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Abendblatt Newspaper Archives Dec 27 1894, Page 1

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Abendblatt (Newspaper) - December 27, 1894, Chicago, Illinois-Herausgegeben von der Illinois Chicago, Donnerstag, 27. Dezember 1894. Preis 1 Cent. 47. Jahrgang. No. 306. Hlnd Kurzgefaktes. Das Schneewetter dauert heute am Tage noch fort, heute Abend wird's kalt und klar und auch morgen bleibt es noch kalt und klar. Luftzug aus Nordwesten. Auch im Osten hat es heute heftig ge- schneit und gestürmt; die Bahnzüge sind vielfach um Stunden verspätet. Die Chinesen fliehen vor denJapanern in Hellen Schaaren. Die Stimmung auf der New Yorker Fondsbörse ist heute matt und die meisten Kurse sind um Prozent gewichen. Chicago Gas-Aktien fest und um Proz. gestiegen. Die Civic Federation hat jetzt ihre Nase in die Countyverwaltung gesteckt. Wenn sie wirklich eine feine Nase hat, wird sie schon etwas ausschnüffeln. Wird sie aber auch den Unrath beseitigen ? Dem Staatsanwalt Kern blieb es Vor- behalten, den Bürgern von Cook County zum ersten Male den Beweis zu liefern, daßaus einem öffentlichen Ankläger unter Um- ständen auch ein Angeklagter werden kann. Womit allerdings nicht gesagt werden soll, daß nicht auch schon einige Vorgänger Kern's zu einem derartigenSchauspiel Veranlassung gaben. Am Samstag wollen sich die Großge-schworenen mit Ald. Powers beschäftigen. Ald. Powers wünscht eine Untersuchung. Die Untersuchung würde aber auch dann stattfinden, wenn er sie nicht wünschte. Mayor Hopkins ist von seiner Reise nach dem Osten zurückgekehrt. Er erklärte, daß er kein Candidat für eine Wiederwahlsei, schon deshalb nicht, da sein Halsleiden ihm die größte Schonung auferlege. Am nächsten Samstag haben die Vlau- , röcke „Schulprüfung". Wie werden sie die anderen Schüler beneiden, welche frei haben. Telelzrnp!nsckie Depescüeli. Lin großer Streik in Licht. Sechstausend in den Schuhfabriken beschäf- tigte Personen verlangen höheren Lohn, oder erklären heute Nach- mittag einen allgemeinen Streik. Haverhill, Mass., 27. Dez. Angesichts der Thalsache, daß 90 v. H. der hiesigen Schuhmacher weniger als 87die Woche verdienen, hat der internationale Arbeiterverein an dieFabrikanten das Ver- langen gestellt, die vor derPanik im Jahre 1892 bezahlten Preise wieder herzustcllen, ! da die Schuhwaaren-Jndustrie gegenwär- tig ihren Höhepunkt erreicht hat. Die Leistenarbeiter mußten streiken, aber cs > kam zu einer Verständigung, und es kam zum Bruch, als W. W. Svaulding, einer U der größten Fabrikanten der Stadt, einem W Theile seiner Arbeiter kündigte, weil sie M einer Arbeiterversammlung beigewohnt ff batten. Die Streiter und die entlassenen ' Arbeiter versammelten sich gestern Abend,und marschirten nach dem Schuhfabrik-Bezirk, wo sich die Arbeiterinnen in Spautdings Fabrik dem Zuge auschlossen, um besseren Lohn zu erzielen. Die Streiter sagen, daß sie sich jetzt bessere Löbne zu er- kämpfen beabsichtigen, und sämmtliche Schuhfabriken werden deshalb dadurch in Mitleidenschaft gezogen werden. Während eine Feuersbrunst wüthete, weiche einen Schaden von 850,000 an- richtete, wurde der vierte Zug heute ge- bildet und marschirte zur Brandstätte; es befanden sich in demselben 400 Personen, aber che die Halle erreicht würde, hatten sich viele Tausende dem Zuge angeschlossen. Dort wurden von den Arbeiterführern auf- >ff reizende Reden gehalten, und armenische, polnische, jüdische und französische Anar- ff chisten forderten die Leute auf, sich den Streitern anzuschließen. An der Spitze des v Zuges befand sich eine Musikkapelle, wäh- ' xend von den Mitgliedern Feuecwerks- kHrper abgebrannt wurden. 'Tin allgemeiner Streik wird erst heuteNachmittag angeorduet werden, und die Fabrikanten haben bis Mittag Zeit, die alten Löhne wieder herzustcllen. Dieser Streik betrifft etwa 6000 Männer und Frauen, die entschlossen sind, sich aus keinen Vergleich cinzulassen. Die Männer sagen, daß ein jetzt in den größeren Fabriken be- stehendes Contraktsystem, um die fremden Elemente nicht aufkommen zu lassen, be- seitigt werden muß, weil dasselbe sonst in allen Fabriken des Landes eiugeführt wer- den wird. Die Arbeiter beobachteten diestrengste Ordnung und es fanden durchaus keine Ausschreitungen irgend welcher Art statt. Goff's Thätiqkeit zu Lude. Er wird morgen sein Amt, als Anwalt des Lerow'schen Ausschusses niederlegen. New York, 27. Dez. „Es ist meine Absicht, meine Verbindung als Anwalt des Lcxow'schen Ausschussesam Freitag zu lösen". Dies ist die erste amtliche Erklärung des Herrn Goss, welcheer über die Thätigkeit des Ausschusses und seiner Verbindung mit demselben, vor des-sen Vertagung gemacht hat. Er machte die Aeußerung gestern Abend, und wird un- zweifelhaft seinen Entschluß ausführen,wenn nicht unvorhergesehene Umstände eintreten. Endlich doch abgefaßt. Ein angeblicher Mörder nach viermonatiichem Suchen in seiner eigenen kvohnunq entdeckt. Sy camore, Jll., 27. Dez. Gestern Abend wurde William Kerwin, der Sohn von John Kerwin iu Courtland, Jll., unter der Anklage verhaftet, Barnard Shoo aus Courtland ermordet zu haben. Kerwin hatte sich vier Monate lang ver- steckt gehalten, und der Sheriff fand ihn » schließlich in seiner eigenen Wohnung in R Courtland. Schneewetter. Der ganze Osten unter einer schwe- ren Schneedecke. Lärnmtliche Bahnzüge verspätet. Der Schnee hat bereits eine Höhe von zwölf bis zwanzig Zoll erreicht. Pitts bürg, 27. Dez. Der Schneesturm, welcher gestern Abend begann, ist einer der schlimmsten, der hier seit mehreren Jahren stattgefunden hat. Bis zehn Uhr heute Morgen waren zwölf Zoll Schnee gefallen, und es schneit immer noch. Auf allen Bahnen haben sich die Züge ver-spätet und es ist zweifelhaft, ob es den öst- lichen Zügen gelingen wird, über das Ge- birge zu kommen. Der Straßenbahnverkehr ist ernstlich beeinträchtigt, und in einzelnen Stadtiheilen liegen die Telegraphen- und Telephondrähte am Boden. Es herrscht nur wenig Wind, wodurch der Schaden, welcher sonst den Drähten zugefügt werden würde, verringert wird. Der Fluß ist frei von Eis und die Schiffer erwarten Thauwetter, wo- durch die Schifffahrt gesichert und die Ver- schiffung von Kohlen nach südlichen Häfen ermöglicht würde. Das Schneewetter er- streckt sich über die ganze Gegend und ist be- sonders im Allegheny-Gebirge äußerst heftig, wo starke Schneewehen stattfinden. Troy, N. Y., 27. Dez. Der Schnee, welcher stark zusammenge- weht ist, hat die Verspätung sämmtlicher Bahnzüge zur Folge. Dubois, Pa., 27. Dez. Das Schneewetter, welches sich in hiesiger Gegend gestern Abend einstellte, dauert ohne Unterbrechung fort. Heute Morgen schneit es immer noch und der Erdboden ist bereits mit zwanzig Zoll Schnee bedeckt. Der Verkehr auf der Allegheny Valley- Bahn ist zum Stillstand gebracht, da der Schnee in den Durchstichen im Gebirge der- artig zusammengeweht ist, daß die Züge nicht durchkommen können. Der Verkehr auf den Landstraßen ist zur Unmöglichkeit geworden und die Telegraph- und Telephon- drähte liegen am Boden. C a n a n d a i g u a, N. P., 27. Dez. Seit den letzten zehn Stunden schneit es hier; der Schnee ist zwei Fuß tief und hat stark getrieben. Der Verkehr auf der Central Hudson- und der Northern Central-Bahn ist unterbrochen und wird kaum innerhalb der nächsten vierundzwanzig Stunden wieder hergestellt werden können. Saratoga, N. P., 27. Dez. Das ganze Adirondack-Gebiet wird von einem Schneesturme heimgesucht. Seit Mitternacht ist zwölf Zoll Schnee gefallen, und heftiger Nordwind verursacht große Schneewehen. Die Züge vom Osten sindvon vier bis sieben Stunden verspätet und ein Gleiches ist mit den westlichen Zügen der Fall. Bis jetzt sind noch keine Berichte von Unglücksfällen eingelaufen. Laut den Be- richten vom Wetteramt wird das Schnee- wetter bis heute Abend anhalten und darauf kälteres Wetter eintreten. Wichtig für Aansas und Nebraska. Die Bewässerungsfrage in jenen Staaten scheint eine günstige Erledigung ge- sunden zu haben. Denver, Col., 24. Dez. Versuche, welche in den letzten vierzehn Tagen in Goodland und an anderen Plätzen in Kansas angestellt worden sind, haben für die Möglichkeit der Bewässerung äußerst wichtige Resultate ergeben. Es unterliegt jetzt keinem Zweifel mehr, daß das unter der Erdoberfläche enthaltene Wasser in einem großen Theile des westlichen Kansas und Nebraska, und dem Theile des östlichen Colorado, in welchem keine Graben gezogen werden können, hinreicht, um ein gewaltiges Gebiet zu bewässern, und daß die Benutzung von Windmühlenpumpen nicht allein billig ist, sondern auch stets befriedigende Resul- tate zur Folge hat. Versuche haben bewiesen, daß mit einem Kostenaufwand von 350 Dollars ein Pump- apparat errichtet werden kann, um für zehn bis zwanzig Acker gnügend Wasser zu be- schaffen. Wasser wird in einer Tiefe von 160 bis 200 Fuß in hinreichender Menge gefunden, und dasselbe wird bei stetigem Pumpen nicht erschöpft. Die Dürre im letzten Sommer hat in vielen Theilen von Nebraska großes Unheil angerichtet, und die Entdeckung, daß Wasser mit Leichtigkeit zu erlangen ist, hat allenthalben gewaltigen Jubel erregt. Es ist wahrscheinlich, daß sich das Kapi- tal durch Anlage von Brunnen und Pum- pen an diesem neuen Industriezweige be- theitigen und dafür einen jährlichen Pacht- zins fordern wird. Alle Diejenigen, welche die Versuche mit Aufmerksamkeit verfolgt haben, hegen die besten Erwartungen von denselben. Der Winter zieht ein. Das ganze mittlere lowa unter einer Schneedecke. DesM o i n es, 27. Dez. Gestern gegen Abend stellte sich im ganzen mittleren lowa Schneewettcr ein; über Nacht wurde der Schneefall stärker und der- selbe hält jetzt noch an. Ein beträchtlicher Temperaturwechsel hat nicht statlgesunden, und es weht ein leichter Wind. Bombenattentat. In der Nähe des Haiastes Hiombino explo- dirt eine Bombe. R o m, 27. Dez. Gestern Abend kurz nach elf Uhr wurde in der unmittelbaren Nähe des Palastes Piombiuo eine Bombe zur Explosion ge- bracht. Das amerikanische Botschaftsge- bäude wurde nicht beschädigt. Die Lage in Honolulu. Die Aussichten aus die Herstellung der Monarchie. Der jetzige Präsident Dole ein alter Geizkragen. In Honolulu herrscht allgemeine Unzufrie- denheit. San Francisco, 27. Dez. Von Victoria, B. C., kommt folgende Mittheilung: In einer Unterredung mit einer in Honolulu unterrichteten Persönlich- keit erklärte dieselbe, daß der Geiz des Präsi- denten Dole und dessen Cabinets eine der Hauptursachen der in Honolulu herrschenden Unzufriedenheit sei. Dole giebt, obgleich er 810,000 erhält, nicht mehr als 81000 aus, während unter der Monarchie die Königin und ihre Freunde viel mehr Geld unter die Leute brachten. „Es hat eine unrichtige Darstellung der Stellung Liliuokalani's Denen gegenüber stattgefunden, welche die Revolution in's Le- ben riefen. Sie hat die Köpfe derselben nicht verlangt. Der amerikanische Gesandte Willis, welcher der provisorischen Regierung freundlich gesinnt war, besuchte die Königin, und als sich die Unterredung zur Amnestie der Rebellen wandte, im Falle sie, die Kö- nigin, wieder eingesetzt werden würde, sagte sie, daß sie Zeit haben müsse, um sich mit ihren Rathgebern zu berathen, und daß diese und das Gesetz darüber zu bestimmen hätten. Dies wurde so gedeutet, als ob sie das Leben derselben gefordert hätte." „Darauf begab sich Willis zu Dole undverlangte, daß die Regierung der Königin übertragen werde. Einige von den Män- nern, welche jetzt in Amt und Würden sind, standen im Dienste derKönigin, und werden, in Anbetracht des ihnen in Aussicht stehenden Geldes, zu ihr übergehen; Andere, welche durch einen Regierungswechsel nichts gewin- nen können, werden zur jetzigen Regierung halten. Die Mehrheit der Eingeborenen steht auf Seite der Königin, und ist eifer-süchtig auf fremde Einmischung." „Gegen die Angliederung an die Ver. Staaten herrscht starke Abneigung, und die- selbe wird selbst nicht von allen Mitgliedern des amerikanischen Vereins befürwortet." „Geld ist knapp, da die Zuckerindustrie durch die McKinley Bill beinahe ver- nichtet ist, und die Wilson Bill nur dem Zuckersyndikate zum Nachtheile der hawai- ischen Zuckerpflanzer zu Gute kommt, denen mit einer Angliederung nichts genützt würde, da ihnen dadurch die billige Kuliarbeit ge- nommen würde." In diesem Falle war sie der Lchießbold. Lin Galesburger Geschäftsmann von seiner Frau angeschossen. Gal es bürg, Jll., 27. Dez. Der frühere Alderman Charles F. John-son, ein junger angesehener Geschäfts- mann, und bis vor Kurzem noch ein Mit- glied der Firma Olaf Hawnisou L Co., liegt mit einer gefährlichen Schußwunde in der rechten Lunge, welche ihm von seiner Frau, Jda E. Jobnsou beigebracht wurde, schwer krank darnieder. Die Schießerei fand gestern Nachmittag in dem Geschüsts- lokale des Advokaten John Malley statt, und war das Resultat eines neun Monate währenden häuslichen Unfriedens. Das Paar heirathete sich im Juni 1893, nach- dem Frau Johnson von ihrem ersten Gat- len eine Scheidung erlangt hatte; im letz- ten November verließ sie ihren jetzigen Gal- len unter der Angabe, daß er ein roher Pa- tron und ein Trunkenbold sei, und leitete eineScheidungsklage gegen ihn ein. Gestern Nachmittag trafen sich Beide in dem Bu- reau des obengenannten Advokaten, und halten in einem Privatzimmer eine Unter- redung mit einander; bei dieser muß es wohl zu unliebsamen Auseinandersetzun- gen gekommen sein, denn plötzlich krachten zwei Schüsse, und als Malley in das Zim- mer eilte, fand er Johnson binter der Thür in einer Ecke liegend, schreiend und die Arme gegen seine Frau erhebend, welche den rauchenden Revolver noch in der Hand hielt. Johnson's Wunde wird von den Aerzten für bedenklich erklärt. Senator Lullom auf der Reise. Lr ist heute nach Illinois abgereist, um seine Wiederwahl in den Senat zu betreiben. Washington, 27. Dez. Der Senator Cullom reist heute nach Illi- nois ab. Er macht kein Geheimniß daraus,daß er die Reise zu dem Zwecke macht, sichwo möglich die Wiederwahl in den Senat zu sichern. Er beabsichtigt wenigstens so lange dort zu bleiben, bis die republikanischen Mit- glieder ihre Parteiberathung über die Se- natswahl abgehalten haben. Die Gesetz-gebung tritt am 9. Januar zusammen, und Senator Cullom erwartet, daß bald daraufdie Parteiberathung stattfinden wird. Er hofft ziemlich zuversichtlich, daß es ihm ge-lingen wird, die zu seiner Wiederwahl nöthi-gen republikanischen Stimmen zu erhalten. Guter Markt für amerikanisches k»olz. Konsul Kirk in Kopenhagen empfiehlt Däne- mark als gute Absatzquelle. Washington, 27. Dez. In einem Berichte an das Staatsdepar- tement lenkt der amerikanische KonsulKirk in Kopenhagen die Aufmerksamkeit auf die günstige Gelegenheit zur Entwicke- lung des amerikanischen Holzhandels durchdie Eröffnung des Freihafens in Kopen- hagen. Das Holz kann zollfrei bis zumVerbrauche in Dänemark gelagert werden und die amerikanische Weißeiche ist dort sehr beliebt; auch für Pappel, Walnußund barziges Fichtenholz findet sich dort ein guter Absatz. Alles nach Dänemark aus- geführte Holz sollte gut getrocknet sein. Vom Kriegsschauplätze. Hu-Tshang von den chinesischen Truppen geräumt. Die Chinesen aus dein Rückzuge nach Denshodai. Line chinesische Truppenabtheilung rückt gegen Hlsilco vor. Pokohama, 27. Dez. General Katsura berichtet aus Hai- Tshang am Montag, daß die chinesische Armee unter General Sung, nach ihrer Niederlage bei Kogasai, zurück nach Hu- Tshang geflüchtet sei, und sich von dort mit den dort stationirten chinesischen Truppen nach Denshodai zurückgezogen habe. Hu- Tshang ist von den chinesischen Truppen vollständig geräumt worden. Kundschaf- ter, welche in der Richtung von Pochi aus- gesandt waren, berichten, daß etwa 8000 Chinesen dem Seeufer entlang gegen Chilco Vorrücken. Gestörte Brandstifter. Sie hatten augenscheinlich die Absicht, die Stadt an mehreren Stellen in Brand zu stecken. Hicksville, Ohio, 27. Dez. Gestern hatten Brandstifter hier alle Vorbereitungen getroffen, um einige tüch- tige Feuersbrünste in's Werk zu setzen, und es fehlte nur noch das brennende Zünd- hölzchen, um das au mehreren Plätzen regelrecht zusammengehäufte Material in Brand zu stecken, als die Brandstifter bei ihrer Arbeit gestört wurden. In einem Platze, in der sogenannten Rorv", einer Reihe von baufälligen Ladengeschäf- ten, waren die Kerle eingebrochen und hat- ten in einem lichteren Zimmer eine Mengeleicht brennbarer Stoffe aufgehäufl, als William Sunday durch das von den Brand- stiftern gemachte Geräusch aufmerksam ge- macht wurde und die Bände verjagte. Sie hatten sogar bereits die Zündhölzchen bei der Hand, denn mehre davon wurden auf dem Fußboden gefunden, und es ist nur dem reinsten Zufall zu verdanken, daß dr Stadt vor einem schweren Brandunglüe bewahrt wurde. Lin zurückgekehrter Bankschwindler. Oie Hauptzeugen gegen ihn sind todt und er kann jetzt lachen. Jamestown, N. P., 27. Dez. Dwight Miner, von Miners Bank in Dunkirk in diesem County, welcher im Jahre 1885 die Bank um 8150,000 betrog, ist zurückgekehrt und hat sich den Behörden gestellt. Er wurde unter 83000 Bürg- schaft gestellt. Die Bank hat aus seinem Eigenthum 885,000 gelöst, und da die meisten Hauplzeugen gegen ihn gestorben sind, so wird er wohl straffrei davonkom- men. Das Wetter bei Sand? Hook. Die direkte telegraphische Verbindung zwi- schen der Stadt und Sandy Hook unterbrochen. New Port, 27. Dez. Die direkte telegraphische Verbindung zwischen der Stadt und Sandy Hook ist durch das Unwetter unterbrochen, und alle Depeschen gehen über Long Brauch. Bei Sandy Hook weht das Regenwetter ein ziem- lich heftiger Ost-Nordostwind. Der einzigeDampfer, welcher bis 11 Uhr Morgens dort von See hereinkam, war der Dampfer Algonquin von der Clyde Linie, von Jack- sonville und Charleston. Der Dampfer Ber- lin nach Southampton, passirte Sandy Hook heute Morgen um 8 Uhr 20 Min. Indianergreuel. Haqui-Indianer überfallen eine 'Lärm und metzeln den Farmer und dessen ganze Familie nieder. Guaymas, Mex., 27. Dez. Im Tbale des Paqui-Flusses, im west- lichen Theile des Staates, ist wiederum von räuberischen Paqui-Jndianern ein scheußliches Verbrechen begangen worden. Sie erschienen auf der Farm des Julio Cardenas und ermordeten ihn und seine Lanze, aus seiner Frau und zwei Kindern bestehende Familie. Eine Abtheilung Re- gierungstruppen hat sich zur Verfolgung der Indianer ausgemacht, und es wird be- richtet, daß sie dieselben einholten und daß bei dem darauf stattgefundenen Gefechte mehrere Indianer gelödlet wurden. Lin Bahnhof ausgeraubt. Die Räuber gehen bei ihrer Arbeit auf das gründlichste zu Werke. Oelwein, La., 27. Dez. Gestern Nacht wurde das Bahnhofsge- bäude in Manly Junclion, einer kleinen Station an der Chicago Great Western Bahn ausgeraubt. Die Räuber erbrachen die Thüren, und räumten Alles aus. was nicht niet- und nagelfest war, einschließlich einer Menge von Frachtgut und Expreß- sachen. Die Behörden glauben im Stande zu sein, die Räuber zu entdecken. Lord Randolph Churchill. Derselbe fühlt sich heute morgen etwas kräf- tiger. London, 27. Dez. Lord Randolph Churchill hatte eine ruhige Nacht; heute morgen hat sich die Schlafsucht einigermaßen vermindert, und er fühlt sich etwas kräftiger. Ira», 11. -j- Der Lx-Aönig von Neapel Segnet in Tyrol das Zeitliche. Wien, 27. Dez. Franz 11., Ex-König von Neapel (gcb. 16. Januar 1836) ist heute in Arco in Oesterreichisch-Tyrol gestorben. Lugenie's Diamanten. Ein erfolgreicher Goldminenbesitzer bat die- selben jetzt seiner Frau zu Weihnachten geschenkt. SanFrancisco, 27. Dez. Die einst von der Kaiserin Eugenie ge- tragenen Diamanten sind jetzt das Eigen- lhum der Frau W. A. Nevilles von hier. Bei dem Verkaufe von persönlichem Eigen- thum der früheren Kaiserin, vor einigen Jahren, wurden die Diamanten von den Rothschilds für die verstorbene Frau Kate Johnson aus San Francisco angekauft. Nach dem Tode der letzteren wurde ihr Nachlaß meistbietend versteigert, und Ne- villes, welcher an Goldgruben betheiligt ist und kürzlich einen reichen Fund machte, hat nun die berühmten Diamanten als Weihnachtsgeschenk für seine Frau er- standen. Städtisches. Das Wetter. Optiker Kleine, 76 Washington Str., berichtetfür Chicago die folgenden Baro- meter- und Thermometerstände: Um 8 Uhr Morg. 18 Gr., um 9 Uhr 18 Gr., um 10 Uhr 16 Gr., um 11 Uhr 16 Gr., um 12 Uhr 17 Gr. Barometerstand um 8 Uhr Morg. 29.70, 12 Uhr 29.70. Schnee Oer Winter tritt in seine Rechte. Bis vor kurzer Zeit ist der Winter in sehr milder Form aufgetreten, doch zeigt er sichjetzt in seiner ganzen Strenge. Heute Vor- mittag wurde Chicago von einem regelrechten Blizzard heimgesucht und der Schnee fiel so dicht, daß die Straßen bald vollständig und bis zu einer gewissen Höhe mit demselben bedeckt waren. Da der Wind aus dem Nor- den kommt, trat auch zugleich eine ziemliche Kälte ein, die im Zunehmen begriffen ist. Die städtischen Behörden und die Straßen- bahnen trafen Vorbereitungen, um denFeindin erfolgreicher Weise zu bekämpfen. Trotz- dem kann man sich auf zahlreiche Verkehrs- stockungen, namentlich auch auf den Eisen- bahnen, gefaßt machen. Bis zur Mittags- zeit waren noch keine Verkehrsstockungen ein- getreten, trotzdem der Schnee noch immer in dichten Massen fiel. Lin gewichtiger Grund. Mayor Hopkins will nicht wieder candidiren. Wie unsere Leser sich erinnern werden, hat Mayor Hopkins vor etwa drei Wochen bereits erklärt, daß er nicht daran denke, im nächsten Frühjahr wieder für das Amt des Mayors zu candidiren. Diese Erklärung hat Herr Hopkins ge- stern gleich nach seiner Rückkehr von Phila- delphia, wo er Spezialärzte wegen seines Halsleidens consultirt hatte, wiederholt, und zwar erklärt er, daß sein Entschluß jetzt unwiderruflich und positiv sei. Der Mayor erklärt, daß Dr. I. Howard Reeves, der hervorragende Philadelphia'er Hals- Spezialist, ihm erklärt habe, daß er sich eine absolute Ruhe gönnen muß, wenn er von seinem Leiden wieder hergestellt zu wer- den wünscht. Herr Hopkins beabsichtigt, gleich nach Ab- lauf seines Amtstermins zunächst eine Oceanreise zu unternehmen, und sich dann noch für eine Zeitlang von alten Geschäften zurückzuziehen, in der Hoffnung, wieder vollständig zu gensen. Entsprungen. Heute früh um sechs Uhr entkam ein Ein- brecher aus dem County-Hospital, wo er in Folge innerer Verletzungen seit einer Woche krank darnieder lag. Bis heute früh um fünf Uhr befand er sich unter der Obhut des Polizisten Voß von der Desplainesstraßen- Station. Um diese Stunde wurde derselbe von dem Blaurock Dillon abgelöst. Letzterer war kaum eine Stunde auf seinem Postengewesen, als er einschlummerte und so dem nunmehr fast vollständig genesenen Einbre- cher die beste Gelegenheit gab, zu entfliehen. Dies geschah denn auch und sucht man bis jetzt vergebens nach dem Strolch. Derselbe wurde am letzten Donnerstag von dem Ex- Polizisten Cartwright und dem Blaurock Sheridan dabei abgefaßt, als er aus dem Hause No. 13 Meridianstraße, in das er kurz vorher eingebrochen war, zu entfliehen versuchte. Mit Cartwright gerieth er auf dem Dache des Hauses in ein Handgemenge und fiel mit ihm auf die Erde herunter, un- gefähr 15 Fuß, wobei er innere Verletzungen erlitt. , Einbruch in Desplaines. Heute morgen um zwei Uhr drangen zwei Einbrecher in die Wohnung von W. H. Mc- Dongall in Desplaines. Frau McDongall erwachte durch ein Geräusch, doch in demsel- ben Augenblick fühlte sie sich ergriffen und mit roher Gewalt auf den Fußboden ge- schleudert und festgehalten. Ihr Mann, durch den Lärm ebenfalls aus dem Schlaf geschreckt, eilte herbei, doch die Einbrecher waren bereits verschwunden, als er auf dein Kampfplatze erschien. Es ergab sich, daß Frau McDongall einige, doch glücklicher- weise ungefährliche Verletzungen davonge- kragen hatte. Die Nachbarschaft wurde alar-mirt, und mehrere Bürger begaben sich auf die Verfolgung der Schurken. Diese Be- mühung erwies sich als erfolglos, denn der fallende Schnee verdeckte bald die Fußspuren, nachdem man dieselben eine kurze Strecke weit verfolgt hatte. Nächtlicher Ueberfall. John Edwards und Thomas Burns dem Lriminalgcricht überwiesen. Zwei Straßenränder überfielen heute Morgen gegen ein Uhr die beiden Männer Axel Nelson und John Simonson, No. 167 Palmer Str. wohnhaft. Die beiden Leute wurden niedergeschlagen und während der eine der Räuber die Angefallenen mit seinem Revolver deckte, versuchte der Andere, die Taschen derselben auszuleeren. In diesem Augenblick erschienen die Polizisten Pang- horn und Frank Smith auf dem Schau- platz des Ueberfalls und nahmen die Räu- ber, welche die Flucht ergriffen, nach einer kurzen Jagd in Haft. Mehrere Schüsse wurden während der Verfolgung abgefeuert. Auf der Polizeistation an der Ost Chicago Ave. gaben die Verhafteten ihre Namen als John Edwards und Thomas Burns an. Sie ließen heute Morgen ihren Prozeß vor Richter Hamburgher verlegen, welcher die Verhandlung sofort begann. Die beiden Ueberfallenen sind ohne erhebliche Verletz- ungen davongekommen. Die Angeklagten figuriren schon lange im Verbrecheralbum der Ost Chicago Ave.-Station und Inspek- tor Schaack legte die Conterfeis als Beweis- material vor. Panghorn bezeugte, daß Ed- wards bei seiner Verhaftung den Revolver in einen Schneehaufen warf, wo er nicht gefunden werden konnte. Richter Hamburgher überwies die Ange- klagten unter je 8300 Bürgschaft an's Cri- minalgericht und verhängte 830 Strafe über Edwards wegen Tragens verborgener Waf- fen. Aus dem Criminalgericht. Nicbt schuldig. Olaf Olson und Claron Olson, welche unter dem Namen Olson L Co. in DeKalb, Jlls., ein Geschäft betrieben, und vor Richter Dooley unter der Anklage prozessirt wurden, von der hiesigen Firma C. H. Knight <L Co., 174 S. Clinton Str., durch falsche Angaben über ihren Credit Maaren im Be- trage von 8600 erlangt zu haben, wurden heute morgen freigesprochen. Der Richter erklärte, daß das von den Klägern vorge- brachte Beweismaterial mangelhaft sei. Vernrtheilungen. William Walsh, welcher als Agent der „American Wringer Co." diese Gesellschaft um 813 betrogen hatte, kam vor Richter Chetlain mit drei Monaten Countyqefäng- niß davon. Frank Williams, ein hagerer Mann mit schwarzem Vollbart, bekannte sich vor dem- selben Richter der Fälschung schuldig und erhielt ein Jahr Zuchthaus zudiktirt. Aufgeschobeii. Die Verhandlung des von Richter Goggin gegen Capt. Kane von der Desplaines Str.- Station erlassenen Vorführungs- Befehls wurde auf morgen verschoben. Kane hat 894 dem Ehepaar Sprune gehöriges Geld in seinem Besitz. Das Geld wurde dem Ehe- paar abgenommen, als dasselbe zur Zeit der Weltausstellung wegen eines angeblichen Taschendiebstahls verhaftet wurde. Lin brutaler Gnkel. August Damlos um L 75 gestraft. August Damlos, an der Schiller und Mar- ket Str. wohnhaft, stand heute Morgen vor Richter Kersten unter der Anklage, seine Nichte Minnie Damlos unaufhörlich ver- folgt und mißhandelt zu haben und am 24. und 25. December, den beiden Weihnachts- tagen, in der Wohnung von Carl Henrick, No. 34 Goethe Str., Friedensbruch verübt i zu haben. Minnie Damlos, ein junges Mädchen, er- zählte, daß sie vor zwei Jahren aus Deutsch- land herüberkam Zu ihrem Onkel, den Ange- klagten. Der Onkel zwang sie, mit ihm zu leben und sie hatte ein Kind mit ihm, welches im Alter von ein Jahr und zehn Tagen starb. Die Mißhandlungen nahmen derart zu, daß Minnie flüchtete und bei Carl Hen- rick Unterkunft fand. An den Weihnachts- tagen drang Damlos in Henriüs Wohnung ein und vollführte einen schrecklichen Spek- takel, er nannte das Haus ein verrufenes. Henrick betreibt an der Madison Str. ein Restaurant und erwirkte den Verhaftsbefehl. Damlos wurde von Richter Kersten mit 875 bestraft und unter eine Friedens-Bürgschaft von 8300 gestellt. Der Richter erklärte der Minnie Damlos, daß sie den Angeklagten jetzt noch wegen Vergewaltigung verfolgen könne. Lin Polizist durch einen Banditen verwundet. Als der Polizist Peter I. Lindmark heute Morgen gegen 3 Uhr an dem Haus 96 Cly- bourn Ave. vorbeiging, sah er zwei Männer in der Halle des Hauses stehen. Er befahl ihnen, das Haus zu verlassen. Die beiden verdächtigen Kerle gingen nach der Mohawk Str. und verschwanden in dem Hause No. 12 Mohawk Str. Auch dort holte der Polizist die Eindringlings heraus und als er seinen Knüppel zog, um die Verhaftung vorzunsh- men, feuerte einer der beiden einen Revolver- schuß auf den Polizisten ab, welchem die Kugel in den fleischigen Theil der linken Hüfte drang. Lindmark wurde von dem Ambulanzwagen nach dem Alexianer-Hospi- tal gebracht, wo der Arzt eine ungefährlicheFleischwunde feststellte. Von den Mordge- sellen ist noch keine Spur gefunden. War allzu stürmisch. Unter 8300 Bürgschaft überwies heute Richter Dooley den ihm unter der Anklage des Nothzuchtversuchs vorgeführtenJtaliener Antonio Segala dem Criminalgericht. Se- gala, der mit seiner Frau in No. 149Ewing- straße wohnt, traf am 8. ds.Mt.s seine hüb- sche Landsmännin, die etwas flatterhafte Lena Blasi, die in derselben Straße wohnt, und lud sie ein, ihm, um seiner Gemahlin etwas vorzulesen, in sein Haus zu folgen. Kaum war sie dort, als er über sie herfiel und ihr Gewalt anzuthun versuchte. Sie riß sich von ihm cos und erzählte einem ihrbegegnenden Polizisten die Schandthat. Dieser nahm Segala in Obhut, und nach verschiedenen Verschiebungen gelangte der Fall in der oben erwähnten Weise zur Er- ledigung. , Aus dem Zuchthaus entlassen, Uebernimmt William Nlortell wie» der den Befehl über seine Bande Und wird prompt eingelocht. William Mortell, der Hauptmann der „Henry Str.-Bande", der Mörder des Po- lizisten Frey, wurde am Samstag nach ein-jähriger Strafhaft aus dem Jolieter Zucht- hause entlassen und stand heute bereits wie- der vor Richter Eberhardt unter der Anklage des versuchten Raubanfalls. Von dem Augenblick seiner Rückkehr an übernahm Mortell sofort wieder den Oberbefehl über seine Garde und daß er sein Handwerk nicht verlernte, davon zeugen die erfolgreichen Raubanfälle, welche seitSamstagabend aus derWestseite verübt wurden und von welchen wir gestern eine Auslese unseren Lesern mit- theilten Selbstredend hilt sich Mortell, wie ein richtiger Feldherr, im Hintertreffen. Er sandte seine Mannen, James Gallagher, Michael Griffin, „Die." Shannon, Dennis Sheehan, Frank Jgs, die Henneberry's u. s. w. aus und diese führten die Aufträge prompt aus. Da aber die Maxwellstr.- Polizei von Mortell's Rückkehr Mittheilung erhalten hatte, so wußte sie sofort, wem die Räubereien, welche am Samstag, Sonntag, Montag und Dienstag auf der Westseite verübt wurden, aufs Kerbholz zu schreiben waren. Die Detectives versahen sich, da sie es mit einem desperaten Kerl zu thun haben, mit nöthigem Schießbedarf und begaben sich gestern Abend mit schießbereit gehalte- nen Revolvern auf die Jagd nach Mortell. Sie patrouillirten die Henry-, Barber- und Canalstr. entlang und stießen da zuerst auf den Kutscher Jos. Meke von No. 583 S. Jefferson Str., welcher, über und über blutend, ihnen mittheilte, daß er von einer Abendunterhaltung an Canal Str. heim- kehrend, an der Henry Str. von mehreren Kerlen angehalten, aufs Brutalste mißhan- delt und um Geld und Uhr beraubt worden war. Die von ihm gegebene Beschreibung paßte genau aus Mortell und seinen Anhang und wurde nun die ganze Gegend nach diesen abgesucht. Bei dieser Arbeit begegnete den Detektives Harding und Shaugnessy noch ein zweites blutig gehauenes Opfer der Bande, John Razuisky, welcher in 14 Spring Str. wohnt und dieselbe Abendun- terhaltung mitmachte wie Meke, nur etwas früher wie dieser die Halle verlassen hatte. Endlich stießen die genannten Detektivs auf William Mortell und sofort mit geladenem Revolver auf ihn lossteuernd, machten sie ihn dingfest und brachten ihn im Triumphe nach der Maxwell Str.-Station. Heute wurde er dem Richter Eberhardt vorgeführt und bis zum 31. unter PBOO Bürgschaft ge- stellt. Wir berichteten gestern, daß es Detektivs der Maxwell Str.-Station gelungen war, die Kerle, welche am Dienstag Abend den < John Dwyer von 122 Swing Str. an der 1 Ecke der Polk und May Str. um seine Dia- mantnadel, Uhr und Geld beraubten, fest- zunehmen und dieselben, bis zum 3. Januar unter je 83000 Bürgschaft gestellt worden wären. Unter diesen Dreien befand sich auch Michael Grisfin. Heute erhob der in 724 W. 14. Str. wohnende Peter McCane gegen Grisfin die Beschuldigung, ihn am 22. Dezember, Abends 12 Uhr, an. der Ecke der Morgan Str. angefallen, mißhandelt und um 825 Geld und seinen goldenen Zeitmes-ser erleichtert zu haben. Auf diese neue Anklage hin wurde Grisfin bis zum 31. un- ter 8800 Bürgschaft gestellt. Für die heutige Ltadtrathssitzung Line interessante Sitzung zu erwarten. In der heute Abend siattfindenden Sitz- ung des Stadtraths werden verschiedene in- teressante Angelegenheiten zur Sprache, bezw. zur Verhandlung gelangen. Abgesehen davon, daß die Power'sche Af- faire zur Besprechung kommen wird, und zunächst der Bericht des Finanzcomites, welchen zu Folge 83000 für die Unkosten der Polizeiuntersuchung unter der Bedin- gung bewilligt werden sollen, daß nicht der Kerr'sche Siebener-Ausschuß, sondern das vollzählige Polizeicomite des Stadtraths mit der Untersuchung betraut werde, zur Verhandlung gelangen. Ferner gedenkt Ald. Hepburn eine Ordi- nanz einzubringen, welche der vom Mayor eingesetzten Polizeicommission auch die Ge- nehmigung des Stadtraths ertheilt und da- mit die Existenzberechtigung außer Frage stellt. Die von Ald. Hepburn vorbereitete Ordinanz enthält ferner die Bestimmung, daß alle Polizisten, welche fünf Jahre und darüber in Dienst gewesen sind, von der Prüfung auf ihre Befähigung dispensirt werden sollen, während die Commission be- stimmt hat, daß diese Dispensation sich nuraus die Polizisten beziehen soll, die bereits zehn Jahre lang Dienst gethan haben. Schließlich verlangt Ald. Hepburn, daß die Polizeicommission durch ein weiteres Mit- glied ergänzt werde, damit beide Parteien, die demokratische und die republikanische, in derselben gleichmäßig vertreten seien. Die in der letzten Stadtrathssitzung an- genommene Ordinanz, welche Charles Pon-dorf das Recht giebt, den Bezirk in der Nachbarschaft seines Geschäftslokals an der 14. Straße, der Centre Avenue und der Blue Island Ave. mit elektrischem Licht Zuversehen, wird vom Mayor heute Abend ve- tirt werden, auf den Grund hin, daß die Ordinanz gegen das Interesse der Stadt gerichtet sei. Die Angelegenheit betreffs der geplanten Verausgabung von Wassercertisicationen zum Betrage von 8300,000, welche an das Finanzcomite verwiesen und von diesem günstig einberichtet worden war, soll in der heutigen Stadtrathssitzung ebenfalls zur 'Erledigung gelangen. Mayor Hopkins wird vielleicht nachAblauf seines Amtstermins Hochbahn-Be- triebsleiter werden. Wenigstens verlautet daß Herr Perkes dem Mayor vor dessen Ab- reise nach dem Osten die Stelle des Betriebs-leiters der Schleife der Union Elevated R.R. Co. angeboten und daß der Mayor geant- wortet habe, daß er sich die Sache überlegenwerde. *

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