des Hülfsdezirksanwaltes keine Beweise vor; ebenso wenig gegen Galloup, und in dem Falle der Japanerin lappl die Polizei noch völlig im Dunklen. Eine in der Nähe der Mordstätte in der „Würgergasse" wohnende Frau, machte eine Andeutung, die vielleicht zur Verhaftung des richtigen Mannes führen mag. In dem Zimmer der Japanerin war ein Chrysan- themum gefunden, und sie wurde zur Zeit gefragt, wer ihr die Blume gegeben habe, wollte jedoch nicht darauf antworten, wo- rauf der Vorfall auch bald in Vergessenheit zu gcrathen schien. Nach weiteren Nachforschungen in der „Würgergasse" wurde die Spur wieder ausgenommen, und es hatte beinahe den Anschein, als ob dieselbe Erfolg haben könnte. Seil den letzten zwei Jahren wohnt ein Deutscher in Denver, welcher eine wahre Manie für Frauen zu haben scheint. Der Mann war früher in einem Hotel beschäf- tigt, und wird als eine Person von mttt- lerer Größe, mit Hellem Haar, und röth- lichem Schnurrbart beschrieben. Während der letzten zwei Jahre hat er der Market Str. regelmäßig Besuche abgestallel; zu- weilen war er gul gekleidet, .zu anderen Zeiten trug er Arbeitskleider. Fast jede Person in der „Würgergasse" kannte ihn als einen sonderbaren, aber harmlosen Menschen, während Andere ihm ans- wichen, und sich vor ihm zu fürchten schienen. Als der Mann seine Stelle im Hotel ausgab, beschäftigte er sich mit Blumen- zucht, und dies erklärt seine Leidenschaft, die Frauenzimmer mit Blumen zu be- schenken. Am Sonntag Nachmittag wurde er mit einem Chrysanlhemnmstrauß in der Hand in der Nähe von No. 1957 in Market «L>tr. gesehen. Kurze Zeit darauf kam Kika Oyama, die Japanerin, mit einigen Chrysanthemums in der Hand aus die Straße und sagte auf Befragen, -aß sie die Blumen von einem Freunde erhalten habe. Derselbe Mann hatte sie sowohl, als auch Lena Tappcr und Marie Conlassoit früher bereits verschiedene Male besucht. Mehrere Riale soll dieser geheimuißvolle Deutsche bei der geringsten Veranlassung verschiedene Frauenzimmer in der Nähe der Mordstätte geschlagen haben, und ein- mal soll er gesagt haben, daß ihm 4100 ge- stohlen seien und daß er mit dem betreffen- den Frauenzimmer abrechnen werde. Alles dies wurde aus verschiedenen Quellen in der „Würgergasse" zu Tage ge- fördert; ob sich die Polizei aber auf der richtigen Fährte befindet, ist einstweilen noch sehr zweifelhaft, denn bis jetzt scheint es ihr noch nicht einmal gelungen zn fein, dcn Namen des geheimnißvollen Deutschen zu ermitteln, oder überhaupt zu wissen, ob sich derselbe noch in Denver befindet. Die städtischen Geheimpolizisten haben Frank Rock, einen französischen Canadier, welcher in der „AUey" Hutter der Market- straße wohnt, wo die drei Mordthaten be- gangen wurden, auf dcn Verdacht hin, der Würger zu sein, verhaftet. Rock stehtmit dem französischen Gesindel, welchesdie Markctstraße unsicher macht, in engster Verbindung. Man weiß nicht, welche Be- weise gegen ihn vorliegcn, außer der Thal- sache, daß er der Beschreibung einesManues entspricht, welcher zu der Zeit, als Ki-ka Oyama erwürgt aufgefuuden wurde, durchdie „Alley" lief. Rock war als „Mann für Alles" in den Windschatten an Markctstr. beschäftigt und ist verheirathet. Rache eines Mexikaners. Lr schießt seine ungetreue Frau fammt deren Buhlen nieder. Cordova, Mex., 17. Nov. Vor einem Jahre ließ sich ein Mann Na-mens Henry Hawley ans Tennessee mit seiner Familie auf einer Kasfceplanlage nieder. Dort verliebte er sich in eineMexikanerin, die Frau von Pedro Madron, und vor einigen Abenden brannte er mit ihr durch. Der betrogene Gatte verfolgte das Paar und brachte Beide um's Leben, worauf er sich den Behörden auskieferte. Aesselexplosion. Gebäude zertrümmert, und ein Mann tödtlich verletzt. Elwo od, Jnd., 17. Nov. Gestern Abend um 11 Uhr explodirte einer der Dampfkessel der elektrischen Be-leuchtungsanlage, nnd das Gebäude und der Schuppen der Straßenbahnwagen wur- den durch die Gemalt der Explosion zer- stört. Will Clark, einer der Angestellten, wurde durch umhergeschleuderte Trümmer tödtlich, und Fohr, der Führer eines elek- trischen Wagens, schwer verletzt. Aeine zweite Lolonialconferenz. London, 17. Nov. Die Beamten des Colonialamtes sagen, daß das Gerücht, daß eine zweite Colonial- conferenz abgehallen werden solle, auf Un- wahrheit beruht. Der Uerräther Dreifus. Die der Spionage beschuldigten bei- den Deutschen betheuern ihre Unschuld. Ls liegen aber schwerwiegende Beweise gegen sie vor. Paris, 17. Nov. Die „France" veröffentlicht heute eine Unterredung mit dem Kriegsminister Mercier, worin derselbe gesagt haben soll, daß aus dem KriegSministerium keine wich- tigen Dokumente abhanden gekommen seien, und daß durch die Hände des Capt. Dreifus vom Gcneralstabe, welcher sich jetzt unter der Anklage in Hast befindet, wichtige militärische Geheimnisse von Agenten von auswärtigen Negierungen ver- rathcn zu haben, nur Dokumente von un- bedeutender Wichtigkeit gegangen seien. Gestern fand das Verhör von Schoenbeck und v. Cassel statt, jenen beiden Deutschen, welche auf den Verdacht der Spionage ver- hafte: worden waren. Beide prolestirlcn gegen ihre Verhaftung nnd erklärten, daß sie nichts mit irgend welcher Verschwörung zu thun hätten. Die in ihren Wohnungen gefundenen Papiere beweisen aber klar, daß sie schuldig sind, nnd wahrscheinlich steht ihnen eine schwere Strafe bevor. Ergreifendes Wiedersehen. Lin Arzt in Illinois findet feine, ihm seit Jahren abhanden gekommene Mutter in einem Jrrenhause wieder. R och e ste r, N. A., 17. Nov. Im Staatshospitale in Rochester ereig- nete sich gestern eine ergreifende Scene. Einer der angesehensten Aerzte in Illinois wurde wieder mit seiner Mutter vereinigt, welche er seit Jahren als lodt anfgegeben Halle. Die Wiedervereinigung war das Werk des Dr. Howard und seiner Assistenz- ärzte. Vor vier Jahren beanspruchte eine Frau die Freeman Clark'schc Heimstätte als ihr Eigenthum, und befahl den Bewohnern, das Hans zu räumen. Sie gab ihren Namen als „Lady Alice Farndam" an und sagte, daß das Clark'sche Eigenthum seit Generationen ein Theil der Nachlasscnschaftdes Lord Farnham gewesen sei. Die Frau betrug sich so seltsam, daß sie verhaftet wurde. Nach vorgenommener Untersuchung ergab sich, daß sie geisteskrank war, worauf sic in das Hospital gebracht wurde. Auch dort bestand sie darauf, Lady Farnham und im Besitz großer Reichthümer zu sein. Endlich gelang es dem Dr. Ballingstone,die „Lady Alice", wie sie sich nannte, zu bewegen, an ihre Schwester zu schreiben. Der Brief war nach Nochester adresstrt, kam aber mil der Bemerkung aus der „Dead Letter Office" zurück, daß sich eine derartige Person nicht in der Stadt be- finde. Als dies der „Lady Alice" mitge- theilt wurde, sagte diese: „Das ist sehr sonderbar, denn ich weiß, daß meine Schwester kürzlich von Detroit nach Noche-ster umzezogen ist." Endlich also war eine Spur gesunden. Mau schrieb nach Detroit und erfuhr, daß die Frau eine Frau Alice Kelley sei, welche ihrem Sohne, einem Arztein Illinois, während einer Fabrl in einem Schlafwagen durch Cauada, entflohen war. Jetzt ist die Frau einem Jrreuasyl in Pontiac, Mich., überwiesen worden; die Familie wohnte früher in der Nähe von Detroit. - o Folgen des Lisenbahnstreikes. ZweihundertundfünfzehnFamilien dem Hun- gertods hahe. Denver, Col., 17. Nov. Nach sorgfältigen Nachforschungen hat ein Ausschuß berichtet, daß 215 Familien von Mitgliedern der „American Railway Union", dem Hungcrtode nahe sind, und daß sich 400 verheirctthclc Männer in Folge der von den Eisenbahnen gegen die Strec- ker vom letzten Sommer entworfenen schwarzen Liste, in Noth befinden. Wlexiko rüstet sich. Lin Transport- und ein Kriegsdampfer in England angekaust. Mexiko, 17. Nov. „El Tiempo" sagt, daß die Negierung in England einen Transportdampfer und einen Kreuzer zweiter Klasse gerauft habe. Außerdem wird die Regierung den Eapt. Carri Braitton iu einer geheimen Mission in's Ausland schicken, wahrscheinlich ange- sichts des drohendenKrieges mit Guatemala in Verbindung mit Flottcnbewegungeu. Widerhaarlge Polytechniker. Lie verweigern dem Lzaren den Treueid. London, 17. Nov. Aus Wien wird der Daily News gemel- det, daß ein Telegramm aus St. Peters- burg berichtet habe, daß sich die Studenten der polytechnischen Schule geweigert haben, dem Ezaren Nitolautz den Treueid zu leisten, well sie mit dem Prinzip der Monarchie nicht einverstanden seien. Mehrere Stu- denten sind verhaftet worden. Bereut ihren Leichtsinn. Nach noch nicht achttägiger Ehe eine Schei- dungsklage. Denver, Col., 17. Nov. Gertrudc Hulchins, die Enkelin des Commodore Hulchins, welche am letzten Montage nach zweitägiger Bekanntschaft mit einem Abenteurer Namens Clarence W. Clark dnrchbrannte und ihn heirathete, hat auf Anrarhen ihrer Verwandten bereits eine Scheidungsklage einreichcn lassen. Clark befindet sich unter der Anklage des Diebstahls in Haft. Große xeuersdrurist. Gewaltige Vorräthe von Spitzen verbrannt. Hunderte von Personen dadurch beschäftig- los geworden. Nottingham, England, > 17. Nov. s Die größte Feuersbrunst seit einem vier- tel Jahrhundert hat ein großes Geschäfts- geviert in dem Bezirke eingeäschert, in welchem hauptsächlich die Spitzenindustrie vertreten war. Das Feuer brach in dem Geschäft von Brown L Co. aus, welche große Vorräthe von Spitzen zur Versen- dung nach Amerika fertig liegen Hallen, die sämmtlich verbrannten. Der Verlust wird auf 4750,000 abgeschätzt; Hunderte von Arbeitern sind dnrch das Feuer be- schäftigungslos geworden. Des INordes angeklagt. Theilhaber eines Lynchgcrichts in Anklage- stand versetzt. Golden, Col., 17. Nov. Die Großgeschworenen haben Richard Sdepard, JohnKoch, John Richwein und Geo. Vogel, lauter wohlbekannte Bürger, wegen Bctheiligung an dem Lynchgericht gegen Alexander M. McCurdy, in der Nacht des 1. Juni, in Anklagestand ver- setzt. Die Anklage lautet auf Mord. McCurdy war wegen der scheußlichen Ver- stümmelung seines Stiefbruders Arthur Berrv, den er im Verdacht Halle, mit seiner Frau zu vertraut zu sein, zu dreijähriger Zuchthausstrafe verurtheilt worden. Wuß nach Denver zurück. Lin Diamantendieb wird von Milwaukee ab- geholt. Denver, Col., 17. Nov. Heute reist ein Polizist nach Milwaukee ab, um Pat. Crowe, den berühmten Dia- mantendieb zum Prozeß hierher zu bringen. Im letzten Februar batte er aus Chapin's Goldwaarengeschüst Diamanten im Werthe von 4600 gestohlen. Er gestand bei seiner Verhaftung den Diebstahl ein, wurde gegen Bürgschaft aus der Haft entlassen, und ließ dieselbe dann im Stich. Dummes Geschwätz. Das englische Labinct soll über eine Kriegs- erklärung mit Frankreich beratheil haben. Paris, 17. Nov. Das „Journal" veröffentlicht die un- wahrscheinliche Nachricht, daß die Minister, welche am 4. Nov. der britischen Cabinets- sitzung beiwohnten, über die Möglichkeit, Frankreich den Krieg zu erklären, bcratben hätten. Selbstmord. Lin achtzehnjähriger Jüngling erschießt sich. Vandalia, Jll., 17. Nov. Gestern hat sich in dem westlich von hier gelegenen Orte Highland der achtzehn- jährige Leo Litz, Sohn von Anion Litz, dem Maschinisten der „Highland Milling C0.," erschossen. Die Veranlassung zu der Thal ist unbekannt. Seinen Wunden erlegen. Am nächsten Mittwoch hätte er doch daran glauben müssen. H u n t s v i l l e, Tex., 17. Nov. Reason Forbush, der Neger, welcher bei dem Versuche, aus dem Gesängniß zu ent- fliehen, schwer verwundet wurde, ist seinen Wunden erlegen. Am nächsten Mittwoch sollte er wegen der Ermordung voll Gran- ville Hays, in Glasgow, Mo., im Jahre 1892, gehenkt werden. Städtisches. DasWetter. Optiker Kleine, 76 Washington Str., berichtet für Chicago die folgenden Bars- meter- und Thermometerstände: Um 8 Uhr Morg. 22 Gr., um 0 Uhr 24 Gr., um 10 Uhr 28 Gr., um 11 Übr 28 Gr., um 12 Übr 30 Gr. Barometerstand um 3 Uhr Morg. 29.20, 12 Uhr 29.35. Rubens' Resignation. Der Mayor hat dieselbe bereits offiziell angenommen. Mayor Hopkiits hat heute Mittag die Resignation des Corporattonsanwalts Ru- bens offiziell in einem längeren Schreiben für angenommen erklärt. Den Wortlaut der Antwort des Mayors aus das Resignations-Gesuch können wirunseren Lesern jedoch nicht mittheilen, da den Berichterstattern der Nachmillags- zeittingen keine Einsicht in das Schreiben gestaltet wurde. Selbstmord. George Hendcrson, welcher in selbstmör- derischer Absicht Gift genommen nnd gestern aus seiner Wohnung No. 79 S. Western Ave. nach dem County-Hospital gebracht wurde, starb heule Morgen um 4 Uhr da- selbst. Wegen Taschendiebstahls verwies Richter Doyle heute früh Charles Wilson unter 4300 Bürgschaft dem Criminalge- richt. Er soll dem No. 329 Troystraße wohnenden Nay White gestern Abend au der Madisoustraße und Ashland Ave. eine goldene Uhr aus der Tasche gestohlen haben. Theuere Bekanntschaft. Zwei Bauernfänger bestehlen George Gates uin r^ooo. George Gates, ein wohlhabender Land- mann aus Highland, Illinois, ist zwar an Erfahrungen reicher, dagegen aber an Gel- dern um so armer geworden, denn er hat sich von zwei geriebenen Bauernfängern, um nicht weniger als 44000 bringen lassen. Vor etlichen Tagen verkaufte er seine in Highland gelegene Farm um 44500 und wandte sich nach St. Louis, wo er sich in Zukunft aufzuhalten gedachte. Dort machte er die Bekanntschaft von zwei äußerst ele- gant aussehenden Männern, welche sich ihm angeschlossen und ihm nicht wieder von der Seite gingen. Sie waren beide sehr liebenswürdige Gesellschafter und verstan- den es dem arglosen Mann für sich zu ge- winnen. Er erzählte ihnen viel von sich und seinen Verhältnissen und bald halten sie auch erfahren, daß er 44,500 bei sich hatte. Infolge dessen lenkten sie das Ge- spräch bald aus geschäftliche Theina's und verrielhen Gates schließlich, daß sie in Lake View bei Chicago eilt wunderbares Stück Land hätten, welches sie gerne um 44000 verkaufen wollten. Es wäre für das Land ! gar kein Preis, es sei wenigstens das zehn- fache wcrth, doch brauchten sie augenblick- lich Geld und wären sie zufrieden, wenn sicso viel bekämen. Gates wurde aufmerk-sam und erklärte endcich, nach Chicago rei-sen zu wollen, um sich dasLand zu besehen. Seine beiden Bekannten begleiteten ihn natürlich. Als er das bczeichnete Land sah, beschloß er es sofort zu kaufen. Es wurden Kontrakte ausgeserligt die Gates bekam, während 44000 von dessen 44500, rn die Hände der beiden Freunde wander- ten. Letztere verabschiedeten sich von Gates, sobald der Handel abgeschlossen war und haben sich seitdem nicht wieder erblicken lassen. Erst nachdem sie geraume Zeit fort waren, entdeckte Gates, daß die Con- lracte höchst mangelhaft ausgestellt waren und so wurde ihm allmählig klar, das man ihn beschwindelt hatte. Er ging sofort nach der Centralsttttion und klagte dort dem Jnspcctor Shca sein Leid. Derselbe ist den Thätern jedoch bis jetzt noch nicht aus die Spur gekommen. Verlangen ihr Geld. Müssen sich aber noch gedulden. Etwa 150 entlassene, ehemalige Ange- stellte des Wasserröhren-Dcparlements ver- sammelten sich heute Vormittag gegen halb zwölf Uhr in dem Vorzimmer zu der Office des Mayors, in der Absicht, den Mayor aufzufordern, dafür zu sorgen, daß sie den ihnen zukommcnden, aber noch nicht aus- bezahlten Lohn für die letzten vierzehn Tage ihrer Arbeit erhielten. Mayor Hopkins befand sich zur Zeit in seinem Privalzim- mcr, er zeigte aber keineLust, denßcschwerde- führern entgegen zu gehen und ihnen zusagen, daß sie aus ihre Bezahlung noch warten müßten. Auf die Aufforderung einiger Polizisten, die aus Veranlassung der Angestellten der Mayors-Osfice hcrbcicitirt worden waren, zerstreuten sich die Beschwerdeführer wieder, ohne ihren Zweck erreicht zu haben. Ausgeliefert. Die von Lriminalgerichts-Llerk Schubert vor- enthalteuen Verhastsformulare als Klagen vor Richter Brentano eillgelraqcn. Heute Morgen erschien Criminalgcrichts- Clerk John C. Schubert vor Richter Bren- tano, um sich für die Verbergung der 40 Verhaftsbefehl-Formulare gegen betrüge- risch Ncgistrirle zu verantworten. Gc- richtsclerk Driscoll, welchem Schubert die Papiere übergab, erklärte, daß er an dem Tag, an welchem die Verhandlung statt- finden sollte, krank war. Die Papiere wurden ausgeliefert und als Processe an- hängig gemacht. Wit einem Bügeleisen verwundet Fr. Sncholski ihren Mann gefähr- lich am Kopf. Heute Morgen um 7 Uhr gericth Fred Sucholski, ein 40jähriger Pole, in der Fa- milienwohnungR0.232 O.North Ave., mit seiner Frau in streit. In dessen Verlauf ergriff die Ehefrau ein Bügeleisen und schlug es dem wuthentbrannlen Gatten aus den Kops. Der Verletzte wurde nach dem Alerianer Hospital gebracht, wo der behandelte Arzt die Kopfwunde als eine gefährliche bezeichuelc. Frau Sucholski wurde in Hast genommen. Beraubt. Unter der Anklage, den von Michigan nach Wisconsin durchreisenden E. L. Stewart in der Nähe des Northwestern- Bahnhofcs an Wells- und Kürzte Straße mit freundlichen Redensarten angesprochen und in seiner Wirlhschast, 130 Eric Str., um 4125 beraubt zu haben, wurde John Higgins heute Morgen von Richter Kersten vorläufig unter 41000 Bürgschaft gestellt. Der Fall wurde auf den 27. November ver- schoben, um der Polizei Zeit zu geben, den Spießgesellen Higgins, welcher entkam, drngfest zu machen. Line „Lhange of Venue". Die Pullman Lo. erhält eine Verlegung ihres <Buo-!varranto-prozesses nach Richter Baker's Gericht bewilligt. Richter Gibbons gewährte heute Vor- mittag den Anwälten der Pullman Co. in dem gegen die letztere anhängig gemachten „Quo - Warranto" - Verfahren eine Ver- legung des Prozesses zu dem Richter Baker. Richter Gtbbons bestreitet in seinen Aus- führungen zwar das gesetzliche Recht der Pullman-Gescllschaft, eine Verlegung des Prozesses zu verlangen, erklärt aber, daß er das Gesuch auf die Angabe der Anwälte Pullman'S, daß sie ihn für nicht unpar- teiisch in der Angelegenheit halten, hin ge- währe. Wahlschläqereien. F. w. Boehn um rfOO gestraft. Frei- sprechung von drei Andren. George McGuire wegen Nordanqriffs auf L. M. Diron unter rsooo Bürgschaft gestellt. Heute Morgen kamen vor Richter Kcrstcn die Anklagen gegen John Heavey, F. W. Boehn, John Mancy und Peter M. Heine zur Verhandlung, welche von Ald. Thomas H. Currier angeklagt waren, ihn bei der Wahl im 17. Precincl der 24. Ward auf dem Slimmplatz Ro. 113 Illinois Str. angefallen und mißhandelt zu haben. Rach dem Zeugniß des Polizisten James F. Abbey, des Polizisten McGrath, Frank Gilberts, 16 Walton Place, ein Redacteur des „Inter Occan", E. C. Dewitl, 525 Dearborn Str., und anderen Zeugen, um- gab eitie Menschenmenge von siebenhundert Personen den Sttmmplatz. Eine gewisse Bande drängle auf Aldcrman Thomas H. Currier zu. Derselbe wies einen in gelbes Leder eingenählen und euien in schwarzem Leder vernähten Todtschläger vor, den er seinen Angreifern abgenommcn hatte. In seinem Zeugniß wußte er nicht zusagen, wer jene Angreifer waren. Zur Zeit dieseSVorganges wurde derPalrouille- wagcn der O. Chicago Ave.-Sialion ge- rufen und die oben genannten Angeklagten verhaftet und nach der Station gebracht, wo sie bis heute Morgen fcstgehaltcn wur- den. Frank Gilbert und James F. Abbey be- zeugten, daß F. S. Boehn die Aid. Curriet mit der Faust in den Racken schlug, und obwohl Boehn die den Angriff ableugnele, erhielt er von Richter Kernen eine Strafe von 4100 zudictirt. Gegen die drei andern Angeklagten war kein belastendes Beweis- material vorhanden und sie wurden srci- gcsyrochen. Für die letzteren drei traten I. B. Hesse, No. 118 Indiana Str., und Frank Ellin- ger, 147 Illinois Str., als Zeugen auf und berichteten, daß die in dem Gedränge Ein- gekeilten hin itnd her gehoben wurden und daß man Hcavey, Mooney und Heine keine Absicht Nachweisen könne, zu dem Ald. Currier vorzudringen versucht zu haben. George McGuire, welcher als fünfter unter der Anklage steht, den brutalen An- griff auf den republikanischen Challenger E. M. Dixon in dem Slimmplatz 113 Illinois Str. milgemacht zu haben, wurde unter 45000 Bürgschaft gestellt. Gegen John Mooney, welcher ebenfalls der Bethciligung an diesem Angriff beschuldigt war, lag kein Bewcismaterial vor und er wurde freigesprochen. Line neue Fabrik. Oie „Davis Zc Rankin Lo." wird eine solch in Harvey bauen, die nahezu rsoo,ooo kosten soll. Wiederum wird unser Vorstädlchen Harvey durch ein großes Fabrik-Etablisse- mcnl bereichert werden. Die „Davis <L Nankin Co." bat nämlich, seit ihre einzigen Conkurrenlen, die „Sinclair-Scolt Mfg. Co." in Baltimore und die „Baker Mfg. Co." in Muscatine, lowa, bankerott ge- macht haben, in Harvey eine neue, weit größere Fabrik, als sic bisher an der Lake- und Pcoriastraßc halte, zn bauen. Dieselbe wird nahezu 4500,000 kosten und eins der bedeutendsten Etablissements seiner Art in der Welt werden. Die Firma stellt alle Maschinen und sonstigen Gegenstände her, die zur Ausrüstung von Conservc-, Käse- und Butlerine-Fabriken gehören. Wie be- deutend die Firma schon jetzt ist, wird am besten durch die Thalfache bewiesen, daß sie im vergangenen Jahre die Ausstattung für über 1200 oben erwähnter Fabriken lieferte und gezwungen war, eine ganze Anzabl von Bestellungen abzuweisen, weil sic sie nicht aussühren konnte. Die Capacität der neuen Fabrik wird eine bedeutend erhöhte sein und über 1000 Leute werden in ihr lohnende Beschäftigung finden. Als Bauplatz für die neue Fabrik hat die Firma zwölf Acker Land an der Commercial Ave., zwischen der 156. nnd 157. Straße, angekaust. Das Etablissement wird aus fünf Haupt- und mehreren kleinen Gebäu- den bestehen. Das Haupt-Fabrikgebäude bekommt einen Flächeninhalt von 250x600 Fuß. An dieses reiht sich au zweites an, in dem die Holzarbeiten gemacht werden, das einen Flüchenraum von 100x310 Fuß bekommt, eine Dampfkesselwerkstälte lOOx 300 Fuß, eine Gießerei 100x200 Fuß, Trocken- und Constructionsraum 100x200 Fuß und ein Maschinenraum 40x60 Fuß. Außerdem ist in den Plänen, die bereits fertig sind, eine Versandt-Plauform an- gegeben, die eine Breite von 60 und eine Länge von 540 Fuß bekommen soll. Das Grundstück liegt nahe den Schienen der Illinois Central, Chicago L Grand Trunk, Calumet Terminal und anderer Bahnen. Von allen diesen werden Seiten, schienenstränge nach der Versaudt-Plall-sorm gelegt werden. Unter 450,000 Ivird Aug. Mogge wegen eines angeblichen Mordangriffs gestellt. August Mogge und Ernst Jackmann ge- rielhen gestern Abend in der Schmiede- Werkstatt des letzteren in Streit, während dessen Verlaus Mogge angeblich Jackmann mit einem Schmiedehammer über den Kops schlug. Infolgedessen liegt Jack- mann augenblicklich in bedenklichem Zu- stande im County - Hospital darnieder. Mogge wurde heule früh unter der Anklage des Mordangriffs vor Richter White ge- führt und von diesem bis zum 20. d. M., da er verhört werden soll, unter 410,000 Bürgschaft gestellt. Viehinurkt. Schweine besserer Qualität sind um 5 Cent lheucrcr. Schwere brachten4.45G4.90, leichte 4.00<a4.50, durchein- ander 4.15(«)4.75. Rindvieh und Schafe fest. Zufuhr 22,000 Schweine, 4.000 Stück Rindvieh, 7,000 Schafe.

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