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Abendblatt Newspaper Archives Dec 17 1894, Page 1

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Abendblatt (Newspaper) - December 17, 1894, Chicago, IllinoisHerausgegeben von der Illinois L>taats-Aeitnngs-To. Chicago, Montag, 17. Dezember 1894. Preis 1 Leut. 47. Jahrgang. No. 298. Uevevblirk Und Kurzgefaßtes. '— Das Wetter bleibt frisch und schön, borgen nimmt die Kälte ab, aber der Him- mel bleibt heiter. Der Wind dreht sich mor-gen von Nordwesten nach Südosten. . Ministerpräsident Erispi ist zähe; er rst entschlossen, sich von der Opposition nichtaus dem Sattel heben zu lassen. Die „Federation os Labor" hat heute auf ihrem Convent zu Denver zum Präsi- denten des Verbandes Mcßride mit 1162 gegen 937 Stimmen, die für Gompers ab-gegeben wurden, gewählt. Auf der New Yorker Fondsbörse stie-gen die Aktien des Zuckertrust um 112PCt. und büßten diese Avance wieder ein; die des Gastrust besserten sich um 118 pCt. Die Getreidepreisc haben sich hier nicht merklich verändert: Weizen wurde im Maitermin mit 58<(H59 gehandelt, Mais mit Hafer mil 32ZG1. Schwei- nefleisch war fest und ging um 10 Cent in die Höhe, im Maitermin auf 12.221, Schmalz auf 7.15, Rippchen auf 6.15(ckl 6.17z. Frau Bradley vom Comite für Er-ziehung der Civic Federation hat die Ent-deckung gemacht, daß die Schulen sich in ei-nem schlechten sanitären Zustand befinden und daß z. B. an trüben Tagen in Erman- gelung genügender Gasbeleuchtung ganz« Klassen häufig nach Hause geschickt werdenmüssen. Sie hätte hinzufügen können, daß der Schulrath oft seineAutorität mißbraucht,da er bei jeder sich darbietenden Gelegenheit Lehrerinnen und Schülern einen freien Tag oder freie Tage giebt. Als ob die zehn- wöchentlichen Ferien nicht vollständig genü- gend wären. Um in der bevorstehenden Prüfung durch die Polizeicommission bestehen zu lön-neu, suchen jetzt viele Blauröcke die Lücken ih-res Wissens durch Privatunterricht oder inden Abendschulen auszufüllen. In vielen Fällen wird wohl das Sprüchwort: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer- mehr" seine alte Wahrheit beweisen. Ald. Kerr sagt, er wisse sehr wohl, daß gegen denStadtrath ein Vorurtheil herrsche und das Publikum deshalb nichtviel von der beabsichtigten Untersuchung der Polizei-Verwaltung halte. Aber es sei ihm bitterer Ernst. Na, wir werden ja sehen. Te§el;rttp!nscke Depescüslu Cholera und Gelbes Fieber. ! Der Staat und die Stadt Rio de Janeiro da-l von heimgesucht. R New Y o rk, 17. Dez. Von Buenos Aires wird gemeldet, daß der dortige brasilianische Gesandte die Mittheilung empfangen hat, daß im Staate Rio de Janeiro in einem Tage zehn Todes- fälle in Fole der Cholera stattgifunden ha- ben und daß das Gelbe Fieber in derHauptstadt um sich greift. Mord und Selbstmord. Beide Betheiligten dem Tode verfallen. Boston, 17. Dez. In einer Miethskaserne in South Russell Str. hat Jas. Murphy mit einem Knüppel und einer Axt einen Mordansall aus seine Frau gemacht, und sich daraus selbst die Kehle durchschnitten. Nach Ansicht der Aerzte werden beide ihren Verletzungen er- liegen. Lebensmüde. * Lin Linkäufer von Nelson Morris L: Lo. erschießt sich. Kansas City, Mo., 17. Dez. David Tuckhorn, ein Einkäufer der Firma Nelson Morris L Co., hat sich ge- stern'Morgen in seinem Zimmer, in No. 1104 Pennsylvania Straße, erschossen.Die Veranlassung zu dem Selbstmorde ist bis jetzt noch nicht ermittelt worden. Die Bahn nach Lripple Lreek. In dreißig Tagen wird inan mit Dampf nach Lripple Lreek fahren können. Denver, Col., 17.Dez. Die Midland Terminal Eisenbahn, eine Zweigbahn der Colorado Midland Bahn, ist bis Victor, wo die wichtigsten Gruben inCrippleCreek-Bezirk liegen,vollendet,und innerhalb der nächsten dreißig Tage wird die Bahn bis zur Stadt Cripplc Creek fer- tig sein. Ltwas besser. Der Zustand des Frls. Stevenson heute etwas besser. Ashville, N. C., 17. Dez. Die Tochter des Vicepräsidenten Steven-son befand sich gestern etwas besser, und der Viccprüsidenl ist auf einige Tage nach Washington gereist. Während der Nacht, und heute morgen hat in dem Zustande des Frls. Stevenson keine Veränderung statt- gefunden. Verbrannt. Arve! kleine Mädchen in den Flammen um- gckommen. Cleveland, 0., 17.Dez. Heute Morgen um 1 Uhr brach in dem Hanse des Pfarrers S. Beckermann, No. 1301 Caß Ave., Feuer aus, und seine zwei kleine Töchter, im Alter von sieben und 11 Fahren kamen in den Flammen um. Die anderen Mitglieder der Familie entgingen mit knapper Nolh einem gleichen Schicksale. Die antirevolutionäre Gesetz- vorlage. Dieselbe heute vom lustizminister dem Reichstage vorgelegt. Die Debatte darüber bis zum 8. Januar ver- tagt. Berlin, 17. Dez. Der Justizminister Dr. Nicbcrling hat heule im Reichstage die antirevolutionäre Gesetzvorlage eingereicht. Er sagte zur Er- klärung, daß dadurch nicht beabsichtigt werde, die öffentliche Meinung zu beein- flussen; daß die Vorlage auch kein verklei- detes Antisozialistengesetz sei, sondern daß sie nur gegen verbrecherische Ausschreitun- gen und gegen die Handlungen von Revo- lutionären gerichtet sei, welche den Staat zu untergraben suchten. Der lustizminister deutete sodann, unter steten Unterbrechungen der Sozialisten, ans mehrere aufreizende Flugschriften hin, welche kürzlich ihr Erscheinen gemacht hat- ten. Die Unterbrechungen von Seiten der Sozialisten waren so häufig und ss heftiger Art, daß der Präsident Levetzow mehrmals genöthigt war, die Sozialisten zur Ord- nung zu rufen. Dr. Nieberling legte dann eine revolu- tionäre Flugschrift vor, welche, wie er be- hauptete, zur Verbreitung unter den Sol- daten in den Kasernen bestimmt war, und fügte hinzu: „Das Ziel unserer Gegner kann nur durch den Umsturz aller Ordnung erreicht werden, und ich hoffe, daß die Mehrheit des Hauses die Regierung gegen einen Feind unterstützen wird, welcher Alles, was dem Volke heilig ist, verleugnet. (Applaus). Singer stellte den Antrag auf Vertagung, indem er seinen Zweifel darüber ausdrückre, daß Mitglieder genug zur Abstimmung an- wesend seien. Nach der Namcnsverlcsung stellte cs sich heraus, daß Singer Recht halte und daß keine genügende Mitgliederzahl vorhanden war, und in Folge dessen vertagte der Präsident des Reichstages, Hr. v. Levetzow die Debatte über die autirevoluUonüre Gesetzvorlage bis zum 8. Januar. Liebhaber von guten Ligarren. Angestellte der Northwestern-Bahn als Diebe abgesaßt. Boone, lowa, 17. Dez. James Collister, ein Zugführer, und B. M. Sidley und A. N. Brown, Bremser an der Chicago L Northwestern Bahn, sind wegen Beraubung von Güterwagen in Hast genommen. Die Entdeckung wurde rein zufällig dadurch gemacht, daß einund- zwanzig Kisten mit importirtcn Cigarren in einem von den Bahnlcuten benutzten Wagen gefunden wurden. Die Bahuge- sellschafl erwirkte sofort Haftbefehle für die Leute, und bei der Durchsuchung der hiesi- gen Wohnungen derselben wurden noch weitere achtzehn Kisten mit Cigarren ge- funden. Nach ihrer Verhaftung legten die Diebe ein volles Geständniß ab. Sie hat- ten sich ein falsches Siegel verschafft, er- brachen dann die Thüren der Wagen und versiegelten dieselben wieder, nachdem sic ibre Beute herausgenommcn hatten. Ihr Operationsfeld war dießahnstrecke zwischen Belle Plaine nnd Boone; sie stahlen auch Waarcn aus Rahuwagen anderer Bahnen, und deshalb nahm es geraume Zeit ehe sie entdeckt wurden, und che der Ort ermittelt werden konnte, wo die Diebstähle began- gen wurden. Der Umstand, daß die Ci- garren imporlirt waren, und uulcr Zoll- verschluß versandt wurden, macht das Ver- gehen um so schwerer. Die Diebe wurden unter je §SOO Bürgschaft den Großgcschwo- rcnen überwiesen. Collister L Brown ge- lang es Bürgschaft zu erlangen, aber Sib- ley mußte in's Gcfäiigniß wandern. Man glaubt, daß oie Bande schon seit Jahren die Bahn bestohlen hat. - Von der Mosquitoküste. Ls beißt, daß England beabsichtigt, den frü- heren Häuptlina Llarcnce daselbst wieder einzusetzeu. New Yor k, 17. Dez. Von Kingston, Jamaica, wird berichtet, daß in der BluesicldS-Angelegenheit neue und wichtige Entwickelungen zu erwarlcn sind. Während der letzten Tage haben zwischen dein früheren Häuptling Clarcnce und den hiesigen britischen Vertretern ge- heime Beratbungen statlgefundeu, und cs beißt, daß Großbritannien beschlossen hat, Clarcnce wieder in Blucsiclds als Häupt- ling einzusetzen und daß darauf bezügliche Abmachungen jetzt zum Abschluß kommen werden. Es ist Grund zur Annahme vor- handen, daß der amerikanische Comul und der Befehlshaber des Bundcskreuzers „Co- lumbia" davon unterrichtet sind und ohne Zweifel die Behörden in Washington von der Sachlage in Kenntniß gesetzt haben. Spanien als Schiedsrichter. Dasselbe soll über das Ligenthumsrechr eines im Gebiete des Amazonenstroms gelege- nen Landstriches entscheiden. Lima, Peru, 17.Dez. Der Vertrag zwischen Columbia, Ecua- dor und Peru ist von den Bevollmächtigten der genannten Länder unterzeichnet wor- den. Nach den Bedingungen desselben er- klärt sich Columbia mit der Einsetzung eines zwischen Peru und Ecuador am 1. August 1337 vereinbarten Schiedsgerichtes einverstanden, aber die drei Nationen be- stimmen, daß Spanien das Schicdsrichter- amt zur Entscheidung der vorliegenden Frage übertragen wird. Dieselbe betrifft das Eigenthumsrccht über einen im Gebiete des Amazoneuslus- ses, zwischen den Flüssen Huallaga und Ucayoli und deren Nebenflüssen im Süden, und zwischen den Flüssen Putuniazso und Couqueta im Norden gelegenen Landstrich. Versuchte Grabschändung. Liner der Missethäter, ein Neger, erschossen. Sein weißer Spießgeselle rettet sich durch die Flucht. Cincinnati, 0., 17. Dez. Aus Mount Hope, einer kleinen, zwölf Meilen von Walton gelegenen Ortschaft, kommt die Nachricht, daß in der Samstag Nacht ein Grabräuber ans der That ertapptund erschossen wurde. Es waren bereits mebrere Leichen ans dem dortigen Friedhofe geraubt worden, und als Frl. Morris am Samstage dort begraben wurde, beschloß ihr früherer Bräutigam Wache zn halten. Gegen Mitternacht erschienen dann auch wirklich zwei Männer und begannen das Grab auszugrabcn. Es wurden ein Dutzend Schüsse aus die Grabschänder abgeseuert, und „Smilcy" Jordan, ein in der Nachbar- schaft aus Farmen arbeitender Neger, wurde erschossen. Sein Spießgeselle, ein Weißer, entkam in der Dunkelheit. Gegen Bahnräuber. Lin St. Louiser Polizist erfindet eins ~bandit- en- und kugelfeste Drehkuvpel". St. Louis, Mo., 17.Dez. Ein Si. Louiser Polizist hat eine Er- findung gemacht, wodurch seiner Ansicht nach, den in letzter Zeit fast epidemisch ge- wordenen Bahnräubercien gründlich ein Ende gemacht werden kann. Die Erfin- dung besteht in einer Vorrichtung welche auf dem Dache des Expreßwagcns ange- bracht wird, und welche von dein Expreß- boten, im Falle eines Bahnübrrfalles als Zufluchtsstätte benutzt werden kann, von welcher ans er zugleich auch den Wagen beschützen kann. Der Erfinder nennt das Ding eilte „automatische, bandilen- und kugelfeste Drehkuppel". ES sind zwei Kuppeln welche durch eine stählerne Stange verbunden sind, deren Mittelpunkt auf einer in der Milte des Wagendaches ange- brachten Achse ruht. Die Kuppeln sind aus Stahlplattcn hcrgestellt, und lassen sich auseinanderschicben, so daß sie bei niedrigen Brücken und Tunneln nicht im Wege sind, haben Schießlöcher und genü- genden Raum für einen mil einer Win- chcsterbüchse bewaffneten Mann. Im Falle der Zug von Banditen Überfällen wird, erhält der Expreßbote vom Lokomo- tivführer ein Signal, entweder durch die Dampfpseife oder durch eine elektrische Klingel. Dann steigt er vermittelst einer Strickleiter in die Kuppel hinaus, und dreht dieselbe durch einen Hebel nach der einen Seite des Weges, von wo ans er sehen kann, was außerhalb vorgeht; von dort aus aber kann er den oder die Babn- ränbcr mit seiner Büchse niederschießen. Hoffentlich erfüllt diese bandileusefte Kup- pel sämmtliche Erwartungen ihres Erfin- ders. Zahlungseinstellung. Lin's der ältesten Garn- und Teppichgeschäfte dem Drucke der schlechten Zeiten erlegen. Philadelphia, 17. Dez. Die Firma „Job. Batty'S Sons", an Adams und Emerald Str., cin's der älte- sten Garn- und Teppichgeschästc im Ken- singloner Bezirk, hat mil einem Schulden- betrag von §200,000 ihre Zahlungen einge- stellt. Laut der Erklärung eines Mitgliedes der Firma gab die Firma Miller L Saters- ficld die Veranlassung dazu, welche wegen einer Forderung von §IO,OOO das Geschäft durch den Sheriff schließen ließ. Außer- dem hat dieselbe Firma eine auf Schwindel lautende Klage gegen „Job. Batty's Sons" cingeleitct. Versuchter Bahnfrevel. Lin Schnellzug mit knapper Noch der Ent- gleisung entgangen. Upper Sandnsky, 0., ) 17.Dez. s Gestern Morgen wurde der Versuch ge-macht, den von New Druck nach Chicago gehenden Schnellzug aus der-Pennsylvania Bahn zur Entgleisung zn bringen. Der Zug läuft ans dieser Strecke mit einer Ge- schwindigkeit von 50 Meilen die Stunde; bei einer Weiche waren die Nägel ans den Schienen gezogen und die Lichter ausge- löscht, und es ist nur einem glücklichen Zu- fall zn verdanken, daß das Werk der Bahn- frcvler gerade noch ungefähr fünf Minuten vor Ankunft des Zuges entdeckt wurde. An- derenfalls wäre ohne Zweifel ein bedeuten- der Verlust von Menschenleben die Folgegewesen. Der Dampfer Lau Marcos. Derselbe mit beschädigter Maschine in FortreßMonroe eingelauseu. New York, 17. Dez. Der Dampfer San Marcos, von der Mallorh Linie, welcher am 7. Dezembervon Galveston nach New York abgurg, ist mit beschädigter Maschine in Fortreß Monroe eingelauseu. Wahrscheinlich wirder heute oder morgen seine Fahrt nach New York fortsetzen. Beileidsbezeugung des Prinzen von Males lieber den Tod des Sir John Thompson. London, 17. Dez. Der Prinz von Wales, welcher sich amletzten Samstag ein Paar Stunden in der Stadt cutthielt, hat dem cauadischcn Com-missär, Sir Charles Tuppcr, einen Besuchabgestattet und ihn gebeten, der Lady Thompson, der Witlwe des verstorbenen Sir Jobn Thompson, seine Theilnahme auszudrücken. Zwei überfällige Dampfer. Ls wird befürchtet, daß dieselben verunglückt sind. Lin Schleppdampfer auf die Suche nach den- selben abgeschickt. San Francisco, 17. Dez. Von den vermißten Dampfern „Mont- serrat" und „Keweenaw" sind noch keine Nachrichten eingelroffen. Tue Agenten hoffen noch immer, daß sich dieselben in Sicherheit befinden, aber die allgemeine Annabme ist, daß die einzige Hoffnung nur noch in der Möglichkeit liegt, daß einer der Dampfer beschädigt ist und von dem ande- ren in den Hafen bugsirt wird. Der „Kcwcenaw" war nur von schwacher Bau- art und mag Beschädigungen erlitten ha- ben. Es ist ein Schleppdampfer für Pro- viant für fünf Tage auf die Suche nach den überfälligen Dampfern abgeschickt worden, und derZollkutter „Rush", welcher sich jetzt in Port Townfend befindet, wird sofort nach San Francisco abgehen und während der Fahrt nach beschädigten Dampfern Umschau halten. Das Opfer eines Menschenräubers. Lin weißer Knabe von einem Indianer- häuptling an der Rüste der Insel Vancouver gekauft. Victoria, B. C., 17. Dez. In der Oukinsh Bucht, auf der Westküste der Insel Vancouver, zwischen Kynquoil und Kap Scott, wird Arthur Nellinger, ein siebenjähriger weißer Knabe, als Sclave gehalten. > Sein Herr und Besitzer ist Titlouse, der Häuptling der Chucklessett- Jndianer, der ihn für §9O vor einigen Wochen gekauft hat, um ihn zum Ober- haupt und Gründer einer neuen und kräf- tigen Nation von Chucklessett-Jndianern zu erziehen. Der Junge ist von mehreren Capitänen von Seehuiidsfahrzeugen gesehen worden, und diese sagen, daß er tüllowirt und gekleidet ist, wie die jungen Indianer, und in Oukinsh, im Hause des Häuptlings wohnt. Dieser erklärt, daß fein Stamm schnell ausstirbt und daß es die Mission des Knaben sei, dies zu verhüten; derselbe soll gut gepflegt werden und keinen Mangel leiden. Es sind bereits, wie für den größ- ten Häuptling, zwanzig Frauen für ihn ausgesucht'worden. Der Junge hat den Capitänen erzählt, daß er von einem Alaune verkauft worden sei, der behauptet habe, sein Vater zu fein; daß er aber glaube, daß er in Seattle ge- stohlen worden sei und daß sein Name Arthur sei. Vor den Indianern, welche auf der niedrigsten Stufe der Eingeborenen an der Küste des Stillen Ozeanes stehen, hat er eine gewaltige Angst. Die Polizei- behörden thun Schritte, um den Jungen zu befreien. Mörderischer Deberfall. Lin Schankkellner von unbekannten Personen furchtbar gemißhandeit. Niagara Falls, N. Y., t 17. Dez. s Gestern Abend erhielt die Polizei die Mittheilung von einem etwas geheimniß- vollen Angriffe. Ein junger Mann, Na- mens Connors, ein Schankkellner im Monongahela Hanse, wurde ans der Hotel- treppe von unbekannten Personen, welche in einer Droschke angefahren kamen, nie- dergeschlagen und ichwer gcmißhandclt. Sein Gesicht war bis zur Unkenntlichkeit zerschlagen und feine Kinnlade zerschmet- tert; er war zwei Stunden lang bewußtlos. Wer seine Angreifer waren, ist nicht be- kannt. . o . Die Rrisis in Italien. Man glaubt, daß Lrispi nicht beabsichtigt, seine Resignation einzureichen. R o m, 17. Dez. Die politische Krisis nimmt noch immer die Aufmerksamkeit der Bevölkerung in Anspruch. Der frühere Ministerpräsident Giolitti ist auf das Land gegangen, wo er von Geheimpolizisten beobachtet wird. Es unterliegt keinem Zweifel, daß die Ver- tagung des Parlamentes in ganz Italien einen schlechten Eindruck hervorgerufen hat. Dieselbe wird dahin gedeutet, daß der Mi- nisterpräsident Erispi die Absicht hat, trotz der Opposition sein Amt nicht niederzu- legen. Auswanderung nach Texas. Rockforder Bürger wollen dort eine Lolonie gründen. Rockford, Jll., 17. Dez. Ungefähr siebzig hier ansässige Schweden haben sich zusammengelhan, um nach dem südlichen Texas anszuwandern, dort große Landstrecken anzukaufcn, und eine Colonie zu gründen. Einer gestern Abend abge- haltenen Versammlung wohnten mehrere lexanischc Grundbesitzer bei, und cs wurde ein Ausschuß ernannt, um nach dem Süden zn reisen, die angebotenen Ländereien zu untersuchen, und wenn dieselben für zweck- entsprechend gefunden werden, den Handel abzuschließen. Feuerschaden. Wohnhaus mit Einrichtung nicdergebrannt. P eori a, Jll., 17. Dez. Heute Morgen, kurz nach Mitternacht,wurde das Wohnhaus von Thomas Webb in North Peoria vollständig eingeäscherl. Die Enlstehungsurfache des Feuers ist un- bekannt; mit dem Hause ging auch fast die ganze Einrichtung verloren. Der Ge- sammtverlust übersteigt §12,000, und ist kaum zur Hälfte durch Versicherung gedeckt. „Federation of §atror". Mcßride zum Präsidenten gewählt Gompers mit 225 Stimmen geschlagen. Denver, Col., 17.Dez. lieber die Wahl des Präsidenten fand keine Aufregung slalt, und augenscheinlich war die Frage bereits vorher erledigt wor- den. Gompers wurde von Eickhoff vorge- schlagen, und der Vorschlag wurde von Cohen, Daily und McCraith unterstützt. Mcßride wurde von Pcnna vorgeschla- gen, und der Vorschlag von Allen unter- stützt. Das Resultat war, daß Mcßride mit 1162 zum Präsidenten der „Federation of Labor" gewählt wurde. Gompers erhielt 997 Stimmen. Zum Vizepräsidenten wurde McGuire aus Philadelphia mit 1865 Stimmen ge- wählt gegen 226, die auf Frau Morganaus Chicago entfielen. Im Säuferwahnsinn. Der Vorsteher eines Säuferasyls von einem Insassen desselben erschlagen. Milledgcville, Ja., 16. Dez. Dr. R. A. Nelson, der Vorsteher des Säuferasyls, wurde gestern Nacht von Thomas Allen, einem Insassen der Anstalt, buchstäblich in Stücke gehackt. Allen litt an Säuferwahnsinn und Dr. Nelson halte ihn eines Spazierganges wegen herausgelassen, und während der Doktor ihm den Rücken zudrehte, war Allen mit einem Beile über ihn hergefallen, mit welchem er so lange auf denselben loshieb, bis er lodt war. Der Mörder wurde darauf beigestcckt. Das Gefecht bei Feng Huang. Der Verlust der Japaner nur gering. Y o k o h a m a. 17.Dez. In dem Gefechte in der Nähe von Fcng Huang verloren die Japaner 12 Tobte und 63 Verwundete. Der Verlust der Chinesen an Tobten betrug 139 Mann. Die That eines wahnsinnigen. Derselbe bringt einem Arzte mit einer Blei- röhre tödtliche Verletzungen bei. Quebec, 17. Dez. Dr. Valee, einer der Aerzte des Irren- hauses in Beauport, wurde gestern Abend von einem Wahnsinnigen niedergeschlagen. Blciröhrenlcger, die dort gearbeitet hatten, hatten das Stück einer Röhre zurückgelassen, welches von dem Wahnsinnigen als Waffe benutzt wurde. Man befürchtet, daß der Arzt seinen Verletzungen erliegen wirb. Schiffsnachrichten. In der Nacht gemeldet: Havre „La Bourgogne" von New York. Beute gemeldet: New York; Vcendam von Rotter- dam, Virginia von Stettin. Städtisches. Das Wetter., Optiker K l e i n r, 76 Washington Str., berichtet für Chicago die folgenden Baro- meter- und Thecmomcterständr: Um 8 Uhr Morg. 30 Gr., um 9 Uhr 32 Gr., um 10 Uhr 34 Gr., um 11 Übr 36 Gr., um 12 Übr 38 Gr. Barometerstand um 8 Uhr Morg. 29.50.12 Uhr 29.60. Briefkasten. P. V. Waus a u. Für die von Ihnen erwähnte Anzeige können wir keine Garantie übernehmen, da sie uns nicht direkt, sondern von einer Agentur übermittelt wurde. Wir können nur sagen, daß unseres Wissens noch keine Klagen darüber einliefen. Eine Botschaft Altgeids. Gouverneur Altgeld ist augenblicklich mit der Ausarbeitung einer Botschaft beschäf- tigt, welche er der im Januar zusammen tretenden Legislatur unterbreiten wird und welche für Chicago von besonderem In- teresse sein wird. Die Botschaft wird einen Ueberblick über die Streikwirren in Pullman und eine Er- klärung für die Gründe enthalten, die den Gouverneur veranlaßten, die Staatsmiliz zur Aufrechterhaltung der Ordnung onfzu bieten. Es wird darin die Frage erörcrt werden, ob der Präsident berechtigt war, Bundestruppen zum Schutze des Eiscu bahneigenthums zu entsenden, und wie cs heißt, wird der Gouverneur die ganze An- gelegenheit vom Standpunkte der Staats Souveränetät behandeln. Auch wird die Botschaft sich gegen die Uebergriffe der Corporationen und gegen das verrottete Steuersystem wenden. Unter Anderem wird der Lincoln Park - Seenferdiebstahl beleuchtet werden, desgleichen gewisse Ver sicherungsgesellschaften und ähnliche indn strielle Unternehmungen. Schließlich wird das Document Empfehlungen für Gesetze zur Abstellung im Staate herrschender Uebelstände enthalten. Der verschwundeneßahnagent sicher, gestellt. Der vor etwa 14 Tagen mit einem hin- terlassenen Deficit von etwa §3OOO ver- schwundene Agent der Station „Süd-Chi- cago" der Rock Island-Bahn, B. B. Por- ter, wurde am Samstag Nachmittag in sei- ner Wohnung, an der 44. Straße und Champlain Ave., verhaftet und nach der Central-Station gebracht. Heute wurde er dem Richter Bradwell vorgeführt und auf Antrag der klägerischen Bahnvertreter bis zum 20. d. Mts. unter §ISOO Bürgschaft ge- stellt. Unsere Weltausstellung. Unter den zahlreichen über die Colum- bische Weltausstellung geschriebenen Wer- ken nimmt zweifellos das unter dem Titel „Unsere Weltausstellung" erschienene den ersten Rang ein. Zunächst hat es den Vor- zug der Originalität. Während die mei- sten deutschen Bücher nur Uebrsetzungen mit theilweise sehr mangelhaften Abbildungen sind, ist dieses Werk ursprünglich in deut- scher Sprache geschrieben und die zahlreichen Illustrationen sind durchweg künstlerisch ausaefllhrt. Die Verleger sicherten sich mit erheblichem Kostenaufwand die besten der vr>n der Weltausstellungsbehörde herge- stellten Aufnahmen, worin besonders den deutschen Ausstellungen die gebührende Be- achtung zu Theil wurde. Druck und Pa- pier sind der Gesammtausstattung würdig, so daß dieses Buch als eine mit echt deut- schem Fleiß hergestellte erschöpfende Ge- schichte unserer gewaltigen Ausstellung be- zeichnet werden darf. Da das Sammeln von einzelnen Heften zu vielfachen Klagen und Unannehmlichkeiten Anlaß gegeben hat, haben wir sämmtliche Hefte binden lassen und stellen den ganzen Band unseren Le- sern zu dem billigen Preise von §5 zur Verfügung. Nur der Ankauf einer be- trächtlichen Anzahl von Exemplaren setzte uns in die Lage, einen so niedrigen Preis stellen zu können. Besonders für das nahe Weihnachtsfest ist diese deutsche Prachtausgabe als Festge- schenk für Freunde hier und im alten Va- terland angelegentlichst zu empfehlen. Aleingewerbs-Statistik. Interessante Angaben I. Grünhuts. Der städtische Statistiker Joe Grllnhut hat eine Liste der in den Kleingewerben in Chicago thätigen Personen zusammenge- stellt, aus welcher sich ergiebt, daß nur etwa 150,000 Personen in dem Kleingewerbe be- schäftigt sind, eine verhältnißmäßig kleine Zahl gegen die Zahl der im Fabrikbetriebe beschäftigten Leute. Die Liste Grünhuts giebt folgende Zahlen an: Bäckereien 550; Conditoreien 1950; Kaffee-, Thee- und Gewürzgeschäfte 135; Delikatessenhandlungen 150; Futter- und Mehlhandlungen 300; Grocerie-Geschäfte 300; Milchhandlungen 1350; Cigarren- und Tabaksgeschäfte 1750; Barbierläden 1650; Wäschereien 950; Leichenbestatter 235; Grobschmiede 735; Sattler 210; Zahn- ärzte 680; Optiker 30; Buch-, Zeitungs- und Schreibmaterialienhandlungen 125; Nähmaschinengeschäfte 100; Musikinstru- mentenhandlungen 110; Blumengärtnereien 250; Geschirr und Glaswaaren 120; Mö- bel- und Polsterwaaren-Handlungen 450; Kofferhandlungen 30; Schirmhandlungeir 30; Schuhwaarenladen 1575; Kleiderhand- lungen 300; Schneiderwerkstätten 900; Her- renausstattungs-Geschäfte 200; Ellenwaa- ren- und Kurzwaarenhandlungen 900; Apo- theken 850; Haarwaaren-Geschäfte 110; Putzmachereien 400; künstliche Gliedmaßen 30; Bilderrahmen-Geschäfte 100; Photo- graphie- und Portraitartisten 350; Uhr- macher und Juweliers 500; Eisenwaarenge- schäfte 450; Waffenschmiede und Elektriker 110; Vogelhandlungen 20; Wirtschaften 6500; Restaurants 1000; Kosthäuser 800; Leihstallgeschäfte36s, zusammen34looKlein- geschäfte, in denen die Zahl der wirklich be- schäftigten Fachleute nicht die Zahl von 25,000 übersteigt, während die Clerks und Gehülsen etwa die Zahl 100,000 repräsen- tiren. Herr Grünhut gelangt auf Grund seinerZusammenstellung zu dem Schluffe, daß das Kleingewerbe immer mehr zu Gunsten des Großbetriebes zurücktritt. Der neue Straßensuperintendent. Louis Legner von der ward ernannt. Mayor Hopkins ernannte heute Vormittag Herrn Louis Legner von der 14. Ward zumStraßenamts-Superintendenten an Stelle des zum Oberbaucommissär ernannten bis- herigen Straßensuperintendenten Mc- Carthy. Louis Legner war unter Nachlaßgerichts- Clerk Roger Sullivan vier Jahre lang dessenerster Hülfsclerk. Er ist in deutschen Krei-sen, namentlich des nordwestlichen Stadt- theils sehr wohl bekannt. Er ist der Bruder William Legner's, des Vicepräsidenten der „West Side Brewing Co." Der Mayor hatte, wie unsere Leser sich erinnern werden, von Anfang an beabsich- tigt, das Amt des Straßensuperintendenten an einen Deutschen zu vergeben, um den Dentsckien eine Vertretung unter den De- poriementsvorstehern zu geben, als er das bis dahin von Herrn HarryRubens verseheneAmt des Corporationsanwalts an HerrnPalmer übertrug. Gin brutaler Lhegatte. Ein roher brutaler Lump ist der etwa 43- jiihrige Böhme Frank Wodick von 751 W. 17. Straße. Er ist ein abgesagter Feindaller Arbeit, und entreißt seiner armen bra- ven Frau, welche durch Waschen kümmerlichdie ganze Familie ernährt, jeden Cent, um Schnaps für sich zu kaufen. Heute früh kam er total betrunken nach Hause und ver- langte von der Frau Geld. Als sie sich wei- gerte ihm solches zu geben, ergriff er sie,schlug ihren Kopf wiederholt an die Wand, warf die Lampe nach ihr. und bearbeitete, noch nicht genug mit solchen Brutalitäten, ihren bereits blutenden Kopf mit einem Stuhlbein derartig, daß sie blutüberströmt zusammenbrach. Dann nahm der Unhold das Kindchen und warf es mit voller Ge-walt auf die Wiege, so daß es ebenfalls eine sehr schlimme Verletzung davontrug. Nach vollbrachter That lief der brutale Kerl da- von. Nachbarn, die den Spektakel gehört, nahmen sich der Frau und des Kindes an, wuschen ihnen das Blut ab und holten einen Arzt herbei. Die Frau erschien heute gegen 12 Uhr mit einem zerschlagenen Kopf in der Maxwell Str.-Station und nahm einen Haftsbefehl gegen ihren Haustyrannen her-aus. Die Großgeschworenen werden um 2 Uhr von Richter Tnlev in- struirt. Ls fehlte einer. Eure weib- liche Stimmgeberin als Geschworener vorgeladen. Vor Richter Tuley erschienen heute Mor- gen um 10 Uhr die Großgeschworenen für den Dezember-Termin, um vereidigt zu werden und die Instructionen des Richters zu empfangen. Es stellte sich heraus, daß der Geschworene William Kolze nicht er- schienen war. Der Richter ordnete die Vorladung eines Ersatzmannes an und ver- schob die Instruction der Großgeschworc- nen auf 2 Uhr Nachmittags. Die Großgeschworenen werden mit der Erhebung von Anklagen in dem Mordsall von Alfred D. Barnes beginnen. Die Namen de!: Mitglieder der Groß- geschworenen sind: E. I. Moroncy, 671 Henry Str.; N. Sudrarskn, 511 S. Jesserson Slr.; W. Need, 693 Turner Ave.; Seth Wood, 361 W. Harriton Slr.; James Morahali, 744 W. 20. Slr.; Wm. B. Branlon, Blue Island; Otto Frccse, Schermerville; 9k. L. Hinncy, Palatine; Louis Lundquist, 6146 Morgan Str.; Walther Shaw, Ley- den; John Erandell, Worth; E. H. Voe- keller, Wilson und Pemberlon Ave.; Ehas. F. Patterson, 1060 Warren Ave.; D. E. Shanahan, 2722 Main Slr.; Thos. Kelly. 254 Hastings Slr.; Gco. I. Caldwell, 395 S. Western Ave.; Wm. Kohze, Ortschaft Kohze; John Weisbrod, 136 Sedgwick Str.; Tbomas W. Cuddy, 418 S. Wood Slr.; A. A. Bach, 6005 Lasalle Slr.; M. W. Pinkerlon, 206 S. Elark Slr.; Frank M. Sherman, 305 Prairie Ave., Oak Park und P. H. Barry, 356 W. Adams Str. Richter Tuley instruirle die neuen ihm zugetheilrcn Geschworenen heute Morgen über manche Punkte, welche in jedem Cri- miualprozeß zur Sprache kommen. Tatz nämlich die Anklageschrift keine Bedeutung habe, bis der darin Beschuldigte als schul- dig erwiesen sei, daß jeder Angeklagte als unschuldig gelle, bis seine Schuld bewiesen sei u. s. w. Unter den Geschworenen befand sich eine Dame Namens A. A. Wakesield, No. 215 Washington Boulevard wohnhaft. Ihr Name war von einer Stimmliste genom- men. Der Richter entschuldigte die Dame und meinte, zum Geschworeucndienst hätten cs die edlen Damen doch noch nich' ge- bracht. Vielleicht ein Mord. Lmil Loesfler von George Schneider in den Unterleib geschossen. Lin nächtlicher Streit zwischen den Leiden. Heute Morgen gegen halb drei Uhr ge- riethen George Schneider und Emil Loess- ler an der Nordosi Ecke von Schiller und Wells Str. in Streit, in dessen Verlauf Schneider seinen Revolver zog und aus Loesfler feuerte. Die Kugel drang dem Getroffenen in den Unterleib und der Patrouille-Wagen brachte den Verletzten nach dem Alexianer-Hospital. Loesfler ist 21 Jahre alt, ein Plumber, und wohnt bei seinen Eltern, No. 468 Wells Slr. Schnei- der ist 23 Jahre alt und in dem Fleischer- geschäft von Vesscnmayer, No. 475 Well- Str., angestcllt. Loesfler stand kürzlich vor Richter Kersten unter einer Anklage wegen Angriffs. Sein Bruder August ist auf der O. Chicago Ave.-Slation als Telephon-Clerk beschäf- tigt. Der behandelnde Arzt im Alexianer- Hospital stellte fest, daß Loesfler schwerlich mit dem Leben davonkommen würde. Schneider ist entflohen und war bis zur Mittagsstunde noch nicht verhaftet. Löffler und Schneider halten mit anderen Ge-nossen, darunter I. F. Smith und Henry Müller, in der Wirlhschaft an der Ecke von Schiller- und Wellsstr. tüchtig gekneipt. Kurz nach zwei Uhr verließen die jungen Leute die Wirlhschaft und standen ziemlich lange sich unterhaltend an der Ecke. Die Unterhaltung zwischen Löffler und Schnei- der nahm bald einen heftigen Charakter an. Beide packten sich schließlich und Schneider zog schnell seinen Revolver hervor und feuerte den verhängnißvollen Schuß. In Sachen Meadowcroft Bros. Weiterer Aufschub bis Donnerstag. Richter Brentano rechtfertigt seine Bürgschafts- Lntscheidung. Heute Morgen ersuchte Ex-Richter Lorin Collins den Richter nochmals um einen Aufschub des Antrages auf Bewilligung eines neuen Prozesses für die Brüder Mcadowcroft. Er sei noch zu schwach, um ein ausgiebiges Argument zu machen. Seine Collegen Eddy und House wären in anderen Fällen beschäftigt und er glaube nicht, daß er vor Donnerstag so weit er- starkt sein würde, um das Argument zu halten. Hülfs-Staatsanwalt Morrison konnte unter solchen Umständen keinen Einwand machen. Er bemerkte nur, daß die einzelnen Ge- setzesfragcn während des Prozesses ein- gehend behandelt worden wären und daß er keine längere Verschleppung des endgülti- gen Urthcils für gerarhen Halle. Richter Brentano gewährte den Aufschub bis Donnerstag Morgen um 10 Uhr. Er halte eine Anzahl von ober-gerichtlichen Entscheidungen zusammengestellt und führte in der Ciration derselben aus, daß seine Verfügung, die Verurteilten unter Bürgschaft auf freiem Fuß zu belassen, vollständig gesetzlich sei. Im Abendblatt findet man alle städti- schen Neuigkeiten und telegraphischen De- peschen. Nur 6 Cents die Woche. Viehmarkt. Schweine sind heute fest und um 5<1.10c. teuerer. Schwere brachten 4.35(«4.75, leichte durcheinander 4.10(cL 4.60, grobe zum Pökeln 4.10-g4.30, „P igs" 2.40(a 4.15. Rindvieh ist fest, Schafe sind um 5(«r10c. billiger. Zufuhr 37,000 Stück Schweine, 16,000 Rindvieh, 17,000 Schare.

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