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Abendblatt Newspaper Archives Dec 24 1894, Page 1

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Abendblatt (Newspaper) - December 24, 1894, Chicago, IllinoisHeransgegeben von der Illinois Chicago, Montag, 24. Dezember 1894. Preis 1 Leut. 47. Jahrgang. No. 304. Morgen, als am ersten Weih- erscheint dasAbend- «latt nicht. Die Geschäfts - Office bleibt von 12 Uhr Mittags bis 7 Uhr Abends geschlossen. Uevevvlick Und KnrzgefaßLes. Der Mann im Auditorium-Thurm Mbt uns heute und morgen für Chicagospeziell folgende Wetterprophezeiung: Heute Noch Regen, morgen ganz oder theilweise bedeckter Himmel. Luft etwas kälter und weiter nördlich Schnee. Luftzug aus Nord- westen. Die in Holland und Großbritannien tobenden Stürme haben großes Unheil un-gerichtet und 60 bis 100 Menschen den Tod gebracht. Das japanische Parlament ist heute eröffnet worden. Der Mikado traut den chinesischen Friedensanerbietungen nicht und läßt seine Truppen ihren Siegeszug i-s China fortsetzen. , Im Bewußtsein seiner Unschuld wird Ald. John Powers auf eine Unter-suchung der gegen ihn erhobenen Beschuldi- gungen durch den Stadtrath bestehen. Aus dieser Untersuchung wird er sicher als glän- zend gerechtfertigt hervorgehen, denn die 40—60 Stadtväter, mit denen er angeblich jene §26,000 theilen wollte, werden ihm doch nichts am Zeuge flicken wollen. Daswäre ja undankbar. Angesichts der sich in allen Verwal-tungszweigen breitmachenden Corruption wird der Ruf nach Bestrafung der Schul-digen und Reform immer lauter. Man sollte aber nicht vergessen, daß das sou- veräne Volk es war, welches die corrupten Beamten erwählte. So lange das Volk corrupte Leute in die Aemter wählt, darfes sich nicht darüber wundern, wenn dieZeitungen jeden Tag von Bestechungen und Amtsmißbräuchen voll sind. Es hat sich herausgestellt, daß vieleunserer öffentlichen Schulen in sanitärerBeziehung vieles zu wünschen übrig lassen. Der Schulrath sollte dafür sorgen, daßunser Nachwuchs mit reiner Luft versehen wird, während er sich zum Kampf für's Dasein vorbereitet. Debs braucht vorläufig noch nicht in's Gefängniß zu gehen. Er kann damit bis zum 8. Januar warten, an welchem Tage das Oberbundesgericht sich entscheiden wird, ob die Appellation kurzer Hand abgewiesen oder in Berathung gezogen werden soll. Tekegraplnfesie Depefekren. Zer Sturm an der holländischen Küste. Große Strecken von der Küste weg- gerissen. Zehn Mann von der deutschen Bark „La- roline" ertrunken. Amsierdam, 24. Dez. Aus den Berichten über den Sturm aus verschiedenen Theilen der Küste, ergiebt sich, daß der angerichtete Schaden viel bedeuten- der ist, als anfänglich angenommen wurde. Der Strand an der Nordsee ist nach jeder Richtung hin von vierzehn bis zwanzig Fuß weggerisscn, und viele Fischerböte, die auf den Strand gegangen waren, sind zer- stört worden. Der Hafen von Vlissingen ist durch das Unwetter schwer beschädigt worden. Die deutsche Bark „Caroline" ist an der Küste gestrandet; zehn Mann von der Besatzung sind ertrunken, während sieben Mann ge- rettet wurden. Das Unwetter in England. Non fünfzig bis hundert Hersonen sollen dem- selben zum Opfer gefallen sein. London, 24. Dez. Die Telegraphendrähte im nördlichen Theile von England liegen noch am Boden, und die vollständigen Berichte über den durch den Sturm angerichteten Schaden liegen noch nicht vor. Es wird jedoch ver- mutlich daß von fünfzig bis hundert Per-sonen ans die eine oder andere Art durch das Unwetter das Leben verloren haben. Die Wetterkarten deuten an, daß vom atlantischen Ocean her ein neues Unwetter m Anzuge ist. Wäre den hiesigen Armeniern recht. Die Nachricht von der beabsichtigten Ernen- nung des Herzogs von Teck zum Schutzherrn von Armenien freundlich ausge- nommen. Boston, 24. Dez. Die hiesigen Armenier erklären, daß sie und ihre Landsleute im Staate über die Nachricht, daß der Herzog von Teck zum Schutzherrn von Armenien ernannt werden soll, auf das höchste erfreut. In einer von den Vereinigten Freunden von Armenien gestern Abend abgehallencn Versammlung wurde die Nachricht mit Jubel ausgenom- men, und es wurden Briefe von Lynn, Lawrence und Worcester verlesen, in denen der Vorschlag befürwortet wurde. Es wurde beschlossen, einen Brief, in welchem der Plan auf das Wärmste zur Annahme empfohlen wird, an die betreffenden Behör- den in England abzusenden. Schiffsnachrichten. » New Port: Mohikan von Bristol, Ludgate Hill von London, Spain von 'London. Rotterdam: „Spaarndam" von New Port. , Abonnirt auf das Abendblatt. Preis 1 Cents per Nummer, 6 Cents per Woche. Eriiffnmiil ilez MiliiiW» MrtiliiMles. Was in der Thronrede gesagt wurde. Japan traut den chinesischen Friedens- vorschlägen noch nicht recht. China soll über den Ankauf eines chilenischen Geschwaders unterhandeln. Tokio, 24. Dez. Heute fand die Eröffnung des Parla- mentes statt. Die Rede vom Throne bezog sich hauptsächlich auf die stetigen Siege der japanischen Truppen und auf das fort- dauernde Vordringen derselben im Lande des Feindes, mit der Hinzufllgung, daß sich die Truppen trotz des kalten Wetters und derStrapazen mehr als je durch ihreTapfe- rkeit auszeichnen. Die Beziehungen Japans zu den neutralen Mächten werden als freundschaftlicher wie je geschildert; die längst gewünschte Revision von Verträgen mit einigen Ländern habe stattgefunden und die Unterhandlung mit anderen Staaten darüber nehmen einen günstigen Fortgang. Zum Schlüsse heißt es in der Rede: „Da ich mich in eine so ruhmreiche Lage versetzt sehe, so bemühe ich mich mehr als je, die Ci- vilisation des Landes zu fördern, und ich fordere das Parlamnt auf, die Lage im eige- nen und im Auslande zu beobachten, und durch Sicherung der Eintracht zwischen der Regierung und der Bevölkerung bei der Beförderung der kaiserlichen Wünsche Bei- stand zu leisten." Die Regierung traut den chinesischen Friedensvorschlägen noch nicht und deutet darauf hin, daß China noch keine amtliche Erklärung abgegeben hat, und daß, während es jetzt vorgiebt, denFrieden zu wünschen, Japan die Nachricht erhalten hat, daß China über den Ankauf eines ganzen chilenischen Geschwaders in Unter- handlung steht, und daß Agenten des Obersten v. Hannecke in Europa deutsche Offiziere für die chinesische Armee und Flotte anzuwerben versuchen. Ein neuer Industriezweig. Die Untersuchung des Lexow'schen Aus- schusses hat einer Menge von Erpressungs- Versuchen Thür und Thor geöffnet. New Park, 24. Dez. Der allgemeine Schrecken, welchen der Lexow-Ausschuß in New Port verbreitet hat, hat eine neue Art von Erpressung in's Leben gerufen. Einige Leute drohen jetzt mit Anklagen vor dem Ausschuß, während andere mit Vorladungen als Zeugen be- droht werden, wenn ihre Opfer sich weigern, mit Geld herauszurücken. Ein Polizeikapitän sagte einem Bericht-erstatter, daß ihm von mehr als zwanzig Eigenlhümerinnen von lüderlichenHäusern Drohbriefe zugcgangen seien. Die Weiber erklärten ihm, daß sie zu John W. Goss und den AuSschußmitgliedern gehen und ihn der Bestechung beschuldigen würden, wenn er nicht zahle. Der Capitän sagte, daß dies jetzt allgemein Gebrauch sei und daß er eine Menge Leidensgefährten habe. Zuweilen würde auch in Form des Bettelns Geld verlangt; die betreffenden Frauen er- klärten, daß, seitdem der Lexow-Ausschuß an der Arbeit sei, sie das Geschäft ausgeben müßten und verarmt seien, und dann werde das Verlangen gestellt, ihnen einen Theil des Geldes zurückzugcben, das sie zum Schutze ihres Geschäftes bezahlt hätten. Auch gewisse Advokaten, welche meistens in den Criminalgcrichten praktiziren, werden in ähnlicher Weise gebrandschatzt und zah- len lieber, als daß sie sich durch fragwürdige Personen vor die Oeffentlichkeit zerren lassen. Ein nettes Programm. Aus der Rede des Anarchisten Mombray im Thalia-Theater. New Port, 24. Dez. In einer Massenversammlung im Tha- lia-Theater, sagte der Anarchist Mombray: „Wir müssen in jeder Stadt und in jedem Dorfe einen Anarchistenverein haben. Wir müssen Leute haben, welche die anarchisti- schen Grundsätze in englischer Sprache er- klären; Eifersüchteleien haben viel gcthan, um die Sache zu schädigen, und dies muß aushören, die Kapitalisten, jubeln jetzt, weil wir uneinig sind, aber sie sollen sich erinnern, daß eine anarchistische Gemeinde, immer eine anarchistische Gemeinde ist, und sich nicht nach dem Belieben jener Herren unterkriegen läßt." Lebensmüde Menschen. Line alte Frau und ein dreizehnjähriger Junge greifen zum Strick. Wheaton, Jll., 24. Dez. Gestern beging Agnes M. Sprott, die Frau von Archibald Sprott, Selbstmord, indem sie sich im Bodenräume an einer Waschleine erhing. Als Capt. sprott aus der Kirche kam, fand er seine Frau todt vor; sie war 64 Jahre alt, seit längerer Zeit bereits kränklich und lttt zuweilen an Schwermnth. G r e e m y s, Jll., 24. Dez. Gestern Morgen hat sich der dreizehn- jährige Oskar Lauman in der elterlichen Wohnung, in der Nähe von Montrose, er- hängt. Was den Knaben zum E>elbstmord trieb, weiß man nicht. Sein Vater wurde vor einem halben Jahre durch den Hufschlag eines Pferdes getödtct, und die Mutter war zeitweilig irrsinnig. Knaben durch das Eis ge- brochen und ertrunken. W i n d o m, Minn., 24. Dez. Beim Schlittschuhlaufen auf dem hiesigen See brachen Paul Peterson und Andrew Toß durch das Eis und ertranken. Eine etwas dunkie Geschichte. Ein angeblicher Bankschwindler und ein Geheimpolizist. Auch ein Frauenzimmer spielt eine Rolle dabei. Seattle, Wash., 24. Dez. Ein Mann, welcher angeblich eine der ältesten Banken in Bloomington, Jlls. be- schwindelt hat, ist von einem Pinkerton'- schen Geheimpolizisten hier entdeckt worden, aber der letztere verschwand ptötzlich, nach- dem er sich mit dem angeblichen Betrüger befreundet hatte, ohne den Namen dessel- ben milzutheilcn. Der Geheimpolizist gab nach seiner vor zwei Wochen hier erfolgten Ankunft seinen Namen als I. W. Brooks an, während er anderen Leuten gegenüber erklärte, daß er W. Bell heiße. Er er- klärte auf das Bestimmteste, daß er nicht in Pinkerton's Dienst stehe. Nach seiner Angabe verlangte einer der ältesten und vertrauenswürdigsten Angestellten einer Bank in Bloomington, Jll., welche ein Zweiggeschäft einer Chicagoer Bank ist, einen Urlaub, und begab sich nach Pank- lon in Süd-Dakota. Von dort bat er um Verlängerung seines Urlaubes, und reiste nach der pacifischen Küste. Als seine Bücher untersucht wurden, fand sich ein Fehlbetrag von §375,000 vor. Die Sache wurde der Pinkerton'schcn Agentur über- geben, und Brooks wurde zur Verfolgung und Einfangung des Flüchtlings ausge- sandt. Er verfolgte die Spur desselben nach Kansas City, Ogden, Butte, Port- land und schließlich bis nach Seattle, wo der Gesuchte unter dem Namen Walker wohnte. Nachdem Brooks hier angekommen war, ermittelte er angeblich dessen Aufenthalt und erhielt von ihm das Geständniß, daß er §17,000 habe, welche Summe in dem Futter seines Anzuges eingenäht sei. Er sagte, daß er nicht zurückzukehren wünsche, aber sich mit der Bank verständigen wolle, wenn diese ihm §19,000 bezahle, die sie ihm schuldig sei. Es wurden Auslieferungs- Papiere ausgefertigt, dieselben aber nicht 4>cr Polizei übergeben,weil befürchtet wurde, daß der Mann verhaftet werden könnte und dadurch die Wiedererlangung des Geldes vereitelt werden würde. Plötzlich befreundete sich der Geheim- polizist mit dem Mann und begann den Advokaten ans dem Wege zu gehen. Dann ließ sich Brooks mit einem Frauenzimmer ein, und nach einer Reise in die Wälder,angeblich zur Hirschjagd, reiste er mit der Bahn nach San Francisco ab, währendihm dasFrauenzimmer auf einem Dampfer dahin folgte. So weit in Erfahrung ge- bracht werden konnte, ist nichts geschehen, um die Angelegenheit mit der Bank in Ordnung zu bringen. Brooks hat Nie- mandem den angeblichen Bankschwindler gezeigt, so daß man nicht weiß, wer er ist. oder wo er sich befindet. Nein Wasserheuchler. Der Neffe unseres Straßenbahnkönigs muß in einer Polizeizelle übernachten. New Park, 24. Dez. E. F. Perkes aus Philadelphia, ein Neffe des Chicagoer Straßenbahnbaron's, war vor einigen Tagen hier eingetroffen und im Sturtevanl House abgestiegen. Am Samstag Abend begann er sich durch eine ausgedehnte Jagd aus allerlei „nasse Maa- ren", wie „Cocktails" und „Brandy Smash's", auf das Weihnachtsfest vorzu-bereiten, wozu er sich Peter Mulligan und dessen Droschke miethele. Nachdem der biedere Peter seinen Fahrgast Stunden lang von einer Kneipe zur anderen befördert hatte, glaubte er, daß derselbe reichlich ge- nug mit Schnaps versehen sei, hielt seinen Gaul an und verlangte sein Fahrgeld, das nach seiner Rechnung §6 betrug. Perkesaber hatte sein ganzes disponibles Vermö- gen in Getränken angelegt, und war voll- ständig abgebrannt. Schnell entschlossen beförderte Peter seinen Mann darauf nachder Polizeiwache wo der Neffe des Besitzers der Straßen von Chicago in einer Zelle freies Quartier erhielt. Am nächsten Morgen stellte sich sein Kutscher wiederein, und brachte ihn nach dem Hotel, wo er schließlich sein schwerverdienles Geld er- hielt. q» Eisenbahncollision. Zwölf Güterwagen und eine Lokomotive zu Schaden gekommen. Seattle, Wash., 24. Dez. An der Kreuzung der Great Northern, und Seattle, Lake Shore und Eastern Bahn in Inter Bay, einer hiesigen Vor-stadt, hat ein Zusammenstoß stattgefnnden, wobei zwölf Güterwagen und eine Lokomo- tive zertrnmm.rt wurden. Die Weichen-steller der letzteren Bahn waren dort be- schäftigt, als eine Lokomotive der Great Northern Bahn rückwärts herankam, um nach dem Lokomolivhause zu fahren, und gegen den Güterzug aurannte. Die Loko- motive traf den Zug gerade in der Milte, und zwölf Güterwagen wurden durch denAnprall umgestürzl, und vom Bahndamm herunter in die Bai geworfen. Schrecklicher Tod. Line neunundsechzigjährige Frau verbrannt. Berkeley, Cal., 24. Dez. Eleanor Leconte, Wiltwe des verstor- benen Professors John Leconte, und Schwägerin von Joseph Leconte, beide an- gesehene Mitglieder der Fakultät der Uni- versität von Californien. ist in der Woh-nung ihres Sohnes verbrannt. FrauLeconte, welche 69 Jahre alt ist, saß vordem Kamin; sie schlief ein und eine Zei-tung, die sie gelesen hatte, fiel von ihrem Schooße in das Feuer, und setzte ihre Klei-der in Brand. Sie versuchte das Feuer mit Handtüchern zu löschen, und da ihr dies nicht gelang, legte sie sich in ihr Bett und wickelte sich in Decken ein. Mitglieder der Familie fanden sie später todt unter den brennenden Bettdecken. Die türkische Untersuchungs- Commission. Der neu ernannte italienische Tonsul in Lrzerum wird die Lom- misfion begleiten. Die Ernennung eines amerikanischen Delega- ten noch nicht beschlossen. K o n st a n t i n o p e l, 24. Dez. Chefik Bcy, derPräsident des Eassations- bofes, und Djelalcddin Bey, der Präsident der Correkiionsablheilung desApPellaüons- gerichis, sind zu Mitgliedern der armeni- schen Commission ernannl, und zwar an Stelle von Abdullah Pascha, welcher unter dem Vorwände zurückberufen wurde, daß er im Range dem Befehlshaber der türkischen Truppen, Zekki Pascha, untergeordnet sei, welch letzterer für die Greuel verantwortlich ist und von der Commission verhört werden wird. Die italienische Regierung hat einen Con- sul in Erzerum ernannt, und derselbe wird wahrscheinlich der armenischen Commission folgen. Es heißt hier, daß die Frage über die Er- nennung eines amerikanischen Delegaten,als Begleiter der Commission oder um eine unabhängige Untersuchung vorzunehmen, noch nicht erledigt ist. Der amerikanische Gesandte Terrell hat gestern Abend mit dem Sultan eine lange Unterredung gehabt, und die Angelgenheit wird heule im Minister- rathe zur Berathung kommen. Angesichts des strengen WinterS wird die Commission wahrscheinlich nicht im Standesein, die Gebirgsgegend bei Sassum zu be- suchen. Unnöthige Angst. Die Staatscommissäre besorgt, daß ihnen die „General Electric To." die Nia- garasälle verdirbt. Syracuse, N. P., 24. Dez. Dem Vicepräsidenten der „General Elec- tric Company", Frank W. Hawley, wurde gestern von einem Berichterstatter der „Post" eine Depesche gezeigt, welche sich aus das Vorgehen der Commissäre der Slaats- reservation in Niagara bezieht, und die Aufmerksamkeit der canadischen Regierung sowohl, als auch die der Bundesregierung auf die Ableitung der Fälle, mit der Ab- sicht dieselbe zu verbieten, gelenkt hat. „Eine derartige Handlungsweise von Seiten der Staatscommissäre ist vollstän- dig unberechtigt", sagte er. „Die Durch- schniltstiefe des Wassers am Rande des Falles, soll sechs und einen halben Fuß be- tragen, während sich der von den Gesell- schaften verbrauchte Betrag an Wasser, aus der canadischen sowohl, als auch auf der amerikanischen Seite auf nicht mehr als acht oder neun Zoll belaufen wird. Und deshalb bleibt noch eine wenigstens fünf und einen halben Fuß tiefe Wassermasse zurück, welche sich fortwährend über die Fälle ergießt." Bon einem Bahnzuge überfahren. Line Frau todt, und zwei Mädchen schwer verletzt. Cape M ay, N. 1., 24. Dez. Auf der South Jersey Eisenbahn, bei Tuckakoe, fünfundzwanzig Meilen nördlich von hier, hat sich gestern Abend ein schreck- licher Unfall ereignet. Herr und Frau Lewis kehrten mit Emma Jones und noch einem anderen jungen Mädchen in einem Wagen von der Kirche zurück, und ver- suchten, gerade als der halb elf Uhr Zug ungefähren kam, über das Geleise zu fahren. Die Lokomotive traf den Wagen, und Frau Lewis blieb auf der Stelle todt, während Frl. Jones und das andere Mädchen schwer verletzt wurden. Lewis kam unbeschädigt davon. Die Mädchen retteten sich dadurch, daß sie aus dem Wagen sprangen. Eine türkische Berichtigung. Die Massenhinrichtung von Armeniern in Erzerum in Abrede gestellt. W a s h i n g t o n, 24. Dez. Die türkische Gesandtschaft hat folgendes amtliche Telegramm erhalten: Gewisse Zei- tungen haben die Hinrichtung von sechsund- dreißig Armeniern in Erzerum gemeldet. Diese Nachricht ist unrichtig, und der Sach- verhalt ist solgender: Von scchsundvierzig Armeniern, welche sich in Erzerum in Haft befanden, wurden sechsunddreißig aus dem Gefängniß entlassen, fünf wurden zum Tode und die übrigen fünf zu zehnjähriger Gefängnißstrafe bei harter Arbeit ver- urtheilt. Die zum Tode Vcrurrheiltcn sind des Mordes und der Nothzucht überführt worden. Die gesetzlichen Formalitäten über dieseUrtheile sind jedoch nicht erfülltworden. Unsere liebe fugend. Aus Eifersucht ersticht ein Schuljunge seinen Detter. Peru, Jnd., 24. Dez. In Fulton County, einige Meilen nörd- lich von hier, hat Ray Brough, auf dem Heimwege von der Schule, seinen Vetter Emery Brough erstochen. Beide sind Söhne anständiger Eltern; Eifersucht gab die Ver- anlassung zu der Thal. Bom Kriegsschauplätze. Die Hafenstadt Lai-Tschau von den Japanern genommen. London, 24. Dez. Eine hier von Shanghai eingctrossene Depesche meldet, daß die dritte japanische Armee westlich von Chi-Fu gelandet und die Hafenstadt Lai-Tschau, in der Pro- vinz Tschan-Tung. an der südlichen Küste des Golfes von Pe-Tschi-Li, eingenommen hat. Pfarrer McGlvnn. Derselbe wird am z. Januar das Rektorat der St. Marienkirche in Newburg übernehmen. New Port, 24. Dez. Pfarrer McGlynn wird, wie gestern Abend vom Pfarrer McCready von der Kirche zum heiligen Kreuze auf das Be- stimmteste erklärt wurde, einstweilen das Rektorat der St. Marienkirche in Newburg übernehmen, vis hier in der Stadt eine Vakanz eintritt. McGlynn wird am 1. Januar sein neues Amt anlreten. städtisches. Das Wetter. Optiker Kleine, 76 Washington Str., berichtet für Chicago die folgenden Baro- meter- und Thecmometerstände: Um 8 Uhr Morg. 40 Gr., um 9 Uhr 40 Gr., um 10 Uhr 42 Gr., um 11 Uhr 44 Gr., um 12 Uhr 45 Gr. Barometerstand um 8 Uhr Morg. 29.30, 12 Uhr 29.30. Nochmals aufgeschoben. Debs und Genossen erhalten von Ricbter Woods die Erlaubniß, ein Appellations- gesuch an das Vberbundesgericht einzureichen. Eugene V. Debs und die anderen verur- theilten Beamten der „American Railway Union" haben ihre Strafe heute nicht ange- treten, da Richter Woods ihnen einen Auf- schub bis zum 8. Januar gewährt hat, um ihnen die Möglichkeit zu geben, ein Appel- lationsgesuch an das Bundes-Obergericht einzureichen. Ursprünglich waren Debs und Genossen für beide Fälle, das heißt, für die Klagen von Seiten derBundesregierung und der Santa Fe Bahn, zu sechs resp. drei Mo- naten Gefängniß verurtheilt worden. Um aber das Appellationsgesuch zu ermöglichen, sind die beiden Fälle getrennt worden und Debs und Genossen laufen daher Gefahr, falls das Obergericht das Gesuch abweist, die doppelte Strafzeit abzusitzen. Sie zie- hen es jedoch vor, das Risiko zu laufen, da es sich um die Entscheidung mehrerer für den Arbeiterstand sehr wichtiger Fragen handelt. Aus dem Triminalgericht. Freigesprochen. Der Prozeß gegen den Farbigen Robert Daniel Winn, welcher am Samstag vor Richter Chetlain zu Ende ging, endete mit der Freisprechung des Angeklagten. Der- selbe hatte am 17. October an der 63. Str. den William I. Fleming, einen Kaukasier, erstochen. Es gelang der Vertheidigung, nachzuweisen, daß der Angeklagte in Noth- wehr handelte. Die Geschworenen hatten sich um halb zwölf Uhr zurückgezogen und erst spät am Abend fiel der Wahrspruch. Läßt sie lausen. Dem Richter Tuley wurden heute Mor- gen eine größere Anzahl Gefängnißinsassen vorgeführt, welche sich schuldig oder nicht schuldig zu bekennen hatten. Bei dieser Gelegenheit entließ er jdie halbwüchsigen Burschen Eddie Buell, Barney Sampson, Eddiq Codey, Eddie Kramer, Michael Keating, Frnk Costello, George Sherman, Frank Shendan und John Lynch, welche der Taschendieberei und des Kleindiebstahls beschuldigt waren. Edwardßarbee, einer der Mitangeklagten in dem Mordfall von Alfred D. Barnes, wurden heute Morgen von Richter Chetlain gegen §2OOO aus dem Gefängniß entlassen. Kickham Scanlan und William A. Convells sind die Anwälte Barbee's. Der Richter hat angeordnet, daß die Anwälte der andern Angeklagten heute Nachmittag um 2 Uhr erscheinen sollen, damit Über den Tag der Verhandlung eine Vereinbarung getroffen werde. Henry Cockel bekannte sich heute Morgen des Pferdediebstahls schuldig und da der Besitzer sein Roß anderthalb Stunden nach dem Raube wiedererhielt, ließ es Richter Chetlain bei einem Jahr Correctionshaus bewenden. * Die Großgeschworenen beschäftigten sich heute mit der Untersuchung von Criminal- gerichtsfällen. Trusts und Combiuatioueu sind unpopulär. Cs giebt aber eine Art „Trust", gegen die Niemand etwas zu sagen hat. Dies ist das Trust oder Vertrauen, das das Publikum hat in Hood's Sarsaparilla. Ho ob's Pillen sind rein vegetabilisch. Stach seinemLonkurrenten dasAuge aus. Im Erdgeschoß des Rathhauses geriethen heute kurz vor Mittag die beiden Stiefel- putzer, Johnny Opala von No. 62 West Ohiostraße, und ein anderer Italiener, der nur unter dem Namen Chimsy bekannt ist, in einen Wortwechsel. Dieser artete bald in Thätlichkeiten aus, und ehe sich'sOpala, der ein schwächlicher Bursche ist, versah, hatte ihm sein Gegner sein Taschenmesser in's listke Auge gestoßen. Trotzdem eine Menge Polizeibeamter sich in dem Corridor aufhielten und die Stecherei sich in der nächsten Nähe des Detektiv-Departements ereignete, gelang es dem Messerhelden zu entkommen. Der Gestochene wurde ins Ho- spital geschafft und dürfte sein Augenlicht verlieren. Tod durch Gaserstickung. D. I. Sullivan erstickte an Leuchtgas im Brown Hotel, Ecke State und Huron Str. Der Mann kam aus Minnesota nach Chi- cago zum Besuch und es ist nicht mit Sicher- heit festgestellt, ob er in Unwissenheit das Gas ausblies oder Selbstmord plante. John Candon, welcher den No. 69 Chicago Ave. wohnhaften P. Anderson be-schimpfte und gestern Abend ein Fenster in Anderson's Wohnung einwarf, erhielt von Richter Kersten eine Strafe von §ls zudic-ürt. Verderbliche EXploflon. Drei städtische Angestellte bei einer Mannloch-Explosion schwer verletzt. Die Kreuzung der La Salle- und Adamsstraße der Schauplatz. Mit einer donnergleichen Detonation und einer Erschütterung, welche die großen Ge- bäude in der Nachbarschaft erzittern machte, schoß heute Vormittag kurz vor 9 Uhr mitten aus der Straße an der Kreuzung der La Salle- und Adamsstraße eine große Feuer- säule in die Höhe. Hunderten die zur Zeit die Straßen belebten, bot sich gleich darauf ein schauderhafter Anblick. Aus der Flammen-masse tauchte die Form eines Mannes, voll- ständig in Flammen eingehüllt, hervor. Der Unglückliche stieß laute Schmerzensrufe aus und schlug wild um sich, um die ihn ein- hüllenden Flammen zu ersticken. Die an der Ecke postirten Polizisten Vul- ger und Fooley begriffen sofort, daß hier Menschenleben in Gefahr waren. Sie rissen dem Manne die brennenden Kleider vom Leibe und der Polizist Fooley eilte mit dem- selben sofort nach der benachbarten Apotheke. Inzwischen war aus dem Mannloche, aus welchem die Feuersäule emporgeschossen war, ein zweiter Mann emporgekommen, der ebenfalls von Flammen eingehüll war. Mit diesem wurde von dem Polizisten und eini- gen Umstehenden ebenso verfahren, wie mit dem ersterwähnten Unglücklichen. Die beiden Männer, der 40jährige Ed- ward Sullivan von 63 Edgemond Ave., und der 38jährige Dominick Flannagan von 62 Boston Ave. hatten schwere Brandwun- den am Kopfe, an den Gliedmaßen und über- haupt am ganzen Körper erlitten. Beide wurden von dem schnell herbeicitirten Am- bulanzwagen nach dem Mercy-Hospital übergeführt. Nicht ganz so schlimm kam der 46jährige John Costello, der an der Baltimore Ave., nahe der 87. Straße wohnhaft ist, davon, welcher gerade an der Oeffnung des Mann- loches gestanden hatte, als die Feuersäule aus demselben herausschoß. Die Verunglückten sind städtische Sewer-Jnspektoren, und waren gerade beschäftigt, eine Untersuchung in einer zersprungenen Wasserröhre vorzunehmen, als sie von ihrem Geschick ereilt wurden. Flannagan und Sullivan stiegen in das Mannloch hinab, während Costello oben blieb. Der zuersthinabgestiegene Flannagan zündete, als eraus dem Boden des Schachtes angekommenwar, ein Streichhölzchen an, da es unten stockfinster war. In demselben Augenblicke erfolgte eine Explosion der angesammelten Gase mit dem beschriebenen Resultate. Ob die Verletzten mit dem Leben davon- kommen werden, ist noch sehr zweifelhaft.Am schwersten verletzt ist Dominick Flana- gan, der außer seinen schweren äußeren Ver-letzungen noch innerliche Verletzungen durch Einathmen von Flammn erlitten hatte. Flannagan und Costello sind verheirathet und haben 6 bezw. 6 Kinder, während Sul-livan unverheirathet ist. Hübsche Weihnachtsgeschenke. Ein hübsches Weihnachtsgeschenk haben die Freunde des Chef-Clerks im Straßen-Jngenieursdepartement, M. I. Doherty, für diesen vorbereitet, nämlich einen dia- mantenbesetzten Amtsstern, der ihm gele- gentlich eines heute Mittag ihm zu Ehren im Chicago Oyster House arrangirten Fest-essens überreicht wurde. Herr Wilhelm Reisenegger, der Chef desKartendepartements, wurde bereits am Samstag von seinen Angestellten durch ein Weihnachtsgeschenk in Gestalt eines goldbe- knopften Stockes überrascht, welches Ge- schenk zugleich eine Erinnerung an den Tagsem soll, an welchem Herr Reisenegger vor 25 Jahren nach Chicago gekommen war. Bis Mittwoch verschoben. Die Wahlcommistäre traten heute Vor- mittag zu einer Sitzung zusammen, um die Nachforschungen nach den verschwundenen Wahldokumenten fortzusetzen, vertagten sich aber sofort wieder, bis zum Mittwoch, Vor- mittags 9 Uhr. Um diese Stunde soll dann das bisher nach den Dokumenten noch nicht durchsuchte Gewölbe aufgeschlossen und durchsucht werden, trotzdem kaum anzuneh- men ist, daß sich die Papiere dort vorfinden werden. Nach Washington. „ Etwa 80 Familien polnischer Nationali-tät, die bisher in Chicago wohnten, werden sich in nächster Zeit unter der Führung von Bater Klawitte auf den Weg nach demStaate Washington machen, um nahe derKüste des stillen Ozeans eine Kolonie zu gründen. Zu diesem Zwecke haben sie sich vonder Regierung 16,000 Acres Land erworben und die Fruchtbarkeit dieses Landes wird in allen Tonarten gepriesen. Hoffentlich er-leben die Leute, welche gläubig ihrem See- lenhirten folgen, keinen Reinfall. Noch glücklich abgelausen. Auf der Cicero <L Proviso elektrischenStraßenbahnlinie ereignete sich gestern Mor- gen um 9 Uhr ein Unfall, der wahrscheinlich schlimme Folgen gehabt haben würde, wenn der Wagen, der entgleiste, dicht mit Passa- gieren besetzt gewesen wäre. Der Wagen fuhr mit ziemlich bedeutender Schnelligkeit durch Austin hindurch, und war beinahe an derPark Ave. angekommen, als die sechs Pas-sagiere Plötzlich einen Ruck fühlten, und im nächsten Augenblick war der Wagen aus den Schienen gesprungen und die Räder rasselten auf dem Steinpflaster entlang. Dicht vor dem Graben kam er zum Stillstand, neigte sich aber auf die Seite und stürzte um. Alle Passagiere, mit Ausnahme einer Frau Geo. N. Chase von 421 PrairieAve., wurden un- verletzt aus dem Wagen herausgezogen. Frau Chase dagegen war unter einem Sitz einge- klemmt und hatte das Bewußtsein verloren.Mit einiger Mühe befreite man sie aus ihrerLage und brachte sie in die nächste Apotheke, wo sich herausstellte, daß sie einen Schlüssel- beinbruch und auch andere unbedeutendere Verletzungen erlitten hatte. Eine Untersuchung ergab später, daß der Unfall dadurch entstanden war, daß die Schienen sich an der Entgleisungsstelle etwas gesenkt hatten. , Unsere Weltausstellung. Unter den zahlreichen über die Colum- bische Weltausstellung geschriebenen Wer- ken nimmt zweifellos das unter dem Titel „Unsere Weltausstellung" erschienene den ersten Rang ein. Zunächst hat es den Vor- zug der Originalität. Während die mei- sten deutschen Bücher nur Uebrsetzungen mit theilweise sehr mangelhaften Abbildungen sind, ist dieses Werk ursprünglich in deut- scher Sprache geschrieben und die zahlreichen Illustrationen sind durchweg künstlerisch ausgeführt. Die Verleger sicherten sich mit erheblichem Kostenaufwand die besten der von der Weltausstellungsbehörde herge- stellten Aufnahmen, worin besonders den deutschen Ausstellungen die gebührende Be- achtung zu Theil wurde. Druck und Pa- pier sind der Gesammtausstattung würdig, so daß dieses Buch als eine mit echt deut- schem Fleiß hergestellte erschöpfende Ge- schichte unserer gewaltigen Ausstellung be- zeichnet werden darf. Da das Sammeln von einzelnen Heften zu vielfachen Klagen und Unannehmlichkeiten Anlaß gegeben hat, haben wir sämmtliche Hefte binden lasten und stellen den ganzen Band unseren Le-sern zu dem billigen Preise von §6 zur Verfügung. Nur der Ankauf einer be- trächtlichen Anzahl von Exemplaren setzte uns in die Lage, einen so niedrigen Preis stellen zu können. Besonders für das nahe Weihnachtsfest ist diese deutsche Prachtausgabe als Festge- schenk für Freunde hier und im alten Va- terland angelegentlichst zu empfehlen. Berräth ihren Wann Und entgeht dadurch der Strafe. Dennis Dougherty wohnt mit seinerjungen, hübschen Frau und vier Kindern in No. 68 Sholtostraße. Dennis bekleidete bis zum großen Eisendahn-Streik die Stelle eines Bremsers an der Q.-Bahn. Nach seiner in Folge Betheiligung an dem Streik erfolgten Entlastung wurde Schmalhans Koch in der Familie und Dennis konnte nichts verdienen und er beschloß daher, sich auf andere Weise Vorräthe,an Lebensmit- teln u. s. w. zu verschaffen. In seiner Nähe, No. 320 W. Polkstraße, wohnte sein Landsmann, Lawrence Fitzgerald, der ein gutgehendes Groceriegeschäft besaß und dieDougherty's wegen Nichtbezahlung ihrer contrahirten Schulden den Credit entzogen hatte. An diesem beschloß er sich zu rä-chen. In der Nacht zum 15. d. verließ Dennis gegen 11 Uhr seine Wohnung und sagte seiner Frau, sie möge nicht auf ihn warten, er würde spät heimkommen. Um Is2 2 Uhr hörte die Frau ein Geräusch im Erd- geschoß. Sie öffnete die Thür und fragte, wer unten wäre, und erhielt die Antwort:„Ich, Dennis." Sie ging dann wieder zuBett. Um 9 Uhr früh erschienen in ihrem Hause zwei Detektive», die ihr mittheilten, daß ihr Mann wegen unordentlichen Be- tragens in der Maxwellstraßen-Station sitze und sie aufforderten, ihr Erdgeschoß aufzuschließen, da in diesem sich Grocerie- Waaren und Taback im Werthe von §2OO, die in der Nähe mittels Einbruchs aus demFitzgerald'schen Geschäftslokale gestohlen worden wären. Als die Frau sich dies zu thun weigerte und die Detectivs Golden und Finnerty ferner erfuhren, in welcher traurigen Lage sich die Familie befand, verhafteten sie die Frau wegen Hehlerei. Sie wurde bald dar- auf in die Office des Capt. Bartall gebracht und legte vor diesem ein umfassendes iZe- ständniß ab. Daraufhin wurde gegen Den- nis Dougherty und einen Anderen, Namens Tommy Grady. der in der Nacht zum 16.von zwei Polizisten sich in verdächtiger Weisein der Nähe des Fitzgerald'schen Geschäftes Herumtreiben gesehen und wegen unordent- lichen Betragens verhaftet worden war, die Anklage auf Einbruch erhoben. Da indessenweder der Bestohlene, (der die in Dougherty's Haus gefundenen Maaren als sein Eigen- thum ideniificirt hatte) noch die Detectivssagen konnten, ob Grady und Dougherty den Einbruch begingen, so wurde Grady von Richter Dooley freigesprochen. Dougherty dagegen verzichtete, nachdem seine Frau ein- mal die Geschichte verrathen hatte, auf ein Vorverhör und wurde unter §IOOO Bürg- schaft ans Kriminalgericht verwiesen. Der geständigen Hehlerin, Frau Dougherty, die dasselbe thun wollte,gab der weise Richter den Rath, dies nicht zu thun, und wurde siedann, da Niemand gegen sie klägerisch auf- trat, freigesprochen. Ob sie nun im Krimi- nalgericht ihr vor Capt. Barkall abgelegtes Geständniß oblegen wird, ist mehr als frag- lich. Ueberfallen und beraubt. Andrew G. Johnson von zwei Strolchen nie- dergeschlagen, die ihm seine Uhr und Baarschast abnehmen. Andrew G. Johnson von 882 N. Hoyne Ave., wurde gestern Abend um 7 Uhr in der Nähe seiner Wohnung von zwei Strolchenniedergeschlagen und beraubt. Er ging die„Bloomningdale Road" entlang und war fast an der Hoyne Ave. angekommen, als zwei Männer Ihm entgegen traten, die ihmbefahlen, ihnen sein Geld und seine Werth-sachen auszuliefern. Er weigerte sich, dem Verlangen nachzukommen, worauf einer der Räuber ihm einen schweren Schlag über den Kopf versetzte, der ihn zu Boden streckte. Erwurde wenige Minuten später von dem Po-lizisten Jsaacson von der West North Ave -Station aufgefunden, der ihn zunächst nacheiner Apotheke brachte und ihn dann nach sei-ner Hgohnung geleitete. Sein Zustand sollnicht unbedenklich sein, da er einen bösenSchädelbruch davongetragen hatte. Die Strolche hatten ihm seine Uhr und seine nuraus 26 Cents bestehende Baarschast geraubt Erne Stunde später verhaftete Jsaacsonnahe der Stelle, an der Johnson überfallenworden war, einen Mann, der sich in ver-dächtiger Weise benahm. Derselbe wurdenach der West North Ave.-Station gebracht und später Johnson vorgeführt, der in ihmeinen seiner Angreifer erkannte. Er gab nen Namen als John Dailey an.

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