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Abendblatt Newspaper Archives Nov 2 1894, Page 1

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Abendblatt (Newspaper) - November 2, 1894, Chicago, IllinoisHerausgegeben von der Illinois Staats-Zeitungs-Co. Chicago, Freitag, 2. November 1894. Preis 1 Leut. 47. Jahrgang. Vlo. 261. Uevevvlick Und Kurzgefaßtes. '—Eine Feuersbrunst, die heute Vormit- im sogenannten „Beef House" derHarninond'schcn Schlächterei rn Süd-ausbrach, äscherte dieses ein undlichtete für eine halbe Million DollarsSchaden an. In Buffalo hat heute William Gipp Vater und Mutter erschossen. Die Japaner haben Port Arthur vom Lande und zur See eingeschlossen und rücken jetzt gegen Mukden vor. Von den Forts, die Port Arthur beschützen, fielen bereits zwei in ihre Hände und morgen soll Legen sämmtliche noch verbleibende Fortsborgegangen werden. Der Kaiser Nikolaus 11. erließ eine Proklamation, worin er seinem Lande den Tod des Kaisers Alexander 111. anzeigt. Der schwindsüchtige Georg wird vorläufig Großfürstthronfolger, doch zeigt der Kaiser dem Volke seine bevorstehende Vermählung nnt der Prinzessin Alix an, so daß also dem Georg seine Czarewitsch-Herrlichkeit nicht allzulange dauern dürfte. ln New Aork gingen die Kurse beiBeginn des Börsengeschäfts in die Höhe und war die Avance am bedeutendsten in den Aktien der Kohlenbahnen, von denen Delaware L Hudson um 1s und NewJersey Central um pCt. im Preise stiegen. Andere Eisenbahnaktien wurden um PCt. in die Höhe gesetzt, nur die Aktien des Zuckertrust bildeten die Ausnahme und wurde in diesen ein Rückgang um 1 pCt. verzeichnet. Graf Udo Stolberg ist als der Nach-folger von Heyden-Cadow's zum preußi- schen Minister für Landwirlhschast ernannt worden. Peru wird von Gucrillabanden un- sicher gemacht. Der britische Vizeconsulin Chicayolo ist dort beraubt worden. Bei dem Brande des Hammond'schen Schlachthauses in Süd-Omaha sind zwei Feuerwehrleute beim Einsturz einer Mauer erschlagen worden. Frl. Ethel Baker, eine bisher arme Waise, welche sich im Rookery-Gebäude mit der Schreibmaschine ernährte, ist über Nacht eine reiche Erbin geworden. EinOnkel, der im Süden eine Plantage besaß, ist gestorben und hat ihr seine Besitzung hintcrlassen. Da ein Glückssall selten allein kommt, so hat sich auch bereits ein Freier gemeldet. Die Wegräumungsarbeiten im Jack-son Park sind jetzt soweit gedeihen, daß im Anfang des nächsten Jahres die Land- schaftsgärtncr ihre Thätigkeit beginnen können. Der CondukteurSanders wurde gestern auf einem Frachtzugc der Great Western- Bahn von mehreren Strolchen, die er zum Verlassen des Zuges aufforderte, nieder- geschossen und beraubt. Der Mord wurde in der Nähe der 48. Strafte verübt. Naubgesellen im Unterrock ist das Neueste auf dem Gebiet des Verbrecher- thums. Gestern drang eine solche Ver- treterin der zarten Weiblichkeit in die Wohnung einer Frau Page an Garsield Ave. und schlug sie mit einem „Billy" nieder. Tekeltzraplnsesie Depefcüen. Aus dem Orient. Line fünfzehn tausend TNann starke japanische Armee nörd- lich vom l^alu. Li Hung Chang will dem britischen Admiral einige Kriegsschiffe abkaufen. Line Seeschlacht demnächst bevorstehend. T i e n - T s i n, 2. Nov. Die Generäle Weh und Ach, welche kürz- lich wegen Feigheit in der Schlacht bei Ping Z)ong abgesctzt worden waren, sind hier angekommen, fürchten sich jedoch aus Angst vor dem Zorne des Kaisers dieReise nach Peking soatzusetzen. Die Japaner haben drei Brücken über den Aalu aufgeschlagen, und eS heißt, daß sich jetzt eine 15,000Mann starke japanische Armee auf chinesischem Gebiete befindet. Eine Depesche von TschiFu berichtet, daß Admiral Fremantle, der Befehlshaber der britischen Flotte, von Tien Tsin, wo er Li Hung Chang einen Besuch abgestattet hatte, zurückgckchrt ist. Der Vicekönig hatte allen Ernstes den Wunsch geäußert, vier Schiffe des britischen Geschwaders käuflich an sich zu bringen, und bestand, trotzdem ihm vom Admiral erklärt worden war, daß dies un- möglich sei, auf seinem Verlangen. Die Chinesen sind der Ansicht, daß Admiral Fremantle nur einen höheren Preis zu erlangen beabsichtigt. Die chinesische Flotte ist am 24. Oktober von Wei Hai Wei abgegangen, und der Be- richt von einer Schlacht kann zu irgend eintreffen. Unter der Besatzung der chinesischen Flotte befinden sich nur vier Ausländer. Heyden's Dachfolger. Festmahl zu Lhren des Kanzlers Hohenlohe. Laprivi lehnt die Einladung dazu ab, und reist nach Basel. Berlin, 2. Nov. Graf Udo Stolberg ist als der Nachfolger von Heyden-Cadow's gestern zum preußi- schen Minister für Landwirlhschast, Do- mänen und Forsten ernannt worden. Dr.Miguel, der frühere preußische Finanzmi- nister, und jetziger Ministerpräsident, wird dem Kanzler Hohenlohe ein Festmahl ver- anstalten, zu welchem sämmlliche Minister ,„,d Staatssekretäre, einschließlich des früheren Kanzlers Caprivi, Einladungen erhalten haben. Der letztere hat die Einla- dung jedoch abgelehnt, und ist nach Basel abgereist. Nikolaus 11. Zeigt dem Lande seine Thron- besteigung und Seine bevorstehende Vermählung mit der Prinzessin Alix an. Einstweilen wird der Großfürst Georg Lzarewitsch. St. Petersburg, 2. Nov. Der „Amtsbote" veröffentlicht heute mor- gen die erste Proklamation des Kaisers Nikolaus 11. von Rußland, in welcher der- selbe, nachdem er der Nation die Nachrichtvon dem Tode seines Vaters, Alexander 111., mitgetheilr hat, sagt: „Möge Euch das Bewußtsein trösten, daßunser Schmerz, der Schmerz des ganzen geliebten Volkes ist, und möge dasselbe Nikolaus 11. nicht vergessen, daß die Stärke und Macht des heiligen Rußland in seiner Einigkeit und in der Anhänglichkeit an uns liegt. In dieser traurigen und feierlichen Stunde, in welcher wir den uns ange- stammten Thron Rußlands, Polens und des mit uns verbundenen Finlands be- steigen, erinnern wir uns des uns vonunserem betrauerten Vater hinterlassenen Vermächtnisses, und legen in Gegenwart des Allerhöchsten das Gelübde ab, es zuunserer einzigen Aufgabe zu machen, die Macht und den Ruhm unseres geliebten Rußlands zu entwickeln, und daS Glückunserer treuen Unterthanen zu wahren." Die Proklamation schließt mit dem Be-fehle, daß dcm Kaiser Nikolaus 11. und seinem Nachfolger, dem Großfürsten Georg Alexandrowilsch, seinem Bruder, welcher, bis Gott die eheliche Verbindung, welche Seine Majestät demnächst mit der Prin- zessin Alix von Hessen-Darmstadt cinzu- gchen beabsichtigt, mit einem Sohne ge- segnet haben wird, als Czarewitsch zu be- trachten ist, der Treueid geleistet werde. Eine starke russische Motte in Tschi-Mr. Das ganze britische ostasiatische Ge- schwader mobil gemacht. Der Aufstand in der chinesischen Provinz Hu-Pe. Shanghai, 2. Nov. In Tschi-Fu befinden sich zwölf russische Kriegsschiffe. Die britische Flotte, ein- schließlich von mehr als zwanzig Kriegs- schiffen, wird in Shanghai mobil gemacht. Es wird berichtet, daß die Japaner in Port Arthur ein zweites Fort genommen haben, und daß morgen ein allgemeiner Angriff erwartet wird. Der berüchtigte Rebellen- Häuptling, welcher gefangen genommen und in Wu-Tschang hingerichtet wurde, wäh- rend er im Begriffe stand, eine Rebellion in's Leben zu rufen, hat die Namen seiner Mitverschworencn, unter denen sich auch der Richter der Provinz Hu-Pe befindet, verralhen. Unangenehme Ueberraschung. Soeben aus dcm Zuchthause entlassen, wird er wieder beim Kragen genommen. Bloomington, Jll., 2. Nov. Gesrerern wurde W. H. Schucrman, der frühere Kassirer der „Bank of Normal", aus dem Zuchthausc in Joliet entlassen. Vor etwas länger als einem Jahre machte seine Bank bankerott, und es stellte sich heraus, daß sich das Geschäft in zerrüttetem Zustande befand. Gegen Schuerman wur- den dann neunnndzwanzig Anklagen er- hoben, Gelder angenommen zu haben, wäh- rend er wußte, daß die Bank zahlungsun- fähig war. Er bekannte sich schuldig und wurde zu einer einjährigen Zuchthausstrafe für jeden einzelnen Fall verurtheilt. Später aber wurde die Strafe auf nur ein Jahr be- schränkt. Schuerman batte beabsichtigt, vollständig nach Californien überzusiedcln, wurde aber gestern Abend auf fünf ähnliche Anklagen, wie die ersten, von Neuem in Haft genommen. Nachdem er für fein Erscheinen vor Gericht Bürgschaft gestellt hatte, wurde er wieder in Freiheit gesetzt. Line Luftreise. ZweiLuftschiffer wollen eine neue Entdeckung gemacht haben. New York, 2. Nov. Gestern sind Leo Stevens und Mortimer McKina in einem Luftballon von ganz neuer Konstruktion von Bridgeport, Conn., hier angekommen. Es war eine Probe- fahrt und dieselbe erwies sich als durchaus zufriedenstellend. Die Luflschifser erklären, daß sie eine neue und außerordentlich wirk- same Art und Weise der Füllung mit Wasserstoff entdeckt haben. Die Fahrt be- gann um 7 Uhr 45 Min. Abends und das Ziel wurde drei Stunden undfünfzehnMi- nuten spät"l erreicht. In Ser Privat - Kapelle ausgcbahrt. Priester und Offiziere lösen sich bei der Bewachung der Leiche des verstorbenen Lzaren ab. Feierlicher Trauergottesdienst. Livadia, 2. Nov. Nachdem die Leiche des Czaren Alexan- der 111. einbalsamirl, und mit der Uni- form des Praobratschenskischen Garderegi- mentcs bekleidet worden war, wurde sie in die kleine Privatkapelle des Palastes über- geführt. Rings um die Bahre waren an- gczündete Kerzen ausgestellt und Priester und Offiziere lösten sich bei der Bewachung der Leiche ab. Dcm Gottesdienste, welcher später in der Kapelle staltfand, wohnten sümmtliche Mitglieder der kaiserlichen Familie und des kaiserlichen Haushaltes bei. Nachdem der dienstthuende Priester den Leichnam beweihräuchert hatte, begann er ein ein- drucksvolles Requiem zu singen. Die ganze Feier war eine überaus er- hebende, und machte auf alle Anwesenden einen tiefen Eindruck. Berlin, 2. Nov. Kaiser Wilhelm hat beschlossen, den Prinzen Heinrich von Preußen als seinen Vertreter bei dem Begräbniß des verstorbe- nen Czaren nach Rußland zu senden. Englische Drtlzeile über den todten Czaren. Seine guten Ligenschaften allgemein anerkannt. Lr wird als Wächter des europäischen Frie- dens gepriesen. London, 2. Nov. Indem er die Umstände, unter welchen Alexander 111. den Thron bestieg, in's Ge- dächtniß zurückruft, sagt der „Standard": „Sein Leben war ein langes Mürtyrer- lhum, das er mit seltener Tapferkeit ertrug. Daß er seinen Kops klar hielt und daß sein Urtheil unbeeinträchtigt blieb, war ein Be- weis von ungewöhnlicher Charakterstärke. Für diese strenge Ausübung der Willens- kraft mußte der Preis bezahlt werden und es mag mit Sicherheit angenommen wer- den, daß dieKrankheit, welche ihn hinrasfte, in der steten Enttäuschung und geistigen Aufregung ihren Ursprung hatte. Wir glauben nicht, daß durch seinen Tod eine Aenderung in den französisch-russischen Be- ziehungen hervorgerufen werden wird. Sein Sohn Nikolaus muß eine geraume Zeit lang der hergebrachten Politik treu blei- ben." Das „Daily Chronicle" sagt: „Der Tod ruft menschliche und persönliche Rei gungen hervor, vor denen politische und öffentliche Betrachtungen in den Hinter- grund treten. Weil er sein Möglichstes gethan hat, Europa vor einem Kriege zu bewahren, werden Millionen, welche seine Ansichten und die Art und Weise seiner Re- gierung verdammen, sein Andenken achten. Wir hoffen sehnlichst, daß seine friedlichen Ansichten auch von seinem Nachfolger ge- theilt werden." Der „Daily Graphic" sagt: Im großen Ganzen war der Einfluß des Czaren ein gesunder. Er läßt Rußland glücklicher, stärker und in einer besseren Lage zurück, als es sich je in einem früheren Zeitpunkte seiner Geschichte befand. Er war seiner großen Aufgabe, 'als Wächter deS europäi- schen Friedens, treu. Die „Morning Post" sagt: Wir bewun- dern auf das Höchste sein strenges Pflicht- gefühl und den H'eldenmuth, mit welchem er gegen seine rasch zunehmende Schwäche ankämpfle. Es ist kein Grund zu der An-, nähme vorhanden, daß Nikolaus nicht in die Fußstapsen seines Vaters treten wird, welcher sich die Dankbarkeit seiner Unter- thancn und die Achtung Europas erwarb. Line Geistergeschichte. Line Lhe durch einen im Traume erschiene- nen Geist zu nichts gemacht. Salem, 0., 2. Nov. In der kleinen, südlich von der Stadt gelegenen Ortschaft East Nochester hat ein böser Traum eine gewisse Aufregung ver- ursacht. John Graham, ein Wiltwer, war mit der 40jährigen Jungfrau Florence Wright verlobt, und der Hochzeitstag war bereits festgesetzt. Da hatte Florence kürz- lich einen Traum, in welchem ihr der Geist der ersten Frau ihres Verlobten erschienund ihr dringend anrieth, den Mann nichtzu heirathen. Am nächsten Morgen Hane denn auch Florence nichts Eiligeres zuthun, als dem Nathe sofort Folge zu lei- sten, und im Laufe des Tages noch erhielt der Bräutigam einen Schreibebrief, in wel- chem ihm mitgeiheilt wurde, daß aus der Heirath nie und nimmer etwas werden könne. Feuerschaden. Die „United States Lxpreß"-Dffice ausge- brannt. Toledo, 0., 2. Nov. Gestern Morgen wurde das fünfstöckige Gebäude No. 324 Summit Str., in wel- chem sich die „United States Expreß Com- pany" und die „Peoplcs Outsilling Com- pany" befanden, durch Feuer zerstört. Der 'Verlust der Expreßgesellschaft beträgt PlO,- 000, unn einen gleichen Verlust erleidet dieKleiderhandlung. Der an dem Gebäude angcrichtete Schaden beläuft sich aus H15.-000. ' Alle städtischen, in- und ausländischen Neuigkeiten im Abendblatt für 1 Cent per Nummer, oder 6 Cents per Woche. Me Zliichrichl um TM itez ltM» in Park. Derselbe bildet das einzige Unter- liallungstliema der Bevöl- kerung. Am Alontag werden die Kammern amtlich davon benachrichtigt weiden. Das künftige Verhältnis 'Rußlands zu Frankreich. Paris, 2. Nov. Wenn die Nachricht vom Tode des Cza- ren am frühen Morgen eingetroffen wäre,so würde ohne Zweifel eine freiwillige Kundgebung stattgefunden haben, da sich große Massen von Arbeitern auf den Stra- ßen befanden, um am Allerheiligentage Kränze auf den Friedhöfen niederzulegen. Trotz der Thatsache, daß der Tod erwartet wurde, schien Jedermann überrascht zu sein, und Hunderte von Menschen versam- melten sich auf dem Boulevard des Botig- nolles, um zu beratbschlagen, wie sie am besten ihre Theilnahme ausdrücken könnten. Es wurde sofort beschlossen, Blumen zu be-sorgen, und dieselben nach der Gesandt- schaft zu bringen. Die Blumenläden hatten aber bereits ausvcrkaust, und deshalb wurde der Plan aufgegeben. Es war eigenthümlich, daß die Nachricht auf dem Rennplätze von Auteuil lange be- kannt war, ehe der Präsident Kenntniß da- von erhalten hatte. Die Mitglieder der Pariser Presse beriefen sofort eine Ver- sammlung und beschlossen, daß rhre Zei- tungen mit einem Trauerrand erscheinen und daß die Theater geschlossen werden sollten. Von einigen Kirchen ertönte gedämpftes Glockengelüute. Auf den Boulevards, in den Clubs, in den Kaffeehäusern und in den Theatern bildete die Nachricht das einzige Unlerhal- tungsthema, und wenn der Präsident der Republik gestorben wäre, Hütte der Aus- druck des Bedauerns nicht aufrichtiger sein können. Allenthalben in den Straßen und in den Kaffeehäusern wird über die Wirkung des Ereignisses auf den russisch- französischen Bund, und auf die europäische Lage im Allgemeinen gesprochen. Fast ohne Ausnahme sind die Ansichten optimi- stisch, und man glaubt, daß Nikolaus die Politik seines Vaters beibehalten wird. Am Montag bei der Eröffnung der Kammern wird der Tod des Czaren den Deputirten und Senatoren mitgetheilt wer- den, und ohne Zweifel wird von den Kam- mern eine Beileidsadresse angenommen werden. Die Minister versammeln sich heute, um Abgeordnete zu dem Begräbnisse zu ernen- nen, und über andere Angelegenheiten in Verbindung mit dem Tode des Czaren zu berathen. Depeschen aus Odessa scheinen die Freundschaft des Kaisers Nikolaus für Frankreich in Zweifel zu' stellen; er soll gegen England freundlicher als gegen Frankreich gesinnt sein, obgleich er geneigt ist, die Beziehungen zu Frankreich unver- ändert zu lassen. Man glaubt, daß die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern bestehen bleiben werden, obgleich von einem schriftlichen Vertrage lXine Rede sein wird. Verhängnißvoller Fall. Lin Farmer stürzt auf seiner Kellertreppe in sein eigenes Messer. Tuscola, Jll., 2. Nov. Als gestern der in der hiesigen Nachbar- schaft wohnende Farmer Joseph Hopp mit einem großen Metzgermcsser in derHand aus seinem Keller die Treppe hinaufging, lhat er einen Fehltritt und siel mit dem gegen sich gerichteten Messer so unglücklich, daß ihm die Klinge tief in den Körper drang und das Herz durchbohrte. Sein Tod er- folgte fast augenblicklich, und zwar in Ge- genwart seiner Frau, welche den Vorfall, wie er hier angegeben, schilderte. Hopp's Vater kam bald darauf in das Haus, und als er die Leiche seines Sohnes sah, fiel so- fort sein Verdacht auf dessen Frau, und in der Annahme, daß sie ihren Gatten er- stochen hatte, übermannte ihn die Wuth, und machte er den Versuch, die angebliche Mörderin zu tödten. Es gelang der Frau jedoch, sich durch schleunige Flucht zu ret- ten. Später, nachdem er ruhiger geworden war, gestand er ein, daß er überzeugt sei, daß sein Sohn das Opfer eines unglück- lichen Zufalles geworden sei, und bereute bitterlich, daß er sich derartig vom Jähzorn habe Hinreißen lassen. Lin Vater- und Aluttermörder. . Dhne jegliche Veranlassung greift er zum Revolver, streckt seine Mutter durch zwei Schüsse todt nieder, und verwundet den Vater tödtlicb. Buffalo, N. A., 2. Nov. Ohne irgend welche bekannte Veranlas-sung erschoß heute in dieser Stadt Wm. Gipp seine Mutter, und brachte seinem Vater eine tödtliche Wunde bei. Der Va- ter- und Muttermörder hatte eine Anstel- lung alsJnspektor vonEiscnbahnwagen,und war wahrend der ganzen Nacht beschäftigt. Als er heute morgen nach Hause kam, zog er ohne ein Wort zu verlieren einen Revol- ver hervor, und schoß zweimal auf seine Mutter; ein Schuß drang in und der zweite in den Körper der Man ein, welche sofort todt zusammenbrach. Durch die Schüsse wurde die Familie geweckt, und als sein Vater im Zimmer erschien, feuerte der Sohn auch auf diesen zwei Schüsse ab, von denen der eine das Auge traf, und der andere in die rechte Brust cindrang. Dar-aus drangen die anderen Brüder in das Zimmer und versuchten dem iNordbuben die Waffe zu entreißen. Nach einem kur- zen Kampfe riß sich derselbe jedoch von ihnen los, rannte in den Hof hinaus und entkam. Der Vater befindet sich dem Tode nahe im Hospital. Traurige WimSei» Per«. Die Geschäfte in der traurigsten Verfassung. Das ganze Land durch Guerilla- banden unsicher gemacht. Lin britischer Vice-Lonsul beraubt. Lima, Peru, 2. Nov. Die Geschäfte liegen in der ganzen Re- publik darnieder; der jetzt schon den Han- delsintercssen des Landes zugefügte Scha- den ist unberechenbar, und es wird viele Jahre nehmen, ehe sich Peru von den Kriegswirren, deren Ende nicht abzusehen ist, erholen wird. In einem Gefechte zwischen Regierungs- truppen und Guerillas in Rhaco, blieben die Letzteren siegreich, und im Besitze des Ortes. Der Verlust war auf beiden Seiten bedeutend, und das Gefecht ein äußerst hartnäckiges. In Pimente! überrumpelten die Regie- rungStruppen Teodoro Seminario uns dessen Anhänger; es entstand ein heftiges Gefecht, in welchem die Guerillas zerstreut wurden, und mehrere Todte undVerwundete auf dem Plage ließen. Teodoro Seminario entging nur durch die Schnelligkei t seines Pferdes der Gefangennahme, und es gelang ihm die Leiche seines Bruders Alipio, welcher gefallen war mit sich zu nehmen. Im Süden, wo die Guerillas schwach sind, sind mehrere Banden von den Rcgie- rungstruppen auseinander gejagt worden. Bet Caum baden die Guerillas dce Höhen und die Gebirgspässe besetzt, während Muniz sich bemüht, sie zu einer entscheiden- den Schlacht zu zwingen. Fry, der britische Viceconsul in Cbica- yado, welcher Carlavios' Landgut verwaltet, ist ein's der letzten Opfer Seminario's. Der Guerillasührer sandte eine Ablhei- lung seiner Leute nach dem Gute, um fünf tausend Soles (etwa H2500), zu erheben. Fry, welcher sich zur Zeit im Bette befand, weigerte sich, das Geld zu bezahlen, und wurde vor Seminario geführt. Dieser ent- schuldigte sich über das ungewöhnliche Auf- treten seiner Leute, bestand aber aus der Zahlung der Summe, und Fry mußte sich schließlich fügen. Der neue Czar. Herolde verkünden den Tod Alex- anders Hl. und die Thronbestei- gung Nikolaus 11. Die Garnison von St. Petersburg leistet den Treueid. St. Petersburg, 2. Nov. Heute Morgen, um 9 Uhr, verkündeten kaiserliche Herolde in glänzenden Unifor- men, umgeben von einer Abtheilung Trom- peter, den Tod Alexanders 111., und die Thronbesteigung Nikolaus 11. Die zwei Herolde durchzogen mit ihrer Begleitung die Hauptstraßen der Stadt und nachdem die Trompeter drei laute Trompetenstöße hervorgeschmettert hatten, wurde die Pro- klamation des Kaisers Nikolaus 11. be- kannt gemacht. In ganz Petersburg wird die Thronbe- steigung eines neuen Czaren als Festtag gefeiert, und hat den Vorrang vor den Trauerfeierlichkeiten. Die russischen Zei- tungen erscheinen deshalb ohne Trauer- rand, und die öffentliche Trauer wird erst morgen beginnen. Gestern Abend um zehn Uhr wurde das erste Todtenamt für Alexander 111. in St. Petersburg abgehalten, und sämmlliche Minister und Mitglieder des Geheimen Nathes wohnten demselben bei. Nach dem Gottesdienste leisteten sämmlliche Anwe- sende dem Czaren Nikolaus 11., und dem zeitweiligen Czarewitsch, dem Großfürsten Georg, dem Bruder des Czaren, den Treueid. Heute morgen versammelte sich der Senat und legte den Treueid ab; zu gleicher Zeit schwor die ganze Garnison von St. Peters- burg in Paradeuniform dem neuen Czar Treue, und später legten auch die Civil- beamten des Reiches den Treueid ab. Städtisches. Das N)etter. Optiker Kleins, 76Washington Str., berichtet für Chicago die folgenden Baro- meter- und Thecmometerstände: Um 8 Uhr Morg. 56 Gr., um 9 Uhr 58 Gr., um 10 Uhr 58 Gr., um 11 Übr 60 Gr., um 12 Übr 50 Gr. Barometerstand um 8 Uhr Morg. 29.15,12 Uhr 29.00. Für folgende Personen liegen Briefe auf der Office d. Bl.: August Kirch- ner, Ottilie Semler und Gustav Scheibner. Bombardiren eine Locomotive. Der von der Pqn Handle-Bahn ange- stellte Locomolivführer John Mayer, der den Platz eines Streiters einnimmt, er- freut sich dieserhalb nicht der Freundschaft der seit dem Streik ohne Arbeit befindlichen Ex-Angestellten der genannten Bahn. Am vergangenen Samstag Nachmittag, als Mayer nahe dem Ogden Ave.-Viaduct mit seiner Rangirmaschine auf das „Einfahrts-Signal" wartete, erösfneten einige an den Geleisen sich herumtreibende Burschen (welche mit den Streitern sym- pathistrten, und es noch thun) ein Stein- bombardemcnt gegen das Dampfroß, und zerschlugen die sümmllichen Fenster des „Cabs". Mayer und sein Heizer sprangen von der Locomotive herab und jagten hin- ter den flüchtenden Bombardircrn her. Es gelang ihnen einen der Kerle abzufasscn und dem Privat-Polizisten der Bahn, John S. Failay, zurVerhastung zu überge- ben. Auf der Station gab derselbe seinen Namen mit Eduard Cramer an. Er wurde heute dem Richter Eberhardt vorgeführt und von diesem bis zum 8. unter 4500 Bürgschaft gestellt. Freigesprochene lVirthe. Richter Lverett findet keine Veranlassung, die Angeklagten länger in Ungewißheit zu belasten. VorRichter Everett kamen heule Vormit- tag einige der von den Detektive Scott, wahrscheinlich im Aufträge der Civic Fed- eration anhängig gemachten Klagen gegen Wirthe wegen Ossenhallens ihrer Lokale am Sonntag zum Ausruf. Die Verklag- ten, deren Fälle ausgerusen wurden, waren Adam Heyer, Frau Sebold und Jul. Meyer, und als ihr Vertreter war Herr Charles Arens, ein Agent der United States Brewing Co. anwesend. Detektive Seott ersuchte den Richter um einen noch- maligen Aufschub der Verhandlung, da aber Herr Arens erklärte, daß die Ange- klagten vollständig für den Prozeß vorbe- reitet seien, die sofortige Verhandlung oder Niederschlagung der Anklagen zu beantrag- ten, fühlte sich der Richter Everett genöthigt, die gegen Heyer, Frau Sebold und Meyer erhobenen Anklagen niederzuschlagcn. Heute Nachmittag um 3 Uhr werden einige weitere Fälle zum Ausruf gelangen. Fair des „Vorwärts". Der Lröffnungsabend ein guter Anfang. Daß der wackere Verwalter der Vorwärts Turnhalle, Hermann Hennig, gelegentlich der Fair, die gestern Abend unter zahlrei- cher Betheiligung ihren Anfang nahm, in 14 Bildern ein so bedeutende Rolle spielt, ist nicht seilte Schuld. Als Mitglied des Comites für die Arrangirung der Fair, „kickte" er ganz entschieden, wenn auch be- scheiden gegen die Idee, seine Vergangen- heit, Gegenwart und Zukunft in einer Weise zu verherrlichen, daß noch der ver-spätete Urenkel seiner mit Ehrfurcht ge- denken müsse. Natürlich wurde dieser Protest von einer sühllosen Majorität ab- gcwiesen und mit Duldermiene ergab sich Hermann in sein Schicksal. Die Dekorationen der Fair, welche von dem bekannten Künstler Louis 'Kindt her- gestellt wurden, sind orignell erdacht und geschmackvoll ausgeführt. Die Verkaufs- buden sind mit hübschen Sachen und eben- solchen Verkäuferinnen belebt und die Be- sucher erwarten die schönsten Ueberraschun- gcn. Sehr lobenswert!) ist das Ferris-Rad, von welchem aus man eine entzückende Aussicht auf die „Weiße Stadt" genießt. Das Arrangements-Comile ist aus folgen- den Turnern zusammengestellt: Emil Petri, Vorsitzender, Her- mann Jovien, Schatzmeister, Geo. Pfeif- fer, Sekretär. John Gloy, Max Fritsch, Herm. Hennig, G. A. Faller, H. Hartwig, .Conrad Buhmann, H. Faal, Theo. Nickel, John Burrmeister, John Jacob. Morgen ist Politikertag, und außerdem wird der Turnverein Lincoln in eonpore erscheinen. Line glückliche Lrbin. Ethel Baker gelangt durch den Tod ihres Großvaters in dem Besitz eines großen Vermögens. Aus einem armen Mädchen, das bisher hart für seinen täglichen Unterhalt arbeiten mußte, ist Ethel Baker plötzlich durch den Tod ihres Großvaters, eines reichen Pflan-zers in Süd Carolina, den sie nie gesehen halte, die Besitzerin eines bedeutenden Ver- mögens geworden. Was aber diesen Glücksfall besonders werthvoll für die junge Dame macht, ist der Umstand, daß sich bereits ein liebendes Herz gefunden hat, daß bereit ist, den ihr zugefallenen Reichthum mit ihr zu thcilen. Noch in diesem Monat wird sich Frl. Baker nämlichmit C. F. Kimball, dem Chef der Bank- firma C. F. Kimball L Co., deren Office sich an der Ecke der Washington- und La- sallestraße befindet, vcrhciralhen. Frl. Baker verlor ihren Vater, der Kapi- tän eines Dampfers ans dem Ohioflusse war, als sie erst fünf Jahre alt war. Da der Todte kein Vermögen hinterlicß, so war die Mutter, eine seine, schwächlicheFrauaus guter Familie, gezwungen, den Unter- terhalt für sich und ihr Kind durch Waschen und Nähen zu erwerben. Vier Jahre lang setzte sie das durch, dann aber wurde sie krank und war binnen wenigen Tagen eine Leiche. Das verwaiste Kind fand in der Familie eines Herrn Knickerbocker in Evansville, Jnd., wo die Mutter während der letzten Jahre gelebt hatte, Aufnahme. Doch cs wurde dort schlecht behandelt und deshalb schließlich bei einer Frau Jones unlerge- bracht. Nach Verlauf von mehreren Jahren erlernte Ethel die Stenographie und fand bald in der Office einer Bahngescllschaft Stellung. Im Jahre 1892 ging sie nach Chicago und hier wurde sie von einer Firma im Rookery-Gebäude angestcllt. Ihr Heim schlug sie in einem Kosthause, No. 479 Washington Boulevard, auf. Dort wurde sie mit Herrn Kimball, der mit seiner bejahrten Mutter in dem oberen Stockwerk desselben Hauses lebte, bekannt. Sie sahen sich täglich, gingen viel zusam- men aus und vor einigen Monaten erfolgte die Verlobung. Anfangs Oktober erhielt sie die Nach- richt, daß sie die einzige Erbin des großen Vermögens ihres Großvaters geworden sei. Der alte Mann hatte alle seine Verwand- ten überlebt und als er vor drei Jahren starb, war kein Erbe da. Es wurden Nach- forschungen nach dem Verbleib der Enkelinangestellt und deren Aufenthalt schließlichin Erfahrung gebracht. Städtische Liunahmen. Die Einnahmen in der Office des Stadt- collektors während des Monats Oktober stellten sich auf H80,157,68, welche aus folgenden Quellen kam: Licenzgebühren H51,579.36; Spezialsteucrn H23.915.32; Baucrlaubnißscheine tz3,763; Fahrstuhlin- spektion 4900. Das Wasscramt vereinnahmte während des Monats Oktober 4122,989.91, gegen H114,819.12 im entsprechenden Monat des Jahres 1893. Im November und Dezember werden die Einnahmen der beiden genannten Officen sich bedeutend höher stellen, na- mentlich die der Office des städtischen Kol- lektors, da jetzt die größte Rate der WirthS- lizensgebühren füllig wird, was allein eine Einnahme von etwa 41,000,000 bedeutet. Zur Unterstützung der Beschäfti- gungsloseu. Das Central Labor- and Relief Bnreau an der Arbeit. Die Mitglieder des „Central Labor and Relief Bureau", die Nachfolgerin der Cen- tral Relief Association, waren gestern Abend im Palmer Hause in Sitzung, um einen Plan für die Thätigkeit des Bureaus in dem bevorstehenden Winter zu be- sprechen. Den Vorsitz führte Herr S. E. Groß, der Präsident der neuen Gesellschaft. Frau I. M. Flowcr, die Vorsitzerin desphilanthropischen Comites der Civic Fe-deration, unterbreitete einen Organi- sationsplan und glaubte, Voraussagen zu können, daß ein wohlorganisirtes Wohl- lhätigkeitswerk in dem kommenden Winter ebenso nölhig sein werde, wie im letzten Winter. Es wurde beschlossen, das Regi- strirungsbureau fortzusetzen und daSWobl- thäligkeitswerk überhaupt systematisch zu organischen. Dazu wurde die Bildung fol- gender Comites beschlossen: Comilc für Finanzen, Arbeit, Rcgistrirung und Or- ganisation; Comite für Beziehungen zur Stadt und zum Staate, Comite für Liefe- rungen, Ausgaben, Transport, Inschutz- nahme von Bedürftigen, ärztliche Hülse, juristische Hülse und Presse. Diese Co- mitcs werden von einem aus Herrn S. E. Groß, Charles Fay, Frau Flow, Fr. Dr. Sarah Hackelt Stevenson und Prof. Gra- ham Taylor bestehenden Execulivcomite' ernannt werden. Lin Alordangriffs-P)rozsß Endet mit der Freisprechung des Ange- klagten. Beinahe eine Stunde währte die Ver- handlung des Prozesses gegen Philip Em- roth, No. 49 Gault Place wohnhaft, wel- cher von Andrew Peter Malson, No. 149 Larrabeestr., in der Nachbarschaft wohn- haft, der schlimmsten Mißhandlungen be- schuldigt wurde. Matson bezeugte, daß er sich, stark ange- trunken, irrthümlich am Sonntag vor acht Tagen nach dem Hause von Emrolh begab, dieselbe für seine Wohnung haltend. Er drückte die Thür mit dem Knie ein und die erschreckten Einwohner glaubten es mit einem Einbrecher zu thun zu haben. Als Emroth an der Tbür erschien, wurde er von Matson angegriffen. Er wehrte sich seiner Haut und brachte dem vermeint- lichen Einbrecher mehrere schwere Hiebe mit einem Stück Kabelseil über den Kopf bei. Dem Matson mußten die Haare ab- rasirt werden, um die Kopfwunden ver- nähen zu können. Der Richter entschied, daß Emroth berechtigt war, sich seiner Haut zu wehren und daß Malson die Fol- gen seiner Trunkenheit tragen müsse. Em- roth wurde freigcsprochen. Begraben. Die Gämbler-Klage gegen den Newport Club existirt nicht mehr. Matt pinkerton braucht doch nicht als Zeuge zu erscheinen. Heute Morgen wurde der vielgenannte Prozeß gegen die Spielhaller des Newport Club, No. 73 Monroe Str., vor Richter Dünne zu Grabe getragen. Matt Pinker- ton braucht nun thaisächlich nicht als Zeuge in der Sache zu erscheinen. Die von Rich- ter Dünne ungeordnete Eintragung belegt John O'Neil, den Hauptleiter des Newport Club, mit ganzen hundert Dollars Strafe. Die Klagen gegen Thomas Howie, Leo Mayer und A. Levi, die Hülfsverwalter des Hauses 73 Monroe Str., wurden unter Zustimmung des Staats-Anwalts nieder- geschlagen. So endete die „vernichtende Verfolgung", welche der Staatsanwalt gegen die Gämbler in Scene gesetzt halte. Verlangt Schadenersatz. Mayor Hopkins verklagt John R. Tanner -auf rso,ooo. In der Voraussetzung, daß die republi- kanischen Großgeschworencn ihren Partei-genossen John R. Tanner kaum in An- klagezustand versetzen werden, hat Mayor Hopkins gegen Tanner auch noch eine Ci- vilklaae wegen Verleumdung anhängig ge- macht und ihn durch seine Anwälte Dun» can und Gilbert gestern im Kreisgericht auf H50,000 Schadenersatz verklagt. Un-sere Leser werden sich erinnern, daß der Mayor Herrn Tanner, der ihn in einem Campagne-Flugblatt öffentlich beschuldigt hatte, aus den Besitzern der Chicagoer Lasterhöhlen Gelder herausgepreßt zu ha- ben, am Dienstag verhaften ließ, und daß Tanner, der auf ein Vorverhör verzichtete, an die Großgeschworenen verwiesen wurde. Die Arbeiten im Jackson park. Die Räumungsarbciten im nördlichen Theile des Jackson Park, der Stätte der größten Weltausstellung aller Zeilen, schrei- ten gegenwärtig so flott vorwärts, daß Be- sucher schon jetzt nicht mehr in dem Platze den Wellausstellungsplatz wicderzuerkennen vermögen. Das Fischereigcbäude und der Frauenpalast sind von der Columbian Ex- position Salvage Co. so glatt abgetragen worden, daß man kaum mehr die Linien der ehemaligen Umfassungsmauern dieser Bau- ten erkennen kann. An der Stelle dieser Gebäude sehen wir nur sauber ausgestellte Haufen Bauholz, welches aut die Fort- besörderung harrt. Die Abtragung des Domes des Gartenpalastes hat begonnen. Wenn die Arbeiten der Räumung des Parks so weiter gefördert werden, wie eS gegenwärtig der Fall ist, wird der ganze Park am 1. Mai 1896 dem Landschasls- gärtner zur Verfügung stehen. Viehmarkt. Schweine sind um 5 Cent gefallen und und brachten schwere 4.40G4.80, leichte durcheinander 4.2tk«65. Rindvieh und Schafe fest. Zufuhr 8.000 Stück Rindvieh, 31,000 Schweine unk I'ch.vOO Schafe.

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