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Abendblatt Newspaper Archives Dec 20 1894, Page 1

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Abendblatt (Newspaper) - December 20, 1894, Chicago, IllinoisHeransgegeben von der Illinois S>taats-leitungs-To. Lbicago, Donnerstag, 20. Dezember 1894. Preis 1 Lent. 47. Jahrgang. No. 301. Uevevvlick Htrrd Krrrzgefaßles. Noch wärmer soll es heute werden und demgemäß giebt's auch morgen Regen. Luftzug aus Südosten. In San Francisco ist man wegen desSchicksals von 10 Schiffen, mit dreihun- dert Menschen beunruhigt. Ein Ozeandampfer, der "Sarma- tian", ist heute im Clyde aufgelaufen. Das Ministerium Wekerle in Un- garn steht aus dem Sprung. ln Süd-Ungarn hat heute ein Erd- stoß einen Panischen Schrecken hervorge- rufen. Die Eisenbahnen werfen immer noch einen Profit ab; die Lake Shore-Bahn im letzten Halbjahr 3 und die Canada-Süd- bahn im letzten Vierteljahr 1 Ij4 pCt. Die sämmtlichen Countybeamten, mit einer einzigen Ausnahme, verlangen eine Vermehrung ihres Personals. Wür- den sie das Geschäft auf eigene Rechnung betreiben, dann würden sie sicherlich ihr Personal verringern Der Einzige, welcher keine Vermehrung verlangt, ist Recorder Chase. Er weiß auch, warum. Er ist nämlich ein Demokrat und kann nicht er- warten, daß die Republikaner ihm günstig gesinnt sind. Herr Deckes hat sich erboten, Vor-sichtsmaßregeln zur Verhütung von Tun- nelunfällen in Anwendung zu bringen, wenn der Stadtralh ihm solche in Vor- schlag bringt. Der Baron ist eben ein netter Mann. Telegraphische Depeschen In den Händen von Banditen. Die Schreckensherrschaft im Lhinesenviertel in 'Frisco. San Francisco, 20. Dez. In dem Chinescnvicrtel ist eine wahre Schreckensherrschaft ausgebrochen. Dort sind die Banditen, von denen viele frühere Sträflinge sind, die sich der Deportation nach China entzogen haben, durch Armuth zur Verzweiflung getrieben, und Einbrüche, Mordansülle und Räubereien sind an der Tagesordnung. Chinesische Frauen der schlimmsten Sorte, und kleine GeschüNs- leute sind die hauptsächlichsten Opfer des Gesindels. Die von den „Sechs Gesell- schaften" angcstellte chinesische Polizei fürchtet sich augenscheinlich vor den Ban- diten, und selbst mit Hülse der städtischen Polizei scheint cs unmöglich zu sein, den Verbrechen Einhalt zu thun. Wog nur neun Unzen. Das winzigste, jemals dagewesene, Baby. Crown Point, Jnd., 20. Dez. Am letzten Dienstag wurde in West Creek Township ein norwegisches Ehepaar durch die Geburt des kleinsten Babics, von dem man bis jetzt gehört hat, in Erstaunen ge- setzt. Es ist ein Junge, vollkommen wohl- gebaut, und das einzige nicht ganz Normale an dem kleinen Weltbürger, ist, daß er bei der Geburt nur neun Unzen wog. Ein Ring, den sein Vater am kleinen Finger trug, ließ sich an einem der Beinchcn bis zum Knie hinaufschieben; aller Wahr- scheinlichkeit nach wird der Kleine am Le- ben bleiben. Tod eines früheren Gouverneurs und Bundessenators. Memphis, Tenn., 20. Dez. Der frühere Gouverneur und Bundes- senator James L. Alcorn ist heute Morgenans seinem Landsitze „Eagle's Nest" in Mississippi gestorben. Feuerschaden. Lin Geschästsblock eingeäschert. Morristown, N. 1., 20. Dez. Der Babbitt-Block, ein vierstöckiges Ge- bäude, in welchem sich die Erste National- bank und Kolse's Kleidergeschäst befanden, ist heute niedergebrannt. Der Gesammt- verlust beträgt §100,009. Verhaftung eines gefährlichen Bauernfängers. Seinem letzten Gpfer, einem Farmer, nahm er ab. Amsterdam, N. D., 20. Dez. Heute wurde Kid Waddel, ein berüchtig- ter Bauernfänger, in Fonda unter dcr An- klage sestgenommen, und im Gefängniß von Montgomcry County cingesperrt, einen reichen Farmer von Mand'on in Montgo- mery County, Namens Weldon, am letzten 16. August um §4,850 beschwindelt zu ha- ben. Welden wurde durch das bekannte Kümmclblättchen um sein schönes Geldgebracht. Seine Anwesenheit wird ans Grund ähnlicher Beschuldigungen in Illi-nois, Indiana, Ohio und Pennsylvanien dringend gewünscht. Im Ganzen sollen seine Schwindeleien die Summe von §60,- 000 betragen. Schutz für russische Baumwolle. Rußland erhöht den Einfuhrzoll auf Baum- wolle. S t. P e 1 ersburg, 25. Dez. Die „Novosti" sagt, daß der Staatsrath eine Erhöhung des Einfuhrzolles auf Baumwolle Hulgeheißen. Dies ist wahr- scheinlich auf Veranlassung dcr Vanm- wollenpflanzer in Turkestan geschehen, welche sich über die Conkurrcnz der ameri- kanischen Baumwollenpslanzer beschwert haben. Ein Nferdefleischlrankett. Ein schlagender Beweis, daß Pferde- fleisch eßbar ist. Besonders wenn es von einem renominirten „Lhef" zubcreitet wird. New York, 20. Dez. Gestern wurde vom Thierarzt James D. Hopkins ein Festmahl gegeben, bei welchem sämmtliche Gerichte aus Pferdefleisch be- standen. Dasselbe kam in verschieden- artigster Zubereitung auf den Tisch und es wurde der Beweis geliefert, daß es für Reich und Arm eßbar sei, wenn in der richtigen Weise zubereitet. Die Auswahl war eine äußerst reichhaltige. Da gab es Pserdeschwanzsuppe, Pferdefleisch mit Merettig; Lendenbraten, gedämpftes Pferdefleisch, Pferdesteaks; Pferdecottlels und was sonst noch ein gutgemüstetes Pferd nach seinem Tode zu liefern im Stande ist. Die zahlreichen eingeladenen Gäste langten wacker zu und waren des Lobes voll über die ihnen bereiteten kulinarischen Genüsse.Dr. Hopkins gab den Gästen im Laufe des Bankettes eine Geschichte des von ihnen verzehrten Pferdes und erzählte daß dasselbe wenigstens sechs Jahre alt gewesen sei, als er es erstanden habe. Der Eigen- thümer wollte das Thier vor einem müh- seligen Alter bewahren, hatte es deshalb dem Doktor verkauft, damit es von diesem vom Leben zum Tode gebracht werde. Die- ser aber faßte den Plan, ein Pferdefleisch- Bankett zu veranstalten. Er ließ das Thier deshalb durch Verblutung tödlen und regelrecht von einem Metzger zerlegen, worauf das Fleisch vierzehn Lage lang in einem Refrigerator aufbewahrt wurde, ehe es für die Tafel zubereitet wurde. Zur mundgerechten Zubereitung der verschiede- nen Gerichte Halle der Doktor einen der renommirtesten Köche der Stadt genom- men, sodaß es kein Wunder war, daß die über fünfzig Personen zählenden Gäste sich vollständig befriedigt von der Tafel er- hoben, um den Verdauungsmokka einzu- nehmen. Pfarrer NtcGlynn und Erzbischof Eorrigan. Zwischen Beiden das gute Linvsrnehinen wieder hergestcllt. NewNork, 20. Dez. Von Washington wird berichtet, daß Sa- tolli durch seinen Sekretär, den Dr. Papi, die Nachricht bestätigt, daß der PfarrerMc- Glynn mit dem Erzbischof Eorrigan Frie- den geschlossen hat. Dr. Papi sagt, das McGlynn's Brief an den Erzbischof alle Meinungsverschiedenheit zwischen ihnen aus dein Wege geräumt hat. Der Brief war vollständig formell gehalten und es wurde in demselben nur gesagt, daß der Verfasser die Autorität des Erzbischofs anerkennt, daß er sich von jetzt an dem Willen seinerOberen fügen wird und daß er darum bittet, daß ihm in der Diözese des Erzbischofs eine Stellung gegeben werde. Dr. Papi sagt ferner, daß Erzbischof Eorrigan über den Brief sehr erfreut ge-wesen sei, weil er viel vom Pfarrer Mc- Glynn hält. Er hat schon seit längere Zeit eine Aussöhnung gewünscht, und es be- durfte dazu nur einer Anerkennung seiner Autoritär von Seiten McGlynn's. Nach Angabe des Dr. Papi hat Satolli regen Antheil an der Angelegenheit genom- men und das Seinige dazu beigetragen, um eine Aussöhnung herbeizuführen. Mc- Glynn wird demnächst seine Amtslhätigkeit wieder aufnchmen. Ein Gerüst zujammengebrochen. Fünf Arbeiter verletzt, zwei davon wahr- scheinlch tödtlich. lamesville, Wis., 20. Dez. Gestern Morgen stürzte an dem neuen Hochschul-Gebände ein schweres Gerüst, auf welchem sich fünf Arbeiter befanden, in die Tiefe. Sämmtliche Personen wurden dabei schwer, und zwei derselben wahr- scheinlich tödtlich verletzt. Die Namen der letzteren sind Joe Lemberg und Charles Whitfield; die anderen drei Verunglückten: Jacob Bahr, Felix O'Brien und Oscar Pitlson wurden weniger schwer beschädigt. Arbeiter hatten am Abende zuvor einige Stützen, auf welchem das Gerüst lag, ent- fernt und vergessen, dem Bauunternehmer dies mitzuthcilen. Als nun die fünf Ar- beiter gestern Morgen ans das Gerüst tra- ten, war dasselbe nicht im Stande die Last zu tragen, und stürzte zusammen. Bürgermeister Hopkins in New York. Heute morgen nach Philadelphia weiter- gereist. New Dort, 20. Dez. Der Bürgermeister Hopkins ist gestern Abend hier angekommen, um wegen seines Halsleidens einen Spezialisten zu Nathe zu ziehen. Er hat seit den letzten sieben Jahren daran gelitten und das Lei- den hat sich durch Ueberanstrengung wäh- rend der letzten Wahl in Chicago bedeutend verschlimmert. In Begleitung des Bür- germeisters befinden sich I. L. Cooper, N. E. Sullivan und W. A. Aiken. Bürger- meister Hopkins sicht wohl ans, ist aber heiser. Er wird heute Morgen nach Philadelphia abreisen, um den Dr. I. Recves, einen dortigen Spezialisten für Halsleiden, zu Rathe zn ziehen. Der Dampfer „Sarmatian". Derselbe ist in derLlyde aus den Grund gc- ratheu. Glasgow, 20. Dez. Der Dampfer „Sarmatiau", Eapt. Johnson, von der Allan-Linie, welcher am 8. Dez. von Boston nach diesem Hasen ab- ging, ist heute in der Clyde auf den Grund geralhen, wird aber ohne Zweifel mit der nächsten Fluth wieder flott werden. Bei der Kaiserin Friedrich ;u Gaste. Am nächsten Freitag speist der ame- rikanische Botschafter bei derselben. Bericht über die columbischc Ausstellung. Berlin, 20. Dez. Der amerikanische Botschafter Theodor Rnnyon ist aus nächsten Freitag von der Kaiserin Friedrich zum Mittagessen cingc- laden worden. Der Bericht des Commissärs Wermuthüber die colnmbische Ausstellung ist fertig, und in nächster Woche werden 2000 Exemplare davon verthetlt werden. Vereitelter Bahnfrevel. Lin Farmer der den Ropf nicht verliert. North Vernon, Jnd., 20. Dez. Gestern Nacht wurde der Versuch ge- macht, den Expreßzug der Baltimore L Ohio Bahn in der Nähe von hier zur Ent- gleisung zn bringen. Auf der dort in ge- rader Richtung lausenden Bahnstrecke, wo der Zug fünfzig Meilen die Stunde macht, war das Geleise durch Bahnschwellen ver- barrikadirt worden, und der Schnellzug war beinahe fällig, als ein Farmer zufäl- lig das Hinderniß bemerkte. Der Mann wußte sich zu helfen; er zog sich sofort das Hemd aus, lief das Geleise entlang, dem Zuge entgegen, und zündete dasselbe als Fackel an. Der Lokomotivführer des Zu- ges bemerkte glücklicherweise noch rechtzei- tig das Signal, und es gelang ihm, den Zug kurz vor der Barrikade zum Stehen zu bringen. Die Eiscnbahnleutc glauben die Verüber der Schandlhat zu kennen, und werden dieselben, wenn möglich zur Haft bringen. Die Bahnfrevler hatten unzwei- felhaft die Absicht, während der durch die Entgleisung hcrvorgebrachte Verwirrung, den Geldschrank des Expreßboten zn berau- ben. Ncomentbilder. Wie sich ein „Gesetz und Grdnungs-Verein" die Photographie zu Nutze macht. New Nork, 20. Dez. Ju Folge eines Aufrufes des „Vereines zur Durchführung des Gesetzes" in Brook- lyn, fand gestern Abend in der Bapiisten- kirche aus dem Hanson-Platzc eine Massen- versammlung statt, in welcher den Leuten, die sich «ungesunden hatten, eine Ueber- raschung bereitet wurde. Die Agenten des Vereines halten nämlich am letzten Sonn- tage photographische Momentbilder von Straßenscenen ausgenommen und dieselben wurden aus einem großen Vorhänge mit Hülse eines Slereopticons der Versamm- sammlung zur Anschauung gebracht. Der größere Theil der Ansichten stellte das Aeußere von Wirthschasten dar, und zeigte Polizisten in Uniform, welche an den vorderen Thüren herumlungerten, während Kinder mit Kannen und Krügen zu den Seitenthüren hineingingen und mit den mit schäumenden Bier gefüllten Gefäßen wieder erschienen. In mehr als einem Falle war auch die Nummer des Polizisten zu erkennen. Oberst Alexander S. Bacon führte in der Versammlung den Vorsitz uns cs wurden vom Pfarrer EUicit, dem Präsidenten des Vercin's und den Pfarrern Euyler, Beecher und Dixon Altsprachen gehalten. Opfer des Fußballspieles. Tritte ans den Rops haben ein Geschwür und schließlich den Tod zur Folge. Philadelphia, 20. Dez. George S. Doung. ein Mitglied der Frankforder Fußballgesellschaft, welcher am 30. Nov. beim Ballspiel verletzt wurde, ist gestorben. Donng wurde bei dem Kampfe um den Fall heftig zu Boden geworfen, und während er ans demselben lag, durch Fußtritte auf den Kopf verletzt. Er wurde nachHausegeschafft, und anfänglich besserte sich sein Zustand, aber später bildete sich unter der Schädeldecke im Gehirn ein Ge- schwür, welches seinen Tod herbeiführle. Nachfolger von George W. Lurtis. Henry Loomis Nelson, der neue Redakteur von „Harpers Weekly". New York, 20. Dez. Die Redakleurstelle von „Harpers Weekly", welche seit dem Tode von'George William Cnrtis noch nicht wieder besetzt worden war, wird demnächst von Henry Loomis Nelson übernommen werden. Der neue Redakteur ist ein bekannter politischer Journalist, und war seit fast zwanzig Jah- ren als solcher thülig. «S» Italienischer Sieg. DieArabervon sechs Lompagnien italienischer Truppen in die Flucht geschlagen. Rom, 20. Dez. Von Massowab, Aegypten, wird unter dem heutigen Datum gemeldet, daß die Araber gestern von sechs Compagnien ita- lienischer Truppen unter dem Befehl des Mayors Toseli in der Nähe von Halai in die Flucht geschlagen wurden. Eine große Anzahl der Eingeborenen blieb auf dem Platze, während die italienischen Truppen zehn Todle und zwei und zwanzig Ver- wundete verloren. Die italienische Mann- schaft bestand nur auS eingeborenen Sol- daten, welche von italienischen Offizieren befehligt wurden. Man glaubt, daß dieser Sieg weiteren Umtrieben von Seilen der Abyssinier ein Ende machen wird. Der italienische Ober- befehlshaber berichtet, daß in der Nachbar- schaft des Sudan völlige Ruhe herrscht. Streit um das Wegerecht. Derselbe hat den Tod des Betriebsdirektors der Midland Terminal-Bahn zur Folge. Cripple Creek, Col., 20. Dez. Der Tod von Richard Newell jr., dem Betriebsdirektor und erstem Ingenieur der Midland Terminal - Eisenbahn, welcher durch einen von A. W. von Houten, einem Grubenarbeiter, abgefeuerten Schuß gestern Abend in der Nähe von Jndependence her- beigeführt wurde, war die Folge eines Streites über das Wegerecht der Bahn. Es scheint, daß sich die Eigenthümer der„Black Wonder"-Grube mit der Eisenbahn-Gesell- schaft nicht über die ihnen zu zahlende Ent- schädigung für die Benutzung ihres Eigen- thums einigen konnten, so daß ein Schieds- gericht eingesetzt worden war, das ihnen die Summe von §l5O zusprach. Davon hatte die Midland Terminalbahn nur §125 bezahlt, und deshalb hatten die Eigenthümer der Grube, oder wenigstens einer derselben, ein gewisser Gus. Aoeman, welcher hier ln der Stadt wohnt, jenen Mann, der in einer Hütte wohnt, welche ge- rade auf dem bestrittenen Lande steht, be- fohlen, unter keinen Umständen den Eisen- bahnleuten zu erlauben, das Gebäude weg- schaffen zu lassen. Die Bahngesellschaft war entschlossen, ihre Bahn fertig zu stellen, und umging deßhalbmit ihrer Linie die Hütte, so daß es fast füralle Züge nothwendig wurde, an der betref- fenden Stelle beinahe zum Stillstände zukommen. Der Betriebsdirektor Newell machte ge- stern in seinem Privatwagen eine Fahrt auf der Bahn, und als der Zug bei der Hütteankam, ließ er halten, stieg aus und ging nach derselben hin. Als der Zug zum Hal- ten gebracht war, stand er kaum sechs Fußvon dem Gebäude und die Leute aus demsel- ben konnten hören, was in demselben gespro- chen wurde. Plötzlich kam Newell heraus, gleich darauf erschien auch van Houten mit einer Büchse in der Hand; eine Viertel-Mi- nute später wurde die Waffe abgefeuert, und Newell stürzte zum Tode getroffen>in die Arme von Pat McCawell. Nach seiner Verwundung vermochte er nicht mehr zusprechen, und in sieben Minuten war er eine Leiche. Van Houten behauptet, daß er aus Noth- wehr geschossen habe, aber sechs Bahnleute, welche Zeugen des Mordes waren, wollen be- schwören, daß Newell unbewaffnet war. Van Houten hatte keinen Antheil an dem bestrit- tenen Grundstück; er wurde nach Colorado Springs in das Gefängniß gebracht. Ne- well's Leiche wird nach Cleveland, Ohio, llbergeführt werden; derselbe war 27 Jahrealt, und der Nesse des Präsidenten Newell, von der Lake Shore Bahn; sein Vater wohntin Neburyport, Mass. Gattenmord und Selbstmord. Fünf kleine Rinder bleiben als Waisen zurück. New Dork, 20. Dez. Heute tödtete Cbas. Peterson seine Frau durch zwei Schüsse und machte dann mit derselben Waffe seinem eigenem Leben ein Ende. Das Ehepaar wohnte in der Miethskaserne No. 106 Trinity Place; Eifersucht, für welche anscheinend kein Grund vorhanden mar, gab die Veranlas- sung zu der schrecklichen That, durch welche fünf kleine Klinder zu Waisen gemacht wurden. 3dur Warnung. Rothe Strümpfe haben Blutvergiftung zur Folge. Boston, Jnd., 20. Dez. Eva Dooley mußte sich gestern beide Beine unterhalb des Knic's abnchmen lassen, In Folge des Tragens von rothen Strümpfen, welche unzweifelhaft mit gif- tigen Stoffen gekörbt waren, war Blutver- giftung eingetrelen. Die Wiederherstel- lung des Mädchens ist mehr ats zweifel- haft. Erdbeben. Die Stadt Gravicza, im südlichen Ungarn von schweren Erdstößen heimgesucht. B u d a p e st, 20. Dez. Es wird erwartet, daß die Mitglieder von Wekcrle's Cabinet heute ihre Resig- nation cinrcichen. Gestern Abend, um halb elf Uhr, wurde in Gravicza, im südlichen Ungarn, ein heftiges Erdbeben wahrgcnommen, welches eine Minute lang anhiclt. Viele Häuser stürzten zusammen oder wurden schwer be- schädigt; heute Morgen, nm ein und zwei Uhr, wurden weniger heftige Erdstöße ver- spürt. Unter den Bewohnern von Gravicza ist eine wahre Panik ansgcbrochen, und dieselben brachten nach den ersten Erdstößen, trotz der heftigen Külte, die Nacht in den Straßen zn. Ncangelhaste Abrechnung. Linem Sheriff von West virginicn fehlt die Kleinigkeit von Z 21,000. Wheeling, W. Va., 20. Dez. Die Abrechnung des früheren Sheriffs Charles H. Miller von Bakelh County in diesem Staate zeigt einen Fehlbetrag von §21,000 ans. Miller steht bei seinen Mit- bügern in hohem Ansehen, und inan glaubt allgemein, daß der Fehlbetrag mehr darauf zurückzufülircu ist, daß er nicht im Stande war, die Ausständc einzutrciben, als aus betrügerische Absichten. » Schwerer Verlust. Fast der ganze Geschäftstheil einer Vrtschaft durch Feuer zerstört. New Orleans, 20. Dez. Gestern Nacht wurden in Napoleon- ville, La., sieben Häusergevierte eingeäschert. Dieselben bildeten den größeren Theil des Geschästsvicrtels des Ortes. Der Verlust betrüg: §125,000. städtisches. Das Wetter. Optiker Kl eine, 76Washington Str., berichtet für Chicago die folgenden Baro- meter- und Thecmometerstände: Um 8 Uhr Morg. 42 Gr., um 9 Uhr 43 Gr., um 10 Uhr 45 Gr., um 11 Übr 48 Gr., um 12 Übr 50 Gr. Barometerstand um 8 Uhr Morg. 29.43. 12 Uhr 29.46. Briefkasten. Conditor. Da Sie nicht in Chicago wohnen, also der hiesige Adreßkalender Ihnen nicht zugänglich ist, so bezeichnen wir Ihnen die folgenden Firmen, wo sie Ihren Bedarf beziehen können: „Rainbow A. N. Company", 56 Fislh Ave.: „Merchanls Publishing Company", 33—37 Clarksir. und „Acmc Bor Company", 283—287 S. Canal Str., Chicago. Für die heutige Stadtrathssitzung Nochmals die Differenzen über die Polizei- Untersuchung. Lin angeblicher plan der Republikaner. Heute Abend findet, wie bereits angekün- digt, eine Extra-Stadtrathssitzung statt, zur Erledigung der Geschäfte, die sonst am näch- sten Montag, dem Weihnachts-Abend hätten erledigt werden sollen. Das wichtigste Geschäft, mit dem sich die! Stadtväter zu befassen haben werden, wird die Empfehlung des Finanzcomites in Be- zug auf die Polizei-Untersuchung, die wir an anderer Stelle berichten, sein. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird das Amende- ment, wie es in der gestrigen Sitzung des Finanzcomites gutgeheißen wurde, später zuv Annahme gelangen. Das Kerr'sche Subcomite würde durch die Annahme des Amendements aus der Welt geschafft sein. Der einzige Weg für Ald. Kerr, die Existenz seines Untersuchungscomites noch für eine kurze Zeit zu sichern, wäre der, die Druck- legung und Zurückweisung der Angelegenheit für zwei Wochen durchzusetzen, was keine Schwierigkeit hat, da dieses auf eineil ein- fachen, nur mit einer Stimme unterstützten Antrag hin geschehen muß. Falls Ald. Kerr den Kampf nicht aufgebcn will, und es ist mehr daran zu denken, als daß er sich so ohne Weiteres ergeben wird, wird ihm nichts anderes übrig bleiben, als zu diesem Noth- mittel zu greisen. Damit würde er allerdings nur etwa zwei Wochen Zeit gewinnen. Alderman Madden trägt sich mit dem Gedanken, Vorbereitungen zu treffen, da-mit der im Januar zusammentretenden Staatslegislatur ein Gesetzentwurf für die Schaffung eines staatlichen Polizei-Unter- suchungscomites, nach dem Muster desNew Uorker Lexow-Comites und wie dieses mit den nöthigen Geldmitteln und Machtbefug- nissen ausgestattet, unterbreitet werde. Im Zusammenhang damit verlautet, daß ein anderer republikanischer Alderman heute Abend dem Stadtrath eine Resolu- tion unterbreiten wird, durch welche der Polizeichef angewiesen werden soll, den Po- lizisten zu verbieten, der Vorladung vor ir- gend ein stadträthliches Polizei - Untersu- chungs-Comite Folge zu leisten, auch der Polizei-Commission. Es scheint, wenn sich dieses bestätigen sollte, der Plan der Repu- blikaner zu sein, das ganze Civildienst- System über den Haufen zu werfen. Für den neuen Prozeß Beginnen die Argumente in dein Meadow- crost Bros.-Fall. Zur heutigen Verhandlung des Antragesaus Bewilligung eines neuen Prozesses fürdie verurtheilten Brüder Meadowcrost war die Anklage durch Hülfsstaatsanwalt Mor- rison und Anwalt Rastree vertreten. Für die Vertheidigung erschienen Clarence Eddy, George House und der ehemalige Richter Lorin Collins. Die Anwälte verbrachten etwa drei Viertelstunden in einer Conferenz, ehe Richter Brentano die Sitzung erössnete. Eddy ergriff zuerst das Wort'und sagte, daß er eine Besprechung der während des Prozesses gemachten Argumente nicht ma- men werde. Er führte dann die angebliche Thatsache an, daß während des Prozesses die Angeklagten in den Besitz von 28 Acres Land innerhalb der Grenzen von Chicago kamen; das Land ist als Morris-Grundei- genthum bekannt und es sei der Anklage Sache, den Werth desselben festzustellen. Kein Wort sei über dieses Land während des Prozesses gesagt worden. Es wurde übersehen und deshalb sei die Anklage hin- fällig. Eine Reihe von obergerichtlichen Ent- scheidungen verlas Eddy hierauf, um das Verdikt als unhaltbar hinzustellen. Die Geschworenen haben die Angeklagten ge- meinschaftlich um §2B bestraft. Soll das so ausgelegt werden, daß jeder §l4 zu zahlen hat, oder daß jeder §2B zahlen würde, welche Summe dann auf §56 steigen würde. Das Obergericht entscheide in vielen Fäl- len dieser Art, daß die Geldstrafen in sepa- ratem Wahrspruch für jeden einzelnen 2lst- geklagten abgefaßt werden müßten. Hülfsstaatsanwalt Morrison widerlegte in einem glänzenden Argument die Ein- wände Eddy's und wies auf das Beweis- material hin, durch welches der Werth der! Assets auf Null unzweifelhaft bewiesen worden sei. Es werden nun noch Anwalt Raftree für die Anklage und Ex-Richter Collins und George House für die Vertheidigung spre- chen, sodaß sich die Argumente wahrschein- lich mehrere Tage hinziehen werden. Richter Brentano entschied heute Nachmit- tag, daß das Urtheil der Geschworenen zu Recht bestehe und ein neuer Prozeß nicht be- willigt werden könne. Die beiden Brüder Meadcroft bezogen das Counth-Gefängniß. Sie haben eine Appellation an das Oberge- richt angemeldet. Countyschatzmeister Kochersperger er- klärte heute Vormittag, daß sein Bureau- vorsteher, „Bill" Anderson, sich von seiner „Nervenanspannung" soweit erholt habe, daß er sich bereit erklärt habe, morgen wie- der in seiner Office zu erscheinen. Aus den Rath des Herrn Kochersperger wird sich Herr Anderson jedoch noch bis zum Montag „schonen". Das Handwerk gelegt. (5. Elsen unter der Anklage, die Post zn betrügerischen Zwecken benutzt zu haben, verhaftet. Er war der Secretär einer Schwin- detagentur, die den Namen „The National Detective Lonstable Force" führte. viele Leute um ihr Geld betrogen. Vor ungefähr zwei Monaten wurde hier in dem Wochenblatt der „Illinois Staats Zeitung" folgende Annonce eingerückt: Verlangt: Zuverlässige Deutsche in allne Theilen des Landes. Feste Stellungen bei der größten deutschen Geheimpolizei-Agen- tur der Welt. Guter Lohn. Adressire mit Empfehlungen: „The National Detective Constable Force". Nach Verlauf einer Woche liefen von mehr- eren Leuten, die die Anzeige gelesen und be- antwortet hatten,Anfragen über die genannte Agentur ein. Der Eine schrieb, daß ihm aus seine Applikation mitgetheilt worden sei, er müsse zunächst drei Dollars einschicken, dann würde man ihm den Distrikt, in dem er als Constabler fungiren sollte, anweisen und ihm die nöthigen Papiere, sowie einen Stern u. s. w. zustellen. Er habe die verlangten 3 Dol- lars, nebenbei sein letztes Geld einge- schickt, habe aber seitdem nichts wieder ge- hört, deßhalb würde es ihm sehr angenehm sein, wenn er etwas Näheres über jene Agen- tur und die Leiter derselben erfahren könne. Da ihm die gewünschte Auskunft vor- läufig nicht gegeben werden konnte, so wurde der Postamts-Inspektor Stuart aufmerksam gemacht, und ihm die Circulare, die jene Agentur an Applikanten schickten, zugestellt. Herr Stuart war sofort der Ansicht, daß man es hier mit einer Schwindlfirma zu thun habe und er gab dem Inspektor Chri- stian den Auftrag, dieSachen zu untersuchen und dieSchuldigen zu verhaften, sowie er genügend Beweise dafür in Händen habe, daß Jene die Post zu betrügerischenZwecken benutzt hätten. Inspektor Christian ging nun ganz sy- stematisch zu Werke. Er schickte selbst, und ließ auch von anderen Leuten aus verschie- denen Städten, z. B. aus Grinnell, Ja., von einem Herrn Chas. Porter, eine Appli- kation einschicken und wartete dann ab, welche Antwort erfolgen würde. Inzwischen war der Mann, der die be- treffende Anzeige zum ersten Male hatte einrücken lassen, in der Office der „Illinois Staats-Zeitung" erschienen, und hatte »er- langt, daß dieselbe mehrmals eingerückt werde. Ihm wurde kurz und bündig er- klärt, daß man seine Anzeigen nicht wieder annehmen werde, und als er nach einem Grunde fragte, wurde ihm direct ins Ge- sicht gesagt, daß man seine ganze Agentur für einen Schwindel halte, der den Zweckhabe, arme Leute um ihr Geld zu betrügen. Der Mann that sehr entrüstet und ging schimpfend fort. Ob er nun durch die Zurückweisung seiner Anzeige gewarnt war, läßt sich nicht mit Bestimmtheit sagen, es ist jedoch wahrschein-lich, denn es vergingen mehrere Wochen, ehe Inspektor Christian eine Antwort auf seine und Parter's Applikationen empfing. Die Briefe waren von C. Elsen, dem Secre- tär der angeblichen Agentur, unterzeichnet. Sie enthielten eine Annahme der Appli- kation und die Aufforderung, vorerst §3 einzuschicken. Beigelegt waren Circulare, in denen die Pflichten der Angestellten der Agentur erläutert und auch de Namen des Präsidenten, Secretärs und der Directoren angegeben, in deren Händen die Leitung der Agentur liegen sollte. Inspektor Christian veranlaßt; nun den obengenannten Herrn Porter, die gewünschten §3 einzuschicken. Dies geschah und nach Verlauf von einer Woche erhielt Porter von Elsen folgende Antwort: „Es thut uns leid, Ihnen sagen zu müssen, daß wir unseren Applikanten die Insignien ihrer Würde als Constabler u. s. w. nicht eher zuschickcn können, ehe die- selben vorschriftsmäßig eingeschworen sind.Wir schicken Ihnen deßhalb Ihre Appli- kation Zurück und rathen Ihnen, zu einemNotar, oder Friedensrichter zu gehen, der zu schweigen versteht. Dann wird sichschon alles machen." Porter ließ sich darauf von einem Notar seinApplikations-Formular beglaubigen und schickte es dann nochmals ein. Wieder ver- ging eine Woche. Dann kam ein Brief von Elsen, dem ein Stern beigelegt war, der die Aufschrift trug: Mrs Nett. ve>t. Const. IBneo, ineonp'cl., und darunter die Worte Speo'l Coiislüdlö." In dem Brief schrieb Elsen, daß er Porter nun in aller- nächster Zeit seinen Wirkungskreis anweisen werde. Bis dahfn solle er fleißig bemühtsein, ander Leute zu veranlassen, ihre Appli- kation mit §3 zu schicken. Für jeden neuenApplikanten, der das Geld eingesandt habe, werde er (Parier) einen Dollar erhalten.Inspektor Christian war inzwischen nichtunthätig gewesen. Ihm lag daran, mit El-sen persönlich in Verkehr zu treten. Dieswurde ihm jedoch dadurch erschwert, daß er nicht wußte, wo er Elsen suchen sollte, denn dieser gab nie seine Adresse, noch das Hausan, in der die Office der Agentur sein sollte.Er holte alle seine Briese persönlich von der Post ab, und vermied dadurch, mit den Ap- plikanten persönlich in Berührung zu kom-men. Endlich gelang es Jnspector Christian zu erfahren, daß Elsen in dem Hause No. 3026 Main Straße wohne, und sich dort auch die Office der Agentur befände. Er verfuhr nun in derselben Weise wie Porter, nur mündlich, statt schriftlich. Auch ihm gab Elsen den Rath, möglichst viele neueApplikanten zu gewinnen, und er versprach ihm auch dieselbe Commission von einem Dollar für jeden „Kunden," der gezahlt habe. Es gelang dem Beamten Elsen's Ver- trauen nach und nach ganz zu gewinnen und als ihm dieser schließlich zugab, daß er von dem Detectiv-Handwerk keine Ahnung habe, da hielt es der Jnspettor für angezeigt, ein- zuschreiten. Er ließ sich von dem Bundes- Cvmmissär einen Haftsbefehl gegen Elsen ausstellen, wartete aber bis zum heutigen Tage mit der Verhaftung, weil Elsen ihm gesagt hatte, daß heute eine Versammlung stattfinden würde, bei der alle Beamte und Detectives der Agentur zugegen sein würden. Die Grogßeschworenen Lind noch immer mit der 24. Ward be- schäftigt. Als einer der Hauptzeugcn der Wabl- belrügcrcien war beute Vormittag S. T. Howe, No. 10200 Jessersonsir., Hove Park vorgeladen. Howe ist im Grnnd- eigenthumsgeschäft, Er berichtete, daß er, als seine Stimme übgeben wollte, abge- wiesen und verhaktet wurde, obwohl er als ein friedlicher Bürger sich keinerlei Ruhe- Uörnng schuldig machte. Seine Verhaf- tung vollzogen die Polizisten James R. MeGrath und P. I. Wells. Als demo- kratischer „Eaptain" leitete John Lewis die Abgabe der Stimmen, während H. D. Chapman als Challenger fungirle. JnspektorHunl vertrat vor dcmFriedcns- richtcr die Anklage gegen Howe mit den ge- nannten Polizisten und Howe wurde trotz seiner Unschuld um §lO bestrast, ebenso drei andere, welche ebenfalls unschuldig waren. Capt. Lewis ließ jedesmal sechs Slimm- gcber in das Wahlzimmer treten, zwei bis vier wurden als Republikaner „gcchallengt", und wenn sie wagten, zu opponircn, wur- den sic mit Gewalt hinausgeworsen. Er berechnete, daß 365 Republikaner um ihr Stimmrecht beraubt wurden. Lieutenant Basset. welchem die 34. Ward untersteht, war heute ebenfalls zur Zeugcn- schaft anwesend. Von dem Challenger X. D. Chapman behauptete Housc, daß derselbe gar nicht im 24. Prccinct der 34. Ward wohnte und sein freches Treiben vollständig ungesetzlich war. Die Wahlrommission war am Vor- mittag noch nicht mit den verlangten Wahl- belegen erschienen. Tehrer und Schüler. Edward Shewlin, einer der besten und äl- testen Bekannten der Richter der Maxwell Str.-Polizeigerichte, ist zur Abwechselung wieder einmal in den Gesetzes-Maschen. Er hatte in Erfahrung gebracht, daß die in No. 90 West 18. Str. wohnende Frau I. Glaves vor Kurzem eine Menge Geld erhalten hatte. Er beschloß ihr einen Besuch abzustatten und nahm sich den erst vor einiger Zeit wegen sei- ner Minderjährigkeit aus dem Strafverfah- ren entlassenen Einbrecher Dominik Waters als Partner mit. Als Shewlin vor dem Hause ankam, sah er die Detectives Raggin und Bachstahler die Straße auf- und abpa- trouilliren. Da er denselben zu oekannt war, sandte er den kleinen Waters hinauf. Dieser sollte das Terrain erst sondiren. Dominick entledigte sich seines Auftrages in so vortreff- licher Weise, daß er nach eurer Viertelstunde schon mit einem wohlgefüllten Portemonaie heraustam. Die bestohlene Frau I. Claves hatte aber sofort den Verlust des Geldes und Portemonnaies genierkt, liesWaters nach und rief, als sie ihn auf der Straße nicht mehr sehen tonnte, Polizei herbei. Als der Fall den genannten Detectives mitgetheilt wurde, kamen sie sofort auf die Idee, daß Shewlin und Warers den Diebstahl begangen hätten. Sie wurden verhaslet und heute von Richter Dooley bis zum 27. Dezember unter je §7OO Bürgschaft gestellt. Dieselbe wurde prompt von Shewlins Mutter gestellt und ange- nommen. Ein Stück Hutnadel iin Arm. Die Detectives Scully und McGrath tra- fen heute früh an der Ecke der Wabash Ave. und Eldridge Court die bekannte Lillisz Lirch. Als dieselbe aus die Frage der De- tectivs, was sie so frühzeitig auf der Straße mache, eine grobe Antwort gab, wurde sie für verhaftet erklärt. Unterwegs versuchte Lil- lie sich wiederholt loszureißen, doch gelang es den beiden Detectives, sie nach der Arinory zu bringen. Im Laufe des Vormittags fand Scully aus, daß das Weib ihn während des wiederholten Kampfes mit ihr eine Hut- nadel in den linken Arm gestoßen und daun abgebrochen hatte. Der Arm schwoll zu- sehends an, doch wurde die Nadel später her-ausgezogen. Lillie wurde dem Richterßrad- well unter der Anklage des unordentlichen Betragens vorgeführt und bis morgen unter §2OO Bürgschaft gestellt. Line zweifelhafte Transaktion. Vor einigen Wochen wurde von der Cen- tral Womans Christian Temperance Union und der Ladies Union Aid- Societh ein Midway - Plaisance - Fest, eine Art Bazaar, veranstaltet, dessen Er- trag dem Findelhause und der Bethesda- Mission zu Gute kommen sollte. Der Rein- ertrag der Veranstaltung stellte sich auf nahezu §14,000. Die Präsidentin der beiden Gesellschaf- ten, von denen die Unterhaltung veranstaltet wurde, ist Frau Matilda V. Carse, und von dieser Dame wird jetzt behauptet, daß sie im Aufträge der Womans Christian Tem- perance Union §3OOO von dem Reingewinn des Unternehmens dazu verwenden wollte, um einen Theil einer alten Schuld der W. C. T. U. zu tilgen. Später hat Frau Carse jedoch sich angeblich anders besonnen und die Annahme des Geldes verweigert. In der letzten Sitzung der Ladies Union Aid Society wurde aber Frau Carse von dieser Gesellschaft auf ihr Ersuchen ermäch- tigt, §2OOO von den für Wohlthätigkeits- zwecke aufgebrachten Geldes zurückzubehal- ten. als unverzinsliches Darlehen. Die Schulden der von Frau Carse ver- tretenen beiden Damen-Vereinigungen be- tragen zusammen §SOOO. 3000 und 2000 sind gerade 5000. Dem Publikum sollte eine Abrechnung über das für Wohlthätigkeitszwecke be- stimmte Geld nicht vorenthalten werden. Mindestens zehn Clerks der Abthei- lung für öffentliche Arbeiten und des Spe- zialsteueramts werden noch in dieser Woche ihren Laufpaß erhalten zur Reduktion des städtischen Beamtenheeres. Viehmarkt. Schweine sind heute scsi und um 5 Cents tdeur.r. Schwere brachten 4.25G4.70, leichte 3.90G4.35, durcheinander 4.00 G4.55, grobe zum Pökeln 4.00(a4.20. „Pigs" 2.40G4.05. Rindvieh fest, Schale malt. Zufuhr 30,000 Stück Schweine, 10,500 Rindvieh, 14,000 Schale.

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