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Abendblatt Newspaper Archives Dec 19 1894, Page 1

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Abendblatt (Newspaper) - December 19, 1894, Chicago, Illinoisvon der Illinois Staats-Zeitungs-To. Chicago, Mittwoch, 19. Dezember 1894. Preis 1 Tent. 47. Jahrgang. No. 300. Mevevvlick And Kurzgefaßles. -- Heute Abend klar. Morgen höhere Temperatur und klar. Luftzug aus Süd- Westen. Dr. McGlynn hat seine Bußzeit be-endigt und wird nächstens wieder angestellt. Die Japaner sammeln sich zum lfleichzeiligen Angriff auf Neu-Kwang und Tien-lsin. Die Eisengewinnung hat im vorigen -oahre nur in Deutschland zugenommen. Die Agitation im Auslände hat in Armenien bereits gute Früchte getragen. ln New Aork ist heule der 87jähr!ge Bankier Eugen Relly als fünfzehnfacher Mtllionär gestorben. Das einfältige Spiel mit Feuerwaffen hat abermals den Tod eines Menschen ver- ursacht. Ella Niles richtete die Mündung eines ihrer Ansicht nach ungeladenen Revol-vers auf ihre Freundin Kittie Scully, drückte ab und die Kugel drang Kittie in's Gehirn, sie auf der Stelle tödtend. Eine sehr strenge Disziplin scheintMayor Mann von Evanston im dortigen Stadtrath zu handhabeu. Wenn ein Alder- uran sich nicht sofort hinsetzt, nachdem er ihn zur Ordnung gerufen, dann nennt er ihn einen unverschämten Gelbschnabel. Wie es scheint, sind die Countyräthe behufs Vertheilung der Aemter endlich zu einer Einigung gekommen. Die Zahl der zu vergebenden kleinen Posten wurde fest-gestellt, durch die Zahl der Countyväter divi-dirt, und jetzt hat Jeder seine besondere Pa-tronage. CelegraplnstAe DepestAerr. i Entdeckung einer Mondscheinde- stillerie. Ein Polizeibeamter von Quebec ein Theilhaber derselben. IVie die Entdeckung herbeigeführt wurde. Quebec, 19. Dez. Die Entdeckung einer Mondscheindc- stillerie im Herzen der Stadt, hat gestern eine beträchtliche Aufregung verursacht. Dieselbe wurde durch die zufällige Explosion des Dampfkessels veran- laßt; das Gebäude gerieth dadurchin Brand und neun Personen trugen er- hebliche Verletzungen davon. Durch die Thatsache, daß einer der Mondscheinbrenner1 ein Sergeant der städtischen Polizei, Na- U mens Redmond ist, welcher schwere Brand- t wunden davontrug, hat sich die Aufregung f noch bedeutend gesteigert. Ein gefährlicher Bandit beseitigt. Derselbe wird aus Nothwehr nicdergeschossen. Cairo, Jll., 19. Dez. William O'Bryan, der Führer der Ban- diten, welche im November 1893 bei Bard- well in Kentucky, acht Meilen von Cairo, einen Zug der Illinois Centralbahn über- fielen und HI2OO in Gold erbeuteten, wurde gestern in Whiting, Mo., zwanzig Meilen von hier, von James B. Fields, einem früheren Saluhnwirth aus Cairo, aus Nothwehr erschossen. Zur Zeit, als der Prozeß gegen O'Bryan und seine Spieß- gesellen verhandelt wurde, sagte Fields, welcher in Whiting eine Wirthschaft betrieb, aus, daß O'Bryan's Frau ihm H3OO in Gold zum Aufbewahren übergeben habe. Frau O'Bryan aber erklärte unter Eid, E das dies nicht wahr sei. Daraufhin bean- ff spruchte Fields das Geld, und nachdem O'Bryan freigesprochen war, zog er, um dessen Rache zu entgehen, nach Cairo. Vor einigen Wochen kam er nach Missouri und traf O'Bryan, welcher sofort das Geld von ihm verlangte; dies wurde ihm verweigert, worauf der Erbandit Fields buligc Rache schwor. Gestern Abend trafen sich die Bei- den in einer Wirthschaft, und ehe O'Bryan seinen Revolver ziehen konnte, wurde er von Fields durch einen Schuß todt nieder- gestreckt. O'Bryan war als ein gefährlicher bekannt und war der Schrecken des ganzen südöstlichen Missouri's. Die Ermordung von Katharine Kaiser. Fortsetzung des Prozesses gegen den ver- meintlichen Mörder derselben. Titus ville, Fla., 19. Dez. Der Staatsanwalt hat seine Beweis- aufnahme gegen Mantellus C. Hardee we- gen der Ermordung von Katharine Kaiser, in Jensen am letzten 27. Mai, vor Richter John Broom vom hiesigen Kreisgericht gestern wieder ausgenommen. Die Kette der Umstandsbewcise wurde thcilweisc er- gänzt, und der wichtigste Zeuge war Allan, für den Hardee zur Zeit gearbeitet hatte. Derselbe schilderte Hardee's Benehmen zur Zeit der Mordthar und sagte, daß Hardee sich darüber stets äußerst schweigsam gezeigt habe. Dr. Wilson bezeugte, daß er die Leiche untersucht und keine Anzeichen von Schwangerschaft gefunden habe. Die Schwester des ermordeten Mädchens machte über Hardee's Verhältniß zu demselben Aussagen. Schrecklicher Tod Ein junges Mädchen bei lebendigem Leibe verbrannt. Saybrook, Jll., 19. Dez. Die achtzehnjährige Minnie Treßler kam gestern auf schreckliche Werse um's Leben. L>ie war mit der Zubereitung des Abend-essens beschäftigt, als sie zufällig dem Feuer zu nahe kam, und ihre Kleider in Brandgeriethen. Sie rannte in ihrer Augst auf die Straße, und trug so schwere Brand- wunden davon, daß sie denselben binnen weniger Stunden erlag. Die deutsche Eisenproduktion. Das „Barometer des industriellen Lebens". lvas der amerikanische Lonsul in Annaberg darüber berichtet. Washington, 19. Dez. Leut einem Berichte des amerikanischen Consuls Stephen in Annaberg an das Staatsdepartement, hat Deutschland im letz- ten Jahre 4,953,149 Tonnen Roheisen pro- duzier, und die Eiseuproduktion wird als das „Barometer des industriellen Lebens" angesehen. Deutschland allein zeigte eine stetige Zunahme in der Produktion des- selben, und obgleich England jetzt noch ehenso viel Roheisen produzier, wie Deutsch- land und Frankreich zusammen, so deutet der Ertrag doch auf eine stetige Abnahme hin, wodurch die Annahme gerechtfertigt wird, daß Deutschland ihm bald Nach- kommen wird, und binnen Kurzem als Elscnproduzcnl nach den Ver. Staaten der bedeutendste sein wird. Der Consul schreibt den Erfolg der Deutschen ihren unermüd- lichen Bestrebungen zu, neue Märkte zu finden. Durch die tüchtigeOrganisation von Ausfuhrgesellschaften, durch die Hülse der Regierung vermittelst des Handelsmini- steriums, und vor Allein in Folge der In- telligenz des Kausmannsstaudes sind diese Bestrebungen von Erfolg begleitet. Weizen als Viehfutter. was der Ackerbauminister darüber zu sagen hat. Washington, 19. Dez. Weizen als Viehfutter zu benutzen, ist im ganzen Lande so allgemein geworden, daß das Ackerbaudepartement jetzt fast täglich Anfragen über die beste Art und Weise er- hält, wie Weizen dem Rindvieh, den Schwei- nen und anderem Vieh am besten zu füttern sei. In einer Besprechung darüber äußerte sich der Sekretär Morton folgendermaßen: „Der Weizen hat als Viehfutter Werth; derselbe muß aber sorgfältig benutzt und den Gewohnheiten und derUmgebung der Thiere angepaßt werden. Mastvieh, und im Wach-sen begriffene Thiere gedeihen vortrefflich dabei. Der Vortheil bei der Fütterung von Weizen, wenn derselbe denselben Werth wie Mais hat, ist größer als bei der Maisfllt- terung, denn Weizen wiegt sieben v.H.schwe- rer als Mais. Die Versuchsstation in Süd- Dakota hat erschöpfende Versuche mit der Fütterung von geschrotenem Weizen bei Schweinen gemacht; das Fleisch der damit gemästetenSchweine ist irgend einem anderen vorzuziehen. Der Weizen sollte anfänglich nur in kleinen Quantitäten, und mit ge- schnittenem Heu oder mit anderem Getreide gemischt, gefüttert werden. Das Ackerbau- departement wird sämmtlichen Landzeitun- gen Anweisungen darüber zugehen lassen. Tod des Bankiers Kelly. Er wurde sieben und achtzig Jahre alt uud hinterläßt viele Millionen Dollars. New Pork, 19. Dez. Der Bankier Eugen Kelly ist heute in seinem sieben und achtzigsten Jahre gestor- ben; er war in Trellick, Tyrone County, Irland, geboren, und kam in seinem zwan- zigsten Jahre nach Amerika. Seine erste Stellung war die eines Clerks in dem El- lenwaarengeschäft von Donelly Bros. Dann legte er sich im Jahre 1849 aus das Goldsuchen, und errichtete später in San Francisco das Bankgeschäft von Donohue, Kelly L Ralston. Während des Krieges verlegte er sein Geschäft nach New Aork, und verlor in südlichen Anleihen bedeutende Geldsummen. Trotzdem erwarb er ein be- deutendes Vermögen und als er sich vor ei- nigen Jahren aus dem Geschäfte zurück- zog, wurde sein Vermögen aus zwölf bis fünfzehn Millionen Dollars geschätzt. Kelly war ein eifriger „Home Rule"-Mann und seine Börse stand der irischen Bewe- gung stets zu Gebote. Tapt. Howgate. Ls werden gegen den großen Spitzbuben immer noch mehr Anklagen erhoben. Washington, 19. Dez. Die Großgeschworenen haben den Fall des Capt. Howgate, gegen den mehrere Anklagen auf Betrug und Fälschung, wäh- rend seiner Amtszeit als Clerk des Signal- dienstes vorliegen, immer uoch unter Berathung. Wahrscheinlich wird in dieser Woche noch eine weitere Anklage erhoben werden. Kurzer Prozeß. Der mexikanische Rebell Saiz wird wahrschein- lich ohne weiteren Prozeß erschossen werden. Nueva Laredo, Mex., 19. Dez. Der Revolutionär Geralds Saiz, welcher von San Antonio ausgeliesert wurde, ist hierher gebracht worden, und es heißt, daß er ohne weiteren Prozeß erschossen werden wird. Es wird behauptet, daß seine Schuld bei den Ausliefcrungsverhandlun- gen klar erwiesen wurde, und daß jetzt nur noch das Gesetz für derartige Fälle zur Ausführung gebracht zu werden braucht. Verunglückt. Auf der Heimfahrt vom Tode ereilt. Watkins , N. Y., 19. Dez. Divello Pike aus Burdett, wurde gestern Abend todt, und steif gefroren in seinem Buggy gefunden. In irgend einer Weise war er vorn über in ein Rad seines Fuhr- werkes gefallen, und hatte dabei den Tod gefunden. Er war mit der Absicht von Hause weggefahren, an einem Begräbnisse Theil zu nehmen. Dom Kriegsschauplätze. Die erste japanische Armee bei Thian Len-Lhang. Sie wartet das Vorrücken der anderen Truppen gegen Tieu Tsiu ab. Yokohama, 19. Dez. Die erste japanischeArmee, welche jetzt, nachdem der Feldmarschall Pamagata we- gen Krankheit nach Hause gegangen ist, vom Feldinarschall Nodzu befehligt wird, macht von Chian-Len-Chang aus Vorstöße gegen New-Chwaug und Mulden. Es werden nur geringe Fortschritte gemacht, da das Terrain ein schwieriges ist und der Feind beständigen Widerstand leistet. Au- genscheinlich liegt der ersten Armee nicht viel daran New-Chwang oder Shanghai- Kwang, che die anderen Truppm zum An- griffe auf Ticn Tsin bereit sind. Die in Port Arthur vorgckommenen Greuel wer- den amtlich auf das strengste untersucht. Verhängnißvolle Schießerei. Zwei Bürger von einem Polizisten lebens- gefährlich verwundet. Madison, Jnd., 19. Dez. Gestern Morgen nm zehn Übr wurden der frühere Siadtrath Edward I. Collins und Jakob Klein, ein Mitglied der städti- schen Feuerwehr, von dem Polizisten Wil- liam Whitlaker, durch Schüsse lebensge- fährlich verwundet. Der Streit entstand in Zeiger's Wirthschaft, in welche Whitt- aker kam, um sich die Hände zu wärmen. Unter den Gästen, welche sich in der Wirth- schaft befanden, waren Collins und Klein, die mit dem Eigenthümer einer benach- barten Bäckerei in Streit gcrielhen. Als Whitlaker in seiner Eigenschaft als Poli- zist die Leute beruhigen wollte, wurde er von Collins und Klein angegriffen. Klein wurde niedergeschlagen und getreten, wo- rauf Zeiger dazwischen trat und Whitlaker aus der Wirthschaft entfernte. Kurze Zeit darauf wurden Schüsse abgefeuert, von de- nen einer Collins in die linke Brust drang, während Klein einen Schuß in der rechten Seile und einen zweiten in der rechten Hüfte davontrug. Whitlaker stellte sich so- fort den Behörden und wird morgen ver- hört werden. Collins und Klein liegen in ihren Wohnungen in bedenklichemZustande darnieder. Erhöhte Tabackszölle. Die peruanische Regierung braucht Geld, und die Liebhaber von Taback müssen dasselbe liefern. Washington, 19. Dez. Wahrscheinlich um die Kosten zur Unter- drückung der Rebellion zu bestreiten, hat die peruanische Negierung den Zoll auf Cigarren, Cigaretten und Taback bedeu- tend erhöht. Der Taback aus anderen als süd- und mittclamerikanischen Ländern ist mit 3.50 Soles das Kilogramm besteuert, gewöhnliche Cigarren mit 50 Soles tausend Packele, und Havanacigaretten mit 100 Soles, (ein Sol ungefähr gleich 00 Cents). Der Zoll auf Tabak in anderer Form steht in Verhältniß zu der angegebe- nen Zollrate, und die Regierungsbeamten haben die Tabackszöllc für die Dauer von zwei Jahren in öffentlicher Auktion verstei- gert. Heißblütige Italiener. Ein Saluhnwirth von- einem Loncurrenten niedergeschossen. SpringValley, Jll., 19. Dez. Gestern Morgen, in früher Stunde, wurde Frank Betlo von Paul Rosso durch einen Schuß tödtlich verwundet. Beide sind Italiener, und machen sich als Saluhn- wirthe gegenseitig Conkurrenz. DieSchießc- rci fand in Bctto's Wirthschaft, in Gegen- wart von wenigstens fünfzig Personen statt. Nachdem Rosso gefeuert, und seinen Gegner niedergestrcckt hatte, ging er in aller Ruhe hinaus und stellte sich dem Polizeichef Hicks. Stach dem später vor dem Friedensrichter McLaughlin erfolgten Vorverhör, wurde er den Großgeschworenen überwiesen. Der Tod des Klopffechters Bowen. Nach dem lVahrspruche der Geschworenen war der harte Fußboden Schuld daran. New Orleans, 19. Dez. Die Coronersgeschworenen haben durch ihren Wahrspruch erklärt, daß der Tod Bowens dadurch herbeigeführt wurde, daß der Club, in dessen Räumlichkeiten der Faustkampf staltfand, es versäumt halte, den Fußboden polstern zu lassen. Mit Dampf auf die „Jungfrau". Die Conzession für die Anlage einer Eisen- bahn bewilligt. Bern, Schweiz, 19. Dez. Der Staatsrath hat die Conzession für den Bau einer Eisenbahn nach dem Gipfel der „Jungfrau" bewilligt. Das Kapital dazu ist in Amerika und England aufge- bracht worden. Giolitti abgeblitzt. Seine Dokumente werden von dem betreffen- den Ausschuß „aä aeta?' gelegt. Rom, 19. Dez. Die „Reforma" sagt, daß der Ausschuß der Deputirtenkammer, welchem Giolitlis Dokumente überwiesen waren, beschlossen hat, denselben keine weitere Beachtung zu schenken. Das Schlimmste befürchtet. Die Dampfer „Btontserra" und „Keeweenaw" wahrscheinlich mit Alann und Blaus untergegangen. vier andere Fahrzeuge verspätet. San Francisco, 19. Dez. In Schifffahrtskreisen herrscht jetzt allge- mein die Ansicht vor, daß die Kohten- dampfer „Montserrat" und „Keewcenaw" untergegangen sind. Die einzige Hoff- nun beruht noch darauf, daß sie durch den Sturm nach Norden getrieben wurden, und in irgend einer geschütztenBucht an der britisch-columbischen Küste Schutz gesucht haben. Die größte Besorgnis; herrscht auch über das Schicksal der Bark „Columbia", welche vor vierzehn Tagen von Port Blakeley mit viner Ladung Bauholz nach diesem Hafen abging; über die Bark „Ger- mania", welche vor 16 Tagen mit Kohlen von Seattle nach San Francisco abging; das Schiff „B. I. Brown", welches vor fünfzehn Tagen mit Kohlen von Manicus nach dem hiesigen Hafen abging, und über die Bark „Sea King", welche einen Tagspäter, als der „Brown" aus demselben Hafen nach San Francisco auslief. Alle diese vier Fahrzeuge haben das schlimmste Unwetter während der ganzen Jahreszeit zwischen Kap Flattert) und dem Kap Blanco aushalten müssen. Wieder in Thätigkeit. Die großen Stahlwerke in Noline seit gestern wieder in Betrieb. Moline, Jll., 19. Dez. Gestern wurde in den „Sylvan Steel Works", dem ersten Walzwerke in dieser Gegend, die regelmäßige Arbeit wieder aus- genommen. Die große Dampfmaschine, welche in den Walzwerken benutzt wird, ist außer der Corliß-Maschine in Pullman die größte im Westen. Die Anlage ist auf das vollkommenste eingerichtet, und wird hauptsächlich für den Bedarf der örtlichen Fabrikanten arbeiten, welche jährlich an- nähernd 20,0000 Tonnen verbrauchen. Hat schon etwas geholfen. Die türkischen Bedrückungen haben seit der Ernennung der Untersuchungs-Lommis- sion bedeutend nachgelassen. Tiflis, Transkaukasien, 19. Dez. Eine hier erscheinende armenische Zei- tung hat Nachrichten aus Mush, im türki- schen Armenien, worin cs heißt, daß seit der Ernennung eines Untersuchungsaus- schusses die türkischen Bedrückungen bedeu- tend nachgelassen haben. Viele Armenier, welche verhaftet worden waren, haben ihre Freiheit wieder erhalten, die Kurden wur- den im Schach gehalten, und ein kurdischer Häuptling hat den Befehl erhalten, nachKonstantinopel zu kommen. „Klapperschlangen-Bills" Hochzeit. Er brennt mit der Tochter eines reichen Vieh- züchters durch, und dieser macht gute Miene zum bösen Spiele. Guthrie, O. T., 19. Dez. Im Lande der Cheyennes und Arapahoes hat ein bischen Prairieromantik, als heute Clara Melville, die Tochter eines reichen Viehzüchters, mit Wm. Coleman, in ganz Oklahoma unter dem Namen „Klapper- schlangen-Bill" bekannt, durchbrannte, einigermaßen Aufregung hervorgerufen. Die Durchbrenner nahmen zwei von Melville's besten Pferden und schlugen die Richtung nach Watonga, dem Countysitz, ein. Als Vater Melville von der Geschichte erfuhr, machte er sich sofort zur Verfolgung auf; aber die guten Pferde hatten ihre Schuldigkeit gethan, und Papa Melville traf grade in Watonga ein, als die Trauung vorüber war. Nach guter Väter Art vergab er dem Paare, gab ihm seinen Segen und erließ sofort massenhafte Einladungen zu einem großartigen Festmahle, das am Weih- nachtsabende auf seiner Viehzüchterei abge- halten werden soll. Noch mehr armenische Greuel. Priester niedergemetzelt und Dörfer niederge- brannt und ausqeplündert. Berlin, 19. Dez. Die KölnischeZeitung veröffentlicht heute einen Brief aus Armenien, welcher die Nachricht von neuen Greueln enthält. Demnach sind dreiundzwanzig Dörfer in Asche gelegt, elf Dörfer ansgeplündert und vierzig Priester niedergemetzell worden. Der Vertrag mit Japan. Derselbe wird vom Senatsausschuß zur Annahme empfohlen werden. Washington, 19. Diz. Der Senatsausschuß für auswärtige Angelegenheiten hat rn seiner heutigen Sitzung beschlossen, über den Vertrag mit Japan einen günstigen Bericht einzuziehen. Derselbe wird dem Senate in der Executiv- sitzung vorgelegt werden. Lcbiffs-Nacbrichten. In der Nacht gemeldet: New Nork „Mobile" von London, „Zaandam" von Amsterdam. Glasgow „Norwegian" von New Aork. Liverpool „Pavonia" von Boston. St. Johns „Carthagenian" von Glasgow. Heute gemeldet: Glasgow: Corean von Philadelphia. Liverpool: Ohio von Philadelphia. Der Pfarrer McGlynn. Derselbe soll, wie es heißt, demnächst wieder eine Gemeinde erhalten. Seine Bußzeit scheint abgelaufen zu sein. New Nork, 19. Dez. Der Pfarrer Edward McGlynn hat einen vollständigen Widerruf gethan, und ist nicht länger der Apostel jener Lehren, welche zur Folge halten, daß er aus der katholischen Kirche ausgestoßen wurde. Seine Bußzeit, welche am 23. Dezember 1892 begann, ist abgelaufen, und der Erz- bischof Corrigan wird ihm demnächst wie- der eine Gemeinde anvertrauen. Diese Mittheilung wurde einem Bericht- erstatter von einem Freunde des Dr. McGlynn gemacht. Der Dr. Glynn selbst aber, welcher von einem Berichterstatter in seiner Wohnung in Bensonhurst ausgesucht wurde, erklärte, daß er ihm keine Milthcilungen zu machen habe. Auf sich selbst angewiesen. Die ausländischen Diplomaten in Peking treffen Vorkehrungen, sich nöthigen Falls gegen Ausschreitungen des Pöbels zu vertheidigen. London, 19. Dez. Eine Depesche an die „Times" aus Shanghai sagt, daß die auswärtigen Diplo- maten, weil China sich weigert, aus- ländischen Truppen den Eintritt in Peking zu gestatten, zu ihrer VcrtheidigungSchritte gethan haben, im Falle die Nothwendigkeit dazu eintreten sollte. städtisches. Das Wetter. Optiker Kleine. 76 Washington Str., berichtet für Chicago die folgenden Baro- meter- und Thecmometerstände: Um 8 Uhr Morg. 38 Gr., um 9 Uhr 40 Gr., um 10 Uhr 42 Gr., um 11 Uhr 44 Gr., um 12 Uhr 46 Gr. Barometerstand um 8 Uhr Morg. 29.60,12 Uhr 29.50. Wichtige Identification. L. M. Dickson identistcirt seine Angreifer. E. M. Dickson, welcher am Wahltage als republikanischer „Challenger" vor dem Stimmplatz 113 Illinois Str. überfallen und derart mißhandelt wurde, daß er Wochenlang zwischen Tod und Leben schwebte, hat Eddie Murphy, George L. Murphy, Ed. Harrity und Pat. Sullivan positiv als seine Angreifer identificirl. Die genannten Vier gehören der Markelstraßen- Bande an; sie wurden am Sonnabend ver- haftet und ließen ihren Proceß vor Richter Hambnrgher vorlegen, welcher einen.Auf- schub bis zum 26. Dezember gewährte. Gestern idcntificirte Dickson die Verhafte- ten als seine Angreifer. Die letzteren sollen auch an dem Ueberfall in dem Sttmmplatz 117 Oak Str. und an der Er- mordung Colliandcrs bethciligt gewesen sein. Die Identification durch Dickson ist für die criminalgerichtliche Verfolgung der Strolche von entscheidender Wichtigkeit und wenigstens in diesem Falle wird die Verfolgung erfolgreich sein, während die wirklichen Mörder des Gustav Colliander immer noch nicht verhaftet oder mit Be- stimmtheit festgcstellt sind. Frecher Raub. Zwei Räuber dringen in die Wirthschaft von Frau Gordon No. HZO Division Str. ein. Ein frecher Raub wurde in verflossener Nacht in der Wirthschaft von Frau Gor- don, Nr. 430 Ost Division Str., verübt. Die Frau war etwa bis eine halbe Stunde nach Mitternacht, nachdem der Schank- kellner bereits heimgegangcn war, beim Le- sen beschäftigt. Sie hatte versäumt, die vordere Thür zu schließen. Plötzlich dran- gen zwei Männer in die Wirthschaft ein; der eine hielt ihr einen Revolver vor den Kopf, während der andere die angeblich H9O enthaltende Ladenkasse ausraubte. Die überfallene Frau wurde obendrein von den Räubern mißhandelt. Von den Spitzbuben ist noch keine Spur gefunden. Zur Verhütung von Unfällen in den Aabelbahntunnels. Bevor Mayor Hopkins gestern Nachmit- tag seine Reise nach dem Ostcu antrat, um Spezialärztc wegen seines Halsleidens zu consultircn, ernannte er der in der letzten Stadtrathssitzung angenommenen Camp- bell'schen Resolution gemäß das Comire, das mit den Vertretern der Straßenbahn- gesellschaftcn der Nordseile und Westseite über Maßregeln zur Verhütung von Kabcl- bahnunfällen in den Tunnels berathen soll. Das Comite besteht aus den Atd. Campbell, Powers, Ryan, Maddcn, Coughlin, Mc- Gillen, Kleincckc, dem Mayor und dem Oberbaucommissär. Das Comite tritt heute Nachmittag um 3 Uhr bereits zu einer Sitzung in der Office des Oberbaucom- missärs zusammen. Tod in Folge eines Krampfanfalls. Der 38jährige Charles Kay, welcher als Hausknecht in der Wirthschaft von Tim O'Ncil No. 183 N. Clark Str. beschäftigt war, wurde heute Morgen von einem Krampfanfall hcimgesucht, als er vor der Wirthschaft stand. Er stürzte so unglück- lich auf die Kante des steinernen Seiten- weges, daß er einen Schädelbruch erlitt. Er wurde nach der O.Chicago Ave.-Station gebracht, wo ihm ein Nothverband angelegt werden sollte. Unmittelbar nach seiner Ablieferung in der Station starb Kay. Der Leichnam wurde auf die Bank einer Zelle gelegt, bis ihn dcr Ambulanzwagen nach der Morgue No. 11 Adamsstr. brachte. Ein leeres Gerücht. Bureauvorsteber Andersou vom Tountyschatz- amte auf einer „Erholungsreise," aber nicht verschwunden. Verschiedene Morgenzeitungen berichteten heute, zum Theil sehr ausführlich, daß Herr William D. S. Anderson, seit zwanzig Jah- ren Bureauvorsteher des County-Schatzam- tes spurlos verschwunden sei, daß Niemand wisse, wo er sich hingewendet und daß er wahrscheinlich in einem plötzlichen Anfalle temporären Irrsinn auf und davon gegan- gen sei. An dieser ganzen Geschichte ist nichts wahr außer der Thatsache, daß Herr Anderson seit dem Samstag Mittag seinen Platz an seinem Pulte nicht, versehen hat. Countyschatzmeister Kochersperger erklärte heute Vormittag, daß jene Zeitungen Herrn Anderson ein schweres Unrecht durch jene gänzlich unbegründeten Berichte zugefügt hätten. Er, Kochersperger, wisse, wo An- derson sich aufhalte. Derselbe habe, um sich von den Strapazen der letzten Tage, die für ihn der Wechsel in der Verwaltung des County-Schatzamtes im Gefolge gehabthabe, eine kleine Erholungsrese oder Spritztour angetreten und werde bereits morgen wieder nengestärkt auf seinem Posten sein. Einige der Morgenzeitungen erwähnten in ihren Berichten der angeblichen Thatsache, daß die Angehörigen Anderson's die An- sicht ausgesprochen hätten, daß derselbe in einem Anfalle von Geistesstörung auf und davon gegangen sein möge. Auch diese An- gabe ist ganz aus der Luft gegriffen. Herr Anderson bekleidete seinen Posten be- reits unter den Countyschatzmeistern Seipp, Davis und Kern, und erfreute sich stets eines unbegrenzten Vertrauens seiner Vorgesetz- ten. Er ist thatsächlich der Vorsteher des Countyschatzamtes und vertritt den County- schatzmeister in allen Fällen, in welchen der- selbe nicht persönlich anwesend ist. Läßt seine Geliebte sitzen Und wird von ihr des Diebstahls beschuldigt. Jos. Zimek und Gisela Hlina liebten sichund beschlossen, miteinander den Bund der Ehe einzugehen. Doch bevor dies geschehen konnte, sollte Joseph, so ordnete Gisela's Vater, ein in 1329Van Hornstraße wohnen- der Saloonwirth, an, sich erst eine Existenz verschaffen. Gisela vertraute ihrem Joseph blindlings und gab ihm alle ihre Schmuck- sachen und Ersparnisse zum Aufbewahren. Das Verhältniß dauerte bereits 11j4 Jahre, als Gisela endlich durch Zufall erfuhr, daß der Bräutigam, dem sie treue Liebe schwur und dem sie ihr Geld und Werthsachen an- vertraut, bereits vor einem Vierteljahre eine andere Dame mit seiner Hand beglückt hätteund trotzdem immer noch sich als ihr Gelieb- ter gerirte. Ihre Liebe verwandelte sich in gährend Drachengift. Sie verlangt, nachdem sie sich von dem wahren Sachverhalte überzeugt hatte und er- mittelte, daß Joseph in 271 West 20. Str. wohnte, sofort die Herausgabe ihrer Erspar- nisse und Werthsachen. Da Joseph diese längst für eigene Zwecke verwendet hatte,so konnte er sie selbstredend nicht wieder er- statten. Gisela sandte nun ihren Vater und Bruder nach Joe's Wohnung und als diese nochmals das Genannte zurllckverlangten,jagte sie JosephZimeck mit hochgehobenenRe- volver zur Thür hinaus. Gisela ließ ihren Ex-Bräutigam nunmehr wegen Diebstahlseinsperren. Vor dem Richter Dooley gab er zu, daß er Gisela hatte sitzen lasten, behaup- tete aber ihr durch seine kleine Stief-Schwe- ster das Geschmeide und Geld zurüägesandt zu haben. Sie habe es aber nicht annehmen wollen und ans -Rache ließ sie ihn einsper- ren. RichterDooley wird am 22. seine Ent- scheidung in dem Falle abgeben und stellte Zimeck bis dahin unter P4OÖ Bürgschaft. Bestahl seinen Bruder. Gestand es sofort ein. Reinhard Wiltzer und Patrick Regan wur- den heute von Richter Dooley unter der Einbruchsanklage unter jePIOOO Bürgschaft dem Criminalgericht überwiesen. Beide sind chronische Verbrecher, und ist ihnen, obwohl Söhne sehr achtbarer Eltern, ihrer Tauge- nichtsereien wegen, das elterliche Haus ver- schlossen. Am vergangenen Samstag woll- ten Beide einen Ball in Kern's Halle bc suchen, hatten aber unglücklicherweise kein Geld. Regan, der Wiltzer's Familie genau kennt, schlug diesem vor, in das Haus seiner Mutter einzubrechen, um dort Geld und Werthsachen, die sich leicht versilbern ließen, zu stehlen. Ggen 12H2 Uhr Nachts begaben sich die beiden Hallunken in das Haus von Wiltzer's Mutter, 627 HenryStr., und Rein- hard, der mit der Localität bekannt war, öffnete mittels eines Nachschlüssels das Schlafzimmer seines Bruders, holte dessen Weste, in der sich PSO Geld und eine goldene Uhr befanden, heraus, und überließ es Re- gan, denselben Liebesdienst (?) dem Wiltzer- schen Kostgänger, Louis Kettering, zu leisten. Dann zogen die Beiden ab. Mit dem gestohlenen Gelde amllsirten sie sich ausgezeichnet. (Die Kleidungsstücke hatten sie unter dem Seitenwege des.Hauses No. 549 Henrystraße, wo Wiltzer wohnte, versteckt). Gegen 4 Uhr landeten sie end- lich in einem Saloon an No. 811 Halstedstr. Als Wiltzer, der sich ziemlich nüchtern ge- halten hatte, sah, daß Ryan betrunken war, nahm er ihm aus Furcht vor Verrath die Uhr ab und überließ ihn dann seinemSchic- ksal. Die Uhr legte Wiltzer zu den anderen gestohlenen Sachen. Früh am Sonntag wurde die Maxwellstraßen-Station von dem Einbruch unterrichtet, und die mit der Auf-i arbeitung des Falls betrauten Detektivs Root und Killgallen, welche die beiden Hal- lunken genau kannten und sie bald in Ver- dacht nahmen, holten Witzel aus seinemßett heraus. Er theilte sofort die Einzelheiten des Einbruchs mit, gab die versteckten Sa- chen heraus und beschuldigte Regan der An- stiftung und Theilnahme an dem Ver- brechen. Beide wurden hierauf verhaftet. Heute wiederholte Wiltzer vor Richter Doo- ley sein Geständniß. und wurden darauf er und sein Complice an's Criminalgericht verwiesen. Abendblatt 1 Cent, 6 Cents die Woche. Die Großgeschworenen Beginnen mit der Untersuchung von Mahl« Verletzungs-Anklagen. Die Großgeschworenen erhielten heute einen Hellen und elegant ausgestatleten Gerichtssaal im sechsten Stockwerk für ihre Sitzungen zur Verfügung gestellt. Die Anwälte W. S. Forrest und John S. Miller halten auf heule Vormittag ge- gen 150 Zeugen vorgeladen. Sie vertra- ten die Civic Federation und baden in sechzig Fällen Beweismaterial für Wahlge- setz-Verletzungen gesammelt. Es kamen heute Morgen zunächst dieWahlgesetz-Verletzungen in der 24. und 25. Ward zur Verhandlung. Beweise von gewaltsamen Angriffen und Verhinderung von Stimmenabgabe durch Drohungen sind in zahlreichen Fällen vorhanden. lieber Gewaltsauftritte in verschiedenen Prccincten der 34. Ward wird Polizei- lieuienant Barrett, welcher auf heute Mor- gen mit zwanzig anderen Zeugen vorgeladen war, berichten. Den Berichterstattern er- klärte derBeamte, daß es besonders im 24. und 30. Precinct der 34. Ward zu häufigen Gewallthätigkeiten undßetrügereien gekom- men sei. Im 30. Preeinct sollen von 700 registrirten Wählenr 400 durch die Chal- lengers abgewiescn worden sein; ferner soll dort ein Wahlclerk betrunken gewesen und nach sechsstündigem Schlaf erst wieder zur Besinnung gekommen sein. Schießerei mit blutigem Ausgang. Robert Martin in die linke Backe geschossen. Heute früh kurz vor vier Uhr, fand in dem hinter der Schankwrrthschaft von John A. Rogers, 343 W. Madisonstraße, gelegenen Zimmer, eine Schießerei mit blutigem Ausgange statt. Um diese Zeit befand sich Robert Martin aus 499 Ogden Ave., ein Schankkellner in der No. 294 W. Madisonstraße belegenen Wirthschaft, mit zwei Frauenzimmern, Hattie Pal- mer und Florcnce Tanner mit Namen, in dem beschriebenen Zimmer, als ein gewisser Charles Howard hinzukam und die Unter- haltung auf ein abwesendes Frauenzimmer lenkte. Es kam dabei zu einen scharfen Wortwechsel und schließlich zu Thätlichkeiten, denen Howard aber ein Ende machte, indem er seinen Revolver zog und Martin eine Kugel in die linke Backe unterhalb des Auges jagte. Der Verwun- dete wurde nach seiner Wohnung gebracht, wo einige Aerzte seinenZustand für äußerst bedenklich erklärten. Howard ist noch nicht verhaftet worden. Zeichnete den Einbrecher ab. Ein Einbrecher, der mit der Localität sehr vertraut sein mußte, stattete gestern Nachmittag der Wohnung der Frau Spatty, 424 Jackson Boulevard, einen Besuch ab. Der Ritter der Brechstange hatte sich vorher genau vergewissert, daß Niemand im Hause wäre. Doch er hatte sich gewaltig verrechnet. Wohl' war Niemand im Hause, aber außer- halb desselben, an einen Zaun gelehnt, stand eine junge Dame, Fräulein Jda Irish, eine Malerin, die von dort aus den Einbrecher genau beobachtete und fortwährend zeichnete. Anfangs gab der Kerl nicht viel darum, doch bald wurde er anderer Meinung und das Hinterfcnster öffnend, rief er ihr zu, sich zu entfernen, widrigenfalls er eine Kugel in das schöne Köpfchen jagen würde. Doch Frl. Irish ließ sich nicht in Angst jagen. Sie behauptete ihren Standort, und um nicht in einer Mausefalle abgefangen zu werden, beschloß er sich zum Fenster herunter zu lassen. Er zog seinen Ueberzieher über den Kopf, nahm den Revolver in die eine Hand und ließ sich mit der anderen amSeile hinunter. Während des Hinabgleitens siel ihm der Ueberzieher hinunter und nun hatte Frl. Irish eine gute Gelegenheit, sein Gesicht zu zeichnen. Ohne sich weiter um die junge Dame zu kümmern, lief er, da er den Pa- trolwagen heranrasseln hörte, davon und ließsogar bei dieser Flucht auch noch den Revol- ver fallen. Als der erste von dem Fräulein herbeitelephonirte Polizeiwagen herankam, übergab Fräulein Irish den Polizisten das von ihr flüchtig hingezeichnete Bild des Einbrechers. Dieses war so trefflich gelun- gen,daß die Detectives in ihm sofort eine ge- wissen DcVerge, alias JohnStewart,erkann- ten und ihn bald darauf fanden und verhaf- teten. Richter Dooley überwies ihn unter PIOOO Bürgschaft dem Criminalgericht. Aus dem Triminalgericht. Schuldiq bekunden. Minute Starr und Emma Abrahams wurden vor Richter Horton schuldig befun- den, den Alfred D. Lawson am 29. Sep- tember d. I. in der Wirtbschaft No. 370 Statestraße um H225 beraubt zu haben. Sie hatten Lawson Morphium in das Bier geschüttet. Das Urtheil lautete auf je 18 Monate Zuchthaus. Mordprozes; argen James Johnson. Vor Richter Brentano begann gestern der Prozeß gegen James Johnson, welcher am 1. November den Frachtzugführer Andrew Sanders, im Dienste der Chicago L Great Western-Bahn stehend, durch vier Revolver- kugeln in der Nähe der Kedzie Ave. erschoß. John Erickson, welcher sich an Annie Anderson in deren Wohnung, No. 54 Chi- cago Ave., thätlich vergriffen hatte, erhielt von Richter Kersien heute Morgen H 5 Strafe zudictirt. Ein Feuer, welches heute früh um H 2 Eins in dem vierstöckigen, No. 173 S.- Halstedstraße gelegenen Hause, das Eigen- thum N. C. Zuttesmeisters, zum Ausbruch kam, richtete einen Schaden von H>loo an, ehe es gelöscht wurde. Viehmarkt. Schweine sind heute fest, nur ordinäre billiger. Schwere brachten 4.25(a4.60, leichte durcheinander 4.00<A 4.50, grobe zum Pökeln 4.00(«4.20, „Pigs" 2.40G4.05. Rindvieh und Schafe um s(a 10 Cents billiger. Zufuhr 37,000 Stück Schweine, 17,000 Rindvieh, 17,000 Schate.

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