Abendblatt Der Illinois Staats Zeitung Newspaper Archives Mar 30 1893, Page 1

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Abendblatt der Illinois Staats Zeitung (Newspaper) - March 30, 1893, Chicago, Illinois46. IcrHvglrrrg.—4. Chicago» Dorrrrevstag» 90. Mävz 1809. ZJr-eis 1 Cent. Teleyraplnsclie Depesclien. Aus Sudanrer-rka. Ein Krieg zwischen Paraguay und Brasilien unvermeidlich. Die Macht der Aufständischen in Rio Grande do Snl wächst.' Gverst Malta rricstt ermordet. . New York, 30. März. Zwischen Paraguay und Brasilien scheintes jetzt unabwendbar zum Kriege kommen zu sollen. Aus Ascuncion wird gemeldet, daß der brasilische Monitor „Alagoas" dort ankäm und daß derselbe jeden Augen- blick das Feuer auf die Stadt eröffnen könne. Die Berichte aus Rio Grande do Sullauten widersprechend. In Artigas stehen jetzt 20,000 Mann Aufständischer, die nur der Ausrüstung bedürfen, um jede Trup- penmacht, die die Nationalregierung mis- senden kann, zu überwältigen. Bei Alegrela, wo sich in letzter Zeit soviele Zusammenstöße zutrugen, ist eine zahlreiche Truppenmacht derAufständischen verschanzt, die von dort aus ihre ganzen Bewegungen leiten. Die gemeldete Ermordung des Oberst Malta, dessen Leute hundert Revolutionäre abgeschlachtet, wird in Abrede gestellt. Von dem General Teiles, dem Befehls- haber der von der Nationalrcgierung aus Rio de Janeiro auSgesandten 800 Mann wird gemeldet, derselbe sei in Uruguay ein- gefallen, um die dortigen Bewohner wegen Unterstützung von Revolutionären zu züch- tigen. Die Leute desselben sollen in Uruguay große Schandthaten verübt ha- ben. Recht so! Die Weiberrechtlerinnen des „Bad- ger" Staates Bei der dortigen Staatsgesetzgebung gründ- lich abgeblitzt. Madis 0 n , Wisc., 30. März. Das vorgeschlagene Verfassungs-Amende- ment betr. Gewährung des unqualifizirten Stimmrechts an Frauen veranlaßte gestern Abend in der Assembly eine zweistündige lebhafte Debatte, die mit der Verwerfung des Amendements mit der gewaltigen Ma- jorität von 75 gegen 14 Stimmen endigte. Die Weiberrechtlerinnen, welche mit Hülseeiner Anzahl männlicher „Cranks" einen erbitterten Kämpf für ihre Sache geführr hatten, wobei sie die widerspenstigen Gesetz- geber in einer WM zu beeinflussen ver- suchten, die hart an die Grenze der Schick-lichkeit streift, sind natürlich über die er-littene fürchterliche Niederlage un höchstenGrade erbost und schwören den ungalanten Mannsleuten grimmige Rache. Das neue Ehinesengesetz. U)ie die schlauen Chinesen Mnkel sam eine Nase drehen wollen. W a s h i n g t 0 n, 30. März. Die Jnkrasttretung des Ausschließungs- gesetzes für Chinesen bereitet den Schatz- amtsbeamten eine Menge Unannehmlich-keiten, weil sich die Söhne des himmlischen Reiches als überaus aalglatte Burschen er- weisen. Vorläufig sind sie eifrig an der Arbeit, aus Arbeitern Kaufleute zu machen. Dies geschieht in so umfassender Weise, daß sich der Untersecreiür Spaulding genöthigl gesehen hat, den Zolleinnehmern an-der pacifischen Küste einen Brief zu schreiben, um diesem Schwindel ein Ende zu machen. Derselbe lautet: „Das Departement ist benachrichtigt worden, daß es unter den chinesischen Arbeitern, welche sich etwas(»eld erworben haben, zur Sitte geworden ist, kleine Summen Knufleuten zu geben, von denen dieselben als ein Theil ihres Ge-schäftskapitals angegeben werden. Chine- sche Arbeiter, welche in dieser Weise über 11 e Ersparnisse verfügt haben, behaupten ; !U Kauflcute zu sein und dadurch die Be- rcchtigung erlangt zu haben, die Ver. Staaten nach Gutdünken zu verlassen und dahin zurückzukehren. Deshalb wünschtdas Departement, daß Sie die Eertisikäte, welche in Ihrem Hasen von zurückkehren- den Chinesen vorgezeigt werden mögen, genau untersuchen und Beweise dafür ver- langen, daß die Inhaber auch wirklichKäufleute sind. In keinem Falle sollte es einem Chinesen erlaubt sein, als Kaufmann das Land zu betreten, so lange sein Rechtdazu nicht auf das Klarste bewiesen ist. Wo irgend ein Zweifel darüber obwaltet, sollten die Eertisikäte nicht berücksichtigewerden, die Inhaber verhaftet und derartigt Fälle an das Departement berichtet wer- den." Ernennungen von Postmeistern. Washington, 30. März. Der vierte Untergeneralpostmeister Mar- well hat heute 188 Postmeister vierterKlasseernannt. Davon erhielt Indiana 45 undKentucky 24, Vermont 20, West-Virginien 14 und Wisconsin 10. Die gefälschten Lagerscheine. L 0 uisville, 30. Mürz. Spät am gestrigen Abend kämen nochEnthüllungen an den Tag, wodurch dasGeheimuiß der gefälschten Sutlon'schenLagerscheine einigermaßen gelüftet zu wer- den scheint. Von Gewissensbissen gequält erklärte W. Al. Beecher, der Vertrauens- mann von A. U. Sutton L Eo., gestern Abend, daß Sutton die ihm zur Last geleg- ten Fälschungen begangen und ihm dies sclbft gestanden habe. . Die Formulare, welche zu den Fälschungen benutzt wurden, hatte er schon vor einem Jahre bei Seile geschafft und hielt sie in der Office ver- borgen. Die genaue Summe der Fälschun-gen beläuft sich auf etwa -§70,000 bis§75,000. Ala dem dadurch erlangten Gelde batte sutton große Quantitäten don Whisky ausgekauft. Ein „69.6U8 dein?" Deutsche Kaufleute aus Dahomey vertrieben Unter dem Vorwand derLonspiration gegen die französische Herrschaft. P ari s, 30. März. Das hiesige Blatt „La Politique Colo- niale" veröffentlicht eine Reihe von Erläs- sen des Befehlhabers der französischen Streitkräfte in Dahomey, Gen. Dvdds. Durch einen dieser Erlässe wird die Schließung eines der Hamburger Firma Wölber L Brohm gehörigen Lagerhauses zu Waydah augeordnet, und zwar auf den Grund hin, daß die Firma dem Ex-König Behanzin Waffen zur Bekämpfung der Franzosen geliefert hätte. Unter dem gleichen Vorwand sind außerdem die Deut- schen Witt, Richter, Buß und Barth aus Dahomey ausgewiesen worden. General Dodds beschuldigt sie, Behanzin 600 Repe- tirgewehre und 200,000 Patronen geliefert zu haben. Bekanntlich haben die Franzo-sen schon des Oestercn die deutschen Kaus- leute in Dahomey bezichtigt, daß sie imge- heim mit Ex-König Behanzin gegen die französische Herrschaft conspirirten, aberes war ihnen bisher nie gelungen, den Be- weis der Wahrheit zu erbringen. Der Vorfall kann möglicher Weise zu ernsten Verwickelungen zwischen Deutschland und Frankreich führen. Die Reise durch den Eontinent. Ivas unsere Mädchen und Eisenbahnen leisten können. St. Louis, Mo., 30. März. Frl. Edith Day von Portland, Ore., Welche eine Rundreise durch die Ver.Staaten und Mexiko macht, um zu beweisen, daß man ohne Earwechsel den Eontinent bereisen kann, ist gestern Abend mit der Ohio und Mississippi-Bahn von Washington, D. C., hier angekommen. Wenige Minuten später reiste die junge Dame mit der Jron Moun- tain-Bahn weiter nach San Antonio und Mexiko. Frl. Beß Mitchell wird dieselbe Anzahl Meilen zurücklegen, aber auf einer anderen Tour, und beide Damen werden am 2. Slpril um 1 Uhr 15 Min. Mittags in der Stadt Mexiko Zusammentreffen, und wollen dann beide ebenfalls an ihrem Endziel, Portland und Chicago, an dem- selben Tage, den 9. April, anlangen. Läßt sich angeblich für von einer Frau kaufen. Und brennt dann mit dem Gelds durch. N ewY 0 r k, 30. März. Der in Folge eines Auslieferungsbefeh- les von Wyoming hier am letzten 15. Oktober wegen Diebstahls von Geld und Werthpapieren im Betrage von tzloo,ooo verhaftete Charles W. White, versäumte, als sein Fall am Freitag im Bundesgericht aufgerufen wurde, sein Erscheinen zu machen, weßhalb der Richter die von ihm hinterlegte Bürgschaft von HIOO,OOO für verfallen erklärte. White hatte Frau Elma I. Nagle, die Wittwe von Erasmus Nagle von Cheyenne, Wyo., der ihr ein Vermögen von H900.000 hinterlasscn hatte, geheirathet und er sagt, daß seine Heirath eine reine Geschästssache gewesen sei und daß er sichfür HIOO,OOO der Wittwe verkauft habe. Da baares Geld knapp war, nahm er P 25,000 Baar und G75,000 Hypotheken-papiere. Am 6. September reiste White von Cheyenne ab, und mit ihm verschwanden die HIOO,OOO seiner Frau. In New York angekommen, überschrieb er die H75,000 Hypothek an die Central Trust Co. Mitt- lerweile war in Wyoming eine Klage auf Diebstahl gegen ihn erhoben und ein Aus- lieferungsbefehl von Gouverneur Barber erlangt worden. White's Advokaten erlangten einen Ha- beas Corpus Befehl vom Richter Williamsvom Bundesgcricht, welcher jedoch am 2. Oktober abgewiesen wurde. Später wurde White gegen tzlo,ooo aus der Haft ent- lassen. White's Frau hatte dann eine Scheidung von ihm erlangt; er selbst hatte die Tasche voll Geld, stellte seine Bürg- schaft in baarem Gelde und soll auch nochein ziemliches Vermögen in Reserve haben,so daß jetzt wahrscheinlich beide Parteien ziemlich zufrieden gestellt sein werden, wenn auch die Dame die Ehre, Frau White zu werden, etwas theuer bezahlt haben mag. Die Flotten-Aarade. Brasilianische Kriegsschiffe nach New Hork abgesegelt. Valparaiso, 30. März. Die brasilianischen Kriegsschiffe, welche sich an der aus Anlaß der Weltausstellung arrangirten internationalen Flotten-Pa- rade im Hasen von New York betheiligen werden, sind am Dienstag dahin abge- segekt. „Solicitor General." Washington, 30. März. Dem Herrn Lawrence Maxwell aus Cin- cinnati wurde vom Präsidenten das Amt des „Solicitor General" angeboten. Der- selbe hält sich gegenwärtig in Washington auf und seinen Aeußerungen zufolge wird er die Stelle annehmen. Geständig. Hamden, N. 1., 30. März. Der Mörder des Joseph Dodson, John Hill, welcher aus den 14. d. Nt. zum Tode verurtheilt ist, hat seine Schuld eingestan- deu. Die anfänglich von ihm aufgetischte Mähr, wonach er die Thal im Austrage des Reed und Derrikson begangen hätte, hat er jetzt selbst als Erfindung bezeichnet. Ntuß dran glauben. Harrisburg, 30. März. Der Gouverneur Unterzeichnete heute das Todesurtheil über den Italiener Pietro Bucciari, der im Readinger Hospital seine Pflegerin, eine barmherzige Schwester, er- mordete. Die Hinrichtung findet am 1. Juni d. I. statt. . . Ein eigenttMlUicher Dayalmnd Bettelt zwei Schillinge für ein Abendessen, Und trägt ein vermögen bei sich. St. Panl, Minn., 30. Mürz. ' Gestern Abend wurde der in 200 Worth Straße, N. Y., wohnende Jos. Satter verhaftet, weil er von einem Fußgänger 25 Cents für ein Abendessen verlangt hatte. Als er in der Centralstalion untersuchtwurde, fand man Depositenscheine auf eine New Yorker Bank im Betrage von H20,000 bei ihm, ferner ein Bantbuch, wonach er einen offenen Account von HISOO hatte; so- dann noch Pateutpapicre, welche zeigten, daß er ein Patent für einen Motor erlangt habe, und in einer schmierigen Geldtasche PlB4. Der Mensch ist 60 Jahre alt, und sagte, daß er die ganze Strecke von New York zu Fuß gemacht habe, und in Chicago vor vierzehn Tagen als Vagabund verhaftet worden sei. Sollen begnadigt werden. Abe Buzzard und Bankdieb Duggan. Harrisburg, Pa., 30. Mürz. Die Bcgnadigungsbehörde empfahl den berüchtigten Banditen Abe Buzzard und James S. Duggan, welcher die Bank of Amerika in Philadelphia durch seine Gau- nereien bankerott machte, dem Gouverneur zur Begnadigung. Kurze Freude zweier Bankräuber. Die New Horker Polizei war ihnen an Schlauheit über. New York, 30. März. Gestern trafen Henry Carey und John Wogan, alias John Walsh mit einem Zuge der New York L Northern Bahn in New York ein, und verließen an der 155. Straße den Zug. In einer Handtasche, welche sie bei sich hatten, befand sich die schöne Summe von tz12,000 in Banknoten und Werthpa- pieren, welche sie aus der Sparbank in der Ortschaft Pawling, in Dutcheß County, 65 Meilen von hier, geraubt hatten. Jeden- falls glaubten die Herren einer angenehmen Zukunft entgegen zu gehen, aber es kam ganz anders. Denn kaum hatten sie den Zug verlassen, als sie von spürnasigen Häschern auch schon beim Kragen genom- men wurden. Die Räuber hatten Pawling auf einer Handcar verlassen, die sie auf einer Station gefunden hatten, und waren damit weiter gereist, bis sie einen Zug der Northern Bahn trafen, der sie nach New York brachte. Der Inspektor McLaughlin erkannte in ihnen ein Paar alte Zucht- hausvögek. Eisen- und Stahlarbeiter-Strike von der „Amalgamated Association" ange- ordnet. Anderson, Jnd., 30. März. Die Arbeiter der Jrondale Eisen- und Stahlgesellschaft, etwa 150 an der Zahl, haben gestern Abend die Arbeit eingestellt. Der Slrike wurde durch die Amalgamirte Association der Eisen- und Stahlarbeiter augeordnet. Die Beweggründe sind noch nicht bekannt geworden. Der „Bandit vorn Wabash" sest- genommen. Terra Haute, Jnd., 30. März. Gestern wurde der „Bandit vom Wa- bash", sonst auch unter dem Namen Ernst Whitehouse bekannt, nach heftigem Kampfe von drei Polizisten feftgenommen. Er hatte sich mehrere Jahre lang in der Irren- anstalt in Indianapolis befunden. Vor einem Jahre schlug er sich mit den Thür- stehern des Weißen Hauses in Washington herum, weil er darauf bestand, den Präsi- denten zu sehen. Während der letzten Tage hatte er mehrfach gedroht einige Men- schen lodt zu machen, weshalb es seine Mutter für gerathen hielt, ihn in Gewahr-sam bringen zu lassen. Auf der Reise zur Weltausstellung. Cheyenne, Wyo., 30 März. Gestern Nachmittag kamen vom Westen her zwei Sonderzüge mit 300 Japanern an, welche bei der Fertigstellung der japa- nesischen Ausstellung Mitwirken wollen. Bei der Gesellschaft befinden sich 25 Be- amte, und drei Familien, die Bürger der japanesischen Stadt werden sollen, welche für die Dauer von vier Monaten im Jack-son Park, Chicago, aufgebauk werden soll. Alberne Bosheit. Liverpool, 30. März. Die Beamten der White Star Dampfer- linie halten die Botschaft, welche in derFlasche gefunden wurde, die bei Ocean View, Va., angeblich an das Ufer trieb, und wonach der Dampfer Naronic im Sinken begriffen sei, für Humbug. Sie erklären ferner, daß ein Mann Namens „John Oleson", wie die Mittheilung in der Flasche unterschrieben war, sich gar nicht an Bord des vermißten Dampfers be- funden habe. Wollen dem Ackerbauminister Helsen, Washington, 30. März. Für das Amt des Untersekretärs im Ackerbaudepartemenl haben sich drei weitere Eandidaten gemeldet. Es sind dies Dr. I. A. Meyers von der landwirthschaftlichen Versuchsstation in W. Virginien; der frühere Gouverneur Georg W. Glick von Kansas, und I. H. Beaman von Missis- sippi. Selbstmord. St. Louis, 30. Mürz. Der 73jährige Friedrich Günther, der hier in der S. 2. Straße No. 224 wohnte, hat sich heute Früh um Sechs von dem Dache des dreistöckigen Hauses in dem sich seine Wohnung befand, gestürzt und ist auf dem Fleck lodt geblieben. Anhaltende Kränklichkeit, die ihn schon mehrmals zu Selbstmordversuche veranlaßte, hat den Alten in den Tod getrieben. Ein nasses Grali. Zm New Porter Hafen sinkt ein Eanalboot Und nimmt zwei Personen mit sich in die Tiefe. New Y ork , 30. März. Aus noch unermittelter Ursache versank plötzlich heute früh kurz vor 6 Uhr ein im Hudson Flusse am Fuße der 37. Straße vor Anker gegangenes Eanalboot. Leider gingen dabei der 54jährige Schiffsarbeiter Joseph Williams und das einige Monate alte Töchterchen des Eapitäns John Car- man mit in die Tiefe. Die Leichen befinden sich noch in dem Boote. Ein berüchtigter Fälscher abberufen. Lr stirbt in einem New Horker Hospital. New York, 30. März. Der Falschmünzer und Fälscher Stephen Broadwell, alias Thomas Hunt und Har- ris, ist gestern im Bellevue Hospital ge- storben. Broadwell wurde vor mehreren Wochen von Gehennpolizisten hier verhaf- tet, nachdem dieselben ihm schon seit länger als ein Jahr aus Herr Fersen gesessen hatten. Er wurde in Cincinnati und Detroit, wo er mehrere Fälschungen begangen hatte, dringend verlangt. Broadwell kam zuerst im Jahre 1880 mit der Polizei in Berüh- rung, als er hier wegen Verausgabung von gefälschten Noten der spanischen Bank in Havana verhaftet wurde. Die Banknoten waren so täuschend nachgemacht, daß die Bank die ganze Ausgabe zurückziehen mußte. Nicht lange darauf versuchte Broadwell H25-Nolen derselben Bank im Betrage von P2s,ooEin Umlauf zu setzen; er wurde jedoch von einem hiesigen spanischen Kauf- mann, mit dem er das Geschäft machen wollte, verrathen, und aus fünf Jahre in's Zuchthaus geschickt. Nachdem er seine Zeit abgesessen hatte, ging er nach dem Westen. In den ersten Monaten des letzten Jahres beschwindelte er die Erste und Dritte Natio- nalbank und die German Nalionalbank in Cincinnati um fast -§25,000; ebenso die Dritte Nationalbank und die City Savings Bank in Detroit. Jetzt endlich hat er aus- geschwindelt. Gouverneur Altgeld's erste Begna- digung. SPringsield, Jll., 30. März. Der achtzehnjährige George Doyle, wel- cher im Märztermin des Kreisgerichtes von Cook County im Jahre 1802 wegen Ein- bruchs zu zweijähriger Zuchthausstrafe ver- urtheilt wurde, ist gestern von Gouverneur Altgeld begnadigt worden, weil derselbe annimmt, daß der Verurtheilte sich der Schwere seines Verbrechens bewußt war, und weil keiner seiner Verwandten dem Prozeß beiwohnt«/<tn ein gutes Wort für ihn einzulegen. (Onkel Sani hängt seinen Dienern den Brodkorb etwas höher. Fort Dodge, Ja., 30. März. Die Bekanntmachung der in der letzten Congreßsitzung angenommenen Civildienst- Bill hat unter den hiesigen Bundescommis- sären und Hülfsmarschüllen keine geringe Bestürzung hcrvorgerusen, denn eine darin enthaltene Klausel verordnet, daß Mar- schülle nur bis nach den Plätzen zu Meilen- geldern berechtigt sind, in denen sie Verhaf- tungen vornehmen, und daß sie, statt ihre Gefangenen den Bundescommissüren vor- zuführeu, dieselben vor die nächsten Frie- densrichter zu bringen haben, welche er- mächtig! werden, die Voruntersuchung vor- zunehmen. Dadurch werden die Spesen der Alarschülle so beschnitten, daß ein der- artiges Amt nicht mehr wünschenswert!) wird. Was das Amt der Eommissäre be- trifft, so ist dasselbe thatsüchlich abgeschasft. Eigentümlicher Fall von Freßsucht. Kalamazoo, Mich., 30. März. Ein merkwürdiger Fall von unnatür- licher Freßgier wurde gestern bei einem Irrsinnigen entdeckt. In dem Magen eines Patienten, welcher in der Staats- Irrenanstalt vor einigen Tagen starb, wur- den nämlich folgende Gegenstände gefun- den: Fünfundsiebzig Steine, achtunddreißig Nägel von 1 und 1l bis fünf Zoll Länge, zwei Schrauben, zwei Knöpfe, ein Stück Glas, mehrere Stachelzaunstücke, außerdem Erde und Kies; Alles zusammen im Ge- wicht von 21 Unzen. Der Patient befrie- digte diesen eigcnthümlichen Appetit eine geraume Zeit lang, bis es ihm endlich ein langer Nagel anthat. Derselbe durchbohrte den Plagen und tödtete ihn. Neue Dampferlinie. (Opfer der Grippe.—Der griechische Bücherdieb. New York, 30. März. Die Hamburg-Amerikanische Packelfahrt Aklien-Gesellschaft hat eineneue Passagier- linie von Copenhagen und Chriftiania ein- gerichtet, welche Häfen seit vielen Jahren von der Thingvalla - Linie monopolisirt wurden. Im statistischen Bureau wurden gestern neun Todesfälle in Folge der Grippe ange- meldet. Die Gesammtzahl der Todesfälle betrug gestern 201. Der junge Grieche Theodor O. Douglaß, der frühere Schützling von George E. N. Dodge von Chicago bekannte sich gestern schuldig aus der Bibliothek des Columbia 115, und aus der Astor Bibliothek 60 Bücher gestohlen zu haben. Der Bücher- dieb wird ini nächsten Monat sein Urtheil empfangen. Neue Postmeister. Washington, 30. März. Der 4. Unter-Generalpostmeister stelltegestern 40 Postmeister 4. Ranges an, die bis auf 13 sümmtlich neu sind. Noch im Amte. Washington, 30. März. Aus dem Justizministerium kommt die bestimmte Nachricht, daß der Spezialanwalt Henry W. Jackson, welcher in der GateCity Nalionalbank in Atlanta, Ga., ange- stellt ist, nicht seines Amtes enthoben ist und daß nichts in der Angelegenheit ge- schehen wird, bis sich der Generalanwalt Olncy und der Schatzamtssekretür Earlisle über ein weiteres Vorgehen geeinigt haben werden. Ein fetter Dissen. Das Heer der Bewerber um das Bundesdrucker-Amt Machst von Tag zu Tag. Washin gto n, 30. März. Ilm das Amt des Bundesdruckers bewer- ben sich eine ganze Menge angesehener Po- litiker, obwohl die Besoldung, -K4OOO, ver- hältnismäßig gering ist, wobei eine Eau- tion von -§IOO,OOO gestellt werden muß. Mit der Bundesdruckerei ist aber eine be- deutende Patronage verknüpft, und dieser Umstand macht das Amt für Politiker sehr begehrenswerth. Der Bundesdrucker ist außerdem zur selbstständigen Anschaffung aller in der Druckerei benöthigten Maschi- nen und Materialien befugt, und control- lirt auf diese Weise die jährliche Veraus- gabung von Hunderttausenden von Dollars. Dem Bundsdrucker ist zugleich auch die An- fertigung aller Buchbinderarbeilen für die verschiedenen Zweige der Bundesregierung unterstellt. Damit hängt natürlich eben- falls die Eontrolirung von erheblichen Summen zusammen. Zusammenkunft von Gouverneuren des Südens. Lin Schreiben, welches sich darauf bezieht. Rich m ond , Birg., 30. März. Der Gouverneur MeK inney richtete an den Gouverneur von Arkansas, Fishback, folgenden Brief bezüglich der am 12. k. M. in hiesiger Stadt staltfindenden Zusammen- kunft von Gouverneuren des Südens: Der Zeitpunkt, wo unsere Zusammen- kunft stattfinden soll, naht rasch heran. Ich bedauere, daß viele Gouverneure derselben nicht beiwohnen können, und ich hoffe, daß Ihrer Betheiligung nichts im Wege stehen wird. Ganz besonders möchte ich hier er- wähnen, daß die Einwanderung früher unsere Aufmerksamkeit sehr in Anspruch genommen, doch waren unsere Bemühungen nach dieserRichtung hin so erfolglos, daß wir kaum noch zu hoffen wagen, uns die- selbe zuweuden zu können. Doch sind wir auch jetzt noch bereit, diejenigen, die zu uns kommen werden, willkommen zu heißen. Ich will mich über diesen Gegenstand jeder Meinungsäußerung enthalten, wir erwarten vielmehr von Ihnen, daß Sie dein Convent schriftlich Ihre Meinung darüber vorlegcn. Wir werden uns sonst mit in der Eile ausgearbeiteten Vorlagen begnügen müssen, die meines Erachtens selten gute Früchte tragen können. Darum habe ich Ihnen im Voraus geschrieben, damit ein solcher Mißerfolg nicht eintreten möge. Noch inehr Ernennungen. Aber noch immer kein Deutscher. W a s h i n g t o n, D. C., 30. März. Der Präsident machte heule folgende Er- nennungen: Thomas F. Bayard von Delaware zum außerordentlichen Gesandten und Bevoll- mächtigten am englischen Hofe. Zu Gesandten wurden außerdem er- nannt: Thomas D. Porter von Tennessee, in Chile; James A. McKenzie von Ken- tucky, in Peru; Lewis Baker von Minnesota, für Nicaragua, Eorta Rica und Salvador; Pierce M. B. Young von Georgia in Guatemala und Honduras; Edwin Dun von Ohio in Japan. (Letzterer ist gegen- wärtig Sekretär der amerikanischen Ge- sandtschaft in Japan. Bayard war be- kanntlich während der erstenAdministration Clevcland's Staatssekretär.) Zu Eonsuln: L. M. Shaffer aus West Virginien in Stratford, Ont., H.E. Wil- liams (Missouri) in Vera Eruz, Al.Pendle- lon (Maine) in Pictou, Theo. M. Stephen (Illinois) in Annaberg, Win. M. Townes (Virginien) in Rio de Janeiro. John Al. Reynolds (Pennsylvanien) zum Unterstaatssekretär des Innern (an Stelle von Bussey). « Haftbarkeit der Eisenbahnen für Unfälle. Aladison, 30. März. Das Eisenbahn-Comitc der Assembly hat eine Bill günstig cinberichtct, welche Eisen- bahngesellschaften dafür verantwortlichmacht, wenn einer ihrer Angestellten im Dienste getödtet oder verletzt wird und nach- gewiesen werden kann, daß der Unfall eine Folge von schlechter Beschaffenheit des Bahnbettes oder des Betriebsmatcrials war, und ebenso wenn der Unfall durch die Nach- lässigkeit eines anderen Eiscnbahnangestell- ten verursacht worden ist. Es liegt dieser Bill die durchaus richtige Idee zu Grunde, daß die Eisenbahngesellschaften durch sorg- fältigere Ueberwachung des Fahrdienstes einer Menge von Unfällen Vorbeugen könn- ten und daher für die Außerachtlassung von geeigneten Vorsichtsmaßregeln empfindlich am Geldbeutel gestraft zu werden ver- dienten. Risley's Ernennung. Washington, 30. März. Die Bestätigung der Ernennung Risleus zum Gesandten in Kopenhagen, die schon früher angezeigl wurde, ist gestern vom Se- nat bekannt gegeben worden. Torpedoboot Erickson. Washington, 30. Mürz. Der Flottcnminister Herbert ertheilte dem Torpedoboot No. 2, welches von den Dubuque Jron Works gebaut wird, den Namen „Erickson". Ein Amulet für Eleveland. Washington, 30. März. Andrew Jackson Long von Cedar Hill, Tenn., hat durch den Eongreßabgeordneten Washington dem Präsidenten einen silber- nen halben Dollar vom Jahre 1837, dem Geburtsjahre des Präsidenten, zustellen lassen. Die Münze soll ein wahrhaftiges Amulet gegen Wasser, Feuer und sonstige Gefahren sein. Der Präsident steckte den halben Dollar zu sich und versprach, ihn stets zu tragen. Die Münze war von einem Briefe begleitet, der Eleveland ausnehmend zu belustigen schien und den er Persönlichzu beantworten versprach. Die Schrecken der See. Das britische Schiff „Templemore" von Eisbergen zerdrück!. Die Bemannung nach furchtbaren Leiden gerettet. Valparaiso, 30. März. Der deutsche Dampfer „Tunis" ist, von den Falklaud Inseln kommend, im Hasen von Montevideo cingelausen, um den Kapi- tän des untergegaugcnen britischen Schisses „Templemore," seine Gattin und die Mann- schaft zu landen. Das Schiff war am 3. März in der Nähe der Falkland Inseln zwischen zwei mächtige Eisberge gcralhcn und wie eine Nußschaale zerdrückt worden. Die Bemannung hatte sich noch rechtzeitig in zwei kleine Boote gerettet. Fünf Tage lang trieben die Schiffbrüchigen nun aus der See umher, bis sie, in Folge von Hun- ger und Kälte fast dem Tode nahe, von dem Schisse „Dunbarinc" ausgenommen und nach den Falkland Inseln gebracht wurden. Von dort aus gelangten sie mit dem deut- schen Dampfer „Tanis" nach Montevideo. Der Kapitän und seine Gattin, sowie die meisten der Matrosen werden aus dem Dampfer nach Europa zurückkehren. Der russische Vertrag. Immer noch unter Beratbung. Washington, 30. März. .Die Kritiken, welche über den russischenVertrag, ob mit Recht oder Unrecht gefüllt wurden, haben die Wirkung gehabt, den Senat zur Vorsicht zu mahnen, und esheißt, daß wenn der Vertrag zur schließ- lichen Annahme gelangt, demselben eine Abschrift von dem ursprünglichen Entwurf, wie er dem Senat vorgelegt wurde, beige- geben werden wird, so daß ein Vergleich zwischen dem angenommenen Vertrag, und dem vom Senat berathenen angestellt wer- den kann. Außerdem soll auch die Corre- spondenz beigelegt werden, weil heute mit- gctheilt wird, daß das Staatsdepartement zur Veröffentlichung des zwischen den Ab- geordneten der eontrahirendcn Mächte statt- gefundenen Schrittwechsels seine Zustim- mung gegeben hat. Butler, der Vorsitzer des Ausschusses für auswärtige Beziehun- gen, war heute abwesend, anderenfalls wäre der Vertrag schon vorgclegt worden. Es wurden außergewöhnliche Vorsichts- maßregeln getroffen, um den Vertrag ge- heim zu Hallen, und es war bis jetzt fast unmöglich, irgend etwas Genaues darüber zn erfahren. Betreffs der Auslieserungsklausel von Verbrechern heißt es, daß fast sümmtliche Vertrüge mit fremden Mächten eine ähn- liche Klausel enthalten. Der Vertrag, welcher im Jahre 1882 nn Belgien abgeschlossen wurde, enthält ganz genaue BestimmtUtge.wüLLr.politische Ver- gehen. Eine Klausel desselben ordnet an, daß eine Person, welche wegen eines ge- wöhnlichen Verbrechens ausgeliesert wurde, soll in keinem Falle in dem Staate, nach welchem er ausgeliesert werden soll, wegen irgend eines politischen Vergehens, welches vor seiner Auslieferung begangen wurde, zur Strafe gezogen werden. Es heißt, daß sich in dem russischen Vertrage dieselbe Klausel befindet, aber es wurde im Senats- zimmer behauptet, daß eine Auslieferung nach Belgien und eine Auslieferung nach Rußland zwei sehr verschiedeneDinge seien. Während der Beralhung wurde von einem der leitenden Anwälte dcsSüdens für Staatsrechte, bemerkt, daß diese Regierung einst die Auslieferung eines Mannes wegen eines Vergehens erlangt habe, das unter einem derartigen Vertrag zu den politischen hätte gerechnet werden können. Er bezog sich damit auf John H. Surratt, welcher dei der Verschwörung betheiligt war, die schließlich zur Ermordung Lincolns führte. Surratt floh nach Egvplen, trat in die Ar- mee des Khediven ein, und ging von dort nach Rom, wo er päpstlicher Zuave wurde. Dort wurde er von einem Bürger aus Bal- timore erkannt, welcher dieser Regierung darüber Millheilung machte. Fu Folge eines Gesuches an den Papst, welcher da- mals noch souveräner Fürst in Italien war, wurde Surratt hierhier gesandt und prozessirt. Ein hervorragender republikanischer Se- nator deutete an, daß die Annahme des Vertrages hauptsächlich deshalb befürwor- tet werde, um das Schiedsgericht über die Behringsmeer-Angelegeuheit möglichst zu Gunsten der Ver. Staaten zu beeinflussen, und schloß mit den Worten: „daß sie aber nach seiner Ansicht wie ein wohlüberlegter Versuch aussehe, die Rechte auf menschliche Freiheit zu verletzen, und menschliche'Wesenin einen Zustand zu versetzen der schlimmer als Sklaverei sei, und dies Alles nur um ein Paar Seehunde zu schützen." Zollfrei in Rtexiko. Washington, 30.-März. Der Gesandte Rvan in Mexiko über- mittelte dem Staatsministcr eine Depesche, welche den genauen Wortlaut der Verfü- gung der mexikanischen Regierung betreffs Aufhebung der Zölle von gewissen Boden- erzeugnissen enthält. Darnach werden vom 15. d. Mts. ab Mais und Bohnen «ersterer ganz oder gemahlen) in den mexikanischen Zollhäusern an der Grenze zollfrei zugc- lassen. E. Parker Deacon in der Heimath. Boston, 30. Mürz. E. Parker Deacon kam gestern Abend von New Bork hier an. In seiner Beglei- tung befinden sich drei Töchter und derenKammerjungser. Er befindet sich in Pri- vatgeschäften hier, und will ohne Zweifel den alten Familiensitz in der Washington Straße in Augenschein nehmen, welchen seit der Pariser Tragödie ein Gegenstand von allgemeinem Interesse wurde. Schneller Tod. Der 21jährige Allen Nesgitt wurde heute Morgen plötzlich getödtet. Er ging die 56. Straße entlang und als er sich an der Ecke der Everelt Avenue befand, stürzte ein schweres Holzstück von einem im Bau be- griffenen Gebäude auf seinen Kopf. Er war auf der Stelle todl. Der Verstorbene wohnt an der Ecke der 47. Straße und Wentworth Ave. Städtisches. Das Wetter. Mit Ausnahme des Gebiets der unteren See'n, in welchem trübes Wetter herrschte, ist der Himmel im ganzen Lande klar und, vom hohen Nordwcsten und den Staaten von der südallautischenKüste abgesehen, dieTemperatur höher. Mir heute ist sür Indiana und Illinois mildes Frühlingswctter angekündigt, am Freilag Morgen dagegen wird es in Illinois kalter und auch in Indiana am Freilag Abend. Kleine Nachrichten. Die gegen dicWirthe Farley, Guinon, Eallahan und Gleason in Hyde Park an- hängig gemachten Klagen wegen ungesetz- lichen Lchuapsverkauss wurden heute von Richter Adams niedergeschlagen. Am Dienstag Abend erhielten John G. Anderson und John Erickson, No. 406 AI. Strage, den Besuch von Einbrechern, welche Kleider im Werth von -§SO erbeu- teten. Der Arzt Dr. Ryan, No. 3447 Rbo- des Ave., ein Mann von 30 Jahren, un- terhielt sich gestern Abend um 10 Uhr mil seiner Familie, als er plötzlich zu Boden stürzte und nach wenigen Minuten verschied.Er litt seit vier Jahren an einer Nieren- krankheit. Die Beweisaufnahme in dein Nolan'- schen Mordprozesz wurde heute Bot mittag vor Richter MeEonnell geschlossen und die Argumente der Advokaten begannen. Der Bertheidiguug znsolge ermordete Nolazi seine Frau, die ihm Ursache zur Eisersucht gegeben, in einem Ansall von Irrsinn. Der alte Snkes-Fall, welcher die Ge- richte seit dem Jahre 1886 beschäftigt, ge- langte heute Nachmittag vor Richter Alc- Eonnell zum Ausrus. Gegen Lukes liegen zahllose Klagen wegen Ansgabe gesälschter Lagerscheine vor. Die Merchants SavingS, Loan L Trust Eo. soll durch ihn um -§160,000 betrogen worden sein. Eolleetor Elark hat sich vom Ober- Bundesarzt Hamilton Jnsormation in Be- zug aus.sein Verhalten solchen Sendungen gegenüber erbeten, die aus verdächtigen europäischen Häsen kommen und ist ange- wiesen worden, die Hüllen, welche solche Waaren enthalten, zu verbrennen. Der Arbeiter P. Logan, welcher ge- stern Nachmittag im betrunkenen Zustande von der Slrasze ausgclesen und nach der Eottage Grove Ave. Station gebracht wurde, starb in der verflossenen Nacht in der Zelle. Sergeant hatte verschiedene Male nach ihm gesehen und geglaubt, daß er schlafe, bis er ihu um 5 Uhr heute Morgen als Reiche fand. lü— Der 16jährige Ehas. Shakesspeare von Portsmouth, 111., welcher seinen Ellern entlausen war, muß seine Flucht vorläufig, ein stellen. Er machte, nachdem er bis nach Ehieago gekommen war, gestern Abend an der 65. Straße den Versuch, einen Zug der Rock Island Bahn zu bestei- gen, als er ausglitt und die Räder sein rechtes Bein zermalmten. Jetzt befindet er sich im Mercy Hospital. Polizist John A. Reddy verhaftete vorletzte Nacht zwei Männer, als sie mit Weinflaschen beladen aus der Weinhand- lung von S. F. Bach, 187 Michigan Str., berauskamen. Sie wurden nach der Ost- Ehieago Ave.-Station gebracht und dort als zwei gefährliche Einbrecher, Namens Ed. Keating alias Kein und John Farrell alias Jackson, erkannt. Beide wurden heute Morgen von dem Richter Kersten unter je -§IOOO Bürgschaft an das Erimiualgericht verwiesen. Ein Mann aus Eleveland Namens James I. Shepperd, welcher sich an Ge schäften in Ehieago befindet und in Gores Hotel wolmt, wollte sich gestern Abend Ebi eago bei Nacht besehen und startete zu diesem Zweck der Wirthschafr No. 406 State Str. einen Besuch ab. Dieser Besuch gereichteihm nicht zum Port!,eil, denn als er den Platz verließ, fehlte ihm H3OO und mehrere Falirbillete. Seinen Verlust bat er aut der Harrison Straßen Station berichtet. Der Vertreter Dänemark s. Die Ausstellung verspricht eine glänzende zu werden. K. Arne Petersen, ein Baumeister aus Kopenhagen, ist heute hier eingetronen und im Wellington Hotel abgestiegen. Er ist beauftragt, die Vorarbeiten sür die dänische Ausstellung zu leiten und hat eine große An zahl von Ausstellungsgegenständen mit sich gebracht. Es war seine Absicht, schon früher hier einzutressen,er war aber daran ge hindert, da der Hasen von Kopenhagen durch Eis blockirl war. Seiner Ansicht nach wird die dänische Ausstellung einen der Glanzpunkt des Gan- zen bilden. Die miizuführeuden Gegen- stände sind größtentbeils Industrie Er Zeugnisse Dänemarks und seinerEolonieen, doch sind die K unstgegenftändt- ebenfalls zahlreich vorhanden. In der Ausstellung soll eine getreue Nachbildung des Arbeits- zimmers des Dichters Jens Anderson und des -Eauses des Bildhauers Thorwaldsen Platz finden. Der Fußboden desRaumes, in welchem letztere ausgestellt werden soll, wird mit Glasplatten belegt werden, deren jede eine Photographie eines die Werke des großen Meisters trägt. Zusammenstoß. Die Passagiere der Ehieago, Burlington L Ouincn-Bahn sehen sich heute genöthigl,die Ogdcn Ave. Straßenbahnwagen zu be-nutzen, um in die Stadl zu kommen. Ander Western Ave., nabe der Panhandle-lunctron, war eine Rangirmaschine der Ehieago, Burlington L Quincy-Bahn ineinen mit Vieh beladenen Zug der North-western Bahn hineinzusahren und' batte mehrere Wagen zertrümmert. Die Sperr- gitter waren * herabgelassen, aus irgend welchem Gtunde hielt aber die Lokomotive nicht an, riß die Gitter mit sich und stürste,ms ist in den Viehzug hincingerannl war,um. L zurHaud war,erfordertecs doch drei Stunden angestrengter Arbeit ui Anspruch, die Strecke von den Trüm-mern zu befreien. Verletzt wurde glückli- cher Weise Niemand.
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