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Abendblatt Newspaper Archives Nov 16 1894, Page 1

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Abendblatt (Newspaper) - November 16, 1894, Chicago, Illinoisvon der Illinois Staats-Aeitungs-To. Chicago, Freitag, 16. November 1894. Preis 1 Lent. 47. Jahrgang. Blc>. 273. Uebevvlick Und Kurzgefaktes. Der Wettermann prophezeit uns für heute Abend und morgen Kälte. Starker Luftzug aus Nordwesten. Auf der hiesigen Börse gingen dieAZeizenpreise etwas in die Höhe, behaupte- st sich aber nicht; der Maitcrmin stieg auf61, wich auf 60« und stieg wieder auf 60Z. Mais brachte per Mai 50§, dann 50, und siegen Mittag 50;. Hafer wurde mit im Maitcrmin nolirt. Schweine-fleisch mich von 12.45 auf 12.222 und stieg Wieder auf 12.27-l, Schmalz wich auf ?-15, Rippchen auf 6.171. Ein chinesischer General ist heutewegen Feigheit enthauptet worden. Der .Kamps um Port Arthur soll auf's Neue entbrennen. Eine weichende Stimmung herrschte auf der New Bvrker Börse und um Z(a)1( Prozent niedrigere Preise wurden verzeich- net; auch zu-Mittag hielt die weichendeStimmung noch an. Ein japanischer Ministerrath soll morgen abgehalten werden, um den Ver- mittelungsantrag der Ver. Staaten in Er- wägung zu ziehen. Die Polizeichefs der großen Städte von Illinois wollen am 27. November in Au- rora eine Versammlung abhalten, auf welcher wahrscheinlich ein Vorschlag zur Annahme gelangen wird, dahingehend, daß die Legislatur ein Gesetz annimmt, welches die Verwaltung der Polizei einer unpar- teiischen Behörde unterstellt. Eine einflußreiche Persönlichkeit muß der Staatsmann O'Malley sein. Er hat nicht nur sich selbst mit einem halben Dutzend Aemter versehen, sondern auch da- für gesorgt, daß mehrere Dutzend Vettern, Basen, Brüder und Schwäger Unter- schlupf in der städtischen Verwaltung fan- den. Odachträglich hat Coroner McHale Eolliander's Leiche noch einmal unter- suchen und die Kugel, welche dessen Leben ein Ende machte, finden lassen. Sollte diese Kugel zufällig aus einem 38 kalibri- gen Revolver gekommen sein, dann hat sie möglicherweise Polizist Michaels abge- schössen und die verfolgten Mitglieder des Market Str.-Gang können sich wieder an'sTageslicht wagen. Telegraphische Depeschen. Eine nette Gegend. Mas den Bürgern des Staates f. Georgia bevorstehen könnte. Temperenzlerische Bestrebungen. — Atlanta, Ga., 16. Nov. Bei der Organisation der jetzigen Gesetz- gebung ernannte der Sprecher Fleming Leute zu Mitgliedern des Temperenz-Aus- schusses, welche als entschiedene Feinde des Handels mit Spirituosen bekannt waren. Dieser Ausschuß hat beschlossen, m seinem Berichte die Annahme der unter dem Na- men „Bush Bill" bekannte Gesetzvorlage zu empfehlen. Darin heißt es, daß es für jeden Bürger des Staates Georgia ein Criminalvergehen sein soll, sich mit dem Verkauf von Schnaps zu beschäftigen. An Stelle der jetzigen Gesetze über den Schnaps- verkauf soll in jedem County im Staate eine Verkaufsstelle errichtet werden, über welche ein Verantwortlicher Mann die Auf- sicht erhält, der über den verkauften Schnaps genaue Rechnung zu führen hat. Ferner schreibt jene „Bush Bill" vor, daß ein Staatsinspektor ernannt wird, welcher allen zum Verkauf ausgebotenen Schnaps zu prüfen hat. Dieser Beamte soll die um- fassendsten Vollmachten erhalten und das Recht haben, in jedes Haus einzudringen, um Nachforschungen anzustcllen und ein- geschmuggelte Maaren zu vernichten. DerKriegsdarnpfer „Esmeralda" Derselbe macht heute eine Probe- fahrt. lvenn dieselbe gut ausfällt, wird er sofort nach Yokohama abgehen. Valparaiso, Chile, 16. Nov. Der Kriegsdampfer „Esmeralda" hat den Trockendock verlassen und mit feinem neuen Befehlshaber, dem Capt. Garin und dem Consul von Ecuador an Bord, eine Probefahrt angetreten. Wenn die- selbe befriedigend ausfällt, wird das Schiff eine andere Flagge erhalten und den neuen Eigenthümern übergeben werden. Es wird den Namen „Balu" erhalten und so- fort die Fahrt nach Yokohama antreten.auf welcher es mehrere Häsen anlaufen wird. Selbstmord eines Geistlichen. Derselbe hatte seit 65 Zähren seines Amtes gewaltet. Middlesboro, Ky., 16. Nov. Der Pfarrer Richard Carroll, ein an- gesehener Baptistenprediger, hat sich in der Nähe von Maynorville erhängt. Er war 89 Jahre alt und hatte feil 65 Jahren ge-predigt. Einen Aopf kürzer gemacht. IVie in China feige Generäle behandelt werden. London, 16. Nov. Eine Speziaedepesche von Shanghai sagt, daß General Wei, einer der Befehlshaber in der Schlacht bei Ping Ban, in welcher die Chinesen mit schwerem Verluste ge- schlagen wurden, heute wegen bewiesener Feigheit enthauptet worden ist. Hinrichtung durch Elektrizität. Erfahrungen eines Mannes, durch dessen Körper ein Strom von ((600 Volten ging. Derselbe lebt heute noch, und befindet sich sehr wohl. New B » rk, 16. Nov. Die Möglichkeit, daß Verbrecher, welche vermittelst Elektrizität hingcrichtet sind, wieder in's Leben zurückgcrufen werden können, hat Aerzte und Elektriker in New Bork veranlaßt, der Sache ihre Aufmerk- samkeit zu schenken. In Pittssicld, Mass., lebt ein Mann durch dessen Körper ein elektrischer Strom von 4600 Volten ging, welcher allem An- schein nach sieben Minuten ganz todt war, und heute nicht allein noch lebt, sondern sich auch sehr wohl befindet. Er verdankt sein Leben dein Rathe des Dr. d'Arsonval in Paris, welcher vor einigen Monaten sagte, daß eine Person, die einen schweren elektrischen Schlag erhalten hat, ebenso wie ein anscheinend Ertrunkener zu behandeln sei. Der Amerikaner, welcher Nutzen aus dieser Idee des Franzosen zog, ist James E. Cutter, der Betriebsdirektor der Ver- suchsabtheilung der „Stanley Electric Manufacturing Company" in Pittsfield, Mass. Am 23. Oktober berührte Cutler, wäh- rend er bei der Arbeit war, zwei Leilungs- drähte, welche einen Strom von 4600 Volten führten, und wurde sofort bewußt- los nicdergestreckt. Charles W. Price, der Herausgeber des hier erscheinenden „Electrical Review" hat von Cutter ein Schreiben erhalten, worin er seine Erfahrung fchiloert. „Ich untersuchte einen Transformator, welcher einen Strom von 4600 Volten hatte, sagte Cutler, und während ich damit beschäftigt war, geriethcn die Daäbte in ineine Hände, und ich erhielt einen Schlag durch den ganzen Körper. Einen Augenblick hatte ich das Gefühl, als ob ich an den Armen niedergezogen würde, und dann wurde Alles um mich her schwarz."„In diesem Zustande blieb ich, wie mir später mitgetheilt wurde mehrere Minuten. Während dieser Zeit wurden Versuche ge- macht, nach der vom Doktor d'Arsonval empfohlenen Methode mein Athmungs- vermögen wieder herzustellen. Für die Dauer von sieben Minuten war kein Puls- schlag bemerkbar, und allen Anzeichen nach, war ich todt." „Dann begann langsam, das Bewußtsein zurückzukehren, und ich konnte in unzu- sammenhängcnder Weise Bemerkungen über den Vorfall machen. Als ich die Augenzuerst wieder aufschlug, konnte ich nur einen großen schwarzen Fleck sehen, welcher sich allmählich verkleinerte, und schließlich ver- schwand. Eine halbe Stunde später konnte ich mich jedes Vorfalles vor und nach der sieben Minuten langen Unterbrechung, welche in einem völlig schmerzlosen Zu- stande bestand, auf das genaueste erinnern." „Der Unfall ereignete sich um zehn Uhr morgens; während des Tages verbielt ich mich ganz ruhig, aber am nächsten Tage, war ich wieder wie gewöhnlich thätig. Ich habe auch nicht die geringsten Folgen ge- spürt, außer von den Brandwunden, von denen eine bis auf den Knochen ging." -» Ein junges Mädchen vermißt. Man vermnthet, daß dasselbe Selbstmord beging. Quinch, Jll., 16. Nov. Seit dem letzten Dienstag Abend ist die achtzehnjährige Edith M. Duvall abhanden gekommen und bis jetzt ist es noch nicht gelungen, die geringste Spur von ihr auf- zufinden. Ihr Vater erinnert sich jetzt, daß sie bei verschiedenen Gelegenheiten bei Spaziergängen am Flußufcr die Bemer- kung machte, daß gewisse Plätze sich wegen der Tiefe des Wassers prächtig zum Selbst- morde eigneten. Die Annahme, daß die Verschwundene Selbstmord beging, wird noch durch die Thaksache verstärkt, daß sich ihre sämmtlichen Schmucksachen, sowie ihre Geldtasche, in welcher sich Geld be- fand, in ihrem Zimmer befanden. Vor kurzem starb Walter Abbott, ein Freund von ihr, und Frau Duvall erklärt, daß sich Edith dessen Tod sehr zn Herzen nahm und glaubt, daß ihre Tochter sich selbst das Leben genommen hat. Eine schlimme Nacht. Winnipeg schwer durch Feuersbrünste ge- schädigt. Winnipeg, Man., 16. Nov. Zwischen Mitternacht und 6 Uhr wurde die Feuerwehr von Winnipeg nicht weniger als fünf Mal alarmirt. Der „Western Canada Block", an der Ecke der Mainstraße und Portage Ave., wurde nebst den Ge- schästslädcn von „Wrigbt Bros. L Mit- chell", welche sich in demselben befanden, vollständig eingeäschert. Der Verlust be- trägt H85,000. Auch das Grand Union Hotel an Princeßstraße nebst mehreren benachbarten Häuser und Geschäften brann- ten nieder; der dadurch ungerichtete Scha- den beläuft sich auf H125,000. Alan glaubt, daß diese letztere Feuersbrunst das Werk von Brandstiftern war, da sie in bis jetzt unaufgeklärter Weise entstand, wäh- rend das erste Feuer noch nicht gelöscht war. Aort Arthur. Ein Angriff auf die Festung hat heute joder gestern stattqefunden. Bokohoma, 16. Nov. Laut Depeschen von der gegen Port Ar- thur operireuden japanischen Armee wird derFeldinarschall Oyama die Festung heute augreifen, oder hat ein Angriff bereits gestern stattgcfunden. Die chinesische Ar- mee in Port Arthur soll 16,000 Mann stark fein. Die neuen Briefmarken. Die alten Marken sollen eingezogen und durch neue ersetzt werden. !vie gewaltig der verbrauch derselben ist. Washington, 16. Nov. Die Beamten der Regierungsdruckerei sind der Ansicht, daß die Klagen über die neuen Briefmarken nicht ganz gerechtfertigt sind. Claude M. Johnson, der Vorstand der Druckerei, giebt zu, daß ein Theil der- selben nicht gerade sehr gut gerathen ist, erklärt jedoch, daß jetzt nach dreimonatlicher Erfahrung so gute Arbeit geliefert wird, als die „American Bank Note Company" nach zwanzigjähriger Erfahrung lieferte. „Selbstverständlich war es mit einigen Schwierigkeiten verknüpft, sagt Johnson, die neuen Arbeiter erst mit der Art und Weise der Herstellung der Briefmarken ver- traut zu machen, aber alle Schwierigkeiten sind überwunden, und das Fabrikat ist jetzt ein durchaus befriedigendes." „Wir haben alle Marken, welche zurückgesandt wurden, eingelöst und sind bereit, irgend welche Marken, die unbrauchbarerscheinen, umzu- tauschen." Die „American Bank Note Company", erklärte Johnson, hatte stets einen großen Vorrath von Marken, so daß sie im Stande war, sümmtliche von ihr gedruckten Markenso lange aufzubewahcen, bis sie völlig trocken waren und benutzt werden konnten. Wir jedoch mußten eine Zeit lang die Mar- ken versenden, sobald sie fertig waren, und ehe die Arbeiter mit dem Herstellungspro-zesse derselben völlig vertraut geworden waren. Die Folge ist, daß jetzt viele Marken der ersten Sendungen zurück- geschickt werden. Johnson ist überzeugt, daß die jetzt zur Versendung fertigen Briefmarken ebenso vorzüglich hergestellt sind, wie die Bank- noten und die Steuermarken, welche der Druckerei einen Weltruf verschafft haben. Der Verbrauch von Briefmarken beträgt in zwanzig Tagen in den Ver. Staaten etwa zweihundert Millionen Stück. Die alten Briefmarken aber werden so schnell als möglich eingezogen und durch neue er- setzt. Streik beabsichtigt. Derselbe droht in der Eokegegend auszubrechen. Die Arbeiter verlangen besseren Lohn. Uniontown, Pa., 16. Nov. Der Streik in der Eokegegend, von wel- chem die Rede war, ist noch nicht ein- getreten, aber Davis, der Präsident der Grubenarbeiter in jenem Bezirk, sagt, daß sich die Leute fest organisiren und daß ein Streik nur dadurch abgewendet werden kann, daß die Eigenlhümer die Cokepreise erhöhen und zu gleicher Zeit den Lohn der Arbeiter aufbessern. Der britische Gesandte in Peru. Derselbe macht die peruanische Regierung für den Angriff auf das britische Schiff „Seren" verant- wortlich. Valparaiso, Chile, 16. Nov. Der britische Gesandte in Peru hat Hülse verlangt, und hat gegen den Angriff auf das britische Schiff „Seren" in Sala- veri, welcher Anfangs dieses Monats statt- fand, Protest erhoben. Die peruanische Regierung behauptet, nicht dafür verantwortlich zu sein, da der Angriff von Rebellen stattfand. Der britische Gesandte hat gedroht, das Land zu verlassen, und sich an Bord eines Kriegsschiffes zu begeben. Die Ankunft eines britischcnGeschwaders wird binnen Kurzem erwartet. Der Lx-Aräsident von San Salva- dor. Derselbe wird wahrscheinlich als Offizier in die mexikanische Armee eintreten. Mexiko, Mex., 16. Nov. Antonio Ezeta, der flüchtige Ex-Präsi- dcnt von San Salvador, ist gestern Abend nach San Francisco abgereist. Er wird innerhalb der nächsten zwei Monate mit seinen zwei Töchtern zurückkehren, die sichjetzt in den Ver. Staaten befinden und mit mit ihrem Vater, welcher wahrscheinlichals Offizier in die mexikanische Armee ein- treten wird, in Mexiko ihren dauernden Wohnsitz nehmen werden. Versuchter Meuchelmord. Drei Schüsse auf einen Berichterstatter abge- fcuert. Greenfield, Jnd., 16. Nov. Gestern Abend wurde ein glücklicherweise erfolgloser Versuch gemacht, Samuel S. Boots, einen Arzt und zu gleicher Zeit Berichterstatter einer hiesigen Abendzeitung, zu ermorden. Es wurden drei Schüsse inden Setzersaal der Zeitung abgefeuert, und es ist als ein wahres Wunder zu betrachten, daß der Doktor dem Tode entging. Die Veranlassung zu dem meuchlerischen An- griffe ist nicht bekannt, unv auch von dem Thüter hat man bis jetzt noch keine Spurgefunden. Heftiges Schneegestöber. Dasselbe droht dem Vieh gefährlich zu werden. Omaha, Neb., 16. Nov. Im ganzen nordwestlichen Nebraska herrscht heftiges Unwetter, welches in einen regelrechten Blizzard auszuarten droht. Die Viehzüchter sind um ihre Heerden be- sorgt, da das Thermometer stetig herunter- gehl. Dr. Parkt,Ulst über Byrnes. — »— Sein Artheil über den Aolizeichef nicht gerade sehr günstig. Demnach ist derselbe ebenso schlau als nieder- trächtig. Ncw York, 16. Nov. Dr. Parkhurst hat heute in Lakewood über den Polizeichef Byrnes folgende Be- merkungen gemacht: „Nach meiner Erfah- rung mit der Polizei, und besonders mit dem Polizeidirektor Byrnes während der letzten drei Jahre, bin ich zu der Ueberzeu- gung gelangt, daß als moralischer Faktor sich in keinem Manne der Geist, welcher die Polizei zu dem lasterhaften und gewissen- losen Körper gemacht hat, welcher derselbe jetzt ist, in so vorzüglicher Weise offenbart. Er war während dieser Zeit das voll- ziehende Haupt des Departements, und unter seiner Leitung wurde der Gipfel der Zügellosigkeit und Niedertracht erreicht, welcher dasselbe, wie bewiesen worden ist, kennzeichnet. Byrnes hat wenn es ihm gerade in den Kram paßte, hinreichend Gutes geleistet, um seine Fähigkeit darzu- thun, war aber auch stets so vorsichtig, dieselbe zur Verdeckung von strafwürdigen Vergehen zur Geltung zu bringen." Als Parkhurst gefragt wurde, ob er glaube, daß Byrnes sein Amt als Polizcichef niederle- gen werde, antwortete er: „Nie und nim- mermehr, oder er müßte dazu gezwungen werden." Am Vorabend einer Revolution. In Buenos Aires spitzt sich Alles darauf zu. Lin Zusammenstoß jeden Augenblick er- wartet. Buenos Aires, 16. Nov. Soldaten patrouilliren durch die Straßen und jeden Augenblick wird ein Zusammenstoß erwartet. Präsident Saenz Pena bat sein Resig- nationsfchrciben fertig, dasselbe aber noch nicht eingereicht. Ein Cougreßausschuß hat ihn aufgeforderl, nicht zu resigniren, und versprochen, ihn mit einer Mehrheit zu unterstützen. Noca befindet sich mit seinen Freundenin Berathung, und cs heißt, daß ihn die Truppen, welche hier in Garnison liegen, unterstützen werden. Der Vice-Präsident hat seine Resignation eingereicht. Das Ministerium droht zu resigniren. plötzlicher Tod eines alten An- siedlers. Derselbe hatte ein halbes Jahrhundert in dem Lounty gewohnt. Racine, Wis., 16. Nov. Gestern Abend wurde Alvin Barrows. einer der ältesten Ansiedler in Racine County, auf seiner Farm in der Ortschaft Borkville als Leiche aufgefunden. Er War-ans dem Hause gegangen, um irgend eine Arbeit zu verrichten, und nicht zurückgekom- men. Durch den Jnquest wurde ermittelt, daß er einem Schlagaufalle erlag. Barrows wohnte seit einem halben Jahrhundert im County und erreichte ein Alter von 67 Jahren. Schwere Beschuldigung. Sin bekannter,,Sport" des gemeinen Dieb- stahls angeklagt. Fort Wahne, Jnd., 16. Nov. Harry Hamil, welcher früher Eigenthü- mer von zwei Wirlhschaften in Fort Wahne war, wurde gestern Morgen wegen der Be- raubung einer Geldschublade um H2OO in Haft genommen. Die Polizei behauptet, unumstößliche Beweise gegen ihn in Hän- den zu haben. Hamil ist unter den Sport- leuten in den ganzen Ver. Staaten eine bekannte Persönlichkeit, und hat eine Vor- liebe für Diamanten; seine Spielzimmer waren kürzlich von der Polizei geschlossen worden. Vom Aönige empfangen. Der amerikanische Gesandte gestern vom Kö- nige von Siam empfangen. B ang ko k, Siam, 16. Nov. Gestern Abend wurde der amerikanische Gesandte, John Barrett, vom König von Siam in feierlicher Audienz empfangen. Die Gesundheit des Königs bessert sich von Tag zu Tag mehr. Aus Gstafrika. Heftige Kämpfe zwischen Europäern und Somalis am Tana. London, 16. Nov. Laut Postnachrichten aus Witu, in Ost- afrika vom 15. Oktober, haben am Tana zwischen 200 Somalis und fünf Euro- päern, welche 25 Eingeborene bei sich hat- ten, heftige Kümpfe stattgefunden. Eine bedeutende Anzahl Somalis verloren dabei das Leben. Schiffsnachrichten. In der Nacht anqekommen: Bremen—„Lahn" von New York. Liverpool—„Ohio" von Philadelphia. Glasgow—„Grecian" von New York, „Prussian" von Boston. Hamburg—„Chiroska" von NewOrleans (vor dem 15. Nov.), „British Prince" von Port Royal. Hüll—„Buffalo" von New Bork. Queenstown „Germanic" von New Aork. London—„Manitoba" von New Bork. Boulogne—„Rotterdam" von New Bork. Heute gemeldet New Uork: Aller von Bremen, Schiedam von Amsterdam. Städtisches. DasWettevr Optiker Kleine, 76 Washington Str., berichtet für Chicago die folgenden Baro- meter- und Thermometerstände: Um 8 Uhr Morg. 38 Gr., um 9 Uhr 40 Gr., um 10 Uhr 42 Gr., um 11 Uhr 42 Gr., um 12 Übr 46 Gr. - Barometerstand um 8 Uhr Morg. 29.20,12 Uhr 29.35. Schlechte Aussicht Für den Bau eines permanenten Blattern- Hospitals. Für die Verwirklichung des Planes des Gesundheitsamtes, ein den Anforderungen einer Großstadt wie Chicago entsprechendes permanentes Blatternhospital zu errichten, sind die Aussichten augenblicklich ungünsti- ger, als sie je vorher gewesen find.* Ein dem Stadtrath unterbreitetes Gesuch tun Bewilligung der zu dem Bau nöthigen Summe von etwa H250.000 wurde be- kannlich an das Finanzcomite verwiesen, welches bisher in der Angelegenhsir noch nichts gethan hat, und auch in Anbetracht der gegenwärtigen Lage, in welcher sich die Stadt befindet, Wohl kaum etwas thun kann. Um so schlimmer ist dioses, als die Blattern bereits wieder beginnen, um sich zu greifen. In diesem Monat sind bereits 21 Fälle von Blatterncrkrankungen zur Kenntnitz der Gesundheitsbehörde gekom- men, und cs sind Aussichten vorhanden, daß die schreckliche Krankheit mit dem Ein- tritt größerer Kalte weiter um sich greifen wird. Das neue Blatternhospital, das jetzt wenigstens in diesem Jahre nicht mehr zu Stande kommen wird, Hütte längst fertig sein können und das dazu nöthige Geld hätte längst bewilligt sein können. Jetzt ist kein Geld vorhanden, und die Blattern drohen, vielleicht noch stärker aufzutreten, als im letzten Winter. Spiele nicht mit Schießgewehr. John McGuire von Alexander Escheman durch Zufall tödtlich verwundet. Als Opfer fahrlässiger Spielerei mit Revolvern liegt jetzt der 17jährige John McGuire im Hause seiner Eltern, No. 4008 Armour Ave., schwer verwundet dar- nieder und Derjenige, der ihm die wahr- scheinlich tödtliche Wunde beibrachte, Alex- ander Escheman, ist vorläufig in der Poli- zeistalion der 50. Straße in Haft. Alex- ander ist 16 Jahre alt und lebt bei seinen Ellern in -dem Hause 4029 Armour Ave. Die beiden Jungen waren unzertrennliche Freunde und Spielgefährten. Gestern machte McGuire den Vorschlag, „Buffalo Bill" zu spielen und er gab Escheman fol- gende Instructionen: „Ich werde Dir nun zunächst zeigen, wie der Indianerhäuptling „Spotted Heart" den General Custer töd- tete. Ich richte meinen Revolver gegen Deine Brust, Du schlägst den Lauf mit der einen Hand in die Höhe und mit der ande- ren richtest Du Deinen Revolver gegen mich." Das Programm wurde auch so ausge- führt, als aber Escheman auf McGuire zielte, ging der Revolver zufällig los und die Kugel drang McGuire dicht unter dem Herzen in die linke Seite. Erhalten endlich ihr Geld. Die Angestellten des städtischen Departe- ments für den öffentlichen Dienst erhielten gestern endlich ihr Gehalt für den Monat Oktober ausbezahlt, auf das sie seit zwei Wochen ungeduldig gewartet hatten, und auch die. entlassenen Polizisten erhielten ihr bis zum Enllasfungstage fälliges Ge- halt voll ausbczahlt. Die Polizisten und Feuerwehrleute wer- den sich aber wegen der Ebbe in der Stadt- kasse noch eine Zeitlang gedulden müssen, sie werden ihr Gehalt noch entweder in Baar oder in Scrips erhalten, bevor der Comptroller Ackerman seinem Nachfolger Platz machen wird. Herr Ackerman ist immer noch der Ansicht, daß die Veraus- gabung von Zahlungsanweisungen seitens der Stadt das beste Mittel sei, um dieselbe aus ihrer Finanzklcmme zu ziehen. Fragt Euren Grocer nach „Tbe Heißler L Junge Co.'s" „Quaker Brod", das schmackhafteste „Home Made Brod", das je von einer Bäckerei geliefert wurde. Oolizeichef Brennans Alan. Die für gestern Abend erwartete Mas- senentlassung tm Polizeidepartement hat noch nicht stattgesunden und sie wird wahr- scheinlich auch nicht stattfinden. Wenn der Polizeichef es nämlich irgend möglich ma- chen kann, werden die Ausgaben des Poli- zeidepartemenls dadurch auf das ein Etat festgesetzte Maß herabgeschnitlen werden, daß nur solche Polizisten entlassen werden, gegen welche begründete Klagen vorliegen, und daß im klebrigen zeitweilige Beurlau- bungen auf etwa fünf Tage ohne Gehalts- zahlungen stattsinden. Herr Brennau meint, daß durch solche Beurlaubungen, von denen der Reihe nach sämmllichc Beamte betroffen werden sollen, die Kosten des Departements auf die ausgeworiene Etatssumme hcrabgemindert werden könn- ten, und daß alle Polizisten im Interesse der Kameradschaft sich den Gehaltsabzug gerne gefallen lassen würden. Es ist möglich, daß dieser Plan des Po- lizeichefs zur Ausführung gelangen wird. Ungefähr zwanzig junge Leute aus den besseren Kreisen der Südseite halten sich gestern Abend in einem Zimmer, des an der Ecke der 51. Straße und Lake Ave. gelegenen Hyde Park Hote'ts versammelt, um einer Klopffechtcrei zwischen den beiden farbigen Kellnern Charles Cartwright und George Pain beizuwohnen. Plan war damit gerade im besten Gange, als Lieute- nant Lavins mit 12 Blauröcken auf der Bildflächc erschien und alle in den: Zimmer Auweienden verhaftete. Die Sportsleute kauften sich natürlich alle durch Stellung von Bürgschaften los, werden sich aber doch wegen unordentliches Betragen zu verantworten haben. Wollten schnell reich werden. Krumme Geschäftspraktiken einer lvholesale- Firma bloßgestellt. Unter der Anklage des Schwindels und Erlangung von Geld unter falschen Vor- spiegelungen wurde heute früh dem Richter Foster in der Armory D. W. Rothschild, das Haupt der Kleiderhändler - Firma Rothschild L Co., vorgeführt. Rothschild betrieb mit drei anderen Brüdern ein Wholesale - Geschält in Kinder - Anzügen. Er bezieht die für die Herstellung der Maa- ren nothwendigen Wollstoffe aus New Bork, kauft aber auch in den dortigen An- zügen-Geschäflen von I. V. Farwell L Co. und Mandel Bros, fertige Anzüge. Seine Verhaftung erfolgte auf Antrag des C. Th. Wohlbueter, Vertreters von vier östlichen Tuchfabriken, die Rothschild um H20.00 H25,000 betrogen haben soll. Als der Angeklagte vor etwa 7 Jahren sein Geschäft eröffncte, besorgte er seine Einkäufe im Osten. Er kaufte für etwa H2OOO Maaren, und bezahlte diese baar. Nachdem er in den Besitz der Maaren ge- langt war, gab er sofort einen anderen, etwas größeren Auftrag und bezahlte die-sen mit einer nach 30 Tagen fälligen Note, die prompt eingelöst wurde. Er halte den Firmen angegeben, daß er HIOO,OOO werth wäre und dadurch erhielt er schließlich Maa- ren zum Betrage von tzlo,ooo—tzls,ooo auf einmal. Von den New Aorker Firmen ließ er sich dann Empfehlungs- und Kreditbriefe an hiesige Firmen geben und erhielt selbst- redend dann anstandslos das Verlangte. Auch diese Waarenlicferungen wurden erst baar, später aber durch Noten bezahlt. Diese wurden dann am Fälligkeitstage nicht eingelöst und nach und nach schwollen diese nicht bezahlten Noten auf nahezu H40,000 an. Wohlhuctcr, der als Vertreter der Tuchfabriken ebenfalls gehörig gerupft worden war, stellte Erkundigungen an und ermittelte nun, daß es um Rothschilds Credit nicht so stünde, als er angegeben und die Art und Weise seiner Geschäfts- führung eine etwas krumme wäre. Er verlangte eine Ausgleichung des Conto's evenl. bessere Sicherheiten. Als ihm diese verweigert wurden und er ferner ermittelte, daß sich D. V. Rothschild und feine Brüder unsichtbar zu machen suchten, beantragte er die Verhaftung des Haupts der Firma. Dieselbe erfolgte gestern Nach- mittag in der auf's Eleganteste eingerichte- ten Wohnung Nothschild's in No. 3060 Langley Ave. Da eine große Menge Be- nachteiligter sich noch melden dürften, ver- schob der Richter die Verhandlungen auf mehrere Tage und stellte die Angeklagten bis dahin unter HISOO Bürgschaft. Erhängt sich. Der Llectnker Edward peck erwürgt sich in seiner Office. Zweimal riß der dünne Strick. In seinem Geschäfts-Zimmer im ersten Stockwerk des Gebäudes an der südöstli- chen Ecke von N. Clark- und Kinzicstraße, erhängte sich heule Vormittag unter sonder- baren Umständen Edward Peck, welcher auf einem fein polirten Mcsfingschild an- kündigte, daß erElcctriker sei und auf allen Gebieten der Electricitüt als ein bewährter und fähiger Ingenieur thätig war. Daß Peck hartnäckig den Tod suchte, geht aus einem Zettel hervor, auf welchem er schreibt, daß die dünne Schnur mit welcher er den Selbstmord versuchte, zweimal riß. Erst zum dritten Mal hielt der durch das Oberfenster der Thür gezogene Strick fest. Peck erhängte sich jedoch nicht, sondern er erwürgte sich vielmehr und halte nach dem blauen, verzerrten Gesicht offenbar einen längeren .Todcskampf zu überwinden. Seine Füße befanden sich nämlich auf dem Boden. Peck hatte die Knice gebeugt und sich so langsam zu Tode gewürgt. Wie von Bewohnern benachbarter Zim- mer in Erfahrung gebracht wurde, wohnte Peck 592Larrabcestr. und war verheirathet. Er war stets sehr elegant gekleidet. Es soll ihm in der letzten Zeit außerordentlich schwer gefallen sein, einen Unterhalt zu verdienen. Lehrer-Versammlung. Morgen, Samstag den 17. November um 10:20 Uhr Vormittags findet im Ge- bäude der B> M. C. A. an Arcade Court und La Salle Str. eine regelmäßige Mo- natsversammlung des Lehrer-Verbandcs von Cook County statt, in welcher Dr. Richard Moulton einen Vortrag über oas Thema: „Literatur und Lesen" halten wird. Um 1:30 Uhr findet daselbst eine Versammlung von Lehrern der Primär- schulen statt, in welcher das Thema: „Der erste Unterricht im Lesen" disculirt werden wird. Neue Bierhalle. Dem Vernehmen nach hat eine Gesell- schaft den Plan gefaßt, an 9k. Clarkr., dem Llncoln Park gegenüber und hinter der neuen Turnhalle der Turnzemcinde, cme grotze Bierhalle zu errichten mit eigener Brauerei, die auf demselben Grundstück sich befinden und eine Capazität von 10,000 Faß Bier jährlich haben soll. Die Brauerei soll nur für das Etablissement thätig sein keine andere Saloons mit Bier versorgen. Die Bierhalle selbst soll einen Raum von 50—106 Fuß eiunehmen und sehr elegant eingerichtet werden. Die Herren Leo Austrian und Chas. Kern sollen bei dem Unternehmen betheiligt sein. Der Schriftsetzer Wilhelm D e - lange, seit etwa 30 Jahren im Setzer- saal der Jll. Slaalszeitung beschäftigt, ist in seiner Wohnung, No. 127 Ohiostraße, im Alter von 72 Jahren gestorben. Der Verstorbene, welcher eine Frau und fünf bereits verheirathcte Kinder hinterläßt, war ein gewissenhafter Arbeiter und allgemein beliebt. Gestern wurde der Jnquest über Michael Rizek abgehalten, der am 6. Nov. im Countyhospital starb, nachdem Thomas Sirovice ihn mit einer Kugel tödtlich ver- wundet halte. Die Jury machte Sirovice, der gleich nach der Thal sich auf die Flucht begab und biZ jetzt nicht cingefangen wurde, für die Thal verantwortlich. Das Grab geöffnet. Tolliander's Leiche noch einmal an's Tageslicht befördert. Und die Angel, welche seinem Leben ein Ende machte, angeblich gefunden. Am verflossenen Dienstag begaben sich ein Hülfs-Coroner und zwei Aerzte nachdem NoseHill-Kirchhof, zeigten dem Super- intendenten Chadman einen Befehl des Coroners McHale und öffneten das Grab- gewölbe, in welchem Colliander's Leiche ruht. Sie suchten und fanden angeblich die Kugel, welche noch in der Leiche war, nabmen dieselbe zu sich und entfernten sich wieder. Warum diese Maßregel im Ge- heimen getroffen wurde, weiß man nicht. Nachdem Colliander im Alexianer-Hospnal gestorben war, fand eine Postmorlem- Untersuchung statt, und Dr. Mitchell suchte beinahe eine Stunde nach der Kugel, ohne sie zu finden. Daß die beiden vom Coro- ner gesandten Aerzic dieselbe sofort fanden, scheint eigentümlich. Man wird sich er-innern, daß Stimmen laut wurden, wonach Polizist Michaels, der selber bei dem bluti- gen Auftritt in der 23. Ward schwer ver- wundet wurde, die Kugel abfeuerte, welche Colliander traf. Er trug einen 38 Caliber Revolver und sollte cs sich Herausstellen, daß die Kugel aus einem solchen abgefeuerl wurde, dann könnte geltend gemacht wer- den, daß der Polizist Colliander lödtete und die Mitglieder des Market Str.-Gang hätten nichts zu befürchten. Es verdient indessen hervorgehoben zu werden, daß Colliander vor seinem Tode erklärte, daß Jemand von den Angreifern, also nicht derPolizist, auf ihn feuerte. Befremdend ist es, daß die Verwandten des Verstorbenen von dem Vorhaben des Coroners nicht in Kennlniß gesetzt wurden, ebenso, daß man erst nach dem Begräbniß einen weiteren Versuch zum Auffinden der Kugel machte. Straßen- und Hochbahnpläne. Den Gründeigenthümern der Nordseite wer- den verschiedene Pläne vorgelegt. In dem in der unmittelbaren Umgebung der Dearbornstr.-Brücke belegenen Theile der Nordseite wurde gestern viel über ver- schiedene Straßenbahn- und Hochbahnpläne gesprochen. So sprachen in der Office deS Druckerei- besitzers George Fergus, an der Nordwest- ecke der Dearborn Ave. und Michiganstraßs mehrere Canvasfers für verschiedene In- teressenten vor. Herr Fergus Unterzeichnete jedoch keine der ihm vorgelegten Petitionen und vertrat den Standpunkt, daß wenn eine Bahngesellschaft etwas haben wolle, sie dafür bezahlen solle. Einer der ihm vorgelegtcn Pläne bezog sich auf eine Bahnroute an der Michigan- straße und dieser Plan trug u.A. die Unter- schrift von Edward Pardridge, dem die Südwestecke der State- und Michiganstr. gehört. Die Grundstücke an der Michigan- straße, zwischen Dearborn Ave. und Clark- straße, gehören 6 Personen. Der Stadt Chicago gehören 200 Fuß Front (die Front des Criminalgerichtsgebäudes) drei Grund- besitzer controlUrcn je 100Fuß Front, einer 75 Fuß und ein weiterer 25 Fuß Front. Wie es heißt, wünscht Herr Werkes irgendwo eine Kabelbahnschleifc zur Ver/ bindung der Naudolphstr. mit der MichijE gan- und Clarkstr. via der Dearbornst/- Brücke anzulegen. / Ein anderer Agent für ein sprach von einer Route an der Jndiana- stratze, über die Jnoianastr.-Brücke zur Ullionstraße, an der Uuionstr. zur Fulton- straße und an dieser weiter westlich. Das Grundeigenthum an der Dcarborn- straße, gerade nördlich von der Brücke, ge- hört der Millionärin Hctty Green, Herrn Zschuppe, Herrn Lmhhotz (Südost-Ecke der Dearborn- und Michiganstr.), und den Herren Sawycr, McDaneld und Miller. Herr McDaneld weiß noch von einem anderen Plane zu berichten, nämlich von einem Plane, die Northwestern Hochbahn aii der Dearbornstraßc, statt an der Wclls- straße üver den Fluß zu führen. Die Hoch- bahn-Gesellschaft würde in diesem Falle eine neue Brücke an der Dearbornstraßc zu bauen haben und dafür das Wegerechl an der Dearborn Ave. und Kinzicstraße bis zur Wellsstraßc beanspruchen. Die Aus- führung des ursprünglichen Planes der Northwestern Hochbahn Mil der Brücke an der Wellsstraße werde ihr etwa H1,000,000 mehr kosten, als die Ausführung des neuen Planes, welcher auch den Vorlhcil vor dem Originalplan hat, daß die Dearbornstr.- Brücke die Haupiverbindungsstraße für Lust-Fuhrwerke zwischen der Norb- und Südseite werden würde. „General" Aandall wieder daheim. Dr. Raudall, oder wie er sich seit seiner im Mai) angctrctenen Pilgerfahrt nach Washington nennt, „General" Randall, ist nach Chicago zurückgekchrt und zwar nicht wie sein Vorbild Corel) per Eisenbahn, sondern in einem Buggy, das von zwei schönen Blutpferden gezogen wurde. Das Fuhrwerk wurde ihm, nach seiner Aussage, von unbekannten Verehrern in Indiana geschenkt. Seinen mageren Klepper „Bucepbalus", auf dem er au der Spitze seiner 433 Jünger ausrill, will er unterwegs für einen guten Preis verkauft und den Erlös seinen Leidensge- fährten haben zu Gute kommen lassen. Das ihm „geschenkte" Fuhrwerk betrachtet er als ein ihm anvcrtraules Gut, das er zurückgeben wird, so bald er in Erfahrung gebracht hat, wer die Leute waren, von denen er es erhielt. lieber seine Pilger- fahrt nach Washington berichtet der „Gene- ral" jedem, der es hören null, in der aus- führlichsten Weise; er vergißt dabei aber nie, seine eigene werthe Persönlichkeit möglichst in den Vordergrund treten zu lassen. Viehmarkt. Schweine geringer Qualität sind um 5 Cent niedriger. Schwere brachten4.45G4.90, leichte 4.00(ü;4.55, durchein- ander 4.15G4.70. Rindvieh ist und Schafe fest. Zufuhr 51,000 Schweine, 8,000 Stück Rindvieh, 17,000 Schafe.

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