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Abendblatt Newspaper Archives Dec 21 1894, Page 1

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Abendblatt (Newspaper) - December 21, 1894, Chicago, Illinoisvon der Illinois Lhicago, Freitag, 21. Dezember 1894. Preis 1 Cent. 47. Jahrgang. No. 302. Uever?vlii4r And Kurzg efa Kies. Der Wind schläg! heute Abend nach Nordwesten um und verursacht einen be- deutenden Temperatursturz. ln Bayern ist der Deutschamerika-ner Besold wegen eines angeblich an einem LandSmanne in Amerika verübten Mordes verhaftet worden. ln der Nachbarschaft von Lamar inColorado soll es zchniausend Hafen ans Leben gehen; lausend derselben wurden an einem Tage erlegt. Die erste Strecke der sibirischen Bahnist heute dem Verkehr übergeben worden. Fürst Bismarck hat sich nach Fried- richsruhe begeben. Der Judenhetzer Ahlwardt hat seine drei Monate in Plötzcnsee abgesessen. ;In Brewer in Maine hat sich beute früh der Schatzmeister der „Brewer Sav-ings Bank", F. P. Farrington mit Na-men, in seiner Wohnung erschossen. Weizen war hier flau und wurde im Maitermin mit 58»(ZZ gehandelt, Mais mit 482049, Hafer mit 32(1321. Schweinefleisch wich auf 12.02!, Schmalz auf 7.022, Rippchen auf 6.05. Eine intelligente Coroners-Jury hatdrei Angestellte des Kabelbarons Yerkes we- gen krimineller Fahrlässigkeit, den Unfall im Tunnel betreffend, an die Grandjury ver- lesen. Trotzdem klar zu Tage lag, daß den vorgeschriebenen Regeln zufolge die Conduc- teure im Tunnel kein Fahrgeld erheben dür- fen, sondern mit der Hand an der Bremse stehen müssen, daß aber die Kabelbahngesell- fchaft, damit ihr nur ja kein Nickel verloren geht, diese Regel thatsächlich aufgehoben hat, wurden nicht die Unternehmer, sondern dieAngestellten verantwortlich gehalten. Die Gesellschaft wurde nur „getadelt." Was die sich dafür tauft! Oberlehrer Morse ist wegen körperli-cher Züchtigung eines Schulknaben verklagt worden. Der Lehrer züchtigte den Knaben, weil derelbe angeblich ein Buch stahl, und der Lehrer sollte wieder gezüchtigt werden, weil er eingestandenermaßen die Regel des Schul- raths, welche körperliche Züchtigung ver- bietet, übertrat. Der Stadtrath hat gestern Abend die von Ald. McGillen befürwortete Schrulle, im Interesse des McCormick-Seminars und einiger Kirchen, auf der Nordseite einen Prohibitionsbezirk zu schaffen, abermals zu- rückgewiesen. Warum sorgt McGillen nicht dafür, daß das McCormick-Seminar, das ebensowohl ein Geschäft als eine Erziehungs- Anstalt ist, gleich anderen Geschäftsleuten Steuern bezahlt? Der Stiles'sche Scheidungs-Prozeß, welcher vor Richter Swing verhandelt wird, nimmt die Aufmerksamkeit des Gerichtshofes nun schon eine ganze Reihe von Wochen in Anspruch. Es ist in hohem Grade zu be- dauern, daß es hungrigen Advokaten gestattet ist, nach Belieben zu schalten, und weil ihnen nach fetten Honoraren gelüstet, den widerwärtigen Skandal in die Länge zu ziehen. Dem Vernehmen nach hat die „Civic Federation" Beweise dafür in Händen, daß innerhalb der Polizei eine Verbindung exi- stirt, welche die Verbrecher brandschatzt, und daß die Town-Assessoren sich in der scham- losesten Weise auf Kosten der Steuerzahler bereichern. Tekestrapknscüe Depescüeir. Wann über Bord. Das britische Schiff Lnrydice verliert bei einem heftigen Sturm einen Mann seiner Besatzung. New York, 21. Dez. Das britische Schiff Eurydice hat auf der Fahrt von Liverpool nach hier einen Mann von seiner Besatzung verloren. Die „Eurydice" ging am 29. Oktober mit einer Besatzung von fünfzig Mann von Liver- pool ab, und hatte im irländischen Meer und im St. George's Canal zehn Tage lang mit heftigen widrigen Winden zu kämpfen. Das Schiff Halle nur eine kleine Ladung Salz als Ballast an Bord. Am 13. Dezember entstand etwa nur hundert Meilen vom hiesigen Hafen ein heftiger Sturm, und alle Mann erhielten den Be- fehl, Segel einzunehmen; die Scc ging hoch, und das Schiff arbeitete heftig, und während sechs Mann das große Marssegel refften, fiel einer derselben bei einer hefti- gen Schwankung des Schiffes über Bord. Es war ein junger, zwanzigjähriger Ma- trose, Namens Williamson, aus Liverpool. Trotz aller Anstrengungen, den Verunglück- ten zu retten, fand derselbe feinen Tod in den hochgehenden Wellen. Union- und Nichtunionarbeiter. Wie sich eine Arbeiterin ihrer Haut wehrt. Ellwood City, Pa., 21. Dez. Sheriff Douthitt ist hierherberufen wor- ben, um die Nichtunionarbeiter der Wciß- blcchfabrik zu beschützen, welche ihren Be- trieb wieder ausgenommen hat. In der- selben arbeiten etwa sechzig Männer und Frauen. Susie Weavcr, ein Pittsburger Mädchen, welche in der Fabrik arbeitet, wurde heute, als sie sich auf dem Heimwege befand, von Freundinnen der früheren Ar- beiter verhöhnt. Sie zog einen Revolver hervor und feuerte mehrere Schüsse in die Luft ab, worauf die Frauen schleunigst Reißaus nahmen. Wie cs heißt, ist gedroht worden, das Gasthaus, in welchem die Ar- beiter untergcbracht sind, in Brand zu stecken, und dasselbe wird jetzt scharf be- wacht. Fürst Bismarck. Derselbe ist heute nach Friedrichsruhe äbge- reist. Berlin, 21. Dez. Fürst Bismarck ist heute von Varzin nach Friedrichsruhe abgereist. Der „Llown" Dolly Varden todt. Aller Wahrscheinlichkeit nach beging er Selbstmord. New York, 21. Dez. Dolly Varden, welcher vor zwanzig Jahren ein beliebter „Clown" war, wurde gestern Abend in seinem Zimmer als Leiche aufgefunden. Das Gas war angedreht, und man glaubt, daß er Selbstmord be- ging. Varney Carroll, der Reiter auf unge- satieltem Pferde und Dolley Varden, gaben vor zwanzig Jahren in einem Cirkus Vor- stellungen. Varden war ein Zwerg und ritt auf Carroll's Kopf im Cirkus umher; später gab er mit Melville und Sebastian Vorstellungen. In den letzten Jahren hatte er sich allenthalben Herumgetrieben, und seine früheren Cirkusfreunde hatten nichts mehr von ihm gehört. „Billy" Burk, der „Clown" der Jetztzeit, traf Varden vor einigen Wochen, und der Zwerg, der zu einem alten zusammenge- schrumpften, fast fünf Fuß hohen Manne herangewachsen ist, bat ihn um Beschäfti- gung. Er sagte, daß er verheirathet sei und Frau ud Kind habe, welche in Westchester wohnten und Nachbarn von Carroll's Wittwe seien. Er erhielt Beschäftigung und trat in dem „Eight Ave. Museum" in einer Pantomime als Dämon auf. In letzter Woche beschloß W. M. Daven mit ihm eine Vorstellung zu geben; am Mittwoch fand die Probe statt, und Varden ging mit Daven nach Hause. Frau Daven bemerkte Gasgeruch, und als die Thür von Varden's Schlafzimmer er- brochen wurde, lag derselbe todt im Bette. Lin läZerparadies. An einem Nachmittage wurde mehr als tausend „Zacks" das Lebenslicht ausgeblascn. Lamar, Col., 21. Dez. Gestern Morgen um 11 Uhr kamen 150 Jäger aus Denver, Pueblo, Colorado Springs und anderen Städten hier an, und zogen sofort nach dem Arkansas-Fluß und in östlicher Richtung von der Stadt aus, wo sie ein Kesseltreiben auf Hasen veranstalteten. Ehe am Nachmittage der letzte Schuß gefallen war, hatten über 1000 derselben, sogenannte „Jacks" ihr Leben lassen müssen; vier Jäger aus Pueblo er- legten in zwei Stunden 225 Stück. Heule soll die Knallerei wieder losgehen, und zwar mit verstärkten Kräften, so daß es zu Weihnachten an Hasenbraten in der Ge- gend nicht fehlen wird, denn die Jäger sind entschlossen, es auf 10,000 Hasen zu brin- gen, ehe sie sich auf den Heimweg machen. Augelwechsel mit einem Einbrecher. vergebliche Jagd eines Zeitungsmannes auf denselben. Jerseyville, Jll., 21. Dez. Gestern Morgen wurde Joseph M. Page, der Herausgeber des „Jersey County Demo- krat", und Sekretär des nationalen und JllinoiserPreßklubs, durch das Geräusch, weiches ein Einbrecher in seinem Hause verursachte, aus dem Schlafe geweckt. Er stand auf, nahm seinen Revolver zur Hand und trat in dre Halle, worauf der Ein- brecher, welcher sich am anderen Ende der- selben befand, schleunigst den Rückzug an- trat, und durch die Hinlerthür das Haus verließ. Page verfolgte ihn so weit als möglich, und feuerte, als er nichts von dem Manne sab, einen Schuß nach der vorderen Pforte ab, durch welche der Einbrecher die Straße erreichen mußte. Der Schuß wurde von entgegengesetzter Richtung her er- wiedert, worauf Page noch mehrere Male feuerte, jedoch ohne Erfolg. Später fand man, daß sich der Dieb im Schatten des Hauses verborgen gehalten Halle, bis die Verfolgung eingestellt worden war. War angeblich hypnotisirt worden. Lin Mörder erklärt, das Mpfer eines Hypno- tiseurs zu sein. Wellington, Kan., 21. Dez. Gestern hat Tom McDonald, dessen Prozeß jetzt hier verhandelt wird, eingestan- den, daß er der Mörder von Tom Pallon ist. Patton wurde im letzten Mai auf einer Farm in der Nähe von Eonway Springs ermordet. McDonald sagte, daß Anderson Gray, ein reicher Grundbesitzer, ihn durch seine hypnotische Kraft gezwungen habe. Patron zu ermorden, weil dieser in einem Prozesse über ein Stück Land ein wichtiger Zeuge gegen Gray war. Die Mehrzahl der Leute hier glauben, daß wirklich ein Fall von Hypnotismus vorlicgt. Bei der Ge- legenheit kamen mehrere Fälle von scheuß- licher Grausamkeit von Seilen Gray's an's Tageslicht. Lin betrügerischer Postmeister. Lr verliert von Mnkel Sain's Geldern im Hazardspiel. Durango, Col., 21. Dez. Der Postamtsinspcctor Williams hat in der Abrechnung des hiesigen Postmeisters Stearns einen Fehlbetrag von GIBOO ent- deckt, und die Bürgen desselben haben die Verwaltung des Amtes übernommen. Stearns hat seine Schuld eingestanden und erklärt, daß er das Geld im Spiel verloren habe. Stearns war an Stelle des vom Präsidenten Harrison ernannten Post- meisters, dessen Kasse ebenfalls nicht stimmte, zu dem Amte ernannt worden. Lin (Oberst erschossen. Liner seiner eigenen Leute der Mörder. Calcutta, 21. Dez. Oberst Money, vom 9. bengalischen Lan- cierregiment, ist von einem Soldaten seines eigenen Regiments erschossen worden. Diphtherie im New tzorker Ainder- Asyl. Seit acht Wochen haben achtzig Lrkrankungs- und sechszehn Todesfälle stattgesunden. New York, 21. Dez. Währed der letzten acht Wochen ist in dem New Yorker Kinder-Asyl in Mount Vernon die Diphtherie epidemisch ausgetreten. Trotz der Thatsache, daß mehr als achtzig Kinder von derKrankheit befallen wurden, von denen wenigstens sechszehn starben, hat man jetzt erst etwas davon erfahren. Die Krankheit beschränkt sich nicht allein auf die Insassen des Asyls, denn auch einer der drei dort woh- nenden Aerzte, Dr. Peck, ist erkrankt und be- findet sich jetzt noch in ärztlicher Behandlung. In dem Asyl befinden sich gegenwärtig 364 Kinder, im Alter von drei Wochen bis zu fünf Jahren; außerdem wohnen dort 160 Mütter und 12 Krankenwärterinnen. I. Edloard Simmons, der Präsident der „Fourth National Bank", ist der Präsident des Asyls. Einerder ersten Diphtheriefälle war der des kleinen Walter Fisher, welcher Ende des letzten Septembers starb. Einige Tage darauf fanden weitere Erkrankungen statt, woraus der Gesundheitsbeamte benach- richtigt wurde, welcher die Wohnungen räu- men ließ und in einem der Häuser eine Qua-rantäne einrichtete. Eine bakteriologische Untersuchung ergab, daß die Seuche in der schlimmsten Form aufgetreten war, und seit dem ersten Erkrankungsfalle sind über acht- zig Fälle von Diphtherie behandelt worden. Die Gesundheitsbehörde von Mount Vernon hat jetzt über die ganze Anstalt die strengste Quarantäne verhängt und die Aufnahme von Kindern aus der Stadt verboten, bis sämmt- liche Patienten hergestellt sind. Lin puritanischer Sieg. Drei Lokalen die Lrlaubniß zu Sonntaqs- Lonzerten entzogen. Boston, 21. Dez. Nach einer mehrerer Stunden währenden Erecutivsitznng hat der Polizeirath in einer Berathung über das Statthafte der Sonn- tagabendconzerle beschlossen, dem Palace Theater, dem Howard Athenäum und dem Grand Dime Museum die Erlaubniß dazu zu entziehen. Der Grund, weshalb jenen drei Plätzen die Conzertlizens genommen wurde, war daß die Direktoren derselben das Programm eines „Sacred Concert" nicht einhielten. Die Erlaubniß dazu war vom Sladlralh ertheilt worden, aber nach einem Gesetze vom Jahre 1894,har die Po- lizeibehörde das Recht, dieselbe zurückzu- nehmen. Der jetzige Beschluß des Polizei- ralhes wird von den Führern der Gegner der Sonnlagsconzerte als ein Sieg be- trachtet. Vielleicht ermordet. Lin Farmer mit rroo in der Tasche, seit zehn Tagen vermißt. Greensburg, Jnd., 21. Dez. Seit zehn Tagen wird der in der Nähe von Milford wohnender Farmer George Kanaufe vermißt. Als er zuletzt gesehen wurde, befand er sich hier in der Stadt, und halte aus einer Bank H3OO gezogen. Dies mit dem Gelds, das er bei sich trug, machte eine Summe von 8700, welche er, wie man wußte, in seinem Besitze batte, als er zuletzt gesehen wurde. Alle Nachfor- schungen nach dem Vermißten waren bisher vergebens, und cs wird jetzt vermuthct, daß er ermordet wurde. Labinetskrisis. Dieselbe hat möglicher Weise Unruhen zur Folge. Buenos Aires, 21. Dez. Sennor Coster, der Minister des Aeu- ßeren und Innern hat seine Resignation cingereicht. Auf dringenden Wunsch des Präsidenten jedoch, wird er noch auf kurze Zeit im Amte bleiben. Aller Wahrschein- lichkeit »ach werden auch derFinanzmiuifter Terry und der Justizminister Zapata ihre Resignation einreichen, sodaß nur der stell- vertretende KricgSminister, Oberst Panza im Amte bleibt. Es beißt, daß nach der Vertagung des Congresses die früheren Minister Qnintona und Campos in das Cab inet eintrelcn werden, in welchem Falle Schwierigkeiten entstehen mögen, wodurch der Präsident zum Rücktritt gezwungen werden könnte. DerHerzog von Licignana, der italienische Gesandte inArgentinien, ist unter eindrucks- vollen Feierlichkeiten beerdigt worden. Gewaltthätige Landstreicher. Lin Bewohner in das Bein geschossen. Norwalk, 0., 21. Dez. Gestern Morgen kamen in Fremont vier Landstreicher auf einen Lokalzug der Lake Shore Bahn, und zwischen den Stationen Fremont und Clyde raubten sie einen Ge- schäftsreisenden vollständig aus. In Nor- walk verwundete einer der Vagabunden den Bewohner William Giles durch einen Schuß in das Bein, worauf sie vom Zuge sprangen und verschwanden. Einer der strolche jedoch, Namens James Casey wurde am Nachmittage verhaftet. Der Judenfresser Ahlwardt. Nach einem dreimonatlichen Lursus in Plötzensee hielt er sofort wieder eine große pauke. Berlin, 21. Dez. Rektor Ahlwardt, der bekannte Antise- mit ist aus Plötzensee entlassen worden, nachdem er wegen Beleidigung von preu- ßischen Beamten, in einer in Essen Anfangs dieses Jahres gehaltenen Rede, eine drei- monatliche Strafe dort abgesessen hatte. Er hat sofort in einer großen Versammlung eine Ansprache gehalten. Zweiradfahrer in der Klemme. Sie wollten sich um die Welt durchstrampeln, aber das Wasser war ihnen im Weqe. San Francisco, 21. Dez. Wm. Breckenridge und Earl I. Waller aus Chicago, den Zweiradfahrern, welche die Reise um die Welt machen wollten, und kürzlich hier ankamen, haben sich Hinder- nisse in den Weg gestellt, und sie werden ihre Fahrt nicht weiter sortsetzen. Sie befin- den sich in einer bösen Klemme, und müssen, wie einer von ihnen sagte, möglicherweise zu Fuße nach Hause zurückkehren. Sie hat- ten gehofft, nach Australien freie Ueber- fahrt zu erhalten, aber als sie sich deshalb an die hiesige Dampfergesellschaft wand- ten, wurde ihnen dies rundweg abgeschla- gen. In den letzten paar Jahren war die Zahlvon derartigen schnorrendenWettbolden eineso große, daß die Agenten der Dampfer- linien dem Unwesen schließlich ein Ende ge- macht haben. Breckenridge vertritt ein Syn- dikat von Zeitungen, und hoffte für seine Ueberfahrt mit Anzeigen bezahlen zu kön- nen; da dies aber nicht angenommen wurde, und die Fahrt nach Australien 8200 lostet, und er so wenig als sein Begleiter Geld hat, so sitzen Beide auf dem Trockenen. Sie gestehen ein, daß sie auf ihrenStrampelrädern nicht durch die sogenannte Wüste gefahren sind, und behaupten, daßdies überhaupt noch von Niemand gethan sei. Beide Abenteurer möchten jetzt gern wieder nach Chicago zurückreisen. Vielleicht wieder ein Versicherungs- schwindel. Lin mit §40,000 versicherter Todter, der sich möglicher Meise noch recht munter und wohl befindet. Los Angeles, Cal., 21. Dez. Die Lcbensversicherungs - Gesellschaften glauben, daß sie wiederum einem auf ihre Kosten verübten Schwindel auf die Spur gekommen sind. Vor ungefähr sechs Mo- naten fand A. I. Mead in Folge eines Unfalles seinen Tod. Er wurde schwer verletzt von Mitgliedern seiner Familie hinter seinem Hause aufgefunden, aber erst zwölf Stunden darauf wurde ein Arzt ge- rufen. Mancherlei' Umstände bei dem Tode Mead's waren einigermaßen geheim- nißvoller Art. Er hatte sein Leben in ver- schiedenen Gesellschaften mit 840,000 ver- sichert, und alle Summen, bis auf 85000 in der „Inter State Casualty" von New York wurden bezahlt. Die Gesellschaften lirengten schließlich eine Untersuchung an. und behaupten, jetzt entdeckt zu haben, daß der Hauptzeuge für die Mead'sche Familie einen Meineid beging, als er aussagte, daß er ein Augenzeuge des Unfalles gewesen sei, während er Mead gar nicht gekannt hat. Die Untersuchung der armenischen Greuel. Berathung des amerikanischen Gesandten mit dem türkischen Großvezier darüber. Konstant inop e l, 21. Dez. Der amerikanische Gesandte, Alexander W. Terrell, hat gestern mit dem Groß- vezier, dem General Djevda Pascha, eine lange Unterredung gehabt, in welcher die Frage über die Absendung eines amerika- nischen Delegaten mit der türkischen Com- mission zur Untersuchung der armenischen Greuel, eine endgültige Erledigung gefun- den hat. Das Resultat der Berathung ist hier nicht bekannt, aber man glaubt, daß Terrel über die Angelegenheit eine De- pesche nach Washington gesandt hat. Die vatikanischen Ausstellungsge- genstände. Dieselben werden morgen einem Vertreter des Papstes übergeben. Neapel, 21. Dez. Der Befehlshaber Newell, vom Bundes- kreuzer Detroit, reist heute Abend in Be- gleitung von vier Offizieren und nenn Matrosen nachNom ab, uM die vatikanischen Andenken, welche auf der cotumbischen Weltausstellung aufgestellt waren, dem Mgr. O'Conncll zu übergeben, der sie im Namen des Papstes in Empfang nehmen wird. Hungrige Frauen und Kinder. Straßcnunruhen in der Hauptstadt von Peru. Lima, Peru, 21. Dez. lieber 4000 Frauen und Kinder ver- langten heule vom Präsidenten Caceres Lebensmittel; dieser aber ließ sie ausein- ander jagen. In Folge dessen entstanden Ruhestörungen, welche drei Stunden lang dauerten, und wobei viele Personen ge- tödtet und verwundet wurden. Schwere Anklage. Lin Deutsch-Amerikaner in Baiern wegen Mordes verhaftet. M ü nchen , 21. Dez. Anton Besold, gebürtig ans Kitzingen, ist in Dettetbeck in Baiern, unter der An- klage verhaftet worden, den ZuckerbäckerJoseph Doell in Amerika ermordet zu haben. Beide waren vor mehreren Jahren nach Amerika ausgewandert. Die sibirische Eisenbahn. Line 225 Meilen langen Strecke sertiggestellt. Wladiwostock, 21. Dez. Gestern wurde eine 235 Meilen lange -strecke der neuen sibirischen Eisenbahndem Verkehr übergeben. Unheimlicher Fund. In einer abgelegenen Gegend werden zwei menschliche Skelette gesunden. Raucocas, N. 1., 21. Dez. Gestern wurden am Ufer des Raucocas- Flusses, zwischen hier und Mount Holly, von Sandfuhrleuten die Skelette von zwei erwachsenen Personen aufgefunden. Die- selben lagen einige Zoll von einander ent-fernt, und etwa fünfzehn Zoll unter der Erd- oberfläche. In der Stirn des einen Skelettes befand sich ein Loch, wie von einer Kugel her- rührend, was zu der Annahme Veranlassung giebt, daß beide Personen ermordet wurden. Es wurde nicht die geringste Bekleidung an den Skeletten gefunden, ebensowenig war eine Spur von Särgen zu entdecken. Der Platz, wo die Gebeine aufgefunden wurden, ist ein äußerst abgelegener, und von jeder menschlichen Wohnung weit entfernt. Frische Apfelsinen. Die erste Sendung heute nach dem Msten abgegangen. Riverside, Cal., 21. Dez. Heute ist die erste Sendung von Apfel- sinen von hier nach dem Osten abgegaugen. Die Apfelsinenernte hat langsam gereift, wird aber jetzt schnell für den Verkauf fertig. Die Ernte wird auf 2,700 Bahn- Wagenladungen veranschlagt. Gold nach Luropa. Ueber zwei Millionen Dollars gehen morgen außer Landes. New York, 21. Dez. Mit dem morgen abgehenden Dampfer wird Gold im Betrage von 82,150,000 nach Europa abgehcn. Dasselbe wird von folgenden Firmen versandt: Lazare Freres, 8750,000; Ladcnbnrg, Thalman L Co., 81,000,000, und Hoskier, Wood «L Co. 8400,000. Die letztere Firma mag noch einen größeren Betrag absenden. Nleuterische Soldaten. Dieselben werden jedoch ohne Blutvergießen zu paaren getrieben. Panama, 21. Dez. Unter den in Nocas del Toro stationir- Truppen entstand gestern eine Revolte. Es gelang jedoch mit Hülse der treugebliebcnen Mannschaften dieselbe noch rechtzeitig zu unterdrücken und die Ordnung wiederher- zustellen. . -O Lord Randolph Lhurchill leidend. Seine und seiner Fran Ankunft in Marseille heute erwartet. London, 21. Dez. Die Freunde des Lord's Randolph Churchill haben schlechte Nachrichten über- feinen Gesundheitszustand erhallen. Der Lord wird heute mit seiner Frau aus dem Osten in Marseille eintreffcn. Friedensunterhandlungen. Ls heißt, daß Japan direkt mit Lhina unter- handelt. Shanghai, 21. Dez. Aus guter Quelle wird heute berichtet, daß zwischen Peking und Tokio direkte Friedensnnterhandlungen im Gange sind. Die japanische Flotte hat Port Arthur verlassen und eine südliche Richtung ein- geschlagen. Der Bestimmungsort derselben ist unbekannt. - S>chiffsnachrichten. In der Nacht gemeldet: Glasgow „Sarmatian" von Boston. Rotterdam „Edam" von New York, „Maasdam" von New York. London „Manitoba" von New York. Antwerpen „Otranto" von Baltimore. New York „Sorrento" von Ant- werpen. Southampton „Trave" von New- York, „New York" von New York. Queenstown „Adriatic" von New- York. Neapel „Fürst Bismarck" von Ncw- York. New York „Taurestina" von Shields. Heute ge,neidet: Genua: „Fürst Bismarck" von New York. Ch r i sti ansu nd: „Venetia" von New York.Liverpool: „Campania" von New York, „Sagamore" von Boston. New York: „Weimar" von Bremen. städtisches. Das Wetter. Optiker Kleine, 76 Washington Str., berichtet für Chicago die folgenden Baro- meter- und Thecmometerstände: Um 8 Uhr Morg. 50 Gr., um 0 Uhr 52 Gr., um 10 Uhr 56 Gr., um 11 Übr 58 Gr., um 12 Übr 60 Gr. Barometerstand um 8 Uhr Morg. 29.50, 12 Uhr 29.45. Briefkasten. F. I. Wenn Sie durchaus darauf be- stehen, daß das Veilchen für die Ver. Staa- ten die Nationalblume sein soll, so haben wir nichts weiter einzuwenden. Das Veilchen als Sinnbild der Bescheidenheit ist ja auch recht bezeichnend für unsere Politiker, Temperenz- weiber, Heulpfaffen und das Protzenthum überhaupt. Um Stellungsuchenden bei der gegen- wärtigen Nothlage das Erlangen von Be- schäftigung zu erleichtern, nimmt das AbendblattStellengesuche unentgeltlich auf. Die Brüder Weadocroft Thun sich gütlich imLountygefäugniß. Be- ziehen gute Mahlzeiten aus Restaurants. Hoffen, daß sie Weihnachten in ihrem Heim verbringen. Die Brüder Meadowcroft erhielten heute Morgen den Besuch ihrer Frauen und des Bürgen Woods. Sie ließen sich ein elegantes Menu aus einem benachbarten Restaurant bringen und studirten eifrig die Morgen- zeitungen. Sie hoffen, daß das Obergericht schon in einigen Tagen den „Supersedeas"- oder Aufschubsbefehl erlassen wird, so daß sie die Weihnachtstage in ihrem Heim zu- bringen können. Wegen eitles Hundes. Robert Davis von Eugene Sullivan tödtlich verwundet. In dem Erdgeschoß des Hauses No. 433 Clark Str., wohnte ein junger Mann Na- mens Robert Davis, dessen Mutter daselbst eine Speisewirthschaft betreibt. Heute Mor- gen zwischen 12 und 1 Uhr gerieth Davis mit einem anrüchigen Menschen Namens Tony Raggio eines Hundes wegen, dem er ei- nen Fußtritt versetzt hatte, in Streit. Rag- gio rief zu seinem Beistände zwei Kumpane, Eugene Sullivan und James Hines herbei. Sullivan zog seinen Revolver und feuerte mehrere Schüsse ab. Als der Rauch sich ver- zogen hatte, lag Davis tödtlich verwundet, mit zerschossenem Leib am Boden. Der Verwundete wurde nach dem County-Hospi- tal gebracht. Die Polizisten Fitzgerald und Burns ka- men durch den Knall der Schüsse, aufmerk-sam gemacht, zur Stelle und verhafteten Sullivan, Raggio und Hines. Die Aerzte im Hospital erklären, daß Da- vis seiner Wunde erlegen werde. Geffentliche Arbeiten. Im städtischen Oberbaucommissariat wurden heute die Angebote für die Aus- führung nachstehender Arbeiten, bezw. für Lieferungen geöffnet: Für den Bau zweier temporrer Dämme quer über den Illinois und Michigan Kanal, oberhalb und unter- halb der Kanalschleusen nahe den Bridge- porter Pumpwerken, sowie für die Trocken- haltung des durch diese beiden Dämme ab- geschlossenen Raumes für die Zeit, die er- forderlich ist, um die nöthigen Reparaturen der Schleuse vornehmen zu können, und schließlich für die Wiederentfernung de.r Dämme nachgethaner Reparatur. Im Zusammenhang damit steht die Lieferung von 60,000 Fuß Fichtenbauholz für die Ausführung jener Reparaturen, für welche Dämme nach gethaner Reparatur. Im ebenfalls die Angebote geöffnet wurden. Ferner wurden Angebote für die Repa- ratur der Dampfkessel in der Pumpstation an der Harrisonstraße entgegengenommen. In allen drei Fällen werden die Contrakte in den nächsten drei Tagen vergeben werden. Lin sensationeller Prozeß. Richter Stein verhandelt seit zwei Tagen einen Prozeß desDienstmädchens LedeTotzka gegen Frau Lettie Taylor von No. 423 Oak- straße auf 823,000 Schadenersatz für an- geblich erlittene Mißhandlungen. Lede ist jetzt nur ein armes Dienstmäd- chen, sie ist aber die Erbin eines großen Ver- mögens, das ihr demnächst Zufallen wird. Frau Taylor ist ein eifriges Mitglied der ersten Methodistischen Episcopalkirche des Rev. D. Fawett und außerdem eine Doktorin der Glaubensheillehre. Die Mißhandlungen, welche Lede angeb- lich von Seiten der Frau Taylor auszustehen gehabt hat, bestanden darin, daß die Letztere sie für irrsinnig erklärte und sie auf ihre Weise zu kuriren suchte. Später soll Frau Taylor den Versuch gemacht haben, Lede zu veranlassen, mit dem Rev. Nichols in einem Zimmer zusammen zu schlafen. Dann wie- der habe Frau Taylor sie für schwanger er- klärt und sie gezwungen, sich ihrer Behand- lung zu unterwerfen. Rev. Fawcett soll der Frau Taylor bei den Mißhandlungen des Mädchens behülflich gewesen sein. Die Verhandlung verspricht sensationelle Enthüllungen. Gegen Bürgschaft frei. Thomas Moran, Robert A. Love und Gustav W. Dahlen, welche von denCoroners- geschworenen dem Criminalgericht überwie-sen wurden, erhielten heute Morgen auf eine Bürgschaft von je 8-3000 ihre Freiheit. Der Anwalt für die Westseite Kabelbahn, Edmund Furthman, leistete die Bürgschaft. Lrhalten keine Hülse. In dem Hause 637 S. Morgan Str., wohnt in mehr als ärmlichen Umständen eine Familie O'Neill. Zwei Kinder der Familie liegen am Scharlachfieber darnieder, aber weder die Polizei noch die Behörde des County - Hospitals hat bisher der Aufforde- rung des Gesundheits-Commissärs Folge ge-leistet, einen Ambulanzwagcn zur Ueberfüh- rung der kranken Kinder nach dem Hospital zu stellen. Hülse thut hier noth und die Po- lizei bezw. das County sollte gezwungen wer- den können, dieUeberführung derKinder nach dem Hospital zu bewerkstelligen. Line reparaturbedürftige Brücke- Der Superintendent der städtischen Brü- cken gerichtete heute dem Oberbaucommissär McCarthy, daß die sogenannte Chittenden-Brücke, welche in der 33. Ward den Calumet- fluß überbrückt und eine sehr wichtige Ver- bindungsstraße herstellt, sich in einer schlech-ten Verfassung befände, so daß ein auch nur mäßig beladener Wagen leicht durch dieselbe durchbrechen könnte. Der Superintendent erhielt den Bescheid, daß vor dem 1. Januarvon Seiten der Stadt nichts für die Repara- tur der Brücke gethan werden könnte. Der Farbige Charles Chocket, in dessen Oberstübchen es nicht ganz richtig sein soll, drang iR die Geschäfte von L. Otremba, No. 28 Clark Str., und in das von Gay «L Solis- tin, No. 30 N. Clark Str. ein und stieß Todesdrohungen aus. Er wurde unter 8500 Friedensbürgschaft gestellt. Die Großgcschworcnen. Fortsetzung der Untersuchung der Wablbetrii- gereien im 22. prezinkt der 24. Ward. Geheimhaltung der Anklagen. Be- schränkung der Presse in der Lrlangung von Anklagen. Heute Morgen war der Vorsaal vor dem Versammlungszimmer der Großgeschwore- nen iw. 6. Stockwerk des neuen Criminalge- richts-Gebäudes wieder überfüllt mtt Zeu- gen, welche über Wahlbetrllgereien im 23. Precinkt der 34. Ward Aussagen machen sollten. Heute Morgen wurde eine grö- ßere Zahl von Wahlbetrugs-Anklagen ein- gereicht, welche jedoch vor der Oeffentlich- keit so lange geheim gehalten werden, bis die Verhaftsbefehle erlassen und ausge- sührt sind. Das Zimmer, in welchem die Anklagen eingetragen werden, soll künftig- hin nicht mehr den Berichterstattern zu- gänglich sein. Erst nachdem die Verhafts- befehle vollzogen sind, wird der Chef-Clerk Lawson in der Office des Criminalgerichts Auskunft geben. Der Grund dieser Maßregel ist der, daß durch die voreilige Bekanntmachung der Anklagen viele der Angeklagten verduften, ehe sie der Verhaftsbefehl erreichen kann.. Diese Beschränkung der Presse geht von dem neuen Criminalgerichts-Clerk Mager- stadt aus. Noch kein Resultat. Der verbleib der verschwundenen Wahldoku- mcnte noch nicht ermittelt. Die Wahlcommissäre fuhren gestern Nach- mittag mit ihren Nachforschungen nach den verschwundenen Wahldocumenten fort, ohne daß es ihnen gelang, auch nur einen einzi- gen Fingerzeig für den Verbleib der Docu- mente zu erhalten. Die Commissäre ver- nahmen mehrere Janitors aus dem Rath- hause, welchen die Aeußerung in den Mund gelegt worden war, daß sie wüßten, daß die Tallybogen der letzten Mayorswahl bei der Verbrennung der Stimmzettel der letzten Präsidentenwahl mitverbrannt worden seien. Es stellte sich aber durch die Vernehmung der Janitors heraus, daß jene Gerüchts gänzlich unbegründet waren. Gestern Abend, nach Vertagung der Un- tersuchung auf heute Nachmittag, stellte es sich heraus, daß eines der Gewölbe in den Räumen der Wahlbehörde noch gar nicht nach den verschwundenen Documenten durch- sucht worden war. Dieses Gewölbe wird heute durchsucht werden, es ist aber nicht wahrscheinlich, daß die verschwundenen Do- cumente sich dort vorfinden werden, da die Angestellten der Wahlbehörde übereinstim- mend bestimmt zu wissen Vorgaben, daß dort nur das von der letzten Wahl herrührende Material aufgestapelt ist. Heute treten die Wahlcommissäre wieder erst am Nachmittag zu einer Sitzung zu-sammen .Sie wollen die Untersuchung nicht eher aufgeben, als bis sie bestimmt in Er- fahrung gebracht haben werden, wo d" Dn- cumente geblieben sind. Lin verdächtiger Nachtwandler wird von Richter Reisten um rzo gestraft. Frau L. F. Hirsch, No. 326 Erie Str. wohnhaft, und andere Zeugen, machten heute Morgen vor Richter Kersten die Aussagen, daß der Angeklagte Adam Preßler durch die Höfe der Häuser 326 Erie Str. und 328 Elm Str. in gebückter Spitzbubenhaltung dahin schlich und die Hausthüren zu öffnen versuchte. William Johnson, welcher in dem Hause 328 Elm Str. wohnt, beobachtete den Mann und rief den Polizisten Ornstein herbei, welcher im Nachbarhaus wohnte. Sie verfolgten den Eindringling, welcher über den Zaun sprang und in der Alley weiter- rannte. Ornstein feuerte mehrere Schüsse, ohne den Flüchtling zu treffen. Derselbe wurde schließlich eingeholt und verhaftet. Preßler machte zu seiner Vertheidigung geltend, daß er in der Nachbarschaft in einem Pferdestall schlafe und dort die Pferde und Kutschen eines reichen Mannes bewache und von diesem als Kutscher angestellt sei. Er habe sich stark angetrunken verirrt und hätte niemals die Absicht gehabt, in die Häu-ser einzudringen. Zwei Zeugen stellten Ihm ein gutes Leumundszeugniß aus und Richter Kersten ließ es bei einer Strafe von 810 we- gen unordentlichen Betragens bewenden. Elsen der allein schuldige. In der Office des Bundescommissärs Wirt erschienen heute Morgen nacheinander Julius Petersen und Adam Rothermel und erkundigten sich nach C. Elsen, dem ge- stern verhafteten Sekretär jener Schwindel- agentur, die den Namen „The National De- tective L Constable Force" führt. Sie wurden gefragt, was sie vonElsen wünschten, worauf Petersen erklärte, er sei der Präsi- dent jener Agentur, und Rothermel fügte hinzu, daß er dies früher gewesen sei, jetzt aber den Posten eines Lieutenants bekleide. Beiden wurden darauf Haftsbefehle ge- zeigt und ihnen mitgetyeilt, daß sie sich als Gefangene zu betrachten hätten. Das Erstaunen der also Ueberraschten war nicht gering; sie erzählten dem Commisiär, daß sie von Elsen betrogen worden seien, sie hätten mit derAgentur nichts weiter Zu thun, als daß sie ihre H 3 bezahlt hätten und daß ihnen gesagt worden sei, sie wären Präsi- denten der Agentur. Die Leitung der letz- teren hätte ausschließlich in den Händen von Elsen gelegen. Commissär Wirt drückte ihnen sein Bedauern aus; er glaube ja gerne, daß sie nicht so schuldig seien. wieElsech doch da sie nun einmal zu den Beamten jener Schwindelagentur gehörten, so müsse er sie an die Großgeschworenen verweisen. Ihre Bürgschaft wurde auf je WOO festgesetzt. Viekmarkt. Schweine sind heute fest und Preise un- verändert. Schwere brachten 4.20(5 4.75 leichte 3.85<14.35, durcheinander 4.00G4.55, grobe zum Pökeln 4.00(«4 „Pigs" 2.40(«4.00. ' ' Rindvieh um SGIO Cents thcurer Schate lest. Zufuhr 28,000 Stück Schweine, 5,500 Rindvieh, 8,000 Schate.

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