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Abendblatt Newspaper Archives Nov 9 1894, Page 1

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Abendblatt (Newspaper) - November 9, 1894, Chicago, IllinoisHerausgegeben von der Illinois Staats-Aeitungs-Co. Chicago, Freitag, 9. Rlovember 1894. Preis 1 Cent. 47. Jahrgang. No. 267. Uebevvlittr Zlrrd Kurzgefaßles. '— Schneegestöber und kaltes Wetter, bei starkem Nordwestwind, wird uns für die nächsten 36 Stunden prophezeit. - Der Republikaner Majors ist in Nebraska von seinem populistischen Gegner wahrscheinlich geschlagen. ln San Francisco ist der PopulistAdolph Sutro mit 2000 Stimmen Mehr- heit zum Bürgermeister gewählt. —ln der brasilianischen Hauptstad: wurden meuterische Soldaten durch Ver-sprechungen zum Gehorsam zurückgcbracht und die Anstifter, zwanzig an der Zahl, auf der Stelle erschossen. ln Folge eines Wolkenbruchs habenin Venezuela 150 Menschen den Tod ge- sunden. ln Huntington in Indiana sind heute srüh 3 Arbeiter in Folge einer Dynamit- explosion um's Leven gekommen und eine stanze Anzahl übel zugerichtet worden. Fürst Bismarck hat aus Rücksicht auf den Zustand seiner kranken Gemahlin die Ilebersiedlung von Varzin nach Friedrichs- ruh auffchieben müssen. Kopenhagen ist von heute ab Frei- hafen. Regierungspräsident von Hammcr-ftein aus Hannover soll, wie man hört, zum preußischen Ackerbauminister ernannt werden. ln New York setzten die Kurse auf der Effektenbörse mit einem kleinen Rück- gänge an, erholten sich aber allmählichwie- der und gegen Mittag war der Markt fest und die Tendenz steigend. Der Spirituosenhändler Mathew Nicholson aus New Yort hat die Polizei sehr beschämt. Er wurde um HllOO be- raubt und nachdem sowohl die New Yorker als auch die hiesige Polizei nicht im Standegewesen, der Spitzbuben habhaft zu werden, nahm er die Sache selbst in die Hand und verhaftete beide Verbrecher in Chicago. Der Hypnotiseur Dr. Khalif hat seinen Clerk Mahoney, der ihn bestohlen hatte und dann durchgebrannt »var, durch seine geheimnißvolle, fernwirkende Kraft veranlaßt, zurückzukommen und seine Schuld zu bekennen. Warum gründet Dr. Khalif nicht eine Detektiv-Agentur, oder bietet dein Polizei - Departement seine Dienste an? , Die Polizei hat bis jetzt den Mörder, welcher den Schweden Coliander ain Mitt- woch erschoß, nicht verhaftet. Wenn in dieser Richtung nicht bald etwas geschieht, dann muß man glauben, daß der politische Einfluß wieder einmal eine Rolle spielt. Cekegrapinscüe Depesclren. Traurige Lage der chinesischen Armee. Die Soldaten müssen hungern und frieren. Admiral Fremantle über die Lage. Shanghai, 9. Nov. Die nördliche chinesische Armee hat sich in das Gebirge zurückgezogen, wo die Trup- pen, wie es heißt, schwer vom Hunger und von der Kälte zu leiden haben. Die japanische Armee ist bei Keng-Wang- Tscheng gelagert. Die Japaner verfolgen 15,000 Chinesen, meistensRekruten. Man glaubt nicht, daß Porr Arthur einem An- griffe der Chinesen einen entschiedenen Wi- derstand leisten tvird. Admiral Fremantle, der Befehlshaber der britischen Flotte, ist der Ansicht, daß bei Port Arthur der letzte entscheidende Kampf zwischen den Chinesen und Japanern statt- finden Wird. Freches Räuberstückchen. Line Drtschast von vier Banditen überfallen. Guthrie, O. T., 9. Nov. Gestern Abend kamen vier maskirtc und berittene Räuber in den Ort Shatluck, drangen in das Postaint ein, und raubten dasselbe vollständig aus; dann begaben sie sich in T. Bk. Millers Geschäft, und nah- men ihm außer einigen Kleidungsstücken K4OO ab. Schließlich gingen sie nach Clarks Wirthschasl, tvo sie den Schank- kellner mit vorgchaltenen Revolvern zwan- gen, ihnen das Beste, was er im Hause hatte, vorzusetzcn, worauf sie ihre Pferde bestiegen, und davonritten. Banditenwirthschaft. Lin Geschäftsmann um rzzoo beraubt. Ander, Wyo., 9. Nov. Drei maskirte Banditen drangen gestern in Thermopolis in R. C. Enderly's Ge- schüslsladeu, und zwangen ihn mit vorgc- haltenen Revolvern zur Herausgabe von GI3OO. Bei der später erfolgten Verfol- gung der Räuber wurde einer derselben, den man als Jake Snyder erkannte, tödt- lich verwundet. Die Anderen entkamen Mit dem größeren Theile des Raubes. Der Republikaner Rlajors ge- schlagen. Der Fusionist Holcomb zum Gouverneur von Nebraska gewählt. Omaha, Neb., 9. Nov. Sämmtliche Wahlberichte über das Gouverneursamt sind bis auf fünf Coun- ties cingelausen. Danach bat Holcomb (Fusionist) über den Republikaner Majors eine Pluralität von 2600 Stimmen er- langt. Die fünf Counlics, von denen noch keine Berichte da sind, erhöhen Holcomb's Pluralität um etwa 200 Stimmen. lkine 4M siir Sie chineWe Kolle in Port Mljur. Uanik in dev Mrrndsttiuvei Die Bevölkerung rettet sich in die Städte. Die Japaner legen Torpedos im Hafen von Port Arthur. London, 9. Nov. Eine Depesche aus Shanghai sagt, daß die Panik in Nin-Tschuan und in der ganzen Mandschurei fortdauert. Schaarenvon Landleuten kommen in Nin-Tschuan an und zwei Drittel der Geschäfte sind ge- schlossen. Tschan-Tschi-Tung ist gestern Abend mit der Leiche des Vice-Königs von Liang- Chlong in Nanking angekommen. In Hang-Kon ist eine Kriegssteuer von A 3 auf die Person auserlegt worden, welcher sich die Bevölkerung wahrscheinlich widersetzen wird. Die „Pall Mall Gazette" hat eine De- pesche aus Yokohama erhalten, worin es heißt, daß die Japaner in Port Arthur Tor- pedos legen und noch in anderer Weise die Falle vervollständigen, welche sie für die Chinesen vorbereiten. Ushida, der japanische Geschäftsträger in London, sagt, daß Japan als Antwort auf seine Reformvorschlüge in Korea die Unter- haltung einer chinesischen Armee auf der Halbinsel nicht vulden könne. „Die Anwesenheit von chinesischen Trup- pen in Korea bedeute eine Schreckensherr- schaft, wie sie jetzt in der Mandschurei an der Tagesordnung sei. Japan habe die Unabhängigkeit Chiua's niemals bedroht, und beabsichtige nicht, das Reich zu zer- stückeln, wünsche auch nicht, daß dies von anderen Mächten geschehe. Japan's Be- streben sei, China frei von Korruption, glücklich und dem Handel und der Civili- satton geöffnet zu sehen." Scheußliche Niedertracht. Eine zweiundneuuzigjähriqe Greisin von ihrem unnatürlichen Sohne und dessen Frau gemißhandelt. Adrian, Mich., 9. Nov. Der 65 Jahre alte, in Franklin, in die-sem County wohnende Farmer Michael Wilson, bekannte sich gestern des Angriffs schuldig, und wurde zu dreimonatlicher Einsperrung im Arbeilshause verurtheilt. Seine 92jährige Mutter wohnt bei ihm, und wird nicht allein von dem Sohne, sondern auch von dessen Frau auf das Scheußlichste behandelt, so daß es nichts Seltenes ist, daß die alte Frau hungern und frieren muß. Kürzlich wollte die Greisin Feuer machen, »vorüber Wilson's Frau so ärgerlich wurde, daß sie sich auf die Schwiegermutter stürzte und dieselbe prügelte. Der unnatürlicheSohn, welcher grade Hinzukain, hals seiner Frau sofort, prügelte seine Mutter mit einer Peitsche, schleppte sie dann in das obere Stockwerk, wo er ihr noch mehrere Schläge mit dem dicken Ende der Peitsche versetzte. Als Kläger trat Wilson's eigener Sohn auf; Wilson ist Mitglied einer Kirche, und Be- sitzer einer schönen, 120 Acker großen Farin. Die alte Mutter mußte bei dem gestrigen kalten Wetter eine Fahrt von zehn Meilen machen, um als Zeugin aufzutreten- Lin allgemeiner Aufstand in Sicht. Der brasilianische Rebellenadmiral da Gama über die Lage in Rio. Montevideo, 9. Nov. Der Admiral da Gama sagt, daß die Unruhen in Rio ein Theil eines vor einem Monat entworfenen Planes seien, um einen Aufstand unter den Truppen in's Le- ben zu rufen. Obgleich die Ruhe wieder hergestellt ist, ist er der Ansicht, daß ein all- gemeiner Ausstand bevorsteht, sogar noch ehe der Präsident Moraes sein Amt ange- trelen haben wird. Seiner Ansicht nach werden vier Kriegsschiffe zu den Rebellen übergehen. General Salgado hatte eine starke Ab- theilung Rcgierungstruppcn bei San Ma- les in die Flucht geschlagen. Lin Retter in der Noth. Lin Rind vom Tode in den Flammen gerettet. Milwaukee, 9. Nov. Gestern hat sich E. A. Brand, der Eigen- thümcr eines Fleischladens in No. 138 Warren Ave., durch dieRettung der kleinen dreijährigen FlorenceMcShayne aus einem brennenden Hause mit Ruhm bedeckt. In derKüche des Hauses No. 147 Warren Ave., in welchem die Familie McShayne wohnt, war ein Oelofen explodirt, und ehe die Feuerwehr zur Stelle war, hatten dieFlam- men die in das obere Stockwerk führende Treppe ergriffen, ivo das Kind schlief. Als Brand Hörle, daß sich in dein brennenden Hause noch ein Kind befinde, drang er trotz Rauch und Flammen in das Gebäude und brachte die Kleine, welche bereits durch den Rauch bewußtlos geworden war, an ein Fenster des zweiten Stockwerks, von wo aus Beide von der Feuerwehr in Sicherheit ge- bracht wurden. Dynamitexplosion. Drei Todte und viele Verletzte die Folge davon. Fort Wahne, Jnd., 9. Nov. In Folge einer Dynamitexplosion in Huntington, Jnd., fanden heute Morgen Jack Flynn, John Harlmann und Morton Keifer ihren Tod. Es sollen viele andere Personen Verletzungen davongetragen haben. Verheerendes Unwetter. Zwanzig Tausend Meilen Tele- graphen- und Telephondrähte heruntergerissen. Der dadurch angerichtete Verlust aufrzoo.ooo veranschlagt. NewHaven, Conn., 9. Nov. Es ist beinahe unmöglich, den an den Telegraphendrühten in Connecticut durch das Unwetter vom letzten Montage ange- richteten Schaden zu beschreiben. Ein Sachverständiger schützt den Verlust der Telephon- und Telegraphen - Gesellschaften allein auf GIOO,OOO. In diesem Staate sind mehr als acht- tausend Pfosten niedergeworfen, von denen die meisten, ohne zu zerbrechen, aus denk Boden gerissen wurden, und wurden Drähte in einer Länge von 20,000 Meilen herunter- gerissen. Wo die Pfosten stehen blieben, wurden die Drähte, welche derartig mit Eis belastet waren, daß es für einen Mann unmöglich war, sie wieder zu befestigen, niedergerissen. Die östliche Verbindung im Staate ist noch nicht wieder hergcstellt. Hartford hat zwei brauchbare Drähte, und Middletown nur einen. Auch anderes Eigenthum hat schweren «schaden gelitten. Von seinem Arbeiter überfallen. Lin Farmer von einem seiner Arbeiter bei- nahe erstochen. Mason City, lowa, 9. Nov. Gestern Morgen wurde John Sehay, ein im südlichen Theile des Countys wohnen- der Farmer, schwer, wenn nicht tödtlich von einem seiner Arbeiter durch Messerstiche verwundet. Er machte Feuer in einem Ofen an, als der Mann vorn oberen Stock- werke hcrunterkam und sich ohne die ge- ringste Veranlassung aus Sehay stürzte und ihm mehrere Messerstiche bcibrachte. Glück- licher Weise erhielt der Farmer von zwei anderen Arbeitern Hülse, sonst wäre er todt auf dem Platze geblieben. Sehay's Angreifer befindet sich jetzt im Gefängniß; er nennt sich Marlin Joyce und sagt, daß er keine Heimath habe; außerdem will er nur aus Nothwehr gehandelt haben, wofür jedoch alle Beweise fehlen. Heirath im Gefängnisse. Sie wollte heirathen, mußte, wie sie sagte, heirathen, und heirathete denn auch schließlich. Clevela n d, 0., 9. Okt. Heute war in der Privatoffice des Sheriffs Ryan, in dem Countygefünguisse, ein Altar errichtet worden, und ein wegen Schwindelei verurtheiltcr Gefangener wurde vor demselben mit einem hübschen jungen Mädchen aus Houston, Texas, ehe- lich verbunden. Der Gefangene ist James H. Erny, der vierundzwanzigjährige Sohn eines hohen englischen Offiziers. Derselbe war vor mehreren Jahren in das Land gekommen, und hatte sich in Texas niedergelassen. Vor einiger Zeit kam er nach Cleveland, richtete sich eine luxuriöse Junggesellenwohnung ein, und kaufte ein elegantes Piano auf Abzahlung. Nachdem er einen kleinen Betrag für das Instrument abbezahlt hatte, verkaufte er dasselbe, wurde verhaftet, und wegen Schwindelei verurtheilt. Gleich darauf, als Jennie Duty von der „Central Friendly Inn" und andere gleich gute Christinnen von Grace Hugo in Houston, Texas. Briefe erhielten, trat die Romantik der Geschichte an die Oberfläche. Grace theilte mit, daß durch den Vorfall ihre Hochzeit in die Brüche gehe; daß dieselbe aber stattfinden müsse, und daß sie, wenn ihr die Clevelan- der Damen keine Fahrkarte schickten, zu Fuße nach Cleveland reisen würde. Am letzten Freitag kam sie schließlich an, aber nicht zu Fuße, und cs heißt, daß die Clevelanderinnen ihre Fahrt von Texas bezahlten. Der Hochzeitstag wurde sofort festgesetzt, und heute wurde, wie oben ge- sagt. der Bund für das Leben geschlossen. Lin eigenthümlicher Rechtssall. Derselbe betrifft die Deportation eines ge- flohenen Chinesen. Denver, Col., 9. Nov. Ein interessanter Fall kam vor dem Rich- ter Haltet! zur Verhandlung. Derselbe be- traf die Deportation des Waschonkels Y. T. Faun nach China, »veil sich derselbe nicht hatte regislrireu lassen. Dem Gesetze nachdarf sich kein Chinese registriren lassen, oder einen Bürgerschein erhalten, der je- mals im Zuchlhause gesessen hat. Faunhatte, wie es scheint, seinen Regiftrations- schein eintragen lassen, aber ehe er seine Bürgerpapiere erhielt, hatte der Zollein- nehmcr New ermittelt, daß er wegen Groß- dicbstahls eine Zuchthausstrafe erhalten hatte, weshalb sich der Zollcinnehmer wei- gerte, ihm die Bürgerpapicre auszufertigen. Im Zuchrbause war dem Chinesen der Zopf abgeschnitten worden, und Faun hatteauchkeinen Versuch gemacht, denselben wieder wachsen zu lassen. Wenn er aber nach China zurückgeschickt wird, so steht ihm nachdem Gebrauch des Landes sicher der Todbevor. Der Fall wird morgen zur Ver-handlung kommen. Unruhen in Chile. Der frühere Präsident des Senates unter Bewachung. Valparaiso, Chile, 9. Nov. In Santiago herrscht die größte Aufre- gung. Der frühere Präsident des Senates steht unter Bewachung, da vermulhet wirddaß er an den Unruhen betheiligt ist. DieTruppen stehen unter Waffen, da ein Auf-stand befürchtet wird. Onkel Sam als Vermittler. Mexiko soll Mittelamerika in Ruhe lassen. verheerender lVolkenbruch in Venezuela. Panama, 9. Nov. Es wird berichtet, daß „La Regenera- tion", eine halbamtliche Zeitung, andeutet, daß Guatemala die Versicherung erhalten hat, daß die Ver. Staaten wenn nothwen- dig, als Vermittler auflrelen werden, wenn Mexiko mittelamerikanisches Gebiet be- drohen sollte. Guatemala hat die Quarantäne gegen Salvador, welche des Gelben Fiebers we- gen erklärt worden war, aufgehoben. Die Behörden in Nicaragua haben den berüchtigten Banditen Obondo gerangen genommen. In der Nähe von Valencia in Venezuela haben 150 Personen in Folge eines Wol- kenbruchs den Tod gefunden und ist die Kaffeernte im Betrage von einer halben Million Dollars beschädigt worden. Es wurden mehrere Häuser zerstört und Brü- cken weggerissen und es fand eine allge- meine Slöruitg des Verkehrs statt. Missionäre in Sicherheit. Dieselben haben sich aus dem In- neren der Mandschurei ge- flüchtet. Tahien Ivan von den Japanern genommen. London, 9. Nov' Eine Depesche von Shanghai meldet, daß sämmtliche Missionäre der prespertia- nischen Kirche von Irland, welche in der Mandschurei thätig waren, das Innere des Landes verlassen haben und sicher in Nin Tschuan angekommen sind. Nach einer anderen Depesche aus Shang- hai ist es sicher, daß die Japaner Tahien Wan, eine kurze Strcke nördlich von Port Arthur gelegen, genominen haben. Es wird berichtet, daß die chinesische Flotte in Wai-Hei-Wai angekommen ist. Lin frecher Mordbube. Lr zieht mit der Absicht zu morden aus, und es gelingt ihm auch. Durango, Col., 9. Nov. Jesse Haller, welcher im letzten Früh- jahre in der Nähe von Cortez Frank Car- Penter ermordete, machte sich gestern mit dem Vorsatze aus den Weg, die ganze Fa- milie Carpenter umzubringen. Er traf einen Bruder des ermordeten Carpenter und einen Mann Namens Dale, welche Zeugen der früheren Schießerei waren, und erössnete sofort ein lebhaftes Feuer auf die- selben. Carpenter wurde todt niederge- streckt und Dale schwer verwundet. Spä- ter zog eine Abtheilung Bürger zur Ver- folgung des Mörders aus. Schiff in den Grund gebohrt. In Rio prügeln sich Soldaten und Matrosen mit der Polizei herum. Montevideo, 9. Nov. Der britische Dampfer Serate hat gestern Nacht die italienische Bark „Balastina Ro- scnta" in den Grund gebohrt. Dieselbe hatte eine Weizenladung für Europa an Bord, und liegt bei Kap Indio vor Anker. Die Bemannung wurde gerettet. Von Rio Janeiro wird berichtet, daß seit zwei Tagen Soldaten und Matrosen mit der Poltzei im Kampfe liegen, daß aber sonstige Unruhen dort nicht stattsinden. Cavalcanti ist von Paraguay zurückbe- rufen, um an Stelle Osoris's nach Argen- tinien zu gehen. Bürgermeister Sutro. Derselbe wird mit einer Mehrheit von zwei- tausend Stimmen über seine fünf Geg- ner gewählt. San Francisco, Cal., 9. Nov. Nach den vollständigen Berichten aus allen Bezirken der Stadt, hat Adolph Su- tro, der populistische Candidat für das Bürgermeisteramt, aus dem Gesammtvo- tum von 60,000 Stimmen eine Pluralität von 18,000 erhalten. Ihm standen fünf andere Candidaten gegenüber, und er hat über seine Gegner eine Mehrheit von 2000 Stimmen erlangt. Sutro ist auf einer der Southern Pacific Bahn nnd der Fundi- rungsbill feindlich gegenüberstehenden Plattform gewühlP worden. Er hat den berühmten Sutro-Tunnel in Nevada ge- baut, und soeben die größten öffentlichen Bäder in der Welt anlcgcn lassen. Sutro ist der bedeutendste Grundeigenlhümer in San Francisco, und ein Zehntel sämmt- licher Grundstücke in der Stadt und County gehört ihm. Kopenhagen als Freihafen. Die dänische Hauptstadt heute Morgen zum Freihafen gemacht. Nov. Heute Morgen ist Kopenhagen zum Frei- hafen erklärt worden und die Steuer von 50 Oere, etwa 14 Cents, die Tonne, ist für sämmtliche Häfen abgeschaffl. Wegen des Todes des Czaren wurde von dem ur- sprünglichen Programm zur Feier der Er- öffnung des Hafens Abstand genommen. Die Hafengebühren sind um die Hälfte hcruutergesctzt worden und sind in eine Einfuhrsteuer auf Waarcn umgcwaudelt, jedoch nicht aus solche, die nur durchgehen. Schiffsnachrichten. New York: Alsatia von Livorno, Scotia von Venedig. Meuterische Soldaten. Sie verweigern unter dem Rufe „Nieder mit Veixoto" den Gehorsam. Zwanzig der Meuterer sofort erschossen. Rio de Janeiro, 9. Nov. Eine Abtheilung Artilleristen, welche den Befehl erhalten halte, sich nach Pernam- buco einzuschiffen, verweigerte rundweg den Gehorsam, worauf Infanterie abge- schickl wurde, um die Meuterer zu verhaf- ten. Die Artilleristen aber verbarrikadir- ten die Kaserne, und rüsteten sich mit dem Ruse „Nieder mit Peixoto" zur Vertei- digung. Schließlich erschien der Oberst, dem es durch gütliches Zureden und durch das Versprechen, daß die Regierung ihren Be- schwerden Gehör schenken werde, gelang, die Ordnung wieder herzustellen. Darauf wurden zwanzig der Anstifter von den Infanteristen verhaftet und sofort erschossen. Hundertundsiebzig Mann wur- den außerdem aus dem Dienste entlassen, und die übrigen wurden unter andere Re- gimenter vertheilt. Es wird befürchtet, daß es auch bei an- deren Truppenteilen zurMeuterei kommen wird. Bankraub. Der Geldschrank mit Dynamit gesprengt und ausgeraubt. Cleveland, 9. Nov. Gestern Nacht ist in Oberlin, Ohio, die Nationalbank beraubt worden. Heute Morgen stellte es sich heraus, daß die vor- dere Thür erbrochen, und der Geldschrank mit Dynamit gesprengt worden war. Werthvolle Papiere lagen zerstreut auf dem Fußboden umher, und es wurde eine be- deutende Geldsumme, deren Betrag jedoch noch nicht ermittelt ist, geraubt. Von den Einbrechern hat man bis jetzt noch nicht die geringste Spur entdeckt. Oberlin, 0., 9. Nov. Die Bankräuber erbeuteten H4OO in Sil- ber, stahlen dann zwei Fuhrwerke und be- werkstelligten damit ihre Flucht. Das eine Fuhrwerk wurde heute morgen in Elyria gesunden, aber von den Banditen hat man keine Spur. Es stellte sich heraus, daß das Bankgewölbe geöffnet, dag aber der Geld- schrank, in welchem sich H25,000 befanden, nicht berührt worden war. Auf einem hölzernen Teller im Gewölbe lagen etwa H4OO in Silber, und diese wurden ge- nommen. Lin neuer Ackerbauminister. Ls heißt, daß der jetzige Regierungspräsident von Hannover das Amt erhalten wird. Berlin, 9. Nov. v. Hammerstein, der Regierungspräsi- dent der Provinz Hauover, hat heute Mor- gen bei dem Kaiser Wilhelm eine Audienz gehabt. Man glaubt, daß v. Hammerstein zum Ackerbauminister ernannt werden wird. Die Abreise verschoben. Der Erkrankung der Fürstin Bismarck und des schlechten lvetters wegen. ' Va rzin, 9. Nov. Die Abreise des Fürsten Bismarck nach Friedrichsrub ist wegen der Erkrankung der Fürstin Bismarck und wegen des hier herrschenden schlechten Wetters verscho- ben worden. Städtisches. Das lvetter. Optiker K l eine, 76Washington Str., berichtet für Chicago die folgenden Baro- meter- und Thecmometerstände: Um 8 Uhr Morg. 38 Gr., um 9 Uhr 38 Gr., um 10 Uhr 38 Gr., um 11 Uhr 38 Gr., um 12 Übr Gr. Barometerstand um 8 Uhr Morg. 39.05, 12 Uhr 29.50. Inspektor Schaack Erklärt, daß John Santry nicht verhaftet sei. Inspektor Schaack hielt heute Vormittag eine lauge Berathung mit einer Anzahl von Geheimpolizisten ab über die Ergreifung deS Mörders von Gustav Colliander. Den zahlreich versammelten Bericht- erstattern gegenüber erklärte er dann, daß die in einer englischen Zeitung veröffent- lichte Angabe, John santry sei der Mör- der, irrthümlich sei und daß sich dieser Mann nicht in Gefangenschaft befinde. Santry gehörte vor vielen Jahren einer Verbrecherbande auf der Westseite an; während der letzten Jahre halte er Arbeit auf der Nordseite gefunden. Aus den weiteren Erklärungen des Jn- spectors ging hervor, daß der Polizist Nicholas Michaels genesen werde. Schaack erklärte, daß es sicherlich gelingen werde, des Mörders habhaft zu werden. Die offizielle Zählung begonnen. In der Office der Wahlcommissüre be- gann heute Morgen um 10 Uhr die offizielle Zählung der bei der Wahl am 6. Novem- ber abgegebenen Stimmen. Die offizielle Zählung wird diesmal wegen des großen Umfanges des Stimmzettels länger an- dauern, als je zuvor. Die Zählbehörde bestehe aus drei Wahlcommissären, dem Countyrichter und dem Staatsanwalt. Frederick Stein, ein Angestellter der Jll. Ceutralbahn, wurde gestern Morgen an der 55. Straße, nahe Cottage Grove Avenue, von Straßenräubern nieder- geschlagen und um seine Baarschaft im Be- trage von G4B beraubt. Die Banken ablehnend. Die Stadt hat sehr schlechte Aussichten, Geld geborgt zu bekommen. Im Chicagoer „Clearing-House" fand gestern Nachmittag wieder eine Conferenz von Vertretern einer Anzahl hiesiger Ban- ken statt, in welcher das aus den Herren I. I. P. Odell, O. D. Wetherell und Orson Smith bestehende, in einer der früheren Versammlungen der Bankiers ernannte Comite seinen Bericht über die Frage ab- stattete, ob es für die Banken ralhsam sei, der Stadt Gelder zur Deckung der noch- wendigen Ausgaben vorzustrccken. Das Comite berichtete, daß es von Comptroller Ackcrman Berichte über die Finanzverhältnisse erhalten habe, und daß ferner zwei hervorragende Anwälte schrift- liche Gutachten über die Berechtigung der Stadt, unter den von Comptroller Acker- man vorgesehenen Bedingungen Geldan- leihen zu machen, abgegeben hätten. Aus Grund dieser Darstellungen sei das Comite zu der Ueberzeugung gekommen, daß es den Banken nicht empfehlen könne, die von der Stadt gewünschten Anleihen zu machen. Die Folge dieses Berichtes war die, daß die bei der Conferenz anwesenden Bankiers beschlossen, es den einzelnen Banken zu überlassen, der Stadt Gelder zu leihen oder nicht, und von einem »veileren gemeinsamen Vorgehen in dieser Angelegenheit abzu- sehen. Das stadträthliche Finanzcomite wird heule Nachmittag eine Sitzung abhallen, in welcher es sich über die von Comptroller Ackermau in der letzten Stadtralhssitzung unterbreiteten Ordinanzen zur Veraus- gabung von zinstragenden Warrants zur Bezahlung der nolhwendigen Ausgaben der Stadt schlüssig werden wird. Neberfall. Lin junges Mädchen von zwei Räubern über- fallen.— Um einen Z250 Diamantring be- raubt. Reine Spur von den Räubern. Am Dienstag soll in Lake View eine kühne Beraubung stattgesunden haben, welche von der Polizei bisher verheimlicht wurde. Gegen halb sieben Uhr Abends verließ eine junge Dame, welche in der Stadt als Stenographin und Schreib- maschincn-Dame beschäftigt ist, einen Wa- gen der electrischen Linie an N. Halsted Str. an Bradley Place und ging in west- licher Richtung ihrer Wohnung zu. Sie hatte einen halben Block zurückgelegt, als sie von zwei Männern überfallen wurde. Der Eine drückte dieHand auf ihren Mund, während der Andere ihre Taschen durch- suchte. Die Räuber nahmen dem Mädchen, welches vor Schrecken ohnmächtig geworden war, einen Diamantring ab, der einen Werth von H250 gehabt haben soll. In dem Taschenbuch, das ebenfalls mitgenom- men wurde, befano sich eine unbedeutende Summe Kleingeld. Als sie wieder zur Besinnung kam, fand sie sich hinter dem Zaun des Grundstücks liegen, vor welchem sie überfallen wurde. Aus Abschürfungen, welche sich in ihrem Gesicht und an den Händen fanden, glaubt sie schließen zu können, daß sie über den Zaun aus die Baustelle geworfen wurde. Sie eilte nach Hause, ohne ein Hülfege- schrei in der Nachbarschaft zu erheben und erstattete der Polizei Bericht. Von den Räubern ist noch keine Spur ausgefunden worden. Massen-Entlassunczen städtischer An- gestellter. Wasseramts-Vorsteher Crossette entließ gestern Abend 168 Angestellte seines De- partements, und es heißt, daß 200 weitere Angestellte in den nächsten Tagen entlassen werden sollen. Auch im städtischen Straßendepartement Werden in den nächsten Lagen Massen- entlassungen stattsinden. Auf der Zahlliste dieses Departements befinden sich augen- blicklich 700 Mann mehr als gewöhnlich, da die Straßen und Seitenwege vor Eintritt der kälteren Jahreszeit in einen möglichst guten Zustand zu versetzen waren. Super- intendent McCarthy stellte es in Abrede, daß die Leute aus politischen Gründen an- gestelll worden seien. Line Vakanz in der Wahlcom- mission. Die Amtsperiode des Wahlcommissärs Schomer läuft heute ab, und die Republi- kaner sind gespannt daraus, was Richter Scales in der Angelegenheit thun wird. Die Wahlcommissüre werden von dem Countyrichter aus drei Jahre ernannt und sic können nur auf Grund von Anklagen abgesetzl werden. Da der neuerwählte Countyrichtcr O. R. Carter sein Amt erstin drei Wochen wird antreten können, so hat Richter Scales die Macht, einen neuen Wahlcommissär zu ernennen, oder Schomer wieder zu ernennen. Nach dem Gesetz, welches die Wahlcom- mission schuf, kann Herr Schomer sein Amt versehen, bis sein Nachfolger ernannt ist und seine Stellung angelreten hat. Die Republikaner glauben nun, daß Richter Scales die Ausfüllung der Vakanz in der Wahlcommission seinem erwählten Nach- folger überlassen wird. Herr Schomer haterklärt, daß er eine Wiederernennung durch Richter Scales nicht annehmen würde. Herr Carter hat sich noch nicht erklärt,wie er sich in der Angelegenheit verhalten werde. Der Hund muß erschossen werden. Aus die Klage des etwa zwölfjährigen Wm. Steinke, welcher bei seiner Mutter Fr. A. Steinke, No. 20 Rees Str. wohnt, ordnete Richter Kersten heute Morgen au, daß der Hund des benachbarten Kohlen- händlers H. Boltz erschossen werde. Der Köter hatte den Knaben angefallen und ihm eine erhebliche Bißwunde an der rech- ten Schulter beigebracht. Dr. Otto halte ein Certisicat über den Umfang und die Be- handlung der Wunde eiugereicht. Auf Seite des Angeklagten bezeugte eine Frau, daß der Knabe den Hund mit dem Fuß einen Stoß versetzte. Drei Augenzeugen aus der Nachbarschaft stellten die Angabe derFrau entschieden in Abrede. Milderung der Strafen. Frau Josephine Herlitz und Frau Laroline Nelson aus dem Gefängniß entlassen. Herlitz kommt mit einem Jahre und Nelson mitanderthalbZJahren Zuchthaus davon. Mit der Einwilligung des Hülfsstaats- Anwalts Knight wurden Frau Josephine Herlitz und Frau Caroline Nelson von Richter Brentano inFreiheit gesetzt. Richter Brentano hatte dem Lertheidiger Geeting den Einwand zugestanden, daß die Ange- klagten in diesem Prozeß wegen Betrugs der Versicherungs-Gesellschaften angeklagt waren und nicht wegen Brandstiftung. Er glaubte seit der Verkündigung des Unheils, daß dasselbe zu hoch gegriffen sei in den verschiedenen Füllen. Herlitz sei ein geistig beschränkter Mann und er habe von vornherein Zweifel daran gehegt, daß Nelson an der Verschwörung betheiligt war. Das ursprünglich aus drei Jahre Zuchthaus für Herlitz gefällte Urtheil setzte Richter Brentano auf die angeführten Gründe hin auf ein Jahr und das auf fünf Jahre bestimmte Urtheil für Netson auf ein Jahr und sechs Monate herab. William Scharf wird den für ihn ge- stellten Antrag auf Bewilligung eines neuen Prozesses durchfcchten. ?Nit einer Angel im. Kopfe Lebt Frank Rizak fast drei Wochen, ohne das Geringste zu verspüren. Die Untersuchung der Leiche des neun- zehnjährigen Frank Rizak gestern Nachmit- tag durch Dr. Mitchell in der County Morgue hatte ein eigeuthümliches Ergeb- niß. In der rechten Seite des Gehirns, etwa einen halben Zoll innerhalb der Schädeldecke, fand man eine Bleikugel von dem Kaliber 32. Die Stelle, wo dieselbe außerhalb des Kopfes eingedrungen war, war nur durch einen kleinen blutunter- laufenen Fleck kenntlich, im klebrigen war die Wunde aber vollständig zugchcill. lieber die Art und Weise, wie Rizak zu der sonderbaren Verletzung gekommen war, ist Folgendes, an den Tag gekommen. Er wohnte mit mehreren Kameraden in dem Kofthause von Teresa Lukino, 227 West 18. Straße. Unter diesen Kameraden hatte er einen speziellen Freund Namens Silorica. Eines Abends vor drei Wochen etwa, kam dieser in die Wohnung, zog ohne Weiteres einen Revolver und schoß auf Rizak, den er in seinem Schlafzimmer traf. Rizak schien unverletzt geblieben zu sein, denn er drehte sich lachend zu Silorica und fragte ihn unwillig, was ihm denn einfiele, solche schlechten Scherze zu treiben. Silorica antwortete, daß er nicht wieder thun werde, der Revolver sei übrigens nur blind gela- den gewesen. Das war jedoch gelogen, denn als Rizak sich in dem Spiegel sah, bemerkte er etwa ein Zoll hinter seinem rechten Ohr ein kleines Loch, aus dem Blut quoll. Da er aber keine Schmerzen ver-spürte, beachtete er die Sache nicht Weiler. Die Wunde heilte zu und nur eine kleine Röthung der Haut ließ erkennen, wo sie sich befunden hatte. Vor einigen Tagen aber erkrankte Rizak und machte sich bald eine Erschlaffung seines Geistes bemerkbar. Man brachte ihn nach dem County-Hos- pital, wo sich jedoch sein Zustand, trotz der Bemühungen von Tag zu Tag verschlim- merte und er schließlich gestern starb. Erst nach seinem Tode entdeckte man die Ursache seines Leidens. Die Polizei fahndet jetzt auf Silvorica. Schießt auf einen Dieb. L. Haas verwundet I. Norton. Vor der Schankwirthschaft von L. Haas, 3701 Laurel Ave. stand gestern Abend kurz nach acht Uhr ein Fleischerwagcn, dessen Kutscher gerade in ein in der Nähe gele-genes Haus getreten war, um eine Bestel- lung entgegen zu nehmen. Da erschienplötzlich ein junger Mann, der sich vor- sichtig nach allen Seiten umsehcnd, an den Wagen heranschlich und in denselben hin- eingreifend, einen kleinen Korb voll Fleisch herauslangte. In demselben Augenblick krachte ein Schuß und aus einer Kugel- wunde in der linken Schulter blutend, brach der junge Kerl bewußtlos zusammen. Der Schänkwirts» hatte ihn beobachtet, wie er das Fleisch zu stehlen suchte und daraus ohne Weiteres auf ihn geschossen. Die Polizei wurde sofort von dem Vorfall in Kennlniß gesetzt und bald war der Ver- wundete im County-Hospital unterge- bracht. Dort nannte derselbe sich JamesNorton, gab an 23 Jahr all zu sein und 3721 S. Halstedstr. zu wohnen. Haas wurde verhaftet und wegen Mordangnsss gebucht. Der Konstabler zog den Kürzeren. Als die Besucher des Park-Theaters, gestern Abend den genannten Kunstlempet verließen, stießen sie plötzlich aus einen ganz unerwarteten „Kunstgenuß". Daniel O'Toole, ein Konstabler, und Frank Han- ley, waren nämlich miteinander in Streit gerathen, weil der Konstabler außer Stande gewesen war, eine Rechnung Hanley'S zu collektiren. Die beiden wälz- ten sich im Straßcnschmutz und bald lag Hanley oben, bald O'Toole unten, womit gesagt sein soll, daß der Konstabler den Kürzeren zog. Nachdem die Kleider und das Gesicht O'Tooles genügend einge- schmiert waren, trollte er sich, während sein Gegner aus dem Kampfplatze blieb und die Glückwünsche der Umstehenden ent- gegennahm. Der alte Kamps zwischen der Edison Electric Comvany und dem Building Trades Council wurde gestern dadurch er- neuert, daß die am Marquette-Gebäude beschäftigten Unionmilglieder die Arbeit niederlegtcn. Ter Streit entstand dadurch, daß Nicht-Unionmitglieder in dem Gebäude beschäftigt wurden. Als vor mehreren Wochen aus derselben Ursache ein Streik ausbrach, wurden dieNichl-Unionmilglicder sorlgeschickt und ihre Gegner nahmen die Arbeit wieder auf. Die Entlassenen wur- den gestern wieder angesteül.

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