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Abendblatt Newspaper Archives Dec 31 1894, Page 1

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Abendblatt (Newspaper) - December 31, 1894, Chicago, IllinoisHerausgegeben von der Illinois Staats-Aeilungs-Lo. Lhicago, Montag, 31. Dezember 1894. Preis 1 Cent. 47. Jahrgang. No. 309. Morgen, als am Neujahrs- tage, erscheint das Abendblatt nicht. Die Geschäfts - Office bleibt von 12 Uhr Mittags bis 7 Uhr Abends ge- schlossen. Mebevblirk / Htnd Kurzg es a ß tes. Zu Neujahr wird uns etwas kälteres Wetter und heiterer Himmel prophezeit. Der Wind schlügt von Südwesten nach Nordwesten um. Das Jahr wurde auf der New Aorker , Effektenbörse bet weichender Stimmung , beschlossen. ' Die Apfelsinen sind in Florida bei einem Thermometerstande von 14 bis 18 Grad in der vorigen Nacht beinahe sämmt- lich verfroren. Bon der Gesammternte von 2,600,000 Kisten, die sich noch auf d:m Baume befanden, glaubt man kaum 600,000 retten zu können. Bei dem Brande des „Delavan House" in Albany sind 9 Menschen zu Schaden ge- kommen und einer ist todt geblieben; acht Bewohner des Hotels werden noch vermißt. Anstatt morgen, wie er gedacht hatte, seine Braut, die Lizzie Smith, heimzusüh- ren, hat Doß Metts gestern dieselbe aus Eifersucht in Monroeville in Alabama er- schossen und sich selber den Hals angeschnit- ten. Die Tochter des Romanschriftstellers James Fenimore Cooper, Fräulein (Lusan Fenimore Cooper, ist heute in EooperStown in New Z)ork im Alter von 82 Jahren ge- storben. Auf der hiesigen Getreidebörse herrschte eine Feiertagsstimmung und diePreise ver- änderten sich nur wenig. Im Maitermin wurde Weizen mit »läG!,, Welschkorn mit 48LOZ, Schweinefleisch mit Schmatz mit und Rippchen mit 6.021(16.05 gehandelt. lm Strahlenkranz der Unschuld wird Ald. Powers heute seinen Sitz im Stadt- rath einnehmen, nachdem die Grandjury sich einstimmig geweigert hat, eine Anklage ge- gen ihn zu erheben. Ueber diese Weigerung war Niemand erstaunter, als der Aldereman selbst. Was wird Mayor Hopkins jetzt thnn, der bekanntlich vom Stadtrath beauf- tragt wurde, ein Comite zg ernennen, um die Handlungsweise des tugendhaften Stadt- vaters zu untersuchen? In der gestrigen Versammlung der International Sunday Oberservance Lea- gne hielt Rev. Blanchard eine Rede, in wel- >WM)er er den Wunsch ausdrückte, daß die Leute, welche in den Straßenbahnen Zeitungen lesen, dafür lieber das neue Testament zur Hand nehmen möchten. Da der würdige Herr einmal beim Reformiren war, hätte er auch für eine bessere Beleuchtung der Cars eintreten sollen, denn ohne eine solche kann man weder in den Morgen- noch in den Abendstunden die Bibel oder die Zeitung lesen. Bischof Fallows und die ChristianLeague gehen mit dem Plan um, Schank- wirthschasten zu gründen, in welchen alle anderen, nur keine geistigen Getränke ver- kauft werden sollen. Als besondere Attrak- tion soll diesen Wirthschasten ein Lesezim- mer hinzugefügt und ein reichlicher Lunch aufgestellt werden. Telellrcrplnseke Depescüen. Die koreanischen Redellen. Lie gründen das Königreich Kai- nan Und setzen eiu Mitglied der Ming-Dynastie als Rönig ein. Nokohama, 31. Dez. Es wird berichtet, daß die Tonghaks, die Rebellen in der koreanischen Provinz Challads, ein neues Königreich gegründet haben. Sie haben demselben den Namen Kainan gegeben, und ein Mitglied der Ming-Dynastie zum Könige ausgerufen. Das Testament des Lx-Lenators Fair. Dasselbe wird von seinem Sohne Charles wahrscheinlich beanstandet werdon. S a n F r a n c i s c o, 31. Dez. Allem Anscheine nach wird das Testa- ment des Ex-Senators James G. Fair beanstandet werden. Charles Fair hält die Klausel, durch welche seinen eventuellen Kindern jeder Antheil an der Nachlasjcn- schaft abgesprochen wird, für unberechtigt; außerdem ist er nicht damit einverstanden, daß die Verwaltung des Nachlasses Perso- nen übertragen ist, die nicht zur Familiegehören. Und aus dem letzteren Grunde glanbl man, daß seine Schwestern, Frau undFrl. Virginia Fair, Nch auf L>eile ihres Bruders stellen werden, obgleich die Geschwister seit mehreren Jah- ren nicht aus dem besten Fuße mit einandergestanden haben. Theuer aber gut. So lautet der Bericht des amerikanischen Consuls über den diesjährigen Sherry. Washington, 31. Dez. Laute einem Berichte des amerikanischenConsuls Adams in Cadiz wird der Sherry-wein in dtesem Jahre theuer werden. Der Eonsul halbem Staatsdepartement berich-daß in Folge der Verwüstungen der Reblaus, und der Geldlosigkeit der Wein-bauern, die Weinlese von 1894 in der Quantität gegen letztes Jahr eine bedeu-tende Abnahme zeigt, und daß dieselbe fastein Drittel der vorjährigen Ernte beträgt. anii aber ist die Güte des Weines eine um bessere, und es sind Verknuse zu 230daß Faß, zu 126 Gallonen gemacht wor- den, ein Preis, weicher die Durchschnitts-preise früherer Jahre um ein Bedeutendes übersteigt. Sturm und Unwetter in England. Bahnzüge eingeschneit und Fahr- züge gestrandet. Die Bemannung eines auf Goodrvin Sauds geftrandetteu Schooners gerettet. London, 31. Dez. In ganz Großbritannien herrscht kaltes und stürmisches Wetter mit Schneegestöber. In Schottland liegen mehrere Bahnzüge im Schnee fest, und zwischen Kindracc und Forsiuard ist seit gestern ein Passagierzug eiugeschueit. In Schottland war das Schneegestöber von Blitzen begleitet; im südlichen Durham wüthet ein orkanartiger Sturm, ebenso au der Küste von Essex und im Osten und Norden des Landes hat der- selbe bedeutenden Schaden angerichtet. Die See geht ungewöhnlich hoch, und der Schifffahrt ist bedeutender Schaden zuge- fügt worden. Der Sturm im englischen Canal bat sich noch nicht gelegt, und die Mannschaften der Rettungsböte haben an verschiedenen Stellen der Küste wahre Hel- dentaten ausgeführt. Die Mannschaften der Nettungsböte in Namsgate und Keut gingen um Mitter- nacht in See und kehrten nicht vor Mittag zurück. Sie brachten aber die Bemannung des aitf Goodwin Sauds gestrandeten Schooners „Union" zurück. Bei Holyhcad sind zehn Leichen von der Bemannung der britischen Bark „Osseo", welche sich auf der Fahrt von Tattal in Chile nach Ardrasscm in Schottland befand,ans den Strand geworfen worden. Der „Osseo" wurde, wie bereits berichtet, gestern bei Holyhcad ans den Wellenbrecher gewor- fen, und die ganze aus 24 Mann bestehende Besatzung fand dabei den Tod in den Wellen. Lebensmüde Menschen. Liner erdrosselt sich, während zwei andere Tarbolsänre zur Beförderung in das Jenseits benützen. Cedar Napids, Ja., 31. Dez. Gestern Nachmittag b.'ging der hiesige Zimmermcister und Bauunternehmer John Mort Selbstmord. Gleich nach dem Mit- tagessen ging er in sein Zimmer, um, wie er sagte, sich auf eine kurze Zeit nicderzu- legen. Zugleich bat er, nach einer Stunde gerufen zu werden. Als er nach Verlaus der Zeit geweckt werden sollte, fand man, daß er sich vermittelst seiner Hosenträger an dem Bettpfosten erdrosselt hatte. Salem, 0., 31. Dez. William Farmer von hier hat sich ver- mittelst Earbotsäure das Leben genommen. Häuslicher Unfriede soll die Veranlassung zu der Thal gewesen sein. Council Bluffs, Ja., > 31. Dezember, s In einem Anfalle von Schwermnth hat James Trnnsdale mit einer Dosis Car- bolsäure in das Jenseits befördert. Nach vierunddreißig Jahren be- gnadigt. Ein alter, fast neunzigjähriger Sträfling vom Gouverneur Llower begnadigt. Plaltsburg, N. ?)., 31. Dez. Daniel Finley, der älteste Sträfling im Clintoncr Gefängnisse, wenn nicht tin Staate, nicht allein an Jahren, sondern auch an Strafzeit, wird heute Morgen durch die Gnade des Gouverneurs Flower wieder ein freier Main: werden, da seineans Lebenszeit verhängte Einsperrnng, nach Ablauf von 34 Jahren ihr Ende erreichen soll. Finley wurde im Jahre 1860 in New Ijork des Mordes zweit-en Grades schuldig befunden. Sein Verbrechen be- stand darin, daß er seine Frau zum Fenster hinaus auf die Straße geworfen hatte, wo- durch ihr Tod herbeigeführt wurde. Er hat fast ferne ganze Strafzeit im Gefäng- nisse in Clinton zugebrachl, wohin er kurz nach seiner Einsperrnng aus Sing Sing transportirt worden war. Fuiley war bereits ziemlich bei Jahren als er eingesperrt wurde, und ist beinahe 90 Jahre alt, obgleich er selbst nicht im Stande ist, sein Alter genau anzugcben. Er wünscht sehnlichst, in Freiheit gesetzt zu werden, und als er gefragt wurde, was er zu thnn gedenke, wenn er begnadigt würde, da doch alle seine Freunde todt seien, er- wiederte er, daß er zurück nach Irland gehen werde, um dort in Frieden zu ster- ben. Es heißt, daß zwei Brüder von ihm in New Z-ork leben. >» - Lin tapferer IVienerwursthändler. Lin Strolch erschossen, und ein zweiter tödtlich verwundet. St. L o uis, 31. Dez. Gestern Abend wurde der fliegende Wie- nerwursthüudler Edward Steiubauk von zwei Strolchen, Namens Frank McDonald und Patrick Snllivan angefallen und nie- dergeschlagen. Auf dem Boden liegend, zog er seinen Revolver, und feuerte meh- rere Schüsse aus die Straßenränder ab. Die Folge war daß McDonald todt auf dem Platze blieb, und Snllivan eine wahr- scheinlich lödttichc Wunde davontrug. Steinbanr wurde einstweilen in Hast ge- nommen. Das neue „Lliff House". Die Errichtung desselben soll demnächst in Angriff genommen werden. S a n F r a n c i s c o, 31. Dez. Adolph Sutro beabsichtigt, an Stelle des abgebrannten „Cliss House" eiu vierstöckiges Gebäude zu errichten, das zwei Stockwerke oberhalb und zwei Stockwerke unterhalb der Oberfläche der Straße erhalten soll. Ein Flügel soll über die Felsen hinausragen,so daß Gäste von der Veranda auS im Stillen Ozean fischen können. Beinahe ein Justizmord. Drei unschuldige Personen wegen 2Nordes zum Tode verurtheilt aber zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe be- gnadigt. Der wirkliche Mörder jetzt, nach vier Jahren, entdeckt. Pittsburg, 31. Dez. In Folge des von dem wirklichen Mörder abgelegten Geständnisses werden wahrschein- lich Andrew Toth, George Rusnak und Mi- chael Sabol, welche wegen der Ermordung von Michael Quinn zu lebenslänglicherEi-nsperrung im Zuchthause zu Riverside ver- urtheilt worden waren, ihre Freiheit wieder erlangen. Am Neujahrstage des Jahres 1891 entstanden zwischen der Carnegie'- schen Gesellschaft in den Edgar Thomson- Stahlwerken in Braddock und den Arbeitern Mißhelligkeiten. Es waren dort etwa 700 Slowaken beschäftigt, und unter diesen be- fanden sich jene obengenannten drei Ge- fangenen. Am Abend des 31. Dezembers machten die Streiter einen Angriff auf die Werke, wurden aber zurückgetrieben. Am folgen- den Mittag fand wiederum ein förmliches Gefecht, bei welchem Michael Quinn, ein Maschinist, durch einen Hieb auf den Kopf tödtlich verwundet wurde. Am ikächsten Tage wurden eine Menge Verhaftungen vorgenommen, und unter dn Vrhafteten be- fanden sich Toth, Rusnak und Sabol. Den- selben wurde der Prozeß gemacht; sie wur- den der Ermordung Quinns überführt und zum Tode verurtheilt. Die Todesstrafe wurde jedoch später in lebenslänglicheZuch- thausstrafe umgewandelt. Vor Kurzem geriethen bei Scranton zwei Slovaken in Streit, und einer ließ den an- deren verhaften. Der eine sagte den Poli- zeibeamten, daß der andere Gefangene ein Mörder sei, welcher am Neujahrstage bei Braddock einen Mann erschlagen habe. Die Polizei stellte darauf eine Untersuchung an, und überzeugte sich, daß die Beschuldigung auf Wahrheit beruhe. Der Advokat Bla- kely, welcher die Sache der Gefangenen ver- tritt, wird sich heute oder morgen nachScran-ton begeben, um weitere Aussagen entgegen zu nehmen, die er dann der Begnadigungs- commission vorlegen wird. Die russische Lolonie in Frisco. Die etwa zweitausend Personen zählenden Mitglieder derselben durch den Hoch- Zeits-Ukas des Lzaren be- gnadigt. San Francisco, 31. Dez. Die zweitausendRussen, welche die hiesige russische Colouie bilden, sind keine Flücht- linge mehr, denn durch den Hochzeits-Ukas des jungen Czaren sind sie begnadigt wor- den. Die erste Abschrift der kaiserlichen Proklamation ist soeben hier eingetrosfen, und wurde mit allgemeinem Jubel be- grüßt. Die hier in der Stadt wohnenden Russen sind meistens von Sibirien hierher- gckommen; viele von .ihnen waren dahin verbannt, aber alle waren ihrer bürger- lichen Rechte in ihrem Valertande entklei- det worden. Ein angesehener Russe sagte, daß er nicht glaube, daß sich ein einziger Russe in San Francisco befinde, der unter der Herrschaft des früheren Czrren mit Sicherheit Hütte nach Hause zurückkehren können. Den damaligen Gesetzen nachwurden den Kindern von Verbannten die Rechte nicht zugestandrn, welche der Vater nicht besessen halte. Viele Mitglieder der Colouie waren für geringe Vergehen, wie wegen Nichtbezahlung der Steuern, nachSibirien verbannt worden. Einige dersel- ben sind in San Francisco wohlhabend ge- worden, und mögen nach Rußland zurück- kehren wollen, um ihr Bürgerrecht und ihr früheres Eigenthum wieder zu erlangen. Gasexplosion in einem Barbier- laden. Sechs Personen schwer beschädigt. Elwood, Jnd., 31. Dez. Heute Morgen, kurz nach Mitternacht, fand hier eine Eldgasexplosion statt, wo- durch das Gebäude, in welchem sich Milo Zee's Barbiergeschäft befand, theilweisezerstört wurde und sechs Personen schwere Verletzungen erlitten. Die Namen dersel- ben sind Alf Anderson, Fred. Bctzner, Jerry Elaxton, Harry Grahee, Charles Hand (dessen Wiederherstellung zweifelhaft ist) und Milo Zee. Die Explosion entstand in Folge einer schadhaften Hauplröhre, welchemit einem Abzugscanak in Verbindung stand, wodurch sich unter dem Gebäude Gase angesammelt harten, welche zwischendie Wände gedrungen waren und auch diedie Zimmer mit Gas angefüllt batten. ZurReinigung der Luft waren die Thüren'des Barbierladens geöffnet worden, andernfalls hätte wahrscheinlich jeder der Anwesendenden Tod gefunden. Es befanden sich zur Zeit der Explosion acht Personen in dem Lokale, und alle, bis auf zwei, wurden schwer verletzt. Der durch die Explosion am Gebäude angerichtete Schaden betrag! gegen P2OOO. Lin Alderman als Mörder. Lr erschießt einen Mann, der mit seinem Bruder in Streit gerathen war. Fort Worth, Tex., 31. Dez. James Rusbiug, ein Bruder des Cou- stablers William Rushing von hier, wurde gestern Abend von Martin McGratheinem Alderman der dritten Ward, und früheren städtischen Polizisten, erschossen.Die Schießerei entstand in Folge eines Streites zwischen John McGrath, einem Bruder von Marlin, und Nushing um den Besitz eines Revolvers. Als der Schieß-bold verhaftet wurde, sagte er: „ich habeeinen Mann erschossen, und mußte es thun". Aus weitere Aussagen wollte er sich nicht einlassen. die Bevölkerung von Lima hun- gert. Fortwährende Unruhen an der Ta- gesordnung. Die Truppen drohen, zu den Rebellen über- zugchen. Lima, Peru, 3t. Dez. Die Regierung ist nicht im Staude, die täglich vorkommendeu Unruhen zu unter- drücken. Die Bevölkerung leidet Mangel an Lebensmitteln, und ist zur Verzweiflung getrieben. Mehrere Geschäfte in den Vorstädten sind geplündert worden. Die Truppen drohen, zum General General Pierola, dem Führer der Rebellen, übcrzugehen, wenn ihnen nicht bald Lebensmittel geliefert werden. Der verkommene Lohn einer an- ständigen Familie. Er mordetlveib und Rind und versucht dann, sich selbst abznthu». Vanc o u v er, B. C., 31. Dez. Die Persönlichkeit Ashford's, welcher am 22. Dezember seine Frau und sein Kind er- mordete und dann einen Selbstmordversuch machte, ist theilweise durch seine Privatpa- piere festgestellt worden. Danach ist Ash- sord's Schwester eine Markgräfin, deren Mädchenname Elisabeth Flowers war; der wahre Name Ashford's ist George Frederick Flowers. Aus den Briefen und Papieren ist ermittelt worden, daß die FamilieFlowers sehr reich ist, und daß eine Schwester des Mädchens, der zweiten Tochter Ashford's, Ethel Flowers, ein großes Gut in England testamentarisch vermacht hat. Diese hat mit ihrem achtzehnten Jahre die Erbschaft ange- treten. Dadurch wird die Bemerkung Ash- ford's verständlich: „Wenn ich todt bin werden Alle, außer Ethel, auf der Straße betteln müssen", und auch der von ihm ge- machte Versuch, seiner sämmtlichen Kinder, außer Ethel, zu erschießen. Als Ashsord wegen Verletzung der Ge- fängnißregeln zurechtgewiesen wurde, sagte er ärgerlich : „Ihr Kerle werdet schon noch sehen, wer ich bin, ehe der Prozeß sein Ende erreicht hat." Ashsord hatte durch seinen Leichtsinn und durch seine Verschwendungssucht seiner Fa- milie viel Kummer gemacht. Nachdem er als einer der Führer in aristokratischenKrei-sen durch sein lüderliches Leben Schande über Schande auf sich gehäuft hatte, beschloß er, aus denselben zu verschwinden; er nahmden Namen Ashsord an und ließ sich in ein irländisches Regiment in Indien als ge- meiner Soldat anwerben. Dort heirathete er die Tochter des Hufschmiedes des Regi- mentes, der seine Vergangenheit kannte und deshalb alles übersah. Zwei Vermißte wieder aufgetaucht- Beide angeblich im Zustande plötzlich ein getretener Geistesabwesenheit im Laude umhergereist. Laportl, Jnd., 31. Dez. Der Leichenbestatter John H. Hall von hier, welcher am Abend des 21. d. M. Plötz- lich von South Chicago abhanden gekom- men war, hat sich zur Freude seiner Familie gestern Abend wieder bei Muttern ein- gestellt. Was ihn verantaßte, statt nach Hanse zurückzukehrcn eine Reise nach Satt Lake City zu machen, weiß er angeblich nichtauzugcbeu. Er hatte früher einmal tu Satt Lake City gewohnt, und da er erst kürzlich von einer schweren Krankheit wieder her- gestellt worden war, so nimmt mau au, daß er in einem Zustande geistiger Gestörtheit den kleinen Abstecher nach dem Westen machte. Auch Walt H. Butler, der frühere Cou- greßabgeordnete von lowa, dessen gehcim- nißvolles Verschwinden aus Octwcin so viel Aufsehen erregte und auf dessen Wieder- fiudeh eine Belohnung von über HIOOO ausgcsetzt worden war, ist angeblich in Indianapolis entdeckt worden. Auch bei ihm scheint eine plötzliche Geistesabwesenheit cingetreten zu sein, denn angeblich sind die Ereignisse der ersten Woche nach seinem Verschwinden aus Oelwein seinem Gcdücht- niß vollständig entschwunden. Das Postamt in Lurran beraubt. i Gefecht zwischen Polizisten und Land- streichern. Springfield, Jll., 31. Dez. Gestern Morgen vor Tagesanbruch, drangen Einbrecher in das Postamt in Curran, in diesem County, und stahlen sümmtliche vorhandenen Briefmarken. Die Polizei wurde sofort benachrichtigt, und da mau wußte, daß sich bei der Kreuzung der Wabash «L Chicago L Alton Bahn eine Menge Landstreicher herumtriebeu, wurde eine Abtheilung Polizisten dorthin ge- schickt, weil man wohl annehmeu konnte, daß die Postdiebe unter ihnen zu suchen seien. Die Vagabunden aber setzten sich zur Wehre, und es entstand ein regelrechtes Gefecht zwischen ihnen und derPottzci, wobei Knüppel und Steine die Hauptrolle spiel- ten. Mehrere Vagabunden kamen ziemlich schlecht dabei weg, und acht derselben wur- den gefangen hier ciugcbracht. Die übri- gen entkamen. Das antidiphtheritische Heilmittel. Fünf Pferde jetzt zur Herstellung desselben in den Dienst gestellt. Washington, 31. Dez. Zur Herstellung des Serums für das Heilmittel gegen die Diphtherie sind jetzt fünf Pferde iuDienst gestellt worden. Zwei derselben sind Eigcuthum des Marine- Hospitaldienstes und befinden sich in der landwirthschaftlichen Versuchsstation, wäh- rend die anderen drei dem Gesundheitsamt des Bezirks gehören. Der Oberarzt I. I. Kinyoun ist mit der Herstellung des Anli- loxin's beschäftigt. Erfrorene Apfelsinen. Die Ernte, wie befürchtet wird, größ- teiitheits vernichtet. Eis in den Straßen von Jacksonville. Jacksonville, Fla., 31. Dez. Der Thermometer fiel heute Morgen, kurz vor Sonnenaufgang, auf 14 Grad über Null, womit ein Grad Kälte mehr angezeigt wurde, als während des großen Kältejahres 1886, und was seit 1835 das kälteste hier erlebte Wetter bedeutet. Laut Berichten aus Titusville, Tampa, Ocala, Gainesville, Palatka und Sanford fiel dort das Thermometer bis auf 18 Grad. Die Apfelsinen- und Gemüseernte ist thatsächlichvernichtet. Nach der genauesten Veranschlagung befinden sich an den Bäu- men noch Früchte, um 2,000,000 Kisten zu füllen, und die Beamten der hiesigen Frucht- börse sind der Ansicht, daß wenigstens zwei Millionen Kisten Apfelsinen ganz oder theil- weise erfroren sind. Danach steht zu er- warten, daß die übriggebliebenen 600,000 Kisten fabelhafte Preise bringen müssen. Ob diese Berechnungen richtig sind, läßt sich erst heute Abend oder morgen feststellen, aber die besten Sachverständigen sagen, daß es mit der Ernte schlimm aussieht. In den Straßen von Jacksonville hatte sich heute Morgen Eis gebildet. Der Hotetbrand in Albany. Acht Persondn werden noch vermißt und die Polizei glaubt, daß dieselbe» unter den Ruinen begraben wurden. Albany, 31. Dez. Vier geschwärzte Mauern und eine Masse von rauchenden Ruinen bezeichnen heute die Stätte, wo gestern noch das Delavan House stand, und zweihundert und fünfzig Gäste, welche freilich nur das nackte Leben retteten, haben in anderen Hotels Aufnahme gefun- den. Frau H. S. Fookes, früher in Daytou, 0., wohnhaft, ist in den Flammen umge- kommen. Folgendes ist eine Liste der Ver- letzten: Henry F. Fookes aus Rochester, in- nerlich verletzt und Brandwunden im Gesicht und an den Händen, wird wieder hergestellt werden; Frau Benj. F. Heilman aus Brook- lyn, innerlich verletzt und Gesicht verbrannt, wird hergestellt werden; Benj. F. Heilman, aus Brooklyn; Edward Walsh; Edward Murphy; E. A. Manchester; E. W. Arnold aus Rochester; D. P. Broekway aus New York. James Hennessey, ein Feuerwehrmann der Spritze No. 4, wurde bei dem Einsturz der Mauern von einem Backsteine auf denKopf getroffen. Die Polizei vermißt noch acht Personen, sechs Gäste und zwei Dienstmädchen, welche sich vor dem Feuer im Delavan House be- fanden, und sagen, daß die Leichen derselben wahrscheinlich unter den Trümmern begraben liegen. Ltreit unter Eheleuten. Lr schlägt ihr den Kopf ab und schneidet sich dann selbst die Reble ab. Pittsburg, Pa., 31. Dez. Heute Morgen um vier Uhr geriet!) der am „Point" wohnende William MeMulleu mit seiner Frau in Streit und schlug ibr mit einem Beil den Kopf beinahe vollstem-! dig vom Rumpfe. Dann ging er in das! Nebenzimmer und schnitt sich mit einem Nasirmesser den Hals ab. Lx-Präsident P)eiroto krank. Einem Gerüchte nach ist er vergiftet worden. Montevideo, 31. Dez. Von Rio de Janoiro wird berichtet, daß der Ex-Präsident Peixolo schwer erkrankt ist. Einige sagen, daß seine Erkrankung durch einen Unfall hcrbeigesührt wurde, währen Andere der Ansicht sind, daß ihm Gift beigebracht worden sei. Städtisches. Kleine Nachrichten. Prosit Neujahr! Seiner eigenen Aussage zufolge wurde der Telegraphist Fred. V. Smead vor Hcnn- mon's Wirthschaft an Van Buren Straße überfallen und am Kopf schwer verwundet, lieber die Ursache des Angriffs ist nichts bekannt. Die Polizei ist mit einer Unter- suchung der näheren Umstände beschäftigt. Smead befindet sich im Presbyterianer-Hos- pital und die Aerzte befürchten, daß er ster- ben wird. Richter White bestrafte heute früh Bernard Rezinski um 2100 und die Kosten. Derselbe wurde gestern Nachmittag von sei- nen Nachbarn dabei überrascht, als er in seiner Wohnung, No. 585 Western Avenue, seine Frau mit einer Peitsche auf's Bru- talste mißhandelte. Frau Rezinski weigerte sich trotzdem heute früh, als Klägerin auf- zutreten und mußte daher einer der Nach- barn für sie eintreten, damit ihr roher Ge- mahl nicht ganz straffrei ausgehe. Aus dem k>eirathsbureau. Nach Angabe des Hcirathsclerks Salo-monson wurden vom 1. Januar 1894 bis heute Mittag 16,243 Heirathsscheine aus- gestellt, was also eine Durchschnittszahl von ungefähr 1273 per Monat ergeben würde. Gerne hätten wir unseren Lesern auch die Zahl der Ehescheidungen und Geburten ge- geben, doch waren diese trotz mehrfacher Be- mühungen nicht zu erlangen. Der neue Lergeant-at arms. Zum Nachfolger des zum Hülfs-Chef- Clerk der Wahlbehörde ernannten bisherigen Sergeant-at-arms Powell ist WilliamCooke, der Bruder des Alderman Coole von der T Ward in Aussicht genommen. In der Frühe Bedeutendes Lener an Blue Island Avenue. Die Explosion eines Gasolin-Behälters in dem Erdgeschoß des Hauses 198 Blue Is- land Ave. verurusachte heute Morgen die Zerstörung von drei zweistöckigen Holzge- bäuden durch Feuer. Es darf als ein Glück angesehen werden, daß keine Menschenleben verloren gingen. H. A. Miller, seine Frau und drei Kinder, welche das obere Stockwerk des Hauses N0.196 bewohnten, wurden durch die Mannschaft der Spritzen-Compagnie No. 18 mit knapper Noch, während sie sich in halbbewußtlosem Zustande befanden, in Sicherheit gebracht. Paul Zimmermann entdeckte die Flam- men, als er in dem Hause No. 194 kurz nach 6 Uhr die Thür seines Grocery-Geschäftes öffnen wollte. Seine Frau und Kinder konnten nur mit Mühe gerettet werden. Die Verluste vertheilen sich wie folgt: L. Harris, Candy-Laden, 198 Blue Is- land Ave., Verlust 21000. B. Cronin, Wohnung in dem obigen Ge- bäude, PSOO. H. C. Miller, Schuhhandlung, 196 Blue Island Ave., 2500. John Hathaway, Wohnung in No. 196, 2100. Paul Zimmermann, 194 Blue Island Ave., 22000. I. I. Gaynor's Vacksteinhaus, No. 200 Blne Island Ave., erlitt einen Verlust von 2200. Lin gestörtes Festessen Der Ruchbar-Bande imBöhmen-Distrikt. John Vccerek, Thos. Konicek und Frank Kvapil gehören zu der den Hiumanstraßen- Pvlizeidistrikt unsicher machenden „Kuchbar- Bande". Es sind dies zumeist böhmische und polnische Burschen, die nicht arbeiten wollen und jede Gelegenheit zu Diebereien und Einbrüchen benutzen. Für den heiligen Abend hatte die Bande ein Bankett geplant und das Bier, die Cigarren, ja sogar eine große Anzahl Hühner, Enten und Gänse zu- saminengestohlen. Gerade waren sie in der Banketthalle, dem Erdgeschoß des Hauses von Frank Kvapil's Vater, Ecke der 16. und Laslin Str., damit beschäftigt, das gestohlene Federvieh abzurupsen und für die Brat- pfanne vorzubereiten, als der Detectiv Wayre und der in 684 W. 18. Straße wohnende Alb. Kubat den Keller betraten und Vecerek, Konicek und Kvapil unter den anwesenden Mitgliedern der Bande als diejenigen be- zeichneten, welche eine Stunde vorher aus seinem Hühnerstalle 7 Hühner und ebensoviel Enten gestohlen hätten. Einige der noch un- gerupsten Hühner identificirte Kubat als sein Eigenthum, und wurden die Drei, welche von Kubat's Sohn mit der Beute auf der Straße.gesehen worden waren, wegen Ein- bruchs verhaftet. Heute standen sie vor Rich- ter Eberhardt, Vecerek mit einer ange- schwollenen Nase und Konicek mit einem verbundenen Kopfe. Sie gaben zu, bei der Bankettpartie gewesen zu sein, doch wollten sie das Federvieh nicht gestohlen haben. Da sie sich aber über den Erwerb nicht ausweisen konnten, mußte die Anklage als begründet betrachtet werden. Dies einsehend, erhoben deren Vertheidiger gegen den Detectiv Wayre und den Polizisten Baginsky, welchen Beiden seitens ihrer Vorgesetzten das beste Leu- mundsattest ausgestellt wird, die Beschuldi- gung, Vecerek und Konicek in der Hinman- straßen-Station beim Durchsuchen der Ta- schen auf's Brutalste mißhandelt zu haben; ja als sich die Mißhandelten vor dem com- mandirenden Lieutenant Ptacek beschwerten, soll ihnen dieser in's Gesicht gelacht und sie mit ihrer Klage abgewiesen haben. An die-ser Beschuldigung ist selbstredend kein wahres Wort. Die Burschen haben die Verletzun- gen bei einer Schlägerei davongetragen und wollen jetzt die genannten Polizisten, die ihnen schon lange ein Dorn im Auge sind, in Schwulitäten bringen. Richter Eber- hardt wird den Fall am Freitag entscheiden und stellte bis dahin die 3 Burschen unter je 2800 Bürgschaft. Vccere's Vater hatte früher cm Groceriegeschäft und wurde durch den liederlichen Sohn, der ihn von hinten und vorn bestahl, zum Bankerott gebraht. Der Bursche war schon mehrere Male m Feehanville, wurde aber immer wieder auf's Versprechen der Besserung heimgesandt. Line geheime Lcmferenz. Gouverneur Altgeld stattete heute Vor- mittag dem Mayor Hopkins einen Besuch ab, einen freundschaftlichen Besuch, wie er den Berichterstattern erklärte. Jedenfalls wurden aber zwischen dem Gouverneur und dem Mayor auchAngelegenheiten besprochen, die nicht bloße Austausche von Freund-schastsbezeugungen waren, denn kurz nach der Ankunft des Gouverneurs wurde Poli- zeichef Brennan zum Mayor berufen, und die drei Herren blieben eine längere Zeit lang in geheimer Sitzung zusammen. Wahr- scheinlich besprachen die Herren die Ange- legenheiten der Polizeicommission, doch ge- langte von ihrer Unterredung nichts an die Außenwelt. A)er kauft die neuen Wasserbonds? Comptroller Ackerman kündigt an, daß Angebote für die neuen sechsprozentigen Wasserbonds zum Betrage von 2600,000 Ganzen oder getheilt, in seiner Office bis zum 5. Januar, 4 Uhr Nachmittags einzu- reichen sind. Die neuen Bonds oder Certificate werden in Summen von je 21000 bezw. 2600 aus- gestellt, und vom 5. Januar 1895 datirt sein. Die Zinsen darauf werden am 1. Juni und am 1. Dezember zahlbar sein. Der Comptroller behält sich das Recht vor, die eingehenden Angebote im Ganzen oder theilweise zurückzuweisen. Die Schantwirthschaft von G. Koch- man, 207 Süd Halstedstraße, war gestern Abend, kurz vor elf Uhr, der Schauplatz einer Schießerei mit blutigem Ausgange. Wm.Barry aus 236 Süd Halstedstraße gerieth daselbst mit einem unbekannten Manne in Streit und wurde von demselben mittels eines Revolvers am rechten Knie verwundet. Man brachte ibn nach dem County-Hospital, wo die Aerzte erklärten, daß seine Verletzung nicht gefährlich sei. Die nächste Legislatur. kvichtige Aufgaben für die am y. Januar zu» sammentretenden Staats-Gesetzgeber. Am nächsten Mittwoch über eine Wochetritt in Springfield die neue Staatslegis- latur zusammen, um sich zunächst zu organi- siren. nachdem in den Tagen vorher verschie-dene Caucus-Sitzungen stattgefunden haben werden. Auch der Staatssenat tritt an die-sem Tage zur Sitzung zu sammen. Diese, die 39. Sitzung der Jllinoiser Staatslegislatur, wird eine außergewöhnlich wichtige sein. Ganz besonders interessant werden die Verhandlungen dieser Sitzungs- periode für die Stadt Chicago sein, denn cs werden der Legislatur zahlreiche Gesetzes-vorschläge in Bezug auf unsere Stadt vor- liegen. Zunächst wird ein Gesetzentwurf für die Einführung eines allgemeinen Civildienst- Systems verhandelt werden, welches in allen größeren Städten cingesührt werden soll. Dieser Entwurf wird von der „National Civil Service League" eingebracht werden. Polizeicommissär Ela's Bill für eine Me- tropolitan-Polizei in allen Städten von über 10,000 Einwohnern, welche ein sehr lang- athmiges Schriftstück ist, dessen Inhalt un-seren Lesern aber nicht mehr unbekannt ist, wird die Staatsgesetzgeber ebenfalls bereits im ersten Theile der Sitzungsperiode be- schäftigen. Die Demokraten werden der Legislatur Wahrscheinlichkeit nach eine Bill ZurConsolidirung der Towns zu einer einzigen Organisation mit nur einem Assessor vor- legen. -ferner sind Gesetzesvorlagen für die Re- < gulirung des Preises des Schlafwagendien- stes, für Verhütung von Streiks und für Einführung von Schiedsgerichten Vorbern.et. Den Telephon- und elektrischen Licht-Ge- sellschaften wird durch andere Gesetzesvor- lagen energisch auf den Pelz gerückt werden, ebenso den Straßenbahn-Monopolen und der Stock Nards-Combination, den Brannt- wein-Monopolisten und den Brauern. Auch den Eisenbahngesellschasten wird etwas Auf- merksamkeit geschenkt werden. Schließlich wird eine Vorlage für die Schaffung einer Commission zur Unter-suchung der Corruption in C.hicago, ähnlich, der Lexow-Commission in New Port. einge- bracht werden. Lin gut beleumdeter Räuber. Der Clerk McJnerney von Richter Doo- ley's Polizeigericht, der Vailiff Morgan von Richter Eberhardt's Polizeigericht, der Ker- kermeister in der Maxwellstr.-Station, Ser- geant Webber, der demokratische Comite-mann der 8. Ward Dullard und verschie- dene andere mehr oder minder große Poli- tiker des Districts, erschienen heute vor Rich-ter Dooley, um dem des Naubanfalls aufI. Milan von 149 State Str. angeklagien Dennis Sheehan ein gutes Leumundsattest-, ouszustellen. Sheehan war bereits in schiedenen städtischen Departements und im Jahre 1894 gls Hilfsarbeiter beim Ex-Countyschatzmeister Kern angestellt, und macht durchaus nicht den Eindruck eineZßäu- bers. Andererseits aber sind die Aussagen des Milan und eines in dessen Nähe woh- nenden Knaben so unerschütterlich, daß es dem Richter trotz der guten Leumundsattesteschwer wird, an Sheehan's Unschuld zu glauben. Milan beschwor, daß Sheehan ihn am Abend des 25. an der Ecke der 12. Str. und Center Ave. anfiel, niederschluMund um Pll und ein Uhr beraubte. AllerWdings giebt er zur selben Zeit zu, daß er eiM wenig angetrunken gewesen wäre. RichtersDooley wird am 5. Januar in diesem Falle seine Entscheidung abgeben und stellte Shee- ! Han bis dahin unter 21000 Bürgschaft. Endlich doch abgefaßl. Vor etwa zwei Wochen wurde von Ein- brechern dem Laden des Schneiders Sam Rosenberg. 171 W. 12. Str., ein unerbe- tener Besuch abgestattet und hierbei Män- ner-Kleider und ein Frauenmantel im Ge- sammtwerthe von über 250 gestohlen. Seit j dieser Zeit waren die Detectives des Max- well Str.-Districts auf der Suche nach den Rittern der Nacht, welche den Einbruch ver-'l übt hatten. Doch erst vergangene Nacht ge- gen halb zwei Uhr gelang es den der genann-1 ten Station zugewiesenen DetectivesCooneyZ und Carlin in James Conrad eines dcrDEinbrecher habhaft zu werden, und zu erDMitteln, auf welche Weise über die Beut» verfügt worden wäre. Auf Grund der voW Conrad gemachten Mittheilungen wurWein Haussuchungsbefehl gegen ein aI.H „Fence" bekanntes Haus an Jefferion Strl herausgenommen, und bis zur VorlequnWresp. Jdentificirung der etwa aufgesundW nen Sachen durch Rosenberg, Conrad uniM 2800 Bürgschchaft gestellt. W Lhicago's Bauthätigkeit. » In der vergangenen Woche wurden irW städtischen Gebändeamt 103 Bauerlaubniß»scheine für Bauten zum Gesammt-KosteiWVoranschläge von 2376,600 erwirkt. Auf dW verschiedenen Stadttheile vertheilen sich dWgeplanten Neubauten wie folgt: JnnerhaWder alten Stadtgrenzen 43 mit H24-t(X)M Hyde Park 21 mit .P72.M0; Lake 15 nM 220,300 und Lake View mit P40.300. «« der Woche vorher waren die geplanten NeM bauten zu 2600,300 veranschlagt, in dersprechenden Woche der ,Q".ce» vorder M !5'200,300. MD Georg Cracker, welcher gestern gegen 3 Uhr an der Ecke der Maoison M La Qalle Str. den 3709 Prairie Ave. enden Frank Griffel anremnelke undser sich dies verbat, vösa-rig mir schenmefser bearbeite:-., wuroe nei, von Richter Foster unter LISOO BargsWW dem Criminalgericht überwiesen. " H Abonnirl auf das Avenaaiitt, Pr-iZ1 Cents per Nummer, 0 Cents ver'Woct Viehmarkt. Schweine sind heute fest und Preise unt<10 Cent höher. Schwere brachten 4 451,,u4.80, leichte 4.05(a4.55, durcheinander?4.20G4.70. grobe zum Pökeln 4.20014 g.. „Pigs" 2.65G4.25. Rindvieh und Schafe sind üe-.e um F,,10 Cents in die Hohe gegange Zufuhr 8,0.)0 Stück SO erm. Q 000l Rindvieh, 1000 Schafe.

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