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Abendblatt Newspaper Archives Nov 13 1894, Page 1

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Abendblatt (Newspaper) - November 13, 1894, Chicago, Illinoisvon der Illinois Staats-Aeitungs-Lo. Lhicago, Dienstag, 13. November 1894. Preis 1 Cent. 47. Jahrgang. BlO. 270. Uevevblick Nnd KurzgefaßLes. - F" Der Wettermann verheißt uns eine oF.sE Nacht und einen klaren Himmel,-fahrend der nächsten 36 Stunden starkerNordwestwind. Dem presbyterischen Geistlichen, Dr. -barkhurst, der sich in dem letzten KampfeLegen Tammany über die Maßen ange- "Pt, wurde von seiner Gemeinde bis zu Neujahr zur Erholung freigegeben. . Die Republikaner werden im Bun- ch dessenat nur über 43 Stimmen verfügen und können also ohne populistischen Bei-stand weder den stellvertr. Vorsitzenden oder oie Ausschüsse entsetzen, noch auf eigeneFaust Gesetze erlassen. Sie gehen deshalbChon mir derAbsicht um, den Gegnern das und damit auch die Verantwortung zu überlassen. Vor dem Jahre 1897 können >le auf keine eigene Mehrheit rechnen. 7 Die neue Bondausgabe von 50Millionen scheint beschlossene Sache zu sein,und soll die Einladung zur Zeichnung inden nächsten 24 Stunden schon erfolgen. . Bei Palestine in Texas sind bei ernem Eisenbahnunglück 3 Zugbedienstete schwer verwundet worden. Die Weizenpreise gingen hier um 2 Cent zurück und standen gegen Mittag auf 542 Dezember und 592 Mai. Corn wich per Mai und per Dezember auf 50,Hafer, Mai, 32Z<A.s. Schweinefleisch Weichend, Januar 12.50(K12.37ä, Schmalz7.30G7.25, Rippchen 6.35(ck6.3Ö. —ln Chile sind bei einem Erdbeben hundert Menschen umgckommen. Das Bundesbezirksgericht in Wash-ington hat die Einrede der ihm wegen Zengnißverweigerung vor dem Unter- suchungsausschuß des Senats in der Zuckerangelegenheit vorgcführtcn Börsen- maklers McCartney und Chapman ver- sodaß diese also jetzt ihren Prozeß bestehen müssen. Der Stadtrath, die Civic Federation, der Marquettc Club und der Union Lcague Club wollen die Vcrüber der bei der letzten Wahl begangenen Verbrechen zur Rechen- schaft ziehen. Die Polizei, deren Pflichtes gewesen wäre, bat bis jetzt in der Sache nichts gethan. Wenn der politische Ein- fluß geltend gemacht wird, dann ist die blinde Göttin auf beiven Augen sehend. Eine hiesige demokratische Zeitung be- hauptet, daß mehrere der höheren Polizei- beamten den Aufenthaltsort O'Malley's kennen und ihn veranlassen werden, sich freiwillig zu stellen. Demnach ist es un- statthaft, einen Staatsmann von O'Mal- lcy's Kaliber wie einen gewöhnlichen Men- R sehen in Haft zu nehmen. MM Einen bedeutenden Muth besitzt Frau No. 6536 Halstet) Str. wohnhaft. Als sie merkte, daß ein Einbrecher durch's Fenster dringen wollte, ergriff sie eine Axt, und als er den Kops hindurchsteckte, ver- setzte sie ihm einen solchen Schlag, daß ihm für lange Zeit die Lust nach fremdem Eigcnthum vergehen wird. Der 11jährige Willis Johnson und die 9jährige Maudie Cooper brannten gestern miteinander durch, um sich zu ver- heirathen. Glücklicherweise gencthen sie in Streit, ehe es so weit kam, und kehrten dar- auf zu ihren rcsp. Eltern zurück. Der Streit entstand dadurch, daß Willst seiner Maudie keine Candies kaufen wollte. Der Bericht der Arbeitscommissäre an den Präsidenten ist ein für die Arbeiter günstiger. Wie wird nun das Urtheil des Richters Woods ausfallen, das bis jetzt auf sich warten ließ? Nach Beendigung der offiziellen Zäh- lung im 3. Congresibezirk hat sich heraus- gestellt, daß McGann seinen rep. Gegner Belknap mit 70 Stimmen Mehrheit ge- schlagen hat. Tekegraptnscke Depescüen. Die Ausgabe neuer Bonds. Dieselbe soll in ähnlicher Weise und unter denselben Bedingungen wie die Bond- ausgabe vom Februar stattfinden. !> Washington, 13. Nov. Am letzten Mittwoch, nach mehreren Berathungen mit dem Präsidenten, schrieb der Sekretär Carlisle an John A. Stewart, den Präsidenten der United States Trust Co. in New York, führte das Gesetz über die Verausgabung von Bonds an, und fragte ihn um seine Ansicht, welche Art von Bonds zu dieser Zeit zum größt- möglichen Vortheil der Negierung unlerge- bracht werden könnte. Das Resultat dieser Korrespondenz war, daß sich der Präsident und Carlisle ent- schlossen, die nächste Ausgabe für denselben Betrag und unter denselben Bedingungen wie die Bondsausgabe im Februar zu machen. Das Cirkular wird jetzt entwor- fen uud Alles deutet darauf hin, daß heute Abend oder morgen eine amtliche Bekannt- machung erfolgt. Washington, 13. Nov. Es unterliegt keinem weiteren Zweifel, daß die Verausgabung von Bonds endgül- tig beschlossen ist, und es kann aus glaub- würdiger Quelle mitgetheilt werden, daß das Cirkular, in welchem zu Unterschriften ausgefordert wird, heute Abend oder mor- gen sein Erscheinen machen wird. Fälscher abgefaßt. Er hatte auf einer Bankanweisung aus fünf- zehn fünfzehnhundert gemacht. Denver, Col., 13. Nov. Ein Mann, der sich Frank Monroe nannte, ist hier bei dem Versuche verhaftetdF)orden, eine von der Crockcr-Woodworth Aationalbank in San Francisco ausge- stellte Aankanweisung, welche von §ls auf «1500 erhöht war, auszugeben. Monroe km eingestanden, daß er die Bankanweisung hat. Er sagt, er sei Maschinist?n!d wohne in Lowell, Mass. Die Polizei hält ihn für einen gewerbsmäßigen Fäl- scher. Mörder verhaftet. Ver Rlörder des argentinischen Priesters Segui in Toulon ver- haftet. Derselbe hat sein verbrechen eingestanden. Toulon, 13. Nov. Eugen Nobello, alias Segui Priester aus Argentinien, war vor vierzehn Tagen hier unter der Anklage verhaftet worden, fünf Tausend Franken in seinem Besitz zu haben, über welche er keine Rechenschaft abzulegeu im Stande war. Jetzt hat er das Gestündniß abgbelegt, daß er der Mör- der des katholischen Priesters Segui ist, dessen Leiche kürzlich in einem Hotel in London gefunden wurde. Im letzten Monat wurde die Leiche eines Mannes, von welcher später festgestelll wurde, daß cs die des Gabriel T. Segni, eines katholischen Priesters aus einer hoch- angeseheneu Familie aus Argentinien sei, in einem Hotel an Old Compton Str., in London gefunden. Bei der Untersuchung wurde ermittelt, daß er bei seiner Abreise von Buenos Aires einen Kreditbrief von 400 Pfund auf die „London und River Plata Bank" hatte. Es wurden weder bei ihm, noch in seinem Zimmer Geld oder Werthpapiere gefunden, aber es wurde in Erfahrung gebracht, daß derPriester Segui bei seiner Ankunft im Hotel 30 Pfund auf seinen Kreditbrief erhoben hatte. Man weiß nicht, an welchem Tage er ermordet wurde, aber es ist sicher, daß er am 15. Oktober todt war. An diesem Tage aber wurde der Kreditbrief bei den Agenten der River Plata Bank in Havre von einem Manne prüsentirt, welcher sich für den Priester Segui ausgab und diesem wurden 370 Pfund ausbczahlt. Die Verhaftung wurde auf den Verdacht hin vorgenommcn, daß er den Priester ermordete und den Kreditbrief desselben stahl und daß der Verdacht begründet war, hat sich jetzt durch das Geständniß des Verhafteten heraus- gestellt. Gefährlicher Wahnsinn. Ein Gefänguiß beinahe niedergebrannt. Muncie, Jnd., 13. Nov. Evan R. Evans, welcher in den „Mid- land Steel Works" gearbeitet hatte, befin- det sich als Irrsinniger im hiesigen Gefäng- nisse. Vorgestern Abend war er in Con- gerville in die Baptistenkirche gekommen und hatte den Geistlichen aufgefordert, die Kanzel zu verlassen. Darauf hin, nachdem er den Gottesdienst gründlich gestört halte, war er verhaftet und im Gefängnisse sicher untergebracht worden. Nicht lange darauf ertönten aus dem Gefängnisse Hülferufe und als Sheriff Sperrt) hinzueilte, fand er das ganze Gefängniß voller Rauch und in Flammen stehend. Der irrsinnige Gefan- gene hatte sein Bettzeug zerrissen und das Stroh in demselben in Brand gesteckt. Die anderen Gefangenen, welche sich im oberen Stockwerke befanden, waren durch den Rauch dem Ersticken nahe und mehrere der- selben waren bereits bewußlos geworden. Das Feuer wurde schleunigst gelöscht und Evans wurde in eine andere Zelle gebracht, aber auch dort brannte cs bald lichterloh, denn EvanS halte in seinen Haaren Zünd- hölzchen versteckt gehabt. Es blieb schließ- lich nichts anderes übrig, als den Wahn- sinnigen auf eineBank festzuschuallcn. Der Mann leidet, wie eS scheint, am religiösen Wahnsinn; er ist etwa fünfunddreißig Jahre alt und kam von Pittsburg hierher. >» Noch unentschieden. Der Demokrat Budd möglicherweise der nächste Gouverneur von Lalisornien. San Fr anci sc o, 13. Nov. In dem Kampfe um das Gouverneurs- amt hat sich in den letzten vierundzwanzig Stunden keine nennenswerthe Verände- rung gezeigt. AuS 2135 von 2274 Bezirken im Staate sind noch keine vollständigen Berichte cingelaufen. Bis jetzt liegt fol- gendes Resultat vor: Budd (dem.) 109,- 000; Estee (republ.) 108,012.Budd's Plu- ralität 1078. Aus 135 Bezirken liegen noch keine Berichte vor, auch fehlt noch die amtliche Zählung aus 47 Counties. Aus zehn Counties im Staate sind amtliche Berichte eingekaufen, und danach hat Estee 16 Stimmen gewonnen. Hier in der Stadt hat Budd, so weit ermittelt werden konnte, eine Pluralität von 11,550 Stim- men erhalten. Die Pamir-Frage. Wie dieselbe beigelegt werden soll. London, 13. Nov. Dem „Standard" wird aus St. Peters- burg berichtet, daß in Gemäßheit eines Ab- kommens zwischen Rußland und Groß- britannien, dessen Lord Rosebery in seiner Rede bei dem Bankett des Lord Mayor in „Guild Hall" erwähnte, als niodris vivendi in der Pamir-Angelegenheit ver- einbart wurde, daß sich die Afghanen von Shingnan und Nos Lan zurückziehen, und daß die Russen hinter den Marghao zurück- gchen. Wahrscheinlich wird dieses Gebiet dann unter die Herrschaft von einzelnen Häuptlingen gestellt werden. Die Wahl im 7. Bezirk. Der Demokrat Gwens mit einer kleinen Mehrheit gewählt. Frankfort, Ky., 13. Nov. Nach der amtlichen Stimmabgabe im 7. Bezirk, welche vom Staatssekretär Headley verglichen wurde, hat Owens (Dem.) eine Pluralität von 101 Stimmen erhalten. Die Gesammtabgabe der L-timmen war folgende: Owens (Dem.) 13,677; Deuny (Rep.) 13,576; Johnson (Pop.) 262; Finnel (Proh.) 554. Es heißt hier, daß Denny Advokaten augestellt hat, um die Wahl zu beanstanden. Die "Miirgergasse" in Denver. Lin weiteres Opfer des geheimniß- vollen Würgers. Diesmal ist es eine junge Japanerin. Denver, Col., 13. Nov. „Stranglers Row," die Würgergasse, war heute Morgen, zu früher Stunde, wiederum die Scene eines Mordes. Das Haus No. 1075 Market Str. wurde heute Morgen, kur; nach ein Uhr von jenem Scheusale heimgesucht, welches seine Opfer erwürgt, und nachdem er verschwunden war, wurde Kika Avama, ein japanisches Mädchen, die Eigenthümerin eines lüder- lichen Hauses, als Opfer des Würgers auf- gefuuden. Der Mord von heute Morgen wurde in derselben Reihe von Häusern begangen, in welcher Lena Tapper und Maria Cutassait erwürgt wurden; auch wurde der Mord in ähnlicher Weise verübt, indem der Mörder seinem Opfer ein Handtuch um den Hals gelegt und dasselbe damit erwürgt hatte. Als Kika Oyama heute Morgen gefunden wurde, war das Leben noch nicht vollstän- dig entflohen; sie war 24 Jahre alt und von Japan zur Weltausstellung nach Chi- cago gekommen. Dort machte sie die Be- kanntschaft von Jini Oyama und kam im November mit ihm nach Denver. Er war der Erste, welcher das Zimmer der Gemor- deten betrat; dort deutete Alles aus einen heftigen Kampf hin. Das Bell war völlig in Unordnung gebracht und mit Blutflecken bedeckt. Der Mörder hatte sein Opfer mit einem türkischen Badehandtuche erwürgt; es wurde kein Geld im Zimmer gefunden und man glaubt, daß die Frau beraubt wurde. Jmi Oyama und mehrere andere Japa- ner wurden verhaftet, aber bis jetzt konnten nicht die geringsten Beweise gegen sie ent- deckt werden. Die Aufregung unter den lüderlichen Frauenzimmern, welche in die-sem Stadttheile Hausen, wo innerhalb we- niger Wochen die Mordthaten begangen wurden, ist natürlich eine gewaltige und kommt nur jener gleich, welche seiner Zeit durch „Jack, den Aufschneider", in London hcrvorgerufen wurde. Folgen des Suffes. wahrscheinlich ein Mord und Selbstmord. Greenfield, Mass., 13. Nov. Alter Apfelwein und Whiskey sind schuld daran, daß Laura Lamareaux wahrschein- lich tödtlich verwundet darnieder liegt, und Louis Colbers wahrscheinlich zum Selbst- mörder werden wird. Colbers ist ein Zim- mermann, der während der letzten Woche stark getrunken halte, und sich gestern im Zustande des Deliriums befand. Er kam in das Haus eines Nachbarn, Namens William Coriaux, und gerieth dort mit dessen Frau in einen Wortwechsel. Dieser wurde so heftig, daß Colbers einen Revol- ver hervorzog und die Frau durch das ganze Haus verfolgte, wobei er sieben Schüsse auf sie abfeuerte, von denen jedoch keiner traf. Laura Lamareaux, die Tochter eines an- deren Nachbars, welche in ibrer Hansthür stand, trug bei der Gelegenheit eine Schuß- wunde in der Nähe des Herzens davon, worauf Colbers die Waffe gegen sich selbst richtete und zwei Schüsse abfeuerte, welche beide in der Nähe des Herzens in den Kör- per drangen. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird Colbers sterben, und auch das Mäd- chen wird seinen Mörder keine 24 Stunden überleben. Die Staatshauptstadt Helena. Der Tag der Wahl als Hauptstadt des Staates festlich begangen. Helena, Mont., 13. Nov. Die größte, noch je in Montana dage-wesene Kundgebung fand gestern Abend statt, als die Stadt Helena ihre Wahl als dauernde Hauptstadt des Staates feierte. Die Stadt hatte ihren besten Festschmuck angelegt. Es wurde ein großartiges Feuer- werk abgebrannt, und auf dem höchsten Gipfel des Berges Helena war ein riesiges Freudenreuer augezündel, welches meilen- weit sichtbar war. Am Abend um sechs Uhr fand ein großer Umzug statt, welcher zwei Stunden dauerte. Vergaß seine tausend Dollars. Lin abhanden gekommenes Gedächtniß. Quincy, Jll., 13. Nov. Spät am Samstag Abend traf P. H. Goodheart aus Chicago, Geschäftsreisender für ein großes Spirituosengeschüft hier ein und stieg im Tremont-Hotel ab. Als er zu Bett ging, legte er sein Taschenbuch, in welchem sich §IOOO befanden, zwischen die Matratzen seines Bettes. Am nächsten Morgen aber dachte er nicht weiter an sein verstecktes Geld, und gestern erst vermißte er dasselbe. Nun aber konnte er sich nicht mehr besinnen, wo er das Taschenbuch ver- steckt hatte, so daß ihm schließlich nichts anderes übrig blieb, als dem Clerk des Hotels sein Leid zu klagen. Darauf fand eine gründliche Durchsuchung des Hauses statt, und endlich wurde denn auch das kostbare Buch an derselben Stelle entdeckt, wo es von dem vergeßlichen Menschen ver- steckt worden war. Lin angeblicher Nkärder verhaftet. Die That wurde vor mehr als zwanzig lah- ren begangen. Van Buren, Ark., 13. Nov. I. F. Little, welcher E. L. Schultz in der Nähe von Parcell, I. T., unter der Be- schuldigung festnahm, im Jahre 1873 Budd Morris und Jack Richmoud ermor- det zu haben, hat denselben dem Sherisf dieses Counties abgegeben. Schultz be- hauptet, nichts mit dem Morde zu thun ge- habt zu haben. Bericht desMarschalls Uamagata. Die Gegend um Ain Sien Tschang von den Lhinesen gereinigt. Chinesische Verluste. Hiroshima, 13. Nov. Der vom Feldmarschall Yamagata vom 10. November aus Kin Sien Tschang da- tirte Bericht sagt, daß sich in der Gegend keine chinesischen Truppen befinden. Es wird hinzugefügt, daß die Verluste der Chinesen dort nicht genau bekannt sind, daß aber bis zur Absendung des Berichtes 500 gefallene Chinesen von den Japanern beerdigt wurden. Im Flusse Aika wurde eine große Anzahl Leichen von chinesischen Soldaten gefunden. Frost und Schneegestöber. Farmer in Michigan schwer dadurch geschä- digt. St. lose ph, Mich., 13. Nov. In Folge des kalten Wetters sind Hun- derte von Aeckern mit Kartoffeln, die sich noch in der Erde befanden, und Mais, Aepfel und andere Farmprodukte, welche noch nicht eingeheimst waren, erfroren. Gestern zeigte das Thermometer 12l Grad über Null; der Schnee ist zwölf Zoll tief und das Schneegestöber dauert noch fort. Wenn das Wetter nicht umschlägt und milder wird, so werden die Farmer schwere Verluste erleiden. Der jetzt schon angerich- tete Schaden beläuft sich auf Tausende von Dollars. Anderson, Jnd., 13. Nov. Gestern Nachmittag trat bier heftiges Schneegestöber ein, wodurch der Straßen- bahnverkehr bedeutend beeinträchtigt wurde. Turner, Jll., 13. Nov. Während des ganzen gestrigen Tages hat es hier heftig geschneit. Die Eisenbahn- leute berichteten der ganzen Bahnlinie ent- lang schweren Schneefall und die Güterzüge sind vielfach verspätet. - - Rebellengefangene befreit. Guerilla's dringen an Bord eines britischen Dampfers und befreien revolutionäre Gefangene. Lima, Peru, 13. Nov. Ein Korrespondent in Port Supe bericht tet, daß, während der britische Dampfer Sorona im Hafen lag, Guerilla's an Bord kamen, welche die revolutionären Gefan- genen, die sich an Bord befanden, mit Ge- walt befreiten, und einen Offizier und fünf Soldaten, welche die Regierung repräsen- tirten, zwangen, mit., ihnen an Land zu gehen. Unter den Passagieren an Bord des Dampfers brach beinahe eine Panik aus, welche sich jedoch bald legte, als es sich herausstellte, daß irr dem Kampfe Niemand ernstlich verwundet worden war. Capt. Vaughan versuchte zu entkommen, ehe die Guerilla's ihre Absicht ausgeführt hatten, wurde aber vermittelst auf ihn ge- richteter Büchsen gezwungen, seinen Plan aufzugeben. Die Regierung macht große Anstreng- ungen, um dieGuerilla's zur Haft zu brin- gen. Frederick Ponizo, der Vorsitzer des de- mokratischen Ausschusses, ist gestern Abend in Folge eines Schlaganfalles gestorben. Nicht ermuthigend. Indianer in lowa halten nicht viel von der Livilisation der Blaßgesichter. Washington, 13. Nov. W. R. Lerser, der Agent der Sacs und Fox Indianer in Tama, lowa, wo sich 392 Indianer befinden, macht einen etwas ent- muthigenden Bericht über die Lage der Indianer. Es giebt dort nur 35 Häuser, da die meisten Indianer in Zelten wohnen und sich statt eines Anzuges als Bekleidungmit einer Decke begnügen. Der Agent halte gehofft, über Fortschritte im Ackerbau be- richten zu können, war jedoch enttäuscht, ebenso wenig konnte er über die Schulen etwas Vortheilhaftes berichten. Bedeutender Raub. Lin Goldwaarengeschäft von Einbrechern heimgesucht. Lama r, Mo., 13. Nov. Gestern Nacht drangen Einbrecher in das Geschäft von Pool Bros., erbrachen den Geldschrank, und stahlen aus demselben §l5O in Baar, §2700 in Wechseln und Dia- manten und Schmucksachen im Betrage von etwa §ISOO. Einen Blechkasteu mit Bonds und Wechseln im Betrage von meh- reren lausend Dollars, ließen die Einbre- cher stehen. Bedeutendes Geschäft. Dreitausend Acker Fichtenländereien verkauft. Grand Rapids, Mich., i 13. Nov. s M. I. Clark hat au die „B.B. Nichard-son Lumbcr Company" von Duluth 3000 Acker mit Fichten bestandenes Land für §300,000 verkauft. Die Käufer erwarten einer oberflächlichen Abschätzung nach 80— 90 Millionen Fuß Breuer und Bauholz aus den Waldungen zu erzielen. Tod eines früheren Lonsuls. R. w. Wolssohn gestern Abend gestorben. Buffalo, N. Y., 13. Nov. Rudolph W. Wolfsobn, ein angesehener republikanischer Politiker, und unter der Verwaltung des Präsidenten Garsield Kon- sul in Mannheim, ist gestern Abend hier gestorben. Hülse für Japan. Der in Lhile angekaufte Ariegs- dainpfer „Lsrneralda". Die Lage in Lhile unverändert. « Valparaiso, Chile, 13. Nov. Das Kriegsschiff „Esmeralda", welches von der japanischen Regierung angekauft ist, befindet sich hier im Trockendock. Das Schiff wird am Donnerstag eine Probe- fahrt machen, und in nächster Woche, nach- dem es noch in einem Haien in Ecuador angelegt hat, nach Yokohama abgchen. Der Befehlshaber der „Esmeralda", Emilio Galin, ist ein kühner und intelli- genter Offizier, welcher Balmaceda's Kriegsschiff „Imperial" befehligte, das während der Revolution im Jahre 1891 die chilenische „Alabama" genannt wurde. Betreffs der Lösung der Ministerkrisis ist absolut gar nichts geschehen, aber es herrscht hier vollständige Ruhe. Die Wahlen in Norwegen. Gewinne für die Rechte und für die Gemäßigten. Die Mehrheit der Linken nur noch unbe- deutend. Christiania, Norwegen, - 13. November. j Mit Ausnahme der Abstimmung über zwei Sitze liegen die Berichte über die Wahlen zum Storthiug jetzt vollständig vor. Das Resultat ist, daß die Rechte und die Gemäßigten 53, und die Linke 59 Mit- glieder gewählt haben. In der letzten Wahl hatten die Gemäßigten mit der Rech- ten 48 Mitglieder, während die Linke 64 Mitglieder zählte. Die beiden noch unentschiedenen Sitze waren zuletzt im Besitze von Mitgliedern der Rechten, und es wird angenommen, daß dies auch jetzt wieder der Fall sein wird. Heftige Lrderschütterungen. Hundert Personen auf einem kleinen Gebiete umgekommen. L a P a z, Bolivia, 13. Nov. Die nördliche Küste von Chile entlang und auch hier haben heftige Erdstöße statt- gefuuden. Innerhalb einer Entfernung von vierzig Meilen von hier sind hundert Personen die Opfer der Erderschütterungen geworden. Die hiesige Kathedrale ist un- sicher geworden und ein Thurm derselben ist eingestürzt. Städtisches. Das Wetter. Optiker Kleine, 76 Washington Str., berichtet für Chicago die folgenden Baro- meter-und Thecmometerstände: Um 8 Uhr Morg. 34 Gr., um 9 Uhr 34 Gr., um 10 Uhr 36 Gr., um 11 Uhr 38 Gr., um 12 Übr 38 Gr. Barometerstand um 8 Uhr Morg. 29.20.12 Uhr 29.20. Die muthrge Frau Wulff Lauert mit einer Art einem Einbrecher auf und schlägt diesen in die Flucht. Frau Wulff's kaltblütige Entschlossen- heit hätte sie gestern Abend beinahe zum Scharfrichter gemacht. Es war zehn Uhr, als sie von einem Be- such in der Nachbarschaft nach ihrer Woh- nung, 6536 Halstedstraße, zurückkehrte und zu Bette ging. Sie war aber noch nicht eingeschlafen, als sie au einem der Fenster der Wohnung ein sonderbares Geräusch hörte. Vorsichtig stand sie wieder auf und schlich sich nach dem Zimmer, wo jenes Geräusch herzurühren schien. Da erlahmte plötzlich der Schreck ihre Glieder, denn an einem der Fenster konnte sie deutlich die Umrisse einer männlichen Gestalt erkennen, die mit einem Instrument in den Händen unausgesetzt an dem Fenster arbeitete. Frau Wulff wohnt allein und stand sie daher eine geraame Zeit rathlos und am ganzen Körper bebend vor Angst da! Plötz- lich wandte sie sich aber nach der Küche, er- griff die dort liegende Axt und schlich sich dann wieder an das Fenster. Dicht neben demselben stellte sie sich nun auf den Posten und wartete mit der schweren Waffe m der hocherhobenen Rechten auf ihren Ruhe- störer. Dieser hatte schließlich das Fenster- schloß durchgefeilt, hob das Fenster nun in die Höhe und traf dann Anstalten in das Zimmer, in welchem Frau Wulff stand, hineinzuklcitern. Kaum hatte er aber sei- nen Kopf hinciugesteckt, als das Beil auf denselben herniederfiel und fast die Schädel- decke zerschmetterte. Mit einem Aufschrei des Schmerzes zog der Getroffene seinen Kopf aus der Fensteröffnung zurück und floh die Straße hinunter. Als die Polizei hinzukam, entdeckte sie in dem Schnee vor Frau Wulff's Wohnung Blutspuren und einen großen Filzhut. Eine Verhaftung ist jedoch noch nicht erfolgt. Geinaßregelte Polizisten. Lieutenant Bowler, und Polizist P. I. O'Mallcy von der DcsplaineSstraßen-Sta- tion und Polizist Charles Sweeney von der Station an der 22. Straße erhielten gestern Nachmittag von Polizeichef Bren- nau den Laufpaß, weil ihnen nachgewiesen wurde, daß sie am Wahltage ungerechtfer- tigter Weise die Verhaftung von Wahl- beamten in einem Prezinkl der zweiten Ward vorgenommen halten. H. K. Burgeß, der den „Walking Delegate" James Doyle erschoß, ist von der Coroners - Jury den Großgeschworenen überwiesen worden, während Frank Casey, der durch einen unglücklichen Zufall seinen Bruder William erschoß, von der Verant- wortlichkeit entlastet wurde. Weiteres Zeugniß Für die Unzurechnungsfähigkeit Mscar Felsch's. Heute Vormittag legten William Phi- lips, No. 250 Mohawk Str. wohnhaft. Frau Birk von 639 Diversey Slr., und George Schwarz Zeugniß für die Vertheidi- gung ab in dem Prozeß' gegen Oscar Felsch, welcher am 7. August den22jährigcn George Wechfelberger erschoß. Philips war Schankkellner in der an der Ecke von und Goethe Str. gele- genen Wirthschast. In diesem Haus wohnte Frau Felsch. Ihr Mann erschien dort eine Woche vor dem 7. August und bat Philips, seine Tochter herunterzurufen. Philips lehnte es ab, sich in die Felsch- Wechselberger-Sache einzumischen. Kurze Zeit später betrat Wechselberger die Wirlh- ichaft; bei seiner Ankunft raunte Felsch da- von, Wechfelberger setzte dem Fliehenden nach und hinter Wechfelberger lief Philips her. Felsch wurde von Wechfelberger nicht eingeholt. Derselbe kehrte zur Wirth- schaft zurück und erklärte, daß er dem kleinen Hundesohn Felsch in nächster Zeit den Garaus machen werde. Er trage seinen Revolver nicht in der Hüften-, sondern in der Brustlasche. Frau Birk legte ähnliches Zeugniß wie ihr Mann ab; daß Felsch drei Wochen vor dem 7. August in ihrem Kosthaus 639 Diversey Str. wohnte und von allen Be- wohnern für verrückt gehalten wurde. Am Nachmittag des 6. August sei Felsch in der Wirthschast des Kosthauscs gewesen. Diese Angabe widerspricht einer Zeugenaussage des Anklage-Bcweismatcrials, nach welcher Felsch am Nachmittag des 6. August vor- der Wohnung seiner Frau Ecke Sedgewick und Goethe Str. auf dieselbe gelauert haben soll. Hülfsstaatsauwalt Pearson gab sich im Kreuzverhör vergebliche Mühe, die Aus- sage der Frau Birk über den Aufenthalt Felsch's am 6. August zu erschüttern. In der Nachmittagssitzung wird der Ver- theidiger S. L. Truve zwei Aerzte als Ex- perts vorführen, welche Felsch zur Zeit der Begehung des Mordes als irrsinnig bezeich- nen werden. , Fragt Euren Grocer nach „The Heißler «L Junge Co.'s" „Quaker Brod", das schmackhafteste „Home Made Brod", das je von einer Bäckerei geliefert wurde. Lin wißbegieriger Richter. Richter Lberhardt will den Mechanismus der Lash-Regisier kennen lernen. Richter Eberhardt hatte heute einen Fall zu entscheiden, in welchem ein Schank-kellner William Miller alias Smith, von seinem „Boß" Gustav Karbach von Ecke der 14. und Loomis Str., auf Grund der Er- gebnisse eines Cash-Registers des Diebstahls beschuldigt wurde. Miller wurde von Karbach, einem Krüppel, als Schankkellner engagirt und gehörte es zu seinen Functio- nen, von 6 Uhr früh bis 6 Uhr Abends Durstige mit Getränken zu versorgen. Karbach's Geschäft war ein gutgehendes und seine Tages - Einnahmen betrugen durchschnittlich §50 —§75. Ein unehrlich sein wollender Schankkell- ner hatte dort vollauf Gelegenheit, sich einen Nebenverdienst (?) zu verschaffen und Miller, welcher zu dieser Sorte gehörte, fand dieses bald aus. Karbach merkte dies und beschloß, sich seiner so schnell als mög- lich zu entledigen. Hiervon bekam Miller Wind nud um sich nicht ohne Cent Geld auf die Straße setzen zu lassen, griff er am Abend des 8. September ganz gehörig ins Cash-Register hinein. Um 6 Uhr übergab er dem ihn ablösenden Schankkellner das Register. Doch dieser sah nicht weiter nach demselben. Miller begab sich darauf zu seinem Principal, welcher ihm seinen Wochenlohn auszahlte. Mit allem diesem Gelde in der Tasche begab sich Miller, ohne sich von seinem 80ß oder sonst Jemand zu verabschieden, oder diesem auch nur ein Wort zu sagen, auf Reisen und zwar nach St. Louis; nahm aber noch bei dieser Ge- legenheit seines Kollegen goldene Uhr und i Sonntags-Anzug mit. Als Karbach Nachts um 12 Uhr Cassen- abschluß machte, entdeckte er, daß dasßegister ! §55.65 anzeigte, aber nur §44.00 Geld in der Kasse war. Er schicker nach Miller, doch dieser war ausgcgangen. Als der Ge- suchte auch tagsdarauf nicht erschien, und der andere Schankkellner auch noch von dem Verschwinden seiner ! Uhr und seines Anzugs Mittheilung machte, war es Karbach klar, daß Miller das im Cash-Register fehlende Geld gestohlen hatte. Er und der bestohlene Schankkellner nah- , men Haftbefehle gegen Miller heraus. Doch konnten diese erst vergangenen Samstag vollstreckt werden. Miller war - bis Anfangs November in St. Louis ge- blieben, und dann die Luft für rein haltend, zurückgekehrt und als Clerk in ein Groce- riegeschäft in 4606 Wenlworth Ave. einge- ! treten. Hiervon erfuhren die Detectivs , Root und Killgallen und am Samstag wurde er von dort geholt und eingespcrrt. ' Vor Richter Eberhard! verlegte sich Miller ' auf'S Leugnen. Um dem Angeklagten nicht i Unrecht zu thun, ordnete der Richter an, i daß einSachverständiger vonCash-Registcrn > als Zeuge vorgeladen werde und ihm genau i den Mechanismus beschreibe. Miller wurde : bis zum 21. Nov. unter §4OO Bürgschaft > gestellt. Kaum halte er mit seinen Bürgen l den Gerichtssaal verlassen, als der bestoh- lene Kollege einen anderen Haftsbefehl gegen den sauberen Burschen herausnahm und diesen sofort zur Vollstreckung den ge- nannten Detectivs einhändigte. Vor Richter Bishop im Countyge- l rieht gelaugte heute Vormittag ein für Anzeigcagenten und Zeiluugsbesitzer in- teressanter Fall zur Verhandlung. Leon i Deutsch, der Vertreter einer östlichen An- ' zeigeuagentur, hat an „Prof." Birkholz, der ' im Masonic Templc Gebäude ein „Haar- erzeugungs- Geschäft" betreibt, eine Forde- rung von §350 für Anzeigen, für welchen Betrag er gegen Birkholz ein Zahlungs- ; urthcil erwirkt hat. Deutsch will nun er- r mittelt haben, daß Birkholz ein bedeutendes i Vermögen besitzt und sehr wobl im Staude , ist, die Schuldsumme zu bezahlen, und er a hatte deshalb Birkholz als „böswilligen - Schuldner" verhaften lassen. Das Verhör Wurde bis zum Freitag verschoben. NlcGann gewählt. Er siegt mit 70 Stimmen über seinen Gegner Belknap. Die offizielle Zählung der für den Con- greßcandidaten des dritten Bezirks abge- gebenen Stimmen, welche heule Mittag beendet wurde, gibt Larry McGann 15.355, seinem republikanischen Gegner Belknap 15,285 Stimmen, so daß McGann mit einer Pluralität von 70 Stimmen zum Congreßverlreter für den 3. Bezirk gewählt ist, wenn die Revision der Zistern keine wesentlichen Aenderungen ergeben sollte. Belknap's Anwalt hat bereits beim Countyrichler Scales den Antrag einge- bracht, daß eine nochmalige Revision der abgegcbcnenStimmen vorgenommen werde. Aeine Wolkenschaber mehr. Clinton I. Warren ist mit seinem Ge- such, auf dem Grundstücke No. 75 bis 81 Dearborn Slr. einen 16stöckigen Bau er- richten zu dürfen, vom Bau-Commisfär Eiscndralh endgültig abgewiefeu worden. Warren halte bereits im Jahre 1891 einen Erlaubnißschein für die Errichtung des Gebäudes erwirkt und dafür §l7O bezahlt. Den Schein hatte er aber verloren. In- zwischen war durch eine städtische Ordinanz eine niedrigere Maximalhöhe für Bauten festgesetzt worden, und als Warren sich um einen neuenErlaubnißschein bewarb, wurde er im Bauamt abschlägig beschicden, im Hinweis auf die betreffende Ordinanz. Neue Abzugsleitungen. Im Oberbaucommissariat wurde heute Vormittag die für die Legung von Abzugs- rohren in einer Anzahl von Straßen in verschiedenen Stadttheilcn gcöfsnct. Die Straßen, die demnächst durch Legung von Abzugsrohren verbessert werden sollen, sind die Fosterstr. von der Lincoln Ave. 575 Fuß westlich; Daylonstr. von Blackhawk bis Easimanstr.; Schoolstr. von Robeystr. bis Leavittstr.; 38. Court, don Ashland Ave. bis Pauliuastr.; Nelson Ave., von Woodstr. bis Ashland Ave.; 25. Straße von California Ave. bis 583 Fuß westlich von Franciscostr.; Sacramenlo Ave. von. 25. bis 26. Str.; Irving Park Boulv. vom Flusse bis zur Western Ave.; Graceland Ave., von Western Ave. bis Leavittstr.; Cromwcllstr. von Fullerton Ave. bis Mil- waukee Ave., und Rheinstr., von Milwaukee Ave. bis Myrske Ave. Lin schlagfertiger Beschützer Der Reinheit der Wahlen. Michael Davis, an Throop Str., nahe der W. 14. Slr. wohnhaft, gehört zu den- jenigen Republikanern, welche, solange das Bundeswahlgesetz (die sogenannte Force- Bill) in Kraft war, stets das Amt eines Supervisors oder Hilfsmarschalls beklei- dete. Als solcher sah und sieht er in jedem Nicht-Republikaner einen Wahlfreier und hat wiederholt schon beiden Reglstrirungen und Wahlen seinen stimmbrrechtigliglen Nachbarn Unannehmlichkeiten bereitet. Am letzten Wahltage begegnete er auf dem Wege zum Wahlplatz dem in seiner nächsten Nähe wohnenden John Mich. Clark, einem Bekenner der demokratischen Doctrinen. Ohne jegliche Veranlassung fing Davis mit demClark, einem allgemein als ruhig bekannten Bürger, Streit an und warf ihm vor, vor 2 Jahren einen Versuch gemacht zu haben, einen gewissen John Moorehead ungesetzlicherweise zu registri- ren. Clark verbat sich derartige Bemer- kungen, doch Davis berief sich auf seine Arbeit als Deputymarschall und wollte ihm Nachweisen, daß Moorehead betrüge- rischer Weise registrirt und gewählt Halle. Er drohte, ihm das Handwerk (falls er noch einmal etwas derartiges wagen sollte) ganz gehörig legen zu wollen und um dem schwächlichen Clark eine Probe seiner (Davis) Medizin zu geben, hieb er auf's Brutalste auf Clark los. Diese Probe war aber eine derartige, daß Clark bis heute mit blutunterlaufenen Augen und einer Menge Wunden am Kopfe im Bette zubringen mutzte. Er ließ den schlagfer- tigen Republikaner und Ex-Hilfs-Bundes- marschall wegen thätlichen Angriffs und unordentlichen Betragens einstecken. Davis versuchte auch heute vor Richter Eberhardt den Mann herauszukehren, dem nichts so sehr am Herzen läge, als die Reinheit der Wahlen und Clark als einen chronischen Wahlfrevler hinzustellen. Der Richter behielt sich seine Entscheidung bis zum 20. November vor und stellte den rausboldigen Davis bis dahin unter §SOO Bürgschaft. Die städtische Finanzklemme. Die städtischen Angestellten, welche bis- her ihr Gehalt für den Monat Oktober noch nicht erhallen haben, werden aller Voraussicht nach bis zum Ende des Mo- nats Dezember warten müssen, bis sie ihr Geld erhalten werden. Das stadträthliche Finanzcomile hat sich in feiner gestrigenSitzung darauf beschränkt, die Zahlliste des PoUzeidepartemenls einer Prüfung zu unterziehen und auf Grund derselben den Polizeichef zu einer bedeu- tenden Reduktion der Mannschaften der Polizei aufzufordern. Das Konnte be- schäftigte sich aber nicht mit der Frage, auf welche Weise die für die Bezahlung der Oktobergehäller nölhigen Gelder aufge- bracht werden sollen, und ebensowenig mit der Erörterung der Zweckmäßigkeit der von Comptroller Äckerman empfohlenen Ver- ausgabung von zinstragenden „Warrants". Vom Finanzcomile scheint die Stadt also kein Heil in ihrer gegenwärtigen traurigen pecuniären Lage zu erwartn. Aleines Feuer. Heute Morgen um 5 Uhr 55 Minuten explodirle in der Restauration von Steen L Anderson No. 45 O. Chicago Ave. eine Petroleumlampe, eincnßrand verursachend. Ehe das Feuer von der Feuerwehr gelöscht war, war in dem Restaurant ein Schaden von §l5O angerichlet. Frau Deeden ist die Eigenthümerin des Hauses und dasselbe ist versichert. Die Restaurant-Besitzer waren nicht versichert. Abendblatt 1 Cent, 6 Cents die Woche.

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