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Abendblatt Newspaper Archives Nov 10 1894, Page 1

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Abendblatt (Newspaper) - November 10, 1894, Chicago, IllinoisHerausgegeben von der Illinois Staats-Zeitungs-Eo. Ehicago, Samstag, 10. November 1894. Preis 1 Cent. 47. Jahrgang. No. 268. Uebevvlirk Hlnd Kurzgefaßtes. '— General Miles wurde an Howards stelle zum Befehlshaber im Departementoes Ostens, General Ruger an Miles' Stelle - zum Befehlshaber im Departement des Missouri (Chicago) ernannt. Von Boetticher, Reichsminister des Innern und Vicepräsident des preußischen Ministerraths, soll seine Entlassung einge- reicht haben. - Dem chilenischenPräsidenten Montt will die Bildung eines mit ihm in der Finanzfrage übereinstimmenden Kabinets nicht gelingen. Die Japaner haben Port Arthur ein- genommen. Mit der Leiche Alexander 111. ist man bis nach Charkow gekommen. Bischof Matz, dem eirische Anschwär- Zereien in Denver feine Stelle verleidet haben, ist vernünftig genug, die Sache nicht durch die dortige Presse an die große Glocke zu hängen. Es soll die Absicht be- stehen, den Erzbischof Chapclle dauernd bon Santa Fe nach Denver zu versetzen. Auf der New Jorker Börse herrschte heute eine steigende Tendenz vor, die den Kurs der Auckeraktien um pCt. in die Höhe trieb und andere Aktien um vCt. hob. Um Elf wurden nochmals die Preise um pCt. hinaufgesetzt. Der Bankausweis rief, ohne gerade schlecht zu sein, eine weichende Stimmung hervor, die aber nicht von Dauer war. ln Nord-Dakota hat ein deutscher Bauer einen Nachbarn, um dessen Frau Gewalt anthun zu können, ermordet, dann die Frau geschändet und ebenfalls ermordet und schließlich durch Brandstiftung die Spuren seines Verbrechens zu verwischen versucht. Die Einzelheiten des greulichen Verbrechens finden sich an anderer Stelle. Der heutige Bankausweis in New Jork ergiebl, daß die Ucberschüsse sich gegen die Vorwoche um 1,534,625 Dollars ver- ringert haben und auf 61,669,650 Dollars (mehr als die vorgeschriebencn 25 v. H.) zurückgcgangen sind. Die Darlehen haben jedoch ebenfalls um 1,017,300 Dollars ab- genommen und die Depositen um 2,925,700 Dollars. Wenn vie Pläne der Metropolitan Hochbahngesellschafl für vier neue Zweig- linien verwirklicht werden, dann dürfte dem Baron Jerkcs eine recht unangenehme Concurrenz erwachsen. Wir sind also jetzt wieder glücklich so weit gekommen, daß die Stadt mit „Scrips", anstatt mit Geld bezahlt. . Der heute stattgebabte Mercur-Durch-I gang war für diese Gegend nur für ganz kurze Zeit zu beobachten, weil der Himmel fast immer bewölkt war. Cekegrnplnscke Depesiken. Der Rreuzer Esmeralda. Derselbe soll als Schlachtschiff wertblos sein. Panama, 10. Nov. Es wird behauptet, daß der chilenische Kreuzer Esmeralda, über dessen Ankauf Japan in Unterhandlung steht, als Schlachtschiff nicht zu verwenden ist. Die Kessel desselben sollen schadhaft und seine Armirung zu schwer sein, da bei einem Gefechte durch das Abfeuern der schweren Geschütze die Decks zerrissen werden wür- den. Die Rebellen in Ecuador. Der Präsident rüstet eine Expedition gegen dieselben ans. Newlork, 10. Nov. Eine Spezialdepesche aus Quito berichtet, daß die Rebellen Pulcan genommen haben und dasselbe befestigen. Die ganze Gar- nison ist zu den Rebellen übergeireten. Der Präsident hat eine Anleihe ausgenom- men und rüstet eine starke Expedition gegen dieselben aus. Wire nicht so schlimm werden. Bewaffnete Indianer bei Milburton. St. Louis, 10. Nov. Von Antlers, O. T., wird der „Re- public" telegraphirt, daß Gouv. Gardner vom Bezirksanwalt Alford McClure in Alderson benachrichtigt worden sei, daß 400 bewaffnete Choctaws in der Nähe von Wilburton stehen, und daß ernstliche Un- ruhen erwartet werden. Es ist dies in Folge der Hinrichtung des Judianers Silan Lewis, welche am letzten Montag bei Wilburton stattfaud. Heftige Rümpfe in Deutsch-Afrika. Zwei deutsche Offiziere gefallen. Berlin, 10. Nov. Nachrichten aus Dar-es-Salam in Deulsch-Ostafrika, vom 13. Oktober mel- den, daß die Tabora-Gesellschaft den Stamm der Wohehe in der Stühe von Konto geschlagen hat. Es fanden heftige Gefechte statt, bei denen Lieutenant Both- mer geblieben ist, und Lieutenant Hatliersch und mehrere andere verwundet wurden. Lieut. Hatliersch ist seitdem seinen Wun- den erlegen. . Feuerschaden. Geschäft in Duane Str. um )50,00c> ge- schädigt. Newlork, 10. Nov. Das Schuhwaarengeschäft und die Gum- iniwaarenfabrik von Nathaniel Fischer L 146 Duane Str., wurden heule durch Feuer im Betrage von H50,000 beschädigt. Die Amtssiitirung desPräsidenten Woraes. Die für das Ereigniß vorbereiteten Festlichkeiten nehmen heute in Rio de Janeiro ihren Anfang, Und finden erst am nächsten Donnerstag ihren Abschluß. Washington, 10. Nov. Der hiesige brasilianische Gesandte Men- donca hat das amtliche Programm über die Festlichkeiten erhalten, welche zu der am nächsten Donnerstag stattfindenden Amtseinführung des neuen Präsidenten, heute in ganz Brasilien beginnen. Die Ge- legenheit ist eine ähnliche, wie die alle vier Jahrewiederkehrenoe Amtseinführung des Präsidenten der Ver. Staaten, mit der Ausnahme, daß die Festlichkeiten fünf Tage lang dauern, und mit der amtlichen Vereidigung des neuen Präsidenten ihren Abschluß finden. Der Gesandte Mendouca giebt eine interessante Beschreibung der Festlichkeiten, welche die im Lande herr- schende Ruhe und das Interesse desselben an republikanischen Einrichtungen kenn- zeichnen. Die jetzige Amtseinführung hat eine besondere Bedeutung, da es die erste derartige Festlichkeit ist, welche Brasilien seit der Abschaffung der Monarchie, und seitdem es eine Republik wurde, begeht. Der erste Präsident nach der Abdankung Dom Pedro's wurde vom Congreß ge- wählt, und bei dessen Tode wurde der Vicepräsident Peixoto, welcher das Amt jetzt inne hatte, sein Nachfolger. Bei der Umwandlung Brasiliens von einer Mo- narchie zur Republik, gab es Leute, welche prophezeiten, daß es dem Beispiele auderrr südlichen Republiken insofern folgen würde, als es Präsidenten auf Lebenszeit haben würde. Aber dies hat sich nicht bewahrheitet, denn im letzten März, zu einer Zeit, als von den Admiralen da Gama und de Mello eine Revolution in's Leben gerufen worden war, fand eine Wahl statt. Der Candidat der republikanischen Partei war der Se- nator Moraes, welcher mit nur geringer Opposition gewählt wurde. Moraes ist der Typus eines neuen brasilianischen Re- publikaners, denn er war der Präsident des verfassunggebenden Conventes, und später der Präsident des Senates, als welcher er an dem Entwurf der Gesetze theilnahm. Die Festlichkeiten der Amtseinführung beginnen heute in Rio de Janeiro mit einer großen Truppenschau, und mit dem Em- pfange der Spezialbevollmächtigten von Uruguay und Argentinien. Die urugua- uischen Beamten bringen Medaillen und Orden, welche in Folge des Krieges mit Paraguay verliehen werden sollen. Wäh- rend der übrigen Tage finden Truppen- und Flottenrevuen, Prozessionen etc. statt. Es sind sorgfältige Vorbereitungen ge- troffen worden, und die brasilianischeHauptstadt wird sich im Festschmuck, wie dies ähnlich am Jnaugurationstage in Washington der Fall ist, befinden. Der brasilianische Congreß hat für das Ereig- niß hinreichendeGelder bewilligt. Ueber das Gerücht, daß die Amtsein- führung des Präsidenten Moraes nicht stattsinden, und daß Peixoto zum Diktator ausgerufen werden würde, erklärte der Ge- sandte Mendonca, daß dasselbe all und jeder Wahrheit entbehre, wie aus dem heu- tigen Beginn der Feier deutlich zu ersehen sei. Peixoto wird seinen Rang als Ge- neral in der Armee beibehalten. Men- donca sagte, daß das aufrührerische Ele- ment im südlichen Brasilien kürzlich von seinem Führer den Rath erhalten habe, den fruchtlosen Kampf aufzugeben. Unter allen Umständen ist die Rebellion, wie der Gesandte sagt, von keiner Bedeutung, da die Kraft und die Hülfsmittel Brasiliens der verfassungsmäßigen und republikani- schen Negierung zur Verfügung stehen. Siegreiche Rebellen. Die Regierungstruppen in Ecuador von den Rebellen zusammengehauen. Guayaquil, Ecuador, - 10. November. s Der Nebellenführer Teodor Seminario hat Eton, Reque und Pimcntel genommen und außer einer Menge Waffen eine bedeu- tende Summe Geld erbeutet. Darauf organisirten sich die Rebellen von Neuem und erwarteten den Angriff der Truppen unter dem Befehle des Generals Borgana. Nach einem heftigen, sieben Stunden dauernden Gefechte, gelang es den Rebellen, Borgana's Linien zu durchbrechen, und seine Truppen mit Hinterlassung von Waf- fen und Ausrüstungsgcgcnständen in die Flucht zu schlagen. Der General selbst entging nur mit knapper Noth der Ge- fangennahme. Oberst Mavilo, welcher den Angriff der Rcgierungstruppen leitete, wurde schwer verwundet. Reque wurde vollständig zer- stört, und es blieb in der ganzen-Ortschaft kein einziges Haus stehen. Ein Wann im See ertrunken. Ein schwer mit Backsteinen beladenes Boot gekentert. Milwaukee, 10. Nov. Gestern Murgen um acht Uhr kenterte ein mit Backsteinen beladenes Boot, welches vom Schleppdampfer „Crosby" bugsirt wurde, etwa dreißig Meilen vom hiesigen Hafen und ein Mann, Namens Fransi Bland, welcher sich auf dem Boote befand, kam in den Wellen um. Die Bemannung des Schleppers that ihr Bestes, um den Mann zu retten, aber derselbe versank vor ihren Augen. Der „Crosby" war am Abend vorher von Grand Haven abgegan- gen und das Boot war mit 220,000 Back- steinen beladen. Nach dem Untergänge des Bootes setzte der Schlepper seine Fahrt fort und kam am Nachmittage um ein Uhr hier an. Ein gräulicher Verbrecher. Lin Farmer der Brandstiftung und eines doppelten Mordes geständig. Fargo, N. D., 10. Nov. Gestern wurde stk. I. Villars vom Sheriff Eddy von Stutsman County, im Gefängniß von Caß County abgeliefert. Eddy hatte mit seinem Gefangenen Jamcs- ton gerade noch zur rechten Zeit verlassen, um denselben vor dem Lynchgericht zu ret- ten. Auf dem Wege hiercher gestand Villars das scheußliche Verbrechen ein, dessen er beschuldigt wurde. Am Dienstag Abend war er nach der Farm der Frau Fromer, im Montpelier Township gekommen, hatte dieselbe mit einem Knüppel niedergeschlagen und sie dann in die Scheune geschleppt, wo er ihr Gewalt anthat, und fein Opfer dann in den in der Scheune befindlichen Brunnen warf. Darauf steckte er die Scheune in Brand, und machte sich davon. Die Scheune brannte nieder, aber Frau Fromer entging in dem Brunnen dem Tode. Gegen Mor- gen gelang es ihr, aus demselben heraus- zukleltern, worauf sie sich mit ihren Kin- dern zu einem, zwei Meilen entfernt woh- nenden Nachbar schleppte, dort den Vor- gang erzählte, und dann todt zusammen- brach. Villars wurde in Valley City ge- fangen genommen und nach Jamestown gebracht; er ist einer der ältesten Farmer in Stutsman County, und hat eine geachtete Familie. In Montpelier hatte sich mitt- lerweile eine bedeutende Menschenmenge zusammengefunden, die sich auf den Weg nach Jamestown machte, um das Scheusal zu lynchen, welches nur durch das schleu- nige Eingreifen des Sheriffs Eddy einst- weilen der gerechten Strafe entging. Gestern Abend gestand Villars noch ein zweites Verbrechen ein. Vor einem Mo- nate etwa verschwand Fromer, der Gatte der von ihm gemordeten Frau, in geheim- nisvoller Weise, und gestern gestand Vil- lars ein, daß er den Mann ermordete, nnd die Leiche unter einem Misthaufen hinter der Scheune verschaart habe. Versetzung höherer Offiziere des Heeres. Dieselbe eine Folge der pensionirung des des Generals Howard. Washington, 10. Nov. Der Sekretär Lamonl ist heute mit der Versetzung der Befehlshaber der Armeeab- theilungen beschäftigt, welche in Folge der Pensionirung des Gen Howard nothwen- dig wird. Einstweilen werden folgende Veränderungen eintreten: Gen. Milcs geht von Chicago nach New Jork; Gen. Ruger von San Francisco nach Chicago; Gen. Merrill von St. Paul nach San Francisco und Gen. Brooks von Omaha nach St. Paul. Gen. Forsyth gehl nach Omaha; General McCook bleibt in Denver, Gen. Wheaton in San Antonio und Gen. Otis in Van Couver. Der einzige Grund, durch welchen der Plan eine Aenderuug erfahren könnte, wären die besonderen Wünsche des General Brooks; das Kriegsdepartemeut hat tele- graphisch bei ihm angefragt, ob ihm die Versetzung genehm ist. Die Resignation des Bischofs Rlatz. Denver wird wahrscheinlich znm Lrzbisthum erhoben werden. Denver, Col., 10. Nov. Der Bischof Matz hat es abgelehnt, irgend welchen Aufschluß über die Gründe seiner Resignation zu geben, aber es wird allgemein angenommen, daß unüberwind- liche Schwierigkeiten, die sich ihm entgegen- gestellt haben, den Grund zu dieser so sel- ten vorkommenden Handlungsweise ge- geben haben. Es wird erwartet, daß der Erzbischof Chapclle von Santa Fe, während der Wahl eines Nachfolgers des Bischofs Matz zum Verwalter der Diöcese ernannt werden wird. Laut einem in katholischen Kreisen cirkulirendem Gerüchte, wird Den- ver wahrscheinlich zu einem Erzbisthum erhoben werden und wird der Erzbischof Chapclle dort seinen Wohnsitz nehmen. „Sam aus Vosen" muß brummen, Weil er seinem früheren Agenten Geld schuldet. Taunton, Mass., 10. Nov. Der Schauspieler M. B. Curtis, (Sa- muel aus Posen), wurde gestern Abend in Folge einer Schuldklage seines früheren Agenten Duncan B. Harrison, im Betrage von HBOO, dem Gefängnisse überantwortet. Der Leichenzug Alexander 111. Derselbe heute von Sebastopol in Lharkow angekommen. Charkow, 10. Nov. Der Sonderzug mit der Leiche des ver- storbenen Czaren ist, nach einem Aufent- halte in Simferopol, Pavlograb und Spassow, in der Nähe von Borki, wo eine Messe für die Seelenruhe Alexander 111. abgehalten wurde, von Sebastopol hier an- gekommen. Wieder flott. Der an derRüste von Long Island gestrandete Schooner „Massasoit" wieder flott. New lork, 10. Nov. Der Schooner „Massasoit," Capt. Bali- bitt, welcher in der Donnerstagnacht, wäh- rend er sich mit einer Ladung Kohlen auf der Fahrt von Newport News nach Fall River befand, auf der Höhe von Long Beach, auf Long Island, auf den Strand gerathen war, wurde heute Morgen um 4 Uhr von dem Schleppdampfer „Merrill" wieder flott gemacht und wach der Stadt gebracht. Keine neue Ausgabe von Bonds. Die Gerüchte darüber völlig unbe- gründet. Dieselben rühren, wie es heißt, von Maklern in der Mallstraße her. Washington, D. C., 10.Nov. Die von New Jork gekommene, in den Morgenzeitungen veröffentlichte Nachricht, daß eine weitere Ausgabe von H50,000,000 in Bonds beschlossen sei, entbehrt jeder Be- gründung. Es ist aus glaubwürdiger Quelle in Erfahrung gebracht worden, daß der Sekretär Carlisle in Bezug auf die Verausgabung von Bonds seine Politik in keiner Weise geändert hat. Der öffentliche Credit wird aufrecht erhalten werden, und wenn es zu dem Zwecke nöthig wird, Bonds auszugeben, so wird dies ohne Zö- gern geschehen, aber vorläufig wird daran nicht im Mindesten gedacht. Sollte ein stetiger und dauernder Abgang von Gold für Ausfuhr stattsinden, so mag es noth- weudig werden, um den Credit der Regie- rung zu wahren, eine weitere Anleihe zn placiren, aber augenblicklich findet dafür keine Nothwendigkeit statt. Ein Unterbc- beamter im Schatzamte sagte, daß diese Ge- rüchte von Maklern in Wallstraße in Um- lauf gesetzt würden, um den Markt zu be- einflussen. Bankräuber an der Arbeit. Sie mußten wahrscheinlich ohne Beute wieder abziehen. Gowrie, lowa, 10. Nov. Gestern Morgen um drei Uhr wurde der Gcldschrank der Gowrie Bank von zwei unbekannten Räubern aufgesprengt. Durch die Explosion wurden mehrere Bürger aus dem Schlafe aufgeweckt, wagten aber nicht, den Banditen zu Leibe zu gehen. Auch Charles Spaugler wachte von dem Knall auf und alarmirte sofort einige Nachbarn; da sie aber nur einen Revolver halten, wur- den sic von dem Wache haltenden Räuber in Schach gehalten, während dessen Spieß- geselle eifrigst dabei beschäftigt war, die stählernen Thüren des Geldschrankes auf- zusprengen. Die äußeren Thüren waren bereits gesprengt worden; die inneren waren angebohrt und in dem Bohrloche wurde Nitroglycerin zurExplosion gebracht, wodurch der Geldschrank zwar schwer be- schädigt, aber nicht aufgcsprengt wurde. Als schließlich eine größere Menge Bürger auf der Bildfläche erschien, gaben die Ban- diten Fersengeld. Bis jetzt konnte noch nicht in Erfahrung gebracht werden, ob die Räuber irgend welche Beute machten, da die Thüren des Gelbschrankes nicht geöff- net werden können. Es befanden sich in demselben H6OOO in daarem Gelbe, und wcrthvolle Papiere. Vielleicht ein Erdbeben. Ein Theil der Bevölkerung von Benton Harbor in unheimlicher Weise aus dem Schlafe aufgeschreckt. BentonHarbor, Mich., - 10. Nov. s Gestern Morgen wurde eine Anzahl von Personen, welche in der Nähe der hiesigen katholischen Kirche wohnen, durch ein dumpfes, donnerartiges, rollendes Geräusch aus demSchlafe aufgeschreckt,das mit einem plötzlichen Ruck, als ob ein schwerer Körper auf die Erde gefallen sei, sein Ende erreichte. Zu gleicher Zeit bebte die Erde, die Häuser geriethen in's Schwanken, und die Fenster klapperten. Das Geräusch war kein durch Donucr verursachtes, und Gs unterliegt keinem Zweifel, daß die eigenthümlichen Erscheinungen die Folgen eines Erdbebens waren. Das Ganze währte nur wenige Sekunden. Streikende Ranalarbeiter. Sie verlangen einen Tagelohn von fünfzig Leuts.. Panama, 10. Nov. Unter den Arbeitern an der Culebra Strecke des Panama-Canals ist ein Streik ausgebrochen, Die Leute erhalten von 35 bis 40 Cents den Tag und müssen sich selbst beköstigen; sie verlangen jetzt aberso Cents. Diese wurden ihnen jedoch verweigert und die Bauunternehmer werben jetzt neue Leute an Stelle der Streiker an. Diese letzteren stoßen Drohungen aus, und aus Vorsicht hat die Negierung die Polizei in Cutebra verstärkt. Harte Aufgabe. Der chilenische Präsident Montt ist nicht im Stande, ein ihm passendes Labinet zu bilden. Valparaiso, Chile, 10. Nov. Es sind drei Cabiuete in Vorschlag ge- bracht worden, aber keines derselben wollte in Thätigkeit treten, da sich der Präsident Montt hartnäckig weigert, auch nur einen Punkt seines Convertirungsplanes aufzu- geben. Siegfried Wagner in London. Sein erster Erfolg scheint kein sehr bedeuten- der gewesen zu sein. London, 10. Nov. Am letzten Dienstag hat sich Siegfried Wagner in „Queens Hall" der musikali- schen Welt Londons vorgestellt. Sein ein- ziger Erfolg bestand darin, daß er eine starke Zuhörerschaft angezogen halte, deren Anwesenheit jedoch meistens der Neugierde, ihn zu sehen, zugeschrieben wird. Während Henry Irving eine Tournee durch das Land macht, trat Frau Ellen Terry am letzten Montag zum ersten Male in Glasgow auf. Die Rlajestät von Siam wieder wohlauf. Und macht den Tempeln den gewöhnlichen lahresbesuch. B a n g k o k, 10. Nov. Der König von Siam hat sich von der Krankheit, durch welche er eine Zeit lang an den Palast gefesselt worden war, erholt und den Tempeln seinen jährlichen Besuch abgestattet. Port Arthur eingenommen. So wird aus Tschi-Fu nach London berichtet. London, 10. Nov. Aus Tschi-Fu wird der „Pall Mall Ga- zette" gemeldet, daß die Japaner Port Arthur genommen haben. Unglücklicher Fall. Lin Geschäftsmann aus Memphis findet auf der Heimreise seinen Tod. Memphis, Tenn., 10. Nov. Albert S. Mitchell, ein angesehener Ge- schäftsmann aus Memphis, Tenn., kam am Freitag durch einenFall von derPlatt- form eines Bahnwagens der Chesapeake. Ohio L Southwestern Bahn, zu seinem Tode. Der Unfall ereignete sich drei Mei- len nördlich von Memphis, während sich Mitchell auf der Rückreise von St. Louis befand. Schiffsmachrichten. Zn der Nacht anqekommen: Rotterdam „Obdam" von New Jork. Liverpool „Runic" von New 'Jork. Havre „Edam" von New Jork. New Jork „Francisco" von Hüll. Christiansaud „Virginia" von New- Jork. Liverpool „Lucania" von New Jork. Hüll „Colorado" von New Jork. New Jork „Alsatia" von Livorno, „Scotia" von Venedig. Genua „Kaiser Wilhelm II." von New Jork. Queenstown „Lucania" von New Jork nach Liverpool. London „Maine" von Philadelphia, „Maryland" non Baltimore. Heute gemeldet: New Jork: „Campania" von Liver- pool. Newlork: „Prussia" von Hamburg. Städtisches. Das Wetter. Optiker Kleine, 76 Washington Str., berichtet für Chicago die folgenden Baro- meter- und Thecmometerstände: Um 8 Uhr Morg. 36 Gr., um 9 Uhr 36 Gr., um 10 Uhr 38 Gr., um 11 Übr 40 Gr., um 12 Übr 40 Gr. Barometerstand um 3 Uhr Morg. 29.45, 12 Uhr 29.45. Rlercur und Sonne. Line interessante astronomische Erscheinung. Mercur, nicht der geflügelte Gott der Kaufleute nnd Spitzbuben, sondern der Planet Mercur, machte heule Vormittag seinen unseren Lesern bereits vor einigen Tagen angckündigten Spaziergang an der Sonne vorbei, und zahlreiche Freunde der Astronomie konnten, da die Sonne ihr von Wolken umrahmtes Antlitz hin und wieder un Laufe der fünf Stunden, welche der Spaziergang in Anspruch nahm, doch in vollem Glanze zeigte, denselben beobachten. Ein Berichterstatter des „Abendblatt" war einer .der Glücklichen, denen es ver- gönnt war, das interessante Phänomen durch ein gutes Telescop, auf der Stern- warte des Herrn L. Gathmann, des Erfin- ders des nach ihm benannten neuen Systems der Anfertigung von Fernrohr- Objektivlinscn, zu beobachten. Der Mercur trat Punkt 9 Uhr 55 Mi- nuten und 50 Sekunden, genau wie die Astronomen es vorausberechnet haben, vor die Sonuenscheibe. Der Planet markirte sich deutlich als ein scharf abgegrenzter run- der schwarzer Fleck und bewegte sich lang-sam von der Eintrittsstelle in der Richtung nach „rechts oben" auf der Sonncnscheibe weiter. Wenn an Stelle des Mercur der Mond vor der Sonnenscheibe vorübergegangen wäre, würde man die Erscheinung eine Sonncnfinsterniß genannt haben. Der kleine Merkur vermag natürlich eine Ver- finsterung der Sonne nicht herbcizuführen. Um die Augen des Beobachters vor dem grellenSonnenlicht zu schützen, mußte man die Beobachtung durch geschwärzte oder- dunkelfarbige Gläser anstelle», auch bei einer Beobachtung durch ein starkes Fern- rohr. Der nächste Vorübergang des Merkur vor der Sonncnscheibe findet erst wieder nach 13 Jahren statt. Line werthvolle Rlandoline. Dem Mandoline-Virtuosen Cesare Va- lisi ist aus seiner Office in der Weber Music Hall sein kostbares Instrument ge- stohlen worden, was für ihn einen Verlust von mindestens P4OO bedeutet. Aber das Instrument war um so theuerer, als Ade- line Patti während ihres Aufenthaltes hier- in Chicago tagtäglich daraus spielte. Der Dieb hat mit auffallendem Kennerblick aus zwanzig anderen werthvollen Instrumen- ten, die ebenfalls in der Office lagen, gerade dieses herausgegriffen und zwar, wie Herr Valisi glaubt, als eine Art Unter- pfand mit welchem dann Gelderprcssungs- versuche gemacht werden sollen, da es allge- mein bekannt war, wie Valisi an diesem Instrument hing. Das einer Frau Block gehörige nnd von Frau Bertha Frank bewohnte Haus 110 Gurley Str. wurde heute früh gegen 10 Uhr durch Feuer zum Betrage von G3OO geschädigt. Oscar Aelsch-Mordproreß. Zeugen zu Gunsten des Angeklagten. George Mechselberger soll der Vater eines Rindes der Frau Felsch gewesen sein. Nachdem gestern Machmittag FrauAgnes Wechsclberger und der Zeitungs- junge Frank Engel über die Ermordung von George Wechselberger am Morgen ge- gen 8 Uhr an der Ecke von Clybourn und Clcvelaud Ave. durch Oscar Felsch berichtet halten, wurde heute Morgen Dr. Mitchell von dem Coronersamt als erster Zeuge ver- nommen. Er berichtete, daß die Kugel dem Getroffenen über der linken Brust- Warze durch die Lunge drang und den so- fortigen Tod verursachte. Er fand die Ku- gel, welche sich gesenkt hatte. Alle übrigen Organe des Verstorbenen waren gesmrd. I Er war ein außergewöhnlich starkerJüng- ! ling mit mächagen Muskeln und 170 ! Pfund schwer. Es folgte dann die zweite Vernehmung der bejahrten Frau Agnes Wechsclberger. ! Sie berichtete von Hülfsstaats - Anwalt Pearson befragt, scher einen Besuch, den Felsch ihr am Mittwoch vor dem 7. August abstattete. Er kam am Vormittag und thcilte der Frau mit, daß ihr Sohn George mit seiner, Felsch's Frau, die verflossene Nacht zufammengewescn sei. Sie sollte mit ihm gehen und er würde ihr das Paar zeigen. Die Zeugin weigerte sich, mitzu- gehen. Dann theilte ihr Felsch mit, daß George der Vater eines Kindes der Frau Felsch sei und derselben H9O gegeben habe. Frau Wechsclberger wollte davon nichts wißen. George Wechsclberger, berichtete der Mutter weiter, habe erklärt, daß er „alle drei", nämlich ihn, Frau Felsch und das Kind erschießen wolle. Jin Kreuzverhör versuchte Vertheidiger Trude die Frau über ihren Namen zu ver- wirren, sie konnte ihren Namen nicht rich- tig buchstabiren. Hr. Pearson berief die Tochter der Fr. Wechsclberger, welche den Namen richtig in deutschen Buchstaben nie- dcrschrieb. Weiler fragte der Vertheidiger, ob Felsch sie nicht gebeten habe, tue Tren- nung zwischen George und Frau Felsch herbeizuführen, sie könne besser mit George argumentiren. Die Zeugin wußte davon nichts. Als nächster Zeuge wurde der Polizist Fred. Tallowitz vernommen. Er begab sich am Morgen des 7. August zur O. Chi- cago Ave.-Station zum Dienst am Ambu- lanzwagen und sah an der Ecke von Cly- bourn Ave. und Eleveland Ave. einen Volksauflauf. Die Polizisten Barney und Baer hallen Felsch in den Patrouillekasten gesteckt, um ihn vor der Volkswuth zu schützen. Felsch fragte, ob Wechsclberger einen Revolver bei sich gehabt habe; die Frage wurde verneint. Dem Polizisten sagte Felsch auf dem Patrouille-Wagen, daß er sich selbst erschossen hätte, wenn er nicht zu eilig die Waffe einem Manne über- geben hätte. Im Kreuzverhör befragte der Vertheidi- ger den Polizisten nach der Lokalität. Tallowitz hatte nachträglich Messungen vor- genommen und gab einen genanen Ueber- blick über die Entfernungen. Albert Kaiser, No. 23 Beethoven Place wohnhaft, arbeitete hinter den: Haus an Clybourn Ave. in einem Pferdestall, als er- den Schuß hörte. Er eilte hinzu und sah George Wechsclberger vor der Wirthschaft an der Ecke liegen. Der Verwundete that noch zwer Athemzüge und sank dann lodt zurück. Kaiser ging mit George Wechscl- berger in die Schule. Gestörte Siegesfeier. Am Abend des Wahltages brannten einige siegestrunkene Republikaner des 7. Bezirks der 19. Ward (Harrison und Mil- ler Str.) ein riesiges Freudenfeuer ab. Einige die Gegend patrolllirende Blauröcke der Maxwcllstr.-Station, unter ihnen die Polizisten Pidgeon, Mäher und Mnddiek sahen dieses Freudcufeucr nicht gern, doch nicht elwa, weil sic den Republikanern die Siegesfeier nicht gönnten, sondern weil in der Nähe des abgebrannten Freudenscucrs zu viel Holzhäuser standen. Besorgt um die Interessen der Versiehe- rungsgesellschaften forderten sie die um das Feuer versammelten Leutchen, junge und alte, auf, dasselbe auszulöschen. Davon! wollten diese'aber durchaus nichts wissen.! Sie sagten denßlauröcken geradezu, daß sie sicherlich nicht interveniren würden, wenn die Demokraten gesiegt hätten und deren Partei-Angehörige das Frcudenfeuer ab- brenncn würden. Ein Wort gab das an- dere, und schließlich drohten die Blauröcke, die Enthusiasten einzusperren. Doch gegen dieses Vorhaben protestirten die „Sieger an der Wahlurne" ganz entschieden. Als die Polizisten aber Ernst machen wollten und ganz besonders Pidgeon sich vordrängte, flogen plötzlich einige Revolver aus den Hüftentaschen heraus und ehe beide Parteien noch recht wußten, was eigentlich los wäre, krachten bereits einige, glücklicher Weise ihr Ziel verfehlende, Schüsse. Doch dieses war das Signal zu einer all- gemeinenFluchl derRepublikaner. Pidgeon will aber ui zweien derselben alte Bekannte, Dennis Doherty und WilliamSusic, wieder- erkannt haben. Er nahm heute Hafts- bcfehlc gegen dieselben heraus und wurden sie in einem Saloon augelroffen und sicher- gestellt. Richter Eberhardt wird sich mit den Beiden (die wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt und unordentlichen Betragens angeklagt sind) am 14. beichäftigen. Eapt. Duffy soll antworten. Polizeichef Duffy hat gestern den Eapt. Duffy von der Eentralstation schriftlich aufgesordert, ihm einen umfassenden Be- richt über den Hergang der Verhaftung der vierzehn Personen in der 16. Ward am Abend vor dem Wahltage mit allen Neben- umständen zu erstatten. Namentlich wünscht der Polizeichef zu wissen, auf wes-sen Veranlassung hin die Verhaftungen vorgeuommen worden seien. Eapt. Duffy erklärte gestern, daß er noch nicht wisse, ob er den eingcfordcrten Bericht bis zum Dienstag fertig haben würde, an welchem Tage die von Richter Foster ver- tagte Verhandlung stattfinden soll. Abendblatt 1 Cent, 6 Cents die Woche. Ackerman resignirt. Er ersucht den Nlavor, sofort einen Nachfol- ger für ihn zu ernennen. Comptroller Ackerman hat heute Vormit- tag dem Mayor seine ernste Absicht, sein Amt als erster Finanzbeamter der Stadt niederzulegcn, durch das nachstehende Schreiben knndgethan: Hon. John P. Hopkins, Mayor. Geehrter Herr: Mich auf meinem Brief an Sie vom 18. vorigen Monats, in welchem ich Sie er- suchte, mich meiner Amtspflichten zu ent- binden, sobald ein Nachfolger für mich er- nannt sein kann, beziehend, erlaube ich mir zu bemerken, daß ich darauf vertraue, das; es Ihnen möglich sein wird. Jemand zu finden, der meine Stelle sofort einnchmen kann. Die Verwickelungen, welche uns umgeben, das natürlicheResultat eines seit vielen Jahren bestehenden fehlerhaften Systems, machen es lhatsächlich für Jeder- mann, mag er noch so competent und ge- schickt sein, unmöglich, mit Erfolg den Pflichten nachzukommen, welche dem ersten Finanzbcamlen der Stadt obliegen, und ich bin nicht Willens, mich länger zu bemühen, etwas auszuführen, was mir so schwierig erscheint. Ich muß Sie daher bitten, dem Stadtrath so bald es irgend möglich ist, den Namen meines Nachfolgers zu unter- breiten. Indem ich Ihnen nochmals für die Zu- vorkommenheit, die mir während meiner Amtszeit von Ihrer Seile zu Theil ge- worden ist. sowie für das große Ver- trauen, das sie stets in mich gesetzt haben, danke, verbleibe ich Achtungsvollst Wm. K. Ackerman. Das Schreiben vom 18.October, auf das Herr Ackermann sich in dem obigen Schrei- ben bezieht, hat folgenden Wortlaut: Hon. John P. Hopkins, Mayor. Geehrter Herr! Hiermit lege ich mein Amt als Comp- troller der Stadl Chicago nieder, und zwar soll meine Resignation in Kraft treten, so- bald als ein Nachfolger für mich ernannt werden kann. Meine besonderen Gründe für meine Bitte an Sie, mich jetzt von meinen Amtspflichten zu erlösen, sind die, daß meine Privatgeschäfte, die ich während des verflossenen Jahres vernachlässigen mußte, gebieterisch jetzt meine Aufmerksam- keit verlangen. Außerdem verlangt die an- gestrengte Arbeit der letzten zehn Monate, daß ich mit derselben aufhören muß. Indem ich von Ihnen Abschied nehme, wünsche ich Ihnen ineinen herzlichen Dank auszusprechen für das Vertrauen, das Sie mir während Ihrer ganzen Administration entgegcngebrachl haben, sowie für die Zu- vorkommenheit, mit der Sie mich stets be- handelt haben. ' Achtungsvollst Ihr W. K. Ackerman. Mayor Hopkins erklärte heute Vormit- tag, daß ihm auf Grund der Art und Weise, wie das Resiguationsschreiben des Herrn Ackerman abgefaßt sei, nichts anderes j übrig bleiben werde, als die Resignalioit/ anzunchmeu. Er erklärte, daß er zwar noch keinen Nachfolger für Herrn Ackerman im Auge habe, daß er aber hoffe, daß in der demokratischen Partei sich ein Alaun fin- den lassen werde, der den Pflichten des Amtes des städtischen Finanzministers voll und ganz gewachsen sein werde. „Rid" Rlurph-y von der Polizei der Sheffield Ave. verhaftet. Lapt. Schuettlers Tbätigkeit in der Sache. In einer Zelle der Sheffield Ave.-Sta- tion ist ein Gefangener, von welchem Eapl. Schuettlcr sicher glaubt, daß er an der Er- mordung von Gustav Eolliander belheiligt war. Eapt. Schuettlcr hielt den Namen mit großer Sorgfalt geheim und nachdem der Gefangene an Jnspector Schaack aus- > geliefert ist,wird letzterer etwas über diePcr- ! son des Verhafteten und den Namen ver- öffentlichen. Trotz dieser Geheimnißthucret wurde heute Morgen entdeckt, daß der Name des Verhafteten „Kid" Murphv sein soll, j Die Gefangennahme Murphys wurde heule ! Morgen um 7 Uhr bewerkstelligt, nach einer j achlzehnstündigen Jagd. Die Verhaftung erfolgte in einer Hütte, ' welche mit Bewaffneten gefüllt und vcr- ! barrikadirr war. Gestern Mittag erhielt ! Eapt. Schncttler Mittheilung über den Platz, wo sich Maj. Sampson und die ! übr'gcn Mitglieder der Market >str.-Bande verborgen hielten. Sergeant Finan erhielt den Befehl, nach Eapl. Schuettlcr's An- gaben den Platz ausfindigzu machen. Nach einer Suche während des ganzen gestrigen Nachmittags und eines Tbcites der ver- flossenen Nacht wurde das Versteck der Banditen entdeckt. Es liegt zwei Häuser von der Ecke von Centre und Larrabee Str. Nachdem einige Schüsse, durch welche Niemand verwundet wurde, gefallen waren, gelang die Verhaftung Murphy's. Maj. Sampson und Elabby Burns entkamen. Murphy wurde auf dem Wagen der Shef- field Ave. Station dorthin abgeliefert. Finan ist mit zwei anderen Polizisten jetzt an der Belmont Ave. auf der Verfolgung eines zweiten Verdächtigen. Murphy ge- stand Eapt. Schüttler, daß er sich am Wahltage mit Maj. Sampson und Elabby Burns umhertrieb; er will aber milder Ermordung Collianders nichts zu thun gehabt haben. Freiberg's Opernhaus. „Lumpacius Vagabundus", diese altbe- währte Posse, welche seit einer langenReihe von Jahren stets volle Häuser gezogen hat, kommt morgen Abend in Freiberg's Opern- haus in guter Rollenbesetzung zur Auf- führung. _ Viehmarkt. Schweine sind heute matt und um 5 Ets. billiger. Schwere brachten 4.35(14.80, leichte 4.05(D,4.50, durcheinander 4.15<Z 4.70. Rindvieh ist fest, Schafe fest im Preise. Zufuhr 21,000 Stück Schwein, 1500 Rindvieh, 6,000 Schafe.

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