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Abendblatt Newspaper Archives Nov 6 1894, Page 1

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Abendblatt (Newspaper) - November 6, 1894, Chicago, IllinoisHeransgegeben von der Illinois Staats-Zeitungs-Lo. Ltzicago, Dienstag, 6. November 1894. Preis 1 Lent. 47. Jahrgang. No. 264. Mevervlrck Und Kurzgefaßtes. Der Wettermann „stimmt" wohl, haben wir heute kein „Wetter", pichttg es ist ja "lsSul bolicluy". Dennda der heutige Tag um vier Uhr seinen Ab- schluß nimmt, so wird das gute Wetter chohl noch so lange Vorhalten. Auswärts ist das Wetter gutes republikanisches Wahl- Wetter, zum großen Aerger der Demokraten, da die Republikaner ihre Seidenstrümpfe und Patentledernen nicht zu beschmutzen brauchen. Nun, für eine ganze Menge Kandidaten kann es heute Abend „Wurscht" sein, was es für Wetter ist. Auch die Börsen feiern heute, um ih-rer Bürgerpflicht genügen zu können. Diesseits New Aork und auch dort herrschte beule allerwärts das prächtigste Wetter, dagegen hat es weiter nördlich da-von geregnet und geschneit. , Die Londoner Zeitung „Standard" rath den Japanern, mit den Chinesen Frie- den zu schließen. Die Engländer sind im-mer mit ihrem guten Rath bei der Hand,wo die Sache für sie nicht nach Wunsch geht. ln South Bend in Indiana sind Zwei Menschen an den Blattern gestorben und auch in Joliet ist die Seuche ausge-brochen. Der Apotheker Constantin Hecking sucht seine Frau Emma, die angeblich mit dem Kellner Victor Schröder durchbrannte und außer ihrem Kinde tzIOOO in baarem Gelde mitnahm. Der Nachtwächter David Fricnd istan der Einathmung lödtlicher Dünste ge-legentlich eines Feuers in dem Gebäude No. 120—132 Market Str. gestorben, und sechs Ferwehrleute liege): aus derselben Ursache schwer krank darnieder. Wein: die Stimmen gezählt sind, wis-sen wir, wer erwählt ist. Vorher weiß Niemand „nichts Gewisses." Depeseüerr. Chinesische Medensvorschliige. Was ein englisches Blatt darüber zu sagen hat. Aus Menschlichkeitsrücksichten darf angeblich am Fortbestehen des chinesischen Reiches nicht gerüttelt werden. London, 6. Nov. Der „Standard"sagt in einem Leitartikel über China's Fricdensvorschlüge: „Die Sieger würden zum ersten Male Mangel an Klugheit zeigen, wenn sie vernünftige Freedcnsvorschläge ablehnten. Sie wer- den von den Chinesen nicht länger ver- achtet, sondern mehr als je gehaßt, und wären nicht im Stande, eine einzige chine- sische Provinz in gehöriger Weise zu regie- ren, wenn ihnen eine solche in aller Form «bgetretcn würde. Mittlerweile haben die Mächte ein gemeinsames Interesse daran, eine Tbeilung des himmlischen Reiches zu verhindern. Die Menschlichkeit verbietet auf das Bestimmteste den Gedanken, eine Regierung, unter welcher Hunderte von Millionen Menschen leben, zerstören zu lassen. Japan könnte, wenn cs zu viel verlangen sollte, die ganzen Früchte seiner Siege einbüßen. Nicaragua kaust Geschütze und Munition. Vorschlag zu einer niittelamerikani- schen Ausstellung im Jahre (896. Amerikaner beabsichtigen die Gründung eiirer Bank. Panama, Columbia, 6. Nov. Nicaragua hat in Frankreich neue Ge- schütze und eine Menge Munition bestellt. Honduras schlägt eine mitlelamcrikanischcAusstellung in Tegucigalpa für 1800 vor. Amerikanische Kapttattsteu beabsichtigen, in Puerto Cortez eine Bank zu gründe)). England dringt wegen seiner ceutral- amerikauischeu Interessen darauf, daß Mexiko sofort den Grenzstreit bei Belize zum Abschluß bringe. Lin etwas jähzorniger Bürger- meister. Er bedroht seinen Schwager, einen Polizei- beamten, mit dem Revolver. Hamilton, 0., 6. Nov. Gestern erregte die Handlungsweise des hiesigen Bürgermeisters Charles S. Bosch, weil er seinen Schwager George Schwab mit dem Revolver bedrohte, eine gelinde Aufregung. Schwab ist Polizeicapitän und wurde am Samstag wegen Ungehor- sams seines Amtes enthoben, weigerte sichjedoch, dasselbe niederzulcgcn. Am Abend wurde er deshalb unter der Anklage verhaf- tet, sich für einen Polizcibeamteu ausgege- hei: zu haben, und verborgene Waffen bei sich zu haben. Im Hauptquartier der Po- lizei angekommen, warf er dem Bürger- meister eine Ergarre in das Gesicht, worauf dieser seinen Revolver zog, und geschossen haben würde, wenn ihm nicht der Gcfüng-uißschließer iu den Arm gefallen wäre. Peter Schwab, der bekannte Politiker, ein Onkel des Bürgermeisters sowohl, als auch des Polizc:eapttäns, gab für den letzterenBürgschaft. lie Blatternseuche in der Nähe von South Bend. Southßeud, Jnd., 6. Nov. Iu Walkcrion, in diesem County, sind ,wei weitere Todesfälle in Folge der Blat- tern vorgekommeu. Die anderen Patienten befinden sich auf dem Wege der Besserung. Zie Wi«g-Zli»g MMgeichil Brutale Schandttzat chinesischer Soldaten gegen japanische Passagiere, Welche sich am Bord des Chung-King befanden. Lngland verlangt sofortige Geuuqthuung und droht mit Repressalien. Shanghai, 6. Nov. Die hiesigen britischen Beamten haben vom Vicekönig die Beilegung der Ehung- King-Angelegenhcit innerhalb der nächsten sieben Tage verlangt. Sie verlangen, daß Tao Tai Sheng seines Amtes enthoben und degradirt werde; daß der Chuug-Kiug mit 21 Kanonenschüssen von den Taku Forts begrüß:, und den Eigenthümern des Chung-King eine Geldentschädigung be- zahl: werde. Wenn diese Forderungen in- nerhalb der angegebenen Zeit nicht erfüllt werden, so wird mit Repressalien von Seiten der britischen Flotte gedroht. Die Chung-Kiug-Angelegenheit ist eines der merkwürdigsten Ereignisse während des japanisch-chinesischen Krieges, und mag noch ernstliche Folgen haben. Am 4. August theilte eine Depesche aus Tien Tsin mit, daß dreizehn japanische Soldaten, welche von den Chinesen gewalt-sam von dem britischen Dampfer Chung- King weggenommen worden waren, sofort, nachdem der Vicekönig Li Hung Chang da- von erfahre): hatte, wieder ausgeliefert worden seien, und daß sich der Vicekönig bei den: britischen Consul deshalb ent- schuldigt habe. Am 7. August jedoch wurde von Shang- hai die Ankunft des Dampfers Chung- King dort gemeldet und zugleich die Schil- derung des Kapitäns über den Vorfall mil- gctheitt, wodurch die Sache ciueu ernstli- cheren Anstrich erhielt. Der Eapilün sagte, daß, während sich der Dampfer in Tuugku, im Golfe von Pe-tschi-li, befand, chinesi- sche Soldaten au Bord gekommen seien, um die japanischen Passagiere gefangen zu nehmen. Sic fanden an Bord sechzig Ja- paner, .meistens Frauen und Kinder, und begannen sofort, auf dieselben Jagd zu machen. Die Chinesen verfolgten die Ja- paner über das ganze Schiff, banden ihnen Hände und Füße, sobald sie einen einge- fangen hatten und warfen ihn dann auf den Werst. Infolge des Protestes des bri- tischen Consuls befahl Li Hung Chang, daß die Japaner wieder au Bord des Chuug-Kiug gebracht würden und ordnete an, daß die chinesischen Soldaten, welche den Uebcrsall gemacht hatten, schwer be- straft wurden. Die Maul- und Klauenseuche iu Deutschland. Dieselbe grasfirt besonders stark im Voigtlande und in Sachsen- Altenburg, Und scheint noch täglich an Ausbreitung zu gewinueii. Washington, 6. Nov. Während die deutsche Regierung unsere Viehhändler beschuldigt, das Texasfieber iu Deutschland einzuschleppen, hat sic selbst eine gefährliche Krankheit zu bekämpfen, welche unter dem Vieh auf dem Laude iu Mirteldcutlchlaud, hauptsächlich im Voigt- lande und tu Sachsen-Altenburg, ausge- brochen ist. Die Krankheit ist unter dem Namen der Maul- und Klauenseuche be- kannt, und der amerikanische Consul Stephen in Annaberg, welcher dei: Aus- bruch der Seuche au das Staatsdeparte- ment berichtet, sagt, daß dieselbe um io schlimmer für die Farmer ist, da der Vieh- staud schon vor zwei Jahren durch dieselbe Krankheit bedeutend verringert wurde, und die Farmer im Jahre 1803 in Folge der anhaltenden Dürre und des Futtermangels gezwungen wurden, einen großen Thcil ihres Vichstaudes zu schlachten. Obgleich die Ortsbehörde)) Alles versuchen, um die Verbreitung der Seuche zu verhindern, so scheinen sie doch damit keinen Erfolg zu haben, dem: fast jeden Tag werden in den amtlichen Zeitungen neue Fälle gemeldet. Die häufige Erscheinung dieser Seuchen in derselben Gegend, ist jedenfalls kein Beweis für den guten Gesundheitszustand des deutschen Viehstandes. Den Mißhandlungen erlegen. Lin amerikanischer Lorrespondent in Brasilien an den dort ihm zugesügten Mißhandlungen gestorben. Sein Gattin wird Brasilien dafür verant- wortlich machen. Nov. Waymoright, der amerikanische Korre- spondent, welcher in Brasilien so schwer von Mißhandlungen zu leiden hatte und au: letzten Sonntag hier starb, ist heute beerdigt worden. Seine Gattin wird durch die amerika- nische Negierung eine Schadenersatzklage gegen Brasilien anstrcngeu. Gutherzige Leute haben Geld für sie aufgebracht, da sie völlig mittellos war. Peru braucht Geld. Für alle bisher zollfreie Maaren soll jetzt Zoll erhoben werden. Lima, Peru, 6. Nov. Es heißt, daß Pierola im Hafen von Caballos gelandet ist. Die Regierung will von allen bisher zollfreien Waareu, außer von Gold und Silber iu Barren oder gemünzt, einen Zollvon acht v. H. vom Werth erheben. Die UebersiilMiig der Leiche nach St. Petersburg. Dieselbe findet unter Begleitung der ganzen kaiserlichen Familie statt. Auch der Prinz und diePrinzessin von Males und Mitglieder von auswärtigen ver- wandten königlichen Familien be- gleiten die Leiche. Li padia, 6. Nov. Es ist amtlich mitgetheilt worden, daß der Leichnam des verstorbenen Ezaren, nachdem er in der Schloßkirche auf dem Paradebelte ausgestellt fein wird, nach Balta und von dort an Bord des russischen Kreuzers „Pamyalharkoowa" nach Seba- stopol übergefüyrt werden wird. Dem Leichenzuge nach Moskau werden sich der Ezar Nikolaus, die Ezarin, der Czarcwitsch, der Großfürst George, die Prinzessin Alix von Hessen-Darmstadt und andere Mit- glieder der kaiserlichen Familie auschlicßen, außerdem auch noch der Prinz und die Prinzessin von Wales und die Mitglieder der auswärtigen königlichen Familien, welche mit der russischen Kaiscrfamilic ver- wandt sind. In Moskau wird die Leiche Alexander 111. mehrere Tage in der Archangcl-Kalhe- drale und in St. Petersburg in der St. Peter und Paul Kathedrale auf dem Pa- radebettc ausgestellt sein. In allen Ortschaften, bei welchen der Leichcnzug aus der Fahrt nach Moskau und St. Petersburg a'uhält, werden den Armen auf Kosten des Ezaren Mahlzeiten verao- rcicht und in jedem Halteplätze wird eine Seelenmesse abgehalteu werden. Getzeimnitzvoller Mord. Lin jungerWann todt in der Straße aufgefunden. Lr war seit einigen Nächten von zwei un» bekannten Personen verfolgt worden. T a c o m a, Wash., 0. Nov. Heute Morgen, bei Tagesanbruch, wurde der leblose Körper von Malhew A. Bart- lctt, einem bekannten jungen Mauue, von einem Zeitungsjungen aus dem Seitenwege ausgcsundcu. Sein rechtes Ohr war ver- letzt und die Nase blutig, aber sonst waren keine Spuren von Gewattthätigkeiten be- merkbar, obgleich die Papiere aus seiner Tasche umhergcstreut waren; seine Uhr be- fand sich in seiner Tasche. Es wird allgemein angenommen, daß Bartlctt ermordet wurde, weil er zu viel über den geheimuißvollcn Tod des Rcch- uungsführers Joseph Schädel gewußt habe, welcher im letzten Herbst im Sleilacoom Asyl stattsaud. Von einigen Pcrsostcn wurde damals behauptet, daß Schädel ver- gifte: worden sei, obgleich nach einer späte- ren Untersuchung diese Annahme nicht aufrecht erhalten werden konnte. Zu jener Zeit befand sich Bartlctt in dem Asyl und blieb dort bis zum letzten Sep- tember. Wäbreud mehrerer Nächte in letz- ter Woche war er von zwei Männern ver- folgt worden, und Freunden gegenüber sprach er die Ansiche aus, daß dies geschehe, weil er zu viel über Schadens Fall wisse. Er kaufte sich einen Revolver und befand sich in arger Besorgnis; über die Sache. Später versuchten die beiden gcheimniß- volleu Männer, ihn zu überfallen, aber es gelang ihm, denselben zu entkommen. Hatte keine Kriegscontrebande an Bord. Der Dampfer Sydney wieder freige- gegeben. Aber drei seiner Passagiere, darunter zwei Amerikaner, in Haft genommen. Bokohama, 6. Nov. Der französische Dampfer Sydney von Marseille, welcher unter dem Verdachte, Eontrebaude an Bord zu haben, beschlag- nahmt worden war, ist srcigegeben worden und hatKobe verlassen. Es wurde vcrmu- thel, daß er von dem britischen Dampfer „Gaclie" von San Francisco, welcher eben- falls in Beschlag genommen, aber später wieder srcigegeben worden war, Contre- baude au Bord genommen habe. Drei Passagiere des Sydney wurden jedoch ver- haftet und in Kobe zurückbehalten. Zwei derselben sind Amerikaner und der dritte ein Chinese. Lin Lhicagoer Junge auf Reisen. Lr wird im halb todtem Zustande von der Polizei ausgegriffen. Birmingham, Ala., 6. Nov. Gestern Morgen wurde der fünfzehnjäh- rige George Sanders, welcher behaupiet in No. 1001 Madisoustraße, Chicago, zu wohnen, in balbtodtem Zustande von der Polizei ausgegriffen. Sanders sagt, daß er seine elterliche Wohnung verlassen habe, um nach New Orleans zu gehen. Die Polizei wird den Jungen, welcher anstän- diger Leute Kind zu sein scheint, im Ge- wahrsam behalten, bis von den Eltern Nachrichten eingetrossen sind. Lxplosion vom Lrdgas. Lin Mädchen tödtlich, und ein anderes schwer verbrannt. Fort Wahne, Jnd., 6. Nov. Durch eine Erdgasexplosiou im Erdge- schosse des Westmiuster Seminares, eines hiesigen Mädcheuiustitutes, welche heute Morgen stattsaud, trug Clara Diebold rödtliche und Edith Masters schwere Brand- wunden davon. Beide sind Dienstmädchen und waren in das Erdgeschoß gegangen um nach einem Leck in den Wasserröhren zu sehen, wobei sie Zündhölzchen angezündet hatten. Lorö Rojelicriss Politik im Orient. Dieselbe wird vom Sekretär der chinesischen Gesandtschaft in London scharf ange- griffen. Seine angeblichen Unterlassungssünden. Berlin, 6. Nov. Der Korrespondent der „Kreuzzeitung" in London hat mit Sir Halliday McArtncy, dem Sekretär der chinesischen Gesandtschaft, eilte Unterredung gehabt. Sir Halliday griff die Politik des Lord Rosebery den kriegführenden Ländern gegenüber, als schwach und schwankend, auf das schärfste an. Als Japan inKorea Reformen verlangte, hätte Lord Rosebery weitere Verwickelungen verhüten sollen, indem er nachgcwiesen hätte, daß es unmöglich sei. eine derartige alberne Forderung zu gewähren. Er hätte andeulen sollen, dast wenn cs zwischen Ja- pan und China zum Kriege kommen sollte, England nicht neutral bleiben würde. Als der „Kow-Shing" von einem japanischen Kriegsschiffe in den Grund gebohrt wurde, ließ er eine weitere Gelegenheit vorüber- gebcn, indem er gestattete, daß die britische Flagge unbestraft beleidigt wurde. Die östlichen Nationen werden wahrscheinlich jetzt nicht vergessen, wie unter Umständen jene Flagge jetzt behandelt werden kann. Aber Lord Roscbery's plötzlicher Versuch einer Einmischung war bemcrkenswcrther, als seine Politik der Uuthätigkcit. Dieselbe wurde nicht verlangt, von den kriegführen- den Nationen nicht anerkannt, und war völlig ungerechtfertigt. Es war etwas in den Annalen der britischen Diplomatie noch nie Dagewesencs, und England wird möglicherweise dafür verantwortlich ge- macht werden. China wird sich für die Kriegslasten durch Einfuhrzölle schadlos halten, und selbstverständlich wird der englische Handel am meisten dadurch zu leiden haben. Die Kammer mit dem Cabinet in Conflikt. Der Ausschuß für Militärangele- czenheiten wünscht keine Ver- minderung des Heeres. Der Kriegsminister Mercier droht mit seiner Resignation. P a r i s, 6. Nov. Der stehende Ausschuß der Kammer für Militärangelegenheit' i hat den Plan der Negierung, zwölf lausend Soldaten vor Ablauf ihrer vollen Dienstzeit zu entlassen, für unzeitgemäß und tadelnswert!) erklärt. Außerdem erklärte der Ausschuß, mit nur drei Stimmen dagegen, dast dieser Schritt ungesetzlich sei. General Mercier, der Kricgsministcr, sagtedcr Abordnung, welche ihm den Beschluß des Ausschusses mil-theilte, dast der Plan vom Cabinet ausge- gangen und nicht gänzlich sein eigener sei. Trotzdem würde er, wenn derselbe vom Ca- binet in Wiedcrcrwägung gezogen werden sollte, seine Resignation einreichen. Die Minister werden die Angelegenheit heule in Bcrathunz nehmen. - Opfer von Straßenräubern. Lin Farmer angefallen und beraubt. Pana, Jll., 6. Nov. Der südlich von hier wohnende Farmer Thomas Wilner, wurde gestern Abend, als er nach Hause fuhr von zwei Straßenrän- dern übersatten und vollständig ausgeraubt. Darauf wurde cr von den Strolchen so schwer gemisthandelt, dast er bewußtlos wurde, worauf sie mit seinem Fuhrwerk davonfuhren und ihr Opfer auf der Land- straße liegen ließen. Von Leuten, welche später vorüberkamcn wurde Wilmcr dann aufgefunden, und nach Hause gebracht, wo er in bedenklichem Zustande darniedcrliegt. Die Räuber bewerkstelligten ihr Entkom- men, und bis jetzt ist cs noch nicht gelun- gen derselben habhaft zu werden, oder daS Fuhrwerk wieder zu erlangen. Lin gefährlicher Strolch. Lr fällt auf offener Straße über ein Mädchen her. Huntington, Jnd., 6. Nov. Gestern Abend wurde Mamie Shively an der Ecke von Byron- und Marketstraße überfallen und ernstlich verletzt; David Goss, ein junger Mann, welcher der Atten- täter fein soll, wird in Folge dessen verhaf- tet werden. Goff griff Mamie an und schleppte sie in eine „Alley", aber ne ver- theidigte sich tapfer und ihr Geschrei brachte schließlich Vorübergehende herbei, worauf sich der Strolch flüchtete. Das junge Mädchen trug bei dem ungleichen Kampfe ernstliche Verletzungen davon, während ihm fast sämmtliche Kleider vom Leibe gerissen wurden. Die Unruhen auf Madagascar. Der französische Bevollmächtigte und sämmt- liche Franzosen haben die Haupt- stadt verlassen. PortLo uis, Mauritius, - » 6. Nov. s Von Tamatave wird unter dem 3. No- vember gemeldet, daß sich dießegierung von Madagaskar geweigert hat, die französischen Forderungen zu gewähren. Myre de Villers, der französische Bevollmächtigte, und die französischen Ansiedler in Anla- nariwa sind am 2. Nov. in Tamatave an- gekommeu. Das Kriegsschiff dampft der Küste entlang, um Flüchtlinge aufzuneh- mcn. Sämmtliche Engländer sind in der Hauptstadt geblieben, da ihnen die Negie- rung volle Sicherheit versprochen hat. Dummer Scher;. Lin etwas harmloses paar grau- sam hinter's Licht geführt. Lin leichtsinniger Geschäftsreisender als Pfarrer. Lockport, N. A., 6. Nov. Alva M. Hill und Frau Fannie G. Baldwin trafen sich auf einem von Detroit,Mich., kommenden Bahnzugc, und Beide hatten ein gleiches Reiseziel, nämlich Orleans County. Sie erneuerten eine alte Bekanntschaft und fanden schließlich Ge- fallen an einander. Hill ist 34 Jahre all, während Frau Baldwin bereits 51 Jahre zählt. Nachdem der Bahnzug die „Sus- pension Bridge" hinter sich hatte, machte er der Wittwe einen Heirathsantrag, wurde angenommen, und als der Zug den Bahn- hof erreicht hatte, stiegen Beide aus. Frau Baldwin blieb im Bahnhose, wäh- rend Hill ausging, tim einen Friedensrich- ter zu finden. Er ging nach dem Central- Hotel und erkundigte sich dort, ob ein Hei- rathsschein erforderlich sei, um sich zu vcr- hciralhen. Nachdem ihm mitgetbeilt wor- den war, daß ein derartiges Dokument nicht nötbig sei, gcrielhen ein Paar anwe- sende Geschäftsreisende auf die Idee, sich einen Spaß zu machen, und ein gewisser L. Douglaß stellte sich als Geistlicher vor. Der Bräutigam holte seine Braut herbei und nach Beantwortung der gebräuchlichen Fragen, erklärte Douglaß das Paar für verhei- rathct. Später jedoch wurde ihm klar, daß der Scherz zu weit getrieben worden sei. er be- kam cs mit der Angst und stellte deni Paare ein Papier aus, worin er erklärte, dast er eine Scheinhcirath vollzogen Haber dasselbe wurde jedoch von den jungen Eheleuten in der Annahme unterzeichnet, daß es ein echter Heirathsschcin sei, und in diesem Glauben bestieg Hill mit seiner neuen Frau den nach dem Osten abgcbcnden Zug und jetzt befindet sich das Pärchen in Albion, um dort die Flitterwochen zu erleben. Die Vcrüber des unzeiligcn Scherzes be- mühen sich nun aber ernstlich einen Frie- densrichter zu finden, um das Paar in aller Form zu verhciratheu und den von ihnen angestifteten leichtsinnigen Streich wieder gut zu machen. Selbstmord. Lin Möbelhäudler erhängt sich in seinein Geschäftslokale. Emmetsburg, Ja., 6. Nov. Heute Morgen hat sich F. I. Kluß in seinem Möbelgeschäft erhängt. Die Veran- lassung zu der That ist nicht bekannt. Tod eines bekannten Künstlers und Schriftstellers. Paris, 6. Nov. P. C. Hamerton, ein bekannter Künstler, Schriftsteller und Dichter ist gestorben. Sollet von den Blattern heimge- sucht. SPringfield, Jll., 6. Nov. Die Staalsgesundheitsbehörde berichtet heute, daß in Joliet die Blattern ausge- brochen seien. Schiffsnachrichten. In der Nacht anqekommen: London „Europe" von New Aork. Liverpool „Booic" von New 9)ork. New Pork „Tauric" von Liverpool. New Pork „Travc" von Bremen. Liverpool „lndiana" von Philadel- phia; „Philadelphia" von Boston. Städtisches. > Das Wetter. Optiker Kleine, 76 Washington Str., berichtet für Chicago die folgenden Baro- meter- und Thecmometerstände: Um 8 Uhr Morg. 38 Gr., um 0 Uhr 38 Gr., um 10 Uhr 42 Gr., um 11 Übr 42 Gr., um 12 Übr 42 Gr. Barometerstand um 8 Uhr Morg. 20.00. 12 Uhr 20.00. Unehrlicher Lollektor. John Hanson beschuldigt, seinen Arbeit- gebern rzoocr unterschlagen zu haben. Unter der Anklage der Unterschlagung von HIOOO wurde gestern Abend John Hanson. der bei der „Jarvis California Wine Co.", No. 20 9k. Clarkstraste, als Stadlverkäufer und Kollektor angestellt war, in seiner Wohnung an der Chicago Ave. und Townsendstraße verhaftet. Herr Jarvis erklärte, daß Hanson feine Verun- treuungen schon vor mehreren Monaten be- gonnen habe. Er habe Maaren verkauft, dann einen Tbeil des Betrages oder auch den ganzen collektirt, dem Cassirer aber habe er nur eine kleine Stimme abgcliefcrt. So kam es, daß die Kunden schließlich fast alle in ihren Zahlungen so weit zurück waren, daß die Firma Verdacht schöpfte und von da an den säumigen Zahlern eine Rech- nung direkt von der Office aus zuschickte. Da stellte sich heraus, dast die meisten an Hanson bereits ihre volle Schuld bezahlt hatten, dast dieser das Geld aber nicht ab- geliefert Halle. Eine geraue Untersuchung wurde angestellt und man saud ein Deficit von über PIOOO. Was Hanson mit dem Gelde machte, ist sowohl seinen Arbeit- gebern, wie auch seiner Frau ein Rathscl, da er nachweislich ein durchaus solider Mensch ist. Er selbst weigert sich stand- haft, irgendwelche Aufklärung zu geben. Eine unter Benutzung alter Lumpen mit Heu ausgestopftc Figur, den edlen Menschenfreund George M. Puüman dar- stellend, hing gestern Morgen an der Ecke der Jcfferson und Liberty Straße. Auf dem Rücken des „Erhängten" war die In- schrift zu lesen: „Philanthrop Pullman." Erst nach mehreren Stunden nahm die Polizei den „Körper" ab. Limas geheimnißvotl. wie kam heute früh der republ. „Challenger" Kennedy zu einer bedenklichen Kopf- wunde ? Gerade fünfzehn Minuten nach der Er- öffnung des Stimmplatzes im vierten Pre- ziukt der 23. Ward kam es dort angeblich zu einer Schiesterei, und der Prezinkt-Ea- pitän, Michael Kennedy, mußte, von zwei Kugeln verletzt, nach seiner Wohnung, 200 N. Franklinstr. gebracht werden. Der von dem Polizisten Berwick über den Vorfall in der Ost Chicago Ave. Sta- tion abgcstattete Bericht lautet wesentlich anders, als wie Eapt. Kennedu und sein Freund die Angelegenheit desselben. Polizist Berwick berichtete seinem Eapi- tän, daß Kennedy von einem seiner Freunde einen Schlag mit einem stumpfen Instru- ment erhallen habe, und dast Kennedy sich geweigert habe, den Namen dieses Freundes zu verrathcn. Kennedy wurde nach dem Älerianerhospital gebracht, wo seine Ver- letzungen verbunden wurden, worauf er dann nach seiner Wohnung gebracht wurde. Kennedy erklär!, daß zwei Schüsse auf ihn abgcscuerl wurden, und daß eine Kugel ihn am linken Ohr lraf, so daß dieses Or- gan jetzt auf das Doppelte seiner natür- lichen Größe angeschwollen und ihm auch das rechte Auge ganz zugcschwollen ist. Welche von den beiden Darstellungen die richtige ist, wird sich wohl erst später Her- ausstellen, eS wird aber ohne Zweifel fest- gestellt werden können, ob wirklich ein Schießen stattgcfunden hat, oder ob Ken- nedy, der angeblich angetrunken war, als die Geschichte passirte, hingefallcn ist und sich den Kopf zerschlagen hat, wie auf der Polizcistatiou der Chicago Ave. behauptet wird. Kennedy behauptete übrigens, daß ihm gestern bereits von unbekannten Personen gedroht worden sei, daß cs ihm schlecht er- gehen würde, wenn er heute früh seines Amtes als republikanischer „Challenger" walten werde. Ganz genau weiß er offen- bar wirklich selbst nicht, wie er zu seinen Verletzungen gekommen ist, und es ist sehr wahrscheinlich, dast der Bericht des Polizi- sten Berwick über den Vorfall der Wahrheit näher kommt, als die Darstellung Ken- ncdy's. Kennedy ist 30 Jahre alt, verheirathet und bat fünf Kinder. Er war früher Fleischiuspektor und noch früher Lmcoln Park-Polizist. Die Polizei hat in dieser etwas mysteriö-sen Angelegenheit bisher keine Verhaftun- gen vorgenommen. Treulose Gattin. Frau Llla Hecking angeblich mit einem Kell- ner Namens Victor Schroeder durch- gebrannt. Constantin Hecking von No. 28 Vcdder Str., der t'rühcr Mitbesitzer einer Apotheke an der Dearborn Str. war, hat sich Hafts- befehle gegen seine Frau Ella und gegen Victor Schroeder ausstellen lassen. Er beschuldigt die Beiden, am Samstag mit- einander durchgcbrannt zu sein, und ihm seinen vierjährigen Sohn, sowie tzIOOO in baarem Gelde und eine Menge Silber- sachen geraubt zu haben. Die Bekannt- schaft der angeblichen Durchbrenner dalirt sich auf letzten Sommer zurück. Frau Hecking, deren Gesundheitszustand viel zu wünschen übrig ließ, wurde von ihrem Manne zu ihrer Erholung nach Fox Lake, Wisc., geschickt. Dort lernte sic Schroeder kennen, der früher Kellner in einem Re- staurant an der La Salle Str. gewesen fein soll. Schroeder setzte den Verkehr mit Frau Hecking, allerdings sehr zum Ver- druss- des Gatten, auch hier in Chicago fort, bis ihm das Haus verboten wurde. Letzte Woche mußte Herr Hecking eine kleine Reise unternehmen und als er von dieser zurückkehrte, fand er Frau und Kind nicht mehr vor, auch erfuhr, daß ein Exprest- maun zwei große Koffer von dem Hause abgcholt habe. Hecking wandte sich jetzt au die Polizei und diese brachte in Er- fahrung, dast am Samstag ein Mann, auf den die über Schroeder gemachte Beschrei- bung paßte, zwei Fahrbillcte nach London, Out., gekauft habe. Ferner wurde festge- stellt, daß auch die beiden Koffer dorthin geschickt worden waren. Immerhin hatte Niemand das Paar am Samstag Abend abfahrcn sehen und so weiß Herr Hcckuig vorläufig nicht, wie er die Suche nach den Verschwundenen fortsetzen sott. Lin furchtloser Mdacteur. Nichts Böses ahnend, saß gestern Nach- mittag gegen 4 Uhr der Nedacleur der re- publikanischen böhmischen Zeitung „Ehi- cagsky Obcau", Herr Emil E. Fischer, in seinem Sanctum, Nr. 523 Blue Island Avenue, als sich plötzlich ohne jegliches An-klopfen die Thür öffnete und ein halbes Dutzend böhmischer demokratischer Poli- tiker, mit Knüppeln bewaffnet, hcreinlratcn und sich in drohender Haltung vor ihm ausstellten. Der Wortführer dieser uner- bctenen Gesellschaft, ein gewisser Sabbath (der im Frühjahr als Aldcrman-Eaudidat lief), zog eine Ausgabe der genannten Zci- eung aus der Tasche und frug in einem Tone, der das Haus erzittern machte, wer einen gewissen Artikel (in welchem die bei- den böhmischen demokratischen Kandidaten für die Gesetzgebung, Christian Wallek und Herlicka. Betrüger u. s. w. genannt wur- den) geschrieben hätte. Fischer, der nur einen Arm sein eigen nennt, liest sich aber trotzdem von der auf- geregten Gesellschaft nicht in Angst jagen und erklärte ihnen ganz »rocken, daß dies Nedactiousgeheimniß wäre und er daher weder uöthig Hütte, ihnen zu sagen, wer den Artikel geschrieben, noch das Manu-scripl vorzulegeu. Darauf erhoben die zu Besuch Gekommenen wie auf Eommaudo ihre Stöcke und wollten diese auf Fischer's Kovf hcrinederfaulen lassen, als sich Schritte näherten. Die Böhmen zogen es unter diesen Umständen vor, sich siegreich zurückzuzichen, thatcn aber Fischer kund und zu wissen, dast sie ihn wegen verbreche- rischer Verläumdung einsperren und die Zeitung civilgerich'.lich noch auf Schaden- ersatz verklagen wollen. Fischer war bis heule Mittag indessen noch nicht verhaftet, ist aber bereits ans der Suche nach einem Bürgen. Die heutige Wahl. Große Betheiligung in den frühen Morgenstunden. Mas wird das Resultat sein ? Die heutige Wahl gewinnt besonders da- durch au Interesse, daß ein unbekannter Faktor, dessen genaue Stärke erst dann er- kannt werden wird, wenn die Stimmen ge- wählt sind, den Ausschlag geben wird. Die-ser unbekannter Faktor ist das Votum der Populisten. Es hat den Anschein, als ob die neue Partei eine bedeutende Stärke ent- wickeln wird und wenn sie auch schwerlich im Stande ist, eigene Eandrdaten zu er- wählen ausgenommen in einigen Lcgis- laturbezirken -- so ist doch mit ziemlicher Sicherheit anzunehmen, Last ihre Beiheili- gung von weittragenden Folgen sein wird. Die Wahl ist vom schönsten Weiter be- günstigt. Die Stimmgebcr eilten srüh an die Urne und an den meisten Slimmplätzen war die Betheiligung schon in der ersten Stunde eine sehr lebhafte. Es ist selbst- verständlich, dast wenn man mit einem Republikaner spricht, er den Sieg seiner Partei verkündigt und dast der Demokrat dasselbe thut. Tie Populisten sind etwas bescheidener in ihren Ansprüchen, aber auch unter ihnen schlt cs nicht an Enthusiasten, die sicgesgcwist sind. Unter dem australischen Wahlsystem ist die friedfertige Ausübung der Bürger- pflicht ziemlich gesichert; auch ist es schwer, das Resultat in den einzelnen Sttmm- plützcn cinigcrmastcn mit Genauigkeit an- zngeben. Man muß warten, bis in einigen Dutzend Prccinkten die Stimmen wirklich gezählt sind, dann kann man schon eher eine allgcmeincAbschätzung darüber machen, „wie der Hase läuft." Die Eivic Federation hatte ihre Agenten an solchen Stimmplätzcn, wo man Betrug erwartete. In den Down Town-Wards war die Betheiligung in der frühen Morgenstunde eine leichte, weil hier verhällnißmästig wenige Leute woh- nen, die ihre Stimmen abgeben, che sie zur Arbeit gehen. Der größte Andrang zu den Slimmplätzen in den frühen Mor- genstunden war in solchen Gegenden be- merkbar, wo die Arbeiter in der Mehrheit sind. Im 13.Bezirke der 15.Ward waren um 3 Uhr bereits 240 Stimmen abgegeben und die Populisten behaupten, hier die Mehr- heit zu haben. Auch in der 6. Ward wurde e:n starkes Arbcilervotum abgegeben und dasselbe kann von der 15. Ward gesagt werden. In der 20. Ward hatten um 0 Uhr 25 Frauen ihre Stimmen abgegeben; um die- selbe Zeit Hallen in 11 Bezirken derselben Ward 1300 Männer gestimmt. Etwa ein Drittel der regiftrirlen Bürger der 21. Ward hatte um 0 Uhr bereits gestimmt. Zweifelsohne haben die Republikaner hier die Mehrheit, obgleich auch die Demokraten in der westlichen Hälfte der Ward bedeu- tende Anstrengungen machen. Im Allge- meinen kann gesagt werden, dast die regu- lären Tickets gestimmt werden. In der 24. Ward sind beide großen Par- teien sicgesgcwist. Wie cs scheint, nimmt die Wahl überall einen friedfertigen Ver- lauf. Nur wenige Streitigkeiten wurden gemeldet. Im 4. Prccinct der 24. Ward stimmten drei Frauen vor sieben Uhr. Im 15. Pre- cinct der 23. Ward mit dem Stimmplatz 141 Eric Str. und im 17. Prccinct der 24. Ward, No. 113 Illinois Straße, stellten sich heute Morgen je ein Hülfssherisf ein, um auf die Leute zu warten, gegen welche Richter Brentano gestern Abend VerhaflS- befehle erliest. Auf einstimmige Entschei- dung der Wahlrichter in beiden Prccincten erhielten die Hülfsshenfss keinen Zutritt zum Stimmplatz. Es wurden bis 12 Uhr auch keine Verhaftungen vorgcnommen. Gewalt vor Recht. Angebliche Gewaltthätigkciten eines demo- kratischen Mahlrichters in der 29. Mard. Gegen John I. Flynn, einen demokra- tischen Wahlrichtcr im 25. Prccinct der 20. Ward, wurde un Laufe des Vormittags .etwa ein halbes Dutzend Anklagen erhoben, welche besagen, dast er in verschiedenen Fällen das Wahlgeheimnist durch Oestncn der zusammeng-faltcten ihm übergebenen Wahlzeltel verletzt habe und dast er über- haupt nicht unparteiisch feines Amtes ge- waltet habe und immer cs zugclafsen habe, dast seine Anhänger Leute, die das- repu- blikanische Ticket zu stimmen beabsichtigten, von den Stimmplätzen vertrieben. Einer der Ankläger ist Joseph N. Dowers von 4540 Justine Str., welcher angeblich vom Stimmplatze getrieben wurde. James Jackson, ebenfalls von 4549 Justine Str.. hat beschworen, daß der Wahlrichter Flynn den von ihm abgegebe- nen Wahlzeltel auseinanderfallcte und nicht in die Wahlurne stecken ließ. Weitere Kläger gegen Flynn sind Henry 9k. Masman von 4545 Justine Str. und Albert Kortum von 4545 Groß Ave. Lin betrogener Gatte Läßt seine Frau und den Betrüger verhaften. Vor Richter Hamburgher erschienen heute Morgen Katic Jacobson und Michael Erowley unter der Anklage des Ehebruchs. Als Kläger trat John Jacobion auf, wel- cher in No. 20 Fifth Ave. ein Milchgeschäft betreibt. Letzten Montag begab sich Jacob- son auf eine sieben Wochen währende Reise und überließ seinem Fuhrmann Michael Erowley die Leitung des Geschäfts. Erow- ley erwarb sich die Gunst der Frau Katie und lebte während der sieben Wochen mit ihr als Mann und Frau. Bei seiner un- verhofften Rückkehr fand Jacobson Erowley und seine Gattin in einer übcrführenden Situation. Richter Hamburgher stellte die Verklagten unter je tzIOOO Bürgschaft und setzte die Verhandlung auf den 13. November am. Ilm Stellungsuchenden bei der gegen- wärtigen Nothlage das Erlangen von Be- schäftigung zu erleichtern, nimmt das AbendblattStellengcsuche unentgeltlich auf

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