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Abendblatt Newspaper Archives Dec 4 1894, Page 1

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Abendblatt (Newspaper) - December 4, 1894, Chicago, Illinoisvon der Illinois Staats-Aeitungs-To. Lhicago, Dienstag, 4. Dezember 1894. Preis 1 Cent. 47. Jahrgang. No. 287. Uevevtrlrck Und Knrzg es a Btes. Lachender Himmel und heute Abend und morgen angenehme Witterung bei tranigen Südwestwind, wird uns prophe- zeit. Der ehemalige Gouverneur von Maryland, Bowie, weniger Staalsmann als Pferdezüchter und in letzterer Eigen- schaft als Züchter des seinerzeit berühmtenNenners „Morello" bekannt, ist gestorben. König Humbcrt Beliebtheit hat sichgestern bei der Parlamentseröffnung nicht gezeigt. ln England ist heute der Mörder der Florence Dennis, Read, durch den Strang gerichtet worden. Die Bemerkung der Londoner „Pall Mall Gazette": Der Präsident bekennt sich aufs Nene zum Freihandel. Wir rechnen aber nicht daraus, aus der Freihandels- Kontroverse noch weiteren Nutzen zu ziehen, giebt zu denken. Der Straßenbahnkutscher Wm.Heit- man erschoß in dem Logirhause No. 18 N. Halsted Straße ein Frauenzimmer, mit dem er ein Verhciltniß hatte und iödtete sich dannselbst. Das Motiv ist unbekannt. Die Streitereien zwischen den Arbei- tern des Marqueite-Gebäudes führten ge- stern abermals zu Blutvergießen. Der llnionarbeiter Donald Gruer wurde durch die Revolver dreier „Scabs", die er zum Niederlegen der Arbeit aufforderte, schwer verwundet. Die mit so riesiger Mehrheit erwähltenneuen Countybeamten übernahmen gestern die Regierung. Jetzt muß es besser wer-den, denn das Volk hat gesprochen. Recht fidele Zustände herrschen imEriminalgericht. Ein Pferdedieb und Ein- brecher wird entlassen und nachher will weder der Staatsanwalt noch der betreffende Rich-ter die Schuld tragen. TektM'npkusHr Deziescüen. Aus dem dunklen Erdlyeile. Lin schwarzer König greift ein britisches Fort an. Wird aber mit großem Verluste zurückge- schlagen. Sansibar, 4. Dez. Laut Briefen aus Mengo, der Hauptstadt von Uganda, dem ausgedehnten Gebiete, über welches England kürzlich die Herr- schaft angetrcten hat, haben in dem Gebiete Ilnyoro, von welchem ein Theil dem Ilgandagcbiete angegliedert wurde, heftige Kämpfe ftattgefnnden. Die Briese sind vom Ende des September datirt und es heißt darin, daß der König Kabarega das britische Fort am Flusse Hoima angegriffen habe. Die Truppen des Königs werden jedoch mit großem Verluste an Tobten und Verwundeten zurückgeschlagen; unter den ersteren befanden sich ein Sohn des König's und mehrere Häuptlinge. Lin mörderischer Faustschlag. Zwei Taubstumme geratbeu über einen vier- tel Dollar in Streit. P ittsburg, 4. Dez. Heute Morgen versetzte der vierundzwan- zigjährige Joyu Naughton in einer Wirth- schaft au der Diamond Ave., seinem gleich- alterigen Kameraden William Brickley einen Faustschlag, in Folge dessen derselbe zu Boden stürzte. Als er ausgehoben wurde, war er besinnungslos, und wenige Minuten darauf war er eine Leiche. Beide junge Leute sind taubstumm, und waren seit Jahren intime Freunde. Gestern Abend hatten sie lange zusammen getrunken und sich nach Kräften vergnügt. Als ihnen heute Morgen in der Wirthschaft weitere Getränke verweigert wurden, singen sie über den Besitz von 25 EeniS Streit an, und das Ende war Naughlons mörderischer Faust- schlag. Naughton befindet sich jetzt in Haft. Kühler Lmpfang. Das war es, was dem König Kunibert auf seinem Wege zum Parlamente und zu- rück zum palaste zu Theil wurde. N o m, 4. Dez. Mehrere Zeitungen stimmen darin über- ein, daß der König, als er sich gestern nach dem Parlamentsgebäude begab, und von demselben zurückkehrte, von der Bevölke- rung in ausfallend kühler Weise begrüßt wurde. Außerdem wird auf die Thatsache auf- merksam gemacht, daß bei der Rede des Königs nur zwei Mal eine Kundgebung von Beifall stattsand, und zwar nls er sagte, daß es der allgemeine Wunsch sei,den Opfern der Erdbeben Unterstützung zn gewähren, und als er ans die Nothwendig- keit hinwies, die Forderungen der Bauern zu bewilligen. Das Einfuhrverbot von Vieh und Fleisch. Die endgültige Entscheidung darüber noch von der Debatte im Reichstage ab- hängig. Berlin, 4. Dez. Das auswärtige Amt hat dem BaronA. von Saurma-Jcltsch, dem deutschenBotschafter in Washington, einen Berichtüber das Verbot der Einfuhr bon ameri- kanischem Vieh und frischem Fleisch indeutsche Häfen zugehen lassen. Dasselbetautet für die amerikanische Auffassung der Frage nicht günstig. Die Regierung wird die Debatte über die Angelegenheit im Reichstage abwarten, ehe sie darüber einencudgültigen Beschluß saßt. Die armenischen Greuel. Die Londoner Times wirft sich für die unterdrückten Armenier plötzlich in's Zeug. Dr. Thonmaian verlangt eine unparteiische Untersuchung. London, 4. Dez. Die „Times", welche bisher den armeni- schen Greueln keinen rechten Glauben zu schenken schien, widmet den Schandthalcn in Sassoun beute besondere Beachtung, und veröffentlicht über die Lage in Arme, nien vier Spalten. Zum Schlüsse sagt jenes Blatt, daß es außer den armenischen Quellen auch sonst noch Bestätigungen für die Wahrheit der Berichte über Mord und anderen Scheußlichkeiten erhalten habe. Die Times bringt eine Erklärung über die armenische Frage, und einen vom 4. Nov. datirlen Brief des Dr. Thonmaian. worin derselbe das Blatt der Gleichgültigkeit ge- gen die unterdrückten Armenier beschuldigt. In dem Briefe werden die Schandthalcn angeführt, und wird gesagt, daß die zur Untersuchung derselben ernannten türki- schen Eommissäre weiter nichts beabsichti- gen, als dem übrigen Europa Saud in die Augen zu streuen. Dr. Thonmaian ver- langt von den Mächten eine unparteiische Untersuchung. Während einer Spazierfahrt er- mordet. Die Leiche einer Kleidermacherin mit einer Schußwunde im Kopse aus der Land- straße gesunden. Minneapolis, 4. Dez. Gestern Abend um neun Uhr wurde die Leiche von Katharine Ging, einer etwa achtundzwanzigjährigen Kleidermacherin, welche im „Syndicate Block" wohnte, eine halbe Meile jenseits des Sees Ealhoun ans der sogenannten „Old Excelsior Road" auf- gefnnden. Eine Schußwunde hinter dem rechten Ohr hatte den Tod herbcigcführ.. Die Leiche wurde von einem Manne ent- deckt, welcher sich auf dem Heimwege be- fand. Kurz vorher, ehe er den Körper sah, halte er bemerkt, wie ein Buggy in wüthcn- derEile an ihm vorbeifuhr und in den nach der Stadt führenden Boulevard eiulenkte. Zuerst glaubte er, daß das Pferd mit dem Buggy durchgegaugeu sei, weil er nicht sehen konnte, ob sich Jemand im Wagen befand, und dachte, daß die Frau möglicher Weise durch einen Sturz ans demselben zu ihrem Tode gekommen sei. Die Thatsache, daß sie ermordet sei, wurde erst um Mitternacht entdeckt, nachdem die Leiche von dem Coroner untersucht worden war; dort wurde die Kugelwunde und auch die Kugel gesunden. Augenscheinlich war sie von dem Manne ermordet worden, wel- cher sich in dem Buggy befunden hatte, worauf der Mörder die Leiche aus die Landstraße geworfen hatte. Es wurde später ermittelt, daß die Frau früh am Abend telephonisch im West Hotel einen Wagen bestellt hatte und in demselben allein weggefahren war. Gegen halb zehn Uhr kam das Pferd mit dem leeren Buggy nach dem stalle zurück, und eine Unter- suchung des Wagens ergab, daß sich auf dem Boden desselben eine große Blutlache befand. Die Art der Wunde und die Thal- sache, daß weder im Wagen, noch in der Fähe der Mordstütte ein Revolver gesunden wurde, schließt die Möglichkeit eines Selbst- mordes vollständig ans. Die Look'sche Räuberbande. Sie wartet auf eine Gelegenheit, einen Bahnzug zn überfallen. St. Louis, Mo., 4. Dez. Aus Perry, O. T., wird berichtet, daß sich die Cook'sche Banditeubaude in Red Rock befindet, einer kleinen, zwei Meilen nördlich von hier gelegenen Stalion, und daß der Betriebsdirektor der Santa Fe- Bahn dem Marschall Mix davon Mitthei- lung gemacht hat, welcher dem dortigen Hülssmarschall den Befehl gab, sich sofort mit Mannschaften dorthin zn begeben. Es wird befürchtet, daß ein Versuch gemacht werden wird, in Red Rock einen Bahnzng zn berauben. Die von hier abgegangene Mannschaft ist schwer bewaffnet und es wird sicher zum Kampfe kommen, wenn sich die Räuber blicken lassen. Vorstellungen bei der Pforte. Der Staatssekretär Kimberley verlangt eine unparteiische Unterst,chuugS'Eommission. London., 4. Dez. Die „Times" sagt heule, daß sie glaubt, daß der Earl von Kimberley, der Staats- sekrclär für auswärtige Angelegenheiten, der Pforte energische Vorstellungen darüber gemacht habe, daß der Besetzt derselben an die türkische Commission, eine gründliche Untersuchung der armenischen Greuel an- zttstellen, nicht genügen, da der Bericht einer rein türkischen Commission, bci'm Publikum keinen Glauben finden. Die „Times" fügt hinzu, daß der Sultan das jetzt auch eingeschen und beschlossen habe, der Commission unparteiische Personen beizugeben. Zum Schlüsse heißt cs in der „Times": „Im Interesse der Wahrheit und Gerechtigkeit wollen wir annehmen, daß diese Nachricht wohl begründet ist." Word beim Hazardspiele. „Meine Tante, deine Tante" und Kugel- wechsel. Gallipolis, 0., 4. Dez. Gestern wurde Oliver Anderson von Elswick Boshcr erschossen, während Harry Martin von Boshers Sohn durch die rechte Schulter geschossen wurde. Beiden Schieß- bolden gelang es daraus sich zu flüchten. Die Gesellschaft befand sich beim Hazard-spiele als die Schießerei staltfaud. Die Indianer im Gebiete Okla homa. Biele derselben können sich als Bür- ger noch nicht zurecht finden. Die Gesetze der Blaßgesichtcr sind ihnen viel- fach böhmische Dörfer. W a s h i n g t o n, D. C., 4. Dez. Die Lage der Indianer im Gebiete Ok- lahoma, welches früher ein Theil des Indianergebictes war und deren Ver- besserung oder Verschlechterung seit der Zulassung der Weißen in dasselbe und die Organisation des Gebietes unter Aufsicht der Regierung, wird wahrscheinlich bei der Aufnahme des Gebietes als Staat, ein be- deutendes Wort mitzusprechen haben. Durch die augenblickliche Sachlage erhalten die Berichte der Jndianer-Agenlen m Ok- lahoma ein mehr als gewöhnliches In- teresse. Capt. A. E. Woodson, vom 5. Reiter- regiment, der stellvertretende Agent der Cheyenne und Arapohoe Indianer, sagt, daß diese Stämme nur geringe Fortschritte in der Cultur gemacht haben. „Obgleich sie das Bürgerrecht erlangt haben, sind sic doch nur dem Namen nach Bürger," sagte er, und seiner Ansicht nach ist es eine zwei- felhafte Politik, die Indianer zu Bürgern zu machen und ihnen Grundbesitz anzu- wcisen, che sie auf diese Veränderung in ihrer Lage genügend vorbereitet sind. Sie sind nicht im Stande mit ihren schlaueren weißen Nachbaren zu konkurriren und sind deshalb nothwendigerweise in Bezug aus Schutz und Ralhschläge aus ihren Agenten angewiesen. Außerdem sind sie noch nicht im Stande,die Gesetze des Weißen Mannes mit ihren Ansichten in- Einklang zu bringe». Sie können nicht begreifen, weshalb sie nicht zwei Frauen haben sollen, oder weshalb sie nicht das Eigenthum eines Verwandten auch ohne dessen Zustimmung an sich neh- men, und benutzen sollen, wenn ihnen dies wünschenswerth erscheint. Sie beküm- mern sich auch um Politik nicht, und ge- ben nichts um das Stimmrecht. Trotz- dem einem Jeden sein Stück Land zuge- theilt ist, werden die allen Gebräuche noch beobachtet. Nur in einem Punkte sind sie, wie Capt. Woodsou sagt, einig, und daß ist, daß sie sich, trotz des fortwähren- den Verkehrs mit Weißen, keine Eriminal- vergehen zu schulden kommen lassen. Dasselbe gilt von den Osage, Kaw-Jn- dianern, wogegen die Ponca-Jndiancr bessere Fortschritte machen. Die Pawnecs und Otoes wiederum sind nur schwer an ihre neue Lage zu gewöhnen, besonders die ersteren, welche mitten unter Weißen woh- nen, und durch Schnaps verdorben werden. Wörder gehenkt. Read, der Mörder von Florence Dennis büßt sein verbrechen am Galgen. London, 4. Dez. James Canham Read, welcher schuldig befunden worden war, am letzten 24. Juni Florence Dennis in South End ermordet zu haben, hat heute in Chelmssord seine Schuld am Galgen gebüßt. Read war ein vcrhciratheter Mann, und hatte mit dem von ihm ermordeten Mädchen aus vertrau- tem Fuße gestanden. Der Prozeß erregte beträchtliches Aussehen in England, und Robert Buchanon, der Schriftsteller und Schauspieler, nahm reges Interesse daran, und schrieb kürzlich einen Brief, worin er einen Aufschub der Urtheilsvollziehuug be- fürwortete, weil cs angeblich nicht klar be- wiesen worden war, daß Read den Mord begangen Halle. Fand seinen Vater endlich. Tr hatte aber beinahe ein Menschenalier nach ihm suchen müssen. Mascoutah, Jll., 4. Dez. Nach dreiundzwauzigjährigcm Suchen entdeckte Thomas Johnson aus Odin, Jll., gestern endlich seinen Vater im Armen- hanse von St. Clair County. Der Sohn nahm seinen Vater sofort mit nach seiner Heimath, wo der Alte seine letzten Lebens- jahre in Ruhe undFrieden zubringen kann. Hat vollständig Recht. Erzbischof Lorrigan über die Wahlumtriebe des Erzbischofs Jrcland in New York. New Dort, 4. Dez. Ein Eorrespoudeut in Nom macht fol- gende Mittheilung: Der Erzbischof Corri- gan hat sich bei mehreren hiesigen Personen darüber beklagt, daß der Erzbischof Jrcland bei der letzten Wahl in der New Borkcr Diöcese die Republikaner unterstützt hat. Der Erzbischof bemerkt, daß wenn er nach Minnesota gegangen wäre, um dort im Interesse der Demokraten zu wirken, jeden- falls Klagen über ihn in Rom eingelaufcn wären, und daß seine Enthebung vom Amte verlangt worden wäre. Tod des Lx-Gouverneurs Bowie. Seine Familie am Sterbebette versammelt. Baltimore, 4. Dez. Heute Morgen um halb nenn Uhr ist der Ex-Gonverneur Oden Bowie auf seinem Landsitze „Fairview" in Bowie, Md., ge- storben. Ruhig und sanft schied er, um- geben von den Mitgliedern seiner Familie aus dem Leben. Der reinste „Alarm-Kaiser." Kaiser Wilhelm läßt die Garnison alarmiren. Kiel, 4. Dez. Heute Morgen um acht Uhr wurde die hiesige Garnison vom Kaiser Wilhelm alarmirt. Bedeutende Feuersdrunst. Das Ausstellungsgebäude und eine Kirche eingeäschert. Das erste wurde zur Zeit als Theater be- nutzt. Omaha, Ncb., 4. Dez. Heute Mcrgen um 5 Uhr brach in dem Ausstelluugsgcbäude, welches an der 14. und 15. Straße, und der Capitol Avenue, beinahe den Flüchcnraum eines ganzen Blocks einuimntt, Feuer aus, und dasselbe nebst der ersten Baptisten-Kirchc, an der 15. und Davenportstr. brannte vollständig nieder. Ein Theil des Ausstellungsgebäudes wurde von dem „Fiftcenth Street"-Theater benutzt, demselben Theater, welches vor zwei Jahren an Farnhamstraße abbranntc. Es wurde zur Zeit das Hoyl'sche Zugstück „Ruim-b ok gegeben, und der Ver- lust des Thcalcrunternehmers ist eist sehr bedeutender. Schlimmer Heimgang. Sr besucht seinen Schatz, wird angeschossen und schließlich noch eingesteckt. E ast Liv crpo 01, 0., 4. Dez. Gestern Abend besuchte Walter Coukleaus Salem seinen einige Meilen von der Stadt wohnenden Schatz; als er sich aber heule Morgen gegen vier Uhr aus dem Heimwege befand, passirte ihm, während er au der in der Vorstadt liegenden Woh- nung von O. H. Sharpnack vorbeiging, das Unglück, daß dieser ihn für einen Ein- brecher hielt und sieben Schüsse auf ihn abscuerte. Glücklicherweise trafen ihn nur zwei Schüsse und da diese in die Schulter gingen, so kam er auch ohne schwere Ver- wundung davon. Sharpnack wurde ver- haftet und unter H 250 Bürgschaft gestellt; dann aber drehte er den Spieß um, und ließ Conkle unter der Anklage des versuch- ten Einbruchs in Hast nehmen, und dieser mußte, da er keine HSOO Bürgschaft zu stel- len im Staude war, mit seiner zerschosse- nen Schulter ins Gesünguiß wandern. Larlisle's Finanzplan. Was die Londoner „Times" darüber zu sagen hat. London, 4. Dez. Die „Times" ist der Ansicht, daß Car- lisle's Plan unter den Umständen wahr- scheinlich der zweckmäßigste ist. Die Aus- sicht, im jetzigen Eongreß eine Finanz-rcsorm durchzusetzcn, ist fast hoffnungslos, aber die Thalsache, daß die schlauen Ge- schäftsführer der New Parker Banken dem Schatzamt halfen, indem sie sich bei der Gotdanleihe bethelllgtcn, beweist, daß sie immer noch sie Hoffnung hegen, daß der Eongreß Vernunft annehmen wird. Ge- schieht dies nicht, so mögen möglicherweise die Amerikaner gezwungen werden, die Silberwädrung anzunehmen, ob sie dies nun wünschen, oder nicht, denn das Gold im Schatzamte kann nicht wieder ange- sammelt werden. (?) Lin betrügerischer Kassirer. Jetzt muß er dafür unfreiwillige Arbeit leisten. Canon City, Col., 4. Dez. W. B. Robertson, welcher heute eine einjährige Zuchthausstrafe abgesehen hatte, erklärte sich auf vier weitere Anklagen für schuldig und wurde von neuem ans fernere drei Jahre dem Gefängniß überantwortet. Robertson war Kassircr in einer Bank in Salida, Eol., und war beschuldigt worden, Gelder angenommen zn baben, nachdem er wußte, daß die Bank bankerott war. Freihandel außer Sicht. Was die „Pall Mall Gazette" über die Lage sagt. London, 4. Dez. Die „Pall Mall Gazette" äußert sich über die Botschaft des Präsidenten Cleveland heute Morgen folgendermaßen: „Präsident Cleveland erklärt von Neuem, daß er Vertrauen zum Freihandel habe, aber wir erwarten nicht, aus der Tarif- controverse weiteren Nutzen zu ziehen. Die Gelegenheit dafür ist vorbei, bis die Demo- kraten mit mehr Verstand in den Köpfen wieder an's Ruder kommen. Amerika ver- langt dre Oberherrschaft aus dem Meere, und obgleich wir den Kampf nicht zu scheuen brauchen, wird diese Politik einst- mals unserem Handel ernstlichen Schaden znfügen." Der große Wucherprozeß, sieben Angeklagte und über hundert Zeugen. Berlin, 4. Dez. Der Prozeß gegen Treuherz und Genos-sen, welche des Wuchers angeklagt sind, hat heute 'einen Anfang genommen. Die Zahl der Angeklagten beträgt sieben, und die der Zeugen 160. Die Opfer bestehen meistens ans Mitgliedern der Aristokratie und Offizieren. Schiffsnachrichten. In der Nacht anqekommen: Hamburg „Prussia" von New Bork. St. Johns, 0!. F. „Assyrian," von Glasgow nach Halifax und Philadelphia. Frau Nora Eonnors starv gestern in der Wohnung ihrer Tochter Frau Nicholas MeCue, Öko. 407 Ok. Wood Straße. Sie wurde im April 1795 im County Cläre, Irland, geboren, wäre also in fünf Mo- naten 100 Jahre alt geworden. Städtisches. Das Wetter. Optiker K l e i ne, 76 Washington Str., berichtet für Chicago die folgenden Baro- meter- und Thecmomelerstände: Um 8 Uhr Morg. 30 Gr., um 9 Uhr 32 Gr., um 10 Uhr 36 Gr., um 11 Uhr 40 Gr., um 12 Utzr 42 Gr. Barometerstand um 8 Uhr Morg. 29.50,12 Uhr 29.35. Briefkasten. H. K. 1020. 55 kann mit dem letzten Stich nicht gewinnen, da ihm derselbe im- mer noch erst 65 macht. Das Spiel ist dann unentschieden. Der Tolliander-Inquest. Die Vernehmung von zwei Zeugen. In dem großen Apell-Lokal der Ost Chicago Ave.-Station begann heute Mor- gen der Jnquest über den Leichnam von Gustav Eolliauder. Als erster Zeuge wurde Austin F. Mi- nogue, No. 21 Townsend Str., vernom- men. In der Nacht vom 6. November zum siebenten, etwa fünfzehn Minuten nach zwölf Uhr, befand sich der Zeuge als Wahlrichter in dem Stimmplatz des 9. Precincles der 23. Ward, Öko. 117 Oak Str. gelegen. Um die angegebene Zeit waren die Wahlbeamtcn mit der Zählung der Stimmzettel beschäftigt. Plötzlich flog die Thür auf und eine Anzahl von Män- nern stürzte herein; der Anführer rief „Haltet die Hände hoch" und im nächsten Augenblick trachten eine Anzahl von Schüs-sen; während der Schießerei wurden die drei Gasflam-n ausgedrehl. Erst später wurde wieder Licht angesteckt und Gustav Eolliauder rief mit leiser Stimme aus „ich bin geschossen," Polizist Michael war an einem Stuhl nicdergesunken und erklärte ebenfalls, daß er einen Schuß in der Hüfte habe. Der dritte Verwundete war der Wahl- clerk Walters, welcher eine Kugel in den Arm erhielt. Die Räuber hatten bereits das Weile gesucht, und als der Pa- trouillcwagen ankam, konnte derselbe nur die drei Verwundeten nach dem Alexiancr Hospital bringen. Als zweiter Zeuge trat Dr. Mitchell, der Coronersarzt, aus. Er berichtete, daß die Leiche Eolliandcrs am 13. November wie- der ausgegrabeu wurde und er die Kugel in der Muskel innerhalb der Hüfte fand. Die damals gemachte Angabe, daß die Ku- gel in einem Knochen sestsaß, war nicht richtig. Die Kugel drang dicht neben dem Nabel in den Unterleib ein und zerriß an elf Stellen die Därme. Der Arzt legte die Kugel vor, welche etwa einen Zoll laug war und aus einem 38kalibrigen Revolver abgcfencrl war. Die Geschworenen be- trachteten die Kugel, woraus der Jnquest bis aus Weiteres vertagt wurde. Der achtköpfige Borstand. Der „Tlsiess Litterary Club" des Einbruchs beschuldigt. Dem Richter Dooley wurden heute unter den Anklagen des Einbruchs, der Vaga- bundage, die Beamten des „T hie s s Litterary Clubs", (Patr. Sullivan, Präsident; Jas. Mcßride, Vice-Präsi- denl; Jos. O'Donucll, Sekretär; Frank Toler, Schatzmeister und John Hagerly, Morris Winters, Michael Hogan und Thos. Leahy. Trustees) vorgcsührt. Eine gefährlichere und mehr Ab- scheu erregende Bande als diese, kann es wohl kaum geben und den Ein- druck, den diese Galgengesichter und Zucht- hansvögel auf den Unbelheiligtcn machten, war ein entsetzlicher. Keiner dieser Bur- schen halte seilWochenWasser nndSeise zum Waschen benutzt und ihre Kleider starrten von Schmutz und Ungeziefer. Die Acht, die den Vorstand eines Diebs-Clubs bil- den und einen großen Anhang unter den Dieben und Einbrechern der Westseite besitzen, wurden vergangene Woche, als sie gerade in ihrem Elublocale im Erdgeschosse Öko. 160 W. Taylor- straße eine Sitzung abhielten und dabei sich die zusammengestohlenen Turkey's und Spirituosen gut schmecken ließen, verhaftet und vor Allem erst unter der Anklage, In-sassen eines übelbeleumdeten Hauses zu sein, gebucht. Dieser Anklage wurde später die auf Vagabundage hinzugefügl und Sie Acht bis heute unter je H7OO Bürg- schaft gestellt. (Hagerly war, wie wir an einer anderen Stelle ds. 81. sagen, wegen Raubausalls aus Patrick Tülle nn'sCrimi- nalgerichl verwiesen). Während die Acht in der Maxwellstr.- Stalion saßen, wurde deren Ctub-Lokal ein wenig untersucht und dort ein eleganter schwarzer Anzug und ein Heller Ueberzieher gesunden. Diese Kleidungsstücke wurden am Abend des 25. November, zwischen 7—B Uhr (während die Dame des HauseS ans war) aus der Wohnung des Bäckers Wm. Weiß, 229 W. Taylorstr., mit noch einem Pelzmantel, Damenklcid, Jacket, zwei vollen Anzügen und vier Unaussprechlichen mittels Einbruchs gestohlen. Die gefun- denen Sachen gehörten dem bei Weiß woh- nenden Hausirer Adolf Cohn und wurden von diesem auch auf der Station identi- sicirt. , An der Person des Präsidenten des Clubs, Sullivan, fand Cohn auch seine Sonntags-Hosenträger. Nunmehr wurde gegen das Kleeblatt auch noch die Anklage des Einbruchs erhoben. Jeder derselben hat bereits eine mehrjährige Gesänguiß- odcr Zuchthausstrafe abgebüßt, einzelnesogar, wie Tolcr, bereits zweimal in Joliet sich nützlich gemacht: Die Herren Rater von der Brechstange logen natürlich dem Richter alles nur Denkbare vor. Sie seien verfolgte Engel, könnten, weil sich Alles gegen sie verschworen, keine Arbeit finden und suchten sich so anständig wie möglich durchzuschlagen. Sie seien keine Einbrecher und wüßten nicht, wie die gefundenen Ge- genstände in ihre Wohnung kämen. Das weitere Verhör wurde aus Morgen ver- schoben. Abonnirt aus das Abendblatt. Preis 1 Cents per Nummer, 0 Cents per Woche. Wieder einmal. Der Unionarbeiter DonaldGruer von „Scabs" geschossen und schwer verwundet. Zu einem zweiten blutigen Zusammen- stoß kam es gestern zwischen Union- und Nichttlnionarbeilcrn, die die Plätze der streikenden Unionleute an dem Marquette- Neuban eingenommen haben. Diesmal ist einer der krakehlfüchtigcn Union-Leute, der 50 Jahre alle Schreiner Donald Gruer von 3235 Wentworth Ave. bedenklich zu Schaden gekommen; er mußte mit mehre- ren schlimmen Schußwunden, von denen namentlich eine in der rechten Brust sehr gefährlich ist, nach dem Sl. Lukas-Hospital gebracht werden. Der genaue Thalbestaud hat bisher nicht sestgestellt werden können, doch scheint es, daß Gruer, in dessen Be- gleitung sich der „Walking-Delegatc" Peter Eairn und der Schreiner F. R. Jsel be- fanden, drei bisher unbekannt gebliebene „Scabs" aus dem Heimwege von der Ar- beit folgten, offenbar in der Absicht, Hän- del mir den Verhaßten anzufangcn. Sie holten die Leute am 12. Slr.-Viaduct ein, riefen ihnen allerhand Bemerkungen nach und Gruer rempelte schließlich den einen Mann im Vorbeigehen an. Dieser, wahr- scheinlich Gewaltthätigkeilen befürchtend, zog sein Revolver aus der Tasche und feuerte ans Gruer, der, trotzdem er ge- troffen war, feinen Gegner packte. Als aber auch dann die beiden Anderen auf ihn feuerten und beide Kugeln ihr Ziel erreich- ten, brach er bewußtlos und blutend zu-sammen. Die „Scabs" ergriffen die Flucht und sind auch bisher, trotz aller Bemühun- gen zweier Delectives nicht gefunden wor- den. Nach Gruer's Darstellung schossen die Leute ohne jede Veranlassung ans ihn. Er sagt, er sei ihnen gefolgt und habe sic angc- rufen, um sie zur Niederlegung der Arbeit zn überreden. Sie seien stehen geblieben; als er aber näher gekommen wäre, hätten sie alle Drei auf ihn gefeuert. E.r kenne die Leute von Ansehen, doch seien ihm ihre Namen unbekannt. Wer wird es werden? Mehrere Landidaten für das Amt des Bun- des-Dislnctsanwaltes im Felde. Unter den hiesigen Demokraten bildet die Frage, wer der Nachfolger des am Sonntag verstorbenen Bundes - DistrictsanwaltcS Sherwood Dixon sein wird, das Haupt- lagesgespräch. Die Meisten scheinen die Ernennung des Sohnes des Verstorbenen, Henry Dixon, befürworten zn wollen. Letzterer snngirtc als einer der Hülfsan- wälte seines Vaters während dessen vier- monatlicher Amtszeit und er erledigte hauptsächlich die vor dem Bnndescommissär vorkommendcn Fälle. Er ist also mit dem Gange der Geschäfte vertraut und eignet sich auch tonst, da er bereits einige Jahrein Dixon und Chicago practicirt hat, für das Amt. An Befürwortern fehlt es ihm ebensowenig, denn Senator Palmer und William R. Morrison, sowie mehrere andere einflußreiche Leute in Washington sollen sich bereit erklärt haben, seine Appli- kation nach Kräften bei dem Präsidenten Eleveland zu unterstützen. Immerhin ist der junge Dixon nicht der Einzige, der sich mit der Hoffnung trägt, ! das Amt zll erhalten, denn außer ihm wer- ! den noch der Er-Congrcßavgcordncle Gold- ! zier und vor allen Dingen Moritz Rosen- ! thal, der Herrn Dixon's erster Hülssau: j wall war, als Aspiranten genant. Außer- dem befinden sich noch Elaylon E. Erafls, i der Ex-Sprccher der Legislatur, und Fred. P. Morris, der sich schon vor Herr Dixon um das Amt bemühte, im Felde, doch da Beide zu Staatsabgcordneten gewählt sind,so ist es sehr wahrscheinlich, daß sie weniger in Betracht kommen. Jetzt zu Gunsten der Hochbahn- schleife. Die anfängliche Opposition gewisser Grundeigenihümer gegen den Bau der pro- jcklirten Hochbahnschleife scheint jetzt gerade in das Gcgencheil umgeschlagen zn sein. D:e Griindeigeitthümer an der Elarkstr., zwischen der Van Buren- und der Harrison Sir. wollen jetzt, datz die Schleife nicht durch die Pacific Ave., sondern durch die Ctarkstr. gehe, und sie haben bereits beschlossen, die Gesellschaft zn einer Abänderung ihrer ursprünglichen Plane zn veranlassen. Ebenso beavsichttgeu die Griindeigenlhümer an der slcn Avenue und Franklinstr. der Gesellschaft Gesuche um die Verlegung der Hochbahuschleise nach ihren Straßen zn unlervrciteu. Auch die Anwohner der Wabash Ave. erklären sich jetzt zu Gunsten der Hochbahuschleise. Ob die Gesuche der Gruudeigeulhümer berücksichtigt werden, bleibt noch atzzu- warlen. Das Uebereinkommen der vier Hochbahn- gesellichaslen für die gemeinschaftliche Be- nutzung der geplanten Hochbahuschleise wird von den Vertretern der vier Gesell- schaften morgen unterzeichnet werden. Das Geschäft blüht. Richter Bradwcll beschäftigte sich beute unter anderem auch mit 4 professionellen Ladendicbinnen, Anuie Cepican, Clara L>eward, Mary Kelly und Mar« Brangb, welche gestern Ol ach mitlag im „Boston Slorc" dabei abgefaßt wurden, als sie die gcränmigenTaschen ihrerMäittel mit wcrlh- vollen Sachen füllten. Der Richter hielt die Diebinnen unter je HSOO Bürgschaft zum Prozeß fest. Marie Slcam. eine Noviz in der Ladendicberci, die dabei er- wischt wurde, als sie einen Pelzmantel in Marshall Fields Laden cscamotiren wollte, wurde unter PBOO Bürgschaft dem Crimi- nalgericht überwiesen. Tampbell's Jubiläum. Alderman James L. Campbell von der 12. Ward feierte gestern den Tag, au wel- chen! er vor 25 Jahren zum ersten Male als Mitglied des Sladlraths ciugesührt wurde. Seit dem 3. Dezember 1809 hat er seine Ward, damals die 13., in zahlreichen Amtsterminen im Stadttalh vertreten und regen Antheil an der städtischen Gesetz- gebung genommen. Raubanfällc auf der Westseite. Die noch nicht „versandten" Wegelagerer an der Arbeit. Der in No. 552 Lincoln Slr. wohnende Sam Johnson begab sich am Vorabend des Dauksaguugstagcs gegen 10 Uhr, aus dem Hause eines Freundes (den er besuchte), auf den Heimweg. Als er sich der Prairie, zwischen der 22. Str., dem Burlington L>lip und dem Palmer FiÜer'schen Holz- hofe näherte, hielten ihn zwei schäbig ans- tehende Kerle an und verlangten die so- fortige Herausgabe aller seiner Werthsachcn. Als sich Johnson hierzu selbstredend nicht entschließen wollte, fielen die Beiden über ihn her, warfen ihn zu Boden und beraub- ten ihn um seine Barschaft (etwa Z4) und Uhr. Johnson gelang es sich wieder aufzu- richten und einen der Kerle, der andere er- griff die Flucht, so lange festznhaltcn, bis ein Polizist hcrbeikam. Diesem wurde der Wegelagerer übergeben. In Der Station erkannte man in ihm den notorischen Frank Schultz, der schon wiederholt wegen ähn- licher Verbrechen vor dem Richter des Maxwell Str.-Polizeigerichts gestanden, aber stets mir gelinden Bridewell-Etrafen davougekammen war. Als er heute dem Richter Dooley vorgeführt wurde, bean- tragte er eine Verschiebung seines Pro-zesses bis zum 14. Dezember. Diese wurde ihm gewährt und er unter HIOOO Bürgschaft gestellt. Ebenfalls unter der Anklage des Raub- aufalls wurde heute dem Richter Eberhard! der 27jährige angebliche Gypser Joseph Reynolds, ein alter Dieb und Einbrecher, vorgeführt. Der Angeklagte hat während der letzten 3 Jahre nicht gearbeitet, sondern vom Ertrage seiner Diebereien gelebt. Er ist aber ein schlauer Fuchs, dem cs bisher stets gelungen war, sich remzuwaschen und seine Kumpane hiueinzulegen. Am Abend des 21. November ging er in Gesellschaft seines Gefährten (?) John Hagerly, eines ebenso notorischen Eharacters, die Dcs- plaines Straße entlang, als sie vor sich den etwa 78jährigcn Patrick Tuley von 134 W. Taylor Slr. vor sich herwanken sahen. Nach Samariter-Art nahmen sich die Beiden des Trunkenen an, führten ihn aber nicht, wie sie cs lhun sollten, nach Haus, sondern nach der Allen zwischen Taylor und Forquer Str. Während dort Hagerrn ihm die Kehle zudrückle, unterzog Reynolds die Taschen des Alten einer genauen Un- tersuchung; glücklicherweise Halle Tuley nicht allzu viel Werlhvolles bei sich. Der Alte war aber nicht so betrunken, um sich die Gesichter der Wegelagerer nicht zu merken. Auf die von ihm den Deleclives Harduig und Sbaugnefsy gegebene Beschreibung ge- lang es diesen sehr ichnell, den Beiden hab- haft zu werden. Hagerly wurde in einem Diebs-Elub-Local an W. Taylor Str. mit noch sieben anderen Strolchen verhaftet und am Samstag bereits unter tzIOOO Bürgschaft dem Eriminalgericht überwie-sen. Reynolds dagegen wurde, bei Gclc- legenheit eure auf Grund eines Haus- fuchungsbcfehls durchzcsührten Durch- suchung seiner Wohnung, in 121 Forquer Slr., verhaftet. Heule nand er vor Rich- ter Dooley, der ihn ebenfalls unter HIOOO Bürgschaft aus Eriminalgericht verwies. Erhalten endlich ihr Gehalt. Comptrollcr Jones erklärte beute Vor- mittag. daß morgen auch die Angestellten des Gesundheitsamtes endlich ihr rückstän- diges Oktobergchalt erhalten werden, und daß auch die Auszahlung der Novcmber- geliäUer an die städtischen Angestellten nicht mehr lange verzögertwerden würde. DicEiu- nahmen aus Len Wirthschastsliccnzen be- ginnen in beträchtlichen Beträgen cinzu- gehcn und gestern konnte der Stadlcolleelor bereits H10,600 an die Stadlkasse aus die-sen Einnahmen abführcn. Die Polizisten werden für den Monat Oktober im Laufe des heutigen Tages sämmtlich abgelohnt werden. Line Grdinanz.init einen: tiäkchen. Comptrollcr JoneS und Obcrbaucom- missär McCarthy erklärten heute Vormit- tag, der Ansicht zu sein, daß sich die ron Alderman Ryan als Zusatz zu der Madden'- schen Ordinan; empfohlene Herabsetzung der Gesammtunkottcn bei der Vornahme öffentlicher Verbesserungen mit 4 Prozent der Spezialsteuerumlagen sich wohl kaum durchführen lassen werde. Im klebrigen erklärten sich die genannten beiden Beamten mit dem Inhalte der Mo.dden'tchen Ordi- nanz einverstanden. Kleine BaÄrjcbten. Eorporauonsanwalt Palmer ist ge- stern Abend nach Dixon. Jll., abgcrcist, um dort an dem Begräbnis; des am Sonn- tag früh verstorbenen Bundesbezirks-An- walts Sherwooö Dixon thcilnchmen zu können. Mayor Hopkins hat den Eisenbahn- i Inspektor Michael O'Bricn. den ehcmali- gen Alderman der 10. 'Ward, wegen Pflicht- i Vernachlässigung seines Postens enthoben ! und an seine Stelle Dennis Considine von l der 13. Ward ernannt. Zwischen Frank Jves und Jake , Schaescr, den beiden großen Billardkünst- lern, begann gestern Abend in der Central ! '.Okusic Hall das für sochs Tage berechnete ! Tournier. Es müssen jeden Abend 600 > Bälle von irgend einem Spieler gemacht werden. Wer zuerst 3000 macht, gewinnt. Gestern Abend trug Jves den Sieg davon. Schaescr batte 413 Bälle zn Jves' 000. Eorporationsanwalt Palmer hat den Advokaten Walter W. Roß, der bisher eine Office im Chamber oi Commerce Gebäude Halle, zum fünfte:! Hülss-Eorvorations- Anwalt ernannt, dessen Stelle durch das Hinaufrückcn des obigen Gehülsen des Eorporalioilsai'.watts frei geworden war. Herr Roß erfreut sich eines guten Rufes als Jurist, und sein Vater ist spezieller Be- amter des Senalars Palmer, des Vaters ! unseres Corporationsanwalts. Viehinarkt. Schweine guter Oualität sind um 5<AlO Cent niedriger. Schwere brachten 4.45(Z4.85, leichte 4.00(«4.50, durch- einander 4.2004.77. Zufuhr 43,000 Schweine, 10.000 Stück Rindvieh, 10,000 Schafe.

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