Order a high-quality 18"x24" poster print of this page. Add to Cart

Abendblatt Newspaper Archives Dec 22 1894, Page 1

Low-resolution version. To view a high quality image

Start Free Trial
Abendblatt (Newspaper) - December 22, 1894, Chicago, IllinoisHerausgegeben von der Illinois Staats-Aeitungs-Lo. Lhicago, Samstag, 22. Dezember 1894. Preis 1 Lent. 47. Jahrgang. No. 303. Uevevvlirk Hlnd Knrzgefasrtes. Es bleibt auch heute noch rauh, abermorgen schon steigt das Thermometer wie-der. Vorläufig noch Nordwind. Gouverneur Flower schlägt die gegen den Staatsanwalt Fellows in New Bork erhobenen Anklagen nieder. ln La Crosse hat heute eine Fcuers- brunft einen bedeutenden Schaden angc- richtet. Die Volkspartei in Rußland hat eine Reichsverfassung fix und fertig. Die New Aorker Bankreservefonds haben in den letzten acht Tagen um 554,- 850 Dollars zugenommen und übersteigen jetzt die vorgeschrieüenen 25 Prozent um 33,900,675 Dollars. Der Weizenmarkt ist heute fest und der Preis für Matlieferung hat sich aus 580581 gehalten; Mais ist matt zu 480481, Hafer zu 3izO§. Schweinefleisch ist sehr flau und stand heute Morgen aus 11.92z011.95, Schmalz auf 6.97z07.02z und Rippchen aus 6.02 z per Mai. Staatsauwalt Kern hat durch seinen Gehilfen Bottum der Grandjury mit- getheilt, daß er unschuldiger Weise verfolgt werde und eine Untersuchung verlange. Diesem Verlangen sollte unter allen Um- ständen Rechnung getragen werden. Die Zeiten müssen doch recht schlechtsein, wenn ein Stadtvater seine eigene Stimme und die von etwa 40 anderen Stadtvätern für lumpige §25,000 verkaufen will. Es hat eben Jeder unter den schlech- ten Zeiten zu leiden. Tekegrnptnsctie Depescken. Stecherei zwischen Lehrer und Schüler. Der letztere sollte geprügelt werden und stach nacb seinem Lehrer. Dieser stach wieder, und jetzt sind beide dem Tode nahe. Winsboro, Texas, 22. Dez. In Pictou hat zwischen dem Professor I. B. Gay und einem seiner Schüler, Na- mens Wilmer Randolph, ein ernstliches Gefecht stattgefunden. Randolph wollte dem Lehrer nicht gehorchen, und dieser wollte ihn deshalb züchtigen, als der Junge ein Messer hervorholle und dem Lehrer einen <L-lich beibrachte. Als er sich darauf flüchten wollte, zog auch Gay ein Messer und versetzte dem Jungen einen Such. Randolph stürzte nieder, und der Professor ging mit seiner blutenden Wunde nach dem nächsten Wohnhause. Aller Wahrfcheinlich- kect nach werden Beide, der Lehrer sowohl als sein Schüler, ihren Wunden erliegen. Gasexplosion. Zwei Männer schwer verbrannt. M u n c i e, Jnd., 22. Dez. Gestern Abend gingen John W. Miller Bom Wisehardt mit einer aus Papier zu- sammengedrehten Fackel in das Maschinen- haus der Bulterlellerfabrik, um ein Leck iu der Gasrühreu auszusinden. Die Folge war eine furchtbare Explosion, wo- durch das ganze Gebäude zertrümmert wurde. Miller wurde bewußtlos nieder- geworfen und würde iu den Flammen um- gekommen sein, wenn ihn Wisehardt nicht in's Freie geschleppt hätte. Durchgegangene Pferde. Lin alter Arzt überrannt und wahrscheinlich tödtlich verletzt. Galesburg, Jll., 22. Dez. Dr. E. L. Philipps, einer der ältesten hiesigen Aerzte, wurde gestern Abend an einer Straßenkreuzung von einem durch- gegangenen Gespann Pferde niedergcworsen und erlitt dadurch so schwere innere Ver- letzungen, daß seine Wiederherstellung von den Aerzten bezweifelt wird. Wohl nur eine Ente. Der Herzog von Teck als Fürst von Arme- nien genannt. London, 22. Dez. Eine Depesche an die „Daily News" aus Odessa sagt, daß die russischen Blätter ein Londoner Telegramm, in welchem gemel- det wird, daß der Herzog von Teck als Fürst eines zu errichtenden selbstständigen ar- menischen Staates genannt wird, ernstlichbesprechen. Glaubte, er sei in Amerika. Lin Lrpressungsversnch, der eine Verhaftung zur Folge hat. Paris, 22. Dez. Ein früherer amerikanischer Geheimpo- lizist, Namens Dauriac, welcher gelegent- lich als Berichterstatter für den „Figaro" thätig war, ist unter der Anklage verhaftet worden, den Versuch gemacht zu haben, von dem Bankier Senlös Geld zu erpressen. Guatemala rüstet. Die Regierung soll sechzig tausend Mauser- gewehre bestellt haben. Guatemala, 22. Dez. In Regierungskreisen circulirt das Ge- rücht, daß die Regierung 60,000 neue Astausergewebre für die Armee bestellt hat, und für die Bezahlung derselben die Zölle verpfändet, und den Personen, welche das Geschäft vermitteln, wichtige Landbewilli- gungen gemacht hat. Mimchrichlm ans HmM«. Eine angebliche royalistische Ver- schwörung entdeckt. TNehrere Personen verhaftet. Der Vulkan Kilauea in ungewöhnlicher Thätigkeit. San Francisco, 22. Dez. Der Dampfer „Arawa" bringt folgende, aus Honolulu am 14.Dez. datirte Spezial- correspondenz der assoc. Presse: Das Stadt-gespräch in letzter Woche bildete die Ent- deckung einer angeblichen royalistischen Ver- schwörung. Am letzten Samstag begab sich die Polizei nach dem Hause von John E.Busch, und verhaftete ihn und E. C. Erick unter der Anklage der Verschwörung gegen die Regierung; bei der Durchsuchung des Hauses wurden sieben Büchsen gefunden. Bald nachdem sie in das Gefängniß gebracht waren, kam Joseph Namohi, ein eingebore- ner Advokat, um sie zu besuchen, und wurde unter derselben Anklage in Haft genommen. Gegen Mitternacht wurden noch W. F. Weed und Emil Klemme verhaftet, der Elftere als Theilnehmer an der Verschwö- rung, und der Letztere, weil er in ungesetz- licher Weise Waffen in seinem Besitz gehabt hatte. Am Sonntag wurden mehrere Häu-ser von Verdächtigen durchsucht, aber keine Waffen gefunden. In der Montag Nacht fand man bei einer gründlichen Durch- suchung des von Erick bewohnten Hauses unter dem Fußboden vier Büchsen, zwei Pi- stolen und 150 Patronen. Die Gefangenen sind in getrennten Zel- len untergebracht, und werden am Montag verhört werden, nachdem Bürgschaft für die- selben verweigert worden war. Busch ist der Herausgeber einer kleinen Zeitung, in einheimischer und englischer Sprache, in wel- cher er die jetzige Regierung angriff, und den Eingeborenen die Versicherung gab, daß die Königin wieder eingesetzt werden würde. Erick ist ein englischer Chemiker, und war vor einem Jahre in der angeblichen Walker- Sinclair'schen Verschwörung verwickelt. Nach seiner Verhaftung wandte er sich an den britischen Commissär Homes um Schutz; es wurde ihm aber erwiedert, daß man nichts für ihn thun könne. Die Regierungsbeamten verhalten sich sehr schweigsam über die Angelegenheit, sagen aber, daß sie genügende Beweise in Händen haben, um die Verschwörer zur Strafe zu bringen. Während der letzten Tage haben hier und auf der Insel Hawaii mehrere Erdstöße statt- gefunden. Der Vulkan Kilauea entwickelt eine unge- wöhnliche Thätigkeit, und die alten Ansiedler prophezeien eine Ueberschwemmung als eine Folge der Erdbeben. Lin mörderischer Straßenräuber. Lin alter Farmer überfallen und erschlagen. Elkhart, Jnd., 22. Dez. Gestern Abend, um acht Uhr, wurde der 67jährige Jonathan Crumpacker, ein reicher, neun Meilen östlich von der Stadt wohnender Farmer, als er sich auf dem Heimwege befand, von einem Straßen- ränder überfallen. Er wurde durch einen -heftigen Schlag von seinem Wagen ge- schleudert, und seiner goldenen Uhr und seines Geldes, im Betrage von §35, be- raubt. Bald darauf wurde er von seinem, ebenfalls nach Hause zurückkehrenden Sohne gefunden, und erlag heute Morgen den Verletzungen. Von dem Mörder hat man bis jetzt noch keine Spur gefunden; der- selbe war bei dem Ueberfall in Strümpfen, um seine Spur möglichst zu verwischen. Der Winter im Anzuge. In Minnesota scheint er bereits eingezogen zu sein. St. Paul, 22. Dez. Während des gestrigen Tages sank das Thermometer hier in der unheimlichsten Weise, und wird heute Morgen ebne Zwei- fel den Nullpunkt erreicht haben. Im nördlichen Minnesota und tu Manitoba steht das Thermometer bereits unter Null; in Winnepeg und weiter nördlich gelegenen Plätzen steht cs von 4 bis 10 Grad unter Null. Seit gestern Mittag hat hier ein heftiger Wind geweht, aber es ist kein Schnee gefallen. Das Lachen war Schuld daran. Lin reicher lunggeselle lacht sich buchstäblich zu Tode. Bosi on, Jnd., 22. Dcz. Der in Uniontown wohnende Geschäfts- mann Frank Siegter ist gestern in Folge gar zu heftigen Lachens gestorben. Das Zerspringen eines Blutgefäßes und innere Verblutung führte den sofortigen Tod her- bei. Siegler war ein wohlhabender Jung- geselle und in den weitesten Kreisen feines urwüchsigen Witzes, und seines unbändigen Lachens wegen eine bekannte Persönlichkeit. Lin eigenthümlicher Dieb. Lin werthvolles Halsband bringt er zurück, aber einen Ring behält er. Denver, 22. Dez. Gestern wurden der Frau I. Everett Hastcr aus New Port, der Tochter der Frau Good, ans ihrem Zimmer im hiesigen „Brown Palace Hotel" ein Diamanthals- band im Werthe von §SOOO und ein Diamantring gestohlen. Andere werlh- volle Schmucksachen waren unberührt ge- blieben. Nachdem die Geheimpolizisten ihre Nachforschungen begonnen halten, wurde das Halsband in geheimnißvoller Weise in das Zimmer der Frau Hafter zu- rückgcbracht, aber der Ring bUeb ver- schwunden. Neue Unruhen auf Samoa in Sicht. Die Eingeborenen stellen die von den britischen und deutschenKriegs- schiffen zerstörten Forts wieder her. Der König Malietoa im Begriffe zu heirathen. San Francisco, 22. Dez. Der Dampfer „Arawa" hatfolgende vom 4. Dezember aus Samoa datirlen Post- nachrichten überbracht: Der bekannte No- vellist Louis Stevenson, ist am letzten Montag, den 2. Dezember, ganz plötzlich auf seinem prächtigen Landsitze, Vaitima, gestorben. Er hatte bis vier Uhr Nach- mittag gearbeitet, und wollte sich gerade zum Mittagessen begeben, als er von Kopf- schmerzen befallen wurde, und gleich darauf bewußtlos in einen Stuhl sank. Es wurde sofort ärztliche Hülse herbeigeholt, aber er erlangte sein Bewußtsein nicht wieder, und starb um acht Uhr Abends. Seinem vor dem Tode ausgesprochenen Wunsche gemäß, wurde er gestern auf dem, 1400 über der Meeresflächc erhabenen Gipfel des Berges Vaca in Gegenwart der vertrauteren Freunde der Familie begraben. Die Rebellen haben die Absicht erklärt, der Regierung bewaffneten Widerstand ent- gegenzustcüen, und bessern die kürzlichen von den britischen und deutschen Kriegs- schiffen zerstörten Forts bei Luluanu wie- der aus. Alles deutet darauf hin, daß wieder ernstliche Unruhen ausbrechen werden. Der Oberrichter hat sich, wegen der an- dauernden Krankheit seiner Tochter, für die Dauer von zwei Monaten nach Neu- Seetand begeben, und der Präsident Schmidt versieht jetzt seine Stelle, worüber bedeutende Unzufriedenheit herrscht. Weil den hiesigen Behörden die Milchet» luiig gemacht wurde, daß von Europa nach Samoa Munition gesandt worden sei, werden die einlaufenden Fahrzeuge durch- sucht, und soll alles Kriegsmaterial mit Beschlag belegt werden. Der König Malietoa steht im Begriffe ein Mädchen, Namens Sueina, die Tochter eines der bedeutendsten Häuptlinge, zu hei- rathen, und man glaubt, daß Malietoas Ansehen dadurch bedeutend befestigt werden wird. Lin toller Sund. vierzehn Personen von demselben gebissen. Salem, N. 1., 22. Dcz. Gestern Abend rannte ein toller Hund durch die Straßen und richtete ein entsetz- liches Unglück an. Vierzehn Menschen, vier Pferde und zehn Hunde wurden von dem Thier gebissen. In Folge des so- fortigen Eingreifens der Gtassabrikanten Gebrüder Craven, reisten sieben der verletz- ten Personen sofort nach New Uork, um sich im Pasteur-Institute behandeln zu lassen. Storch, der Oberlehrer der Hoch- schule war einer der ersten, der von dem tollen Hunde angegriffen wurde; dadurch entstand ein Zusammenlaus, ber welchem das Thier schnell hintereinander die nächst- stehenden Leute biß, ehe er erschossen wer- den konnte. Die Namen der Gebissenen sind: der Professor Storey, Stadtrath Henry F. Stickler, E. S. Carter, Jacob Scuer, Dr. I. C. Robinson. Charles rL-mith, James Ayers, Charles Bacon, Leo Miller, Charles Johnson, Lewis Neill, John Hart, Nora Nichols und Wm.Giles. GefährlicherFalschmünzer verhaftet. Derselbe hatte seit Jahren das Geschäft in großem lUaßstabe betrieben. Mexico. Mex., 22. Dez. Die Verhaftung von Manuel Arriga, welche hier vorgenommen wurde, ist von höchster Wichtigkeit. Derselbe hatte seit langer Zeit Falschmünzerei in großem Maßstade getrieben und seine Agenten wa- ren in der ganzen Republik vertheilt. Außer Arriga wurden noch mehrere seiner Agenten festgcnommen; die falschen Mün- zen wurden zu 37 Cents den Dollar ver- kauft, und da es verhältnißmäßig leichtwar, dieselben unterzubringen, so machte Arriga brillante Geschäfte. Die ATinisterkrisis. ' - r Ein besonderer Bote wird dem Kaiser in IVien die Resignation der ungari- schen Minister überbringen. Budapest, 22. Dez. Die ungarischen Minister haben einen besonderen Boten nach Wien an den Kaiser abgesandt, um demselben ihre Resignation zu Überbringer!. Der Entschluß des Kaiserswird am nächsten Donnerstag mitgetheilt werden. Es heißt, daß Banffy mit der Bildung des nächsten Cabinets beauftragt werden wird. Beim Kartenspiel erschossen. St. Louis, 22. Dez. Das Resultat eines Kartenspiels war, daß Patrick Noouan heule Morgen von John Laue erschosien wurde. Laue wurde kurze Zeit darauf in seiner Wohnung ver- haftet. Die Beschuldigungen aegen den Bezirksanwalt Fellows vom Gouverneur abgewiesen. Albany, 22. Dez. Der Gouverneur Flower hat die gegenden Bezirksanwall Fellows erhobenen Be-schuldtgungen abgewiesen. Schiffsnachrichten. In der Nacht gemeldet: Bremerhaven „Trave" von New York. Heute gemeldet: New York: Normannia von Ham-burg, Lucania von Liverpool. Verheerende Jeuersdrunst. Mehrere Geschäftsläden einge- äschert. Ein Todessprung aus dem dritten Stockwerk. La Crosse, Wis., 22. Dez. Kurz vor neun Uhr heute Morgen brach hier eine Feuersbrunst aus, welche eine der schlimmsten zu werden droht, die jemals die Stadt heimgesucht hat. Das Feuer entstand in dem „White House", einem Ne- bengeschäft der „La Crosse Dry Goods Company". Der bis kurz nach 9 Uhr an- gerichtete Schaden hat bereits die Höhe von §IOO,OOO erreicht und das Feuer ist noch nicht gelöscht. Frl. Hattie Lovejoy, die Vorsteherin des Putzwaarengeschäftes der Firma, sprang aus einem Fenster im drillen Stockwerke heraus, und trug wahrscheinlich tödtliche Verletzungen davon. Es wird befürchtet, daß auch die beiden angrenzendenGeschäftS- läden den Flammen zum Opfer fallen werden. Das Feuer war im Schaufenster ausge- brochcn, wo die für die Weihnachten aus- gestellten Sachen durch die dabei ausge- stellten Lichter in Brand geriethen. Die Verletzungen des Fräuleins Lovejoy haben sich später als nicht tödtlich heraus- gestellt. Sie erlitt einen Hüftenbruch und trug schwere Quetschungen an den Schul- tern und am Gesichte davon, wird aber wieder hergestellt werden. Der Verlust der „Dry Goods Co." be- trägt etwa §20,000 und ist zur Hälfte durchVersicherung gedeckt. Das Gebäude war §20,000 Werth und voll versichert. Der Krieg in Madagaskar. Lin britischer Offizier als Befehls- haber der Sowas. Noch mehr britische Offiziere bereit, in den Dienst der Königin vor: Madagascar zu treten. M a r s e i l l e, 22. Dez. Aus Madagascar wird die Ankunft des Oberst Sherviaton daselbst gemeldet, wel- cher den Befehl über die Howas überneb- men soll. Auch noch andere britische Offi- ziere sind angekommen, um in den Dienst der Königin von Madagascar zu treten. Die Howas erhalten eine Menge Waffen und Munition. Die französischen Truppen durchstreifen die Umgegend von Tamatave und Hallen die Howas in Schach. Im Norden und Westen der Insel sind Unruhen ausgebrochen, und zwischen den Howas und anderen Stämmen haben hef- tige Gefechte staltgefuudeu. Lin netter Onkel. Er versichert das Leben seines Neffen und schlägt ihn dann todt. London, Ont., 22. Dez. Soeben ist ein scheußliches Verbrechen entdeckt worden, welches in dem benachbar- ten Dorfe Middlcmarch vor Kurzem be- gangen wurde. Vor einer Woche verlor der Arbeiter William Hcnderstatt, welcher auf der Farm seines Onkels John Heklder- statt beschäftigt war, angeblich beim Holz- hauen das Leben. Sein Mitarbeiter, Wil- liam Weiter, machte die Mittheilung, daß Henderstatt von einem umstürzenden Baum erschlagen wurde. Später stellte es sich heraus, daß das Leben des Umgckommeuen in der „Covenaut Mutual" von Galesburg, Jll., mit §6OOO und in der „Mutual Re- serve" von New Ijork mit §SOOO versichert sei. Die Versicherung geschah nach dem Monat September, und die Versicherungs-summe war an John Henderstatt zahl- bar, welcher auch die Prämien bezahlte. Die Leiche von William Henderstatt wurde ausgegrabeu, und bei dem gestrigen Jnquest sagten fünf Aerzte aus, daß die an dem Körper gefundenen Wunden nicht von einem Baume herrühren konnten, sondern mehr Axtwunden glichen. In Folge dessen wur- den John Henderstatt und Weiter in Haft genommen. Heule wurden in Hendcrstatt's Wohnung blutige Kleider gefunden, wäh- rend die beim Holzhauen benutzten Aexte verschwunden sind. Hendershott ist ein reicher Farmer, und der ermordete Neffe und Wetter waren Bewerber um die Hand seiner Tochter. Stürmisches Wetter in England. Dasselbe hat an der Küste und auf dem Fest- lande bedeutenden Schaden angericbtet. London, 22. Dez. Seit gestern wüthen in ganz Groß- britannien heftige Stürme, und die Post- böte haben sich in allen Häfen verspätet. Von der Küste werden eine Menge Unfälle gemeldet. Allenthalben sind eine Menge Schorn- steine zusammengestürzt und in manchen Theilen Englands batte der Sturm eine Geschwindigkeit von 60 Meilen die Stunde. Der Dampfer Helen Mar ist an der Nordküste von Irland gestrandet, und vier Mann von der Besatzung sind ertrunken. Angeblicher Entwurf der neuen Verfassung für Rußland. wie dieselbe von der Fortschrittspartei vorge- schlagen wird. Berlin, 22. Dez. Der „Vorwärts" druckt heute einen an- geblichen Entwurf der neuen russischen Verfassung ab, welche von der Partei für Volksrechte für Rußland vorgeschlagen wird. Dieselbe schreibt ein kaiserliches Parlament, und für jede Provinz euieu Landtag vor. Jedes Mitglied des kaiser- lichen Parlamentes soll 200,000 Einwoh- ner vertreten, und durch allgemeine Wahl gewühlt werden. Der Czar soll das Ober- haupt des Staates bleiben. Städtisches. Das Wetter. Optiker Kleine, 76 Washington Str., berichtet für Chicago die folgenden Baro- meter-und Thecmometerstände: Um 8 Uhr Morg. 40 Gr., um 9 Uhr 40 Gr., um 10 Uhr 40 Gr., um 11 Uhr 42 Gr., um 12 Übr 42 Gr. Barometerstand um 8 Uhr Morg. 29.70, 12 Uhr 29.75. Weihnachtsfeier im Deutschen Alten- heim. Am Mittwoch, den 26. Dezember, Nachmittags H 2 3 Uhr, findet im Altenheim die Weihnachtsbescheerungs- Feierlichkeit statt. Mitglieder und Freunde sind freundlichst eingeladen, Theil zu nehmen. Auf dem Vahnzuge, der den Bahnhof Ecke Harrisonstraße und 5. Ave. um H 2 2 Uhr verläßt, werden Damen die Eisenbahntickets vorräthig haben, so daß die Hin- und Herfahrt nur auf 25 Cents zu stehen kommt. Die Comite-Mitglieder werden schon Vormittags nach Altenheim fahren. Lin Messerheld billigfortgekommen. Unter der lächerlich geringen Bürgschaft von §3OO wurde heute von Richter Dooley der desMordversuchs angeklagte Jos. Kotoa, ein Raufbold von Ruf, an's Criminalge- richt verwiesen. Kotoa hatte am 2. September in Ge- meinschaft mit Aug. Czada von 41. Str. einen Ball in Anderle's Halle mitgemacht. Czada war bei diesem Balle eins der Mit- glieder des Vergnügungsausschusses und hatte Kotoa, der sich unanständig betragen hatte, aus der Halle gewiesen. Der Hin- ausgeworfene lauerte Czada beim Schlüsse des Balles auf und fing sofort Streit mit ihm an. Im Verlauf desselben stieß er Czada sein Messer mit solcher Gewalt in den Kopf, daß die Klinge abbrach und bis heutigen Tages nicht herausgeholt werden konnte. Czada lag wochenlang im County- Hospital und wurde vor etwa 2 Wochen ent- lassen. Die Doctoren sind der Ansicht, daß er dem Wahnsinn in Folge Gehirnerwei- chung verfallen würde. Aus diesem Grunde hätte Richter Dooley eine hohe Bürgschaft festsetzen sollen. wollen sich wieder vereinigen. Dem Richter Eberhardt wurde heute der Drucker A. A. Grandpre unter der Anklage des Schwindels vorgeführt und auf seinen Wunsch bis zum 27. d. M. unter §4OO Bürgschaft gestellt. In unserer gestrigen Ausgabe haben wir seinen Fall, (er soll seine Geliebte Victoria Cassen von No. 114 Sibley Str. um §lO5, ihre Ersparnisse, beschwindelt haben) ausführlich beschrieben. Wie es den Anschein hat, wird die Angele- genheit außergerichtlich regulirt und die beiden zeitweilig Getrennten sich wieder ver- einigen. In einem Irrsinnsanfall Begebt Eimer Foster Selbstmord. Elmer Foster, ein Angestellter der Juwe- lenhandlung von E. V. Roddin L Co., No. 149 und 151 State Str., beging in verflos-sener Nacht wenige Minuten nach der zwölf- ten Stunde Selbstmord. Er schoß sich in seiner Wohnung, No. 32 Park Ave., eine Kugel durch den Kopf. Der Grund dieser That soll temporärer Wahnsinn in Folge von Ueberarbeitung gewesen sein. Foster war nur 32 Jahre und hatte den Posten des ersten Vorstehers in dem Juwelengeschäft inne. Es wurde ihm dort das Zeugniß aus- gestellt, daß er in Folge seiner Arbeitskraft und Beanlagung ein außerordentlich.erfolg- reicher Verkäufer war; er bezog einen guten Gehalt, der ihn allen Nahrungssorgen voll- ständig enthob. Er hatte in den letzten Weih- nachtstagen viele Stunden über die regel- mäßige Zeit gearbeitet. Lin verfehltes Dasein. Frau Rev. Bedall macht ihrem Leben durch Gift ein Ende. Frau L. Josephine Bedall, die Gattin von Rev. W. Bedall, einem Studenten in dem Garrett biblischen Institut, vergiftete sich ge- stern Nachmittag in Evanston mit Karbol- säure. Rev. Bedall verließ seine Wohnung in dem Hause No. 1016 Foster Straße um 10 Uhr Morgens, um sich in dem genannten Institut von dem Dr. Ferry in biblischer Encyclopädie prüfen zu lassen. Als er uni 12 H 2 Uhr von dort zurückkehrte, fand er seine Frau im Sterben. Ein Arzt wurde sofort gerufen, doch alle seine Bemühungen waren vergeblich und um 3H2 Uhr trat der Tod ein. Was die Frau eigentlich veranlaßte, ihrem Leben ein Ende zu machen, wissen weder ihr Mann, noch ihre intimsten Freunde. Die einzige Erklärung findet sich vielleicht in ei- nem Briefe an eine Frau Johnson in La Belle, Mo., wo die Bedall's bis vor zwei Jahren lebten. In diesem Briefe klagt Frau Bedell darüber, daß sie nicht würdig sei, die Gattin eines Geistlichen zu sein, da sie in ihrem Wissen und in ihrer Erziehung zu weit hinter einem solchen zurückstehe. Dieser Thatsachen sei sie sich erst in ihrem ganzen Umfange bewußt geworden, seit sie hier lebe und oft mit den Frauen anderer Geistlicher in Berührung gekommen sei. Sie schließt damit, daß ihr das Leben zu schwer sei, weil sie die Unmöglichkeit sehe, das in dieser Be- ziehung Versäumte nachzuholen. Unter hohe Bürgschaft gestellt. Robert Posten und seine „Frau" H. C. Patch, welche wie an anderer Stelle d. 81. mitgetheilt wird, vor Jahresfrist diePökler- firma Underwood L McCay N0.915—935 S. Halsted Str. durch geriebene Wcchsel-fülschungen um §30,000 schädigten und nahe an den Bankerott brachten, dann die Welt bereist hatten und gestern bei ihrer Rückkehr von dem Detectiv Dave Elliott verhaftet wurden, standen heute vor RichterBradwell, der sie bis zum 27. unter je §B9B Bürgschaft stellte. Aus dem Lriminalgericht. Urtheilsmilderungen. Vor Richter Brentano wurde heute der 14jährige Farbige Henry Parker, welcher des Raubes eines Gummirockes im Werthe von §2O überführt war, mit einer Verwar- nung entlassen. Eine Bürgschaft von §2OO wurde von seiner Mutter unterzeichnet. Das auf drei Jahre Zuchthaus lautende Urtheil gegen die Farbige Myrtle Howard, welche einen Mann um §125 beraubt halte, wurde von Richter Brentano auf acht Mo- nate Correctionshaus reduzirt. Der Be- raubte hatte sein Geld wieder bekommen und war an sich ein verkommener Levee- bruder. John Wells und Frank Briska wurden vor Richter Brentano heute Morgen schul- dig befunden, am 19.Oclober 500 Cigarren aus einem Geschäft geraubt zu haben. John Wells erhielt ein Jahr Zuchthaus zu- dictirl und Frank Briska, der minderjährig ist, geht nach dem Correctionshaus. In dem Prozeß gegenMinnie Starr und Emma Abrahams, welche am 29. Septem- ber Alfred D. Lawson in der Wirthschaft No. 370 State Str. um §225 beraubten und zu je achtzehn Monate Zuchthaus verurtheilt wubden, bemühte sich heute Morgen der Vertheidiger vergebens, von Richter Horton ein milderes Urtheil abzu- geben. Der Richter erklärte, daß das Urtheil ein sehr mildes sei; die Angeklag- ten hätten ihr Opfer mit Morphium, wel- ches sie in seine Getränke schütteten, be- wußtlos gemacht. Der Richter fällte dann das endgültige Urtheil. Feuerschutz für den Liolzhofbezirk. Im nächsten Frühjahr wird die Chicagoer Feuerwehr um eine Flotte von zehn Feuer- booten verstärkt werden, welche hauptsächlich dazu verwendet werden sollen, den Holzhof- bezirken einen besseren Feuerschutz zu oer- schaffen. Die Ausrüstung der Feuerboot-Flottille wird von den Besitzern der großen Holzhöfe und anderen Interessenten besorgt werden, die Boote sollen aber dann der Feuerwehr zuertheilt werden. Augenblicklich befindet sich die Angelegen- heit in den Händen eines Fllnfercomites, bestehend aus Vertretern der verschiedenen bei dem Unternehmen interessirten Parteien. Die Holzhändler sind darin durch C. B. Flinn, die Versicherungsgesellschaften durch Fred S. James, die Besitzer der Getreidespei- cher durch P. S. Valentine vertreten. Die übrigen beiden Mitglieder des Comites sind Feuermarschall Swenie und Ald. Madden, der Vorsitzer des stadträthlichen Finanz- comites. Die Kosten der Ausrüstung der Flottille werden auf etwa §15,000 berechnet, und wie es heißt, ist die Hälfte dieses Betrages be- reits auf dem Wege der Subskription auf- gebracht. Zu den für die Flottille auszuwählenden Booten sollen die besten Schleppdampfer, die den Fluß befahren, genommen werden. Sie sollen mit rotirenden Pumpen und genug Schläuchen ausgerüstet werden, wofür für jedes Boot die Summe von P 1,500 aufge- wendet werden soll. Die Boote sollen für gewöhnlich zu Schleppdampferdiensten ver- wendet werden. Bei Feuern, die in der Nähe des Flusses ausbrechen, sollen sie durch ein besonderes Signalsystem zum Feuerlösch- dienst berufen werden. Die Instandhaltung der Flottille sostj durch die Stadt besorgt werden, und die Be- mannung der Boote soll für ihren Dienst bei Bränden vo der Stadt bezahlt werden. Daß der vorliegende Plan, wenn er zur Ausführung gelangt, woran kein Zweifel mehr herrscht, vortrefflich arbeiten wird, läßt sich leicht denken. Mit einer solchen Flotte von Feuerbooten werden sich dieFeuer in den Holzhofbezirken, die stets bisher großeAusdehnung gewannen, leicht auf ihren Heerd beschränken lassen. Die Suche nach den Wahl-Doku- menten. Die Wahl-Commissäre sind auch gestern in ihzer Nachforschung nach den verschwun- denen Wahl-Dokumenten über die letzte Ma- yors-Wahl noch nicht soweit gekommen, daß sie etwas Positives über den Verbleib der Dokumente gefunden haben. Zwei im Countygebäude angestellten Zim- merleute. Alexander Moore von 596 Fair- field Ave., und O. Johnson aus Englewood, sagten aus, daß James Morahan, ein ehe- maliger Angestellter der Wahlbehörde und jetziges Mitglied der Grand-Jury, in ihrer Gegenwart und im Beisein des Hülfs-Ca- stellans des County-Gebäudes, S. S. Ba- ker, kurz vor oder nach der Novemberwahl erklärt habe, er sei bei der Verbrennung der Whl-Dokumente, die sich auf die letzte Ma- yors-Wahl bezogen, behülflich gewesen. Morahan selbst stellte es in Abrede, eine solche Aeußerung gethan zu haben und er behauptet, daß ihm die Aeußerung nur in den Mund gelegt sei, um ihm zu schaden. Am Montag wird die Untersuchung fort- gesetzt werden. In Freiheit. Das Mbergericht gewährt den Brüdern Meadowcrost einen Aufschub. Gegen )ZOOO Bürgschaft in Freiheit gesetzt. Heute Morgen traf vom Obergericht von Illinois die Bewilligung eines Super- sedeasbefehls, d. h. eines Aufschubes für Frank R. Meadowcroft und Charles Mea- dowcroft ein Der Supersedeasbefehl berechtigt die Verurtheilten zu einer Ent- lassung aus dem Gefängniß. Sie wurden heute Morgen von ihren drei Anwälten Clawrence Eddie, George House und Ex- Richter Collins nach der Sheriffsoffice ge- leitet und dort gegen eine Bürgschaft von je §3OOO in Freiheit gesetzt. Konnte nicht zahlen. Vor Richter Hoglund, welcher heute Morgen im Polizeigericht der O. Chicago Ave. zu Gericht saß, wurde William Lub- tone um §5 gestraft. Derselbe hatte den Expreßfuhrmanu H. G. Versoman, No. 873 Carroll Ave. wohnhaft, beauftragt, eine Ladung nach dem Northwestern Depot zu fahren. Als der Fuhrmann §3 für die Fahrt verlangte, erlarte Lubton kein Geld zu haben. Der Erpreßmann ließ den fau- len Kunden verhaften und §5 Buße wur- den ihm aufgebrummt. Line Weißkappengeschichte. Der „vereinigte Orden der auf der Westseite an der Arbeit. Jas. Dalton und Bob Leslie. zwei Bur- schen im Alter von 14—15 Jahren, die zu dem aus halbwüchsigen Jungen bestehenden „May-Str.-Gang" gehören und die wenig- stens im Monat einmal unter Diebstahls-anklagen dem Richter des Westseite Polizei- gerichts vorgeführt werden, aber nahezu je- desmal mit geringen Strafen fortkommen, sind Veranstalter einer Circusvorstellung, in welcher dreffirte Hunde u.s.w. für mäßi-ges Entree ihr Kunsttalent zeigen. In letzter Zeit waren die Einnahmen so gering, daß die Arrangeure Mangels verfügbaren Kapi- tals das Geschäft ausgeben mußten. Nun verlegten sich die Zwei, ebenso wie die ande- ren Mitglieder der Bande, wieder aufs Steh- len und suchten sich als erstes Opfer die an der Ecke der Harrison- und Maystraße ein Candygeschäft betreibende alte Frau Eli- zabeth Moore aus. Am Nachmittag des 10. Dezember schlichen sich die Beiden in deren Laden ein und denselben leer findend, füllte der Eine seine Taschen mit Cigarretten und der Andere nahm die etwa §l7 enthaltende Geldkiste untern Arm und mit dieser Beute verließen sie wieder den Schauplatz ihrer Thätigkeit. Doch gerade als Dalton die Thür schloß, kam die bestohlene Frau in den Laden, und sah sofort, woran sie war. Sie lief den Beiden nach und gab dem herbei- eilenden Detectiv Tyrrell eine genaue Be- schreibung der bereits ihrem Gesichtskreis entschwundenen Diebe. Sie wurden noch am selben Tage verhaftet. Nach verschiedenen Verschiebungen kam der Fall heute in Folge eines „change os venue" vor Richter Dooley zur Verhandlung und endete, da die Bestoh- lene aus Furcht vor den Folgen der Pro- zefsirung nicht als Zeugin aufzutreten wagte, mit der Freisprechung der notorischen Diebe. Sie hatte gestern den folgenden Brief er- halten: „Frau Moore: Wenn Sie darauf bestehen, die unschuldigen Knaben zu verfolgen, sowerden wir Sie in Ihren Hofraum Hinaus- schleppen und Sie grauhaariges Schwein durchpeitschen. Wir werden Sie des Mein- eids beschuldigen, da genug Leute an Hand sind, die beschwören werden, daß diese Kna- ben unschuldig sind, ebenso wie die anderen, die bereits auf Ihre Veranlassung verhaftet wurden. Nehmen Sie sich vor uns in Acht! ' Vereinigter Orden der Weißkappen." Dieser Brief, den die alte Frau uns heute im Original vorlegte, jagte sie so in Angst, daß, obwohl sie im Gerichtssaal anwesendwar, sie nicht dazu zu bewegen war, auf denZeugenstand zu gehen. Im Dooley'schen Gerichtssaal saßen wenigstens 30—40 Jun- gen, die nahezu alle bereits wegen Diebstahls und Raubansalls verhaftet waren, und die alle Bewegungen der alten Frau mit Luchs- augen beobachteten. Als Richter Dooley die zwei professionel- len Diebe frei ließ, und sie den Gerichtssaal verließen, folgte ihnen triumphirend die ganze Bande. Auf der Straße postirten sie sich und erwarteten die alte Frau Moore. Doch wurde dieselbe von Capt. Barcall's Leuten in Schutz genommen und die kleinen Strolche auseinander getrieben. In der be- schriebenen Gegend wurden im Laufe des letzten Monats zwei Personen, George Fay, und ein Anderer, dessen Name bis jetzt nicht ermittelt werden konnte, angehalten und be- raubt. Capt. Barcall ist entschlossen, die Bande aufzuheben, und sollten sie fortwäh- rend straffrei entlassen, oder wenn bestraft, ihnen auf Verwendung von politischen Freunden die Strafe erlassen werden, sich an Die zu wenden, welche diesen Umtrieben sicherlich ein schnelles Ende bereiten werden. Schießerei vor dem Gerichtslokale. Ein Pferdedieb verfolgt, anaeschossen und cingefangen. Gerade als Senator Mahonev vor Rich- ter Eberhard! heule Mittag einen Klienten in beredter Weise vcrtyeidigte, fielen auf der Morgaustraße, gerade in der Front des Gerichissaales nacheinander zwei Schüsse. Alles stürmte nun hinaus uns da sah man nun ein Gespann in vollster Carrierc, ge- folgt von einer Menge Polizisten, die Morgaustraße in nördlicher Richtung hin- absanfen. Das Gespann wurde gegenüber der Franklin'schcn Bildcrrahmenfabrik zum Stehen gebracht und mit seinem Kutscher, der einen Streifschuß im Ge- fechte erhallen hatte, nach der Marwellstr.- Polizeistation geschasst. In dem Kutscher wurde der berüchtigte Pferde- und Wagen- dieb John Igo identificirt. Das Gespann war am Abend vorher ans dem Leihstall des L. Bouchard gestohlen und die Polizeidavon benachrichtigt worden. Die Polizisten Keese und McCormick, die davon wußten, standen nun um die Mittagszeit vor der Thür des Eberhardl'- ! scheu GerichtSsaals, als Igo in dem ge- stohlenen Buggy vorbcijagle. Sie riefen ihm zu, stehen zu bleiben, doch kehrte sichIgo nicht daran und daraufhin erfolgte die Schießerei und Verfolgung. Igo wird am Montag dem Richter unter der Anklage des Pferde- und Wagcn'oicbstahls vorge- führt werden. seine Aussage zurück. James Johnson von No. 313 Van Buren Str. sitzt unter der Anklage des Mordes im County-Gefängniß. Er soll der Mann sein, welcher am 1. November den Conduc- teur Sanders von der Chicago und Great Western Eisenbahn beraubte und tödtete. Leonard Miller von No. 473 S. Morgan Str.. ist der Hauptzeugs gegen ihn. Er er- zählte den Polizisten Kilgallen und Pott daß Johnson ihm gegenüber die That cin- gestandcn habe und darauf wurde die Ver- haftung vorgenommen. Jetzt hat Johnsonseine Aussagen widerrufen und behauptet er habe alles gelogen. Man hält ihn fürhalb verrückt. JohnsonsFall kommt im Ja-nuar zur Verhandlung. Viehmarkt. . Schweine sind heute matt und Preise um5 Cents gefallen. Schwere brachten 4G 4 65, leichte 3.8004.25, durcheinander 3.95(g-4.40, grobe zum Pökeln 3.9504.15, „Pigs" 2.3503.90. im Preise unverändert. Schafe Zufuhr 17,000 Stück Schweine, 600i Rlndvleh, 8000 Schate.

Search all Chicago, Illinois newspaper archives

Explore other publications from Chicago, Illinois

All newspaper archives for December 22, 1894

Browse
Order a high-quality 18"x24" poster print of the page above.