Order a high-quality 18"x24" poster print of this page. Add to Cart

Abendblatt Newspaper Archives Nov 8 1894, Page 1

Low-resolution version. To view a high quality image

Start Free Trial
Abendblatt (Newspaper) - November 8, 1894, Chicago, IllinoisHerausgegeben von der Illinois Staats-Aeitungs-Lo. Chicago, Donnerstag, 8. November 1894. Preis 1 Cent. 47. Jahrgang. No. 26!. Uevevvltck Und Kurzgefaßtes. Es soll sich heute Abend aufhellen und kalt werden, morgen aber wird's warm, denn der Wind springt von Nordwesten nach dem Südosten über. Der Generalmajor Howard, der heute sein 64. Lebensjahr vollendete, ist heute inden Ruhestand eingetreten. Das unlängst abgebrannte „Taber- nacle" des Rev. Talmage in Brooklyn-wird nicht wieder aufgebaut, da das Geld zuknapp ist und Talmage ist sich über seine nächste Zukunft selbst noch nichi klar. Das deutsche Reich hat die republika- nische Regierung auf Hawaii anerkannt. Die Leiche Alexanders 111. wurde heute in Livadia zur Ueberführung nachSebastapol auf ein Kriegsschiff gebracht. Der New Yorker Effektenmarkt setzte matt und weichend an, doch trat nach einem Rückgänge von I bis 1 pCt. eine festere Stimmung ein, die den Verlust so ziemlich wieder ausglich. Von 10 Uhr ab aber war die Stimmung matt und festigte sich nurvorübergehend etwas. — In Mexiko sind doch 15 Menschen inFolge des jüngsten Erdbebens umgekom- men, und ein Ausbruch des Vulkans Co-lima verbreitet unter den Einwohnern der Stadt Colima Angst und Schrecken. Der Erz-Silberbold Bland ist in Missouri als Bewerber um seine Wieder- wahl zum Congreßabgeordneten geschlagen worden, freilich mit nur 19 Stimmen rela- tiver Minderheit. lm Süden wird es diesmal die mei- sten Beanstandungen von Congreßwahlen geben, denn dort sind die Resultate vielfach viel knapper gewesen. Eine in der gestrigen Stadtraths- sitzung vorgelegte Resolution des Alderman O'Neill, eine Revision des städtischenFrei- briefs behufs Abstellung von allerlei Uebel- ständen betreffend, sollte unbedingt zur Annahme gelangen, denn unser Freibrief ist sehr reparaturbedürftig. Die Polizei hat eine Anzahl Strolchein Haft genommen, welche in der vergange- nen Nacht den Stunmplatz Nr. 116 Oak- straße stürmten und den Schweden Gustav Coliander niederschossen. Hoffentlich ge- lingt es, nicht nur den Thäter, sondern auch seinen Auftraggeber zu ermitteln, wenn er einen solchen hat. Der Apotheker Constantin Heckina, dessen Frau mit Victor Schröder nach Lon- don, Ont., durchgebrannt war, hat die Durchbrenner erwischt und ihnen seinen vierjährigen Knaben sowie die mitgenom- menen Sachen und einen Theil des Geldes abgcnominen. Von seiner „besseren Hälfte" Will er nichts mehr wissen. ln Freiberg's Opernhaus kam heute ein Feuer zum Ausbruch, welches zwar kei- nen großen Schaden anrichtete, aber dem Eigenthümer und mehreren anderen Per-sonen beinahe das Leben gekostet hätte. Tekegraplnscke Depefcüen. Das chilenische Caliinet. Der Verkauf chilenischer Kriegs- schiffe an Lhina. Derselbe bedarf noch der Billigung des Senats. Valparaiso, Chile, 8. Nov. Die Cabinelskrisis dauert fort und cs werden große Anstrengungen gemacht, eine Vereinigung der Liberalen und Radikalen im Cabinet yerbeizuführen. Die Regierung hat den Senat ersucht, den Verkauf des Kriegsschiffes „Esmeralda" an China gut- zuheißen und einem Gerüchte nach, sind Unterhandlungen im Gange, um den „Capilün Pratt" für eine bedeutende Summe ebenfalls für China anzukanfen. Liu Opfer der Wahlaufregung. Hört von seiner Erwählung zum Sheriff und stirbt. P 0 rtland, Jnd., 8. Nov. Gestern, als der plötzliche Tod des von den Republikanern zum Sheriff gewählten John English bekannt wurde, gerielh die ganze Stadt in eine gewisse Aufregung. Eng/ish war während des ganzen Tages am Stimmkastcn gewesen, erkrankte am Abend und erlag gestern Mittag einer Herz- krankheit. Der Verstorbene war ein Veteran, ein geachteter Bürger und im öst- lichen Indiana Wohl bekannt. Die Niederlage der Tammaniten. Wie dieselben von einer großen französischen Zeitung aufgefaßt wird. Paris, 8. Nov. Das Blatt „Temps" bringt einen langen Artikel über die Niederlage der Tamma- nilen, deutet auf deren Wichtigkeit hin und bemerkt dazu, daß cs als ein Beweis des Wiedererwachens von amerikanischem Patriotismus anznsehen sei, wenn sich Männer ohne Rücksicht auf die Partei zur Abschüttelung der Korruption vereinigten. Wird morgen nicht gehenkt werden. Menkhausen vom Gouverneur zu lebens- länglicher Zuchthausstrafe begnadigt. Springfie ld, Jll., 8. Nov. Gouverneur Altgeld hat Gustav A.Menk- hausen aus Bellcvitte, welcher schuldig be- funden worden war, seine Frau vergiftet zuhaben, und am nächsten Freitag sein Ver- brechen am Galgen büßen sollte, zu lcbens- länglichcrZuchlhansstrafe begnadigt. Menk- hausen's Verurtheilung fand in Folge von Umstandsbcwersen statt, und nach einigen Zeugenaussagen lag die Möglichkeit vor, daß sich die Frau selbst vergiftet haben könnte. Aus Südamerika. Das neue argentinische Nabinet. Die bevorstehende Amtseinführung des neuen brasilianischen Präsidenten. Frankreich verlangt für den Bau des Kriegs- schiffes Bezahlung. Buenos Aires, 8. Nov. Das neue Kabinet ist folgendermaßen zusammengesetzt: Eduards Costa, Minister des Innern; Jndalocio Gomez, Minister des Auswärtigen; Sennor Zopata, Justiz- minister; Eudoro Balza, Kriegsminister; Terry, Finanzminister, und General Rosch, Chef der Polizei. » Politiker prophezeien, daß das Mini- sterium keinen Bestand haben werde. Quintanas Konflikt mit dem Congreß be- ruht auf seiner Behauptung, daß derselbe kein Recht habe, sich in die auswärtigcn- Angelegenheiten einzumischen; es wurde eine Extrasitzung einberufen, um diesen Punkt zu erledigen, aber beide Häuser ge- langten zu keiner Einigung darüber. Nach längeren Berathungen der aus- wärtigen Diplomaten in Rio de Janeiro beschlossen dieselben, sich bei der Amtsein- führung des Sennor Moraes als Präsident, zu betheiligen. Die Regierung ist benachrichtigt worden, daß das Kriegsschiff „Riachuelo" mit Be- schlag belegt werden wird, wenn die Her- stellungskosten desselben in Toulon, Frank- reich. nicht bezahlt werden. Der Präsident Peixoto hat für die Ar- mirung desselben vom Congreß mehr Geld- mittel verlangt. Lin Wedium entlarvt. Einem berühmten amerikanischen spiritua- listischen Medium wird in Paris eine böse Falle gestellt. Paris, 8. Nov. Das Tagesgespräch bildet hier augen- blicklich die Bloßstellung des berühmten amerikanischen spiritualistischen Mediums, der Frau Mary Williams aus New York. Sie hatte Vorbereitungen getroffen, in St. Petersburg, Berlin und Haag Vor- stellungen zu geben, und beabsichtigte, zuerst Paris zü besuchen. Leymarie, welcher sich stark für Spiritualismus interessirt, hatte sie eingeladen, da er in Florence Marryatt's Buch viel von ihr gelesen hatte. Frau Williams traf am 21. Oktober hier ein. Die Herzogin von Pompard, eine angesehene Modedame und Spiritua- listin, wohnt in einem prächtigen Palaste, in welchem sich Säle befinden, in denen spiritualistische Sitzungen und Berathun- gen stattfindcn, und lud die Frau Williams ein, ihre Sitzungen dort abzuhallen. Bei der ersten Sitzung regte sich der Verdacht des Herzogs von Pompard, und in der zweiten wurde derselbe thatsächlich bestätigt. Darauf bereitete Frau Williams eure dritte Sitzung im Hause der Frau Naulot vor; aber die Art und Weise der Spiritua- listin erregte auch den Verdacht der Frau Naulot. Schließlich wurde ihr eine Falle gestellt. Während Frau Williams Geister erscheinen ließ, ergriff ein langer Schwede McDonald, der junge Leymarie packte den Geist, der von einer Puppe dargestellt wurde, während ein Dritter die Lichter an- zündete. Dann entdeckte man Frau Williams in männlichen Kleidern. Sie versuchte zu entwischen, wurde aber festgehalten und gezwungen, sämmtliche Gelder, welche sie für ihre Sitzungen eingenommen hatte, wieder herauszugeben. Als sie schließlichmit Verhaftung bedroht wurde, floh sie schleunigst nach England. Dort schrieb sie einen Brief an „Light," das Organ der Spiritualistcn, worin sie behauptete, daß sic in eine gemeine Falle gelockt, und das Opfer einer scheußlichen Verschwörung ge- worden sei. Ein Korrespondent besuchte Leymarie,wo er einen Abgesandten des „Light" traf, welcher Erkundigungen einzog, nnd Frau Naulot, eiue sehr lebhafte Französin, und die Perrücken, Masken und Puppen, welche Frau Williams bei ihren Vorstel- lungen benutzte, wurden bei der Gelegen- heit als Beweise gegen dieselbe vorgezeigt. Das Linfuhrverbot von amerikani- schem Vieh. Hamburger Viehhändler bezeichnen dasselbe für unbegründet. Berlin, 8. Nov. Es ist zur Kenntniß der amerikanischen Gesandtschaft gekommen, daß der Vorwand, daß das Verbot gegen die Einfuhr von amerikanischem Vieh in Deutschland aus Gesundheitsrücksichten stattfand, keine Be- gründung habe. Wie es scheint hatten die Gesundheitsbehörden in Hamburg zwei von den in Frage gestellten Thierkörpern als gesund durchgehen lassen, worauf preu- ßische Gesundheitsbeamten nach Hamburg geschickt wurden und später erklärten, daß dieselben mit dem Texasfieber behaftet seien. Die Viehhändler in Hamburg sind über die Handlungsweise der preußischen Behörden entrüstet, da sie soeben erst für den amerikanischen Viehhandel vier Dam- pfer gebaut haben und diese in Folge des Einfuhrverbots nutzlos werden. Waite's Niederlage. McZntyre's Pluralität auf fy.ooo abgeschätzt. Denver, Col., 8. Nov. Nach den bis jetzt aus allen Theilen des Staates eingegangenen Berichten wirdMc- Jntyre's Pluralität auf 19,000 abge- schätzt. In Arapahoe County beträgt seine Mehrheit über Waite 15,199 nnd dabei sind aus sieben Bezirken noch keine Berichte eingelaufen. Waite ist hinter seinem Ticket um 2000 Stimmen zurück. Die Popu- listen beanspruchen bei gemeinschaftlicher Abstimmung in der Gesetzgebung Stim- mengleichheit, während die Republikaner eine Mehrheit von 19 Stimmen her'aus- rechnen. Der tadle C;ar. Seelenmessen für denselben in der byzantinischen Kapelle in Livadia. Neberführung derLeiche an Bord eines rus- sischen Kreuzers nach Sebastopol. Livadia, 8. Nov. Gestern Morgen um zehn Uhr wurde für die Seelenruhe Alexander 111. in der byzantinischen Kapelle, wo der Leichnam des Czaren auf dem Paradebette liegt, die erste Messe abgehalten. Derselben wohn- ten die Offiziere aller in der Gegend liegen- den Regimenter bei. Die Feier war äußerst eindrucksvoll, da sämmtliche Anwesenden brennende Kerzen in den Händen kielten. An der im Sarge liegenden Leiche des verstorbenen Czaren war nur eine geringe Veränderung bemerkbar. Das Gesicht trug einen ruhigen Ausdruck, und die Ge- stalt des todten Kaisers zeigte so kräftige Umrisse als je. Das breite blaue Band des St. Andreasordens bedeckte die Brust, über welcher die gefalteten Hände lagen. Neben dem Sarge hielten zwei Garde- kosacken vom Terek-Regimente, zwei Dvor- jany'sche Grenadiere, zwei Kammerherren und zwei Schützen vom 16. Corps Wache. Gestern Nachmittag um zwei Uhr fand in derselben Kirche die zweite Messe statt, welcher der Czar, die Czarin, die Prinzessin Alix von Hessen, die Prinzessin von Wales und das gesammte kaiserliche und königliche Gefolge beiwohnten. Die Straßen der Stadt sind sehr still, und es befinden sich nur wenige Besucher hier. Heute Morgen um acht Uhr wird der Leichnam des verstorbenen Czaren zur Ueberführung nach Sebastopol an Bord des russischen Kreuzers Pamyat Merkoovia gebracht werden. Landwirthschaftliches. Am nächsten Dienstag beginnt in lvashingto der Zahresconvent des Verbandes der amerikanischen Lehranstalten für Ackerbau. Washington, 8. Nov. Die Arbeiten auf den Ackerbau-VersuchS- stationen in diesem Lande sollen gründlich untersucht werden und zugleich sollen auf dem bevorstehenden achten Jahresconvent des Verbandes der amerikanischen Lehran- stalten und Versuchsstationen weitere Pläne zur Berathung kommen. Der Convent beginnt am nächsten Diens- tag in dieser Stadt, schließt am Freitag und es wird die Anwesenheit einer beträchtlichen Menge von Sachverständigen im Ackerbau-wesen erwartet. Der Hülfssekretür Dabney vom Acker- baudepartement, der Commissär für Er- zichungswesen, Harris, und andere Sach- verständige derLandwirthschaft werden An- sprachen halten. Am Abend wird der General Stephen D. Lee, derPräsident des Verbandes und zugleich Präsident des „Mississippi Agricultural and Mcchanical College", seine Jahresansprache halten. Raubgesindel abgefaßt. Die ganze Bande im Laufe des Tages hinter Schloß und Riegel gebracht. Dixon, Jll., 8. Nov. Gestern Morgen, gegen 3 Uhr, drangen Räuber in Milledgeville in die Ladenge-, schäfte von „Shannon Brothers", und Livingood L Like, und stahlen eine Menge Maaren. Darauf stahlen sie eine Draisine und fnhren östlich nach Hazelhurst, wo sie die Draisine stehen ließen, und quer durch Land nach Woosung gingen, wo zwei von ihnen gegen Mittag vom Constabler Har- ringlon verhaftet wurden. Sie gaben ihre Namen als Albert Coosby und Frank Smith an, und wurden nach Milledgeville zurückgebracht. Der dritte Räuber und der Anführer der Bande wurden gestern Nachmittag vom Marschall Voll in Haftgenommen. Bei jedem Einzelnen wurde ein Theil deS Raubes gefunden. Deutsche Niederlage in Gst-Afrika. Kilwakiwindje von 2000 Eingeborenen ge- nommen. B e r l i n, 8. Nov. Laut einer hier eingetroffenen Spezial- depeschc fand kürzlich von 2000 Mawnojis ein Angriff auf Kilwakiwindje in Ost- Afrika statt, welcher jedoch von den deut- schen und eingeborenen Truppen unter dem Befehle des Barons v. Ehrstein zurückge- schlagen wurde. Später Übermächten die Mawnojis einennochmaligen Angriff und eroberten nachschwerem Blutvergießen den Ort. Es wird hinzugefügt, daß die deutschen Truppen nicht stark genug sind, um Kilwakiwindje zurückzuerobern. Word oder Selbstmord. Ein Geschäftsmann mit abgeschnittencrKehle aufgcfunden. Lake Providence, La., 8. Nov. Aus Floyd, West Carroll Parish, wird soeben berichtet, daß Tom Keys, von der Firma Keys L Pinston, heute Morgen in feinem Geschüftsladen mit durchschnittenemHalse aufgcfunden worden ist. Nur ein Gerücht. Der Erzherzog Karl Ludwig hat angeblich einen Schlaqanfall gehabt. Wien, 8. Nov. Einem zweifelhaften Gerüchte nach istder Erzherzog Karl Ludwig, der Bruder des Kaisers Franz Joseph das Opfer eines Schlaganfalles geworden. Der „christliche Soldat" Howard. Derselbe ist heute Wittag, um zwölf Nhr, in den Ruhestand getreten. Als pensionirter Generalmajor darf er der Zukunft ruhig entgegcnsehen. New Yor k, 8. Nov. Heute Mittag wird der Generalmajor O. O. Howard, der Befehlshaber des De- partements des Ostens, dessen Hauptquar- tier sich auf Governors Island befindet, in den Ruhestand treten. Er hat das 64. Jahr erreicht und muß deshalb, im Ein- klang mit den für das Heer erlassenen Vor- schriften, jüngeren Leuten Platz machen. Es findet dabei keine sonderlicheFeier- lichkeit statt, und ein Händedruck mit den Kameraden, ein „doocl bye" und „B'hüt di Gott" ist Alles, was dabei vorkommt. General Howard wird noch ein Paar Wochen in New York bleiben und dann mit seiner Frau zum Besuche einer Tochter nach Portland in Oregon abreisen. Seine spätere Hcimath wird in Burlington, Vt., sein, in der Nähe des Forts Ethan Allen, wo sein ältester Sohn als Hauptmann und Quartiermeister steht. Dort beabsichtigt er seine letzten Lebenslage zuzubringen. Nachklänge zur Wahl. Bemerkungen englischer Blätter darüber. London, 8. Nov. Die „Pall Mall Gazette" bringt heute Folgendes: „Wilson, welcher denarmen Mann so hartnäckig bekämpfte, ist in der über Alles hinweggehendcn Hochsluth des öffentlichen Unwillens nntcrgegangen, aber der Tarif bleibt, und der McKinleyismus ist ein vergessener Aberglaube. Deßhalb mögen wir gewissermaßen annehmen, daß die Arbeit vorüber ist. Senator Hill war ein Demokrat, aber Präsident Cleveland ist ihn jetzt los. Seine Niederlage ist eine vollständige, und wie wir hoffen, eine dauernde. . I. S. Coxey ist nicht, wie von der „West- minster Gazette" gesagt wurde, in denCon- greß gewählt, sondern wurde im 18. Con- greßbezirk von Ohio geschlagen. Große öffentliche Kundgebung für den Kanzler. Straßburg bereitet für den Kanzler Hohen- lohe zu seiner Uebersiedelung nach Berlin eine große Ovation vor. London, 3. Nov. Aus Berlin wird der „Times" gemeldet, daß der Kanzler Hohenlohe heute Abend nach Straßburg abreisen wird, um dort seine Geschäfte abzuwickeln. Straßburg trifft große Vorbereitungen zu einer öffent- lichen Kundgebung, wenn der Kanzler demnächst gänzlich nach Berlin übersiedeln wird. Es heißt, daß bei der heutigen Cabinets- sitzung unter dem Vorsitze des Kanzlers Hohenlohe, welcher zugleich preußischerMinisterpräsident ist, die Zwangsgesetzc zur endgültigen Berathung gekommen sind. Gut für Rock Island. Die dortigen Stimmgeber haben sich ein neues Lourthaus zuqesprochen. Rock Island, Jll., 8. Nov. Das Hauptresultat der vorgestrigen Wahl für Rock Island ist, daß sich die gu- ten Leute dort durch Abstimmung den Bau eines neuen Courthauses zugesichert haben. Dasselbe soll tz125,000 kosten und die Er- richtung des Gebäudes wurde mit einer Mehrheit von 1800 Stimmen beschlossen. Beileidsadresse der Juden. Der Lzar und die Lzarin danken denselben für die darin ausgesprochenen pa- triotischen Gefühle. St. Petersburg, 8. Nov. Der Czar und die Czarin haben der jü- dischen Gemeinde für ihre Beileidsadresse wegen des Todes des Czaren und für die in derselben von den Inden ausgesprochenen loyalen und patrioiischen Gefühle, ihren Dank ausdrücken lassen. Veränderungen im preußischen La- binet. Dieselben werden auf verlangen desKanzlers stattfinden. Berlin, 8. Nov. Wie es heißt, besteht der Kanzler Hohen- lohe aul weitere Veränderungen imCabinet, und es verlautet, daß der Handelsminister Berleppsch und andere Mitglieder des preu- ßischen Cabinets genöthigt sein werden, ihre Resignation einzureichen. Die Republik Hawaii. Dieselbe ist von Deutschland anerkannt wor- den. Berlin, 8. Nov. Als Erwiderung auf die amtliche Mit-theilung des Präsidenten Dole, hat Kaiser- Wilhelm die Republik Hawaii anerkannt. Die Lbolerine unter den Truppen. Siebzig Mann von einem Regiments davon befallen. . Berlin, Nov. Das „Tageblatt" berichtet, dcch siebzig Mann von dem in Glogau in Schlesien stationirten Infanterieregimente, an einer choleraartigen Krankheit erkrankt sind. Die Kaserne rst abgesperrt worden. Der Ausbruch des Vulkanes Co- lima. Die Bevölkerung in der Nähe des- selben geflüchtet. Opfer des Erdbebens und des Ausbruches. Mexiko, Mex., 8. Nov. Der Vulkan Colima ist in Tätigkeit und die benachbarte Bevölkerung befindet sich in Angst und Schrecken, da dieLava an den Seiten des Vulkanes herabströml, während die Flammen meilenweit sichtbar sind. Die Wohnungen in der Nähe des Vulkanes sind verlassen worden. Im hie- sigen Hauptquartier der Polizei sind in Folge des Erdbebens vom letzten Freitag und des daraus folgenden vulkanischen Ausbruches fünfzehn Todesfälle angemeldet worden. Deutschland und die japanisch- chinesische Frage Ein gemeinsames Vorgehen der Mächte in derselben fraglich. London, 8. Nov. Der Korrespondent des „Standard" meldet aus Berlin, daß Deutschland bei seiner Politik der Zurückhaltung beharren und sicherlich nichts thun wird, um Japans Forderungen an China zu beschränken. Er erwähnt eine von der „Norddeutschen All- gemeinen", einen halbamtlichen Blatte, ge- machte Bemerkung, wonach der chinesische Gesandte bei der Sicherung eines gemein-samen Vorgehens von Seiten der Mächte bereits auf Schwierigkeiten gestoßen ist. Lin Anarchist bestraft. Langjährige Zuchthausstrafe für einen Schuß. Berlin, 8. Nov. Der Anarchist Schäme, welcher kürzlich auf einen Polizisten geschossen hatte, der ihn in Haft nahm, wurde gestern zu zwei- jähriger Einsperrung bei harter Arbeit, und zehujührigem Verlust seiner bürgerlichen Rechte verurtheilt. Draeger, sein Mit- schuldiger, wurde zu fünfjähriger Gefäng- nißstrase verurtheilt. Das Herz sank ihnen in die Unaus- sprechlichen. Sie hätten, gern geraubt, aber sie wagten es nicht. H y a n n i s, Neb., 8. Nov. Gestern Morgen um fünf Uhr wurde etwa eine Meile von hier ein Passagier von zwei Männern angchaltcn, welche in Whit- man den Zug bestiegen, den Lokomotiv- führer mit Winchesterbächsen bedrohten und ihm befahlen, den Zug anzuhalten. Als der Zug aber zum Hallen gebracht war,sprangen die Kerle ab und gaben Fersen- geld, ohne etwas mitzunehmen. Aller Wahrscheinlichkeit ging den Räubern im letzten Augenblicke die Courage aus. Schiffsnachrichten. Zn der Nacht anqekommen: Philadelphia: „Jtalia" von Hamburg. New Port: „Waesland" von Antwerpen. Southampton: „New Port" von New York. Liverpool: „Britannia" von Galvefton; „Cufic" von New York; „Laurentian" von Montreal; „Majestic" von New York. Heute gemeldet: New York: „Havel" von Bremen. Städtisches. Das Weiter. Optiker Kleine, 76 Washington Str., berichtet für Chicago die folgenden Baro- meter- und Thermometerstände: Um 8 Uhr Morg. 46 Gr., um 9 Uhr 46 Gr., um 10 Uhr 48 Gr., um 11 Udr 48 Gr., um 12 Übr Gr. Barometerstand um 3 Uhr Morg. 29.50,12 Uhr 29.50. Lin weiteres Recontre Zwischen Richter Brentano und Tlerk Schu- bert. Der Richter droht mit Gefängniß. Im Criminalgericht spielte sich beute Morgen wieder eine stürmische Scene zwi- schen dem Richter Brentano und Chefs- clerk Dünne ab. Der Richter halte dem Criminalgerichtsclerk John C. Schubert vorgeladen, um die am Freitag von Clerk Driscoll in Verwahrung genommenen Haftsbefchle gegen ungesetzlich registrirte Leute auszuliefern. Clerk John Dünne fragte den Richter, ob er nur als untersuchenderBeamter thätig sei oder als Criminalrichter. Der Richter bejahte den ersteren Fall, worauf Herr Dünne erklärte, daß sich Herr Schubert in solchem Fall weigere, zu erscheinen. Der Richter drohte, Schubert nach dem Gefängniß zu schicken, führte einen der- artigen Befehl jedoch nicht aus. Michael Luflus, welcher feine No. 511 Halstcd Str. wohnhafte Schwester mit dem Tode bedroht halte, wurde unter HSOO FriedenSbürgschast von Richter Kerstcn ge- stellt. Marcel Kulscynski wurde heute Mor- gen von dem stellvertretenden Bundes- Commissär Wirlh wegen versuchter Ein- schüchterung eines Zeugen unter HSOO Bürgschaft an die Bundesgroßgeschworenen verwiesen. Kulscynski halte einen gewissen Joseph Rosenwitch, der als Zeuge gegen Casper und Stankowitch, die der Falsch- münzerei angcklagt sind, gedroht, daß er ihm den Schädel cinschtagen wolle, wenn er belastende Aussagen gegen die Ange- klagten machen werde. In Lebensgefahr. Feuer in Freiberg's Opernhaus. Mehrere Personen, unter ihnen Herr Freiberg, mit knapper Noth gerettet. Heute Morgen kurz vor 9 Uhr kam in Freiberg's Opernhaus an der 22. Straße ein Feuer zum Ausbruch, das zwar keinen großen Schaden anrichtele, aber für mehrere Personen nahezu verhängnisvoll geworden wäre. Um die genannte Zeit drangen plötzlich Rauchwolken aus den Fenstern der Halle und ein Polizist gab den Alarm. Als die Spritzen ankamen, hatten die Flammen bereits bedeutende Fortschritte gemacht und das ganze Gebäude war voll Rauch. Der Herd des Feuers blieb ver- borgen und die Halle wurde ohne Erfolg mit Wasserströmcn überschwemmt. Schließ- lich richteten die Spritzen ihre Thätigkcit gegen die Bühne und bald befand sich das Feuer unter Controlle. Inzwischen hatte cs sich herausgestelll, daß Henry Freiberg, der Eigenthümer, Ludwig Grobecker, Frau Grobecker und zwei Kinder, sich zur Zeit des Ausbruchs des Feuers in ihren Betten noch im Schlaf befanden. Die Feuerwehr drang durch den dicken Rauch nach Grobeckers Zimmer, öffnete die Thür mit Gewalt und fand die Fa- milie, nahezu erstickt. Man führte dieselbe schnell in's Freie, wo sie sich bald er- holten. Herr Freiberg wurde in derselben Weise gerettet. Der Verlust beträgt etwa H6OOO. Vom Hospital in's Gefängniß. Ein roher Geselle zur Verantwortung ge- zogen, nachdem er zwei Monate im Lounty-Hospital gelegen. Vor Richter Severson stand heute früh Joe Burnes unter der Anklage des un- ordentlichen Betragens und des gcwalt- thätigen Angriffs mit tödllicher Waffe. Er kam direkt vom County-Hospital, wo er seit zwei Monaten, infolge einer Kugel- wunde im rechten Bein, gelegen hatte. Diese Wunde erhielt er bei einem Ne- contre, welches er am 20. August mit Po- lizist Casselman von der West North Ave.- Slation, an der Ecke der Bloomingdale Road und Western Ave., geholt hatte. An jener Stelle überraschte er damals ein hal- bes Dutzend Kerle dabei, als sie dcn-Hau- sirer Daniel Brown .«auf's brutalste miß- handelten; sie schlugen denselben mit Fäusten und traten ihn mit Füßen. Auf die Aufforderung Cassclman'S, sie sollten den armen Mann loslassen, lachten sie nur höhnisch und fielen, als der Polizist sie einen nach dem anderen beiseite stieß, über denselben her und schlugen erbarmungslos auf ihn ein. Casselman verstand sich aber zu wehren und bald lagen zwei von seinen Angreifern halb betäubt an der Erde. Da zogen zwei der noch Kämpfenden Mcsier hervor und drangen unter Drohun- gen und Flüchen auf ihn ein. Er nahm darauf seinerseits eine Waffe zur Hand und zwar seinen Revolver. Als die Kerle diesen gewahrten, wurden sie stutzig und ergriffen schließlich alle bis auf einen die Flucht. Der eine, welcher zurückblieb war Joe Burns. Er griff den Polizisten noch einmal an, floh aber endlich auch, als ihm eine Kugel dicht am Ohr vorbeisauste und ihn somit klar wurde, daß Casselman Ernst machte. Casselman setzte dem Fliehenden aber nach und bolle ihn bald ein. Als Burns sich in die Enge getrieben sah, griff er seinen Verfolger nochmals mit dem Messer an, erhielt aber von diesen eine Kugel in's rechte Bein, die ihn kampfun- fähig machte. Richter Seversen überwies ihn heute unter HSOO Bürgschaft dem Cri- minalgericht und bestrafte ihn außerdem um tzlOO und die Kosten. Vergeudetes Geld? Line sensationelle Anklage gegen den Auf- sichtsrath des neuen Blinden-Znftituts. Im Kreisgericht reichte gestern William H. Condon, ein Rechtsanwalt von der La- sallestr. eine Klage ein, in welcher er be- hauptet, daß sämmtliche Mitglieder des Vcrwaltungsraths des neuen Blindenheims (Inclustmiul Irome ton klio bllncl), mit Ausnahme eines einzigen Mitgliedes, sich mit dem Bauunternehmer verschworen hät- ten, um die Fonds des Unternehmens zum Theil in ihre eigenen Taschen fließen zu lassen. .Anwalt Condon behauptet, daß die Bewilligung von für den Bau der Anstalt thatsächlich so gut wie fortge- worfen sei, und er verlangt einen Ein- haltsbefehl, um den Verwaltungsrath zu hindern, noch weitere Gelder tortzuwerfen und zu verschwenden. Die Behörde, gegen welche die Klage ge- richtet ist, besteht aus folgenden Personen: P. H. Eonly, Präsident; Charles E. Simmons, Sekretär; Henry C. Zutler- meister, H. E. Cushing und Sarah Con- don. Die letztere ist die von Anwalt Con- don angegebene Ausnahme. Die Conirak- toren, welche in die Verschwörung verwickelt sein sollen, sind Thomas Clark L Sons, Thomas Kavanagh und die Edison Electric Co. Die Bewilligung für das Blinden- heim wurde im Mai 1893 von der Staats- Legislatur gemacht und Gouverneur Alt- geld ernannte die Aufsichtsbehörde am 1. Juli 1893. Wüsten noch warten. Die städtischen Angestellten, welche bis- her ihr Gehalt für den Monat Oktober noch nicht erhalten haben, werden sich noch mindestens eine Woche gedulden müssen,denn, wie Comptroller Ackerman heute Vormittag erklärte, sind keine Aussichten vorhanden, daß es der Stadt gelingen wird, vor Ablauf einer Woche das nöthige Geld für die Auszahlung der Gehälter der Poli- zisten, Feuerwehrleute und der Angestellten des Departements für den öffentlichen Dienst auf irgend einem Wege aufzu- treiben. Heute Nachmittag findet eine abermalige Conferenz zwischen Comptroller Ackerman und deu Vertretern einiger Banken zur Besprechung von Mitteln und Wegen zur Beseitigung der Finanzklemme der Stadl statt. Gefesselt Wurden die rep. Wahlrichter nach verschiedenen Stationen gefahren. Zwei der verhafteten legen Zr-ugniß ab. Richter Brenrano's Gerichtssaal warheute Morgen überfüllt von den vierzehn republikanischen Wahlrichtern aus dem pol- nischen District der Noble Slr. und Mil- waukee Ave. Anwesend waren ebenfalls Chef Brennan, Geheimpolizeichef Skea, zehn Polizcibcamte der Centralstation und viele Politiker und Anwälte, um die Unter- suchung der gewalttätigen Verhaftung jener Leute zu verfolgen. Die Namen derselben erwähnten wir an anderer Stelle. Als erster Zeuge wurde John Niewie- rowski aufgerufen. Er erzählte, das; er am Abend vor dem Wahltage von einer Ver- sammlung nach seiner Wohnung Ecke Dixon und Blackhawk Slr. kam, als plötzlich ein starker Mann in das Zimmer trat und den Bewohner für verhaftet erklärte. Der Zeuge fragte nach Verhaftsbefchl und Stern des Beamten, doch dieser hatte ihn bereits am Kragen und schleppte den Gefangenen auf die Straße, wo vor dem Hause des Aldermau Stauten Kunz der Patrouille-Wagen stand. Fünf Verhaf- tete saßen bereits auf dem Wagen und die Fahrt ging nach der West Chicago Polizei- station, wo einige der Polizisten abspran- gen, die Station betraten und nach einigen Minuten zurückkehrten. Dann ging die Fahrt nach der Detail-Station in der Batterie D., wo den Verhafteten Hand- ichellen angelegt wurden. Auf dem Wagen der zweiten Station ging es dann nach der Polizeistalion an Collage Grove Ave., wo nach einem kurzen Aufenthalt in den Zellen die Fahrt nach der Hhde Park-Station fortgesetzt wurde. Gegen 2 Uhr Morgens kam man dort an. In keiner Station wurden sie dem Desk- Sergeanten vorgeführt und keine Buchung erfolgte. Am nächsten Morgen wurden die Verhafteten durch Senator Anwalt Jo- seph O'Donncll vor Richter Foster ge- bracht. Der Aiiwalt erklärte,, zur Ver- handlung bereit zu sein und gegen den Willen der Vorgeführten vertagte Richter Foster die Verhandlung. Auf diesen Punkt hin verlangte O'Don- nell die sofortige Entlassung der Angeklag- ten, weil das Gesetz vorschreibe, daß, nach- dem ein Habeas Corpus-Gcsuch eingereicht ist, die Gefangenen nicht nach einem ande- ren Platze gebracht werden dürfen. Trotz- dem wurden die vierzehn Leute nach der Hyde-Park-Station zurückgebracht und von da nach der Central-Station zurückgefah- ren, wo Bürgschaft geleistet wurde. Es war vier Uhr geworden und die Leute waren ihres Stimmrechtes beraubt. Wladslaus Schrojcka bezeugte, daß er ein Möbeltischler sei und 'No. 678 Dixon Straße wobnte. Als er sich in's Belt ge- legt hatte, donnerte jemand an die Thür und mit einem Krach flog das gesprengte Schloß. Ein Mann erklärte den Bewoh- ner für verhaftet, der sich nur nothdürfug bekleiden konnte. Er wurde ebenfalls vor das Haus des Alderman Stanley Kunz ge- bracht, wo ein zweiter Polizeiwagcn stand. Der Richter forderte diePolizisten auf, vor- zutreten und der Zeuge identisicirte den Geheimen Mason als den Eindringling. Alderman Kunst gab Anordnungen über die Verhaftungen. Der Polizist war in Civil und verlaß keinen VcrhastSbefehl. Auf die Frage des Richters antwortete Mason, daß ihm Capt. Duffy die Verbatts- befehle übergeben habe. Dieselben, welche bei der heutigen Verhandlung zu Tage kamen, beschuldigen die Angeklagten des Angriffs mit tödllicher Waffe. Der Zeuge wurde mit drei anderen nach der Centralstation und von da direkt nach der Hyde Park-Stalion gebracht. Der Richter fragte die Polizisten, ob sie nicht wüßten, daß sie den Verhaftsbefchl verlesen und die Verhafteten nach dem nächsten Richter zu bringen hätten, worauf die Beamten schwiegen. Die Angelegenheit wird heute Nachmittag erledigt werden. An anderer Stelle d. 81. ist die Ver- handlungen erwähnt, welche gestern am späten Nachmittag vor Richter Brentano staltfand. Auch eine Folge der städtischen Finanzklemme. Die Stadt Chicago hat angeblich mit zwei Firmen, die das Geschäft des Ver- leihenS von Geld zu hohen Zinsen gewerbs- mäßig betreiben, und die man gewöhnlich als Wucherer bezeichnet, einen Kontrakt abgeschlossen, um ihre Verpflichtungen gegen diejenigcnPersoncn. welche ihreLäden, Officen oder Thcile ihrer Wohnungen an sie als Negistrirungs-, bezw. Stimmplätze vermicthet Hallen, loszuwetden. Die Vermiether solcher Wahllokale wer- den sich in Folge dessen von den „Sharks" große Abzüge gefallen lassen müssen, oder sie werden auf ihr Geld zwei oder gar drei Monate warten müssen. Die von der Wahlbehörde den Ver- micthern von Stimmplätzcn ausgestellten Anweisungen lauten auf je PIS, wieviel davon aber von den angegebenen Firmen in Abzug gebracht wird, weiß man noch nicht. In der Complrollers Office wurde als Grund für dieses Arrangement die gegen- wärtige totale Ebbe im Stadtsückcl an- gegeben. Anschuldig verhaftet. Der in 655 Rockwell Str. wohnende Ex- prcßmann Tim Kennedy lieh am Montag feinem Namensvetter Patrick Kennedy zwecks Fortschaffens von Möbeln für meh- rere Stunden seinen Wagen. Als derselbe bis zum Abend nicht wiedcrgebracht war, klagte er Paddy wegen Diebstahls an. Der mit der Verhaftung betraute Polizist traf Kennedy und mit ihm noch dessen Freunde William Hayes und John Gorman auf dem leeren Wagen, als sie der 14. Straße zufuhren und verhaftete sie sammt und son- ders wegen Diebstahls. Tim gab heute vor Richter Doolcy zu, daß er Pat den Wagen geliehen und nur aus Furcht, ihn zu verlieren, die Anklage erhoben harte. Daraufhin erfolgte die kostenlose Frei- ! sprechung der drei Angeklagten.

Search all Chicago, Illinois newspaper archives

Explore other publications from Chicago, Illinois

All newspaper archives for November 8, 1894

Browse
Order a high-quality 18"x24" poster print of the page above.